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- Ein ganz besonderes Pferd
Einmal abgesehen von der allerersten Serie der von der National Industrial Bank of China (中國實業銀行) ausgegebenen Banknoten sieht man auf allen Scheinen dieses Bankhauses ein galoppierendes Pferd (WPM, CHN-525–534). Dieses Pferd – manchmal sieht es so aus, als würde es fliegen – trägt etwas auf seinem Rücken. Ich habe mich gefragt, was es damit auf sich hat, warum dieses Pferd auf den Banknoten dieser Bank zu finden ist. Abb.1: National Industrial Bank, 1 Yuan 1931. Zunächst ist zu sagen, dass sehr viele Banken ihre Noten mit einem bestimmten auffälligen Symbol versahen, damit diese bei der Vielzahl der damals in China umlaufenden Scheine, ausgegeben von den verschiedenen zeitgleich operierenden Banken, sogleich erkannt und zweifelsfrei einem bestimmten Bankhaus zugeordnet werden konnten. So wählte die “Ningpo Commercial Bank“ (四明銀行) zu diesem Zweck die charakteristisch geformten Sìmíng-Berge, die „China and South Sea Bank“ (中南銀行) eine berühmte, in Peking stehende Sonnenuhr, die „Landbank of China“ (中國墾業銀行) ein bestimmtes, berühmtes Haus in Guangzhou, die „Commercial Bank of China“ (中國通商銀行) einen stehenden Konfuzius, usw. Das Pferd auf den Banknoten der National Industrial Bank ist kein gewöhnliches Pferd, sondern ein ganz besonderes. Es heißt im Chinesischen 神馬馳海, übersetzt „göttliches Pferd, über das Meer galoppierend“. Also ein Pferd, das über Wasser galoppieren kann. Auf dem Rücken trägt es ein Paket mit Büchern, daher wird es als kenntnisreich und weise angesehen. Das Pferd wird stets so dargestellt, dass es von rechts kommt. Kein Wunder, dass die Bank dieses mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Pferd als Symbol wählte, es sollte den Menschen zeigen: unsere Bank ist wie dieses Pferd, erfolgreich, keiner kann uns einholen, wir schaffen Unglaubliches. Auch auf einer Note der Bank of Communications (交通銀行) ist dieses Pferd abgebildet, es handelt sich aber um einen nicht mehr ausgegebenen Schein, der ursprünglich von der National Industrial Bank hergestellt worden war, dann aber – als nach der landesweiten Einführung des so genannten „Fǎ bì“-Geldes nur noch die vier Nationalbanken Noten emittieren durften – von der Bank of Communications übernommen und entsprechend überdruckt wurde. Bei dem Schein handelt es sich um den 1-Yuan-Schein von 1935. Abb. 2: Bank of Communications, 1 Yuan 1935. Bei der Symbolträchtigkeit dieses Pferdes ist es kein Wunder, dass dieses Motiv als Glücks- und Erfolgssymbol von verschiedenen lokalen Firmen übernommen wurde. So etwa der 2-Chuan-Schein der Firma Wànhéfēng (萬和豐) in Daye (大冶), Provinz Hubei. Abb.3: Firma Wànhéfēng, 2 Chuan o.D. Oder der 2-Jiao/20 Cent-Schein der Firma Pānshùntiān (潘順天號) im Kreis Xiapu (霞浦), Provinz Fujian mit Datum MG 17 = 1928. Die Rückseite zeigt den Firmennamen auf English: „PAN SHUN TIEN HAO“, eine aufgestempelte Individualnummer sowie die Angabe „National Currency“. Abb. 4: Firma Pānshùntiān, 2 Jiao 1928. Erwin Beyer Abbildungen: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun
- Lexikon: Außerkurssetzung
