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André Uzulis: D-Mark für den Krieg – Eine Neuveröffentlichung zur DM-Sonderserie BBk II

André Uzulis:

D-Mark für den Krieg –Die Geschichte

der geheimen Sonderserie BBk II

175 Seiten mit einigen schwarz-weiß

und farbigen Abbildungen,

Format 135 mm x 210 mm,

Pappeinband (Softcover) mit Klebebindung,

Regionalia Verlag, Daun, 1. Auflage 2026, ISBN: 978-3-95540-462-8,

Preis: 16,90 Euro.


In der Zeit des Kalten Krieges legte die Deutsche Bundesbank in zwei Hochsicherheitsbunkern eine Währungsreserve von 26 Milliarden D-Mark an. Diese Reserve bestand aus einer komplett eigenständigen verkürzten

D-Mark-Serie, bestehend aus den Nominalen 10, 20, 50 und 100 DM.




Die Bundesbank bezeichnete diese mit „BBk II“ im Unterschied zu den umlaufenden Banknoten „BBk I“. Zwischen 1966 und 1988 lagerten 15 Milliarden D-Mark dieser Scheine

in einem eigens gebauten Bunker in Cochem, bereit für den Tag X.


Im ersten Teil seines Buches zeichnet Dr. André Uzulis, Journalist und Leiter des sicherheitspolitischen Monats-Magazins „.loyal“ [Zeitschrift des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr], die Entstehung der D-Mark nach, beginnend mit der Ausgangslage 1945, der Nachkriegsplanung für die neue Währung, das Konklave von Rothwesten, die Operation "Bird Dog", die Währungsreform. Der Autor ist der Meinung, dass dieser Rückblick notwendig ist, um zu verstehen, welche Bedeutung die D-Mark für das Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren hatte. Mit der Gründung der Deutschen Bundesbank am 1. August 1957 trat sie an die Stelle der Bank deutscher Länder, die seit 1948 als westdeutsche Zentralbank fungierte.


Eine der vordringlichsten Aufgaben sah die Bank in der Ausgabe eigener Banknoten, eben der Banknoten-Serie BBk I. Etwa drei Jahrzehnte standen diese Noten für die kontinuierliche Stabilitätspolitik der Bank.


In der Zeit des "Kalten Krieges" galt es für den nicht als unwahrscheinlich gehaltenen Fall einer Krise in Mitteleuropa oder eines Krieges vorbereitet zu sein. Das betraf auch die Bundesbank und ihre Währung. Sie ließ in den 1960er Jahren unter strengster Geheimhaltung die D-Mark-Ersatzserie BBk II drucken, die sich von der Umlaufserie wohl unterschied, aber dennoch ihren Erkennungswert weiter verkörperte. Im Fall eines sowjetischen Angriffs auf die westdeutsche Währung, sei es durch Fälschungen oder durch biologische Kontaminierung der Banknoten, sollte das gesamte umlaufende Bargeld innerhalb von 14 Tagen ausgetauscht werden.


Dass diese Bedrohung gar nicht so abwegig war und Vorbilder hatte, machte der Autor im zweiten Teil des Buches am Beispiel der NS-Fälscherwerkstatt im Konzentrationslager Sachsenhausen deutlich, in dem Noten der Bank of England gefälscht wurden, um die britische Wirtschaft zu untergraben.


Auch wenn die Überschriften im zweiten Teil „Die Entstehung der Ersatzserie BBk II“,

„Die Berliner Serie BBk II“, „Das Ende der BBk II“, „Restbestände der BBk II“ und „Bundeskassenscheine“ lauten, liegt der Schwerpunkt eher auf der Darstellung der Bunkeranlage in Cochem.


Der Standort Cochem als geheimer Aufbewahrungsort war dabei kein Zufall. Die Wahl fiel auf den beschaulichen Moselort, weil er tief im Westen abseits der großen Metropolen liegt, aber dennoch verkehrstechnisch gut erreichbar ist. Der Bunker wurde in den 1960er Jahren so konstruiert, dass er selbst einem Atomschlag standhalten konnte. Die Bundesbank erwarb die Gebäude und das Gelände einer ehemaligen privaten Klink und richtete ein Schulungszentrum ein. Dies war die perfekte Tarnung, da öffentliche Einrichtungen damals auch Zivilschutz-Einrichtungen erstellen mussten. So ließ die Bundesbank hier den Bunker für die Ersatzbanknoten-Serie bauen. Durch eine ausgeklügelte Informationspolitik gelang es ihr, den Bunkerbau geheim zu halten bzw. die Arbeiten für die Anwohner – der Bunker befand sich in einer reinen Wohngegend – plausibel zu machen.


Dem Autor kann man nur beipflichten, wenn er In der Einleitung schreibt: „Die Banknoten, die nie zirkulierten, symbolisieren vielleicht deutlicher als jede andere Serie der D-Mark, wie ernst die Bundesbank ihre finanzpolitische Souveränität nahm. Die BBk II war Ausdruck eines Selbstverständnisses, das Währungssicherheit als nationale Aufgabe verstand.“ (S. 12).


Dr. Uzulis greift mit seinem Buch ein weitgehend unbekanntes Thema der Zeitgeschichte auf. Das Buch ist flott geschrieben und wendet sich in erster Linie an interessierte Besucher des Bundesbank-Bunkers, wobei der Buchtitel sicherlich zum Kauf anregen soll. Aber auch den Papiergeldsammler dürfte das Thema interessieren.


Bestellt werden kann das Buch überall im Buchhandel oder direkt über regionalia-verlag.de.


Uwe Bronnert

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