Lexikon: Assignationsbanken


Staatliche Assignationsbank: 5 Rubel von 1819.

Von der russischen Zarin Katharina II. (1762–1796) am 29.12.1768 gegründete Banken in St. Petersburg und Moskau. Nicht die Banken, sondern verschiedene staatliche Behörden, wie das Kammer-Kollegium, das Proviantamt und das Steueramt, gaben die Assignaten (auch Assignationen) aus.


Die Assignationsbanken sollten diese zunächst zu einem Gesamtbetrag von 1 Million Rubel ausgegebenen Scheine einlösen. Jede erhielt dafür vom Staat 500.000 Rubel in Kupfermünzen. Die Assignaten hatten keinen Zwangskurs, doch wurden sie von den Staatskassen in Zahlung genommen. Bei der ersten Ausgabe von 1769 gab es 25-, 50-, 75- und 100-Rubel-Scheine, die man dem unbequemen Kupfergeld vorzog.

Der Staat betrachtete bald die Assignaten – vor allem in Kriegszeiten – als ein Mittel der Finanzierung und erhöhte ständig die Umlaufmenge (1797: 163,6 Millionen Rubel, 1817: 836 Millionen Rubel), so dass der Silberrubel gegenüber den Assignaten mit einem Agio gehandelt wurde (1797: 42%, 1817: 236%).

Die zweite Ausgabe von 1785–1787 umfasste Werte zu 5, 10, 25, 50 und 100 Rubel.

Am 9.4.1812 erklärte man die Assignaten zu gesetzlichen Zahlungsmitteln, was jedoch ihren Kurs nicht erhöhte. 1817 begann man dann Assignaten aus dem Verkehr zu ziehen.


Staatliche Assignationsbank: 25 Rubel von 1818.

Die letzte Ausgabe der Assignaten von 1818–1843 umfasste Werte zu 5, 10, 20, 25, 50, 100 und 200 Rubel.

Am 1.7.1839 wurde die Depositenkasse errichtet, die durch Silbergeld als gedeckt erklärte Depositenscheine ausgab.

Der Umwechselkurs der Assignaten zu den Depositenscheinen lag bei 3,5:1. Erst 1853 verschwanden die Assignaten ganz aus dem Zahlungsverkehr.



Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski)

Abb. : Detlef Hilmer

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