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- Hongkong and Shanghai Banking Corporation: Und wieder ist ein Bauwerk identifiziert
Am 20. März 2015 wurde in der Shanghaier Yangming Auction ein kleiner Teil (797 Lots) der Sammlung Isamu Morimoto versteigert. Eine Note gefiel mir von der Gestaltung her besonders gut, es war eine 5-Yuan-Note der Hongkong and Shanghai Banking Corporation mit Datum 1920. Diese Note ist im SCWPM nicht aufgelistet, wohl aber eine Note völlig gleichen Motivs aber mit anderem Datum, nämlich 1907, und – natürlich – mit anderen Unterschriften. Beide Noten wurden von Waterlow Sons, London, gedruckt. Abb.1: 5 Yuan 1920 Hongkong and Shanghai Banking Corporation (Pick S-) Diese Note wurde für 40.250 Yuan Renminbi zugeschlagen, der Käufer zahlte also mit Gebühren umgerechnet etwa 5.930 €. Im oberen Teil der Vorderseite sieht man einen schön gestalteten Torbogen, im SCWPM wird er für die Note von 1907 als „city gate“ bezeichnet. Aber so sah das Tor ganz und gar nicht aus, ein Stadttor dient der Befestigung und ist weniger dekorativ gestaltet. Nach einiger Zeit des Suchens fand ich heraus: es war ein – seit langem nicht mehr existierendes – Eingangstor zu einem Tempel! Und zwar handelt es sich um den Konfuziustempel in Zhènhǎi (鎮海), Provinz Zhèjiāng. Die zugrundeliegende Abbildung stammt aus einem Buch, „China Illustrated“, 1843 herausgegeben von Rev. Wright unter Verwendung von Bildern Thomas Alloms. Eine Originalbuchseite mit diesem Motiv wurde von der US-amerikanischen Auktionsfirma Baldini im Jahr 2018 versteigert, der erzielte Preis ist mir allerdings nicht bekannt. Der Architekt und Maler Thomas Allom, der von 1804 bis 1872 lebte, war selbst wohl nie in China, er verwendete für seine Abbildungen Vorlagen, die Reisende aus China mit nach Europa gebracht hatten. Abb.2: Thomas Allom Die hier in Rede stehende Abbildung trägt die Unterschrift „First Entrance Gate to the Temple of Confucius, Ching-hai", es handelt sich also, wie oben gesagt, um das äußere Eingangstor zum Konfuzius-Tempel in Zhènhǎi. Abb.3: Thomas Alloms Wiedergabe des Eingangstors Dieser Konfuzius-Tempel wurde erstmals 985 erbaut, während der Dynastie der Nördlichen Sung. 1130 wurde der Tempel zerstört. 1195 wurde er neu erbaut, aber 1597 wieder zerstört. Später wurde der Tempel nochmals wieder aufgebaut. Am 10. Oktober 1841 wurde im Zuge kriegerischer Ereignisse die Stadt Zhènhǎi vollkommen zerstört, auch der Konfuziustempel wurde stark beschädigt. Ab 1896 baute man den Tempel wieder auf. Tragischerweise wurde der Konfuziustempel dann während der Kulturrevolution (1966–1976) abgerissen. Ein wichtiges Kulturdenkmal ist für immer verschwunden. An der Stelle, wo früher der Tempel stand, befindet sich jetzt eine Schule. Zum Schluss kann ich noch die motivgleiche 5-Yuan-Note von 1907 zeigen (Pick S381): Abb.4: 5 Yuan Hongkong and Shanghai Banking Corporation 1907 Erwin Beyer Bildnachweis: Abb. 1 und 4: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun Abb. 2: en.Wikipedia Abb. 3: „China Illustrated“ 1843
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 9
