Deutsch-Ostafrika: Bisher unbekannte Variante einer 1-Rupien-Note?

Aktualisiert: 6. Aug 2018




AUS DER LESERPOST

Bei dem abgebildeten Schein handelt es sich deutlich um einen 1-Rupien-Schein vom

1. November 1915, der also der Gruppe von DOA-15 bis DOA-20 (Ros. 914 – 920) zuzuordnen wäre. Es handelt sich um Serie C, weshalb der Schein nur zu den Katalognummern DOA-17b/c (Ros. 916d/e) oder DOA-18a/b (Ros. 917a/b) passen würde.

DOA-17b/c ist es nicht wegen der Textzeile unter der Unterschrift statt unter dem Datum. Es müsste daher DOA-18b sein, wegen dem Faksimile-Stempel, aber das Papier ist sehr dünn und bestimmt nicht das übliche Kartonpapier. Auch die Farbe des Papiers ist weit entfernt von dem der Abbildung mit bräunlichem Papier im Katalog und eher grünlich. Auch einen erwähnten Farbstempel sehe ich nicht. Handelt es sich um eine unbekannte und daher neue Variante? Ich bin mal gespannt.

Jos F. M. Eijsermans


Antwort der Redaktion

Bei Scans von Geldscheinen muss man zwar etwas vorsichtig sein, wenn es um die Bestimmung von Farben geht, denn nicht jeder Scanner gibt Farbunterschiede gleich gut wieder und viele Scanner werden auch nicht kalibriert, aber die Papierfarbe erinnert bei der abgebildeten Interims-Banknote der Deutsch-Ostafrikanischen Bank doch eher an den 1-Rupien-Schein vom 1. November 1915 auf hellblauem, aber oft verblichenem, Papier mit der Serie B (DOA-17a). Wie Sie schon richtig anmerkten, finden wir hier die Textzeile „Kraft besonderer Ermächtigung“ aber direkt unter dem Ausgabeort und Ausgabedatum und nicht links unten in der Ecke und damit unter den Unterschriften. Ihr Schein mit der Serie C hat zwar einen Faksimile-Unterschriftsstempel „A. Frühling“, auch wenn der ziemlich blass ist, aber keine Handunterschrift links. Trotzdem ist er offensichtlich gelaufen. Wenn das Papier nicht wäre, müsste man ihn der Katalognummer DOA-18b zuordnen, denn auch hier finden wir die Textzeile links unten bei Verwendung der Serie C. Hier ist das Papier aber hellbraun. Auch wenn ich jetzt das Original nicht vor Augen habe, würde ich von einer bislang unbekannten Variante ausgehen. Bei so vielen Sammlern und Forschern, die sich schon mit dem Spezialgebiet Deutsch-Ostafrika befasst haben, deutet das schon auf eine echte Rarität hin.

Es wäre schön, wenn sich Sammler melden würden, die evtl. ähnliche Stücke festgestellt haben.

Hans-Ludwig Grabowski


Kommentar

Ich habe mir gerade mal meinen Bestand an DOA-18b angeschaut. Ich teile Ihre Einschätzung, dass eine Bestimmung der Note ohne Vorlage kaum möglich ist.

Bei der Note von Herrn Eijsermans handelt es sich nach meiner Meinung um DOA-18b. Es gibt bei dieser Note zwei Papiersorten, die verwendet wurden. Ich habe eine Note KN 30781 (HU Häge) auf dünnem, etwas hellerem Papier und eine Note KN 33357 (HU Kielich) auf dickerem Papier. Die Papiersorte kann also nicht als Begründung einer neuen Variante herangezogen werden. Stutzig macht mich vor allem die ausgewaschene Farbe der Faksimile-Unterschrift – der Schein muss mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit in Kontakt gekommen sein. Ein Sammlerkollege hat vor einigen Jahre einen Test gemacht und herausgefunden, dass die Stempelfarbe u.a. mit Chemikalien verändert werden kann und dies zu Veränderungen der Papierfarbe führt. Längerer Kontakt der Note mit Wasser führt ebenfalls zu einer Farbveränderung. Meine bescheidene Einschätzung, es bleibt wohl bei der Variante DOA-18b, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Claus Engelhardt


Abb. Jos F. M. Eijsermans

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