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- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 11
Fortsetzungsreihe, Teil 27 Druckverfahren und Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten, Teil 4 Das Prinzip der Ätzung eines Stahloriginals anstelle eines Stichs von Hand. Als die klassischen Sicherungsmittel gegen Fälschung und gleichzeitig die auch noch aus heutiger Sicht wirkungsvollsten sind, neben dem Stichtiefdruck, das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden zu nennen. Letzterer ist ein aluminiumbedampfter Polyesterfaden und komplett in das Papier eingebettet, tritt also nicht mehr als silbern glänzender Fensterfaden, wie seinerzeit bei den DM-Noten, partiell an die Oberfläche. Er enthält durch Aussparungen der Oberflächenbeschichtung Notenwert und Währungsbezeichnung in Mikro- und Minischrift (0,4 bzw. 0,8 mm), abwechselnd seitenrichtig und seitenverkehrt. Die Räume zwischen der Beschriftung enthalten einen bestimmten Code. Diese Prüfmerkmale wurden auf Wunsch der Bank of England integriert, im Vorgriff auf einen etwaigen künftigen Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Eurozone. Das Hauptmotiv der Vorderseite erscheint in hell/dunkel abgestuften Grautönen als Wasserzeichen, das weiche, fließende Verläufe der Abstufungen von Hell nach Dunkel aufweist. Darunter befindet sich das sogenannte Draht- oder Wertwasserzeichen. Ein echtes Wasserzeichen wird durch Papierverdickungen und –verdünnungen gebildet. Es weist daher stets das Phänomen der Helligkeitsumkehr auf: In der Durchsicht gegen Licht helle Stellen werden bei Auflegen des Scheins auf eine Unterlage dunkel, dunkle Stellen erscheinen hell. Bei dem genannten Wertwasserzeichen ist dies besonders gut zu erkennen. Doch Vorsicht: Auch mittels fetthaltiger Substanzen imitierte Wasserzeichen können in abgeschwächter Form dieses Phänomen aufweisen! Das rechts der beiden beschriebenen Wasserzeichen im bedruckten Teil der Note befindliche Balkenwasserzeichen dient nicht der optischen Echtheitserkennung. Die hellen und dunklen vertikalen Balken in je Nennwert unterschiedlicher Ausprägung enthalten in codierter Form den Wert der Banknote, der maschinell erkannt werden kann. Dieser Bar-Code wird von der Belgischen Notenbank genutzt. Das Rundsieb der Papiermaschine trägt mehrere Gewebelagen aus Phosphor-Bronze. Das spätere Wasserzeichenbild ist in dieses Gewebe eingeprägt. Hierdurch sind Erhöhungen und Vertiefungen entstanden, die das geschöpfte Papier an den erhöhten Stellen dünner und an den vertieften dicker werden lassen. So entstehen im Papier die gewünschten Halbton-Wasserzeichen. Der Fälscher imitiert das Wasserzeichen meist in Form eines blassen Aufdrucks im Weißfeld auf Vorder- oder Rückseite, oder er behandelt das Papier mit einer fettigen Substanz (siehe oben), um so Transparenz und Opazität der Papierstellen im Wasserzeichenbereich vorzutäuschen. Solcherart nachgeahmte Wasserzeichen sind aber meist gut von den echten zu unterscheiden, zumal sie in der Zeichnung oft vom Original abweichen. Auch der Faden wird häufig durch einen Aufdruck auf der Rückseite der Falschnote nachgestellt. Er ist in der Durchsicht dann kaum zu erkennen, aus dem Papier freilegen wie sein echtes Pendant lässt er sich natürlich ebenfalls nicht. Mittels eines Merkblattes informierten EZB und Bundesbank über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten. Die Minischrift an verschiedenen Stellen im Notenbild von Vorder- und Rückseite weist eine Größe von 0,8 mm auf. Die Größe der Mikroschrift variiert je nach Druckverfahren. Beim Stichtiefdruck sind es 0,3 mm, bei den Schriften des indirekten Hochdrucks 0,24 mm. Bislang waren Scanner nicht in der Lage, die Mikroschriftzeichen originalgetreu wiederzugeben, als Resultat waren immer nur ausgefranste Fragmente oder Linien, aber nie klare Buchstaben oder Zahlen zu erkennen. Dies hat sich geändert. Die neueste Scannertechnologie ist sowohl in der Lage, Mikroschrift exakt zu kopieren, als auch die leichte Einfärbung des Notenpapiers. Als Kopierschutz fungieren die auf Vorder- und Rückseite innerhalb des Schutzuntergrundes aufgedruckten kleinen farbigen Kreise, der sogenannte Omron-Code. Er war auch bereits im Druckbild der letzten DM-Notenserie enthalten. Viele Kopierer und Farbdrucker der neueren Generation haben einen speziellen Schlüssel hinterlegt, der anhand des auf der Banknote enthaltenen Codes erkennt, dass