Fortsetzungsreihe, Teil 25 Druckverfahren und Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten, Teil 2 Der Stichtiefdruck findet heute, nicht zuletzt wegen seiner Kostspieligkeit, ausschließlich im Wertdruck Verwendung. Die Europäische Zentralbank spricht bei der Herstellung der Euro-Banknoten zwar nach wie vor vom Stichtiefdruck. Allerdings täuscht dies darüber hinweg, dass hier kein Stecher mehr, wie in früheren Zeiten, die Hauptmotive von Hand in eine Stahlplatte sticht. Dieses Stahloriginal wird mit einer Schicht aus Asphaltlack oder einem ähnlichen Material versehen, die Motive dann maschinell auf die Oberfläche dieser Beschichtung übertragen und in diese eingeritzt. Mit einer speziellen Säure, meist Eisen-II-Chlorid, wird die Zeichnung dann tiefergelegt, das heißt an den Stellen, an denen sie sich befindet, in die Stahlplatte eingeätzt. Erforderlichenfalls werden Teile des späteren Druckbildes auf diesem Stahloriginal von Hand nachgestochen, um eine größere Tiefe und damit mehr Prägnanz, sprich: einen präziseren, fühlbareren Druck zu erreichen. Für diese Verfahrensweise, die dem fertigen Druckbild im Gegensatz zu einem Stich von Hand meist deutlich anzusehen ist, wäre eigentlich die Bezeichnung „Ätztiefdruck“ treffender. Bei den Euronoten wurde er angewendet, um Zeit zu sparen und, wegen der Herstellung der Stahloriginale in verschiedenen Druckereien, einen möglichst identischen Charakter aller Hauptmotive zu gewährleisten, der bei Stichen von der Hand verschiedener Stecher nicht hätte erreicht werden können. Stichtiefdruck kommt nur für Bildteile der Vorderseite zur Anwendung. Es sind dies die Hauptmotive, die große Wertzahl rechts oben sowie die Wertbezeichnung links unten, der EZB-Schriftzug mit dem ©-Vermerk und der Jahreszahl sowie der sogenannte ISARD-Codebalken. Bei den beiden großen Stückelungen 200 und 500 Euro kommen noch die Merkmale für Sehbehinderte hinzu. Die drei letztgenannten Druckbildteile werden im verstärkten und damit noch besser fühlbaren Stichtiefdruck hergestellt, wogegen die Wertzahlen und das Hauptmotiv in der „einfachen“ Version ausgeführt, aber dennoch deutlich fühlbar sind. 100-Schilling-Handzeichnung: Diese Fälschung wurde Anfang 1951 in Wien beschlagnahmt. Der erwähnte ISARD-Code (Intaglio Scanning And Recognition Device, frei übersetzt: Tiefdruck Abtastungs- und Erkennungs-Element) wurde bereits in den späten 1960er Jahren von dem holländischen TNO Institute of Applied Physics in Delft im Auftrag der Niederländischen Notenbank entwickelt. Spezielle Scanner erkennen anhand des durch den ISARD-Code reflektierten Lichts das Vorhandensein des Stichtiefdruck-Reliefs und damit die Echtheit der Banknote. Die Niederländische Zentralbank hatte diesen ISARD-Code seit 1970, die Belgische Nationalbank seit 1975 auf den von ihnen ausgegebenen Banknoten verwendet. Diese beiden nationalen Zentralbanken waren auch die Initiatoren des Codes auf den Euro-Noten und nutzen ihn heute in ihren jeweiligen Zentralbankbereichen. Die aktuell im Einsatz befindlichen ISARDplus-Geräte sind in der Lage, feinste parallel verlaufende Tiefdrucklinien auch bei zerknittertem oder verschmutztem Papier zu erkennen. Der ISARD-Code ist zudem ein gutes Mittel zur taktilen Echtheitsprüfung. Der Tiefdruck der dicht nebeneinander liegenden feinen, vertikalen Striche ist deutlich fühlbar, insbesondere wenn man mit dem Fingernagel darüber hinwegfährt. Wenngleich bereits findige Fälscher dieses Relief durch Blindprägung auf der Rückseite zu imitieren versucht haben. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Das "Judendurchgangslager" Westerbork und sein Geld
