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Aus privaten Sammlungen: 1 Million Mark der Stadtgemeinde Danzig von 1923

Aktualisiert: 8. Sept. 2021

Danzig war bis 1919 Hauptstadt der preußischen Provinz Westpreußen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt mit ihrem Umland vom Deutschen Reich abgetrennt und ab 10.1.1920 zur Freien Stadt mit eigenem Parlament und Senat unter dem Schutz des Völkerbunds erklärt.

Die Bildung der Freien Stadt stellte einen Kompromiss zwischen den polnischen und von Frankreich unterstützten Absichten zur Einverleibung der Stadt und des Hafens nach Polen einerseits und dem von Großbritannien befürworteten Selbstbestimmungsrecht der zu über 95% deutschen Bevölkerung andererseits dar.

Mit der fortschreitenden Inflation der deutschen Reichswährung musste auch der Senat der Freien Stadt Danzig (Verwaltung der Stadtgemeinde) eigenes Notgeld ausgeben. Hierbei handelte es sich lediglich um Notgeld für die Stadtgemeinde Danzig und nicht für das gesamte Gebiet der Freien Stadt Danzig mit dem Danziger Umland, wo es eigenes Notgeld gab (z.B. in Zoppot).


Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski:



Freie Stadt Danzig, Stadtgemeinde Danzig: Notgeldschein über 1 Million Mark vom 8. August 1923


Vorderseite: Links Danziger Wappen, rechts Bildnis des Malers Daniel Nicolaus Chodowiecki nach einem Gemälde von A. Graff.

Rückseite: Blick auf das Regierungsgebäude der Freien Stadt Danzig durch ein Tor.

Wasserzeichen: Achteckfliesen

Format: 160 mm x 90 mm

Kontrollnummer: 5-stellig, grün

Unterschriften: Dr. Heinrich Sahm / Dr. Ernst Volkmann

Druck: Druckereikennung WB (W.F. Burau, evtl. Wald. Brodt, Danzig)


Katalogreferenzen:

DAN-26b (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871)

DAN-24a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II - General Issues)


Hans-Ludwig Grabowski


Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

2 Comments


Hallo Herr Herzberg,

vielen Dank für den Hinweis, das ist eine plausible Erklärung.

Meine Angabe geht auf Manfred Mehl zurück, der im polnischen Katalog von Miłczak zitiert wird. Ein Künstlermonogramm macht an dieser Stelle (rechts unterhalb des Porträts im Unterdruck) natürlich viel mehr Sinn als ein Firmenzeichen!

Hans-Ludwig Grabowski



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Sehr geehrter Herr Grabowski,

hinsichtlich der Druckereikennung WB möchte ich Sie korrigieren: Bei den Buchstaben auf der Vorderseite des Geldscheins handelt es sich nicht um ein WB, sondern um ein MB. MB steht für Max Buchholz, der 1908 an die Danziger Handwerkerschule berufen wurde und dort mehr als 17 Jahre Oberlehrer der Kunstgewerbeabteilung war. Neben diesem Geldschein hat er noch Briefmarken der Stadt Danzig zwischen 1921 und 1938, sowie die Notgeldscheine DAN-23 und DAN-31 und-32, die er ebenfalls mit seinem Kürzel MB signierte, entworfen.

Ein Eintrag zu Max Buchholz ist im Danziger Bürgerbuch von 1928 zu finden, in dem Leben und Wirken Danziger Männer und Frauen beschrieben sind, er in dieser Hinsicht zu den bedeutenden Bürgern Danzigs gerechnet wurde.

Mit…

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