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  • Wim Duisenbergs Unterschriften

    Unsere Eurogeldscheine gibt es ja jetzt bereits seit fast 20 Jahren. Am 1. Januar 2002 verschwanden in zwölf großen Staaten (EA-12) die vertrauten Landeswährungen aus den Geldbörsen vieler Europäer – keine DM und keine Finnmark mehr, nie wieder französische, luxemburgische oder belgische Franken, keine irischen Pfund, auch keine Drachmen, Escudos, Lire, Pesten oder Schillinge. Selbst der niederländische Gulden wurde vom Euro abgelöst, aber die Niederländer erhielten etwas ihnen Vertrautes zurück: Denn die Unterschriften auf den neuen Banknoten waren die ihres ehemaligen Finanzministers (1973–1977) und Präsidenten der niederländischen Zentralbank (1982–1997), der schon auf ihren bunten Ausgaben der Jahre 1982 bis 1994 unterschrieben hatte: Willem (Wim) Frederik Duisenberg (*1935 in Heerenveen/NL, †2005 in Faucon/F)[1]. Auch Farbe und Größe blieben ähnlich. Abb. 1: Note der Bank der Niederlande über 50 Gulden vom 4. Januar 1982 (SCWPM NLD-96, M 100-1), entworfen von Ootje Oxenaar (1929–2017) und Hans Kruit (*1951), aufgrund von Farbe und Motiv auch der „Sonnenblumenschein“ (zonnebloem) genannt, bis 2001 in Umlauf; bis 2032 gegen Euro-Noten einlösbar. Wasserzeichen Biene, Format 147 x 76 mm. Abb. 2: Unterschrift re., Duisenberg als Präsident der Niederländischen Zentralbank auf dem 50 Guldenschein vom 4.1.1982. Die erfolgreiche Geldpolitik Duisenbergs beruhte auf einer intensiven Zusammenarbeit mit den Hütern der bundesdeutschen Geldpolitik; genau das machte ihn auch im weiteren europäischen Währungsgebiet bekannt. Daher wurde er trotz des erbitterten Widerstandes Frankreichs auf den Schild gehoben und 1998 zum Präsidenten der EZB berufen. Abb. 3: 50-Euro-Schein (EUR-4, Ros/Gra E 4a) der ersten Serie von 2002 mit der Duisenberg-Unterschrift, gestaltet vom Banknotenentwerfer der Oesterreichischen Nationalbank Robert Kalina (*1955). Kalina gewann mit seinen Entwürfen 1996 den Wettbewerb um die neuen gemeinsamen Banknoten der EZB, indem er nur stilisierte Bauwerke ohne direkt erkennbaren nationalen Bezug verwendete. Farbe Gelb/Orange, Format 140 x 77 mm. Abb. 4: Unterschrift Duisenbergs unter den damals nur fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank für zwölf Teilnehmerstaaten in den neun Sprachvarianten: „BCE“ (Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Irisch) für Frankreich, Luxemburg, Italien, Portugal, Spanien und Irland, „ECB“ (Englisch, Niederländisch) für Belgien und die Niederlande, „EZB“ (Deutsch) für Deutschland und Österreich, „ΕΚΤ“ (Griechisch) für Griechenland und „EKP“ (Finnisch) für Finnland. Die Jahreszahl 2002 befindet sich auf sämtlichen Noten der ersten Serie, unabhängig vom jeweils signierenden EZB-Präsidenten. Nachdem Frankfurt am Main bereits Sitz der EZB geworden war, wurden die Franzosen mit dem Versprechen beruhigt, Wim Duisenberg würde bereits nach der Hälfte seiner offiziellen Amtszeit abtreten und Platz machen für einen Franzosen. Tatsächlich räumte der Niederländer erst 2003 seinen Schreibtisch zugunsten des ursprünglichen Gegenkandidaten Jean-Claude Trichet (*1942), der dann volle acht Jahre vom 2003 bis 2011 amtierte. Auf diesen folgte 2019 ein Italiener, der es am 13. Februar dieses Jahres Dank seiner guten Reputation zum Regierungschef in Italien brachte. Auf ihn folgte eine Französin, Christine Lagarde, aber deren Unterschrift findet man noch recht selten auf den Banknoten: Noch überwiegen die Unterschriften von Mario Draghi (*1947). Aber auch eine Wunschvorstellung Duisenbergs trat ein, da er auf die Frage, welche Spur er in der Geschichte hinterlassen wolle, geantwortet hatte, in zehn Jahren würden die Menschen immer noch seine Unterschrift auf ihren Geldscheinen bewundern können. [2] Christian Merker [1] Die Unterschriften von Mijnheer Duisenberg befinden sich auf den Scheinen sowohl über 25, 100, 250 als auch über 1000 Gulden: 250 Gulden (Leuchtturm) vom 25.7.1985, 25 Gulden (Rotkehlchen) vom 5.4.1989, 100 Gulden (Steinkauz) vom 9.1.1992 und 1000 Gulden (Kiebitz) vom 2.6.1994. Das Design dieser Scheine war nach dem Prinzip „Gebäude, Pflanzen, Tiere“ entworfen worden. [2] Spiegelartikel vom 31.07.2005.