Zentrales Flüchtlingslager Westerbork, Gruppe männlicher, deutscher Juden im Jahr 1940. (Fotokopie: Sammlung Werner Roman, USHMM) Zur Geschichte des Lagers Mitte Dezember 1938 hatten die Niederlande im Interesse freundschaftlicher Beziehungen zum deutschen Nachbarn ihre Grenzen für Flüchtlinge aus dem Deutschen Reich geschlossen. Sie waren ab diesem Zeitpunkt weder willkommen noch sollten sie integriert werden. Zur vorübergehenden Unterbringung der vornehmlich jüdischen Flüchtlinge beschloss die niederländische Regierung im Februar 1939 den Bau eines Aufnahmelagers bei Westerbork. Eine erste Gruppe traf hier am 9. Oktober 1939 ein. Sie gehörte zu den 900 deutschen Juden, die vergebens versucht hatten, mit dem Schiff St. Louis von Hamburg nach Kuba zu fliehen. Als am 10. Mai 1940 deutsche Truppen zum „Schutze der niederländischen Neutralität“ und zur Verhinderung einer Landung britischer Streitkräfte auf dem Kontinent in den Niederlanden einmarschierten, befanden sich rund 700 Menschen im „Zentralen Flüchtlingslager Westerbork“. Das „Kamp Westerbork“ wurde von der deutschen Besatzung übernommen und weiter genutzt. Inhaftiert wurden deutsche Juden, die in den Niederlanden verhaftet wurden oder sich freiwillig meldeten. Nachdem bereits Ende 1941 entschieden wurde, Westerbork als zentrales Durchgangslager für die Massendeportation der niederländischen Juden zu nutzen, wurde das Lager am 1. Juli 1942 dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (BdS) unterstellt und als „Polizeiliches Judendurchgangslager“ (JDL) geführt. Westerbork war also kein Konzentrationslager und unterstand auch nicht der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) bzw. dem späteren Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) der SS. Schon am 15. Juni 1942 begann die Deportation niederländischer Juden. Ab Juli 1942 trafen dann immer mehr Transporte in Westerbork ein. Hier sammelte man die Juden aus allen Teilen des Landes und stellte Transporte in die Vernichtungslager zusammen, hauptsächlich nach Auschwitz-II-Birkenau und nach Sobibór. Der erste Zug rollte am 14. Juli 1942 Richtung Osten. Ihm folgten fast zwei Jahre lang weitere Züge, die nach einem festen Fahrplan verkehrten. Meist kamen sie montags in Westerbork an und fuhren dann am Tag darauf neue Opfer in den Tod. Drei Tage dauerte die Fahrt in stickigen Güterwagen mit einem Eimer als Toilette. Wer die Fahrt überlebte, auf den wartete das Gas. Judendurchgangslager Westerbork, Angehörige des jüdischen Ordnungsdienstes (OD) bei der Ankunft eines Transports im Lager 1942. (Fotokopie: Sammlung Trudi Gidan, USHMM) JDL Westerbork, Lagerstraße mit Baracken. (Fotokopie: Herinneringscentrum Kamp Westerbork) Bis zum Grenzbahnhof Nieuweschans wurden die Züge von niederländischem Bahnpersonal begleitet, ab da übernahm die Deutsche Reichsbahn bis in die Vernichtungslager. Die meisten Menschen waren mit über 15.200 am 3. Oktober 1942 und fast 15.500 am 23. Juni 1943 im Lager registriert. 1943 wurde ein Krematorium auf dem Lagergelände in Betrieb genommen. Hier wurden die Leichen der an Krankheiten und Altersschwäche im Lager verstorbenen Gefangenen verbrannt. Insgesamt sind 751 Menschen im Lager Westerbork gestorben. Hinzu kamen die Leichen von Angehörigen des Widerstands, die in der Nähe des Lagers hingerichtet und ebenfalls im Lager kremiert wurden. JDL Westerbork, jüdische Gefangene werden unter Aufsicht der SS mit der Bahn deportiert. (Fotokopie: Herinneringscentrum Kamp Westerbork) 1943/1944 entstanden verschiedene Werkstätten, in denen die Gefangenen bis zu ihrer Deportation arbeiten mussten, u. a. eine Schneiderei, eine Linoleumfabrik und die „Lagerindustrie“, in der Flugzeuge, Apparate, Batterien und Kabel zerlegt sowie Metalle, Folien und Abfall für eine Wiederverwertung sortiert wurden. Im Lager selbst wurde der Anschein der Normalität bewahrt. Es wurde weitestgehend