Bei der Außerkurssetzung werden die Scheine bis zu einem festgesetzten Zeitpunkt aus dem Verkehr gezogen und zum Umtausch gegen neue oder andere Scheine aufgerufen. Sie gelten von diesem festgesetzten Zeitpunkt an nicht mehr als Zahlungsmittel, werden aber von vielen Emissionsbanken (so auch bei Bundesbanknoten von der Deutschen Bundesbank) auch nach diesem Zeitpunkt noch umgetauscht. Königlich Bayerische Staats-Schuldentilgungs-Commission: 5 Gulden vom 5. September 1866, Vorderseite mit handschriftlicher Außerkurssetzung und Dienststempel (z.B. Text links und rechts: "Wertlos nach / Bayer. Finanzgesetz vom 29. Juli 1876"). Herzoglich Braunschweigischer Cassenschein über 10 Thaler vom 1. Mai 1858, Vorderseite mit einem ovalen roten Stempel "Nicht mehr gültig" und drei weiteren ovalen blauen Stempeln "Nicht gültig". Es gibt Länder, die zwar neue Scheine ausgeben, die Außerkurssetzung der alten Scheine jedoch zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt, oft viele Jahre später, durchführen. Das heißt, dass die alten Scheine parallel neben den neuen zirkulieren und erst nach und nach aus dem Umlauf gezogen werden, bis sie schließlich ungültig sind. Note der Frankfurter Bank über 10 Gulden vom 1. Januar 1855, Vorderseite mit Kastenstempel "AUSSER COURS" und mit Rundstempel der Bank von 1865. In den USA gelten noch alle ab 1864 ausgegebenen Scheine als Zahlungsmittel, doch übersteigt bei solchen alten Noten der Sammlerwert den Nennwert oft um ein Vielfaches. Kassenschein der niederösterreichischen Stadt Amstetten über 50 Heller ohne Datum, Vorderseite mit der Angabe: "Gültig bis 31. Dezember 1920." Ein aufgedrucktes Einlösungs- oder Verfallsdatum findet man auf Banknoten oder Staatspapiergeld selten, häufig jedoch auf Notgeld. Staatspapiergeld der ersten slowakischen Republik über 10 Kronen vom 15. September 1939, später in der Tschechoslowakei aus Restbeständen mit SPECIMEN-Perforation versehen und an Sammler verkauft. Außer Kurs gesetzte Scheine werden meist vernichtet. Es gibt jedoch auch Staaten (z.B. Bulgarien, Kuba und die Tschechoslowakei), die solche nicht gekennzeichneten Scheine an Sammler verkaufen oder aber sie mit einem Aufdruck oder einer Perforation (z.B. SPECIMEN) versehen und an Sammler abgeben. Deutsche Reichsbahn, Der Reichsverkehrsminister: Wertbeständiger Notgeldschein über 0,42 Mark Gold = 1 Zehntel Dollar vom 7. November 1923, Rückseite mit handschriftlichem Vermerk "Zu Sammlerzwecken abgegeben" und mit Dienstsiegel des Reichs- und Preußischen Verkehrsministers. Auch bei deutschen Notgeldausgaben ist bekannt, dass Scheine nach ihrer Außerkurssetzung entwertet oder besonders gekennzeichnet wurden, bevor sie an Sammler verkauft wurden. Dass dies auch das Reichsverkehrsministerium in der Zeit des "Dritten Reichs" so praktizierte, belegt das hier abgebildete Stück. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) #Lexikon #Banknoten #Notgeld #Pick #Grabowski
- Lexikon: Dollar
Dollar ist eine Währungseinheit in den USA, in Kanada, Australien und zahlreichen anderen Staaten (1 Dollar = 100 Cents). Die Bezeichnung entwickelte sich aus dem Wort "Taler", die Währungsentwicklung ging vom ibero-amerikanischen Peso aus, von dem auch das Währungssymbol $ übernommen wurde. USA, Federal Reserve Banks: 1 Dollar der Serie 1988, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Kanada, Bank of Canada, 2 Dollars von 1986, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Australien, Reserve Bank of Australia, 10 Dollars von 2017, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Neuseeland, Reserve Bank of New Zealand, 10 Dollars von 2015, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Bahamas, Central Bank of the Bahamas, 1 Dollar von 2008, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Namibia, Bank of Namibia, 20 Dollars von 2002, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Lexikon: Antisemitische Scheine