es sich um einen Wertdruck handelt. Der Druck wird hierdurch verweigert oder das Gerät produziert nur eine geschwärzte Kopie. Das im oberen Teil des Weißfeldes der Note befindliche Durchsichtsregister, das sich aus vorder- und rückseitig aufgedruckten Fragmenten der Wertzahl komplett und durch den verwendeten Super-Simultandruck in exakter Deckungsgleichheit zusammensetzt, wenn man den Schein gegen das Licht hält, ist ebenfalls kein zuverlässiges Echtheitskriterium mehr. Fast alle Falsifikate guter Qualität weisen diese Deckungsgleichheit auf. Zur alleinigen Prüfung einer verdächtigen Banknote ist dieses Mittel daher nicht mehr geeignet. Im Umkehrschluss ist allerdings ein Schein dann mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit falsch, wenn diese Registerfragmente nicht übereinstimmen. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Lexikon: Bonds
Bond ist eine englische Bezeichnung für eine Anleihe (festverzinsliches Wertpapier, Rentenpapier, Schuldverschreibung), insbesondere für Obligationen. Das zinstragende Wertpapier räumt dem Gläubiger (Inhaber) das Recht auf Rückzahlung durch den Schuldner inkl. der Zahlung fest vereinbarter Zinsen ein. Beispiel für ein fest verzinsliches Wertpapier Mit 8 % jährlich fest verzinsliche Schuldverschreibung der Stadt Königsberg i. Pr. über 1000 Reichsmark = 358,420 g Feingold vom 31. März 1928, Sammlung Grabowski Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski
- „Emergency Cashier’s Checks“ der Jìnán-Bank
Im Newsletter 13/2021 wird von der kommenden Sincona-Auktion berichtet, in der eine sehr große Sammlung chinesischer Noten versteigert wird. Dazu werden einige herausragende Beispiele gezeigt. Hier möchte ich etwas zu dem dort gezeigten „emergency cashier’s check“ der Jìnán-Bank sagen, ein Schein, der so gar nicht wie eine Banknote aussieht. Und es ist auch keine, auch wenn der Schein im SCWPM unter P.S3080G gelistet ist. Abb.1: 500 Yuan Kontrollabschnitt, Titel 8 Zeichen. In Wahrheit handelt es sich um den linken Kontrollabschnitt eines Schuldscheins, ausgegeben von der (kommunistischen) Regierung Süd-Héběis. In der Abbildung kann man deutlich sehen, dass an der Schnittstelle ein Stempel mit der Individualnummer des Scheins angebracht wurde. Hier wurde der Schein in zwei Teile geschnitten, ein Teil (der linke Abschnitt) verblieb als Kontrollabschnitt bei der Bank, der andere Teil wurde ausgegeben. Auf dem Kontrollabschnitt steht das Datum der Ausgabe: 15.9.1943, ferner das Datum, zu dem die Einlösung versprochen wird: 13.6.1944. Ein Rundschreiben der Gebietsverwaltung vom 29. September 1943 erklärte der Bevölkerung zur Ausgabe der Schuldscheine : „Die Ausgabe erfolgt wegen der kriegerischen Umfelds. Die Ausgabe macht die Benutzung des Geldes durch öffentliche und private, industrielle und kommerzielle Unternehmen und Zahlung der Truppen bequemer“. Die mir bekannten Kontrollabschnitte zeigen, dass es drei verschiedene Wertstufen gab: 200, 500 und 1000 Yuan. Sie unterscheiden sich durch ihre Farbe und durch ihre Nummernpräfixe: 200 Yuan rot, Präfix A/X 500 Yuan blau, Präfix A/Y 1000 Yuan grün, Präfix A/Z Ich kann hier alle drei Kontrollabschnitte als Specimen mit 000000-Nummer abbilden: Abb.2: 200, 500 und 1000 Yuan, Kontrollabschnitte, Specimen. Interessant ist, dass es zwei verschiedene Serien gegeben haben muss, die eine Serie trägt auf dem Kontrollabschnitt den Titel 冀南銀行本票存根 (8 Zeichen, am Ende 存根 = Kontrollabschnitt), eine zweite Serie zeigt nur die sechs Zeichen 冀南銀行本票, „Kontrollabschnitt“ fehlt. Abb.3: 500 Yuan, Kontrollabschnitt Titel 6 Zeichen. Die Frage ist nun, wie sahen denn die eigentlichen die Scheine aus, von denen man die Kontrollabschnitte abgetrennt hat? Nun, ich kann hier einen 500-Yuan-Schein abbilden. In allen vier Ecken steht 本票, also „emergency cashier’s check“. Die Nummer zeigt natürlich Präfix A/Y. Und wieder finden sich die gleichen Ausgabe- und Einlösedaten wie auf den Kontrollabschnitten. Außerdem wird ausdrücklich gesagt, der Schuldschein sei überall wie Geld zu verwenden. Abb.4: Originalschein 500 Yuan. Es gibt auch noch andere „emergency cashier’s checks“ von 1943. Aber der Sammler muss aufpassen. Seit einiger Zeit kursieren in China hergestellte Fantasieausgaben. Hier zeige ich den am häufigsten in westlichen Ländern angebotenen Schein. Schon der Nennwert zu 10 Millionen Yuan beweist, dass hier etwas nicht stimmen kann, da es 1943 keine derartige Inflation in Héběi gab. Abb.5 Fantasienote 10 Millionen Yuan. Erwin Beyer Abbildungsnachweis: Abb.1: Sincona Auktion 69/70 Abb.2: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun Abb.3 und 4: ehemalige Sammlung Beyer Abb.5: www.chinazhibi, Erlaubnis durch Wang Jie
