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  • Aus privaten Sammlungen: 10 Gulden der Frankfurter Bank von 1855

    Frankfurt am Main war Mitte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Banken- und Finanzplatz in Deutschland. So ging auch die Initiative zur Gründung dieser Notenbank von örtlichen Privatbankiers aus. Das Aktienkapital der Frankfurter Bank in Höhe von 10 Millionen Gulden wurde weit überzeichnet. Die 1854 konzessionierte Bank gab Noten („Bankscheine“) in Wertstufen zu 5, 10, 35, 50, 100 und 500 Gulden aus. Der Notenumlauf betrug Ende 1855 erst 2,8 Millionen Gulden, zwei Jahre später bereits 8,8 Millionen Gulden, 1868 gut 29 Millionen Gulden und 1875 knapp 25 Millionen Gulden. Damit gehörte die Frankfurter Bank zu den größeren Notenbanken in Deutschland. Auch nach der Annexion Frankfurts durch Preußen 1866 behielt die Bankenmetropole die Gulden-Währung, während in Preußen der Thaler als Währungseinheit galt. Der 10-Gulden-Schein war die häufigste Banknote der Frankfurter Bank, auf ihn entfielen Ende 1872 immerhin 641.434 Stück von insgesamt 713.744 Noten (nach Adolph Wagner, System der Zettelbankpolitik, Freiburg i. Br. 1873, S. 718). Gemessen an der Höhe des Notenumlaufs war die Frankfurter Bank lange Zeit nach der dominierenden Preußischen Bank die nächstgrößte deutsche Notenbank. Nach der Reichsgründung 1871 fiel sie hinter die Sächsische Bank auf den dritten Platz zurück. Mit Einführung der Reichswährung gab die Frankfurter Bank Noten zu 100, 500 und 1.000 Mark aus. 1901 verzichtete sie auf ihr Notenrecht. Ihre Banknoten wurden zum 1. Januar 1902 außer Kurs gesetzt. 1970 fusionierte die Frankfurter Bank mit der Berliner Handels-Gesellschaft zur BHF-Bank. Land/Region/Ort: Deutscher Bund, Frankfurt am Main Emittent: Frankfurter Bank Nominal: 10 Gulden Datum: 1. Januar 1855 Vorderseite: Weibliche Allegorie der Frankfordia Rückseite: Druck seitenverkehrt Wasserzeichen: FRANKFURTER BANK / 10 GULDEN / Wertzahl Format: 137 mm x 91 mm Druck: Dondorf & Naumann, Frankfurt am Main Material: Papier Nummerierung: Lit. E, Serie XXX (bisher nicht katalogisiert), Fo. 1949, No. 7445 Authentizität: Original Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Hensengerth Zitate: GK-112a (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) A 81 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S215 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Dr. Bernd Sprenger Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 5-DM-Muster-Banknote der Deutschen Bundesbank von 1960

    Am 26. Juli 1957 wurden durch „Gesetz über die Deutsche Bundesbank“ die Bank deutscher Länder und die Berliner Zentralbank verschmolzen und zur Deutschen Bundesbank. Nach § 14 hatte sie das ausschließlich Recht, Banknoten im Bundesgebiet und West-Berlin auszugeben, die gesetzliche Zahlungsmittel waren. Nach § 38 Abs. 5 blieben die Banknoten der Bank deutscher Länder als Noten der Deutschen Bundesbank weiterhin gültig. Noch vorhandene Noten durften weiterhin in Umlauf gegeben und nachgedruckt werden. Die Deutsche Bundesbank entschloss sich, Banknoten unter ihrem eigenen Namen auszugeben und die umlaufenden Banknoten der Bank deutscher Länder so schnell wie möglich zu ersetzen. „Indessen war die Herstellung einer vollständig neuen Serie von Banknoten ein langwieriger und komplizierter Prozeß. Schon die Anfertigung der Vorentwürfe, der Reinzeichnungen, der Stiche der Notenbilder, der Druckplatten und schließlich der Druck selbst beanspruchte eine sich über mehrere Jahre erstreckende Zeit. Zur Verzögerung trug auch bei, daß der Druck der neuen Noten im Inland erst anlaufen mußte.“ [Deutsche Bundesbank (Hrsg.), Die Noten der Deutschen Bundesbank, Frankfurt a. Main 1964, S. 29.]. Geplant war die Emission von Noten zu 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 DM. Im Jahr 1958 wurde ein kleiner Kreis von Grafikern (Max Bittrof, Frankfurt am Main; Prof. Ernst Böhm, Berlin; Hermann Eidenbenz, Hamburg; Prof. Kurt Kranz, Hamburg; Erich Meerwald, Darmstadt; Prof. Karl Hans Walter, Nürnberg sowie die Bundesdruckerei, Berlin und das Typographische Institut Giesecke & Devrient, München) aufgerufen, Vorentwürfe abzugeben. Anfang 1959 befand sich die Bundesbank im Besitz von 140 Entwürfen. Für den Druck wurden schließlich die Vorentwürfe des Grafikers Hermann Eidenbenz ausgewählt. Der Druck der neuen Banknoten zu 10, 50 und 500 DM wurden der Bundesdruckerei, Berlin, und die zu 5, 20, 100 und 1000 DM dem Typographischen Institut Giesecke & Devrient GmbH, München, übertragen. Als erster Wert der neuen Serie erschien am 10. Februar 1961 die Note zu 20 DM, gefolgt vom Wert zu 100 DM am 26. Februar 1962 und zu 50 DM am 18. Juni 1962. Die 10-DM-Note wurde am 21. Oktober 1963 in Umlauf gesetzt, die beiden höchsten Werte erst im Frühjahr 1965 (500 DM) bzw. ab 27. Juli 1964 (1000 DM). Die Bekanntmachung über die Ausgabe der 5-DM-Banknote erfolgte im Bundesanzeiger Nr. 83 vom 4. Mai 1963, die Ausgabe selbst folgte ab 6. Mai 1963. Da das Münzregal dem Bund zusteht und darunter auch die 5-DM-Münze fällt, durfte die Bundesbank nur eine von der Bundesregierung genehmigte Menge an 5-DM-Scheinen emittieren. Die hier abgebildete Banknote ist eine „echte“ Musternote. d. h. sie wurde ausschließlich an staatliche Stellen, Geschäfts- und Notenbanken abgegeben, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich über das Aussehen zu informieren und im Zweifelsfall die Echtheit vorkommender Scheine zu erkennen. Sie war also nicht für Sammlerhände bestimmt; anders als z. B. bei Banknoten der Reichsbank oder der Notenbank Cubas und der Tschechoslowakei, wo der Musteraufdruck als Entwertung der Noten zu sehen ist, um sie so an Sammler abgeben zu können. Land/Region/Ort: Bundesrepublik Deutschland Emittent: Deutsche Bundesbank Nominal: 5 Deutsche Mark Datierung: 2. Januar 1960 Vorderseite: Brustbild einer unbekannten jungen Venezianerin nach einem Gemälde von Albrecht Dürer. Das Originalgemälde befindet sich im Kunsthistorischen Museum in Wien. Rückseite: Auf einem guillochierten Hintergrund ist ein Eichenzweig mit Eicheln abgebildet. Roter Überdruck: Vorderseite: schräg im Druckrahmen „MUSTER“ (69 mm) und auf dem Schaurand zweizeilig „MUSTER/Nr. 0190“; Rückseite: schräg im Druckrahmen „SPECIMEN“ (70 mm). Material: Weißes Papier mit leicht grünlicher Tönung und eingebettetem Sicherheitsfaden. Wasserzeichen: Porträt „Junge Venezianerin“. Unterschriften: Präsident Karl Blessing und Vizepräsident Dr. Troeger. Entwurf: Hermann Eidenbenz, Hamburg. Druck: Giesecke & Devrient, München. Format: 120 mm x 60 mm Nummerierung: A0000000A sowie "Nr. 0190" (Muster-Nummer) Authentizität: Original-Muster-Note Objekttyp: Muster-Banknote Sammlung: Uwe Bronnert Zitat: BRD-6M1 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) FRG-18s (World Paper Money, Vol. III – Modern Issues) B201as (Linzmayer: The Banknote Book – Germany, Federal Republic) Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: Zinsrechner der DANAT-Bank um 1927