Geldscheine mit antisemitischen Texten, Abbildungen oder Aufdrucken, vor allem in Deutschland und Österreich nach dem Ersten Weltkrieg als Notgeld ausgegeben oder zu politischen Propaganda-Zwecken hergestellt. Solche Notgeldscheine sind z.B.: Deutschland: Beverungen, Stadt 1921, 75 Pfennig und 1 Mark Bockenem, Rehmann 1922, verschiedene 25-, 50-, 75- und 1-Mark-Scheine Brakel, Kreis 1921, 2 Mark Bremen, Deutscher Tag 1921, 50 Pfennig sowie 1, 2 und 5 Mark Hamburg, Merkur 1920, 25, 50 Pfennig Sternberg, Stadt 1921, 3 x 100 Pfennig Tostedt, Gemeinde 1921, 50 Pfennig Österreich: Amstetten, Antisemitenbund 1920, 10, 20 und 50 Heller Gottsdorf, Seidl 1920, 10, 20 und 50 Heller Linz, Deutsche Freiheits- und Ordnungspartei 1920, 80 Heller Rechte politische Parteien überstempelten oder überdruckten in Deutschland und Österreich wertlos gewordene Inflations-Banknoten und Notgeldscheine mit antisemitischen Hetzparolen, die sie als Wahlpropaganda nutzten. Das Buch zum Thema: Grabowski / Haney (Hrsg.): "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck ..." Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abb. : Sammlung Wolfgang Haney, Berlin #Antisemitismus #Propaganda #Europa #Deutschland #Österreich #Lexikon #Pick #Grabowski
- Lexikon: Deutsche Reichsbahn
Unter den deutschen Notgeldausgaben nach dem Ersten Weltkrieg erlangten die Scheine der Deutschen Reichsbahn besondere Bedeutung, da sie in größeren Regionen (Gebiete der einzelnen Reichsbahndirektioen) oder sogar im ganzen Reichsgebiet (ausgegeben vom Reichsverkehrsminister in Berlin) Gültigkeit hatten. Meist waren es Inflationsausgaben, aber es gab auch einige Groß- und Kleingeldscheine in den Jahren 1918 bis 1920 sowie Wertbeständiges Notgeld am Ende der Inflation 1923/24. Deutsche Reichsbahn, Der Reichsverkehrsminister: 20 Millionen Mark vom 18. September 1923, Vorderseite, Druck einseitig, Sammlung Grabowski. Folgende Ausgabestellen sind bekannt: Reichsverkehrsministerium, Berlin Reichsverkehrsministerium, Zweigstelle Bayern, München Reichsbahndirektion Altona Reichsbahndirektion Breslau Reichsbahndirektion Cassel Reichsbahndirektion Dresden Reichsbahndirektion Elberfeld Reichsbahndirektion Erfurt Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Reichsbahndirektion Frankfurt a. d. Oder (RBD Osten) Reichsbahndirektion Halle Reichsbahndirektion Hannover Reichsbahndirektion Karlsruhe Reichsbahndirektion Köln Reichsbahndirektion Königsberg i. Pr. Reichsbahndirektion Magdeburg Reichsbahndirektion Münster Reichsbahndirektion Oppeln (Oberschlesische Eisenbahn) Reichsbahndirektion Stettin Reichsbahndirektion Stuttgart Reichsverkehrsministerium Zweigstelle Bayern: 10 Milliarden Mark vom 26. Oktober 1923, Vorderseite, Druck einseitig, Sammlung Grabowski. Reichsbahndirektion Breslau: 50 Millionen Mark vom 27. September 1923, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Reichsbahndirektion Karlsruhe: 500 Milliarden Mark vom 15. Oktober 1923, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Außerdem gab es Notgeld einzelner Eisenbahndienststellen, z. B. von Eisenbahnstationskassen und Reichsbahn-Ausbesserungswerken (RAW). Deutsche Reichsbahn, Eisenbahn-Güterkasse Löbau (Sachsen): Scheck über 500.000 Mark vom 14. August 1923 auf die Stadtgirokasse Löbau. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Siehe auch unseren Blogbeitrag Notgeld der Deutschen Reichsbahn während der Inflation 1923 Sämtliche Ausgaben der Deutschen Reichsbahn sowie nicht der Reichsbahn unterstellter deutscher Eisenbahngesellschaften, der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und Staatsbediensteter sowie der Deutschen Reichspost finden Sie hier: Anton Geiger / Manfred Müller / Hans-Ludwig Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-580-0 Auflage: 2. Auflage 2016 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 344 Preis: 39,90 EUR
- Lexikon: Gedenknoten
Gedenknoten oder auch Gedenkbanknoten sind Spezialausgaben zur Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten oder wichtige Ereignisse. Hierzu gehören nicht die zahlreichen normalen Geldscheinausgaben, auf denen solche Persönlichkeiten oder Ereignisse dargestellt sind! Das Ausgabedatum der Note sollte außerdem in einem Zusammenhang zu dem Jubiläum stehen. Im Gegensatz zu Briefmarken und Münzen gab es lange Zeit nur sehr wenige echte Gedenkausgaben bei Geldscheinen. Staatsbank der DDR: Gedenknote über 20 Mark vom 22. Dezember 1989, ausgegeben aus Anlass der Öffnung des Brandenburger Tors in Berlin. Sie ist die einzige deutsche Gedenknote. Frühe Beispiele sind ein schwedischer 5-Kronen-Schein von 1948 zum 90. Geburtstag von König Gustav V. (wurde damals für 10 Kronen abgegeben), ein 2-Dollars-Schein zur 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeit der USA von 1975 oder ein 1-Dollar-Schein zur 100-Jahr-Feier der kanadischen Konföderation von 1967. Das erste Land, das eine Gedenknote ausgab, war allerdings Nikaragua im Jahr 1894. Beispiele für Gedenknoten: Sri Lanka: Gedenkbanknote zu 200 Rupees vom 4. Februar 1998 zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes. Gedenknote der Ungarischen Nationalbank über 2000 Forint zum 1000-jährigen Bestehen Ungarns vom 20. August 2000. Gedenkbanknote des Banco des Mexico über 100 Pesos vom 20. November 2007 aus Anlass 100 Jahre mexikanische Revolution. Bank von Namibia: Gedenkbanknote zu 30 Dollars zum Thema 30 Jahre Unabhängigkeit. Heute geben zahlreiche Länder Gedenknoten aus, besonders bekannt sind solche aus Thailand, wo das Königshaus vom Erlös aus deren Verkauf wohltätige Projekte unterstützte, von den Philippinen, von schottischen Banken oder inzwischen seit etlichen Jahren auch aus Polen. 2011 erschien ein erster Katalog zu den Gedenkbanknoten aus aller Welt (Grabowski/Gerber: Gedenkbanknoten der Welt – Commemorative Banknotes of the World" zweisprachig in Deutsch und Englisch mit damals schon einem Umfang von rund 450 Seiten im Großformat. Der Katalog führte rund 430 Gedenknoten aus über 100 Ländern auf und ist seit Jahren ausverkauft. Seither sind zahlreiche neue Gedenknoten erschienen und es werden jährlich mehr. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Lexikon: Holzgeld
