Lexikon: Bradbury, Wilkinson & Company

Aktualisiert: März 31

Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd. war eine englische Notendruckerei. 1824 von William Bradbury gegründet, spezialisierte sie sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Stahlstichdruck und begann 1856 mit dem Druck von Banknoten. Bradbury starb 1860.

1861 wurde der Graveur Robert W. Wilkinson Teilhaber.

Die ersten von der neuen Firma 1861 gedruckten Noten waren die des Banco Commercial und des Banco Maúa & Cia, beide in Montevideo, Uruguay.

In den Jahren 1873/74 baute die Firma eine imposante sechsstöckige Werkstatt für die Gravur von Druckplatten in Holborn, London.

Es folgten weitere Aufträge für Südamerika und vor allem für zahlreiche englische, schottische, europäische und australische Banken.

Im Jahr 1903 wurde das Unternehmen von der American Bank Note Company (ABNC) übernommen.


Die seit 1880 in London befindliche Druckerei wurde 1917 in neue Gebäude nach New Malden (Surrey) verlegt, wo sie weiter als hundertprozentige Tochtergesellschaft der ABNC arbeitete.


Island: Landsbanki Islands, 5 Kronen vom 15. April 1928 (1955), Vorderseite.
Island: Landsbanki Islands, 5 Kronen vom 15. April 1928 (1955), Rückseite.
Südvietnam: 1 Dong ohne Datum (1956), Vorderseite.
Südvietnam: 1 Dong ohne Datum (1956), Rückseite.
Isle of Man: 50 New Pence ohne Datum (1979), Vorderseite.
Isle of Man: 50 New Pence ohne Datum (1979), Rückseite.
Neuseeland: 1 Dollar ohne Datum (1989–1992), Vorderseite.
Neuseeland: 1 Dollar ohne Datum (1989–1992), Rückseite.

Ein eigener im Laufe der Jahrzehnte oftmals geänderter Notenstil erleichtert ein Erkennen der von Bradbury, Wilkinson & Company gedruckten Geldscheine, auch wenn der Name der Druckerei nicht immer auf den Scheinen genannt ist.

Von den zahlreichen Ländern für die die Firma bis in die 1970er Jahre Banknoten herstellte, sollen hier nur einige genannt werden: Ägypten, Barbados, Bermuda, Britisch-Westindien, China, Griechenland, Hongkong, Irak, Island, Lettland, Libanon, Luxemburg, Neuseeland, portugiesische Kolonien, Rumänien, Sarawak, Spanien, Straits Settlements, Syrien und andere. Für eine Reihe ihrer modernen Noten wurde dann auch ein Papier mit Sicherheitsfaden verwendet.

Neben Banknoten wurden u.a. auch Briefmarken und Wertpapiere gedruckt.

1983 schuf die Firma eine Form von Polymer-Banknoten unter Verwendung des Tyvek-Materials von Du Pont; dies wurde als Bradvek vermarktet und zum Druck von 1-Pfund-Noten für die Isle of Man verwendet. Im Jahr 1986 wurde das Unternehmen dann von De La Rue übernommen. Die letzte Bradbury-Wilkinson-Anlage wurde 1990 von De La Rue stillgelegt.


Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Sammlung Hans-Ludwig Grabowski


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