    Nach dem Ersten Weltkrieg setzten die deutschen Großbanken ihre geschäftliche und räumliche Expansion fort. Während einige Großbanken ohne Filialen arbeiteten, bauten andere ihr Filialnetz aus. Nicht nur durch Erweiterung der Filialnetze, sondern auch durch Übernahme anderer Banken wurde expandiert. Im Vergleich zu ihren geschäftlichen Engagements, insbesondere zu ihrem Effekten- und Beteiligungsgeschäft, hatte die Nationalbank für Deutschland eine sehr schmale Eigenkapitalbasis, daher suchte man nach einem finanzstarken Partner, den man in der Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) fand. 1922, als die galoppierende Inflation begann, kam es zur ersten Fusion zweier deutscher Großbanken. Um die Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) beibehalten zu können, trat formell die kleinere Nationalbank als übernehmende Bank auf. Das neue Institut erhielt den Firmennamen Darmstädter und Nationalbank (Danat-Bank). Es übernahm von der Nationalbank nicht nur die Rechtsform, sondern auch die expansive, ja spekulative Geschäftspolitik, wie sich 1931 zeigte. Wesentlich schärfer als die Hyperinflation traf die Weltwirtschaftskrise (1929 – 1933) die Lohn- und Gehaltsempfänger. Massenentlassungen und Kurzarbeit bedrohten die wirtschaftliche Existenz der Arbeiter und Angestellten. Leere Kassen der öffentlichen Haushalte erzwangen eine erhebliche Herabsetzung der Bezüge der Beamten. Zusammenbrüche bedeutender Industrie- und Handelshäuser sowie folgenschwere Konkurse angesehener Bankhäuser prägten das Erscheinungsbild der Wirtschaftskrise. Zu den Verlierern gehörte auch die Danat-Bank. Am 13. Juli 1931 musste sie wegen Zahlungsunfähigkeit ihre Schalter schließen. Die Schieflage der Bank wurde durch zwei Faktoren bestimmt. Einerseits zogen ausländische Anleger bei allen deutschen Banken einen Großteil ihrer Guthaben ab, wovon die Danat-Bank besonders betroffen war und zum anderen stand sie einem hohem Kreditrisiko gegenüber. Die Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei (Nordwolle), der Bilanzfälschungen vorgeworfen wurden, stand bei der Bank mit 48 Millionen RM in der Kreide. Die Verluste bei Nordwolle wurden auf bis zu 240 Millionen RM geschätzt, so dass sie am 21. Juli 1931 in Konkurs ging. Durch die „Nordwolle“ hatte die Bank fast 50 Millionen RM verloren. Von ihrem Aktienkapital von 60 Millionen RM waren 35 Millionen RM eigene Aktien, sodass ihr haftendes Kapital tatsächlich nur noch 25 Millionen RM betrug. Darüber hinaus hatte die Bank in den letzten acht Wochen 650 Millionen RM zurückzahlen müssen und hatte noch weitere 1,5 Milliarden RM kurzfristige Verpflichtungen, davon 460 Millionen RM an das Ausland. Am 11. Juli 1931, einem Samstag, teilte Jakob Goldschmidt, einer der Geschäftsinhaber der Danat-Bank, der Reichsregierung mit, dass seine Bank am nächsten Montag die Schalter nicht mehr öffnen würde. Gleichzeit erhielt Reichskanzler Brüning die Hiobsbotschaft, dass die Landesbank der Rheinprovinz, die als Girozentrale für das Rheinland fungierte, illiquide sei. Die Dresdner Bank, die zunächst erklärt hatte, dass sie zahlungsfähig sei, musste 36 Stunden später ebenfalls eingestehen, dass sie nicht zahlen könne. Als am 13. Juli 1931 die Schalter der Danat-Bank geschlossen blieben, setzte ein Run auf die Kassen der anderen Banken und Sparkassen ein. Schon nach wenigen Stunden zahlten die meisten Geldinstitute nur noch 20 % der verlangten Beträge aus, was fast auf eine Zahlungseinstellung hinauslief. In dieser Situation ermächtigte Reichspräsident Paul von Hindenburg in einer Notverordnung Reichskanzler Brüning, sogenannte Bankfeiertage anzuordnen – faktisch also erzwungene Pausen im Bankgeschäft und Zahlungsverkehr – um eine aufkommende Panik auszubremsen. Um den völligen Zusammenbruch des deutschen Geld- und Kreditwesens zu verhindern, mussten die Banken wieder liquide gemacht und die massenhaften ausländischen Kreditabzüge gebremst werden. In den nächsten Monaten setzte eine umfangreiche Sanierung der Banken ein. Die Danat-Bank fusionierte mit der Dresdner Bank. Das Aktienkapital wurde zunächst auf 220 Millionen RM und Ende 1932 auf 150 Millionen RM gebracht. Davon übernahm das Reich zwei Drittel und die Golddiskontbank 25 %. Aus glücklicheren Tagen der Danat-Bank stammt der Zinsrechner, der sicherlich als Werbegeschenk an Kunden abgegeben wurde. Er besteht aus zwei geprägten Aluminium-Scheiben mit einem Durchmesser von 60 mm, in der Mitte zusammengenietet lassen sie sich drehen. Zur Verbesserung der Handhabung sind die Ränder leicht eingekerbt. Die Vorderseite zeigt groß den Reichsadler in einem Perlkreis, darüber am Rand halbkreisförmig zweizeilig „DARMSTÄDTER UND NATIONALBANK / KOMMANDITGESELLSCHAFT AUF AKTIEN“ und am unteren Rand „EIGENKAPITAL 120 MILLIONEN R.M.“. Die Randschrift der Rückseite lautet oben „DER WEG ZUM WOHLSTAND“ und unten „DAS BANKSPARBUCH DER DANATBANK“. In der Mitte dann der siebenzeilige Text des Zinsrechners: „R.M. 10000- / SPAREN SIE / IN O JAHREN UND O MONATEN / WENN SIE JE WOCHE / O R.M. ZU O % / AUF ZINSESZINS / ANLEGEN“, darunter noch das Firmenzeichen. In den Aussparungen kann man dann die einzelnen Werte ablesen. Dazu ist nur eine der Scheiben zu drehen. Alternativ zu verschiedenen wöchentlichen Sparbeträgen und Zinssätzen kann mit Hilfe des Zinsrechners die Zeit berechnet werden, die benötigt wird, um 10.000 RM anzusparen, d. h. werden wöchentlich 20 RM zu 7 % gespart, hat man nach 7 Jahren und 5 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 20 RM zu 6 % gespart, hat man nach 7 Jahren und 8 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 20 RM zu 5 % gespart, hat man nach 7 Jahren und 11 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 15 RM zu 7 % gespart, hat man nach 9 Jahren und 3 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 15 RM zu 6 % gespart, hat man nach 9 Jahren und 7 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 15 RM zu 5 % gespart, hat man nach 10 Jahren und 0 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 10 RM zu 7 % gespart, hat man nach 12 Jahren und 3 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 10 RM zu 6 % gespart, hat man nach 13 Jahren und 0 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 10 RM zu 5 % gespart, hat man nach 13 Jahren und 7 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 5 RM zu 7 % gespart, hat man nach 19 Jahren und 0 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 5 RM zu 6 % gespart, hat man nach 20 Jahren und 2 Monaten 10.000 RM werden wöchentlich 5 RM zu 5 % gespart, hat man nach 21 Jahren und 9 Monaten 10.000 RM Land/Region/Ort: Deutschland, Hessen, Darmstadt Emittent: Darmstädter und Nationalbank KGaA Datierung: ohne (um 1927) Vorderseite: Reichsadler mit Umschrift. Rückseite: Zinsrechner mit dem bei vier verschiedenen Sparbeträgen und drei verschiedenen Zinssätzen gezeigt wird, wieviel Jahre und Monate benötigt werden, um 10.000 RM anzusparen. Material: Aluminium, zwei geprägte Scheiben mit Kerbrand Format: 60 mm Durchmesser Objekttyp: Zinsrechner in Münzform Sammlung: Uwe Bronnert Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 1-NAVROM-Dolar von 1971

