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- Lexikon: Central Bank of China
Die Central Bank of China wurde 1923 gegründet und war die bedeutendste chinesische Notenbank in der Zeit der Republik. Sie sollte ab 1928 die Notenausgabe für China zentralisieren, was ihr allerdings nur bedingt gelang. Sie gab Noten in verschiedenen Währungen aus: bis 1947: Standard-Dollar oder Yuan 1947 bis 1948 (auch mit Datum von 1930): Customs Gold Units 1945 bis 1949: Gold-Yuan, 1947: Silber-Yuan. CHN-195c: Central Bank of China, 1 Dollar von 1928, Vorder- und Rückseite. CHN-213a: Central Bank of China, 5 Yuan von 1936, Vorder- und Rückseite. CHN-245c: Central Bank of China, 10 Yuan von 1942, Vorder- und Rückseite. CHN-329: Central Bank of China, 50 Customs Gold Units 1930, Vorder- und Rückseite. CHN-387: Central Bank of China, 1 Yuan von 1945 (1948) , Vorder- und Rückseite. CHN-441: Central Bank of China, 1 Silver-Dollar von 1949, Vorder- und Rückseite. Als besondere Notenausgaben sind auch die nur für die Mandschurei gedruckten Scheine anzusehen, die von 1945 bis 1948 zirkulierten. Die Währungsreform und die Einführung der Gold-Yuan-Noten konnten die Inflation nicht bremsen (höchster Inflationswert: 5 Millionen Gold-Yuan). Die Silber-Dollar-Noten zirkulierten 1949 nur wenige Monate bis zum Abzug der Truppen Tschiang Kai-scheks nach Taiwan. Die Central Bank of China bliebe dann Notenbank für Taiwan (Republik China), das von der Volksrepublik China und den meisten anderen Ländern nicht als selbständiger Staat anerkannt ist. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Sammlung Grabowski
- PMG zertifiziert kanadische Banknoten-Rarität
München, (12. August 2021) - Paper Money Guaranty® (PMG®) hat eine unglaublich seltene kanadische Banknote zertifiziert, die kürzlich für mehr als 400.000 USD verkauft wurde. Nachdem der neue Besitzer die Banknote erworben hatte, reichte er sie umgehend bei PMG zur fachmännischen Echtheitsprüfung, Bewertung und Verkapselung ein. Die Banknote, eines von nur vier Exemplaren in Privatbesitz, erzielte bei einer Auktion der Canadian Numismatic Company am 27. Juni 2021 einen Preis von 528.750 CA$ (etwa 430.000 USD). Das angesehene Auktionshaus mit Sitz in Quebec lobte die Banknote als "den Heiligen Gral der Banknoten des Dominion of Canada", eine Behauptung, die durch die enthusiastischen Gebote für sie bestätigt wurde. Kurz nach der Auktion reichte der neue Besitzer die Banknote, die sich in einem Halter eines anderen Bewertungsdienstes befand, bei PMG ein. Das Expertenteam von PMG begutachtete den Schein und bewertete ihn mit PMG 20 Very Fine. "Dies ist eines der bedeutendsten Stücke kanadischer Währung, die existiert", sagte Peter Treglia, Director of Currency bei Stack's Bowers Galleries, der den neuen Besitzer der Banknote betreute. "Ich bin sicher, dass die PMG-Zertifizierung dazu beiträgt, dass sich der neue Besitzer bei dieser beeindruckenden numismatischen Investition sicher fühlt." Die Banknote ist nun in einem PMG-Halter untergebracht und trägt die PMG-Garantie, die sicherstellt, dass die Banknote echt und nicht überbewertet ist. PMG ist der weltweit größte und vertrauenswürdigste unabhängige Bewertungsservice für Papiergeld und hat seit seiner Gründung im Jahr 2005 mehr als 6,5 Millionen Banknoten bewertet. "PMG hat mehr als 65.000 kanadische Banknoten zertifiziert, aber keine war so wichtig wie diese", sagte Chad Hawk, Finalizer bei PMG. "Wir fühlen uns geehrt, das Vertrauen der Papiergeldsammlergemeinschaft für die Zertifizierung von Ultra-Raritäten wie dieser gewonnen zu haben." Die Banknoten des Dominion of Canada wurden von 1870 bis 1935 ausgegeben, und die 500-Dollars-Note ist der zweithöchste Nennwert. Die seltene 500-Dollars-Note von 1911 zeigt Mary, die Frau von König Georg V., die von 1911 bis 1936 Königin war. Ihre Söhne Edward VIII. und George VI. regierten beide als König, letzterer, nachdem er nach einer turbulenten Regierungszeit, die weniger als ein Jahr dauerte, abgedankt hatte. Heute ist ihre Enkelin Elisabeth II. die Königin. Ein weiteres Exemplar dieser Banknote, ebenfalls mit PMG 20 Very Fine zertifiziert, erzielte im September 2008 bei einer Auktion von Heritage Auctions 322.000 USD. Dieses Exemplar hält den Rekordpreis für eine kanadische Banknote bei allen Versteigerungen von Heritage Auctions. Über Paper Money Guaranty® (PMG®) PMG wurde 2005 gegründet und ist mit mehr als 6.5 Millionen zertifizierten Banknoten der weltweit größte und vertrauenswürdigste unabhängige Papiergeldbewertungsdienst. PMG hat in der Branche die höchsten Standards für Genauigkeit, Konsistenz und Integrität gesetzt. Jede von der PMG zertifizierte Banknote wird durch die umfassende PMG-Garantie für Echtheit und Bewertung abgesichert, was das Vertrauen der Käufer stärkt. Dies führt zu höheren erzielten Preisen und einer höheren Liquidität für PMG-zertifizierte Banknoten. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie PMGnotes.de © 2021 Paper Money Guaranty. Alle Rechte vorbehalten. PMG, NGC, NCS, CGC, CCS, CSG, ASG, CAG und CCG sind eingetragene Marken oder nicht eingetragene Marken der Numismatic Guaranty Corporation of America und/oder der mit ihr verbundenen Unternehmen in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern. Alle anderen Namen und Marken, auf die in dieser Mitteilung Bezug genommen wird, sind Handelsnamen, Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.