- Varianten: April 2021 (Teil 3)
Brasilien 5 Reais Wie BRA-253 (Linzmayer B875e), aber mit Unterschriften "Paulo Roberto Nunes Guedes/Roberto de Oliviera Campos Neto". Europäische Währungsunion 50 Euro Wie EUR-23 (Linzmayer B111u3), aber mit Unterschrift "Christine Lagarde". Liberia 5 Dollars Wie LBR-21 (Linzmayer B301a), aber mit Unterschriften "Charles R. Bright/Elie E. Saleeby" und Jahresangabe "2002". Malawi 50 Kwacha Wie MWI-68 (Linzmayer B158e), aber mit Datum "1st JANUARY 2019", überarbeitetem Fisch auf dem Avers und neuem Unterdruck. Sudan 500 Pounds Wie Linzmayer B416a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Mohamed al-Fatih Zeinelabdin Mohamed Hamd" und Datum "JANUARY 2021". Südsudan 500 Pounds Wie SSD-16 (Linzmayer B116a), aber mit Unterschriften "Jamal Wani Abdalla/Salvatore Garang Mabiordit" und Jahresangabe "2020". Tonga 50 Pa'anga Wie TON-42 (Linzmayer B217a), aber mit Unterschriften "Siale ‘Ataongo Kaho, Lord Tu’ivakano/Lisiate ‘Aloveita ‘Akolo". Westafrikanische Staaten – Elfenbeinküste 5000 Francs Wie CIV-117A (Linzmayer B123At), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "(02)21/2003". Westafrikanische Staaten – Guinea-Bissau 2000 Francs Wie GNB-916S (Linzmayer B122Sr), aber mit Unterschriften "Romuald Wadagni/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "(20)19/2003". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Geldscheine und Musik: Arthur Honegger
Arthur Honegger (* 10. März 1892 in Le Havre; ✝︎ 27. November 1955 in Paris) war ein französisch-schweizerischer Komponist. Er studierte u.a. Komposition bei Charles-Marie Widor am Pariser Conservatoire und schloss sich einer Gruppe junger KomponistInnen um Erik Satie und Jean Cocteau an, die ab 1920 als "Groupe des Six" in einem losen Zusammenschluss die antiromantische Ästhetik propagierte. Honeggers reiches Gesamtwerk schlägt sich in seinen über 200 Kompositionen nieder, die u.a. die Oratorien Le Roi David und Jeanne d'Arc au bûcher sowie die Bühnenwerke Antigone und Judith neben weiteren Orchesterwerken, Balletten und Kammer- sowie Klaviermusik umfassen; er komponierte jedoch auch Filmmusik. Besonders ab den Kriegsjahren lässt sich sein Pessimismus und seine Flucht in die Religiösität nachvollziehen. Die Schweizerische Nationalbank ehrte Honegger auf den 20-Franken-Noten der 8. Serie, die heute noch im Umlauf sind: Auf der Vorderseite ist Honegger gleich zweimal zu sehen. Die Rückseite der Banknote stellt hingegen eine Hommage an Honeggers Pacific 231 (Uraufführung am 8. Mai 1924 in der Pariser Oper) dar, in dem die rein abstrakte Idee einer "mathematischen Beschleunigung des Rhythmus" – wie der Komponist selbst erst Jahrzehnte später zugab – mit den verschiedenen Etappen einer Lokomotive der Achsfolge 2'C1' vom Anfahren bis zum Anhalten in Verbindung gebracht wurde: Neben Lokomotivteilen sind auf dem Schein auch Partiturausschnitte aus der Phase der höchsten Geschwindigkeit direkt vor dem plötzlichen Abbremsen abgebildet. Schweizerische Eidgenossenschaft, Schweizerische Nationalbank: Banknote zu 20 Franken von 1994 (eingeführt am 1. Oktober 1996) Vorderseite: Unten Porträt des Honegger, links oben Honegger bei der Arbeit am Klavier. Rückseite: Trompetenventile, Lokomotivrad, Partitur-Ausschnitt und Klaviatur. Wasserzeichen: Honegger. Entwurf: Jörg Zintzmeyer Druckerei: Orell Füssli Arts Graphiques SA, Zürich Format: 137 mm x 74 mm Katalogreferenzen: CHE-68a (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. III: Modern Issues) Diesen und andere Geldscheine aus der Motivwelt der Musik finden Sie in unserem virtuellen Museum. Kana Totsuka Abb. Jürgen Schilde
- Leserpost: Unbekannter Probedruck zu 10.000 Mark