    Von Budapest zum Schwarzen Meer – auf Donaukreuzfahrt mit Schiffen der NAVROM: Die im Februar 1955 gegründete rumänische Staatsreederei NAVROM betrieb neben dem Personen- und Frachtverkehr zur See als einzige Reederei in Rumänien die Güter- und Passagierschifffahrt auf dem rumänischen Abschnitt der Donau. 1978 wurde die Gesellschaft aufgespalten in NAVROM Seeschifffahrt mit Sitz in Constanța (Deutsch: Konstanza oder auch Konstanz), sowie NAVROM Donauflotte mit Sitz in Galați (Deutsch: Galatz). Der Betrieb der Flusskreuzfahrtschiffe von NAVROM erfolgte durch die Niederlassung in Giurgiu (Deutsch: Zurz). Die NAVROM bediente neben diversen Inlandsverbindungen entlang der Donau im internationalen Verkehr die Schifffahrtsroute von Budapest bis nach Galați und Sulina im Donaudelta am Schwarzen Meer. Donaureisen mit rumänischen Schiffen wurden ab Ende der 1960er-Jahre von der staatlichen rumänischen Reiseagentur Carpati Tourist verstärkt in westlichen Ländern beworben, um Deviseneinnahmen zu generieren. Im Einsatz waren die Flusskreuzfahrtschiffe M/S Oltenita sowie M/S Carpati. Beide Schiffe waren 1961 in Rumänien gebaut worden und konnten neben 55 Besatzungsmitgliedern 150 Passagiere befördern. Der vorliegende Schein über 1 Dolar wurde ausweislich des Schiffsstempels auf der Rückseite 1971 an Bord der MS Carpati verwendet. Er entsprach 1 US-Dollar und diente zur Bezahlung von Speisen und Getränken an Bord. Die Tatsache, dass der Schein deutliche Gebrauchsspuren aufweist, lässt vermuten, dass die Bordgeldscheine der NAVROM nicht nur für eine Reise, sondern für mehrere Reisen Verwendung fanden. Es gibt Vorgängerversionen aus den 1960er-Jahren, die auf Lei (vermutlich für den Inlandsverkehr), sowie auf US-Dollarcents lauten. Es ist zu vermuten, dass an Bord neben den Scheinen der NAVROM auch direkt mit US-Dollar gezahlt werden konnte. Durchgehende Donaukreuzfahrten bis zum Schwarzen Meer waren ab Ende 1990 wegen des Kriegs in Jugoslawien und der Sperrung der Donau in diesem Gebiet für die internationale Schifffahrt für einige Jahre nicht möglich. Die NAVROM wurde 1991 reorganisiert und in mehrere selbständige Gesellschaften aufgespalten, die später privatisiert wurden. Das M/S Capati liegt seit vielen Jahren in Guirgui/Rumänien. Es existieren auf Cent und Dolar lautende Scheine der NAVROM mit den Ausgabeorten Constanța und Giurgiu. Da vom Sitz Constanța die Seeschiffe betrieben wurden, fanden diese Scheine vermutlich auf Seeschiffen der NAVROM Verwendung, während solche mit Ausgabeort Giurgiu auf Flusskreuzfahrtschiffen zum Einsatz kamen. Scheine der Ausgabe Constanța sind häufig in kassenfrischer Erhaltung anzutreffen, während solche der Ausgabe Giurgiu seltener sind und in der Regel nur in gebrauchter Erhaltung vorkommen. Belegt sind für NAVROM Giurgiu Stücke zu 1, 5, 10 und 25 Cent(i), sowie 1 und 2 Dolar. Land/Region/Ort: Rumänien / Guirgui Emittent: Compania de Navigatie Fluviala Româna "NAVROM" Nominal: 1 Dolar Datierung: ohne Datum (Rückseite Stempel von 1971) Vorderseite: Blau auf gelb-orangem Untergrund, Guillochen, Wertziffer und Text Rückseite: neun Zeilen mit "Tichet NAVROM – Tichet NAVROM", Datum und Schiffsstempel Material: weißes Papier Wasserzeichen: ohne Unterschriften: ohne Druck: Druckerei der rumänischen Nationalbank Format: 117 x 60 mm Nummerierung: A 021255 Umlauf: Ab Anfang der 1970er-Jahre bis vermutlich in die 1980er-Jahre Authentizität: Original Objekttyp: Bordgeld/Schiffsgeld Sammlung: Dr. Sven Gerhard Referenzen: Mircea Manole, Aurica Smaranda, Catalog numismatic Bancnotes Romania 1853-1997, Bukarest 1997. Radu Ocheşeanu, O EMISIUNE DE BILETE DE CROAZIERĂ "NAVROM", CERCETĂRI NUMISMATICE VIII, 2002, pp. 401 – 408, https://biblioteca-digitala.ro https://enciclopediaromaniei.ro/wiki/NAVROM Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: Deutsches Notgeld der Stadtkasse Bialystok