- Lexikon: Bank of the Chinese People
Die Bank of the Chinese People (Peoples Bank of China, Chinesische Volksbank) ist die am 1. Dezember 1948 in Shijiazhuang gegründete Zentralnotenbank für die Volksrepublik China, die viele lokale kommunistische Notenbanken ablöste. Seit 1949 hat sie ihren Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Peking. 1953 wurde eine Währungsreform durchgeführt (100.000 alte Yuan = 1 neuer Yuan) und gleichzeitig die Schreib- und Leserichtung geändert (jetzt von links nach rechts). Die ersten drei Jahrzehnte war die Chinesische Volksbank als Geschäfts- und Zentralbank ein reines Staatsorgan, dann wandelte sie sich zu einer klassischen Zentralnotenbank, die aber immer noch dem Staatsrat unterstellt ist. Die geschäftlichen Aufgaben wurden auf andere Banken verteilt. Eine Galerie mit Banknoten der Chinesischen Volksbank finden Sie in unserem Museum hier: https://www.geldscheine-online.com/china Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Sammlung Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Banken #Asien #China #Yuan #Pick #Grabowski
- Der Banco Alemán Transatlántico und Cheques Circulares
Auf Libras Peruanas de Oro lautende Cheques Circulares und die Banco Alemán Transatlántico – Deutsche Überseeische Bank Nach der Liquidation der Deutschen Uebersee Bank wurde die Banco Alemán Transatlántico in Buenos Aires als Zweiganstalt der am 17. Juni 1893 gegründeten Deutschen Ueberseeischen Bank fortgeführt. Die argentinische Wirtschaft entwickelte sich in den folgenden Jahren sehr positiv, sodass weitere Niederlassungen entstanden. Aufgrund der gemachten Erfahrungen, wagte man auch den Schritt über die Anden und eröffnete am 1. Februar 1896 in Chile die erste Niederlassung in Valparaiso, der schon bald weitere folgten. In den folgenden Jahren wurde das Betätigungsfeld auf Mexiko[1] (1902), Spanien (1904), Bolivien (1905), Uruguay (1906) und Brasilien (1911) ausgeweitet. Besonders erfolgreich gestaltete sich das Arrangement in Peru. Als am 14. Juni 1905 die Niederlassung in der Hauptstadt Lima für den Publikumsverkehr geöffnet wurde, traf man auf besonders günstige Bedingungen, da die Regierung bestrebt war, sich aus der beherrschenden Position des Banco del Perú y Londres zu befreien. „In Verhandlungen … kam ein bedeutendes Salzmonopol-Vorschuss-Geschäft zustande. Nach einem Jahr wurde der Vorschuss durch eine 6-prozentige Anleihe abgelöst, die die Deutsche Bank übernahm. Als Garantie diente ein Salzmonopol, das der Banco Alemán Transatlántico der eigens zu diesem Zweck gegründeten Compañia Nacional Salinera übertrug.“[2] Die Geschäfte liefen so gut, dass bereits am 1. August 1906 in der Hafenstadt Callao eine Filiale eröffnet wurde. Wenige Wochen später folgten Außenstellen in Arquipa und in Trujillo. Abb. 1: Blankette eines Schecks des Banco Alemán Transatlántico, Lima, aus der Vorkriegszeit. Abb. 2: Eine weitere Blankette eines Schecks des Banco Alemán Transatlántico, Lima, aus der Vorkriegszeit, erkennbar am gekrönten Reichsadler im Unterdruck. Abb. 3: Ein Scheck vom 23. August 1906 des Banco Alemán Transatlántico, Lima. Abb. 4.1: Kontoauszug des Banco Alemán Transatlántico, Lima, vom 27. August 1906 für Señor Tomás Valle. Abb. 4.2: Zweite Seite des Auszugs. Das peruanische Währungssystem beruhte auf dem Goldstandard, der durch Gesetz vom 29. Dezember 1897 übernommen worden war. Fortan wurden unter der Bezeichnung „Libra“ Goldmünzen geprägt, die im Gewicht und Feingehalt dem der britischen Pfund-Münze (7,9881 g mit einem Feingehalt von 917/1000) entsprach. Die bisherige Silber-Währung wurde mit der Goldwährung im Verhältnis 10 Sol-Münzen (1 Sol = 25,0000 g, 900/1000 Feinsilber) gleich einem Libra [Peruanisches Pfund (£p.)] gesetzt. Zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts bestand die bimetallische Währung aus 4.527.535 Soles in Silber und etwa 200.000 £p. Präsident López de Romaña erklärte per Gesetz vom 14. Dezember 1901 das Peruanische Goldpfund zur einzigen nationalen Währung. Da der Wert der Goldmünze für die alltäglichen Zahlungen zu hoch war, verwendete die Bevölkerung und die Banken weiterhin die silbernen Sol und deren Teilstücke [100 Centavos (10 Dineros) = 1 Sol], wobei ein gewisses Disagio in Ansatz gebracht wurde. Dieses Problem wurde erst in den 1920er Jahren gelöst. Die Einführung des Goldstandards bescherte den Banken ein nachhaltiges Wachstum bei den Krediten und Einlagen. Probleme verursachten jedoch während des ersten Jahrzehnts des Zwanzigsten Jahrhunderts die starken Schwankungen der Rohstoffpreise – das galt besonders für Zucker, Baumwolle und Kupfer –, da sich dies naturgemäß auf das Importvolumen und die Devisenströme auswirkte. Ab 1913 verschlechterte sich der Wechselkurs der peruanischen Währung gegenüber Dollar und Pfund Sterling, was sich nicht nur inflationär auf die Preise der importierten Güter auswirkte. Der Verlust der Kaufkraft des Geldes rief den Unwillen der Bevölkerung hervor, den Präsident Guillermo Billinghurst durch Zugeständnisse an die Arbeiter zu