Geld aus Holz (Bambusstäbchen) mit einem festgelegten Wert kannten die Chinesen bereits im 13. Jahrhundert. Der Indianerführer Pontiac (Kriegs-Häuptling vom Stamm der Ottawa) gab 1873 aus Birkenrinde hergestelltes und von ihm gekennzeichnetes Notgeld zur Finanzierung des großen Indianeraufstandes (Pontiac-Aufstand 1763 – 1766) aus. Die bekanntesten Ausgaben des 19. Jahrhunderts sind die auf Biberfelle lautenden "Holztoken" der Hudon's Bay Company für Kanada und die verschiedenen österreichischen Notgeldausgaben aus Damespielsteinen von 1848. Diese in Reichenberg (Böhmen) zirkulierenden Damesteine trugen einen Siegelabdruck oder aufgeklebte Zettel mit Vignetten und Wertangabe. Folgende private Aussteller wurden bekannt: G. Appelt (3, 6 Kreuzer); A. Augsten (6 Kreuzer); Barbalsy (6 Kreuzer); B. Ehrlich (2 Kreuzer); A. Hoffmann (1, 2 Kreuzer); W. Jantsch (3, 6 Kreuzer); P. Schahen (6 Kreuzer). Die gedruckten Holzgeldausgaben des 20. Jahrhunderts kann man nur in Beispielen anführen. Vor allem die US-amerikanischen "Wooden Nickels" füllen allein einen eigenen Katalog, doch sind die nach dem Zweiten Weltkrieg unter dieser Bezeichnung ausgegebenen Stücke kein Geld, sondern Souvenirs oder Reklameausgaben. Weitere bekannte Holzgeldausgaben des 20. Jahrhunderts: Passau, Gaststätte "Dreiflusseck": 50 Bierpfennige ohne Datum (1946/47) auf Material von Streichholzschachteln, Vorder- und Rückseite. Deutschland: Passau, Gasthaus "Dreiflusseck", 1946/47: 1, 2, 5, 10, 25, 50 Bierpfennige, auf Material von Streichholzschachteln. Hadersfeld im Wienerwald, Gemeinde: 20 Heller der 1. Auflage vom 1. Juni 1920 auf Sperrholzplatte, Vorder- und Rückseite. Österreich: Ansfelden, Gemeinde, 1920: 10, 30, 50 Heller auf Holzspänen; Hadersfeld, Gemeinde, 1920: 10, 20, 50 Heller in verschiedenen Auflagen, aus Sperrholz; Pischelsdorf, Gemeinde, 1920: 10, 20, 50 Heller, auf Furnierholz; St. Pölten, F. Weinhofer, 1920: 10, 20, 50 Heller, aus Sperrholz; Zell b. Zellhof, L. Altzinger, 1920: 10, 20, 50 Heller, aus Sperrholz. Wohl nur die Ausgaben aus St. Pölten und Zell zirkulierten tatsächlich als Notgeld. Spanien: Ivars d'Urgell, 1937: 1 Peseta auf Sperrholz gestempelt. Bad Wildungen, Stadt: Holzwertgutschein über 1/2 Festmeter Buchennutzholz mittlerer Güte vom 5. November 1923. Unter dem deutschen "wertbeständigen Notgeld" von 1923/24 gibt es bei den auf Sachwerte lautenden Scheinen auch solche, deren Wert nach einer bestimmten Menge Holz bemessen wird. Solche Holzscheine gibt es unter anderem von: Horgen, Gemeinde, über 1, 2, 5, 10 Kubikdezimeter (oder Zehntel-Festmeter) Nadelstammholz 1. Klasse; Wildungen, Bad, Stadt: über 1/20, 1/10, 1/3, 1/2 und 1 Festmeter (1 Festmeter = Goldmark) Buchennutzholz mittlerer Güte; Wimpfen, Stadt, 1 Raummeter Brennholz, Scheiter mittlerer Güte = 10,50 Goldmark, Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Lexikon: Hudson's Bay Company