    Während des Ersten Weltkriegs waren Teile des Baltikums (Kurland/Lettland, Litauen), Weißrusslands und Nordpolens (Russisch-Polen) als Land „Ober Ost“ dem Oberbefehlshaber Ost unterstellt. Zum geschichtlichen Hintergrund vergleiche hierzu diverse Veröffentlichen u. a. den Online-Artikel von Helmut Kahnt „Rückblick: Gründung von Ober Ost“ am 15. März 2017 auf Münzen-Online: https://www.muenzen-online.com/post/2017/03/09/vor-100-jahren-gr%C3%BCndung-von-ober-ost Die Stadt Bialystok im damaligen Distrikt Bialystok-Grodno wurde am 13. August 1915 durch deutsche Truppen besetzt. Im Vorfeld hatten abziehende russische Truppen u. a. sämtliche Bargeldbestände mitgenommen. Hierdurch entstand ein erheblicher Mangel an Zahlungsmitteln. Neben verbliebenden russischen Rubel gelangte nur langsam auch deutsche Mark in den Umlauf. Der gegenseitige Wechselkurs betrug 10 Mark für 5 Rubel, später 10 Mark für 6 Rubel, dann 10 Mark für 6,66 Rubel. Wegen des Bargeldmangels wurde auch in Bialystok Notgeld ausgegeben. Am 15. September 1915 erfolgte die Ausgabe der Wertstufen: 30 Kopeken ohne Mark Angabe; 1 Rubel ohne Mark Angabe; 1 Mark = 60 Kopeken; 3 Mark = 1 Rubel 80 Kopeken; 5 Mark = 3 Rubel. Am 1. Oktober 1915 erfolgte die Ausgabe höherer Wertstufen: 10 Mark = 6 Rubel; 20 Mark = 12 Rubel; 50 Mark = 30 Rubel; 100 Mark = 60 Rubel. Einige Scheine kommen auch mit einem seitlichen Stempelaufdruck „Markwert ungültig. Einlösung nur nach dem Rubelwert.“ in Rot und Violett vor. Ausgegebene Scheine kommen mit drei verschiedenen violetten Gemeindestempeln vor: Kasse der Stadtverwaltung Bialystok mit Stadtwappen (selten); Der Deutsche Oberbürgermeister Bialystok mit Stadtwappen; Kaiserlich Deutscher Oberbürgermeister Bialystok ohne Stadtwappen. Alle Ausgaben sind ohne Wasserzeichen und einseitig gedruckt. Nur die Scheine zu 50 und 100 Mark verfügen über ein Wasserzeichen, das an dunkle Quadrate oder Würfel erinnert. Im Keller-Katalog der Deutschen Wertpapierwasserzeichen konnte dieses Wasserzeichen nicht festgestellt werden. Alle Scheine haben unterschiedliche Formate. Die handschriftliche Unterschrift des deutschen kaiserlichen Oberbürgermeisters von Bialystok Lehmann findet sich auf den Notgeldscheinen, verschiedentlich auch die Unterschrift seines Stellvertreters. Die Unterschriften des Bürgerkomitees sind immer gleich. Alle Ausgaben haben eine gestempelte KN, die bei den Wertstufen bis 10 Mark 4-und 5-stellig und ab 20 Mark 3-stellig ist. Die Gesamtauflage soll im Wert bei 300.000 Mark / 180.000 Rubel gelegen haben. Eine Druckfirma ist nicht bekannt. Die Notgeldscheine der Stadtkasse waren nur in Bialystok gültig und liefen bis zur generellen Einführung der Darlehnskassenscheine in Rubel-Währung durch die Ostbank für Handel und Gewerbe, Darlehnskasse Ost mit Sitz in Posen ab April 1916 (vgl. Grabowski; Die deutschen Banknoten ab 1871, 22. Auflage, Seite 577-580) nur von September 1915 bis ca. Mitte 1916 um. Sie sind recht selten. Bedauerlicherweise gibt es keinen eigenen Katalog zu allen Notgeldausgaben im Land „Ober Ost“. Vereinzelt finden sich Hinweise in dem vorgenannten Katalog sowie im Katalog von Grabowski „Ausländische Geldscheine unter deutscher Besetzung“ (vgl. Seite 133-159, 174–176, 214–226, 232–238). Weitere deutsche Notgeldausgaben können eventuell aus dem polnischen Notgeldkatalog von Andrzej Podczaski „Katalog Papierowych Pieniedzy Zastepczych z Ziem Polskich 1914-1924“ entnommen werden. (liegt dem Autor nicht vor). Vielleicht findet sich ein interessierter Autor der alle Informationen zu den spannenden Notgeldausgaben in Ober Ost in einem Katalog zusammenfasst. Für dieses besondere Sammelgebiet wäre das wünschenswert. Land/Region/Ort: Kaiserreich Russland / Gebiet Ober Ost / Bialystok Emittent: Kaiserlicher Deutscher Oberbürgermeister, Stadtkasse Nominal: 50 Mark / 30 Rubli Datierung: 1. Oktober 1915 Vorderseite: Druck Zierrahmen und Text blau, einseitig Material: Papier Wasserzeichen: Dunkle Quadrate Format: 185 × 110 mm Nummerierung: 292 Authentizität: Original Objekttyp: Notgeldschein Sammlung: Thomas van Eck Thomas van Eck Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 50-Rials-Banknote der provisorischen Regierung des Ajatollah Chomeini

    Das Deutsche Reich war vor Beginn des Zweiten Weltkriegs größter Handelspartner des Irans. Bei Kriegsausbruch erklärte Reza Schah die Neutralität seines Landes. Als Hitlers Armeen am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfielen, erhielten die iranischen Erdölvorkommen eine besondere strategische Bedeutung. Unter Missachtung der Neutralität marschierten am 25. August britische und russische Truppen ein, um einen Versorgungskorridor zur Sowjetunion zu schaffen. Unter dem Druck der Alliierten musste am 16. September Reza Schah zugunsten seines Sohns Mohammed Reza [* 26. Oktober 1919 in Teheran; † 27. Juli 1980 in Kairo] abdanken und ins Exil nach Südafrika gehen, wo er 1944 starb. Erst 1946 endete die Besatzung des Landes. Schah Mohammed Reza verfolgte zwei Ziele: zum einen die Sicherung seiner Dynastie durch einen Thronerben, der ihm nach zwei Scheidungen von seiner dritten Frau geboren wurde, und zum anderen die Erweiterung seiner Machtbefugnisse auf Kosten des Parlaments. Letztlich stieg er zum Alleinherrscher auf, der das Land in seinem Sinne modernisierte, was im Wesentlichen eine Angleichung an den "Westen" bedeutete. Mitte 1963 kam es zu schweren Unruhen, die brutal niedergeschlagen wurden. Dabei spielte der schiitische Klerus des Landes eine bedeutende Rolle. Er fürchtete, bei der geplanten Landreform seinen Landbesitz zu verlieren. Auch die vorgesehene Säkularisierung des Bildungswesens und die Einführung des Frauenwahlrechts stieß bei ihm auf Ablehnung. Nachdem der Schah die Geistlichen als Reaktionäre, Parasiten des Volkes und britische Agenten beschimpft hatte, antwortete Ajatollah[1] Ruhollah Chomeini mit scharfen Worten. Dies brachte ihm zwei kurze Gefängnisaufenthalte ein. Schließlich ging er 1964 ins Exil. Nach Station in der Türkei begab er sich nach Nadjaf im Irak. Im Oktober 1978 wurde Chomeini – auf Wunsch des Schahs – aus dem Irak ausgewiesen und nahm seinen Aufenthalt in Neauphle-le-Château bei Paris. Von hier aus rief er in Ansprachen und Predigten zum Sturz des Schahs auf. Sowohl Regierung als auch der iranische Geheimdienst scheinen diese Vorgänge in ihrer Bedeutung falsch eingeschätzt zu haben. Als am 7. Januar 1978 die Teheraner Tageszeitung Ettela‘at einen Artikel veröffentlichte, in dem Chomeini massiv beleidigt wurde, kam es zu zahlreichen Demonstrationen und Protesten, die von der Polizei blutig niedergeknüppelt wurden. Die große Zahl der Protestierenden aller politischen Richtungen traf die Sicherheitskräfte völlig unvorbereitet. Besonders verarmte Landbewohner, die auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen in die Städte gezogen waren, beteiligten sich daran. Angesichts der Ereignisse ließ der Schah politische Gefangene frei und hob die bestehenden Einreisebeschränkungen für oppositionelle Iraner auf. Ende 1978 wandte sich der Schah in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung und räumte ein, dass seine Regierung von Korruption und Grausamkeit überschattet sei und bat die Iraner um Verzeihung. Vielleicht hätte die Armee seine Herrschaft noch retten können, aber nach dem er auch die Revolution für gerechtfertigt erklärte, war das Militär moralisch handlungsunfähig. So ging der Schah am 16. Januar 1979 ins Exil und Chomeini traf von Paris aus kommend am 1. Februar in Teheran ein. Noch musste Chomeini Rücksicht auf einflussreiche politische Gruppierungen nehmen, die maßgeblich an der Revolution beteiligt gewesen waren. Dies galt besonders für die linke Volksmudschahedin, deren Führer Masud Radjavi eine gerechte Landreform, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Gleichberechtigung der Frau forderte. Andere linke Gruppierungen gingen noch weiter und verlangten die Verstaatlichung aller Betriebe und die Hinrichtung der ehemals Verantwortlichen. Um den Argwohn, der schiitische Klerus könnte die Macht ergreifen, zu begegnen, beauftragte der religiöse Führer am 5. Februar den religiös geprägten Ingenieur Mehdi Bazargan mit der Bildung einer Revolutionsregierung. Um sein wahres Ziel, die Errichtung einer Theokratie, zu verschleiern, ging Chomeini zum Schein auf deren Forderungen ein und flocht in seinen Reden immer öfter linke Parolen ein. Währenddessen schickte er Geistliche mit Geld in die Provinzen, um die arme Landbevölkerung in seinem Sinne zu beeinflussen. So sprach sich am 30. März 1979 bei der Abstimmung – mangels Alternativen – auch eine Mehrheit der Bevölkerung für die Errichtung einer Islamischen Republik aus, deren Verfassung am 2. Dezember angenommen wurde. Danach ist die Islamische Republik eine Theokratie, „das heißt Gott beziehungsweise der verborgene Zwölfte Imam als sein Repräsentant ist der alleinige Herrscher. Die Zwölferschia ist seit 1501 Staatsreligion in Iran: Grundlegend ist die Imamatslehre, die eine spezifische Kette von zwölf Imamen, das heißt legitimen Führern der schiitischen Gemeinschaft, annimmt. Der Zwölfte Imam ist nach der Lehre der Zwölferschia nicht gestorben, sondern lebt in der Verborgenheit. Er ist eine Erlösergestalt, die eines Tages zurückkehren und ein Reich der Gerechtigkeit auf Erden errichten wird. Bis zur Rückkehr des verborgenen Zwölften Imams tritt das von Chomeini schon 1971 in seiner Schrift Hokumat-e eslami (‚Die islamische Regierung‘) programmatisch formulierte Prinzip des so genannten velayat-e faqih in Kraft, die ‚Herrschaft des Rechtsgelehrten‘. Danach übernimmt die Führung der schiitischen Gemeinde, in diesem Fall des Staates, in Stellvertretung des verborgenen Imams der religiöse Führer.“[2] Auch nachdem der Schah das Land verlassen hatte, liefen weiterhin die Banknoten der „Bank Markazi Iran“ mit seinem Konterfeit um. Da kurzfristig die im Umlauf befindlichen Noten nicht ausgetauscht werden konnten, die Regierung der Islamischen Republik aber jede Erinnerung an Mohammad Reza Shah Pahlavi tilgen wollte, wurde sein Brustbild auf der Vorderseite der noch nicht ausgegebenen Scheine ab Februar 1979 durch ein Arabeskenmuster unkenntlich gemacht. Dies wurde so gestaltet, dass der Überdruck das Porträt des Schahs vollständig abdeckt, aber nicht die darunter liegende Nummerierung. Da das Brustbild auf den einzelnen Nominalen variiert, wurden acht unterschiedliche Überdrucke notwendig. Insgesamt wurden drei Serien der provisorischen Banknoten ausgegeben. Die erste Serie hat nur den bereits beschriebenen Überdruck. Die zweite Serie erhielt zusätzlich den Aufdruck des Löwen- und Sonnenwappens auf der vom Druck ausgesparten linken runden Fläche. Damit wurde nun auch das Wasserzeichen unkenntlich gemacht, das den Kopf des Schahs zeigt. Bei der dritten Serie wurde das Löwen- und Sonnenwappen durch die kalligrafische Inschrift „JUMHURI-YE ISLAMI-YE-IRAN“ (Islamische Republik Iran) in Farsi ersetzt. Unter Schah Reza Pahlavi war der Iran der engste Verbündete der USA im Nahen Osten, Ayatollah Ruhollah Chomeini dagegen machte den Hass auf die USA und Israel nach der Islamischen Revolution zu einem ideologischen Kern der Islamischen Republik. Dies erklärt die wohl privaten Stempelaufdrucke „Dont With U.S.A. / Dont With Israel“ und „Dont / With / Shah“ auf der abgebildeten 50-Rials-Banknote. Land/Region/Ort: Iran, Islamische Republik Emittent: Provisorische Regierung Nominal: 50 Rials Datierung: 1979, Dritte Serie. Vorderseite: Blumen, kalligraphischer Aufdruck; das Brustbild „Mohammad Reza Schah Pahlavi“ ist durch einen Aufdruck unkenntlich gemacht. Text in Frasi. Zusätzliche Propagandastempel. Rückseite: Abbildung des Grabmals von Kyros dem Großen in Pasargadae. Bankname „BANK MARKAZI IRAN“ und Wertangabe „50 RIALS“ in Englisch. Zusätzliche Propagandastempel. Material: Papier mit eingebettetem Metallfaden. Druck: De La Rue. Wasserzeichen: Kopfbild des Schahs; durch Textaufdruck fast vollständig verdeckt. Format: 136 × 69 mm Unterschriften: H. Ansary, H. A. Mehran. Nummerierung: ١۶ / ١ (Präfix) ١٨٠٨٣٩ (16/1 180839) Authentizität: Original Objekttyp: Banknote mit zusätzlichen Propagandastempeln Sammlung: Uwe Bronnert Zitate: SCWPM-123 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III – Modern Issues) B257 (Linzmayer: The Banknote Book, Iran) 204 (F. N. Farahbakhsh: Standard Catalogue of Iranian Banknotes, 4th Edition, Tehran 1999, S. 102) Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Anmerkungen [1] „Zeichen Gottes“, ein hoher religiöser Titel. [2] Monika Gronke, Irans Geschichte: 1941-1979 – Vom Zweiten Weltkrieg bis zur Islamischen Revolution. (27.08.2023)