Sehr geehrter Herr Grabowski, als Sammler deutscher Banknoten und langjähriger Käufer von Literatur des Battenberg Gietl Verlags möchte ich anregen, einen Entwurf zu einer Banknote zu 10.000 Mark in die nächste Auflage Ihres Katalogs „Die deutschen Banknoten ab 1871“ aufzunehmen, der bisher dort nicht aufgeführt ist (analog zu den neu aufgenommenen Entwürfen der BDL von Alfred Goldammer). Abb. aus Dieter Hoffmann: "Das Notenbuch" – Katalog der deutschen Banknoten ab 1874 Dieser Entwurf ist in dem Katalog „Das Notenbuch“ – Katalog der deutschen Banknoten ab 1874 von Dieter Hoffmann (1979) im Kapitel „Muster-Noten, Probedrucke, Druckproben, Specimen, nicht zur Ausgabe gelangte Originale“ auf Seite 9 aufgeführt und dort beschrieben als „nicht verausgabter Entwurf eines 10.000 Mark-Scheines von 1922“. Der Entwurf wurde in der 49. Auktion des Auktionshauses Christoph Gärtner (Los-Nr. 934) angeboten, dort beschrieben als „Nicht verausgabter Rückseitenentwurf einer 10.000-Mark-Note, vermutlich 1920er Jahre der Reichsbank, nicht im Katalog erwähnt, Offset Druck auf Wasserzeichen-Papier (…)“. Abb. einseitiger Probedruck der Rückseite über 10.000 Mark von 1922/1923 Ich habe diesen Entwurf im Nachverkauf der Auktion erworben, nachdem ich ihn im Katalog von Hoffmann entdeckt hatte. Die Scans des Entwurfs vom Auktionshaus (von beiden Seiten) in guter Auflösung habe ich Ihnen ebenfalls an diese Email als JPG-Dateien angehängt. Können Sie mir evtl. Näheres zu diesem Entwurf, wie z.B. Herkunft, Seltenheit / Vorkommen etc. sagen? Besten Dank vorab! Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. A. Klein Antwort der Redaktion Vielen Dank für die Information. Es handelt sich um den Probedruck der Rückseite, genauer gesagt des Überdrucks der Rückseite, auf einem nicht identifizierten Wasserzeichenpapier, das so nicht für Reichsbanknoten bei der Reichsdruckerei verwendet wurde. Es ist auch nicht im Standardwerk „Deutsche Wertpapierwasserzeichen“ von Keller/Lehrke aufgeführt, in dem alle Wasserzeichen des deutschen Notgelds von 1914 bis 1948 katalogisiert sind. Es erinnert mit dem „P“ zwar an sog. Päßler-Haken, ist aber doch anders ausgeführt. Die Großdruckerei Johannes Päßler hatte ihren Sitz in Dresden und stellte in der Inflationszeit Notgeld her. Die Auktionsbeschreibung bleibt deshalb auch sehr vage bei einer Vermutung, weil es sich trotzdem auch um den Probedruck einer Pivatdruckerei für eine Notausgabe handeln könnte, obwohl die dann schon sehr aufwendig gewesen wäre. Von der Gestaltung mit aufwendigen Guillochen her, ist der Entwurf an Ausgaben der Kaiserzeit angelehnt. Vom Nominal her käme das Frühjahr 1923 in Frage, aber im Zusammenhang mit der Vermutung eines Probedrucks für eine Reichsbanknote würde Hoffmann mit 1922 wohl besser liegen. Da man den Probedruck aber nicht eindeutig einem Entwurf zu einer Reichsbanknote zuordnen kann und wegen des völlig untypischen Wasserzeichens, würde ich von einer Aufnahme im Katalog absehen. Wahrscheinlich lag Hoffmann auch nur eine Kopie vor und so blieb ihm ohne das Wasserzeichen auch nur die Annahme eines Probedrucks für eine Reichsbanknote. Möglich wäre es natürlich trotzdem, wenn auch eher unwahrscheinlich. Sollte ich doch noch mehr in Erfahrung bringen können, melde ich mich wieder. Vielleicht kann ja ein Leser mit weiteren Informationen zur Lösung des Rätsels beitragen. Hans-Ludwig Grabowski
- Die „Schein“-Banknote der Wiener Großausstellung „1918“
Hin und wieder wird bei ebay ein Schein angeboten, dessen Vorderseite auf den ersten Blick dem der Reichsbanknote zu 500 Milliarden Mark vom 26. 0ktober 1923 (DEU-152) ähnelt. Während das Original 137 x 65 mm groß ist, hat dieser Schein die Maße 145 x 84 mm. Die Farbe des echten Scheins ist links hellviolett und der Text hellbraun, während die Vorderseite der Imitation einen Unterdruck in Hellgrün erhielt. Einzelne Buchstaben im Text, wie z.B. R, V …, weichen deutlich von der ursprünglichen Note ab. Was es mit dieser Imitation auf sich hat, vermittelt der umfangreiche Text auf der Rückseite: „Fünfhundert Milliarden Reichsmark = 500.000 Millionen / = 500.000.000.000 RM Dafür erhielt man 1 kg Brot während der Inflation, die durch die hemmungslose jüdische Spekulation / hervorgerufen wurde. Der Verlust aller Ersparnisse, Arbeitslosigkeit, Hunger und entsetzliche Not waren / die weiteren Folgen des „gerechten“ Friedens der Freiheit und Unabhängigkeit, die uns unsere englischen / und amerikanischen „Freunde“ versprochen hatten. Am 16. Juli 1919 hat die Nationalversammlung der deutschösterreichischen Republik zu dem Friedens-/diktat einstimmig folgende Entschließung angenommen: / Das, was dem Volk Deutsch-Österreichs in diesem Frieden gegeben wird, ist kein Frieden der Ver-/söhnung, es ist ein Vernichtungsfriede. Dieser Friede bedeutet für uns nicht Erlösung aus den Qualen / des Krieges, er bedeutet für uns ihre Verlängerung, er bedeutet Hunger, Not, Elend und Verderben.' Die Großausstellung 1918 / zeigt in Originaldarstellungen Ursachen und Folgen des Zusammenbruchs von 1918. Sie beweist auch über-/zeugend, daß sich in diesem Krieg die Ereignisse des Jahres 1918 nicht wiederholen werden. / Wir werden diesen Kampf fortsetzen bis zum Sieg! / Jeder Wiener, jede Wienerin muß die Ausstellung 1918 gesehen haben. 