  • Leserpost: Bogennummer Auf 1 Mrd. Mark mit Überdruck

    Hallo ! Wie finde ich die Bogennummern 1-2-3 auf diesen Scheinen ?? G. Garwer Antwort der Redaktion Gerne beantworte ich Ihre Frage. Auf dem abgebildeten Schein (DEU-126cb, alt Ro. 110c) ist die Bogennummer die kleine grüne 7 unter dem linken gedruckten Reichsbank-Siegel. Von dem überdruckten Tausender zu 1 Mrd. Mark gibt es solche mit Bogennummer und auch solche ohne Bogennummer. Nicht zu verwechseln mit dem Bogen-Wasserzeichen. Das ist eine kleine Zahl, die man an etwa der gleichen Stelle hell in der Durchsicht erkennen kann, so der Schein denn ein Bogen-Wasserzeichen hat. Der abgebildete Schein hat das Bogen-Wz. 3. Sieht man so natürlich nicht! Da Sie ja wahrscheinlich das Bogen-Wz. und nicht die Bogennummer meinten, möchte ich noch ergänzen, dass Sie das natürlich finden können, wie jedes andere Wasserzeichen auch, in der Durchsicht gegen Licht. Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Francs der Banque de Madagascar o.D.

    1896 unterwarfen nach mehreren Versuchen französische Truppen Madagaskar, richteten ein Protektorat ein und schafften die madagassische Monarchie ab. In der Anfangszeit der französischen Kolonialherrschaft liefen in Madagaskar die Noten der Banque de France als Zahlungsmittel um. Am 22. Dezember 1925 wurde jedoch die Banque de Madagascar gegründet; diese gab nach einer ersten Emission nicht ausgegebener 100-Francs-Scheine der Banque de France von 1892/93 mit überdrucktem Namen der madagassischen Bank ab 1926 Noten über Beträge im Madagaskar-Franc in Umlauf, der an den Französischen Franc im Verhältnis 1:1 gekoppelt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Banque de Madagascar in die Banque de Madagascar et des Comores umbenannt, nachdem die zuvor von Madagaskar verwalteten Komoren ein autonomes französisches Überseegebiet wurden. Die neue gemeinsame Währung wurde im Verhältnis 1:1,7 an den Französischen Franc gebunden. Aus der Sammlung Josef Gerber: Madagaskar: Banque de Madagascar: 50 Francs o.D. (eingeführt 1926) Vorderseite: Minerva und Vesta sitzend; mittig Wasserzeichen im Medaillon. Rückseite: Drei Putten mit Blumen und Früchten um Büste der Demeter. Wasserzeichen: Frauenkopf. Format: 175 mm x 120 mm Entwurf: Léon Glaize Graveur: Jules Robert Druck: Banque de France Katalogreferenzen: MDG-38 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com

  • Lexikon: Darlehnskasse Ost

    Die Darlehnskasse Ost wurde 1916 als Emissionsbank für das Gebiet des Oberbefehlshabers Ost (umfasste von der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg besetzte Gebiete des damaligen russischen Zarenreichs, zusammen rund 108.800 km²) gegründet. Sie gab 1916 mit der Ostbank für Handel und Gewerbe in Posen Scheine mit Datum vom 17.4.1916 aus, die auf Kopeken und Rubel lauteten (20 und 50 Kopeken sowie 1, 3, 10, 25 und 100 Rubel). 1918 folgten Markscheine der Darlehnskasse Ost in Kowno (Kauen) mit Datum vom 4.4.1918 über ½, 1, 2, 5, 20, 50, 100 und 1000 Mark. EWK-35c (GER-R122c): 1 Rubel der Ostbank für Handel und Gewerbe vom 17.4.1916, Vorder- und Rückseite. EWK-39b (GER-R126): 100 Rubel der Ostbank für Handel und Gewerbe vom 17.4.1916, Vorder- und Rückseite. Die von der Firma Giesecke & Devrient bzw. von der Reichsdruckerei hergestellten Scheine kursierten zeitweise auch noch in den nach dem Krieg selbstständig gewordenen baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Man nannte die Scheine "Oberostgeld" oder auch "Ost-Rubel" bzw. "Ost-Mark". Das Verhältnis war 1 Ostrubel = 20 Ost = 20 Ostmark = 2 Mark des Deutschen Reichs. EWK-53 (GER-R130): 100 Rubel der Darlehnskasse Ost vom 4.4.1918, Vorder- und Rückseite. Die Markscheine wurden in Litauen auch als "Auksinas" bezeichnet. Der Text der Vorderseite ist in deutscher Sprache, auf der Rückseite in litauischer, polnischer und lettischer Sprache verfasst. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • Emporium: Vorbericht Auktion 96 – Banknoten