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Schilling vom 2. Januar 1935 – Die letzte Banknote der Ersten Republik!

    „Gott schütze Österreich“. Mit diesen Worten beendete der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am Abend des 11. März 1938 seine letzte Radioansprache, kurz bevor Bundespräsident Wilhelm Miklas unter deutschem Druck Innenminister Artus Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler ernannte und die Besetzung Österreichs durch deutsche Truppen begann. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde durch Verordnung vom 17. März 1938[1] die Reichsmark alleinige Währung. Die umlaufenden Schillingnoten wurden zum 15. Mai 1938 aufgerufen und zum 31. Dezember 1938 wertlos. Die letzte während der Zeit der Ersten Republik ausgegebene Banknote war die 50-Schillingnote der Oesterreichischen Nationalbank mit Datum 2. Jänner (Januar) 1935, die ab 8. Juni 1936 in Umlauf kam und die 50-Schillingnote vom 2. Jänner (Januar) 1929 ablöste, die zum 30. November 1936 aufgerufen wurde. Die Umlaufzeit des Scheins war mit weniger als zwei Jahren verhältnismäßig kurz. Laut Unterlagen der Oesterreichischen Nationalbank liefen von der 50-Schillingnote Ende 1937 2.320.000 Stück um. Das waren 12,3 % des gesamten Umlaufbetrages und 8,3 % der umlaufenden Banknotenmenge. Die Noten zu 20 und 100 Schilling spielten im Geldumlauf eine bedeutendere Rolle, was wohl auch daran lag, dass das Nominal eines Fünfzigers in Österreich generell wenig gebräuchlich war. Der Schein zeigt auf der Vorderseite neben Guillochen und grafischen Gestaltungselementen das Porträt eines Jungen. Auf der Rückseite ist eine Luftaufnahme der Kirche Maria Wörth am südlichen Ufer des Wörthersees im Bundesland Kärnten zu sehen. An der Gestaltung des Scheins waren drei Künstler beteiligt: Rudolf Jung, Josef Steger und Karl Sterrer. Alle drei hatten Erfahrungen mit der Gestaltung von Banknoten. Das Bild des Jungenkopfes auf der Vorderseite stammt von Karl Sterrer und stellt seinen Sohn Hubert Sterrer (geboren am 24. Januar 1920) etwa im Alter von drei Jahren dar. Das Bild dürfte daher um 1923 entstanden sein. Karl Sterrer (geboren am 4. Dezember 1885 in Wien) war seit 1921 Professor an der Schule für Malerei der Akademie der Künste in Wien. Er galt als katholisch geprägter Maler und wurde am 13. März 1938 dienstenthoben, jedoch 1939 als Professor wieder eingesetzt. Als NSDAP-Mitglied wurde er 1945 erneut suspendiert und im März 1946 in den Ruhestand versetzt, da er "nach seinem bisherigen Verhalten nicht die Gewähr dafür [biete], dass er jederzeit rückhaltlos für die unabhängige Republik Österreich eintreten werde[2]". Von Hubert Sterrer stammen diverse Entwürfe zu Porträts auf österreichischen Banknoten, etwa das Bild einer Frau mit Kindern auf der Note zu 500.000 Kronen vom 20. September 1922[3]. Auch der abgebildete Hubert Sterrer bekam eine künstlerische Ausbildung: Zwischen Herbst 1937 und Sommer 1944 besuchte der als Student die Akademie der Künste in Wien, bevor er zur deutschen Wehrmacht eingezogen wurde. Das Klischee der 50-Schillingnote von 1935 fand erneut Verwendung als 50-Schillingnote mit Datum 29. Mai 1945[4], die mit der Währungsreform ab 10. Dezember 1947 ausgegeben wurde und bis zum 14. Februar 1953 in Umlauf blieb, jedoch noch bis zum 14. Februar 1973 an den Kassen der Oesterreichischen Nationalbank umgetauscht werden konnte. Land/Region/Ort: Österreich, Republik Emittent: Oesterreichische Nationalbank Nominal: 50 Schilling Datierung: 2. Jänner (Januar) 1935. Vorderseite: Porträt eines Jungen (Hubert Sterrer), Guillochen, Zierelemente, Bundeswappen. Rückseite: Kirche Maria Wörth, Guillochen, Zierelemente. Material: Papier. Druck: Druckerei der Oesterreichischen Nationalbank. Wasserzeichen: Ornamentmuster Format: 115 × 79 mm Unterschriften: Dr. Victor Kienböck, Dr. Viktor Brauneis, Rudolf Buchinger. Umlauf: 8. Juni 1936 bis 15. Mai 1938. Nummerierung: 1018 / 44232 Authentizität: Original Objekttyp: Banknote Sammlung: Dr. Sven Gerhard Zitate: 100 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II–General Issues) B216 (Linzmayer: The Banknote Book – Austria) 237 (Rudolf Richter: Papiergeld Spezialkatalog Österreich) 190 (Kodnar/Künstner: Katalog der österreichischen Banknoten A93 (Grabowski: Kleiner deutscher Papiergeldkatalog) Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Anmerkungen [1] RGBl 1938 I S. 253. [2] Stellungnahme der Sonderkommission der Akademie der Bildenden Künste vom 3. Juni 1946. [3] Pick 84, Kodnar/Künstner 174; Richter 219. [4] Pick 117, Kodnar/Künstner 226; Richter 271.