Die Hudson's Bay Company ist eine 1670 gegründete britische Handelsgesellschaft mit Handels-, Jagd- und Fischereimonopol in einem großen Gebiet um die Hudson Bay in Kanada. Das nach dem ersten Direktor der Gesellschaft, Ruprecht von der Pfalz, auch "Rupertsland" genannte Territorium umfasste mit 3,9 Millionen Quadratkilometern mehr als ein Drittel des heutigen Kanadas und reichte bis in den heutigen nördlichen Mittleren Westen der USA. Hudson's Bay Company: 1 Pfund vom Juni 1821. Abb. North Shore Numismatic Society. Hudson's Bay Company: Buch mit 100 Scheinen zu 5 Shilling von 1820. Abb. North Shore Numismatic Society. Als die neuen Siedler in der Siedlung am Red River Bargeld benötigten, wurden im Mai 1820 in der York Factory die ersten Schuldscheine der Hudson's Bay Company in Büchern zu je 100 Stück ausgestellt. Da der damalige Gouverneur Simpson befürchtete, dass sie von den Siedlern gehortet werden könnten, wurden sie nicht sofort ausgegeben. Ab 1823/24 wurden sie nach und nach in Umlauf gebracht und um weitere Stückelungen ergänzt. Die Scheine wurden von einem großen Teil der Bevölkerung den Banknoten der oft unsicheren Privatbanken vorgezogen. 1869 verkaufte die Hudson's Bay Company ihre Rechte an den Staat. 1870 übernahm das Dominion of Canada das riesige Gebiet, das damit zum Kernland einer neuen Nation wurde. Die Scheine dienten als Zahlungsmittel, bis das Dominion of Canada das Gebiet der Gesellschaft übernahm. Unbenutzte Scheine und einige Bücher aus der ursprünglichen Lieferung wurden 1920 in der York Factory gefunden. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Aus privaten Sammlungen: Ministerrats-Muster der Staatsbank der DDR
Bereits 1967 wurde per Gesetz aus der Deutschen Notenbank die Staatsbank der DDR und die offizielle Währungsbezeichnung lautete nun nicht mehr Deutsche Mark (DM) oder Mark der Deutschen Notenbank (MDN) sondern „Mark der Deutschen Demokratischen Republik“ (M). Neue Staatsbanknoten sollten aber erst schrittweise von 1973 bis 1979 in den Umlauf kommen. Die Gestaltung der letzten DDR-Banknoten ist typischer Ausdruck des sozialistisch geprägten, gesellschaftspolitischen Selbstverständnisses der DDR, die zwischenzeitlich von über 100 Ländern staatlich anerkannt und Mitglied der UNO war. Von allen Werten wurden verschiedene Musterscheine gefertigt, darunter auch solche zur Vorlage beim damaligen Ministerrat der DDR. Sie erkennt man an einer sehr niedrigen laufenden Kontrollnummer innerhalb der ersten Serie AA und einer 12 mm hohen SPECIMEN-Perforation. Es kommt vor, dass die Scheine zusätzlich auch noch handschriftlich mit einem roten Kreuz entwertet wurden, wie in diesem Fall. Land/Region/Ort: Deutsche Demokratische Republik, Berlin Emittent: Staatsbank der DDR Nominal: 50 Mark Datum: 1971 Umlauf: Vom 1. Juni 1973 bis 30. Juni 1990. Vorderseite: Links: Staatswappen der DDR, Rechts: Porträt von Friedrich Engels. Rückseite: Staatswappen der DDR und Industrieanlage (Leuna). Material: Papier, Perforation "SPECIMEN" Wasserzeichen: Kopfbildnis von Friedrich Engels Druck: Deutsche Wertpapierdruckerei, Leipzig Format: 137 mm x 60 mm Nummerierung: AA 0000066 Authentizität: Original-Muster Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Zitate: DDR-22M4 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) GDR-30s (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. III, Modern Issues) B304as3 (Linzmayer: The Banknote Book: German Democratic Republic) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- EWK-109: Echter oder falscher persischer Überdruck