    Vom 8. bis 12. November 2021 veranstaltet Emporium Hamburg die 95. Auktion Münzen & Medaillen und die 96. Auktion Banknoten & Notgeld. Leider können wir aufgrund der aktuellen Situation während der 95. & 96. Auktion keine Bieter im Saal empfangen. Doch bieten wir Ihnen die Möglichkeit online, telefonisch oder per schriftlichem Gebot teilzunehmen. Auf unserer Internetseite (www.emporium-numismatics.com) finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema „Live-Bidding“. Eine Vorbesichtigung der Lose ist unter Einhaltung der Hygienevorschriften nach Terminabsprache bis zum 5. November 2021 möglich. Um einen Termin zu vereinbaren, kontaktieren Sie uns bitte unter: +49 40 25799-137. In der 95. Auktion trifft jeder Münzfreund auf ein umfangreiches Angebot mit über 3.200 Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart. Die diesjährige Herbstauktion bietet mit fast 1.000 Losen ein breit gefächertes, qualitativ hochwertiges Angebot antiker Münzen und darüber hinaus eine reichhaltige Auswahl ausländischer und altdeutscher Raritäten. Hierunter finden Sie auch zahlreiche Goldmünzen sowie eine exquisite Auswahl von Münzen aus dem deutschen Kaiserreich – mehrfach seltene Goldmünzen in herausragender Erhaltung! Am letzten Auktionstag folgt die fast 600 Lose umfassende 96. Auktion Banknoten & Notgeld. Diese beinhaltet zahlreiche seltene Scheine und liefert somit für jeden Sammler eine perfekte Gelegenheit, die Sammlung zu ergänzen oder zu erweitern. Selbstverständlich erwartet Sie auch wieder eine erlesene und bemerkenswert vielfältige Mischung unterschiedlichster Sammelgebiete. Freuen Sie sich schon jetzt mit uns auf einen spannenden Auktionstag! Ein besonderes Augenmerk verdient unser Titelstück 100 Deutsche Mark 1948, L/B, "Roter Hunderter" in der Erhaltung I (Los 4280, Taxe: € 2.000,-), aber auch der Notgeldschein 50 Mark 1922 aus Bielefeld (Los 4429, Taxe: € 300,-). Darüber hinaus werden auch interessante Serien wie Bank Deutscher Länder (Los 4263–4306) und der Bundesbank (Los 4307–4348) versteigert. Sie sind auf der Suche nach internationalen Banknoten?! Dann haben wir folgende Highlights für Sie: 20 Shillings 1946 in der Erhaltung I/I- aus British West Africa (Los 4030, Taxe: € 200,-) und 1000 Gulden 1994 (1996) der Niederländischen Bank (Los 4131, Taxe: € 800,-). Das außergewöhnlich reichhaltige Angebot an Weltbanknoten aus Afrika, Asien und Südamerika sowie sehr seltene Einzelstücke werden das Sammlerherz garantiert erfreuen. Für Sammlerfreunde von Notgeld habe wir folgende Raritäten in unserer Auktion: Besondere Beachtung verdienen sicherlich die 50 Mark (9.4.1922) aus Seide in der Sektion Notgeld der besonderen Art in der Top-Erhaltung: I- (Los 4429, Taxe: € 300,-). Für spannende Bietergefechte wird auch der Musterschein 1 Million Mark (1923) von Föhrtmann & Behne aus Hamburg in der Erhaltung I (Los 4465, Taxe: € 150,-) sorgen. Wir, das Team der numismatischen Abteilung von Emporium Hamburg, freuen uns auf eine rege Teilnahme an unseren Auktionen 95. & 96. und stehen Ihnen für detaillierte Auskünfte hinsichtlich Katalog-Bestellung, telefonischem Bieten, Online-Live-Bidding etc. jederzeit gerne zur Verfügung! Die Kataloge werden Mitte Oktober an unsere Kunden verschickt! Sie sind noch kein Kunde bei uns? Dann fordern Sie jetzt Ihre Katalog-Exemplare an unter: Emporium Hamburg, Abteilung Numismatik, Süderstraße 288, 20537 Hamburg. Telefon: +49 40 25799-137, Fax: +49 40 25799-100, E-Mail: numis@emporium-hamburg.com Homepage: www.emporium-numismatics.com Banknoten & Notgeld AK 96 Los 4280 Bundesrepublik Deutschland ab 1948 Noten der Bank Deutscher Länder, 1948-1949 100 Deutsche Mark 1948, L/B, Roter Hunderter. I Schätzpreis: € 2.000,– Los-Nr. 4131 Niederlande De Nederlandsche Bank 1000 Gulden 02.06.1994(1996). PMG 65ZPQ Schätzpreis: € 800,- Los-Nr. 4030 British West Africa West African Currency Board 20 Shillings 25.10.1946. I/I- Schätzpreis: € 200,- Los-Nr. 4429 Notgeld Notgeld Besonderer Art 50 Mark (09.04.1922) Seide. I- Schätzpreis: € 300,- Los-Nr. 4465 Notgeld Hamburg Föhrtmann & Behne. 1 Million Mark 1923, ohne KN, Musterschein, I Schätzpreis: € 150,-