beschwichtigen suchte. Im Februar 1914 übernahm eine Junta de Gobierno (Regierungs-Ausschuss) die vorläufige Macht im Land und erklärte im Mai Oberst Óscar R. Benavides zum neuen Präsidenten. „Handel und Wandel hatten naturgemäß unter den politischen Wirren und unter der sich aus dem Regierungs-Provisorium ergebenden Unsicherheit der Lage gelitten; in besonders kritischer Verfassung befanden sich die Staatsfinanzen, zu deren schon lange angestrebter Neuordnung in Frankreich Verhandlungen schwebten, als der europäische Krieg ausbrach und die Hoffnungen auf eine baldige Besserung der Verhältnisse vernichtete. Obwohl der auswärtige Handel Perus durch den Krieg lange nicht in dem Maße beeinflußt wird wie der anderer südamerikanischer Länder, so wirkten doch schon die ersten Nachrichten von dem Ausbruch der Feindseligkeiten erschütternd auf das gesamte, durch die innere Krise allerdings bereits geschwächte Wirtschaftsleben. Peru war bis dahin das einzige Land der Erde, welches einen auf reiner Goldwährung begründeten, ausschließlich metallischen Geldumlauf besaß. Eine seit Jahren aktive Zahlungsbilanz sowie ein, namentlich in der Hauptstadt des Landes – Lima – stark entwickelter Bank- und Scheckverkehr erlaubte in normalen Zeiten mit einem verhältnismäßig nicht großen Goldbestand auszukommen, der sich indessen schon bei den ersten Anzeichen des allgemeinen Mißtrauens als völlig unzureichend erwies. Da sämtliche Gold- und Silbermünzen sofort ängstlich dem Verkehr entzogen wurden und die Banken, denen es naturgemäß unmöglich war, der Kundschaft ihre stürmisch zurückverlangten Gelder in Metall auszuzahlen, vorübergehend schließen mußten, so geriet das Land schon wenige Tage nach Eintreffen der ersten Kriegsnachrichten in einen geldlosen Zustand.“[3] Die Börse in Lima öffnete am Montag, den 3. August 1914, nicht mehr die Pforten und blieb bis 1916 geschlossen. Um die Verhältnisse zu beruhigen, erklärte die Regierung den 3., 4. und 5. August zu Bankfeiertagen und verlängerte sie um den 6. und 7. August. Ein 30-tägiges Moratorium für die Zahlungen von Bank- und Handelsschulden begleitete diese Maßnahme. Der Präsident der Republik lud am 4. August 1914 zu einer Sitzung in den Regierungspalast ein, um über die Situation zu beraten. An ihr nahmen die Leiter der Finanz- und Handelskammern sowie des Parlaments teil. In den folgenden Tagen versuchte die Regierung mit neuen Gesetzen die Krise zu meistern: Gesetz Nr. 1964 verbot die Ausfuhr von Gütern des Grundbedarfs; Gesetz Nr. 1965 verbot die Ausfuhr von Gold und erlaubte Personen, die ins Ausland reisten, höchstens 40 Peruanische Pfund mitzunehmen; Gesetz Nr. 1967 ermächtigte die Exekutive, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Horten von Gütern des Grundbedarfs zu verhindern. Von besonderer Bedeutung war das Gesetz Nr. 1968 vom 22. August 1914, das die Banken – Banco del Perú y Londres, Banco Italiano, Banco Internacional del Perú, Banco Popular del Perú, Banco Alemán Transatlántico und die Caja de Ahorros de la Beneficencia de Lima – zu einer gemeinschaftlichen Ausgabe von Banknoten, die als Inhaberschecks – „Cheques Circulares“ – bezeichnet wurden, ermächtigte und sechs Monate nach Ende des Krieges zwischen Deutschland, Frankreich und England aus dem Verkehr gezogen werden sollten. Als Höchstbetrag waren 1.100.000 £p. in Scheinen zu einem, fünf und zehn Peruanische Pfund vorgesehen. Der Wert dieses Geldes wurde durch 35 % Gold und 65 % Wertpapiere garantiert. Außerdem mussten die Banken der Regierung ein zinsloses Darlehen in Höhe von 100.000 £p. gewähren.[4] Durch Gesetz Nr. 1982 vom 1. Oktober 1914 wurde der Ausgabebetrag auf 2.500.000 £p. erhöht, wovon die Banken 1.100.000 £p. und die Caja de Ahorros 300.000 £p. übernahmen. Gleichzeitig wurde ein neues Nominal zu einem halben Pfund eingeführt. Die Vorschriften wurden dahingehend geändert, dass nun mindestens 20 % in Gold, 30 % in Hypotheken-Pfandbriefen oder sonstigen hypothekarisch sicher gestellten Forderungen und der Rest in Handelswechseln, die mit 70 % ihres Nennwertes zu bewerten waren, gedeckt waren. Die Prüfung und Zulassung der Sicherheiten wurde wie bisher einer Aufsichtsbehörde, der Junta de Vigilancia, übertragen. Sie bestand aus fünf Mitgliedern, von denen zwei vom Parlament, einer von der Exekutive, einer von den Banken und einer von der Handelskammer von Lima ernannt wurden. Dasselbe Gesetz bestimmte, dass die Banken der Regierung einen zinsfreien Vorschuss in Höhe von 500.000 £p. auszuhändigen hatten, der vom 1. Januar 1915 in 14-tägigen Raten getilgt werden sollte. Die Cheques Circulares der ersten Emissionen wurden in der Druckerei "Litógrafía Teodoro Scheuch – Lima“ gedruckt. Sie datieren vom 8. September 1914 und lauten über 1, 5 und 10 £p. Als Emittenten werden die fünf Banken und die Sparkasse genannt. Der Scheck zu ½ £p. ist vom 3. Oktober 1914 datiert. Abb. 5.1: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 1. Emission, ½ Libra, Vorderseite. Abb. 5.2: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 1. Emission, ½ Libra, Rückseite. Abb. 6: Cheques Circulares, 8. September 1914, 1. Emission, 1 Libra, Vorderseite. Abb. 7: Cheques Circulares, 8. September 1914, 1. Emission, 5 Libras, Vorderseite. Abb. 8.1: Cheques Circulares, 8. September 1914, 1. Emission, 10 Libras, Vorderseite. Abb. 8.2: Cheques Circulares, 8. September 1914, 1. Emission, 10 Libras, Rückseite. Wie zu erwarten war, akzeptierte die misstrauische Bevölkerung die Cheques Circulares nur mit einem Abschlag von 9,5 % und hortete gleichzeitig die Münzen. In Ermanglung jeglicher Zahlungsmittel stellten Gutsbesitzer eigenes Papiergeld her, dessen Verwendung durch Gesetz vom 11. Dezember 1915 verboten wurde. Die Nachmittagsausgabe der Zeitung „La Prensa“ vom Mittwoch, den 13. Januar 1915, trug die Überschrift „Gefälschte Banknoten entdeckt“ und bildete einen falschen ½ £p.-Scheck ab. Der Präsident der Aufsichtsbehörde, Anselmo Barreto, bestätigte das Vorkommen von Fälschungen, meinte jedoch, dass sich die Öffentlichkeit keine Sorgen zu machen brauche, da der Unterschied zwischen dem gefälschten und dem echten Scheck sehr auffallend sei. Ferner teile er mit, dass die umlaufenden Schecks bald ausgetauscht würden, da spätestens am 16. Februar neue, in den Vereinigten Staaten gedruckte Schecks eintreffen würden.[5] Diese zweite Emission umfasste die gleichen Wertstufen, trägt dasselbe Datum wie die bisherige Emission und wurde von der „American Bank Note Company - New York“ gedruckt. Abb. 9.1: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 2. Emission, ½ Libra, Vorderseite. Abb. 9.12 Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 2. Emission, ½ Libra, Rückseite. Abb. 10.1: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 2. Emission, 1 Libra, Vorderseite. Abb. 10.2: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 2. Emission, 1 Libra, Rückseite. Abb. 11.1: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 2. Emission, 5 Libras, Vorderseite. Abb. 11.2: Cheques Circulares, 3. Oktober 1914, 2. Emission, 5 Libras, Rückseite. 1917 machte sich wegen der fehlenden Prägung von Sol- und ½-Sol-Silber-Münzen sowie der kleineren Werte zunehmend ein Kleingeldmangel bemerkbar. Gemäß Gesetz Nr. 2426 vom 10. August 1917 ermächtigte die Regierung die Junta de Vigilancia 500.000 £p. „Certificados de Depósitos de oro“ zu 1/10 £p. (1 Sol) auszugeben. Das Gesetz Nr. 2429 vom 17. August 1917 erweiterte die Ausgabe auf Nominale zu 5 Centavos und 50 Centavos (Medio Sol de Plata). Diese Scheine wurden wieder in der Druckerei „Litógrafía Teodoro Scheuch – Lima“ hergestellt, während der Schein zu 1 Sol bei der American Bank Note Company bestellt wurde. Dieser Schein trägt das Datum vom 10. August 1917. Abb. 12.1: Certificados de Depósitos de oro, 17. August 1917, 5 Centavos, Vorderseite. Abb. 12.2: Certificados de Depósitos de oro, 17. August 1917, 5 Centavos, Rückseite. Abb. 13.1: Certificados de Depósitos de oro, 17. August 1917, 50 Centavos, Fälschung, Vorderseite. Abb. 13.12 Certificados de Depósitos de oro, 17. August 1917, 50 Centavos, Fälschung, Rückseite. „Von besonders tief einschneidender Bedeutung für Peru war das von .. [den USA] verfügte Goldausfuhrverbot. Die plötzliche Unmöglichkeit eines Zahlungsausgleiches mit dem Auslande verursachte eine erhebliche Höherbewertung der einheimischen Währung und zugleich eine empfindliche Knappheit von Umlaufsmitteln. … Unter dem Druck dieser anormalen Lage kam im September 1918 nach monatelangen erregten Erörterungen ein neues Währungsgesetz zustande, das die bestehende Notenausgabe von £p. 2,500,000 um 3 Millionen auf £p. 5,500,000 erhöhte, mit der Maßgabe, daß an Stelle des bisher verlangten effektiven Golddepots in Lima selbst auch Guthaben bei New Yorker und Londoner Banken als zulässig erklärt wurden.“[6] Mit Datum vom 13. Juni 1918 druckte „Imprenta Carlos Fabbri S.A. – Lima“ gemäß Gesetz Nr. 2755 eine dritte Emission der Cheques Circulares mit Noten zu ½, 1, 5 und 10 £p. Die Caja de Ahorros de Lima und die Banco Alemán Transatlántico waren an dieser Emission wohl nicht mehr beteiligt, da sie auf den Scheinen nicht genannt werden. Dies ist im Fall der Deutschen Bank verständlich, da Peru auf Drängen der US-Amerikaner und Briten die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich abbrachen und sich seit dem 7. Oktober sogar im Kriegszustand mit Deutschland befanden. Vorwand hierfür war die Versenkung des peruanischen Seglers „Lorton“ im Februar 1917 durch die deutsche Marine. Abb. 14: Cheques Circulares, 13. Juni 1918, 5 Libras, Vorderseite. Die American Bank Note Company lieferte mit Datum vom 14. September 1918 eine weitere Ausgabe, die wiederum nur noch die vier Banken als Emittenten nennen und nun fünf Werte umfasst: 1/2, 1, 5 und 10 £p sowie einen Schein zu 1 Sol. Abb. 15.1: Cheques Circulares, 14. September 1918, 1 Sol, Vorderseite. Abb. 15.1: Cheques Circulares, 14. September 1918, 1 Sol, Vorderseite. Abb. 16.1: Cheques Circulares, 14. September 1918, ½ Libra, Vorderseite. Abb. 16.2: Cheques Circulares, 14. September 1918, ½ Libra, Rückseite. Abb. 