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  • Leserpost: Bitte um Fachauskunft

    Guten Tag, in Bezug auf Ihren Artikel in der Zeitschrift MÜNZEN & SAMMELN von Januar 2022 auf Seite 123, einem Beitrag über alte Wohltätigkeitsausgaben – hier der Banco di Napoli, habe ich nach einer Anfrage bei der Geldscheinsammlung der Hypo-Bank über Frau Katharina Depner den Weg zu Ihrer Adresse und Herrn Grabowski erfahren. Ich besitze drei Geldscheine aus der Zeit der Repubblica Romana (franz. Besetzung), zu denen ich gerne mehr erfahren hätte. Ich hoffe hiermit auf Ihre freundliche Unterstützung, nachdem ich über die Fachliteratur nicht mehr erfahren konnte. Alle drei Geldscheine haben ein großes Wasserzeichen in Großbuchstaben REP ROMA und den Stempel der Republica Romana auf der Vorderseite. Meine Fachfragen: Welche Währung hat der offenbar von der Republik ausgegebene Schein (Assegnat) und welche Bank hat diesen herausgegeben? Ich habe die Währung Paoli in der Literatur nicht gefunden. Bei den beiden anderen Scheinen könnte es sich um weitere Ausgaben der Kirchenbank "S. MONTE DELLA PIET A `DI ROMA" handeln (ohne Aufdruck Assegnat) , deren große Scudischeine 1798 ggf. nicht mehr gültig waren. Mich interessiert, ob dies zutrifft, welche Währung die Scheine haben und ob diese mit Ende der Republik ungültig wurden (ich kann leider nicht Italienisch). Mit freundlichen Grüßen J. Joseph Antwort der Redaktion Bei allen drei Scheinen handelt es sich um Ausgaben der sog. "Prima Repubblica Romana" (Erste Römische Republik) aus dem Jahr 1798. Diese wurde nach der Besetzung italienischer Regionen durch napoleonische Truppen aus den mittelitalienischen Gebieten des Kirchenstaats gebildet (Ausrufung am 15. Februar 1798). Die Gründung italienischer Republiken des Kirchenstaats unter französichem Einfluss war der Versuch, die französische Revolution, die mit der Enteignung von Kirchenbesitz einherging, nach Italien zu "exportieren". Der Assignat aus dem Jahr 7 (Anno 7; Zeitrechnung seit der Gründung der ersten französischen Republik) lautet über 50 (Sette) Paoli. 1 Paoli entsprach 10 Bajocchi. Es handelt sich damit um die Katalognummer ITA-S537 (SCWPM). Die zwei anderen Scheine tragen die Bezeichnung "Monte die Pietá", zu Deutsch: Gnadenberg. Es handelt sich also um sog. Wohltätigkeitsausgaben, die ebenfalls aus dem Jahr 1798 stammen und diese Datierung auch so nennen. Die Wertangabe erfolgt bei beiden Scheinen in Worten (Cinquanta = 50; Sessanta = 60) B.hi = Bajocchi. Es handelt sich also um die Katalognummern ITA-S528a/529. Alle drei Scheine stammen also aus der "Ersten Römischen Republik" und nicht von der Kirchenbank. Das Ende der Republik kam schnell, sie wurde bereits im September 1799 aufgelöst. Als Literatur empfehle ich den Standard Catalog of World Paper Money (SCWPM), Vol. I – Specialized Issues oder einschlägige italienische Katalogwerke zum Papiergeld des Landes. Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Devisen

    Die Bezeichnung Devisen kommt aus dem Lateinischen und steht ursprünglich für Wechsel in ausländischer Währung, später für alle ausländischen Zahlungsmittel (Sorten). Bank of England, ENG-368b: 10 Shillings ohne Datum (1949–1955), Vorder- und Rückseite. Banque de France, FRA-128d: 100 Francs vom 2. Januar 1953, Vorder- und Rückseite. Bank of Japan, JAP-89a: 100 Yen ohne Datum (1946), Vorder- und Rückseite. Federal Reserve Banks, USA-461: 2 Dollars von 1976, Vorder- und Rückseite. Der §28 des deutschen Bankgesetzes vom 30. August 1924 bezeichnet als Devisen: Banknoten, Wechsel mit einer Laufzeit von höchstens 14 Tagen, Schecks und täglich fällige Forderungen, die bei einer als zahlungsfähig bekannten Bank an einem ausländischen zentralen Finanzplatz in ausländischer Währung zahlbar sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Emporium Hamburg: Vorbericht zur Auktion 99

    Am Freitag (06. Mai 2022) beschließt die 99. Auktion – Banknoten & Notgeld die Auktionswoche der Frühjahrsauktionen, mit 473 Losen aus zahlreichen Sammelgebieten. Es werden erneut zahlreiche seltene und gesuchte Scheine angeboten, wie auch interessante Serien und preiswerte Lots. Für Sammler ausländischer Banknoten beginnt die Auktion direkt mit einer hochwertigen Sammlung „Chinesischer Banknoten“ (Los 4007-4041), hierunter einige Scheine von Provinzial- und Auslandsbanken. Unbedingt zu erwähnen sind an dieser Stelle die 5 Dollars=5 Piastres Shanghai (1921), Specimen der Banque Belge Pour L`Etranger, Societe Anoyme (Los 4018, Taxe: € 1.400) Aus den „Vereinigten Staaten von Amerika“ (Los 4098-4106) kommt mit 5 Dollars ND (1958), Military Payment Certificates eine hervorragend erhaltene Rarität unter den Hammer (Los 4105, Taxe € 8.000). Für spannende Bieterduelle wird sicherlich auch die 100-Pesetas-Banknote (1884) aus Spanien sorgen. (Los 4089, Taxe: € 2.100). Los 4018 China-Auslandsbanknoten Banque Belge PourL´Etranger, Societe Anonyme Shanghai. 5 Dollars = 5 Piastres (1921), Specimen. PMG 58 Schätzpreis: € 1.400 Los 4089 Banco de Espana 100 Pesetas (1884), Madrid. Repaired, PMG 20 Schätzpreis: € 2.100 Los 4105 Vereinigte Staaten von Amerika Military Payment Certificates 5 Dollars ND(1958), Series 541. sehr selten, I Schätzpreis: € 8.000 Unter den „Deutschen Banknoten“ (Los 4119-4279) stellt das Titelstück der Auktion 50 Deutsche Mark o. D., Ros. 248 der Bank Deutscher Länder ein Highlight dar, dass Sie sich nicht entgehen lassen sollten (Los 4176, Taxe € 6.000). Aber auch die 5 Mark (1882) Serie T der Reichsbanknoten und Reichskassenscheine in derTop-Erhaltung I werden gewiss viele Sammlerherzen erfreuen (Los 4119, Taxe: € 1.750). In der Rubrik „Nebengebiete“ (Los 4224- 4237) befindet sich eine absolute Banknotenrarität: Die wunderbare Saarmarknote 100 Mark 1947 (Los 4237, Taxe: € 6.000). Los-Nr. 4176 Bundesrepublik Deutschland ab 1948 Noten der Bank Deutscher Länder, 1948-1949 50 Deutsche Mark o.D. (08.1948-30.10.1949), Serie D/A. I Schätzpreis: € 6.000 Los-Nr. 4237 Nebengebiete Saarland (1920-1948) Saarmarknoten. 100 Mark 1947. III Schätzpreis: € 6.000 Auch den Sammlern von „Notgeld“ (Los 4280-4457) wird Einiges geboten. Exemplarisch sei hier der Satz Wohlau/Schlesien, Paul Tunger. 2 Pfennig – 1 Mark, bestehend aus sechs Scheinen in den überdurchschnittlichen Erhaltungen I-/II+ genannt (Los 4399, Taxe € 1.000). Den Prämienschein 1 Reichsmark ND aus dem Konzentrationslager Ravensbrück sollten Sie sich als Sammler von Lagergeld unbedingt notieren (Los 4287, Taxe: € 350). Eine besonders Highlight in der Rubrik „Notgeld“ sind die Bielefelder Leinen-Scheine („Bielefelder-Stoffgeld“). Absolut beeindruckend sind die 5 Millionen Mark (1923) in einer hervorragenden Erhaltung (Los 4302, Taxe: € 300). Wer auf der Suche nach einer exquisiten Sammlung mit Bielefelder Stoffgeldscheinen ist, der sollte sich unbedingt das Lot mit mehr als 50 Bielefelder Stoffgeldscheinen vormerken (Los 4314, Taxe: € 500). Wir möchten Ihnen empfehlen, dieses Lot vorher bei uns im Haus zu besichtigen! Last but not least, werden höchstwahrscheinlich auch die 100, 500 und 1000 Mark o. D. (1923) aus dem Niederlausitzer Kohlewerk in der Top Erhaltung I- für spannende Bietergefechte im Internet und am Telefon sorgen. Los 4287 Konzentrationslager Ravensbrück 1 Reichsmark ND, Prämienschein IV Schätzpreis: € 350 Los 4302 Notgeld der Besonderen Art Bielefeld 5 Millionen Mark (1923), Leinen, II Schätzpreis: € 300 Los 4314 Notgeld der Besonderen Art Bielefeld Lot mit mehr als 50 Bielefelder Stoffgeldscheinen: 100 Goldmark (4x), 50 Goldmark (2x), 10 Goldmark (8 Stücke) u.a. Schätzpreis: € 500 Los-Nr. 4399 Schlesien Wohlau Paul Tunger. 2, 10, 25, 50, 75 Pfennig, 1 Mark o.D., I-/II+ Schätzpreis: € 1000 Freuen Sie sich schon jetzt mit uns auf einen spannenden Auktionstag! Wir, das Team der numismatischen Abteilung von Emporium Hamburg, freuen uns auf eine rege Teilnahme an unseren Auktionen und stehen Ihnen für detaillierte Auskünfte hinsichtlich Katalog-Bestellung, telefonischem Bieten, Online-Live-Bidding jederzeit gerne zur Verfügung! Der Katalog ist bereits an unsere Kunden verschickt und die Auktion ist online einsehbar! Siesind noch kein Kunde bei uns? Dann fordern Sie jetzt Ihre Katalog-Exemplare an unter: Emporium Hamburg, Abteilung Numismatik, Süderstraße 288, 20537 Hamburg. Telefon: +49 40 25799-137, Fax: +49 40 25799-100, E-Mail: numis@emporium-hamburg.com Homepage: www.emporium-numismatics.com