18. Dezember 1943 – 29. Februar 1944 im Messepalast, Wien VII. Täglich (auch Sonntag) von 9 bis 19 Uhr. // Eintrittspreis: An der Tageskasse 50 Rpf. – Vorverkaufskarten zum ermäßigten Preis von 40 Rpf. erhält-/lich bei allen Ortsgruppen, Dienststellen und Amtswaltern der NSDAP, der DAF., der NSV., der NS-Frauenschaft, in / der NS.-Gemeinschaft 'KdF.', sowie bei zahlreichen Organisationen und Verbänden.“ Abb. 1: Propagandaschein zur Großausstellung vom 19.12.1943 – 29.2.1944 im Messepalast in Wien im Stil der Reichsbanknote zu 500 Mrd. Mark vom 26. Oktober 1923, Vorder- und Rückseite. Abb. 2: Reichsbank, 26. Oktober 1923, 500 Mrd. Mark, Vorderseite. Rückseite unbedruckt. Mit diesem Schein wurde also für den Besuch einer Großausstellung zum Thema "1918" geworben. Schaut man sich den Rückseitentext und den folgenden Zeitungsbericht der Leipziger neuesten Nachrichten vom 28. Dezember 1943 genauer an, wird schnell deutlich: Die Bevölkerung soll mithilfe der Ausstellung in ihrer Überzeugung gestärkt werden, dass der derzeitige Krieg notwendig und unbedingt siegreich beendet werden musste. Die Ausstellung knüpft an die selbst erfahrene Not der Besucher im Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit an. Die Schuldigen für die damalige Misere sind schnell ausgemacht: Die hinterhältigen Alliierten, das Weltjudentum und die Bolschewisten, gegen die man jetzt gezwungen war Krieg zu führen. Auch die unfähigen Regierungen der Weimarer Zeit werden für den Niedergang Deutschlands verantwortlich gemacht. Es wird suggeriert, dass Hitler und der Nationalsozialismus Deutschland zum Glück wieder zu alter Größe geführt habe – so die propagandistische Botschaft dieser Ausstellung. Diesmal sollte der Sieg nicht wieder durch Zauderer, Pazifisten und Kriegsmüdigkeit verspielt werden. Unter dieser Prämisse ist die Überschrift „Ein 1943 ist kein 1918“ des Berichtes der Leipziger neuesten Nachrichten zu verstehen: „[…] Die Eröffnung am Sonnabend wurde durch einen Festakt im Deutschen Volkstheater eingeleitet. Darauf strömten Tausende durch die Ausstellungsräume des Messepalastes. Reiches Bildmaterial und aufschlußreiche Dokumente im Ausgangsraum der Ausstellung beleuchten die militärische und politische Lage der Mittelmächte im Jahr 1918, den Heldenkampf unserer Heere und die innere Zersetzung. Ein Werbematerial der vielfältigsten Art setzten die Feinde gegen uns in Bewegung. Generalstreik, Sabotage, Pazifismus und andere hinterhältige Mittel und Schlagworte wurden angewendet, um Deutschland, das militärisch nicht zu schlagen war, von innen heraus sturmreif zu machen. Ein Bild stellt den zielbewußten Lloyd George dar, wie er mit erhobenem Zeigefinger seinen Landsleuten die Lehre zu vermitteln scheint: Die Deutschen sind nur durch Deutsche zu besiegen. Dann macht uns die Ausstellung mit den berüchtigten 14 Punkten des amerikanischen Präsidenten bekannt. Der nächste Saal trägt die Ueberschrift: Die Feinde haben ihr Ziel erreicht. In Bildern, Maueranschlägen und Zeitungen feiert die furchtbare Elendszeit von 1918 ihre Auferstehung. Aber auch schon die Zeitungen des Jahres 1917, die in Originalen ausliegen, berichten, daß die Lebensmittelfrage brennend geworden war. Die jeder Menschlichkeit hohnsprechende Blockade und die unzureichende Vorbereitung der eigenen Führung hatten Mangelerscheinungen im Gefolge, aus denen wir erst ermessen können, welchen Wert die gerechte Verteilung aller Güter bedeutet, wie sie in diesem Krieg schon am ersten Tag einsetzte. Aber erst nach dem sogenannten Friedensschluß erfuhr das deutsche Volk, das den Feinden ins Garn gegangen war, welche Dummheit es damit begangen hatte. Hunger, Elend und nackte Armut, begleitet von roten Revolten, die von Juden und Judenfreunden angezettelt waren, das war das Gesicht des Zusammenbruches, der das deutsche Volk für immer erledigen sollte. Aber nur sollte. Denn die letzten Säle der Ausstellung zeigen, wie das deutsche Volk, geführt von Adolf Hitler, wieder den Weg aufwärts fand. Als Losung nehmen wir nach dem Besuch der Ausstellung den Satz mit, der auf der Abschlußwand angebracht ist: Wir müssen, wir wollen, wir werden siegen!“ Uwe Bronnert