17.1: Cheques Circulares, 14. September 1918, 1 Libra, Vorderseite. Abb. 17.2: Cheques Circulares, 14. September 1918, 1 Libra, Rückseite. Abb. 18.1: Cheques Circulares, 14. September 1918, 5 Libras, Vorderseite. Abb. 18.2: Cheques Circulares, 14. September 1918, 5 Libras, Rückseite. Abb. 19.1: Cheques Circulares, 14. September 1918, 10 Libras, Vorderseite. Abb. 19.2: Cheques Ciculares, 14. September 1918, 10 Libras, Rückseite. Mitte 1919 betraute Präsident Augusto Bernardino Leguía y Salcedo die Junta de Vigilancia mit der Planung zur Schaffung einer Notenbank. Per Gesetz vom 9. März 1922 wurde dann die „Banco de Reserva del Perú“ gegründet. Das Kapital von 20 Millionen Soles konnte von Banken und der Öffentlichkeit gezeichnet werden. Die Bank durfte Banknoten ausgeben, die zu mindestens 50 % durch Goldreserven gedeckt sein mussten. „Sie übernahm die gesamte Notenausgabe der Zentral-Noten-Ausgabestelle (Junta de Vigilancia de la Emision de los Cheques Circulares) von £p. 7,299,152 und erhielt dagegen die von den Banken bestellten Garantien von zusammen £p. 7,304,288, davon £p. 6,928,000 in Gold und Guthaben in London ausgeliefert, was eine Golddeckung von etwa 94,9% ergibt.“[7] Leider machen die Geschäftsberichte der Banco Alemán Transatlántico keine Angaben darüber, wie hoch die Beteiligung an den Ausgaben der Cheques Circulares war. Es ist aber anzunehmen, dass er nicht unerheblich war. Immerhin entsprach ein Libra peruana 1913 ca. 20,50 Mark. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Wegen ausbleibendem Erfolg wurde die Niederlassung bereits 1906 wieder geschlossen. [2] Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e.V., 125 Jahre Deutsche Bank in Lateinamerika, Bank und Geschichte, Historische Rundschau Nr. 22, September 2012, S. 5. [3] Geschäftsbericht des Vorstandes der Deutschen Ueberseeischen Bank für das Geschäftsjahr 1914, S. 9 ff. [4] Alejandro Salinas, Las Finanzias Publica entre 1871 y 1930, in: Compendio del Historia Económica del Peru, Tomo 4, Economía de la Primera Centuria Independiente, Banco Central de Reserva del Perú 2020, S. 338 ff. [5] Ernesto Linares Mascaro, Billetes falsos en 1915, in: Magazzine Perú Numismático el mes de abril del 2014, S. 10 ff. [6] Geschäftsbericht des Vorstandes der Deutschen Ueberseeischen Bank für das Geschäftsjahr 1918, S. 10. [7] Geschäftsbericht des Vorstandes der Deutschen Ueberseeischen Bank für das Geschäftsjahr 1922, S. 12.
- Lexikon: Bank of Biafra
Nach der Verfolgung der Angehörigen der Igbo durch die im Norden Nigerias lebenden muslimischen Stämme erklärten die Igbo die südöstliche Region des Landes am 30. Mai 1967 als Republik Biafra für unabhängig. Die Unabhängigkeit wurde aber nur von vier afrikanischen Staaten und Haiti anerkannt. Eine der ersten Handlungen war die Schaffung einer eigenen Zentralbank durch Dekret Nr. 3 von 1967, das auch "Bank of Biafra-Dekret" genannt wird. Die Bank gab von 1967 bis 1969 insgesamt sieben verschiedene Banknoten in einer Stückelung von 5 Shillings bis zu 10 Pounds aus. Die Noten der Bank of Biafra: BFR-1: 5 Shillings ohne Datum (1967), Vorder- und Rückseite. BFR-2: 1 Pound ohne Datum (1967), Vorder- und Rückseite. BFR-3: 5 Shillings ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-4: 10 Shillings ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-5: 1 Pound ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-6: 5 Pounds ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-7: 10 Pounds ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. Anfang Juli 1967 brach mit dem Angriff nigerianischer Truppen der Biafra-Krieg aus, der 30 Monate andauern sollte und erst mit der Kapitulation Biafras am 15. Januar 1970 endete. In dieser Zeit war das Hauptproblem der Bank die Finanzierung des Unabhängigkeitskriegs gegen Nigeria. Durch die Blockade des Landes im Krieg kam es zu einer Hungersnot, der geschätzt bis zu drei Millionen Menschen zum Opfer fielen. Das Bild des "Biafra-Kindes" prägte seinerzeit die Medien. Historiker sprechen in diesem Zusammenhang auch von Völkermord. Mit der Wiedereingliederung der Region in die Republik Nigeria wurde die Bank of Biafra Anfang 1970 aufgelöst. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski / Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de
- Die „HUA FU INDUSTRIAL BANK OF CULTIVATION”