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 13

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 685 John Stevenson Arbeitete seit seiner Jugend als Designer von Banknoten und Sicherheitsdokumenten bei der Druckerei Thomas De La Rue in London. 5 Euro, Vorder- und Rückseite: Klassisches Frauenporträt und klassische Säulen. 10 Euro, Vorder- und Rückseite: Männerporträt im Stil der Romanik und romanische Säulen und Torbogen. 20 Euro, Vorder- und Rückseite: Frauenporträt im Stil der Gotik und gotisches Fenster. 50 Euro, Vorder- und Rückseite: Männerporträt im Stil der Renaissance sowie Muschelnische. 100 Euro, Vorder- und Rückseite: Männerporträt im Stil des Barock/Rokoko sowie barockes Bogentor. 200 Euro, Vorder- und Rückseite: Weibliches Porträt im Stil des frühen 20. Jahrhunderts sowie Dachkonstruktion aus Eisen und Glas. 500 Euro, Vorder- und Rückseite: Kinderporträt für die Zukunft Europas sowie moderne Wendeltreppe. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 6

    Hallo, übersende Ihnen einige "Raritäten" aus meiner Notgeldsammlung. Freundlichen Gruss Ulrich Schwarz Schönau i. W., Stadt: Gutschein über 5 Milliarden Mark vom 1. November 1923 mit der Kontrollnummer 0001, Vorderseite. Schönau i. W., Stadt: Gutschein über 100 Milliarden Mark vom 9. November 1923 mit der Kontrollnummer 0001, Vorderseite. Schönau i. W., Stadt: Gutschein über 500 Milliarden Mark vom 9. November 1923 mit der Kontrollnummer 0001, Vorderseite. Todtnau, Stadt: Gutschein über 1 Billion Mark vom 10. November 1923 mit der Kontrollnummer 0001, Vorderseite. Todtnau, Stadt: Gutschein über 1 Billion Mark vom 10. November 1923 mit der Kontrollnummer 0002, Vorderseite. Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: 5 Pesos der Banco Peninsular Mexicano von 1914

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Josef Gerber Historischer Kontext: Nach jahrzehntelangen Machtkämpfen wurde Mexiko mit der Hinrichtung des habsburgischen Kaisers Maximilian I. im Jahr 1867 wieder zu einer Republik. Präsident war bis 1911 – einzig von einer vierjährigen Pause unterbrochen – Porfirio Díaz, der mit seinem autoritären Herrschaftsstil zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung des Landes bewirkte, jedoch auch durch die repressive Politik die Grundlage für die Entwicklung einer Revolution lieferte. Während in Mexiko des 18. Jahrhunderts Depositenzertifikate privater Handelshäuser zirkulierten, die bereits einen banknotenähnlichen Charakter hatten, kam es ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Blütezeit privater Notenbanken, die in unüberschaubarer Zahl aus dem Boden schossen und ihr eigenes Papiergeld ausgaben. Die Wirren des Mexikanischen Bürgerkriegs ab 1911 beflügelten zudem die Vielfalt des Papiergelds: Neben Banknoten, die ab 1914 als gesetzliches Zahlungsmittel galten, waren unzählige Ausgaben von Provinzen, Kommunen, Firmen und Militäreinheiten im Umlauf. Diesem Zustand wurde 1916 durch Entzug des Notenprivilegs von allen Notenbanken ein Ende bereitet; 1925 wurde schließlich die Banco de Mexico als Zentralbank gegründet. Land/Region/Ort: Mexiko Emittent: Banco Peninsular Mexicano, Yucatán Nominal: 5 Pesos Datierung: 1. April 1914 Auflage: 300.000 Stück Vorderseite: Druck Schwarz auf Gelb und Orange. Links Dampflokomotive, rechts Arbeiter im Hafen mit Schiff im Hintergrund. Text in spanischer Sprache. Rückseite: Druck Rot. Wertzahl und Bankname im Kreis flankiert von zwei geflügelten weiblichen Büsten; Abstempelung "2 CENT" der Secretaría de Hacienda. Format: 150 mm x 70 mm Material: Papier Wasserzeichen: ohne Druck: American Bank Note Company, New York Nummerierung: Serie A, No. 286339 Authentizität: Original Zitat: MEX-S465 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Neue Varianten: April 2022 (Teil 1)