  • Polen: Neue Gedenknote

    Am 9. November wird die Narodowy Bank Polski neue Gedenknoten zu 20 Złotych zu Ehren des nationalkonservativen Politikers Lech Kaczyński (1949–2010) in Umlauf bringen. Die 150 x 77 mm großen Scheine zeigen auf der Vorderseite das Porträt des Staatspräsidenten von 2005–2010, den Orden des Weißen Adlers, dem er als Ritter angehörte, sowie seinen Spruch "Warto być Polakiem (Es lohnt sich, ein Pole zu sein)"; auf der Rückseite sind das Museum des Warschauer Aufstandes sowie die friedliche Streikbewegung in der Danziger Werft im Jahr 1980 abgebildet, die sich auf weitere Werften und Fabriken ausbreitete und schließlich zur Gründung der ersten legalen, nicht-kommunistischen Gewerktschaft Solidarność führte. Kaczyński war am 10. April 2010 beim Absturz einer polnischen Militärmaschine am Flughafen Smolensk ums Leben gekommen. Er war auf dem Weg zu einer Trauerfeier für Tausende vom sowjetischen Geheimdienst NKWD 1940 in einem Wald bei Katyn ermordete polnische Gefangene (meist Offiziere). Die Ausgabe dieser Gedenknote soll in einer Auflage von 80.000 Exemplaren erfolgen; auch eine 500-Złotych-Gold-Gedenkmünze wird zum selben Thema erscheinen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Lexikon: Banco di gyro d'affrancatione

    Die Banco di gyro d'affrancatione wurde 1705 durch den pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm in Köln gegründet und war die erste deutsche "Zettelbank". Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (1658–1716), Gemälde von Jan Frans van Douven um 1715 (Abb. Wikipedia, gemeinfrei). Gegen den Willen der Landstände von Jülich und Berg gab der Kurfürst immer wieder neue Banco-Zettel aus, die zwar auf den Namen des Empfängers lauteten, aber durch Giro übertragbar waren. Dabei handelt es sich um das erste deutsche Papiergeld überhaupt, sieht man von den Pappmünzen aus Leyen ab, die Notgeld waren. Um die Ausgabe der Scheine entstand ein heftiger Streit zwischen dem prunksüchtigen Kurfürsten und dem Landtag, der immerhin erreichen konnte, dass die Stände die Einlösung der Scheine überwachen durften. Durch immer größere Mengen ausgegebener Scheine geriet die Bank schließlich in Misskredit. Der nachfolgende Kurfürst Carl Theodor fand zunächst auch keine Lösung, zumal die Scheine bereits mit großem Verlust gehandelt wurden. Schließlich erklärte er sich bereit, den Inhabern ein Drittel des Nennwerts unter Verzicht auf Zinsen auszuzahlen. Viele Inhaber hatten große Angst alles zu verlieren und drängten auf Einlösung, die 1777 abgeschlossen war. Die Bank wurde 1794 geschlossen. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Europa #Deutschland #Pfalz #Pick #Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: Steuergutschein über 2000 Reichsmark von 1939