  • Als Mütter noch verehrt wurden – 1000 Kronen der Tschechoslowakischen Nationalbank von 1934

    Zu den frühen Geldscheinen des nach dem Ersten Weltkrieg aus der zerfallenen Habsburger Monarchie entstandenen Vielvölkerstaats Tschechoslowakei gehören prächtig gestaltete Banknoten, die noch stark an die Österreich-Ungarns und den Jugendstil erinnerten. Besonders beeindruckend sind die letzten drei tschechoslowakischen Noten vor der Spaltung der ersten Republik, dem Anschluss des deutsch besiedelten Sudetenlands an das Deutsche Reich und der Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Der letzte Wert der Nationalbank vor dem Krieg war ein 1000-Kronen-Schein vom 25. Mai 1934, der am 7. Dezember 1935 in Umlauf kam und noch im Protektorat bis 31. Dezember 1944 gültig war. Er zeigt auf der Vorderseite eine Idealdarstellung einer Mutter mit zwei Kindern – einem Mädchen und einem Knaben – vor Lorbeerlaub. Während die Frau als Symbol für ihre Rolle bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder ein Buch hält, aus dem sie scheinbar zitiert, trägt der Knabe als Symbol für die Wehrhaftigkeit der folgenden Generation einen Bogen. Unterstützt wird die Bedeutung der Mutterrolle in der Erziehung noch durch eine Eule, die bekanntlich für Weisheit steht. In der heutigen Zeit würde eine solche Szene erregte Empörung bei Feministinnen hervorrufen, weil „Geschlechterrollen“ bedient werden. Damals war die Verehrung der Frau und Mutter selbstverständlich, immerhin hat ein Volk ohne Mütter und Kinder keine Zukunft. Damals wusste man das noch und deshalb steht die Szene auf der Vorderseite auch für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit. Am unteren Rand sehen wir eine Girlande aus einheimischen Früchten und Gemüsen. Die Rückseite zeigt rechts ein Porträt des tschechischen Historikers und Politikers František Palacký (1798 – 1876) und mittig die Wertangabe auf einem Blumenschild in Tschechisch, Ukrainisch, Deutsch und Ungarisch, umgeben von Tulpen. Palacký wurde vor allem für seine Forschungen zur Geschichte der Tschechen in Böhmen und Mähren bekannt. Als Wasserzeichen wurde ein Frauenkopf im Schaurand verwendet. Gestaltet wurden Vorder- und Rückseite von Max Švabinský und Karel Wolf. Der berühmte Maler Alfons Mucha war am Entwurf nicht beteiligt, auch wenn dies der Standard-Katalog „World Paper Money“ behauptet. Die Druckerei der Nationalbank in Prag stellte die 200 mm x 105 mm großen Noten her. In der im März 1939 erstmals unabhängig gewordenen Slowakei liefen die Tausender mit einem lila Maschinenüberdruck „SLOVENSKÝ ŠTÁT“ (Slowakischer Staat) vom 26. April 1939 bis 17. August 1942 um. Scheine mit Perforation „SPECIMEN“ wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Restbeständen der Nationalbank für Böhmen und Mähren auf diese Art entwertet, bevor sie an Sammler abgegeben wurden. In den 1970er Jahren entstanden im Auftrag der Tschechoslowakischen Numismatischen Gesellschaft Sonderdrucke mit Originaldruckplatten auf Wasserzeichen-Papier mit Fasereinlagen (siehe Abb.). Der Druck erfolgte separat für Vorder- und Rückseite. Auf den Blättern finden sich zusätzlich die Unterschriften der beiden Künstler sowie ein Limitierungsvermerk. Danach wurden je 500 Vorder- und Rückseiten gedruckt. Hans-Ludwig Grabowski Münzen & Sammeln, Ausgabe 2018/01 Abbildungen: Hans-Ludwig Grabowski

  • "Stempelgeld" – aus echten Banknoten wird Fantasie!