    Indien 50 Rupees Wie IND-111 (Linzmayer B300d), aber mit Jahr 2021 und Unterschrift "Shaktikanta Das". 100 Rupees Wie IND-112 (Linzmayer B301c), aber mit Jahr 2021 und Unterschrift "Shaktikanta Das". 100 Rupees Wie IND-112 (Linzmayer B301d), aber mit Jahr 2022 und Unterschrift "Shaktikanta Das". 200 Rupees Wie IND-113 (Linzmayer B302d), aber mit Jahr 2021 und Unterschrift "Shaktikanta Das". 200 Rupees Wie IND-113 (Linzmayer B302e), aber mit Jahr 2022 und Unterschrift "Shaktikanta Das". Iran 20.000 Rials Wie IRN-153 (Linzmayer B287d), aber mit Unterschriften "Akbar Komijani/Farhad Dejpasand". 500.000 Rials Wie Linzmayer B296b (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Ali Salehabadi". Kolumbien 20.000 Pesos Wie COL-461 (Linzmayer B996c), aber mit Datum "24 DE JULIO DE 2018". Kuba 10 Pesos Wie CUB-117 (Linzmayer B906t), aber mit Jahr 2019 und Unterschrift "Irma Margarita Martinez Castrillon". 200 Pesos Wie CUB-130 (Linzmayer B916e), aber mit Jahr 2022 und Unterschrift "Marta Sabina Wilson González". Malawi 1000 Kwacha Wie MWI-67 (Linzmayer B162d), aber mit Datum "1st JANUARY 2021" und Unterschrift "Wilson T. Banda". 2000 Kwacha Wie MWI-69 (Linzmayer B163d), aber mit Datum "1st JUNE 2021" und Unterschrift "Wilson T. Banda". Mexiko 500 Pesos Wie Linzmayer B717l (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "5 OCT. 2021". Thailand 20 Baht Wie THA-135 (Linzmayer B193d), aber mit Unterschriften "Arkhom Termpittayapaisith/Sethaput Suthiwartnarueput". 100 Baht Wie THA-137 (Linzmayer B195d), aber mit Unterschriften "Arkhom Termpittayapaisith/Sethaput Suthiwartnarueput". Türkei 50 Lirası Wie TUR-225 (Linzmayer B303d), aber mit Unterschriften "Şahap Kavcıoğlu/Taha Çakmak". Ungarn 500 Forint Wie Linzmayer B587.5a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2022 und Unterschriften "Patai Mihály/Matolcsy György/Kandrács Csaba/Virág Barnabás". Westafrikanische Staaten – Niger 1000 Francs Wie WAS-615H (Linzmayer B121Hv), aber mit Jahr "2003/(20)22" und Unterschriften "Tiémoko Meyliet Koné/Sani Yaya". Westafrikanische Staaten – Togo 5000 Francs Wie WAS-817T (Linzmayer B123Tt), aber mit Jahr "2003/(20)21" und Unterschriften "Tiémoko Meyliet Koné/Sani Yaya". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • DGW-Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2022-1

    DGW (verschiedene Autoren): Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2022-1 44 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Berlin 2022. Preis: 9,80 Euro (für Vereinsmitglieder kostenlos). Jährlich gibt der Verein Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler (DGW) zwei Informationshefte heraus. Diese sind für Vereinsmitglieder kostenlos, können aber darüber hinaus auch von Sammlern und Interessenten bezogen werden. Das aktuelle Heft enthält wieder eine Reihe vielfältiger Beiträge. Das neue Heft des DGW beginnt mit einem Nachruf auf den langjährigen Vorsitzenden und Gründungsmitglied Jürgen Morgenstern, der nach kurzer schwerer Krankheit am 26. September 2021 verstarb und einem Grußwort zum Antritt des neuen DGW-Vorsitzenden Dr. Matthias Wühle. Schwerpunktthema ist: Lutz Schubert: Eine Reise mit Serienscheinen durch Bayern, Teil 1 (Franken) Weitere interessante Themen sind: Jos F. M. Eijsermans: Eine 35 Jahre alte Tradition wird fortgeführt (Beitrag zur Paper Money Fair Valkenburg) Norbert Müller: Museum rund ums Geld – Greifbare Geschichte und prägender Besuch beim Geldgeschichtlichen Verein Niederrhein e.V. in Xanten Siegfried Seipold: Geldbezeichnungen aus dem Volksmund Matthias Grimm: Manfred Höhn erhält Ehrenkreuz der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft Thomas Krause: Wasserzeichenwechsel bei Notgeld 500 Milliarden Mark von Greifenberg vom 30. Oktober 1923 Frank Scholz: Was ist denn das für ein L(appen) zu deutschen Militärausgaben des Ersten Weltkriegs in Frankreich Thomas Krause: Besonderheiten zum Notgeld von Prenzlau Rainer Geike: Währungsreform 1948 in der SBZ – zweite Etappe Siegfried Seipold: Ergänzungen zu Unterschriften bei Noten der Sächsischen Bank sowie zu Serienbuchstaben und Plattennummern von DDR-Banknoten Eckhard Titz: Bismarckhütte/Oberschlesien – 1914 Gutschein gültig für Eine Mark. Ein Entwurf oder was? DGW-Mitglieder haben das neue Heft sofort nach Erscheinen kostenfrei erhalten. Alle Nichtmitglieder können es über folgenden Kontakt bestellen: Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V., Internet: www.dgwev.de, E-Mail: info@dgwev.de. Hans-Ludwig Grabowski

  • Tschechische Republik: Neue 100-Kronen-Gedenknote

    Am 30. März 2022 gab die Tschechische Nationalbank neue Gedenknoten aus. Die 100-Kronen-Scheine stellen die zweite Gedenknoten-Emission durch die Tschechische Nationalbank dar; wie die ersten Gedenkbanknoten von 2019 zum 100-jährigen Jubiläum der Tschechoslowakischen Krone thematisieren die neuen Scheine wieder die Geschichte dieser Währung. Die Gedenknote misst 194 mm x 84 mm und zeigt den Ökonomen Karel Engliš (1880–1961): 1919 wurde Engliš einer der Mitbegründer sowie der erste Rektor der Masaryk-Universität in Brünn; 1947 bis 1948 war er Rektor der Karls-Universität in Prag. Nach dem Ersten Weltkrieg amtierte Engliš in der neu gegründeten Tschechoslowakei als Finanzminister von 1929 bis 1930 sowie von 1934 bis 1938 als Gouverneur der Tschechoslowakischen Nationalbank. Engliš, der in einer von der Weltwirtschaftskrise stark betroffenen Zeit in seinen Funktionen tätig war, versuchte, durch seine währungspolitischen Maßnahmen die Krone wieder zu stabilisieren. Auf der Vorderseite ist ein Porträt von Karel Engliš neben einer Anemone dargestellt; im Hintergrund lassen sich das Nationalbankgebäude in Prag und ein Wappenadler erkennen. Die Rückseite zeigt das Palais Clam-Gallas in Prag sowie eine Statuengruppe der Fassade des Palais, in dem das tschechoslowakische Finanzministerium untergebracht war. Das Wasserzeichen zeigt das Engliš-Porträt und die Anemone gemeinsam mit der Wertzahl 100; ein Sicherheitsfaden gibt neben Dreipässen die Lebensdaten des Ökonomen "1880–1961" wieder. Auch im Mikrotext sind Hinweise zu Engliš und der Geschichte der Tschechoslowakischen bzw. Tschechischen Krone versteckt: So lassen sich unter anderem Engliš' Worte auf der Gründungsversammlung der Tschechoslowakischen Nationalbank am 21. März 1926 wie auch die Namen aller Nationalbank-Gouverneure finden. Außerdem besitzt erstmals eine tschechische Gedenknote ein Hologramm: Mit kinetischen und 3D-Effekten ausgestattet, ist die Form des Hologramms dem Tomáš-Garrigue-Masaryk-Orden 3. Klasse mit dem Porträt des ersten Staatspräsidenten der Tschechoslowakei nachempfunden. Auch lassen sich Masaryks Initialen durch Laserdurchleuchtung erkennen. Des Weiteren sind fluoreszierende Melierfasern in das Baumwollpapier eingearbeitet, die neben weiteren Bildelementen im UV-Licht leuchten. Die Auflage dieser Gedenknote, wieder von Eva Hašková entworfen und von der Tschechischen Sicherheitsdruckerei in Prag auf Papier aus Louisentha gedruckt, ist auf 20.000 Exemplare limitiert. Kana Totsuka Abb. Tschechische Nationalbank (www.cnb.cz)

