Geldscheinporträts: Demokrit – Der Alleskönner der Antike
- Elias Heindl

- vor 7 Stunden
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Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen.
Geburtsname: | Demokrit von Abdera |
Zur Person: | Philosoph und Universalgelehrter |
Nationalität: | Griechisch |
Lebensdaten: | 460 – 370 v. u. Z. |
Geburtsort: | Abdera (Thrakien) |
Sterbeort: | Unbekannt |

Die Philosophie als der Versuch des Menschen, die Rätsel seines Daseins zu lösen, ist älter als alle geschriebenen Zeugnisse, die wir darüber besitzen. Unsere Kenntnis reicht rund 3000 Jahre zurück. Einführungswerke zur Philosophiegeschichte beginnen meist um 600 v. u. Z. mit den sogenannten „Vorsokratikern“, den griechischen Philosophen vor Sokrates – zu denen auch Demokrit von Abdera gezählt wird. Wie bei allen frühgriechischen Philosophen sind von Demokrits umfangreichem Werk nur kümmerliche Fragmente und indirekte Überlieferungen erhalten. Auch zu seinem Leben gibt es wenige gesicherte Daten. Fest steht, dass Demokrit um 460 v. u. Z. in Abdera in Thrakien geboren wurde. Sein Vater war reich, das Erbe ermöglichte Demokrit ausgedehnte Bildungsreisen. Sein bedeutungsvollster Lehrer war Leukippos, dessen Atomlehre er deutlich ausbaute. Sie beruht auf der Vorstellung, dass Materie aus kleinsten, nicht teilbaren Teilchen besteht – den Atomen. Aus den Atomen fügen sich laut Demokrit im leeren Raum alle Dinge zusammen. Diese Vorgänge folgen natürlichen Gesetzmäßigkeiten. Alle Dinge unterscheiden sich nur in der Zahl und Anordnung ihrer Atome. Eigenschaften wie Farbe oder Geschmack verortete Demokrit nicht in den Dingen selbst, sondern in unserer subjektiven Sinneswahrnehmung. Die Annahme, dass es jenseits der Materie ein Seelenprinzip gäbe, verwarf Demokrit. Auch die Seele sei ein Aggregat aus den glattesten und feinsten Atomen. Der Atomismus beschäftigte über Jahrhunderte einige der namhaftesten Denker; noch im 17. Jahrhundert bekannten sich Galileo Galilei und Isaac Newton zur atomistischen Materieauffassung, Karl Marx promovierte zur demokritischen Naturphilosophie. Demokrit betätigte sich neben der Atomistik auch auf zahlreichen anderen Gebieten. Er verfasste Schriften zu Medizin, Logik, Mathematik, Astronomie, Botanik und Zoologie. Aristoteles bescheinigte ihm, dass er den Eindruck habe, Demokrit habe sich über alles seine Gedanken gemacht.


Auch aus den ethischen Schriften Demokrits sind einige Fragmente überliefert. Er stützt sich dabei auf herkömmliche griechische Lebensweisheiten. Vor allem seine Überlegungen zur Euthymie (etwa: gute Laune, Heiterkeit) sind bekannt. Seinen Beinamen „der lachende Philosoph“ hat Demokrit wohl diesen Fragmenten zu verdanken. Die Euthymie ist Demokrit zufolge Resultat des Maßhaltens und einer gleichmäßigen Lebensweise. Das Zuwenig und das Zuviel versetzen die Seele in Unruhe: „Wenn einer das rechte Maß überschreitet, kann ihm das Erfreulichste zum Unerfreulichen werden.“. Eine Haltung, die wie die Atomlehre kaum an Aktualität eingebüßt hat. Auch nach über zwei Jahrtausenden.
Elias Heindl
Literatur/Quellen:
Christof Rapp: Vorsokratiker. München: C.H.Beck, 1997.
Hans Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Frankfurt am Main: Fischer, 1999.
Rudolf Löbl: Demokrit. Texte zu seiner Philosophie. Amsterdam: Rodopi, 1989.




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