Abstempelungen deutscher Geldscheine in Ostbelgien und Luxemburg 1944

Aktualisiert: 8. Aug 2018

Abgestempelt wurden deutsche Geldscheine 1944 in den von den Alliierten besetzten Gebieten Ostbelgiens und in Luxemburg, die 1940 bzw. 1942 dem Großdeutschen Reich angeschlossen worden waren. Das betraf folgende, ab 1940 dort umlaufende, deutschen Geldscheine:


Reichsbanknoten

DEU-176/Ro170/P177 50 Reichsmark vom 11.10.1924

DEU-177/Ro171/P178 100 Reichsmark vom 11.10.1924

DEU-178/Ro172/P179 1000 Reichsmark vom 11.10.1924

DEU-183/Ro173/P180 10 Reichsmark vom 22.01.1929

DEU-184/Ro174/P181 20 Reichsmark vom 22.01.1929

DEU-210/Ro175/P182 50 Reichsmark vom 30.03.1933

DEU-211/Ro176/P183 100 Reichsmark vom 24.06.1935

DEU-215/Ro178/P185 20 Reichsmark vom 16.06.1939

DEU-220/Ro179/P186 5 Reichsmark vom 01.08.1942


Rentenbankscheine

DEU-209/Ro164/P169 5 Rentenmark vom 02.01.1926

DEU-222/Ro166/P173 1 Rentenmark vom 30.01.1937

DEU-223/Ro167/P174 2 Rentenmark vom 30.01.1937


Reichskassenscheine

ZWK-1/Ro550/R135 50 Reichspfennig ohne Datum (1939)

ZWK-2/Ro551/R136 1 Reichsmark ohne Datum (1939)

ZWK-3/Ro552/R137 2 Reichsmark ohne Darum (1939)

ZWK-4/Ro553/R138 5 Reichsmark ohne Datum (1939)

ZWK-5/Ro554/R139 20 Reichsmark ohne Datum (1939)

ZWK-6/Ro555/R140 50 Reichsmark ohne Datum (1939)


Ostbelgien (Gebiet Eupen-Malmedy)

In dem vormals deutschen Gebiet Eupen-Malmedy (inkl. St. Vith und Moresnet), das nach dem Versailler Vertrag gegen den mehrheitlichen Willen der deutschen Bevölkerung mit 1036 qkm und 60.000 Einwohnern an Belgien fiel und während des Zweiten Weltkriegs am 18. Mai 1940 wieder dem Deutschen Reich angeschlossen wurde, galten ab diesem Zeitpunkt die deutschen Zahlungsmittel.

Nach der Besetzung durch alliierte Truppen Ende 1944 ordneten diese die Abstempelung der vorhandenen deutschen Banknoten (Reichsbanknoten, Rentenmarkscheine und Reichskassenscheine) durch die Gemeinden in Ostbelgien an. Alle ungestempelten Noten wurden danach für ungültig eklärt.

Bei den Abstempelungen unterscheidet man zwischen den sog. belgischen Gemeinde- und Lagerstempeln, wobei letztere immer Zeilenstempel sind.


10 Reichsmark vom 22.01.1929 mit Stempel der ostbelgischen Gemeinde Membach

50 Reichsmark vom 30.03.1933 mit Stempel der ostbelgischen Stadt Eupen

10 Reichsmark vom 22.01.1929 mit ostbelgischem Lagerstempel (Zeilenstempel)

20 Reichsmark vom 22.01.1929 mit ostbelgischem Lagerstempel (Zeilenstempel)

2 Rentenmark vom 30.01.1937 mit ostbelgischem Lagerstempel (Zeilenstempel)

Luxemburg

In dem ebenfalls im Zweiten Weltkrieg dem Reich angegliederten Luxemburg kam es nach der Alliierten Besetzung 1944 zu einer Umtauschaktion der deutschen Zahlungsmittel gegen Belgische Francs, bei der die eingelieferten deutschen Banknoten durch Stempel entwertet wurden.


20 Reichsmark vom 22.01.1929 mit Gemeinde- und Poststempel der luxemburgischen Gemeinde Esch an der Alzig

5 Reichsmark vom 01.08.1942 mit Gemeinde- und Poststempel der luxemburgischen Hauptstadt Luxemburg

2 Rentenmark vom 30.01.1937 mit Gemeinde- und Poststempel der luxemburgischen Hauptstadt Luxemburg

Es gibt also einen wesentlichen Unterschied zwischen den Abstempelungen in Ostbelgien und Luxemburg. In Ostbelgien galten ab der Abstempelung nur noch die so gekennzeichneten Scheine und ungestempelte nicht mehr. In Luxemburg wurden die Scheine durch die Abstempelung praktisch entwertet.


Derartige Abstempelungen rechtfertigen deutliche Aufpreise. Katalogisiert sind die Abstempelungen im Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871".


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Hans-Ludwig Grabowski, Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv

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