  • UdSSR: 5 Rubel 1934/37 – Fehlerkorrektur bei der Sprachzuordnung

    Die ersten Geldscheine der UdSSR 1923/24 – die Scheine zu 10.000, 15.000 und 25.000 Rubel – waren in sechs Sprachen beschriftet. Das waren die in den vier Gründungsrepubliken (Russland, Ukraine, Belorussland und Transkaukasien) gesprochenen Sprachen Russisch, Ukrainisch, Belorussisch, Georgisch, Armenisch und Aserbaidschanisch. Im Oktober 1924 kamen die Usbekische und die Turkmenische SSR und im Oktober 1929 die Tadschikische SSR zur UdSSR dazu. Alle diese seit 1924 erfolgten Veränderungen wurden erstmals im September 1932 auf den 3-Tscherwonez-Scheinen sichtbar. Sie waren jetzt in sieben Sprachen beschriftet. Diese Gestaltung wurde auch für die 1934er Ausgabe von 1-, 3- und 5-Rubel-Scheinen übernommen. RUS-211: 5 Rubel der UdSSR von 1934, Vorder- und Rückseite. Hier mit Unterschrift, also tatsächlich von 1934. Die Abbildung zeigt den 5-Rubel-Schein von 1934. Im Gegensatz zu späteren Geldscheinen ist die mehrsprachige Wertangabe auch hier noch etwas umfangreicher, sie lautet „Staatliches Kassenbillet der UdSSR fünf Rubel“. Mittig ist in großer Schrift die Wertangabe in Russisch zu erkennen, begleitet von weiteren sechs „eingerahmten“ Wertangaben. Es handelt sich hierbei zweimal um kyrillische Schrift, je einmal um lateinische und arabische Schrift sowie um georgische und armenische Schrift. Welche waren nun diese sieben Sprachen? Das sind zunächst das bereits genannte Russisch, dazu kommen Ukrainisch und Belorussisch in den beiden oberen Rahmen sowie Georgisch und Armenisch in den beiden mittleren Rahmen, beide sind eindeutig an der jeweiligen Schrift erkennbar. Offen bleiben dabei die unteren zwei Rahmen. Nach Senkevich[1] war für Aserbaidschanisch unverändert die arabische Schrift verwendet worden. Für die drei neu dazu gekommenen Republiken Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan sei eine gemeinsame in lateinischer Schrift geschriebene „Turk-Sprache“ festgelegt worden. Diese Aussage ist jedoch falsch, wurde von mir allerdings 20 Jahre lang unkritisch als Basis für die Sprachzuordnung in mehreren Beiträgen[2] verwendet. Erst bei der Durchsicht durch eine Fachfrau ist der Fehler jetzt entdeckt worden[3]. In Wirklichkeit ist für die Beschriftung in Aserbaidschanisch das nach längerer Diskussion seit Ende der 1920er Jahre eingeführte lateinische Alphabet benutzt worden. Aserbaidschanisch gehört zu den Turksprachen. Da auch Turkmenisch und Usbekisch Turksprachen sind, wurde damals offensichtlich entschieden, dass für die beiden neuen Unionsrepubliken Turkmenistan und Usbekistan die Beschriftung in Aserbaidschanisch ausreicht.[4] Tadschikisch dagegen ist eine mit dem Persischen nah verwandte Sprache. Deswegen ist die siebte Wertangabe in Tadschikisch, geschrieben in arabischer Schrift. Übersetzt ist es die gleiche Information wie im Russischen, außer der anderen Währungsbezeichnung „Staatlicher Kassenschein der UdSSR 5 ṢŪM“. 5 Rubel der UdSSR 1934, Zusammenstellung der Wertangaben (ohne Russisch): Ukrainisch Belorussisch Georgisch Armenisch Aserbaidschanisch Tadschikisch Die Wappendarstellung von der Vorderseite des Geldscheins zeigt das Wappen der UdSSR mit sieben beschrifteten Schleifen. Diese sind in den gleichen Sprachen beschriftet, wie sie in der Wertangabe verwendet werden. 5 Rubel der UdSSR 1934, Wappendarstellung. Für Wappen und Wertangabe wurden also sieben Sprachen genutzt – diese stehen aber nicht für die Unionsrepubliken, von denen es – zufällig – auch sieben gab. Während die Transkaukasische SFSR mit drei Sprachen vertreten ist (Georgisch, Armenisch, Aserbaidschanisch), fehlen die Usbekische und die Turkmenische Sowjetrepublik. 1936 kamen dann die Kasachische und die Kirgisische SSR neu dazu, die Transkaukasische SFSR wurde aufgelöst und die Usbekische und Turkmenische Sowjetrepublik erhielten eigene Schleifen im Wappen. Aber alle diese Veränderungen konnten offensichtlich nicht so schnell umgesetzt werden, so dass 1937 zunächst ein unveränderter Nachdruck der 1-, 3- und 5-Rubel-Scheine der Ausgabe von 1934 vorgenommen wurde. RUS-212: 5 Rubel der UdSSR 1934 (1937) ohne Unterschrift, Vorderseite. Diese 1937er Ausgabe ist ein Beispiel dafür, wie oft und wie deutlich gedruckte Zeugnisse der wirklichen Entwicklung hinterherhinken können. Die Scheine sind ein nahezu unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1934 – inklusive der Jahreszahl. Im Einzelfall kann sich die Größe der Kenn-Nummern unterscheiden, außerdem fehlt die Unterschrift des Volkskommissars für Finanzen. Dieser war ein Opfer der stalinistischen Säuberungen geworden. Seitdem gab es in der UdSSR keine Geldscheine mit Unterschriften mehr. Rainer Geike Abb. Rainer Geike und Hans Worbes, www.worbes-verlag.de Anmerkungen D. A. Senkevich: State Paper Money of RSFSR and USSR 1918-1961. Moskau 1989, S. 180f. Wappen auf Geldscheinen: Russland - UdSSR - Nachfolgestaaten. In: Herold-Jahrbuch, N.F., Bd. 4, 1999, S. 39-71; Der besondere Geldschein - 5 Rubel der UdSSR 1934/37. In: PapierGeld, Heft 6 - 2016, S. 9-11; Usbekistan - Wechsel der Schrift auf den Geldscheinen. In: DGWe.V. Information, Heft 2018/1, S. 16-19; Transkaukasien - Geldscheine und Wappen als Zeitdokumente. Gietl-Verlag 2009; Transkaukasien - Geldscheine und Wappen als Zeitdokumente. BoD Books on Demand, Norderstedt 2021. Herzlichen Dank an Ingeborg Baldauf, Zentralasien-Seminar der Humboldt-Universität Berlin. In der Verfassung von 1931 wird keine Anzahl der Schleifen oder Sprachen genannt, sondern lediglich angegeben, dass die Beschriftung in den allgemein in den Republiken benutzten Sprachen erfolgen solle. Quelle: V. Poceluev: Gerby Sojuza SSR (Wappen der UdSSR), Verlag Politizdat, Moskau 1987, S. 93.

