Leserpost: Serienscheine oder Verkehrsausgaben?

Sehr geehrter Herr Grabowski,

bei einer Durchsicht meiner Geldschein-Sammlung fielen mir die Scheine der Stadt Bad Nauheim auf. Diese werden in Ihrem Katalog zu den deutschen Serienscheinen (unter der Nr. 925.1 + 2)  und auch im Serienschein-Katalog von Herrn Kai Lindman (Werner Kieselbach (unter der Nr. 900) als Serienscheine aufgeführt.


Bad Nauheim, Stadt (Gra. 925.1a4): Gutschein über 50 Pfennig vom 1. Juni 1917 (1920), Vorder- und Rückseite.


Im Katalog der Verkehrsausgaben von Herrn Tieste werden aber genau diese Scheine unter der Katalog-Nr. 4765.05.01 + 05 als Kleingeld/Verkehrsausgaben aufgeführt und beschrieben.

Wer hat denn nun Recht? Handelt es sich bei dieser Ausgabe um Serienscheine oder um Kleingeld/Verkehrsausgaben?

Für eine kurze Rückäußerung wäre ich Ihnen dankbar.

Donald Ludwig

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Hans-Werner Donath


Antwort der Redaktion:

Es ist bekannt, dass es Überschneidungen zwischen Verkehrsausgaben und Serienscheinen gibt. Die Trennlinie ist nicht immer klar zu ziehen. Es gibt also tatsächlich auch Serienscheine, die als Zahlungsmittel genutzt wurden, was im Umlauf gebrauchte und stark gebrauchte Stücke belegen.

Ausgehend vom Datum 1. Juni 1917 der Bad Nauheimer Ausgaben sowie von deren zeittypischer Gestaltung (C. Naumann's Druckerei, Frankfurt a. Main) handelt es sich um Verkehrsausgaben. Die Scheine wurden aber nicht 1917, sondern erst 1920 ausgegeben. Sie waren also nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zweck in Umlauf, sondern wurden erst drei Jahre später an Sammler abgegeben, was sie dann schon wieder zu „Serienscheinen“ macht. Also haben beide recht, man kann sie von der Datierung her zu den Verkehrsausgaben rechnen, aber auch von ihrer Verwendung her zu den Serienscheinen.


Hans-Ludwig Grabowski


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