Deutsch-Asiatische Bank – Auf der Jagd nach einer Unterschrift

Aktualisiert: März 26



Seit einiger Zeit interessiere ich mich für Unterschriften auf den Noten der Deutsch-Asiatischen Bank. Als ich in einem Banknotenforum darüber berichtete, schrieb mir Herr Zborowska, der beste Kenner der Noten dieser Bank, auch er verfolge ein solches Projekt und habe schon acht Unterschriften entziffert. Er hat mir sogar eine Liste der von ihm gesammelten Unterschriften und – soweit bekannt – der von ihm ermittelten Klarnamen zugeschickt.

Ich habe dann versucht, weitere Unterschriften zu entziffern, was sich als sehr schwierig erwies. Als erstes versuchte ich es mit dieser Unterschrift, die ich auf Noten der Filiale Peking fand:

Abb.1: kurze Unterschrift auf Pekinger Noten.

Die Unterschrift liest sich wie „Eaael..“… Aber so kann doch keiner heißen!

Dann fiel mir auf, dass aus Noten der Pekinger Filiale auch diese Unterschrift zu finden ist:

Abb.2: lange Unterschrift auf Pekinger Noten.

Und ich bemerkte, dass auch in dieser Unterschrift der hintere Teil wie „Eaael…“ zu lesen ist. Es scheint sich also um zwei Versionen eines Namens zu handeln, einmal ohne Initialen, einmal mit!

In den Geschäftberichten der DAB – sie sind im Internet frei zugänglich – fand ich für den 31. Dezember 1907 unter den Namen der Direktoren bei Peking „H. Cordes, G. Rust“, diese Namen kamen nicht infrage. Aber für 1909 und 1910 standen als stellvertretende Direktoren „Konsul H. Cordes, Alfred J. Eggeling“.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: es handelt sich um die Signatur von Alfred J. Eggeling! In seiner Unterschrift – und das machte die Sache so schwierig – lässt er die Unterbögen des „g“ weg, so dass es sich um ein „a“ zu handeln scheint.

Im (hauptsächlich chinesischen) Internet fand ich über A. J. Eggerling folgendes: In China nannte er sich 鄂葛嶺, was der Aussprache ziemlich nahekommt: Ègélǐng. Er war von deutscher Abstammung, wurde jedoch in Großbritannien geboren. Er war stellvertretender Direktor der Pekinger Filiale. 1913 gründete er die „Peking Gazette“, eine bilinguale Zeitschrift, in der er die Ansichten der verschiedenen Bankengruppen darstellen wollte. Sein Geburtsdatum konnte ich auf die Schnelle nicht ermitteln, er starb 1946.


Erwin Beyer

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