  • Russisch-Amerika und seine Geldscheine

    Wenn man auf die Kolonialgeschichte Nordamerikas schaut, spricht man meist von den Kolonien Englands, der Niederlande, Frankreichs oder Spaniens. Kaum denkt man auch an dortige russische Kolonien. Dennoch hatte Russland verschiedene Ansiedlungen in Nordamerika. Und hier waren besondere Geldscheine in Umlauf. Mitte des 18. Jahrhunderts erkundeten die ersten europäischen Seefahrer mit zwei Schiffen den nordöstlichen Pazifik von Kamtschatka aus. Gemeinsam starteten im Mai 1741 der Russe Aleksej Tschirikow auf der „St. Paul“ und der im Dienst der russisch-kaiserlichen Marine stehende Däne Vitus Bering auf der „St. Peter“ von Petropawlowsk-Kamtschatski. Nach einem Sturm wurden beide Schiffe getrennt und segelten dennoch weiter östlich; am 15. Juli 1741 landete Tschirikow auf der heutigen Baker-Insel und Bering ging einen Tag später und etwa 450 Meilen nördlich mit Sicht auf den Mount St. Ellis an Land. Sie sahen sich nie wieder. Vier Jahre später erreichten Stepan Glotow und seine Männer als erste russische Pelztierjäger die westlichen Aleuten. Danach kamen in den folgenden Jahrzehnten Jäger, Händler und auch Kirchenleute ins Land. Gegen den Willen der Ureinwohner errichteten sie erste Ansiedlungen. So entstanden Nowo Archangelsk (heute Sitka) nahe dem aufge- gebenen Michailowsk, Kodiak u. a. Abb. 1: Russischer Segler „Newa“, 1804 vor Kodiak. Abb. 2: Russische Landkarte vom Januar 1835 „КАРТА РОССIЙСКОГО ВЛАДѢНIЯ въ Сѣверной Америки“ (≈ Karte des russischen Besitzes in Nordamerika), eine ältere Karte von 1802 bezeichnete diese See- und Landgebiete als „Karte der maritimen Entdeckungen russischer Seefahrer im pazifischen und arktischen Meer“. Der russische Zar Paul I. verfügte im Ukas (Erlass) vom 8. Juli 1799 die Genehmigung einer „Russisch-Amerikanische Gesellschaft unter dem Schutz Seiner kaiserlichen Majestät“, die „Россійско-Американская Компанія“ (RAK) im sibirischen Irkutsk. Das war eine halbstaatliche Handelsgesellschaft, die den Pelzhandel unterstützen und die Verwaltung des russischen Besitzes in Nordamerika organisieren sollte. Das Gebiet der Kompanie umfasste Teile Alaskas mit den Aleuten und erstreckte sich bis ins Fort Ross (Крѣпость Россъ, 1812 im heutigen Kalifornien gegründet). Auch Fort Elizabeth (Елизаветинская крепость) wurde 1817 auf der Hawaii-Insel Kauai errichtet, um auch dort Einfluss zu gewinnen. Die RAK war ähnlich groß wie die Hudson᾽s Bay Company oder die East India Company. Abb. 3: Von Zar Alexander I. 1806 genehmigte Flagge der Russisch-Amerikanischen Kompanie aus dem Jahr 1816. Diese Gesellschaft unter ihrem ersten „Gouverneur“ Alexander Baranow war bald gezwungen, Geldzeichen (МАРКА ВЪ АМЕРИКѢ ≈ Zahlungsmittel in Amerika) vor allem für den Pelzhandel einzuführen. Schon 1803 schlug Baranow eine Kolonialwährung für den Handel auch mit fremden Jägern und Einheimischen vor. Die erste Ausgabe von 1816 umfasste die auf starkem Karton gedruckten Wertstufen zu 25 und 50 Kopeken sowie 1 Rubel in einer Menge von 12.000 Rubel. Alle diese und künftigen Scheine trugen auf der Rückseite das Siegel der Russisch-Amerikanischen Gesellschaft. Abb. 4: Siegel der RAK mit der Um- und Inschrift „ПОКРОВИТ : ПОДЪ ВЫСОЧ : ЕГО ИМП : ВЕЛИЧ : / РОССİЙС : АМЕРИ= КАНС : КОМПА= НİЙ ПЕЧАТЬ.“ (s. o.) Diese, wie alle folgenden Ausgaben, zeigen kein Datum. 1822 erschien eine ähnliche Kartonausgabe in Höhe von 30.000 Rubel – nun unter dem Gouverneur Michail Murawjew. Da sich die Kartonmarken im kalten Alaska nicht bewährten, kam man auf die Idee, Geld auf gegerbte Haut von unterschiedlichen Robben drucken zu lassen. Die ersten Wertstufen auf dem als Pergament bezeichneten Material kamen 1826, ebenfalls für 30.000 Rubel, unter Gouverneur Pjotr Tschistjakow in Umlauf. Das angeblich in der kaiserlichen Druckerei (Beschaffungsamt von Staatspapieren = ЭЗГБ) in St. Petersburg bedruckte Pergament waren bearbeitete Walross-Häute. Im englisch-amerikanischen Sprachgebrauch nennt man die Geldscheine „walrus skin money“ oder auch „seal skin money“; im Russischen wird der Begriff „kozhanye / кожаные“ verwendet. 1834 wurden weitere Scheine ausgegeben – unter dem russisch-livländischen Ferdinand Baron von Wrangel. Weitere Nachauflagen wurden 1842 (41.662 Rubel), 1846 (20.300Rubel), 1848 und 1852 gedruckt. Die letzten Scheine in Höhe von 80.000 Rubel wurden 1858 ausgegeben. Das geschah unter den Gouverneuren Michail Tebenkow und Nikolai Rosenberg. Seit 1826 wurden die Emissionen mit den Wertstufen 10 Kopeken sowie 5, 10, und 25 Rubel erweitert. Der Fachautor Ted Uhl bezifferte 1982 den Bestand an Walrosshaut-Geld auf 53 Exemplare; Randolph Zander gab 1996 die Zahlen mit 22 Stück an 10 Kop., 18 Stück an 25 Kop., 10 Stück an 50 Kop., 18 Stück an 1 Rbl., 3 Stück an 5 Rbl., 5 Stück an 10 Rbl. und einen 25-Rubel-Schein, also 77 insgesamt, an. Noch etwa 150 bis 200 Exemplare von Robbenhaut-Geldscheinen könnten weltweit vorhanden sein, die meisten liegen in Museen oder in Privatsammlungen. Hier muß erwähnt werden, dass der russische Autor Petr Rjabtschenko in der zweiten Auflage seines Katalogs, der neben den bisher bekannten sieben Wertstufen zwei weitere katalogisiert und dem Ausgabejahr 1816 zuordnet: Scheine zu 2 Rubel in Blau (Kat.-Nr. 26005) und 20 Rubel in Rosa (Kat.-Nr. 26008). Ausgaben auf Karton gedruckt: Abb. 5/6: 10 Kopeken (Десять коппекъ.) o. D., Vorder- und Rückseite, oval. Ausgaben auf Pergament/Walross-Häute gedruckt: Die Abmessungen aller Scheine variieren, z. B. zwischen: von 58 × 40 mm bis 90 × 66 mm; die Farben sind ebenfalls unterschiedlich, je nach Beschaffenheit der Häute. Abb. 7/8: 10 Kopeken (Десять копѣекъ.) o. D., Vorder- und Rückseite, gelocht. Abb. 9/10: 25 Kopeken (Двадцать пять копѣекъ.) o. D., Vorder- und Rückseite. Abb. 11/12: 50 Kopeken (Пятьдесятъ копѣекъ.) o. D., Vorder- und Rückseite. Abb. 13/14: 1 Rubel (Одинъ Рубль.) o. D., Vorder- und Rückseite. Abb. 15a/b: 5 Rubel (Пять рублей.) o. D., Vorder- und Rückseite. Abb. 16/17: 10 Rubel (Десять Рубль.) o. D., Vorder- und Rückseite. Abb. 18/19: 25 Rubel (Двадцать пять рублей.) o. D., Vorder- und Rückseite. Die Scheine wurden in der Regel mit denUnterschriften der jeweiligen Direktoren der RAK versehen oder blieben vakat. Die Kontrollnummern wurden handschriftlich eingetragen. Auffallend sind die teilweise an den Ecken beschnittenen Kopeken-Scheine. Etwa ab 1842 wurden sie wegen ihren fast gleich großen Abmessungen so gekennzeichnet und damit allen Schriftunkundigen die Bestimmung der Werthöhe der Zahlungsmittel erleichtern. Die Rubel-Scheine waren aus dem selben Grund unterschiedlichen groß. Abb. 20: in der Sammlung des Goznak-Museums in St. Petersburg befindliches Dokument von 1859 mit Probedrucken (ОБРАЗЕЦЪ.) von fünf Wertstufen (von rechts nach links 50 Kopeken – 25 Rubel, mit Anmerkungen von M. Lewitzkij: „Образцы эти утверждены Министерством просвещения 3. октября и переданы во 2. отделение согласно предписанию от 4. ноября 1859г. за Но. 3243 для руководства при печатании. Правитель канцелярии М. Левицкий“ = „Diese Muster wurden am 3. Oktober vom Bildungsministerium zugelassen und gemäß der Anweisung vom 4. November 1859 Nr. 3243 in die 2. Abteilung zwecks Druckanleitung deponiert. Leiter der Kanzlei M. Lewitzkij“ Abb. 21: Dир:Андр:Северин = Direktor Andrej Sewerin. Von der ersten Ausgaben sind nur drei Exemplare bekannt: ein 25-Kopeken-, ein 50-Kopeken- und ein 1-Rubel-Schein von 1816 und von 1922 nur ein einzelner Rubel-Schein. Sieben von den 18 bekannten 25-Kopeken-Scheinen liegen in Privatsammlungen. Andere Scheine befinden sich in (halb-)staatlichen Beständen: Staatliches Historisches Museum in Moskau, Russisches Museum in St. Petersburg, Smithsonian Institution in Washington, Alaska State Library in Juneau, im Nationalmuseum in Helsinki, im Ulster Museum in Belfast. Waren in den Jahren 1960 bis 1980 diese Geldscheine schon selten und ihre Verkaufspreise noch moderat, so stiegen die Preise bis heute auf 6-stellige Dollarbeträge. Einige Angebote durch Sammlungs-Verkäufe gab es in den letzten 40 Jahren bei den Auktionshäusern R. M. Smythe & Co., Bowers & Ruddy (heute Stack᾽s Bowers), aber vor allem bei Heritage; so erziel- te man dort im Januar 2021 einen Rekordpreis von 192.000 US-Dollars für das bekannte Unikat zu 25 Rubel. Im Januar 2020 wurde ein 10-Kopeken-Schein für 44.062 US-Dollars versteigert. Ein 50-Kopeken-Schein erreichte 2016 immerhin 66.000 US-Dollars. Abb. 22: Verkaufsliste von T. Uhl (1981), dieser 25-Rubel-Schein wurde für 47.500 $ angeboten; ein handschriftlicher Vermerk lautete „Sold for $12.000.“ Abb. 23: stark abgenutzter und eingerissener 10-Kopeken-Schein aus dem Umlauf. Für den Kauf und Verkauf in Russisch-Amerika hingen in den jeweiligen Geschäften der vier und später sechs Bezirke Preislisten aus. Sie durften nur von den Direktoren abgeändert wer- den. Dort wurden nur die RAG-Scheine (mit einem Aufschlag von 35 Prozent auf Grundwaren) akzeptiert. Ein Tauschhandel mit Fellen fand dennoch weiterhin statt, z. B. bekam man für einen einjährigen Seeotter oder einen Flussbiber eine Axt, für einen Flussbiber ein drei Arshin (etwa zwei Meter) langes Baumwolltuch, für acht Nerze ein Pfund Virginia-Tabak oder für zwei Schwarzbären einen gusseisernen Kessel. Die Häute wurden in wasserdichten Taschen aus Walrosshaut von den Russen nach China verschifft, anschließend die Säcke aufbereitet für Rücksendungen und für den Druck des Walrosshaut-Gelds wiederverwendet. Das daraus gefertigte Pergament hatte dadurch eine unterschiedliche Farbgebung; außerdem wurden die Häute gefärbt. Alexander I. und andere Mitglieder der Zaren-Familie kauften 1820 große Anteile an der Russisch-Amerikanischen Gesellschaft, aber der Handel brachte letztendlich nicht den großen wirtschaftlichen Gewinn. Der Handel mit Fellen und der Transport kostete mehr Geld als erhofft und erlebte einen spürbaren Niedergang. Außerdem gab es durch die wirtschaftlich-politische Konkurrenz zu Britisch-Amerika und den Einfluss Spaniens in Nordamerika weitere Probleme. Diese wurden durch die Ureinwohner verschärft, die sich immer öfter gegen die Russen auflehnten. Die Kassen in St. Petersburg mussten durch den verlorenen Krimkrieg wieder aufgefüllt werden. So waren es wirtschaftliche und geopolitische Überlegungen der Herrscher in Moskau, sich von Russisch-Amerika zu verabschieden. Zar Alexander II. stellte vor über 150 Jahren Russisch-Amerika zum Verkauf an. Das Verkaufsangebot an den Fürsten von Liechtenstein wurde aus Vaduz abgelehnt. Großbritannien hatte Interesse, unterlag aber den USA, trotz eines höheren Gebots – mit dem Vertrag vom 30. März 1867. Mit der Kaufsumme von 15 Mio. Dollars erweiterten die USA ihr Staatsgebiet am 30. April 1803 durch den Erwerb von Französisch-Louisiana am 31. Oktober 1803. Am 20. Dezember 1803 folgte die Übergabe der Stadt New Orleans durch Frankreich und am 10. März 1804 wurde in St. Louis eine offizielle Feier zur Übernahme der neuen Territorien abgehalten. Für weitere 5 Mio. Dollars erwarben die USA im Adams-Onís-Vertrag vom 22. Februar 1819 die Gebiete von Ost- und West-Florida von Spanien. Außerdem regelte man die neue Grenzziehung zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. Nach der 1810 erklärten mexikanischen Unabhängigkeit von Spanien erlangte das Land nach einem langen Krieg am 27. September 1821 seine endgültige Souveränität. Texas wurde 1836 Republik, aber am 19. Februar 1845 von den USA annektiert. Die Eingliederung in die USA erfolgte am 29. Dezember 1845. Im Krieg mit Mexiko von 1846 bis 1848 verlor das neue Kaiserreich die Nordteile ihres Gebiets; die USA zahlten nochmals 5 Mio. Dollars für Ansprüche von anfangs geforderten fast 5,5 Millionen. 1853 erweiterte man das Staatsgebiet durch den sog. Gadsden-Kauf das Grenzgebiet für 10 Mio. Dollars. Es ist aus heutiger Sicht verwunderlich, dass nach dem amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 noch genügend Geld in den Washingtoner Kassen lag, um sich um einen Erwerb von Russisch-Amerika zu bemühen. Schon vor dem Bürgerkrieg scheiterten Verhandlung über den Kauf, aber Russland war zu einem Verkauf nicht bereit – das Angebot der USA war wohl zu niedrig. Nach dem Krieg aber war Russland zu einer Abgabe bereit. Im Dezember 1866 beschloss Zar Alexander II., dass der russische Gesandte Baron Eduard von Stoeckl mit dem damaligen US-Außenminister William H. Seward über einen Kauf/Verkauf verhandeln sollte. Die russische Forderung: der Preis durfte nicht unter 5 Mio. Dollars liegen. Für 2 Cents je Acre (über 4.000 Quadratmeter) kauften die USA nach Verhandlungen vom 11. März bis 4 Uhr morgens am 30. März 1867 das Gebiet von Alaska für 7,0 Mio. Dollars von Russland. Das folgenreiche Unternehmen war in der amerikanischen Öffentlichkeit umstritten; man sprach von Sewards Torheit, Sewards Gefriertruhe oder Präsident Johnsons Eisbärpark in einer gefrorenen Wildnis. Abb. 24: William H. Seward (sitzend) und Baron Eduard von Stoeckl mit der Hand auf dem Globus bei den Verhandlungen (Gemälde von Emanuel Leutze). Das Repräsentantenhaus stimmte am 14. Juli mit 113 Ja- und 43 Nein-Stimmen bei 44 Enthaltungen für den Kauf. Ratifiziert wurde der Vertrag vom Zar am 3. Mai 1867 und von den Vereinigten Staaten am 28. Mai 1867. Der Austausch fand am 20. Juni 1867 statt. Der Vertrag war in Englisch und Französisch, der damaligen russischen Diplomatensprache, verfasst und hatte u. a. folgenden Inhalt: „Seine Majestät der Kaiser von ganz Rußland willigt ein, durch diese Konvention sofort nach dem Austausch der Ratifikationen der Vereinigten Staaten das gesamte Territorium und die Herrschaft, die Seine Majestät jetzt auf dem amerikanischen Kontinent und den angrenzenden Inseln besitzt, abzutreten, die in den hierin festgelegten geografischen Grenzen enthalten sind, nämlich: Die östliche Grenze ist die Demarkationslinie zwischen den russischen und den britischen Besitzungen in Nordamerika, wie sie durch die Konvention zwischen Rußland und Großbritannien vom 28. Februar 1825 festgelegt wurde. ... Ausgehend vom südlichsten Punkt der Insel namens Prince-of-Wales-Insel, welcher Punkt auf dem Breitengrad 54 Grad 40 Minuten nördlicher Breite liegt, und zwischen dem 131. und dem 133. Grad westlicher Länge (Meridian von Greenwich) soll die besagte Linie nach Norden entlang des Portland-Kanals bis zum Punkt ansteigen, wo der Kontinent auf den 56. Grad nördlicher Breite trifft; von diesem letztgenannten Punkt folgt die Demarkationslinie den Gipfeln der parallel zur Küste liegenden Berge bis zum Schnittpunkt des 141. Grades westlicher Länge des gleichen Meridians; und schließlich vom besagten Schnittpunkt in Verlängerung bis zum gefrorenen Ozean.“ Danach wurden alle Besitzungen der Russisch-Amerikanischen Gesellschaft in den Rajonen Atinsky, Kodiaksky, Kuril, Mikhailovsky, Sitka und Unalashkinsky mit seinen etwa 2.500 russischen Bewohnern aufgelöst, die innerhalb von drei Jahren abreisen oder amerikanische Bürger werden sollten. Fort Ross wurde schon 1841 verkauft. Russland wollte, dass die Zahlung innerhalb von zehn Monaten in London erfolgt. Botschafter von Stoeckl stimmte später der Zahlung in Washington statt in London zu und erhöhte den Verkaufspreis um 200.000 Dollars. Die Bezahlung dauerte jedoch bis 13 Monate nach Ratifizierung. Abb. 25: Schatzschein No. 9759 des US-Finanzministeriums vom 1. August 1868 über $ 7.200.000 (auf das Büro von Baron de Stoeckl ausgestellt und von den beiden obersten US-Finanzbeamten Francis E. Spinner und Noah L. Jeffries unterzeichnet). Eduard von Stoeckl erhoffte sich durch den Vertragsabschluss einen finanziellen Gewinn; den erreichte er sowohl von US-amerikanischer als auch von russischer Seite. Von den 7,2 Mio. Dollars in Gold (das wären heute ca. 127 Mio. US-$) wurden letzlich nur 7.108.333 Dollars an Baring Brothers in London überwiesen. Dieses Bankhaus hatte schon den Louisiana-Kauf betreut. Aus der Restsumme wurden u. a. 10.000 Dollars für die Abwicklung mit St. Petersburg in Rechnung gestellt und 21.667 Dollars erhielt von Stoeckl. Auch Bestechungsgelder an US-amerikanische Politiker wurden davon gezahlt. An den russischen Hof wurden 12.868.724,50 Rubel ausgezahlt. Davon erhielt die Russisch-Amerikanische Gesellschaft immerhin 1.423.504,69 Rubel. Bis März 1871 wurden 10.972.238,04 Rubel für die Eisenbahnen Kursk-Kiew, Rjasan-Koslowskaja und Moskau-Rjasan ausgegeben. Der Restbetrag in Höhe von 390.243,90 Rubel erhielt die Staatskasse Russlands. Man rechnete 2 Rubel für 1 US-Dollar. Abb. 26: 5 Rublej 1867, Vs./Rs., Russland, 917er Gold. Abb. 27: 2½ Dollars 1867, Vs./Rs., USA, 900er Gold. Dennoch kursieren bis heute noch viele Mythen und Legenden zum Verkauf von Alaska. Das nach London überwiesene Geld wurde angeblich für den Kauf von Goldbarren verwendet, die mit dem Schiff „Orkney“ über die Ostsee nach St. Petersburg gebracht werden sollten. Am 16. Juli 1868 sank das Schiff im Sturm, aber bei der Bergung des Schiffes fand man kein Gold. Angeblich soll es absichtlich versenkt worden sein, um die Versicherungssumme einzukassieren. In Russland sind einige der Meinung, dass man Alaska nie verkaufte, sondern nur für 99 Jahre vermietete. Das entspricht aber nicht der historischen Wahrheit. Die Aussage von Josef Stalin während der Jalta-Konferenz auf der Krim, dass man einen Anspruch zur Rückgabe Alaskas nicht geltend machen wird, verblüffte die US-amerikanische Delegation. Einen Monat nach der russischen Annexion der Krim am 18. März 2014 wurde Putin in der TV-Sendung „Direkter Draht“ zu Alaska befragt. Er antwortete auf die Frage „Gibt es Pläne, Alaska mit Russland zu verbinden? Wir würden uns sehr freuen“: „Faina Iwanowna, Liebes, warum brauchst du Alaska?“ und „... wir sollten nicht aufgeregt sein.“ Es kursierte seinerzeit der witzige Ausspruch „Alaska heißt jetzt Eis-Krim.“ Der russische und populistische Nationalist Schirinowski (eigentl. Eidelstein) forderte schon 1993 Alaska zurück. Aber: Alle in den USA und in Russland liegenden Dokumente beweisen den Vertrag beider Länder über die rechtmäßige Übergabe Alaskas. Nach dem Einholen der russische Flagge in Sitka und dem Hissen des Sternenbanners wurde ab 18. Oktober 1867 das neuerworbene Gebiet als Department of Alaska bezeichnet und ab 17. Mai 1884 in District of Alaska umbenannt. Am 24. August 1912 organisierten die USA das Land als Territory of Alaska und am 3. Januar 1959 wurde es als 49. Bundesstaat State of Alaska in die USA eingegliedert. Nach den Goldfunden in Alaska, besonders im benachbarten, britischen Yukon Territory im Jahr 1896 wurde ein einmaliges Goldfieber ausgelöst und bis 1900 verdoppelte sich die Bevölkerungszahl in Alaska. Die Siedlung Sitka war ab 1808 für fast 100 Jahre der Hauptort der Kolonie Russisch-Amerika gewesen. 1906 verlegten die Amerikaner den Verwaltungssitz ins 1880 gegründete Harrisburg, das ein Jahr später in Juneau umbenannt wurde. In Juneau wurden die ersten National-Banknoten zu 5 und 10 Dollars ausgegeben. Später folgte die First National Bank of Fairbanks in der zweitgrößten Stadt Alaskas. Abb. 28: 10 Dollars vom 15. Februar 1898, Territory of Alaska – First National Bank of Juneau (1898 gegründet), Unterschriften: H. H. Eddy/W. T. Summers. Abb. 29: 5 Dollars vom 1. März 1905, District of Alaska – First National Bank of Fairbanks (1905 gegründet), Unterschriften: Luther C. Hess/Kenneth Bonnefield; dieser Schein wurde im Oktober 2012 für 246.750 US-Dollars versteigert. Abb. 30: 10 Dollars vom 15. Februar 1918, (Territory of ) Alaska – First National Bank of Juneau (1935 geschlossen), Unterschrift: John Reck. Abb. 31: 20 Dollars vom 1. März 1907, District of Alaska – First National Bank of Fairbanks (1905 gegründet), Unterschriften: D. N. Freeman/Kenneth Bonnefield. Von den First National Banks in Alaska wurden Banknoten zu 5, 10 und 20 Dollars ausgegeben. Interessant ist der scheinbare Widerspruch auf den Banknoten: der Zehner von der FNB Juneau zeigt unten „Ter. of Alaska“ und das Datum 15. Februar 1898“ – ein Territory of Alaska wurde jedoch wie beschrieben erst 1912 gebildet. Die Dienstzeiten von B. K. Bruce und Ellis H. Roberts vom 3. Dezember 1897 bis 17. März 1898 sprechen mit ihren Unterschriften für 1898. Der Aufdruck „Series 1902“ bringt keine Klarheit, aber tatsächlich löste H. H. Eddy als Schatzmeister seinen Vorgänger C. M. Summers nach 1908 ab, was auf einen Druck um 1912 mit älteren Druckplatten hinweisen könnte. Anders und korrekt ist hingegen: auf dem Fünfer (Serie 1902) der FNB Fairbanks steht „District of Alaska“ und „March 1, 1905“. Und auch die Dienstzeiten von J. W. Lyons und Ellis H. Roberts fallen in diesen Zeitraum: 7. April 1898 bis 30. Juni 1905. Von den National-Banknoten sind insgesamt nur 137 Exemplare einschließlich der 1929er sog. Smal size notes der First National Bank of Ketchikan erhalten geblieben. Abb. 32: 20 Dollars von 1929, Alaska State –First National Bank of Ketchikan (1924 gegründet), Schätzpreis: ca. 15.000 Dollars; Unterschriften: W. O. Trill/J. E. Berg. Weitere Recherchen zu den Geldscheinen der Russisch-Amerikanischen Kompanie im 19. Jahrhundert haben zusätzliche Informationen zu Tage gebracht. In der Numismatischen Abteilung des Staatlichen Historischen Museums in Moskau fand man einen bisher unbekannten Schein zu 1 Rubel. Der einseitig bedruckte Schein unter der Archiv-Nr. 104188 sieht völlig anders aus, als die üblichen und bekannten Ausgaben. Abb. 33: 1 Rubel o. D., Vorderseite, einseitig auf Karton, 60 mm × 36 mm, mit Aufdruck „МАРКА въ АМЕРИКѢ“ und „одинъ рубль.“ innerhalb von Ornamenten. Der 60 mm x 36 mm große Schein zeigt kein Wappen mit dem bekannten russischen Adler – weder mit dem alten, noch mit dem neuen Doppeladler. Alle Kopeken- und die meisten Rubel-Scheine zeigen das alte Wappen; der Adler in dieser Form wurde bis 1843 verwendet. Nur der abgebildete 25-Rubel-Schein stellt den Adler mit aufgerichteten Flügeln dar. Der Wandel begann mit der Reform des russischen Papiergelds seit 1839. Die Entdeckung des unüblichen 1-Rubel-Scheins beschrieb Irina Schikanowa in ihrem Artikel „Кожаные деньги Русской Америки“ in der Sammlerzeitschrift Antiquariat“, Nr. 38 vom Juni 2006. Darin äußerte sie die Vermutung, dass es sich um eine Fälschung handeln könnte. Auch Kenner der Materie waren dieser Ansicht. In ihrem Fachbuch „Страницы отечественной истории в бумажных денежных знаках“ (2. A. 2016) schränkte sie ihre Aussage ein und katalogisierte die Neuentdeckung zu einer 3. Gruppe. Welchen Sinn sollte eine Fälschung machen, die gestalterisch deutlich von den herkömmlichen Ausgaben abweicht? Fälschungen zum Schaden der Kassen werden nur von umlaufenden Geldzeichen fabriziert. Eine Fälschung ist es nicht – schlimmstenfalls wäre es ein Fantasie-Schein. Der einseitig bedruckte Schein zeigt auf der Rückseite außer der handschriftlichen Nummer 501007 einen Stempel links oben: „RAK“ in einer Schreibschrift „Russisch-Amerikanische Gesellschaft“. Wahrscheinlich ist der Schein authentisch und man sollte ihn der 1. Gruppe zurechnen und nach 1816 datieren. Ebenso wahrscheinlich ist, dass der 1-Rubel-Schein Vorgänger-Ausgaben verdrängte, wie z. B. die bei numismondo gezeigte 50-Kopeken-Marke einer sibirischen Handelsgesellschaft mit der Aufschrift "gültig ab 1. Januar 1816". Michael H. Schöne Quellen: Bogdanow, A. A.: „1818+. Двести лет истории Гознака“ 2018 Rjabtschenko, P. F.: „Полный каталог бумажных денежных знаков и бон России, СССР, стран СНГ (1769 – 1994 гг.)“ 1995 Uhl, T.: „Walrus Skin Money“ in „Paper Money“ 1982 Zander, R.: „The Alaskan parchment scrip of the Russian-American Company, 1816-1867“ 1996 http://fox-notes.ru https://historica-ru.prodazha-aljaski, 2014 https://www.historytoday.com https://iz.ru / „Iswestija“: 18. Oktober 2016 http://www.numismondo.net https://www.pmgnotes.com https://www.thevintagenews.com https://ru.wikipedia.org / https://en.wikipedia.org

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 12

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt/Modern, Vorschlag M 512 Luís Filipe de Abreu Torres Novas, Portugal, geb. 1935 De Abreu studierte Malerei an der Fakultät der Schönen Künste der Universität in Lissabon. Er arbeitete in den Bereichen Malerei, Wandmalerei, Glasmalerei, stellte künstlerische Wandkacheln her, beschäftigte sich mit Tapisserie, dem Design von Briefmarken, Bühnenbildern, Kostümen, Banknoten und Medaillen. In den Jahren 1982 bis 1997 entwarf er fünf Banknoten für die Zentralbank Portugals. 5 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. 10 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. 20 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. 50 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. 100 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. 200 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. 500 Euro, Vorder- und Rückseite: Stilisierte Darstellung des Nominals und die zwölf Sterne der EU. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

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