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Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 39

Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design.

Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden.

Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs.


Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können?

Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort.


Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 835

Roger Pfund

Geboren 1943 in Bern. Seit 1971 für die Schweizerische Nationalbank tätig.

Von ihm stammen Entwürfe zur letzten französischen Banknotenserie und zum Schweizer Pass.

Er nahm an zahlreichen PR-Kampagnen teil und wirkte u. a. als Designer für die 700-Jahr-Feier der Schweiz und die 50-Jahr-Feier der Vereinten Nationen.

2002 wurde er zum "Officier" des französischen Kultur-Ordens ernannt.


Seine Euro-Entwurfsserie vermittelt einen Gesamteindruck der menschlichen Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte. Die Vorderseiten zeigen Porträts bedeutender Kunstwerke der verschiedenen Epochen und die Rückseiten architektonische Motive.



5 Euro, Vorderseite mit einer steinernen Skulptur (Thukydides), Geschichte des Peloponnesischen Kriegs (495–429 v. u. Z.), Porträt von Perikles (griechischer Staatsmann) im Schaurand; Rückseite mit griechischem Fries, Concordia-Tempel in Agrigent (5. Jahrhundert v. u. Z.) und Theater von Epidaurus (350 v. u. Z.).


10 Euro, Vorderseite: Buchmalereien und Schriften; Porträts der Äbtissin Heloisa im Schaurand und des Theologen Peter Abaelard; Tympanon der Basilika St. Madeleine in Vézelay von 1120; mittelalterlicher Wagen. Rückseite: Mittelschiff der Basilika St. Madeleine und romanischer Fußboden in Katalonien.


20 Euro, Vorderseite: Porträt des Heiligen Thomas von Aquin im Schaurand (1228–1274, italienischer Theolog und Philosoph); italienischer Altar von Jacobello (1380). Rückseite: Chorgewölbe der Kathedrale von Amiens (1270) und Fensterrose der Kathedrale Notre Dame in Paris.


50 Euro, Vorderseite: Porträt Humanisten Erasmus von Rotterdam im Schaurand (1469–1536), Entstehung der Kartographie und Flugmaschine von Leonardo da Vinci. Rückseite: Tempietto von San Pietro in Montorio (1502) und Piazza Campidoglio von Michelangelo Buonarroti in Rom.


100 Euro, Vorderseite: Porträt von William Shakespeare (1564–1616) im Schaurand; Deckenverzierung im Kloster Melk und Heißluftballon. Rückseite: Kuppel der Wieskirche in Bayern (1750) und Kuppel der Kapelle des Turiner Grabtuches.


200 Euro, Vorderseite: Porträt von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) im Schaurand; Briefmarke und Börse von Amsterdam (von H. P. Berlage). Rückseite: Gewächshäuser in Kew Gardens in England (1850) und Pariser Getreidebörse.


500 Euro, Vorderseite: Porträt von Albert Einstein (1879–1955) im Schaurand; Centre Georges Pomidou (1971) und Flugzeug. Rückseite: Sanatorium in Paimio in Finnland (1930) und modulare Struktur der Vordersicht eines modernen Gebäudes.


Fortsetzung folgt …


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

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