Neuer polnischer Katalog zum Notgeld in der Abstimmungszone I von Schleswig-Holstein 1919 bis 1922
- Uwe Bronnert

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Wiesław M. Pawłowski:
Pieniądz Zastępczy na Obszarze Plebiscytowym Szlezwiku-Holszyna w Latach 1919 – 1922
Ersatzgeld im Plebiszitbereich Schleswig-Holstein in den Jahren 1919 – 1922
Erstatningspenge i folkeafstemningsområdet i Slesvig-Holsten
i årene 1919 – 1922
Ersatsjil ön di Folksofstemingsbirik Sleeswig-Holstiin ön di Jaaren 1919 – 1922
448 Seiten, durchgängig mit farbigen Abbildungen und einigen Schwarz-weiß-Fotos, Format 240 x 175 mm, Gewicht: 1.335 g, Pappeinband (Hardcover) mit Fadenheftung, Selbstverlag, Lublin 2026, ISBN: 978-83-945629-9-1, Preis: 100 €.
Der Autor ist in Deutschland kein Unbekannter. Auch sein neues Buch beschäftigt sich mit Notgeld, das in einem Gebiet ausgegeben wurde, in dem nach den Bestimmungen des Versailler Vertrags eine Volksabstimmung stattfand. Nach dem er 2020 sein Buch zu Oberschlesien und 2023 zu Masuren (Ostpreußen) vorlegte, beschäftigt er sich im neuen Werk mit dem Ersatzgeld im Plebiszit-Bereich Schleswig-Holstein in den Jahren 1919 – 1922.
Das Buch ist in polnischer Sprache verfasst. Im Vorwort wird der geschichtliche Hintergrund der Volksabstimmung in Nordschleswig geschildert. Eine Karte zeigt die drei vorgesehen Abstimmungsgebiete mit den Ausgabeorten der Notgeldscheine.
Zur Erinnerung: Die Abstimmungen in jeder Zone sollten an unterschiedlichen Tagen stattfinden. In Nordschleswig (Zone 1) am 10. Februar, in Zone 2 am 14. März und in Zone 3 am 28. März 1920. Die lokalen Behörden mussten das Gebiet verlassen und die Verwaltung übernahm eine Internationale Kommission für die Überwachung des Plebiszits in Schleswig (Commission internationale de surveillance du plébiscite au Slesvig). In der ersten Zone wurde en bloc abgestimmt, in den beiden anderen sollte nach Gemeinden abgestimmt werden. Während die erste Zone nach der Abstimmung an Dänemark fiel, blieb die zweite Zone bei Deutschland. Auf eine Abstimmung in der dritten Zone verzichtete die Kommission. Dies alles ist im Vorwort nachzulesen. Dieser Teil des Buches ist auch in Deutsch, Dänisch und Friesisch übersetzt abgedruckt. Dann folgt eine Seite in polnischer Sprache, in der an einem Beispiel beschrieben wird, wie die Angaben bei den Notgeldscheinen zu lesen sind. Damit auch Leser ohne Polnisch-Kenntnisse zurechtkommen, werden in einer Tabelle die polnischen Begriffe in den drei übrigen Sprachen übersetzt. Schließlich die bereits genannte Karte.
Nach der Einleitung folgt der Katalogteil. Die Ausgabeorte werden hier nicht nach den Abstimmungsgebieten aufgeführt, sondern in alphabetischer Reihenfolge. Zunächst wird die deutsche Ortsbezeichnung genannt, dann die dänische und falls vorhanden auch die friesische. Alle Ausgaben sind in ausreichender Größe farbig abgebildet. Ferner wird bei jedem Schein auf Varianten (z. B. Größe der Kontrollziffern) hingewiesen und diese z.T. auch abgebildet. Neben den oft zweisprachigen Abstimmungsscheinen der ersten Zone hat der Autor auch die meist sehr seltenen dänischen Ausgaben der Folgezeit aufgenommen.
Neben dem Papiergeld wurden auch die Münzen der Spar- und Leihkasse von Wyk auf Föhr (1920) aufgenommen, sowie das Kopenhagener Briefmarkengeld. Dieses wohl eher als Anregung zum Weiterforschen.
Einen nicht unwesentlichen Teil des Buches erklärt die Darstellungen auf den Scheinen, unterstützt durch verschiedene Abbildungen (Zeichnungen, Fotos, Postkarten).
Viele Gutscheine enthalten Textauszüge aus Gedichten und Liedern. Auch diese werden komplett abgedruckt und kommentiert, oft mit Abbildungen des Dichters.
Den Abschluss bildet ein Stichwortverzeichnis, ein Verzeichnis von Signaturen sowie eine Übersicht der bei den Gutscheinen vorkommenden Wasserzeichen. Es folgt schließlich ein Auszug aus dem Versailler Vertrag und ein Literaturverzeichnis.
Der gute Gesamteindruck des Werkes wird durch die Verwendung qualitativ hochwertigen Papiers und die hervorragenden Abbildungen unterstützt. Man merkt dem Buch an, dass es mit sehr viel Liebe zum Detail geschrieben wurde. Der Katalog ist jedem Sammler des Notgelds von Nordschleswig zu empfehlen. Bei einer Auflage von nur 150 Exemplaren
wird der Katalog sicherlich schnell vergriffen sein. Zu beziehen ist er direkt beim Autor.
Der einzige Wermutstropfen dürfte der hohe Preis sein, der aufgrund der kleinen Auflage aber sicherlich gerechtfertigt ist.
Interessenten wenden sich bitte direkt an den Autor:
Wiesław M. Pawłowski
ul. Kiwerskiego 3/179
20-240 Lublin
Polen
tel. +48 604 848 624
e-mail: spod_lady@wp.pl
Uwe Bronnert




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