- Lexikon: Ausgabestelle
Deutsche Reichsbank: 20 Mark vom 19. Februar 1914. Ausgabestelle ist das Reichsbankdirektorium in Berlin. Einlösestelle ist die Reichsbankhauptkasse in Berlin. Die Ausgabestelle (der Emittent) ist bei Banknoten die ausgebende Bank. Auf modernen Banknoten dominiert meist der Ländername, die Ausgabestelle ist oft nur im kleingedruckten Text zu finden. Die Nennung der Ausgabestelle genügt nicht immer, um das Ausgabeland zu erkennen, vor allem wenn es sich um allgemein gehaltene Banknamen wie etwa Handels., Kredit-, Landwirtschafts-, National- oder Reserve-Bank usw. oder nach Personen bezeichnete Bankinstitute handelt. Hier hilft zur Bestimmung des Scheins die Sprache, in der der Text gehalten ist, die Währungsbezeichnung oder besser noch eine Ortsangabe. Staatspapiergeld der Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien über 1 Cruzeiro ohne Datum (1954), Vorderseite mit Unterschrift des Direktors der Abschreibungs-Kasse links und des Finanzministers rechts. Staatsscheine tragen fast immer den Namen des Landes. Die Ausgabestelle ist dann meist ein Schatzamt, die Staatskasse, eine Schuldentilgungskasse oder -komission, ein Finanz- oder Wirtschaftsministerium oder eine speziell mit der Ausgabe des Staatspapiergelds beauftragte Stelle (bei vielen britischen Kolonialausgaben der "Currency Board"). Es gibt aber auch Staatsscheine, die weder eine Landesbezeichnung noch eine Ausgabestelle nennen, z.B. die preußischen Tresorscheine von 1806. Die von 1809 haben wenigstens eine Einlösungsstelle aufgedruckt. Kassenschein der niederösterreichischen Stadt Amstetten über 50 Heller ohne Datum, gültig bis 31. Dezember 1920. Ausgabestelle ist die Stadtgemeinde (Unterschriften von Vize-Bürgermeister, Bürgermeister und Finanzreferent). Aufgrund der Bezeichnung "Kassenschein" ist die Einlösestelle die Stadtkasse. Bei den Notgeldausgaben ist es mitunter schwierig, die Ausgabestelle herauszufinden. Oft ist es eine Regional- oder Kommunalverwaltung, eine Verwaltungskammer, Sparkasse oder bei privatem Notgeld auch Firmen und sogar Vereine. Als Notgeld genutzter Verrechnungsschek über 10 Millionen Mark vom 30. August 1923. Ausgabestelle ist die Commerz- und Privatbank AG, Filiale Dessau (rechts unten), Bezogene ist die Anhalt-Dessauische Landesbank in Dessau. Schwierig wird es vor allem bei Scheckausgaben des deutschen Notgelds von 1923. Hier wird oft die Ausgabestelle mit dem Bezogenen verwechselt. Die Ausgabestelle erscheint bei den Scheckausgaben klein unten rechts (vereinzelt unten in der Mitte), während der oben groß gedruckte Bankname der des Bezogenen ist, der den Scheck auszuzahlen hat. Es gibt häufig von der Bank für viele Kunden hergestellte Scheck-Formulare, die die Aussteller lediglich mit ihrem Firmenstempel und der Unterschrift (vereinzelt auch nur mit Unterschrift) versahen. Auch in diesem Fall war der Bankkunde und nicht die Bank die Ausgabestelle. Die Ausgabestelle ist mit der Einlösungsstelle identisch, wenn es nicht anders auf dem Schein vermerkt ist. Note der Bank of China, Filiale Tientsin vom Oktober 1934 über 10 Yuan. Um den Abzug aus bestimmten Gebieten und die Konzentration auf andere Gebiete innerhalb eines Landes zu verhindern, wurden auch durch verschiedene Ortsangaben die Zirkulationsbereiche von Scheinen begrenzt. so hatten z.B. die indischen Scheine bis zum Zweiten Weltkrieg variierende Ortsangaben, die die Ausgabe- und Einlösungsstellen lokalisierten und chinesische Banknoten wurden auch mit dem Vermerk von Zweigstellen (Filialen oder auch Branches) ausgegeben. Note der Bank der Zentralafrikanischen Staaten über 500 Francs ohne Datum (1994) mit Länderkennbuchstaben L für Gabun. Zu einer Währungsunion vereinigte Staaten haben einheitliches Papiergeld, das anstelle eines ausgebenden Landes meist eine Länderkennung durch einen Buchstaben besitzt. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abb. : Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Banknoten #Europa #Deutschland #Mark #Pick #Grabowski
- Leserpost: ANA Collector Currency
Ich habe im Newsletter 28/2020 den Artikel über die ANA Currency gelesen. Darin sind 1-, 2- und 5-"Dollars"-Scheine erwähnt. Beim 2-Dollar-Schein ist hinten ein Fragezeichen. Ich sende Ihnen daher einen Scan meines 2-"Dollar"-Scheins als Beleg. Sie dürfen diese Scans gerne abbilden, auch mit Quellenangabe. Christof Zellweger, Schweiz #Ersatzgeld #Amerika #USA #Dollar #Zellweger