    Geld manipuliert uns – ich manipuliere Geld, so werden im Rahmen eines Kunst-Projektes aus bekannten Notenbildern Fantasiebanknoten, die alle eines gemeinsam haben: Sie waren einmal echtes Geld und sind jetzt reine Fantasie. Das Hobby der "Banknotenveränderungen" betreibe ich seit ungefähr sechs Jahren. Damit bekommt der Begriff "Stempelgeld", der früher für Arbeitslosenunterstützung gebräuchlich war, eine völlig neue Bedeutung. Wie bin ich dazu gekommen: In einem Internetforum hatte ich einen Beitrag gelesen, dass man alte und verschmutzte Banknoten durch ein Seifenlaugen-Bad wieder auf Vordermann bringen könnte, dies sei wohl auch einmal in einem "Rosenberg-Katalog" beschrieben worden. Na gut, alte und verschmutze Banknoten hatte ich genügend, und deshalb versuchte mein Glück mit einem "Blauen Hunderter" von 1908. Es kam, wie es kommen musste: die blaue Druckfarbe blutete aus, was mich zuerst entsetzte, aber im nächsten Moment dazu anspornte heraus zu finden, wie viel Farbe da wohl noch weg geht. Nach zahlreichen Experimenten mit reichlich Verlust an "Versuchsmaterial", hatte ich dann eine geeignete Kombination aus chemischer und mechanischer Behandlung gefunden um zumindest soviel Farbe zu entfernen, dass ein anderes Motiv auf dem Schein anzubringen ist. Jetzt brauchte es nur noch einer Möglichkeit ein anderes Druckbild auf die bearbeiteten Banknoten zu bringen. Das Mittel meiner Wahl war schließlich die Verwendung von photopolymeren Stempelplatten, welche ich bei einem Stempelservice aus dem Internet herstellen ließ. Leider war dies eine sehr kostspielige Angelegenheit, was mich wiederum dazu veranlasste, die Sache selber in die Hand zu nehmen. Sehr zum Leidwesen meiner Frau fertige ich seither meine benötigten Stempelplatten selber an. Neuerdings versuche ich mich auch in der Herstellung von "echten" Druckplatten, welche einen "prägenden" Eindruck hinterlassen. Leider ist die Herstellung und Anwendung mit erhöhtem Aufwand verbunden. Man betrachte hierzu mal den grünen 50-Billionen-Mark-Schein, bei dem das Druckbild auf der Vorderseite einer 50-Mark-Note vom April 1910 angebracht habe. Die Wahl der Motive reicht von berühmten Persönlichkeiten und erotische Motive bis hin zu Wertänderungen, wo dann aus Millionen-Mark-Scheinen Fantasie-Billionen werden. Viele Scheine haben auch einen ironischen Beigeschmack, wenn zum Beispiel auf afrikanischen Noten das Abbild von Moa Zedong zu finden ist, lässt sich dies als ein Verweis auf das über übergroße Engagement Chinas in Afrika deuten. Persönlichkeiten Neben Porträts, die man auch auf deutschen Banknoten und solchen aus dem Ausland findet, wie z.B. solche der "Gemäldeserie" der Bundesbank oder von Ernesto "Che" Guevara auf kubanischen Scheinen, findet man auch eines von Donald Trump auf einer indischen Banknote. Erotische Motive Die erotischen Motive sind ja auch nur eine Umkehrung der Weisheit, die uns sagt dass Geld sexy macht ... Wertveränderungen Hier werden z.B. die Wertangaben von Banknoten der deutschen Inflation durch Stempelaufdrucke verändert und so entstehen Fantasie-Inflationsscheine. Dabei werden entweder einseitig bedruckte Hilfsbanknoten der Reichsbank verwendet oder aber es werden auch beide Seiten verändert. Kombinierte Fantasienoten Die Kombination aus verschiedenen Motiven und Beschriftungen ergibt schöne Fantasienoten, wie zum Beispiel die Mischung aus DM-Motiven mit der Beschriftung "Staatsbank der DDR" ergibt eine deutsche Einheitsnote auf Basis einer weißrussischen Banknote, oder der 100 Mark der DDR Schein mit Karl Marx auf Basis des Flottenhunderter  - Umstände, die im geschichtlichen Rahmen nie zusammen gefunden hätten, wie auch das Konterfei von Kaiser Wilhelm auf Inflationsbanknoten. Generell ist zu sagen, dass mich Banknoten schon immer fasziniert haben. Ich tauschte meine gesparten Münzen lieber in 5-DM-Scheine um, und freute mich in den 1970er Jahren immer auf den Besuch aus dem "Osten", welcher mir jedes mal einen 100-Mark-Schein mit dem Porträt von Karl Marx mitbrachte, den ich nur schweren Herzens in die bekannten DM-Noten umtauschte. Die zweite Faszination aus Kindertagen war die "Schwarze Kunst" (Druck) und Stempel. Schön, dass ich heute alles in einem Hobby zusammenbringen kann. Anzahl der Motive Da kann ich leider keine genauen Angaben machen. In dieser Hinsicht bin ich leider etwas unorganisiert, zumal ich eher spontan an die Sache herangehe. Wenn ich einen Posten Banknoten ersteigert habe, passiert es regelmäßig, dass ich bei der Durchsicht der Scheine spontan auf eine Idee komme und diese dann zugleich umsetze – wie neulich, als ich ein paar alte Drachmen-Scheine herausfischte und dachte, dass hier thematisch Moa Zedong bzw. das Motiv des alten 1000-DM-Scheins sehr guten passen könnte. Das wären dann also schon mal zwei verschiedene Fantasiescheine, die zudem auch noch Unikate sind. Motive von Mao, Karl Marx u.s.w. finden auch auf verschiedenen Banknoten ihren Platz, was bedeutet, dass ein Stempelmotiv gleich dutzende von verschiedenen Fantasiescheinen hervorbringen kann. Zudem erschwert wird die Sache durch den Umstand, dass ich nur sehr ungern mehrfach einen komplett gleichen Fantasieschein erstelle – zumeist variieren die Rückseiten oder andere Einzelheiten ... Wenn ich also schätzen soll, dann sind es sicherlich Hunderte, jedoch auch keine Tausende Scheine mit unterschiedlichen Motiven. Von der Gesamtanzahl der hergestellten Exemplare kommen mittlerweile sicherlich schon tausend Stück und mehr zusammen, wobei ich erst seit einem Jahr etwas produktiver bin. Alles in Allem bleibt die jeweilige Auflage sehr begrenzt, da die Vorbereitung des "Rohmaterials" doch sehr aufwändig ist. Ebay-Angebote Durch meine Ebay-Angebote lasse ich andere an meinem Hobby teilhaben und kann mit dem Erlös weitere Projekte finanzieren – im besten Fall also eine Win-Win-Situation für alle. Natürlich sind nicht alle Sammler von meinem "Stempelgeld" begeistert. Es sind allerdings keine Stempel-Manipulationen zum Schaden der Sammler, wie dies etwa mit dem Anbringen von Stempeln der Waffen-SS usw. geschieht. Außerdem ist ja der Grundschein immer noch zu bestimmen. So gesehen ist das "Stempelgeld" sogar eine Bereicherung und sollte vor allem als Kunstprodukt angesehen werden, mit dem kein Sammler getäuscht werden soll. Mehr "Stempelgeld" findet man auf: www.stempelgeld.de Rainer Fuchs

  • Aus privaten Sammlungen: 1000 Reichsmark von 1936 als Vergleichsmuster zur Währungsreform 1948

    Eine 1945 vom Alliierten Kontrollrat vorgesehene gemeinsame deutsche Nachkriegswährung war spätestens seit 1947 durch die offenen Differenzen zwischen den Besatzungsmächten unrealistisch geworden. Nach der überraschend durchgeführten Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands war man in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gezwungen, schnell finanztechnisch zu reagieren, um einer Schwemme alten Gelds aus den Westzonen vorzubeugen. Nach Bekanntwerden der westlichen Währungsreform über Rundfunk am 18. Juni 1948 erließ die sowjetische Militärverwaltung am 23. Juni 1948 den Befehl Nr. 111/48 zur Durchführung einer eigenen Währungsreform in ihrer Besatzungszone und zur Umbewertung von Reichs- und Rentenmark. Als Zwischenlösung wurden die alten Reichsbanknoten und Rentenbankscheine des Dritten Reichs mit Klebemarken versehen, die nur die jeweilige Wertziffer und das Jahr 1948 tragen. Mit Wirkung vom 24. Juni 1948 galten die Kuponscheine prinzipiell im Verhältnis 10:1 zu den alten, unbeklebten Scheinen. Pro Kopf der Bevölkerung wurde jedoch ähnlich dem sog. „Kopfgeld“ im Westen ein Vorzugsumtausch in Höhe von 70 RM im Verhältnis 1:1 in Bar durchgeführt. Darüber hinaus wurden Spareinlagen für Privatpersonen bis 100 RM 1:1 und bis 1000 RM im Verhältnis 5:1 umbewertet. Bei der Umtauschaktion kam es jedoch zu Unregelmäßigkeiten, weil man feststellen musste, dass den Helfern mehrere falsche 1000-Reichsmark-Scheine untergeschoben worden waren. Wegen des hohen Nennwerts waren den meisten Deutschen bis Kriegsende kaum Tausender begegnet und der mit Datum vom 22. Februar 1936 war überhaupt erst ab September 1944 in Umlauf gekommen. Die sowjetische Militärverwaltung entschloss sich deswegen in einer Nacht- und Nebelaktion echte gebrauchte Tausender von 1924 und von 1936 mit dem Muster-Perforationswerkzeug der Reichsbank zu entwerten und dann am folgenden Tag als Vergleichsstücke beim Umtausch der Reichs- in Kuponmark zur Verfügung zu stellen. Von dieser Aktion sind nur wenige Stücke erhalten geblieben. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank, Reichsbankdirektorium: Banknote zu 1000 Reichsmark vom 22. Februar 1936 mit MUSTER-Perforation von 1948 Vorderseite: Porträt von Karl-Friedrich Schinkel (Baumeister), Hakenkreuz im Unterdruck. Rückseite: Vo einer Frau (links) und einem Mann (rechts) flankiertes Medaillon, in dem ein Mann mit Zirkel als Allegorie für die Architektur dargestellt ist. Wasserzeichen: Kopf von Karl-Friedrich Schinkel. Format: 190 mm x 95 mm Muster: Perforation mit "MUSTER" (Werkzeug der Reichsbank, 8 mm hoch) auf einem Schein aus laufender Serie als Entwertung. Druck: Reichsdruckerei, Berlin Katalogreferenzen: DEU-212 (Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) GER-184 (SCWPM) Ergänzung: Hier noch die Abbildungen zu einem stark gebrauchten Tausender der Reichsbank von 1924, der ebenfalls zur Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone mit der MUSTER-Perforation entwertet und dann als Vergleichsstück beim Umtausch benutzt wurde (Abb. Sammlung Grabowski). Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: Deutsches "Bolschewistengeld" aus Braunschweig