    Nach Finanzplan vom 20. März 1939 wurden wegen des hohen staatlichen Finanzierungsbedarfs (u.a. für die Aufrüstung) neue Steuergutscheine eingeführt, mit denen das Reich, Länder, Gemeinden, die Deutsche Reichsbahn und die Reichspost, das Unternehmen Reichsautobahnen sowie andere vom Reichsfinanzminister zugelassene Einrichtungen Lieferungen und Leistungen privater Unternehmen in Höhe von 40% mit Steuergutscheinen (je zur Hälfte in Steuergutscheinen I und II) bezahlen konnten. Auch im allgemeinen Geschäftsverkehr durften sie zur anteiligen Begleichung von Rechnungen verwendet werden, wodurch sie die Funktion eines gesetzlichen Zahlungsmittels übernahmen. Steuergutscheine I wurden von Mai bis Oktober 1939 ausgegeben. Sie waren frühestens ein halbes Jahr nach Annahme bei allen Finanz- und Zollkassen des Deutschen Reichs anrechenbar. Der Anrechnungsmonat wurde handschriftlich, mit Stempel oder kombiniert vermerkt (Dezember 1939 bis Mai 1940). Die geldscheinähnlichen Steuergutscheine I kommen heute noch relativ häufig vor – vor allem die Hunderter-Werte, da sie durch ihre Geldfunktion und ihre Unverzinslichkeit bis Kriegsende in der Wirtschaft umliefen. Außerdem wurden sie zum Kurs von 102% beim Kauf von Schatzanweisungen des Deutschen Reichs in Zahlung genommen. Prinzipiell gilt aber: Je höher das Nominal, um so höher der Sammlerwert. Ausgegeben wurdenSteuergutscheine zu 100, 200, 500, 1000, 2000, 5000 und 10.000 Reichsmark. Waren die Steuergutscheine I anfangs noch durch die Ausgabestelle im rechten Weißfeld abzustempeln, so konnte ab 1. Juli 1939 auf diese Abstempelung verzichtet werden, da sie wie Geld zirkulierten. Es kommen deshalb heute meist ungestempelte Scheine vor. Mitunter sind auf den Rückseiten Stempel von Banken sowie Zählstempel zu finden. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Reich, Der Reichsminister der Finanzen, Berlin: Steuergutschein I zu 2000 Reichsmark, einlösbar ab Dezember 1939 Vorderseite: Text im Ornamentrahmen, mittig Hoheitsadler im Unterdruck, links unten Prägestempel des Reichsfinanzministeriums, rechts Stempel der Landeshauptkasse der Rheinprovinz als Ausgabestelle. Rückseite: Druck einseitig. Wasserzeichen: Helle und dunkle Kreuze. Format: 210 mm x 99 mm Druck: Reichsdruckerei, Berlin Nummerierung: Serie I, Reihe E, Kontrollnummer 7-stellig, schwarz Katalogreferenzen: DEU-244a (Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: Ergänzungen zum Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871"

    Hallo Herr Grabowski, ich habe da zwei Ergänzungen für Ihren Katalog gefunden, die eine ist nur eine Ergänzung eines Firmenzeichens, aber die andere ist eine Variante, die in Ihrem Buch noch nicht aufgeführt ist. Bei der Banknote zu 2 Millionen Mark (DEU-116-d) ist es das Firmenzeichen RD in altdeutschen Großbuchstaben und Hakensternen als Wasserzeichen. Bei der Banknote zu 2 Millionen Mark (DEU-115) ist das Firmenzeichen schwarz und die Reihe in Rot, diese Variante existiert noch nicht. J.P. Antwort der Redaktion In beiden Fällen handelt es sich um keine Ergänzung zu meinem Katalog „Die deutschen Banknoten ab 1871“. Beim ersten Schein (DEU-116d) handelt es sich nicht um ein Firmenzeichen „RD“, sondern um ND (Niederrheinische Druckerei, Duisburg) in Fraktur, das im Katalog aufgeführt ist. Beim zweiten Schein (DEU-115) handelt es sich um die Variante b: FZ und Reihe schwarz (hier X 15: Firmenzeichen X und Reihe 15). Was hier rot ist, das ist die Kontrollnummer. Siehe Beschreibung zum Schein rechts unter dem grau hinterlegten Titelbalken im Katalog: KN rot. Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 50

