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Das Notgeld aus Suttrop und Warstein von 1947 und 1948

Seit 1946 herrschte zunehmender Mangel an Kleingeld in weiten Teilen Rest-Deutschlands. Ursache war der Abfluss von Scheidemünzen nach Österreich.

Am 21. Dezember 1945 wurde in Österreich die Schillig-Währung wieder eingeführt und das umlaufende deutsche Papiergeld außer Kurs gesetzt. Das deutsche Hartgeld behielt aber seine Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel, allerdings galten statt Pfennige nunmehr Groschen (z.B. 10 Pfennig gleich 10 Groschen). Der Groschen hatte eine deutlich höhere Kaufkraft und das hatte zur Folge, dass deutsche Reichspfennig-Münzen in großem Maß nach Österreich abflossen. Gleiches galt auch für das Saargebiet nachdem dort ab Mitte 1947 die Saarmark eingeführt wurde. Auch hier behielt das deutsche Münzgeld seine Gültigkeit, erlebte aber eine deutliche Aufwertung hinsichtlich seiner Kaufkraft. Daher fehlte gerade im kleinen Zahlungsverkehr überall in Deutschland das Wechselgeld. In vielen Orten wurde dem Kleingeldmangel durch Ausgabe von Notgeld begegnet. Ausgegeben wurden meist Werte in Höhe von 1, 5, 10, 20, 25 und 50 (Reichs-)Pfennig. Mit der Währungsreform im Jahr 1948 verschwand dieses Notgeld dann wieder. Viele der damaligen Ausgaben sind heute selten, aber es gibt auch Ausgaben die relativ häufig angeboten werden.


Suttrop

An dieser Stelle möchte ich die äußerst selten Ausgaben aus Suttrop[1] vorstellen.

Die Gemeinde Suttrop lag in der Provinz Westfalen. 1946 hatte die Gemeinde rund 4.100 Einwohner und gehörte zum Kreis Lippstadt. Im Zuge einer Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurde Suttrop am 1. Januar 1975 nach Warstein eingemeindet.


Folgende Gutscheine der Gemeinde Suttrop sind bekannt:

  • 5 Pfennig, gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 44 x 33 mm)

  • 10 Pfennig, gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 45 x 30 mm)

  • 25 Pfennig, gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 45 x 34 mm)


Beidseitig gedruckt auf beigem Kartonpapier ohne Datum, Wasserzeichen, Kontrollnummer und Stempel. Auf fast allen Scheinen gibt es Abweichungen im Gültigkeitsdatum:


Abb. 1.1: Gemeinde Suttrop, 5 Pfennig – das Gültigkeitsdatum (bis 31.12.1947) ist auf beiden Seiten gleich.


Abb. 1.2/3: Gemeinde Suttrop, 10 Pfennig – das Gültigkeitsdatum (bis 31.12.1947) hat auf der Vorderseite einen Punkt nach dem Monat. Auf der Rückseite fehlt der Punkt nach dem Monat und es gibt eine Lücke zwischen dem 31. und dem Monat.


Abb. 1.4: Gemeinde Suttrop, 25 Pfennig – das Gültigkeitsdatum ist gedruckt mit „31. 121947“ ohne Punkt nach dem Monat und ist auf beiden Seiten gleich.


Angaben zur Höhe der ausgegebenen Stücke sowie zur Druckerei sind nicht bekannt.

Die hier gezeigten Exemplare sind leicht gebraucht. Vermutlich handelt es sich um Einzelstücke. Dem Autor sind seit Jahrzehnten keine Exemplare aus Auktionen oder Verkaufsplattformen bekannt geworden.


In folgenden Katalogen sind die Gemeindeausgaben teilweise katalogisiert:

  • Dr. Arnold Keller: Das Notgeld der deutschen Währungsreform 1947/48 – Nummer 245 – Suttrop, Gemeinde: 5 Pfennig mit dem Hinweis, dass dieser Schein einmal gemeldet ist, aber nirgends vorliegt. Keller bewertet dieses Stück mit 25 DM.

  • Michael H. Schöne: Das Papiergeld im besetzten Deutschland 1945 bis 1949 – Nummer 0611 – Suttrop, Gemeinde: 5 Pfennig mit dem gleichen Hinweis wie bei Keller. Schöne bewertet dieses Exemplar mit 120 bis 150 DM (gebraucht/kassenfrisch).

  • Jochen Jos. Topp: Das Papiernotgeld von Westfalen 1914-1948 – Nummer 834.1 und 834.2 – Suttrop, Gemeinde: 5 Pfennig und 10 Pfennig. Topp bewertet diese Stücke mit jeweils 200 DM bis 250 DM (gebraucht/kassenfrisch).


Eine aktuelle Bewertung kann aufgrund der Seltenheit nur mit „Liebhaberpreis“ festgesetzt werden.