    Mit Datum vom 15. Oktober 1918 hatte die Abteilung Leihhaussachen des Herzoglich Braunschweig-Lüneburgischen Finanzkollegiums eine ganze Serie Großnotgeldscheine in Nennwerten zu 5, 10, 20 und 100 Mark herstellen lassen, die aber nicht mehr in Umlauf kamen. Sie wurden dann während der Novemberrevolution durch den Arbeiter- und Soldatenrat Braunschweig mit dessen Kürzel "A. S. R. BR." überdruckt und ausgegeben. Interessant ist die nachstehende Beschreibung eines Nürnberger Notgeldhändlers aus den 1920er Jahren. Hier findet man auch die Erklärung, warum die meisten Scheine heute nur noch mit Perforation "NICHT GÜLTIG" vorkommen, weil die spätere legitime Regierung Braunschweigs die Scheine einziehen und entwerten ließ. Es kommen zahlreiche Varianten durch linken oder rechten Aufdruck des Arbeiter- und Soldatenrats sowie verschiedene Kontrollnummern vor. Von besonderem Interesse ist der Hunderter der Serie, wegen der Motive auf der Rückseite des Scheins, die an die schwere Zeit am Ende des Kriegs erinnern. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Herzogtum Braunschweig, Braunschweig Emittent: Herzoglich Braunschweig-Lüneburgisches Finanzkollegium, Abteilung Leihhaussachen Nominal: 100 Mark Datum: 15. Oktober 1918 Vorderseite: Mitte bekröntes Landeswappen im Unterdruck auf Schachbrettmuster mit sich wiederholenden Darstellungen mit Krone über springedem sowie Wertangabe "100 Mark Kriegsnotgeld" und Landesname "Hzgtm. Braunschweig". Links und rechts verzierte Rahmen Wertangaben mit und Rastern für Kontrollnummern, links mit Kontrollnummer und rechts mit "A. S. R. BR." überdruckt. Rückseite: Mitte viergeteilter Rahmen mit grafischen Darstellung (links oben: behelmter deutscher Soldat im Gefecht; rechts oben: Schmied mit geschultertem Hammer, Eisenstange und Kette; links unten: Mutter mit Kind vor Getreidefeld und rechts unten: Tod mit Schwert und geneigter Waage, umgeben von Grabkreuzen). Umschrift um den Bildrahmen: "Schwere Zeiten muss ich begleiten als stiller Knecht. Laut werd' ich melden von deutschen Helden späterem Geschlecht." Links und rechts Felder mit sich wiederholenden Wertzahlen. Material: Papier, Perforation "NICHT GÜLTIG". Wasserzeichen: Sechseckflechtwerk Entwurf: Günther Clausen Druck: Lith. u. Druck Aug. Wehrt Format: 180 mm x 107 mm Nummerierung: No 15722 ❉ Authentizität: Original Objekttyp: Staatskassenschein (Notgeld) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Zitate: BRS-7d (Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Kopeken der Russisch-Asiatischen Bank (1919)

    Der Handel mit China ist älter als unsere Zeitrechnung. Die antike "Seidenstraße" verband das Land mit Handelspartnern in Asien, Europa und Afrika. Anfang des 20. Jahrhunderts wollten immer mehr Länder wirtschaftliche Beziehungen mit dem "Reich der Mitte" aufbauen und auf dem chinesischen Markt präsent sein. So waren in China eine ganze Reihe von Auslandsbanken entstanden, die sogar eigene Banknoten ausgaben. Neben der Deutsch-Asiatischen Bank, die natürlich vielen Sammlern wegen ihrer seltenen Noten mit Germania-Motiv bekannt ist, gab es auch viele weitere Auslandsbanken, die sich in China engagierten, wie z. B. die American Oriental Banking Corp., die Chinese-American Bank of Commerce, die Chinese-Italian Banking Corp., die Credit Commercial Sino-Francaise, die Netherlands Trading Society, die Sino-Belgian Bank, die Sino-Scandinavian Bank und für das russische Zarenreich auch die Russisch-Chinesische Bank (1895–1910), aus der die Russisch-Asiatische Bank (1910–1926) hervorging. Die Russisch-Chinesische Bank war 1895 mit russischem und französischem Kapital in der russischen Botschaft in Paris mit Hauptsitz in Sankt Petersburg gegründet worden, um besonders in den Ausbau der Verkehrswege im Norden Chinas zu investieren. 1902 war sie zur zweitgrößten chinesischen Bank aufgestiegen, auch weil sie den Russland zustehenden Anteil (28,97 %) der chinesischen Entschädigungen nach dem sog. "Boxer-Aufstand" verwaltete. Da Russland aber den verlorenen Russisch-Japanischen Krieg 1904/5 größtenteils durch die Bank finanziert hatte, sank deren Finanzkraft und der Einfluss Russlands in China danach stark. Nach Beteiligung der chinesischen Regierung und Fussion mit der französischen Banque du Nord im Juli 1910 erfolgte die Umbenennung in Russisch-Asiatische Bank, von der es Geldschein-Ausgaben verschiedener Zweigstellen gibt, die jedoch in allen Zweigstellen einlösbar waren. Die Scheine der Zweigstelle Harbin wurden bei der Chinese Eastern Railway (Chinesische Ostbahn) genutzt und zeigen deshalb auch Eisenbahn-Motive. Die Bahngesellschaft gehörte zu 100 % der Russisch-Asiatischen Bank. Mitte 1918 hatte man wegen Zahlungsmittelknappheit in den USA Scheine im Gesamtwert von 20 Millionen Rubel drucken lassen, die aber erst ab Januar 1919 in Umlauf kamen. Infolge der politischen Ereignisse in Russland musste nicht nur der Hauptsitz von Sankt Petersburg nach Paris verlegt werden, sondern die Scheine verloren bis 1921 immer mehr an Wert und wurden zuletzt nicht einmal mehr von der Bank selbst eingelöst. 1924 verlor die Bank offiziell ihr Eigentum an der Chinesischen Ostbahn und 1926 wurde die letzte Filiale in Paris geschlossen. Land/Region/Ort: Republik China, Provinz Heilongjiang (Amur-Provinz), Harbin Emittent: Russisch-Asiatische Bank, Harbin Branch Nominal: 50 Kopeken Datum: ohne Datum Umlauf: 13. Januar 1919 bis 1921 Vorderseite: Von einer Dampf-Lokomitive gezogener Personenzug, Guillochen. Rückseite: Wertzahlen und Text in Guillochen. Der russische Text lautet: „Dieser Notschein wird an allen Fahrkartenschaltern der Chinesischen Ostbahn sowie in den Zweigstellen der Russisch-Asiatischen Bank in Harbin, Hailar und Kuancheng zusammen mit den staatlichen Kreditnoten des Typs, der bis einschließlich 1917 im Umlauf war, angenommen. Fälschung wird gesetzlich bestraft.“ Format: 125 mm x 77 mm Material: Papier mit eingelegten Farbplättchen Wasserzeichen: ohne Druck: American Bank Note Company Nummerierung: 312120 Authentizität: Original Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Zitate: CHN-S 473a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issus) B6783 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book: China) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

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