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Lexikon: De La Rue & Co. Ltd.

Englische Banknotendruckerei Thomas De La Rue (TDLR) in London, die vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sehr produktiv wurde und heute zu den Marktführern gehört.

Die Firma hatte genau wie die beiden anderen großen englischen Spezialfirmen Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd. sowie Waterlow & Sons Ltd. ihren eigenen Banknotenstil, der sich oft änderte und u.a. auch in einem sehr progressiven modernen Stil gipfelte.


Guernsey, Gedenkbanknote zu 1 Pfund zum 200. Jubiläum der Firmengründung von Thomas De La Rue aus dem Jahr 2013, Rückseite mit Porträt des Firmengründers.



Die Firma wurde 1813 von Thomas De La Rue gegründet, der 1793 auf Guernsey geboren wurde. 1830 war sie Hersteller von Spielkarten und Spezialist für Farbdrucke. Ab 1853 wurden Steuer- und ab 1855 auch Briefmarken gedruckt. Den ersten Auftrag zur Herstellung von Geldscheinen erteilte 1859 Mauritius (10 Shilling sowie 1- und 5-Pfund-Noten, gedruckt von Kupferplatten auf einem Papier von Turner, Maidstone). Vor allem in der Briefmarkenherstellung experimentierte die Firma im Farbdruck und mit Spezialpapieren.

Beispiele von De-La-Rue-Noten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: Ägypten 1917, 10 Piastres; Bulgarien 1929; Ceylon 1939; Lettland 1935; Palästina 1927 bis 1948; Portugal 1926; Straits Settlements 1919; Uruguay 1935 und 1939; Zypern 1920. Die größten Aufträge kamen 1934 bis 1936 von der Bank of Communications (China), der Bank of China, der Farmers Bank of China und der Central Bank of China. Deshalb richtete De La Rue eine eigene Druckerei in China ein.

Für viele De La Rue-Scheine wurde Papier mit Sicherheitsfaden verwendet, so auch für die von dieser Firma gedruckten 5-DM-Noten (Europa auf dem Stier) der Bank deutscher Länder mit Datum vom 9.12.1948.

Durch die Übernahme der Firma Waterlow & Sons in den 1960er Jahren erweiterte De La Rue seine Kapazität erheblich. 1969 wurde die Spielkartenfertigung verkauft. 1986 übernahm De La Rue auch die Firma Bradbury, Wilkinson & Co. und ein Jahr später die Firma Amblehurst, aus der später De La Rue Holographics wurde. 1995 erfolgte die Übernahme der Portals Group plc, die bereits seit 1724 Banknotenpapier für die Bank of England herstellte. 1997 wurden mit Harrison & Sons und Philip Cartes et Systèmes zwei weitere Firmen übernommen.

Seit 2009 stell De La Rue auch die Pässe des Vereinigten Königreichs her.

2012 wurde mit einem 5-Dollars-Schein für Fidschi die erste Banknote aus dem sog. Safeguard-Polymersubstrat von De La Rue hergestellt.

2013 feierte De La Rue sein 200-jähriges Bestehen, aus diesem Anlass entstand auch die oben abgebildete Gedenkbanknote mit dem Porträt des Firmengründers Thomas De La Rue.


Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)


Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

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