Die Bank wurde 1914 oder spätestens 1915 gegründet, Hauptsitz Peking (Běijīng). Es gab Filialen in den Städten Fèngtiān (奉天) und Yíngkǒu (營口), wohl auch in der benachbarten Provinz Hēilóngjiāng (黑龍江). Es war eine private Geschäftsbank in Form einer Aktiengesellschaft. Das Grundkapital, das durch Aktienkäufe zusammenkam, betrug 1.320.000 Yuan. Die hauptsächlich in der Bank verantwortlichen Personen hießen Yáo Xīguāng (姚錫光) und Rèn fèngbīn (任鳳賓). Auf der Rückseite aller ausgegebenen Noten findet sich die Unterschrift Yaos. Was bedeutet der chinesische Name der Bank 華富殖業銀行 = Huá fù zhí yè yínháng? 殖業= zhi ye bedeutet „industrielle Erschließung“ bzw. “industrielle Entwicklung“, es gab in ganz China zahlreichen Banken, die sich der Erschließung bzw. Weiterentwicklung von bisher unerschlossenen oder nur wenig entwickelten Gebieten verschrieben hatten. Folglich gab es zahlreichen Banken, die in ihrem hinteren Namensteil zhíyè yínháng trugen, also Bank für industrielle Erschließung zeigten. Davor stand jeweils ein individuell gewählter Name. 華 = huá wurde gewählt, weil es einerseits „prächtig, blühend, gedeihend“ bedeutet, andrerseits aber auch „chinesisch“. 富= fú hat den Sinn von „reich, üppig, vermögend, ergiebig“. Beide Worte erwecken Vertrauen und versprechen Reichtum, passen also gut zu einer Bank. Die Huáfú Industrial Bank of Cultivation war sehr kurzlebig, schon im Herbst 1918 wurde sie durch den zuständigen Provinzgouverneur geschlossen. Als Grund wurde offiziell angegeben, dass die Gründung der Bank nicht sorgfältig genug erfolgt sei. Der wahre Grund war wohl ein anderer: damals gaben die zuständigen Gouverneure bzw. "Warlords" gerne die Genehmigung zu einer Bankgründung. Sie gaben diesen Banken meist auch das Recht, Noten auszugeben. Anschließend versuchten sie dann, von der betreffenden Bank so viel Geld wie möglich zu erhalten, so dass die Bank mehr Geld ausgeben musste als Deckung vorhanden war. Der Bank, die hier nicht mitmachte, wurde kurzerhand unter fadenscheinigen Gründen die Betriebserlaubnis wieder entzogen. Die ausgegebenen Banknoten tragen zwei verschiedene Ortsbezeichnungen, entweder Fèngtiān/MUKDEN oder Yíngkǒu/YINGKOW. Fèngtiān, auf Mandschurisch Mukden genannt, ist ein historischer Name für die heutige Stadt Shěnyáng (瀋陽), Hauptstadt der Provinz Liáoníng (遼寧). Yinkou ist eine bedeutende Hafenstadt, ebenfalls in der Provinz Liaoning (遼寧), etwa 200 km südlich von Shěnyáng gelegen. Was die ausgegebenen Noten betrifft, so lassen sie sich in drei Gruppen teilen: Jiao-Noten mit Datum MG 5 = 1916, Ortsangabe Yíngkǒu. Soweit bekannt, gedruckt von der Druckerei Donghua. (東華印刷館) Yuan-Noten mit Datum MG 4 = 1915. Ortsangabe Fengtian. Gedruckt von Caizhenbu = Bureau of Engravong and Printing (财政部). Mei-Noten, hier ist bislang nur ein einziges Remainder von 10 Mei aufgetaucht. Der Schein ist undatiert, ohne genaue Ortsangabe, aber über dem Titel steht = Provinz Hēilóngjiāng. Druckerei unbekannt. Alle Jiao- und Yuan-Noten tragen die Zeichen 債券 = Schuldschein. Bei der abgebildeten 5-Jiao-Note sind diese Zeichen aus unbekanntem Grund per Hand ausgelöscht worden. Insgesamt sind neun verschiede Notentypen in der chinesischen Literatur erwähnt, davon habe ich die 10-, 50- und 100-Yuan-Noten nicht gesehen. Sie sind in Sammlungen meines Wissens bislang nicht aufgetaucht. 1 Jiao MG 5 = 1916 2 Jiao MG 5 = 1916 5 Jiao MG 5 = 1916 (Abb.1) Abb. 1: 15 Jiao von 1916, ehemalige Sammlung Beyer. 1 Yuan MG 4 = 1915 (Abb.2) Abb. 2: 1 Yuan von 1915, Yangming Auktion, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun. 5 Yuan MG 4 = 1915 (Abb.3) Abb. 3: 5 Yuan von 1915, Yangming Auktion, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun. 10 Yuan MG 4 = 1915 50 Yuan MG 4 = 1915 100 Yuan MG 4 = 1915 1 Mei ohne Datum (bisher nur als nicht ausgegebenes Remainder bekannt, Abb. 4) Abb. 4: 1 Mei, ehemalige Sammlung Beyer. Erwin Beyer
- Probleme beim Versand von Newslettern an T-Online-Adressen
Bereits seit längerer Zeit und immer wieder kam und kommt es zu Problemen beim Versand unserer wöchentlichen Newsletter von Muenzen-Online.com und Geldscheine-Online.com an Abonnenten mit E-Mail-Adressen von T-Online. Wiederholt haben wir uns deswegen sowohl an T-Online als auch an unseren E-Mail-Provider gewandt. Zeitweise konnten die Probleme abgestellt werden, aber nun erhalten erneut seit einigen Wochen unsere Abonnenten bei T-Online keine Newsletter mehr. Wir möchten uns dafür entschuldigen, aber auch feststellen, dass das Problem nicht bei unseren Blogs für Sammler liegt. Wir wenden uns regelmäßig an T-Online, um eine dauerhafte Lösung herbeizuführen. Gleichzeitig möchten wir unsere Leser darauf verweisen, dass ihnen durch nicht zugestellte Newsletter keine Inhalte verloren gehen, weil natürlich alle Beiträge jederzeit direkt in den jeweiligen Blogs für Münz- und Geldscheinsammler abrufbar sind. Wir wünschen Ihnen noch viel Spaß bei Ihrem Hobby und bleiben Sie gesund! Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Cassa Veneta dei Prestiti
1915 wechselte Italien im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Entente und versuchte, mit eigenen Truppen durch österreichisch-ungarisches Gebiet in das Herz der Donaumonarchie vorzustoßen. Die italienischen Verbände wurde jedoch bereits an der Isonzo gestoppt und ein jahrelanger Stellungskrieg in den Bergen an der Isonzo-Front forderte bis zu einer Million Tote. Der italienische Rückzug wurde von österreichisch-ungarischen Truppen begleitet und für das daraufhin von Österreich-Ungarn besetzte Gebiet Venetiens bis zur Piave wurde eine Notenbank, die Cassa Veneta dei Prestiti (Darlehenskasse von Venetien), gegründet, die 1918 in Österreich gedruckte Kassenscheine in den Werten zu 5, 10 und 50 Centesimi sowie 1, 2, 10, 20, 100 und 1000 Lire ausgab. Cassa Veneta dei Prestiti, 10 Centesimi vom 2. Januar 1918, Vorder- und Rückseite. Abb. Samer Obeid, www.weltbanknote.de Cassa Veneta dei Prestiti, 10 Lire vom 2. Januar 1918, Vorder- und Rückseite. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www. banknoten.de Cassa Veneta dei Prestiti, 100 Lire vom 2. Januar 1918, Vorder- und Rückseite. Abb. Samer Obeid, www.weltbanknote.de Die als "Buono di Cassa" bezeichneten Scheine tragen das Datum vom 2. Januar 1918. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski
- Guatemala: Neue Gedenknote kommt im September 2021
Zum 200. Jubiläum der Unabhängigkeit Guatemalas erscheint im September 2021 eine neue Gedenknote zu 20 Quetzales der Banco de Guatemala. Am 15. September 1821 erklärte Guatemala im Palacio Nacional de la Cultura in Guatemala-Stadt die Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien und schloss sich zunächst dem neu gegründeten Kaiserreich Mexiko an. Die Szene der Unabhängigkeitserklärung von 1821 ist das Rückseitenmotiv der Gedenknote, deren Druck durch Giesecke+Devrient in einer Auflage von 25 Mio. Exemplaren erfolgte. Neben dieser Note wird auch eine 1-Quetzal-Gedenkmünze zu diesem Anlass ausgegeben. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Frage zum Thema Banknoten der Alliierten
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mir vor kurzem Ihr neues Buch über Deutsche Banknoten ab 1871 zugelegt, mit der Hoffnung Infos über einen Schein darin zu finden. In meiner Sammlung befindet sich ein Schein, der mir Rätsel aufgibt. Es ist ein Schein der Alliierten Militärbehörde, bei dem der farbige Aufdruck des jeweiligen Nennwerts fehlt. ½ Mark , 1 Mark oder 5 Mark? Da dieses Stück nicht das Geheimzeichen "F" hat, gehe ich da von einem UdSSR-Druck aus. Handelt es sich bei meinem Schein um einen Fehldruck oder um einen unfertigen Druck? Leider konnte ich nichts darüber finden. Mit freundlichen Grüßen M. Kreß Antwort Bei dem Schein handelt sich eindeutig um einen Fehldruck; ich kenne zwei weitere Scheine, bei denen kein Wertaufdruck vorhanden ist. In der Fachsprache bezeichnet man solch einen Fehldruck als "Schimmel". Darüber hatte ich vor längerer Zeit einen Aufsatz geschrieben. Hier ein Auszug: "... In der aussterbenden Druckersprache bezeichnet „Schimmel“ einen unbedruckten Bogen Papier innerhalb einer gesamten Druckauflage – er ist gewissermaßen weiß geblieben. Auch bei farbigen Papieren und eben auch beim Banknotendruck spricht man von einem „Schimmel“, wenn ein Bogen aus unterschiedlichen Gründen nicht bedruckt wurde. Ganz gleich, ob solch ein Bogen während oder erst nach dem Druck entdeckt wurde: es handelt sich immer um Makulatur – um Ausschuss! Werden bei der Endkontrolle solche Bogen nicht gefunden und mit ausgeliefert, dann ist das peinlich und ein Qualitätsmangel. Bei irgendwelchen Handzetteln ist das sicher kein Problem und hinnehmbar. Bei wichtigen oder hochwertigen Drucken ist das schon bedenklich und mehr als unerfreulich, besonders beim Druck von Wertpapieren im Allgemeinen und bei der Herstellung von Geldscheinen im Besonderen! Fällt einem Sammler ein „unfertiger“ Schein in die Hände, dann ist er meist glücklich, weil das eben die Ausnahme ist. ... Frage: wie kann so etwas geschehen? Antwort: Nicht bedruckte Vorder- oder Rückseiten, fehlende Druckgänge sind nicht häufig ... Solche Fehler entstehen im sog. Fortdruck, wenn zwei oder mehrere Bögen auf einmal vom Greifer zur Anlage geführt werden und nur der erste = obere Bogen bedruckt wird. Diese „Schimmel“-Drucke können sich auch bei nachfolgenden Druckgängen wiederholen. Ursachen können sein: statisch aufgeladene Bögen (durch Temperaturschwankungen oder hohe Luftfeuchtigkeit im Drucksaal) oder durch falsch eingestellte Greifer. Diese Fehler können bei allen Druckgängen – auch beim Nummerndruck – vorkommen. Vorstellbar ist auch, dass der Drucker einen Bogen aus dem laufenden Druck zur Qualitätskontrolle entnimmt und vergisst, ihn wieder in den Stapel zu legen. Legt er ihn wieder korrekt dazu, passiert nichts ... legt er ihn falsch ein: gibt es einen anderen Fehldruck: a = kopfstehender Druck einer Vorder- bzw. (je nach dem) Rückseite oder b = Vorder- und Rückseitendruck auf einer Seite. Übrigens: so kommen auch „kopfstehende Wasserzeichen“ zustande. Logischerweise kommen beim Mehrnutzen-Druck nach dem Endformat-Beschnitt mehrere „Schimmel“ vor. Ein bei der Endkontrolle gefundener Fehldruck verpflichtet dazu, die anderen Fehldrucke in den jeweiligen Bündeln/Papierstößen zu finden und herauszunehmen (und beim Banknotendruck dann mit den sog. Austausch-/Ersatz-Noten die Stapel wieder zu ergänzen, damit die Wertmenge rechnerisch stimmt). Zusammenfassend ist festzustellen, dass diese Art Fehldrucke einseitig und seltener zweiseitig vorkommen können. Beim Mehrfarbendruck sind ein fehlender Druckgang oder mehrere fehlende Druckgänge denkbar und vorgekommen: fehlender Unterdruck, fehlender Hauptdruck, fehlender Wertaufdruck, fehlender Nummerndruck usw. usf. – je nach Beschaffenheit des betreffenden Geldscheins. ..." Bei Ihrem Schein fehlt der Wertaufdruck, entweder in Grün für einen 1/2-Mark-Schein oder in Violett für einen 5-Mark-Schein. Ich vermute stark, dass auch Ihr Schein ein 1/2-Mark-Schein aus sowjetischer Fertigung ist. In meinem kürzlich erschienenen Sachbuch "Die Militärmark-Scheine der Alliierten von 1944 bis 1948 in Deutschland" (siehe auch Beitrag auf Geldscheine-Online.com, Newsletter vom 28. Juli 2021) ist ein ähnliches Exemplar abgebildet. Das Besondere daran ist, dass die mir bekannten Scheine eindeutige Umlaufspuren zeigen und es wirft die Frage auf, weshalb solche Stücke längere Zeit unerkannt umliefen, da man ja nicht damit bezahlen konnte ... eben weil kein Wert erkennbar war. Kurios! Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen aus Sachsen Michael H. Schöne
- Spendenquittungen des Gandhi National Memorial Trust
गाँधीराष्ट्रीयस्मारकनिधि – Gandhi Rashtriya Samra Nidhi Mohamads Karamchand Gandhi, bei uns besser bekannt unter dem Namen Mahatma Gandhi, war der herausragende politische und spirituelle Führerder indischen Unabhängigkeits-bewegung. Der, der Gewaltlosigkeit predigte, wurde am 30. Januar 1948 in Neu-Delhi Opfer eines tödlichen Anschlags. Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 als letztes von vier Kindern des Premierministers des Fürstenstaates Porbandar auf der Halbinsel Gujarat geboren. Er gehörte der indischen Oberschicht an und studierte in London Jura. Nach seinem Examen startete er seine Karriere als Rechtsanwalt, zunächst in Indien, später in Südafrika. Hier wurde er politischer Aktivist und wandte sich gegen die Diskriminierung der indischen Minderheit in der damaligen britischen Kolonie. 1914 kehrte er nach Indien zurück und führte die nächsten dreißig Jahre seinen friedlichen Kampf für die Unabhängigkeit Indiens. Sein Traum von einem geeinten, säkularen Indien wurde nicht erfüllt. 1947 entließ die englische Krone einen hinduistischen und einen muslimischen Staat in die Unabhängigkeit: Indien und Pakistan. Nach der Ermordung Mahatma Gandhis gründete der Indian National Congress den National Gandhi Memorial Trust (Hindi: गाँधीस्मारक निधि), auch Gandhi Rashtriya Smarak Nidhi genannt. Dem am 6. Februar 1948 gebildeten Ad-hoc-Ausschuss gehörten zahlreiche nationale Führer an: Dr. Rajendra Prasad, Pt. Jawahar Lal Nehru, Sardar Vallabhbhai Patel, Chakravarti Rajagopalachari, Maulana Abdul Kalam Azad and Shri Jagjivan Ram. Am 13. Februar 1948 rief Dr. Rajendra Prasad, erster Präsident des unabhängigen Indien, die Bürger zu Spenden auf. Das Ergebnis war überwältigend. Zehn Millionen Spender brachten 110 Millionen Rupien für dem Fonds zusammen, der seit dem 17. Dezember 1948 eine gemeinnützige Stiftung ist. Sie widmet sich dem Andenken Gandhis und finanziert die Erhaltung der Stätten seines Wirkens. Die Treuhandmittel werden auch für das Sammeln, Bewahren und Verbreiten seiner Lehren verwendet. Abb. 1: Spendenschein, o. D (1949), 5 Rupien, Vorderseite. Abb. 2: Spendenschein, o. D (1949), 5 Rupien, Rückseite. Der Fonds gab 1949 Spendenquittungen über 1, 5 und 10 Rupien aus, die auf Papier ohne Wasserzeichen gedruckt sind. Die Scheine zu 5 und 10 Rupien kommen in zwei Farben vor: Dunkelbraun und Rot. Ihre Gestaltung ist weitgehend identisch. Die Vorderseite ist mit einem Schmuckrahmen eingefasst mit einer Kontrollnummer am linken unteren Rand. Auf der rechten Scheinseite in einem Oval ein Porträt Mahatma Gandhis. Der Text auf der linken Seite nennt den Emittenten und ist in Hindi abgefasst. Die Rückseite nennt in einem Schriftband ebenfalls den Emittenten, dieses Mal aber in Urdu. Ferner trägt die Rückseite die Unterschrift von Jivatram Bhagwandas Kripalani (11. November 1888 bis 19. März 1982). Im Volksmund war er als Acharya (= Gelehrter) Kripalani bekannt und während des Machtwechsels 1947 Vorsitzender des indischen Nationalkongresses. Uwe Bronnert
- Lexikon: Cassa Mediterranea di Credito
Die Cassa Mediterranea di Credito (Mittelmeer-Kreditkasse) war eine italienische Emissionsbank für die während des Zweiten Weltkriegs von Italien besetzten Gebiete (vergleichbar mit den deutschen Reichskreditkassen). Cassa Mediterranea di Credito per la Grecia: 100 Drachmen ohne Datum (1941), Vorder- und Rückseite (Abb. Detlef Hilmer). Cassa Mediterranea di Credito per la Grecia: 5.000 Drachmen ohne Datum (1941), Vorderseite (Abb. Hans Worbes, www.worbes-verlag.de). Sie gab in Griechenland als Cassa Mediterranea di Credito per la Grecia nach der deutsch-italienischen Besetzung des Landes 1940 Scheine über 5, 10, 50, 100, 500, 1.000, 5.000, 10.000 und 20.000 Drachmen aus. Für die Besetzung von Ägypten waren Scheine der Cassa Mediterranea di Credito per l‘Egitto zu 5, 10 und 50 Piastres sowie 1, 5, 10, 50 und 100 Lire und für die Besetzung des Sudan der Cassa Mediterranea di Credito per il Sudan über ebenfalls 5, 10 und 50 Piastres sowie 1, 5, 10, 50 und 100 Lire gedruckt, die jedoch nicht ausgegeben wurden. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski