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 7: Dollars make the world go round – Greenbacks für den Moskauer Fünfjahresplan Franz Fischer, der unter dem Alias-Namen Franz Voigt für die Verteilung der Moskauer Blüten sorgte. Als Ende der 1940er Jahre in vielen westlichen Staaten ungewöhnlich gute Fälschungen von 100-Dollar-Noten auftauchten, die alle aus derselben Quelle zu stammen schienen, lebten alte Gerüchte wieder auf und wollten bis in die frühen 1950er Jahre hinein nicht wieder verstummen. Nämlich die, dass die im Konzentrationslager Sachsenhausen hergestellten und dann bei Kriegsende auf wundersame Weise spurlos verschwundenen Dollar-Druckplatten 1945 in die Hände der Sowjets gefallen seien. Nun, so wollten die Gerüchte weiter wissen, würden seit etwa 1947 exzellente Dollarfälschungen von Moskau aus ihren Weg in die Welt nehmen. Ganz von der Hand zu weisen waren diese hinter vorgehaltener Hand erzählten Geschichten, Moskau würde Dollar-Falschgeld drucken, nicht. Schon kurz nach Kriegsende gelangte dem amerikanischen Militärgeheimdienst C.I.C. (Counter Intelligence Corps) zur Kenntnis, dass die Sowjets alle ihre Verbindungen spielen ließen, um zu erfahren, wo sich die Dollar-Druckplatten befanden. Alle Agenten des Geheimdienstes NKWD, der Vorläuferorganisation des späteren KGB, waren auf die Sache angesetzt und hatten Order, die Platten aufzuspüren und in Moskau abzuliefern. Zudem war der so genannte Kalte Krieg nunmehr in vollem Gange, die einstigen Alliierten USA und Sowjetunion waren nun erbitterte Gegner. Die Idee wäre außerdem so neu nicht, denn Ende der in der Sowjetunion gar nicht so goldenen Zwanziger stellte sich heraus, dass die Devisendecke zu knapp war, um die innerhalb des 1928 begonnenen ersten Fünfjahresplans notwendige Einfuhr von Maschinen und Rohstoffen bezahlen zu können. Schon damals hatte der altbewährte lettische Kommunist Alfred Tilden dem Diktator Josef Stalin den Vorschlag unterbreitet, Dollarnoten zu drucken und sie vorzugsweise über China abzusetzen, dessen Finanzsystem und -märkte banktechnisch so gut wie nicht überwacht wurden. Stalin gab sofort begeistert seinen Segen, denn hier ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Sowjetunion konnte ihre Devisenbestände aufstocken und gleichzeitig dem erklärten Klassenfeind USA durch die Fälschung seiner Währung eins auswischen. Sofort wurden die notwendigen Druckmaschinen unauffällig beschafft. Moskauer 100-Dollar-Fälschung. Als Vorlage für die Fälschungen Made in Moskau wählte man eine 100-Dollar-Note der Serie 1914, eine Federal Reserve Note im seither üblichen Großformat, die soeben durch neue Noten in verkleinertem Format abgelöst werden sollten. Die besten Moskauer Fachleute nahmen sich der Sache an und – es gelangen ihnen ausgezeichnete Blüten. Schon 1928 tauchten die ersten der Spitzenfälschungen in den USA auf und alarmierten Secret Service und Schatzamt, zumal die falschen Scheine auf echtem Papier gedruckt zu sein schienen. Das von Moskau zunächst praktizierte Bleichen von Eindollarnoten, bei dem durch Behandeln mit einer bestimmten Chemikalie die Druckfarben verschwinden und makelloses Originalpapier übrig blieb, war auf Dauer aber zu aufwendig, die in großen Mengen benötigten Einernoten zudem schwer zu beschaffen. So traf aus der 10 Jahre zuvor gegründeten Tschechoslowakei eine größere Menge Papier ein, das dem Dollarpapier ziemlich ähnlich war. Die Fälschungen wurden, gleich den echten Dollars, im Tiefdruckverfahren hergestellt, die Graveure, die die Druckplatten dafür gestochen hatten, hatten ausgezeichnete Arbeit geleistet. Insgesamt gesehen wiesen sie zwar eine Menge Unterschiede zu echten 100ern auf, doch es waren Details, von denen die meisten nur mit der Lupe zu entdecken waren. Am auffälligsten waren das in Buchdruck reproduzierte blaue Schatzamtssiegel, das bei echten Dollarnoten im Stahlstich ausgeführt ist und Abweichungen im Porträt Benjamin Franklins, dessen plastische Wirkung der echten Ausführung nicht erreicht wurde. Zudem wiesen die Gesichtszüge an Mund und Nase fehlerhafte Linienführungen auf. Die Falsifikate trugen die Siegel der Federal Reserve Banken von New York, Philadelphia, Cleveland und San Francisco. Ein ursprünglich vom amerikanischen Schatzamt genanntes weiteres Erkennungsmerkmal musste aber bald revidiert werden: Eine um 3 mm verkürzte Hauptplatte der Vorderseite trat, wie entsprechende Vergleiche von echten Noten ergeben hatten, bei Letzteren genauso häufig auf. Ein Phänomen, das bei dem für diese Scheine angewandten Wet-Intaglio-Verfahren, bei dem auf gefeuchtetes Papier gedruckt wird, oft zu beobachten war und aus dem unterschiedlich starken Zusammenziehen des Papiers nach dem Trocknen resultierte. Dafür aber waren den Moskauer Druckern offensichtlich die mathematischen Zusammenhänge zwischen dem Kontrollbuchstaben (Check Letter), der sich klein gedruckt links oben und rechts unten auf der Vorderseite befand, und der Seriennummer bekannt. Noten der 1914er Serie wurden zu acht auf einem Bogen gedruckt. Als Check Letter kamen daher die Buchstaben A bis H vor, die die Position des einzelnen Scheins auf dem Druckbogen kennzeichneten. Dividierte man nun die letzten beiden Ziffern der Notennummer durch vier und erhielt man beim Ergebnis als Nachkommastelle 25, musste der Kontrollbuchstabe zwingend A oder E sein. Verblieben 5 nach dem Komma, war es der Buchstabe B oder F, bei 75 musste es C oder G sein. Ging die Division glatt auf, konnte es sich nur um die Check Letter D oder H handeln. Beispiel: Die Notennummer lautete B 22758450 A. Die letzten beiden Ziffern 50 dividiert durch 4 ergaben 12,5, somit musste der Kontrollbuchstabe B oder F sein. Diese Korrelation zwischen Check Letter und Nummerierung war bei allen Falsifikaten korrekt umgesetzt. Im Sommer 1929 wurden weitere Stücke dieser Fälschungsklasse angehalten, und schon war eine verbesserte Ausführung dabei, die einige der alten Erkennungsmerkmale nicht mehr aufwies. Auch wusste man nun, dass die falschen Scheine unter anderem auch von Deutschland aus in Umlauf gesetzt wurden, denn im Dezember 1929 kabelte eine New Yorker Bank nach Berlin, dass eine komplette Sendung von 50 Stück Banknoten zu 100 Dollar, die aus Berlin eingetroffen war, ausschließlich aus hervorragenden Fälschungen bestand. Der Leiter der Falschgeldabteilung bei der Deutschen Reichsbank, Kriminalkommissar Liebermann von Sonnenberg, nahm die Ermittlungen auf. Diese ergaben folgendes: Am 26. November 1929 verkaufte das angesehene Berliner Bankhaus Sass & Martini, das in der Taubenstraße 23 residierte, einem anderen Bankinstitut in der Reichshauptstadt 50 amerikanische 100-Dollar-Noten. Dieses sendete die Scheine an die National City Bank in New York und erhielt am 23. Dezember die Nachricht, dass sämtliche Scheine gefälscht waren. Sass & Martini hatte die amerikanischen Banknoten von einem seiner Kunden, einem gewissen Franz Voigt, wohnhaft Wilmersdorfer Straße 22, angekauft. Am 10. Dezember erhielt das oben schon genannte Berliner Bankinstitut weitere 19.000 Dollar von der Privatbank Sass & Martini im Tausch gegen englische Pfund und Schweizer Franken. Auch diese Tranche hatte Sass & Martini von seinem Kunden Voigt angekauft und auch diese Noten wurden von einer italienischen Bank, an die sie weiterveräußert worden waren, als Fälschungen erkannt. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass verschiedene Berliner Banken Falschnoten dieser Type in ihren Beständen hatten, und immer wieder tauchten dabei die Namen Franz Voigt sowie Sass & Martini auf. Auch meldeten die Amerikaner, dass diese Fälschungsklasse nun aus nahezu allen europäischen Ländern in die Vereinigten Staaten strömte. Dort hatte man sich anfangs über das gehäufte Vorkommen dieses Notentyps gewundert, der ja nicht mehr nachgedruckt wurde, sondern durch die neuen Small-sized-Scheine ersetzt worden war, bis die überwiegende Mehrzahl der an die Federal Reserve Banken zurückfließenden Scheine als falsch erkannt wurden. Auch aus Mexiko und Shanghai wurde dieser Fälschungstyp nun vermehrt gemeldet. Diese Vergrößerungen vermitteln einen Eindruck von der ausgezeichneten Qualität der in Moskau hergestellten Fälschungen (links die Fälschung, rechts Original). Warum aber wurden die Blüten nicht schon bei Sass & Martini als solche identifiziert? Man munkelte, dass die an dem 1846 gegründeten Bankhaus mehrheitlich Beteiligten gute Beziehungen nach Moskau hätten..... Das Kreditinstitut hatte nämlich in den vergangenen Jahren mehrmals den Besitzer gewechselt. So kam der Verdacht auf, dass die Bank als Umschlagplatz für die falschen Dollars fungierte und dass Letztere aus dem Kreml kommen könnten. Zu beweisen war allerdings nichts. Der angebliche Franz Voigt wurde schließlich als der am 21. Oktober 1895 in Berlin-Schöneberg geborene Franz Fischer identifiziert. Er übte mehrere Berufe aus, so war er als Tapezierer, Bauzeichner und Kaufmann tätig, bis er im Jahre 1925 eine Anstellung in der sowjetischen Handelsvertretung erhalten hatte. Dieser Arbeitgeber entsprach nun eher seiner politischen Einstellung, denn Fischer war seit langem überzeugter Kommunist. 1927 und 1928 bereiste er im Auftrag der Russen die Schweiz und Österreich, in letzterem Land lebte er sogar bis 1929. Danach war er noch in Russland gewesen, wo er wahrscheinlich auf seine neue Aufgabe als Falschgeldverbreiter vorbereitet wurde. Fischer wurde zur Fahndung ausgeschrieben, doch er kehrte nicht mehr in seine Berliner Wohnung zurück. Er tauchte zwar noch in verschiedenen europäischen Ländern auf und versuchte, bei Kreditinstituten seine Falsifikate an den Mann zu bringen, doch dann verschwand er spurlos. Angeblich war er in die Sowjetunion geflüchtet. Gerüchten zufolge soll er dort aber nicht den erwarteten Lohn für seine Bemühungen empfangen haben, sondern nach Sibirien verbannt worden sein. Ein lästiger Mitwisser sollte wohl von der Bildfläche verschwinden. Genaueres wusste man nicht, auch die Ermittlungen des deutschen Kommissars Liebermann verliefen im Sande. Die Hersteller und die Hintergründe dieser falschen Dollars konnte er von Berlin aus zu diesem Zeitpunkt nicht beweissicher feststellen. Der Falschgeldregen ergoss sich noch einige Monate über Europa und die USA. Ein Mann hätte rund zehn Jahre später genauere Aufklärung über diese Fälschungsaffäre liefern können: Igor Kriwitzky, Chef der sowjetischen Militärspionage für Europa, der 1939 in den Westen flüchtete. Doch es war längst Gras über die Sache gewachsen, Hitlerdeutschland war zudem gerade dabei, die Welt anzuzünden und niemand interessierte sich mehr für die Äußerungen des Geheimdienstoffiziers und die Geschichte der falschen Dollars aus Moskau. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Euro: Weniger Falschgeld

    Die Bundesbank hat im ersten Halbjahr 2021 rund 21.400 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 1 Million Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen sank gegenüber dem zweiten Halbjahr 2020 um 13 Prozent, der Nennwert der sichergestellten Banknoten um 16 Prozent. Rein rechnerisch entfielen damit fünf falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. Im Verhältnis zu den in den vergangenen sechs Monaten von der Bundesbank ausgegebenen Banknoten (5,5 Mrd. Banknoten) gab es nur vier Fälschungen pro 1 Million echte Banknoten. „Die Falschgeldzahlen sind deutlich zurückgegangen. Grund dafür waren die Corona-Einschränkungen. Die Konsummöglichkeiten waren gerade in den Bereichen, in denen Bargeld eine bedeutende Rolle spielt, stark eingeschränkt“, sagte Johannes Beermann, das für Bargeld zuständige Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Wie schon im Vorjahr handelte es sich meist um leicht erkennbare Fälschungen, auf deren Vorderseite sogar ,MovieMoney‘ bzw. auf der Rückseite ‚Prop copy‘ aufgedruckt ist. „Die Fälscher haben aber jetzt dazugelernt: Bei einigen Fälschungen wurde die Aufschrift „MovieMoney“ oder „Prop copy“ übermalt und die Unterschrift des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi hinzugefügt“, so Beermann. Im ersten Halbjahr 2021 wurden zudem knapp 14.600 falsche Münzen im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt. Im zweiten Halbjahr 2020 lag das Aufkommen noch bei rund 22.500 falschen Münzen. Damit fielen in Deutschland rein rechnerisch rund vier falsche Münzen pro 10.000 Einwohner und Jahr an. Pressemitteilung