Guten Tag Hr. Grabowski! Ich habe im Banknotenforum über die Fälschung der EWK-109 (100 Mark/25 Toman) gelesen. Bin auch im Besitz einer solchen Banknote, die sich aber wesentlich zu der im Forum beschriebenen unterscheidet. Die arabischen Buchstaben haben nicht den starken Farbauftrag an den Rändern. In Bildern mit höherer Auflösung sieht man den fließenden Übergang in die Papierstruktur, was das Ganze dunkler wirken lässt. Im Gegenlicht sehen Vorder- und Rückseite sehr symmetrisch aus. Freihändig das so hinzubekommen, wäre sicher nicht einfach. Leichter Glanz der Farbe, aber nicht so knallig rot. Farbspritzer oder dergleichen nicht sichtbar. Für mich ein zeitgenössischer Beleg, ob Fälschung oder nicht. Habe Ihnen ein paar Fotos mitgesendet. Mit freundlichen Grüßen aus Österreich W. Deutsch Antwort der Redaktion: Der Schein liegt mir zwar nicht physisch vor, aber von der Abbildung schließe ich auf eine Manipulation mit roter Tinte. Wie alt die ist, ist schwer zu sagen. Mir liegen etliche Manipulationen vor, die sich auch voneinander unterscheiden. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn sie sozusagen aus verschiedenen „Werkstätten“ kommen. Es gibt sogar Manipulationen mit grüner statt roter Tinte. Ich habe darüber im Geldschein-Blog auch schon geschrieben: https://www.geldscheine-online.com/post/falsche-persische-%C3%BCberdrucke Ein Zeitbeleg ist der Schein natürlich trotzdem sogar in doppelter Hinsicht. Vom Grundschein her natürlich für das Kaiserreich und von der Manipulation her für unsere Zeit, in der Fälscher und Betrüger versuchen, Profit mit arglosen Sammlern zu machen. Ich habe mir die Mühe gemacht, und den vermeintlichen „Überdruck“ bei Ihrem Schein über den persischen Original-Überdruck gelegt (mit 50 % Durchsicht). Das Ergebnis ist eindeutig und man sieht die vielfältigen Abweichungen, die aus der Handzeichnung resultieren. Die dunklere deutliche Schrift ist der Druck! Trotzdem viel Spaß mit dem Stück. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm, Hardcover Abbildungen: durchgehend farbig Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 EUR Zur Leseprobe Mehr lesen
- Land Thüringen: Goldmark-Schatzanweisungen von 1923
Als in der Hyperinflation der Jahre 1923 die deutsche Markwährung zusammenbrach, suchten auch die Länder des Reichs nach kreativen Lösungen zur Schaffung von Kreditkapital und wertbeständigem Notgeld. Eine aus der Not geborene Finanzinnovation waren zu dieser Zeit sogenannte „wertbeständige Anleihen“. So begab das Land Thüringen 1923 Schatzanweisungen auf Goldmarkbasis. Anfang Dezember 1923 beschloss die Thüringische Regierung „Zinslose Schatzanweisungen des Landes Thüringen“ über 1, 2, 5, 10 und 20 Mark Gold mit Valutaklausel (Basis: 1 Mark Gold = 10/42 Dollar) mit einem Aufgeld bis zu einem Gesamtbetrag von 25 Mio. Mark Gold auszugeben. Bei dieser kleinen Stückelung ist anzunehmen, dass hier neben dem Hauptzweck der Kapitalbeschaffung die Absicht verfolgt wurde, die bisher in Thüringen umlaufende, offensichtlich zu geringe Menge wertbeständigen Notgeldes zu vermehren. Thüringische Staatsbank: Wertbeständiges Notgeld über 1 Goldmark vom 20. November 1923, Vorder- und Rückseite. Die Ausgabekonditionen der „Schatzanweisungen des Landes Thüringen“ lauteten, hier beispielsweise für den Nominalwert von 2 Mark Gold: „Gegen diese Schatzanweisung zahlt die Thüringische Landeshauptkasse in Weimar an den Inhaber am 2. Januar 1927 den Nennwert von 2 Mark Gold zuzüglich 30 Pfennig Gold Aufgeld in der am Fälligkeitstag gültigen Währung. Die staatlichen Kassen nehmen bei Zahlung in Gold die Schatzanweisungen zum Nennwert an Zahlungsstatt an. Für diese Schatzanweisungen haftet der gesamte Besitz des Landes Thüringen an Wäldern, Gütern, staatlichen Gewerbebetrieben u.s.w. Der Anspruch aus der Schatzanweisung erlischt, wenn sie nicht binnen vier Jahren nach Fälligkeit zur Einlösung vorgelegt wird.“ Der tatsächliche Emissionsbetrag, der mit dem Datum vom 20. Dezember 1923 versehenen und noch im Dezember durch das Thüringische Finanzministerium zur Ausgabe gelangten Stücke ist nicht bekannt. Damit geriet das Land Thüringen in Konflikt mit den Bestimmungen der Reichsregierung vom 26. Oktober 1923 über die Ausgabe wertbeständigen Notgeldes, da die Genehmigung des Reichsministers der Finanzen (RMF) nicht eingeholt worden war. Der Finanzminister veranlasste daher den Aufruf und die Einlösung der kleineren Stücke bis Ende Februar 1924. Schatzanweisungen des Landes Thüringen, Schatzanweisung über 2 Mark Gold, ausgegeben in Weimar am 20. Dezember 1923. Die größeren Nennwerte liefen als Kapitalmarktpapiere weiter im Verkehr um und wurden erst am 21. November 1924 wie folgt aufgerufen: „Mit Rücksicht auf die neuere Gesetzgebung im Münz- und Bankwesen und auf die Verpflichtungen, die das Reich dem Ausland gegenüber auf Grund der Londoner Abmachungen eingegangen ist, wird es nötig, dass die Thüringischen Schatzanweisungen – ausgestellt unterm 20. Dezember 1923 – ihres Charakters als umlaufende Zahlungsmittel entkleidet werden. Der Reichsfinanzminister hat infolgedessen die Reichskassen angewiesen, die Schatzanweisungen nur noch bis zum 15. Dezember 1924 in Zahlung zu nehmen. Auch wir beabsichtigen, die Scheine nicht länger im Verkehr zu belassen und ersuchen sie nach Möglichkeit bis zum 31. Dezember 1924, an unsere Landeshauptkasse, die Rentämter oder die Thüringische Staatsbank abzuführen und gegen umlaufsfähiges Geld einzutauschen“. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Aus privaten Sammlungen: 1000 Griechische Drachmen von 1926 mit Signatur M. Papadakis
Objekttyp: Banknote Sammlung: Thomas Neldner Historischer Kontext: Eine weitere "Schlüsselnote" unter den griechischen Banknoten nach der Gründung der Bank von Griechenland. Der Schein mit Datum vom 15. Oktober 1926 war von der Nationalbank zur Ausgabe vorgesehen, wurde aber erst mit rotem Überdruck der Bank von Griechenland 1928 in Umlauf gebracht. Die relativ kurze Umlaufzeit der Scheine mit der gestempelten Signatur von M. Papadakis auf dem roten Balken als „O Epitropos“ (Kommissar) begann am 1. Juli 1928 und endete am 1. Juli 1931 in einer Auflage von ca. 150.000 (!) Stück in den Erstserien ΚΞ 100 – 95 zu jeweils 50.000 Stück. Aus den Serien ΚΞ 94 – 91 sind bisher keine Scheine mit der Signatur "Papadakis" bekannt geworden. Diese findet sich zudem nicht durchgehend auf den genannten Serien sondern nur partiell. Die geringe Auflage erklärt auch, warum dieser Schein in der Form als entwerteter und 1941 wiederverausgabter Schein so selten ist, siehe P-115 (SCWPM). Zitate: GRC-100c (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) #121b (A. Karamitsos, Hellas Banknotes) CA. 101a (Nick Angelopoulos, Greek Paper Money Catalogue) Thomas Neldner Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