Aus Suttrop ist noch eine weitere Ausgabe bekannt. Es handelt sich um Gutscheine der Lebensmittelhandlung Eugen Schulte. Diese sollen ebenfalls 1947 ausgegeben worden sein.


Folgende Gutscheine von Eugen Schulte / Lebensmittel sind bekannt:

  • 1 Pfennig ohne Datum (Format ca. 35 x 40 mm)

  • 5 Pfennig ohne Datum (Format ca. 35 x 40 mm)

  • 10 Pfennig ohne Datum (Format ca. 35 x 40 mm)

Abb. 2.1-3: Suttrop, Lebensmittelhandlung Eugen Schulte, Gutscheine zu 1, 5 und 10 Pfennig ohne Datum (1947).


Einseitig gedruckt auf hellbraunem Kartonpapier ohne Wasserzeichen und Kontrollnummer. Alle Scheine sind mit einem violetten Rundstempel „Eugen Schulte – Suttrop“ versehen.

Zur Auflagenhöhe und zum Gültigkeitszeitraum liegen keine Erkenntnisse vor.

Diese Ausgaben sind in keinem der bekannten Kataloge aufgeführt. Allerdings wurden gleiche Scheine vor einigen Jahren in einer Auktion angeboten. Angaben hierzu sind dem Autor leider nicht mehr erinnerlich. Eine verlässliche Bewertung kann daher nicht vorgenommen werden.


Warstein

Das Amt Warstein gehörte bis zur Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen zum Kreis Arnsberg und ab dem 1. Januar 1975 zum Kreis Soest im Regierungsbezirk Arnsberg. Als touristischer Anziehungspunkt ist der Naturpark Arnsberger Wald und der Besuch einer bekannten ortsansässigen Brauerei zu nennen.


1947 und 1948 wurden ebenfalls Notgeldscheine ausgegeben. Diese werden aber nicht als Gutschein sondern als „Gebührenmarke“ bezeichnet. Folgende Ausgaben sind bekannt:


  • 5 Reichspfennig – gültig bis 31.12.47 (Format ca. 43 x 34 mm)

  • 10 Reichspfennig – gültig bis 31.12.47 (Format ca. 43 x 39 mm)

  • 50 Reichspfennig – gültig bis 31.12.47 (Format ca. 44 x 48 mm)

  • 1 Reichsmark – gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 86 x 70 mm)


Abb. 3.1.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 5 Reichspfennig, gültig bis 31.12.47, Vorder- und Rückseite.


Abb. 3.2.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 10 Reichspfennig, gültig bis 31.12.47, Vorder- und Rückseite.


Abb. 3.3.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 50 Reichspfennig, gültig bis 31.12.47, Vorder- und Rückseite.


Pfennigwerte sind rot gedruckt auf olivbraunem Kartonpapier ohne Wasserzeichen und Kontrollnummer. Vorder- und Rückseite sehen gleich aus. Eine Druckerei ist nicht angegeben. Auf der Vorderseite befindet sich jeweils ein runder violetter Amtsstempel.


Abb. 3.4.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 1 Reichsmark, gültig bis 31.12.1947, Vorder- und Rückseite.


Der Schein über eine Reichsmark wurde auf grünlichem Papier gedruckt mit Press-Wasserzeichen Streifen und einer Kontrollnummer. Auch hier befindet sich ein runder violetter Amtsstempel auf der Vorderseite, aber es sind auch Exemplare ohne Stempel bekannt. Nur auf dem Schein über eine Reichsmark ist die „Druckerei Hennecke, Warstein“ angegeben. Diese Druckerei bestand vermutlich bis zum Jahr 2010.


1948 wurden folgende Gebührenmarken ausgegeben:

  • 5 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Vorderseite (Format ca. 42 x 32 mm)

  • 5 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Rückseite (Format ca. 42 x 32 mm)

  • 10 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Rückseite (Format ca. 42 x 40 mm)

  • 50 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Rückseite (Format ca. 42 x 46 mm)

Abb. 3.5.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 5 Reichspfennig, gültig bis 30.6.48, Vorder- und Rückseite.


Abb. 3.6.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 10 Reichspfennig, gültig bis 30.6.48, Vorder- und Rückseite.


Abb. 3.7.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 50 Reichspfennig, gültig bis 30.6.48,

Vorder- und Rückseite.


Pfennigwerte sind hellrot gedruckt auf hellbraunem Kartonpapier ohne Wasserzeichen und Kontrollnummer. Vorder- und Rückseite sehen unterschiedlich aus. Eine Druckerei ist nicht angegeben.


In den bereits vorgenannten Katalogen sind die Gebührenmarken wie Folgt katalogisiert:

  • Keller: Nummer 256a, 256b und 256c

  • Schöne: Nummer 0621 bis 0624

  • Topp: Nummer 875.1 bis 875.7


Die vorgenannten Scheine aus Warstein sind aktuell über den Handel, Auktionen und Verkaufsplattformen zu moderaten Preisen zu erwerben.


Thomas van Eck


Anmerkungen

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