Aus alten Zeitungen: Banknoten-Krieg in Zaire
- Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

- vor 3 Stunden
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Gefunden in: "Der Spiegel" Nr. 5 vom 31. Januar 1993



Banknoten-Krieg in Zaire
Eine neue Banknote mit dem Kopf des Präsidenten Mobutu löste in Zaires Hauptstadt Kinshasa blutige Unruhen aus. Armee-Einheiten begannen zu rauben und zu plündern, nachdem ihnen ihr Sold in den neuen Fünf-Millionen-Zaire-Scheinen (Wert etwa zwei US-Dollar) ausgezahlt worden war. Denn die Geschäftsleute des mittelafrikanischen Staates weigerten sich, die Banknoten anzuerkennen. Hintergrund: Die machtlose Interimsregierung unter Premierminister Etienne Tshisekedi hatte das neue Papiergeld für ungültig erklärt, weil der Diktator Mobutu die Noten unberechtigt in Umlauf gebracht habe. Mobutu beherrscht Zaire (37 Millionen Einwohner) seit 1965. Unter einheimischem und internationalem Druck mußte er ein Übergangsparlament zulassen, kontrolliert jedoch weiterhin die Wirtschaft, besonders die Zentralbank, und die Streitkräfte. Auch ein Massenstreik konnte den Diktator nicht stürzen. Am vergangenen Freitag landeten französische Spezialeinheiten im Nachbarland Kongo-Brazzaville und setzten nach Kinshasa über, um französische Staatsbürger in Sicherheit zu bringen. Beim Amoklauf der Zaire-Truppe war Frankreichs Botschafter Philippe Bernard getötet worden. Belgische Truppen wurden am Samstag in Kinshasa erwartet.
Die 164 x 80 mm große Banknote wurde von Harrison & Sons, Wycombe, UK, gedruckt.
Die Vorderseite bildet den von 1965 bis 1997 diktatorisch regierenden Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo (von 1971 bis 1997 Zaire) ab. Mobutu Sese Seko Kuku Ngbendu wa Zabanga wurde am 14. Oktober 1930 in Lisala, Provinz Mongala, Belgisch-Kongo als Joseph-Désiré Mobutu geboren und starb am 7. September 1997 im Exi in Rabat, Marokko. Sein Name bedeutet „der Krieger, der von Eroberung zu Eroberung schreitet, ohne Angst zu haben“.
Uwe Bronnert
Anmerkung der Redaktion
Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen.


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