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 10
Fortsetzungsreihe, Teil 26 Druckverfahren und Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten, Teil 3 Die EZB nennt als Druckverfahren bei der Herstellung des Untergrunddrucks der Vorderseite sowie des kompletten Rückseitendrucks pauschal den Offsetdruck. Dieser wird zwar auch angewendet, aber nur zum Aufdruck der fluoreszierenden Merkmale im Notenbild von Vorder- und Rückseite. Für die Untergrundmuster als solche kommt, wie weiland bei den ehemaligen DM-Noten, indirekter Hochdruck zur Anwendung. Die Bildmotive mit den verschiedenen Farben der Hochdruckplatten werden, wie beim Offsetdruck, zunächst an einen Sammelzylinder mit Gummituch und erst von dort auf das Papier abgegeben. Dies erfolgt im Simultandruck, also gleichzeitig für Vorder- und Rückseite, auf sogenannten Super-Simultanmaschinen. Dieses Verfahren garantiert höchste Passgenauigkeit und Bildqualität. Eine echte 100-Euro-Banknote. Die Plattennummer P001G1 versteckt sich am Beginn des Minischrift-Textes links des Barock-Torbogens und lässt erkennen, dass dieser „deutsche“ Schein von der Druckerei Giesecke & Devrient hergestellt wurde (Kennbuchstabe P = G&D, R = Bundesdruckerei). Der beim Kippen der Noten zu 5, 10 und 20 Euro goldfarben glänzende Perlglanzstreifen der Rückseite wird ebenso im Siebdruck aufgebracht wie die OVI-Wertzahl der Stückelungen ab 50 Euro. Der Streifen wird auch Iriodinstreifen genannt und war in ähnlicher Form bereits bei den Noten zu 50, 100 und 200 DM der Ausgabe BBk IIIA vorhanden. Iriodin® ist das Warenzeichen der Firma Merck für Perlglanz-Pigmente, die auf Basis des natürlichen Minerals Glimmer mit einer dünnen Schicht aus Metalloxiden, zum Beispiel Titandioxid oder Eisenoxid, umhüllt werden. Durch ein Zusammenspiel von Transparenz, Brechzahl, Beschichtung und Mehrfachreflexion entfalten sie vielfältige Farbeffekte, wie sie sonst nur in der Natur vorkommen. Beim Siebdruck wird die Farbe durch ein haarfeines Sieb gedrückt, wobei die nichtdruckenden Teile des Siebes farbundurchlässig sind. Der mittels dieses Verfahrens unter hohem Farbauftrag hergestellte Farbumschlag ist ein erstklassiges Sicherungsmittel. Die Wertzahl im Weißfeld der Rückseite der großen Stückelungen verändert dabei die Farbe von Magenta (Purpur) nach Grün bzw. Braun, je nach Lichteinfall. Bislang ist es noch keinem Fälscher gelungen, das OVI der Noten ab 50 Euro absolut originalgetreu zu imitieren. Auch hier müssen aus Kostengründen die kleineren Wertstufen auf diese Optically Variable Ink verzichten. Und last but not least werden die Notennummern im direkten Hochdruck, also im Buchdruck, zweimal auf die Rückseite jeder Euro-Banknote aufgebracht, wobei die Nummer rechts oben in Schwarz erscheint und sich diejenige unten links der jeweiligen Wertfarbe anpasst. Beide Nummern werden mit leicht magnetisierter UV-Farbe gedruckt und dienen daher ebenfalls als Echtheitserkennungsmerkmal. Die Herstellung der Euro-Noten erfolgt im Bogendruck, das heißt, es werden einzelne Papierbogen bedruckt. Die Druckereien in Frankreich verwendeten für die Herstellung der ehemaligen Francs-Noten wie auch für die Noten der Erstauflagen des Euro den Rollendruck. Hier wird, ähnlich wie bei der Herstellung einer Tageszeitung, von einer endlosen Papierrolle gedruckt, die erforderlichen unterschiedlichen Druckverfahren werden daher in einem einzigen Maschinendurchlauf ausgeführt. Da diese Technik aber sehr komplex ist und relativ viel Ausschuss produziert hat, zudem die Qualität des Druckergebnisses nicht immer befriedigen konnte, haben auch die Franzosen zwischenzeitlich auf den Bogendruck umgestellt. Das Papier der Euro-Scheine besteht aus reiner Baumwolle mit sehr kurzer Faserlänge und wird auf sogenannten Rundsiebmaschinen hergestellt. Die Baumwolle wird zunächst mittels Natronlauge und Wasserstoffperoxid gebleicht. Damit die kurzen Baumwollfasern zur Herstellung des Notenpapiers verwendet werden können, werden diese noch weiter gekürzt. Damit geht zwar eine Verbesserung der Qualität der Wasserzeichen einher, hat jedoch den Nachteil, dass sich die Reißfestigkeit („Reißlänge“) des Papiers geringfügig verschlechtert. Herstellungsbedingt ist auch die unterschiedliche Glätte der beiden Seiten des Papiers. Auf die glattere sogenannte Filzseite wird die Banknoten-Vorderseite, auf die etwas rauere Siebseite die Rückseite gedruckt. Zum Schluss erhält das Papier eine Oberflächenleimung. In Deutschland erfolgt die Herstellung durch die Papierfabrik Louisenthal in Gmund am Tegernsee, eine 1964 gegründete Tochtergesellschaft der Druckerei Giesecke & Devrient. Sie hatte ab 1967 auch das Papier für die DM-Noten geliefert. Das Flächengewicht des Euronoten-Papiers beträgt 87 g/m² mit einer Toleranz von +/- 4 g/m². Es enthält über die gesamte Fläche verstreut etwa 3 mm lange fluoreszierende Melierfasern in den Farben Rot, Grün und Blau. Das Papier selbst fluoresziert nicht, es bleibt unter UV-Licht dunkelviolett. Es ist der jeweiligen Notenfarbe entsprechend leicht getönt, wobei die Intensität der Tönung so gewählt ist, dass sie von Scannern nicht erkannt wird und Farbkopien somit erschwert werden. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Kambodscha: Corona-Panikmache mit Banknoten
Die Nationalbank von Kambodscha rief am 20. April 2021 die Bürger dazu auf, vom Gebrauch von Banknoten und Schecks abzusehen und nach Möglichkeit auf elektronische Zahlungsmittel zurückzugreifen, um die steigenden COVID-Infektionen aufzuhalten. Auch werde die Bank umlaufende Noten regelmäßig desinfizieren. Wie jedoch bereits im vergangenen Jahr von verschiedenen Seiten – wie beispielsweise der Bundesbank oder dem Virologen Christian Drosten – aufgeklärt wurde, gilt ein erhöhtes Infektionsrisiko durch Geldscheine als ausgeschlossen. 20.000 Riels der Nationalbank von Kambodscha (2017). mit Corona-Virus Kana Totsuka Abb. Hartmut Fraunhoffer (www.banknoten.de), bearbeitet von Hans-L. Grabowski
- Lexikon: Briefmarken und Geldscheine
Das Sammeln von Geldscheinen mit Abbildungen von Briefmarken und umgekehrt ist ein Teilgebiet der Numisphilatelie, das Objekte umfasst, die kombinierte Beziehungen zur Numismatik und zur Philatelie haben. Die Verbindung von Briefmarke und Geldschein ist vor allem durch das sog. "Briefmarkengeld" hergestellt. Bei diesem sind Briefmarken auf Geldscheinen abgebildet, oder aber es handelt sich um Briefmarken, die beruhend auf ihrem Nennwert direkt wie Geld zirkuliert sind. Beispiele von Geldscheinen mit Abbildungen von Briefmarken: Auenbüll, Gemeinde: 50 Pfennig, Serienschein ohne Datum (1920) mit Briefmarke zur Volksabstimmung in Schlewsig auf der Vorderseite. Braunschweig, Briefmarkenhandlung Karl Pfankuch: 30 Pfennig, Serienschein vom 20. Juni 1920 mit Abbildung eine 3-Pfennig-Marke der Reichspost. Frankfurt am Main, Briefmarkenhandlung E. Menke: Serienschein über 50 Pfennig ohne Datum, Vorderseite mit bayerischer 3-Kreuzer-Marke. Holnis, Gemeinde: Serienschei über 1 Mark vom 14. März 1920, Vorderseite mit Briefmarke zur Volksabstimmung in Schleswig. Lübeck, 1. Nordischer Briefmarkensammler und Händlertag: Serienschein zu 50 Pfennig vom 5. bis 7. September 1921, Rückseite mit Briefmarken zu 50 Pfennig. Auch auf Briefmarken abgebildete Geldscheine wurden in verschiedenen Fällen bekannt. Wir zeigen einige Beispiele. Beispiele von Briefmarken mit Abbildungen von Geldscheinen: Dominikanische Republik: Briefmarke zu Correos von 1972 mit Darstellung einer zeitgenössischen 1-Peso-Note. Griechenland: Briefmarke zu 6 Drachmen von 1966 mit Darstellung einer historischen 25-Drachmen-Note von 1867. Italien: Briefmarke zu 25 Lire von 1956 (80 Jahre Postbank) mit Darstellung von kursierenden Geldscheinen. Kuba: Briefmarke zu 13 Centavos von 1975 mit Darstellung einer 1-Peso-Note. Philippinen: Briefmarke zu 100 Piso von 2016 mit Ausschnitt einer Banknote. Ungarn: Briefmarke über 2 Forint von 1958 mit zeitgenössischen Geldscheinen. Ungarn: Briefmarke zu 1 Forint von 1975 mit zeitgenössischen Münzen und einer Banknote. Ungarn: Briefmarke zu 1 Forint von 1975 mit zeitgenössischen Banknoten. Zahlreich sind auch die Motive auf Briefmarken, die anlässlich von Notenbankjubiläen ausgegeben wurden (Bankgebäude, Gedenkmünzen, Personen, Siegel u.a.). Auch durch die reine Motivgleichheit auf Briefmarken, Geldscheinen und Münzen lassen sich Verbindungen herstellen. Beispiel: Bildnis einer jungen Venezianerin (Dürer) auf der Bundesbanknote zu 5 DM der "Gemäldeserie" und auf deutschen Briefmarken von 1939, Österreichs von 1971 und Ecuadors von 1967. Als Numisphilatelie wird auch das gleichzeitige Sammeln von Münzen und Briefmarken ausgewählter Länder bezeichnet. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski












