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Nikolaus Kopernikus auf Polymer-Kunststoff

Aktualisiert: 8. Okt. 2023

Die Narodowy Bank Polski (NBP), die polnische Zentralbank, hat jetzt das Design ihrer nächsten Gedenkbanknote veröffentlicht, die am 9. Februar 2023 in einer Auflage von 100.000 Stück ausgegeben und sowohl online als auch in den Filialen der NBP erhältlich sein wird. Der Ausgabepreis beträgt 160 Złotych, 30 Złotych mehr als bei der letztjährigen Gedenkausgabe. Der Nennwert der Gedenkbanknote beträgt 20 Złotych.


Nikolaus Kopernikus (eigentlich Niklas Koppernigk).


Die Polymerbanknote erinnert an den 550. Jahrestag der Geburt von Nikolaus Kopernikus

(19. Februar 1473 – 24. Mai 1543). Er war ein Universalgelehrter der Renaissance, der als Mathematiker, Astronom und katholischer Kanoniker tätig war. Er formulierte ein Modell des Universums, das die Sonne und nicht die Erde in den Mittelpunkt stellte. Die Veröffentlichung des Modells von Kopernikus in seinem Buch "De revolutionibus orbium coelestium" (Über die Umdrehungen der Himmelskörper) kurz vor seinem Tod im Jahr 1543 war ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Wissenschaft, das die Kopernikanische Revolution auslöste und einen bahnbrechenden Beitrag zur wissenschaftlichen Revolution leistete.




Die Vorderseite der Banknote zeigt ganz rechts ein Porträt von "Mikołaj Kopernik". Auf der Banknote sind zwei transparente Fenster zu sehen:

  • Im größeren Fenster auf der linken Seite ist die Sonne abgebildet.

  • In der Mitte der Banknote ist eine kleine Sonne mit um sie kreisenden Planeten im kleineren Fenster abgebildet.

Historische Medaillons/Münzen sind auf der Rückseite der Banknote abgebildet.


Die Banknote wurde von Polska Wytwornia Papierow Wartosciowych (PWPW), der polnischen Sicherheitsdruckerei, auf dem Polymersubstrat Guardian™ gedruckt.


Eine Nahaufnahme des Nikolaus-Kopernikus-Denkmals vor dem Staszic-Palast, dem Sitz der

Polnischen Akademie der Wissenschaften in Krakowskie Przedmieście in Warschau, Polen.


Kopernikus war in den vergangenen Jahren auf mehreren polnischen Banknoten zu sehen, zuletzt auf der 1000-Złotych-Banknote von 1975-1982. Die neue Gedenkbanknote ist die zweite Polymerbanknote Polens, die erste war die 20-Złotych-Gedenkausgabe "Hundert Jahre Gründung der polnischen Legionen" von 2014 mit dem Porträt von Józef Klemens Piłsudski. Nach einer Gedenkbanknote (in einer Mappe) zu Ehren von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2006 ist diese Ausgabe die 15. der Gedenk-Serie.


Donald Ludwig (polymernotes.org)


Anmerkung der Redaktion

Der deutschstämmige Nikolaus Kopernikus wurde von der polnischen Geschichtsschreibung und Wissenschaft unter dem polonisierten Namen "Mikołaj Kopernik" genauso in Besitz genommen, wie seine Wirkungsstätte im ostpreußischen Frauenburg nach der Vertreibung der Bevölkerung aus den deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße unter "polnischer Verwaltung" nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kopernikus selbst, den Polen heute als "polnischen" Astronomen und Universalgelehrten ehrt, hat sein ganzes Leben lang ausschließlich in Deutsch und Latein geschrieben, nicht aber in Polnisch.

Niklas Koppernigk (Nikolaus Kopernikus) wurde 1473 als Sohn eines wohlhabenden Händlers und dessen Ehefrau Barbara Watzenrode in die deutsche Bürgerschaft der damaligen Hansestadt Thorn (heute Toruń) geboren. Er wirkte als Domherr des Fürstbistums Ermland, Arzt und Astronom in Frauenburg (heute Frombork), wo er 1543 starb. Vor dem Rathaus der damals deutschen Stadt Thorn wurde 1853 ein Kopernikus-Denkmal errichtet, das noch heute an den bedeutendsten Sohn der Stadt erinnert. Thorn fiel nach dem Ersten Weltkrieg an den neuen polnischen Staat, der Kopernikus gleich mit einverleibte.

Es entbehrt schon nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet ein Deutscher als Aushängeschild der Wissenschaft Polens dient. Das führte immerhin dazu, dass Kopernikus auch auf zahlreichen Briefmarkenausgaben aus aller Welt als polnischer Astronom verehrt wurde und man ihm in einem bekannten Zeitreise-Film sogar polnische Worte in den Mund legte. Man kann davon ausgehen, dass ihn selbst sowohl die Inbesitznahme seiner Person, als auch seiner Heimat durch Polen missfallen hätte. Wer den Mut hatte, dem damals üblichen Glauben an die Erde als Mittelpunkt des Universums, sein heliozentrisches Weltbild entgegen zu setzen, der hätte sicher auch heute kein Problem damit, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

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