Leserpost: 100 Reichsmark von 1935 in Braun

Aktualisiert: März 18



Sehr geehrter Herr Grabowski, bei einem Tauschtag erwarb ich beiliegenden Geldschein (siehe Abbildungen). Die im Katalog "Rosenberg" angegebenen Merkmale kann ich nicht finden. Meine bereits vorhandene Banknote hat eine grünliche Färbung. Den erheblichen Gebrauchsspuren nach, muss der Schein länger in Umlauf gewesen sein. Ich bitte um Aufklärung. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Hartmann Seibert


Antwort der Redaktion:

Bei Ihrem Hunderter der Reichsbank handelt es sich um keine echte Banknote, sondern um sog. "Theatergeld". Für Vorführungen auf der Bühne braucht man Requisiten, dazu gehörten zu allen Zeiten auch Geld-Imitationen. Da das Nachahmen von echtem Geld als Falschmünzerei schon früher hohe Strafen nach sich zog, die auf der Bühne benutzten Scheine aber dennoch den gerade aktuellen Banknoten ähneln sollten, um als solche vom Publikum erkannt zu werden, stellte man meist einfache Imitate in anderen Farben her. Die Gebrauchsspuren ihres Scheins stammen also nicht vom Umlauf als Geld, sondern von häufiger Nutzung als Theater-Requisite.

Das Original ist – wie seit der Kaiserzeit alle Hunderter – übrigens Blau und nicht Grün. Grün ist der Fünfziger.

Derartige Theatergeld-Scheine sind meist gebraucht und man kann sie heute bereits für wenige Euro erwerben.

Für Filmproduktionen ist auch sog. "Filmgeld" bekannt, das im Unterschied zum "Theatergeld" dem Original auf den ersten Blick meist sehr ähnlich ist. Man erkennt es aber dennoch leicht am einfachen Papier und den fehlenden Sicherheitsmerkmalen. Außerdem kommt es oft nur einseitig bedruckt vor.


Hans-Ludwig Grabowski

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