  • Kambodscha: Neue Gedenknote

    Zum 30. Jubiläum des am 23. Oktober 1991 abgeschlossenen Pariser Friedensvertrags und der Rückkehr des exilierten Königs Norodom Sihanouk gab die Nationalbank von Kambodscha am 18. Oktober 2021 neue Gedenkbanknoten über 30.000 Riels in Umlauf. Nach dem Einmarsch der vietnamesischen Armee in Kambodscha im November 1978 wurden die gestürzten Roten Khmer in den Nordwesten des Landes zurückgedrängt und gründeten daraufhin mit Unterstützung von Royalisten und bürgerlichen Gruppierungen eine Exilregierung. 1991 konnte mit Hilfe der Vereinten Nationen ein Friedensprozess initiiert werden, der im Pariser Friedensvertrag aufging. In einem 18-monatigen Waffenstillstand sollten Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung durchgeführt und die Kriegsparteien demobilisiert werden. Die 1993 gewählte Versammlung konstituierte schließlich eine parlamentarische Monarchie unter dem König Norodom Sihanouk, der 2012 verstarb. Auf der Vorderseite der 170 x 75 mm großen Gedenknote ist das Porträt des Königs abgebildet; die Rückseite zeigt ihn am 14. November 1991 bei seiner Ankunft in Kambodscha mit dem derzeitigen Premierminister Hun Sen. Die Ausgabe erfolgte in einer Auflage von 30.000 Exemplaren. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

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