auf die in Konzentrationslagern übliche Terrorherrschaft verzichtet, es gab eine Schule, ein Kranken- und ein Waisenhaus, sportliche Veranstaltungen und sogar ein eigenes Orchester. Statt Kapos und SS gab es in Westerbork mit dem Ordnungsdienst eine eigene jüdische Polizei, wie sie auch von Gettos her bekannt ist. Wagenlaufschild der Deutschen Reichsbahn für den „Pendelverkehr“ zwischen Westerbork und Auschwitz zur Deportation jüdischer Menschen. (Original: Herinneringscentrum Kamp Westerbork) Der letzte Transport verließ Westerbork am 13. September 1944 mit 279 Menschen in Richtung Bergen-Belsen. Zehn Tage zuvor hatte auch Anne Frank, die durch ihr Tagebuch weltberühmt und zur Symbolfigur für die Opfer des Holocaust werden sollte, Westerbork auf dem Weg nach Bergen-Belsen verlassen, wo sie Anfang März 1945 an Typhus starb. Von Juli 1942 bis September 1944 hatten 98 Züge mit über 100 000 Menschen Westerbork verlassen, davon 65 Züge mit 57.800 Menschen nach Auschwitz, 19 Züge mit über 34.300 Menschen nach Sobibór, acht Züge mit über 3700 Menschen nach Bergen-Belsen und sechs Züge mit fast 4500 Menschen nach Theresienstadt. Unter den Opfern befand sich auch eine kleinere Gruppe von 245 Sinti und Roma. JDL Westerbork, Ausweiskarte der jüdischen Gefangenen Lea Blom-Walg. (Original: Yad Vashem) Nur 5000 jüdische Gefangene sollten den Krieg überleben und wieder in ihre Heimat zurückkehren. Nachdem der letzte Transport Westerbork verlassen hatte, blieben noch Hunderte jüdischer Gefangener im Lager zurück. Sie wurden von kanadischen Truppen befreit, die am 12. April 1945 Westerbork erreichten. Nach dem Krieg wurden in Westerbork ohne Prozess ehemalige Mitglieder der „Nationaal-Socialistische Beweging in Nederland“ (NSB) und sog. Kollaborateure inhaftiert. Danach wurde es Wohnlager für Soldaten aus Niederländisch-Indien und von den Molukken. 1970 wurde es verlassen und danach abgerissen. Seit 1983 informiert ein nahe des ehemaligen Lagers befindliches Erinnerungszentrum an das Durchgangslager Westerbork, das zum Sinnbild für die Vernichtung der niederländischen Juden geworden war.1) JDL Westerbork, Postkarte jüdischer Eltern an ihre ins Schweizer Exil geflüchteten Kinder. (Kopie: Tijdmachine, Kees de Brouwer) Gutscheine des Lagers Westerbork Die Gutscheine des Lagers Westerbork haben nichts mit der Prämienvorschrift der SS vom 15. Mai 1943 bzw. deren Nachtrag vom 14. Februar 1944 zu tun, auch wenn sie bei Pick/Siemsen unter Prämienscheinen aufgeführt wurden.2) Es handelt sich vielmehr um Lagergeld, wie es in den anderen niederländischen Lagern (Amersfoort und Herzogenbusch) ebenfalls genutzt wurde und das die Fluchtgefahr durch Einbehaltung des Bargelds reduzieren sollte. Außerdem diente es zur Bezahlung von Arbeits-leistungen an Gefangene des Lagers und zur Abschöpfung von deren regulären Zahlungsmitteln. Bis zu dessen Einführung sollte die Verwendung von Bargeld im Lager üblich gewesen sein, ebenso Geldanweisungen an Gefangene in niederländischer Guldenwährung. Fabrik-Wasserzeichen Vuga-Normaal. (Original: Ray Feller) Der Entwurf für das Lagergeld von Westerbork stammt von dem Gefangenen Werner Löwenhardt. Die Vorderseiten der Scheine zeigen neben der Lagerbezeichnung und dem Nennwert ein Logo mit Zahnrad als Symbol der Arbeit. Auf den Rückseiten findet sich im Unterdruck eine Ansicht des Lagers. Alle Werte wurden in drei Serien (AA, BB und CC) bei der Druckerei Van de Kamp in Groningen hergestellt (Druckereikennung K 1227).3) Verwendet wurde Papier mit Fabrik-Wasserzeichen „Vuga NORMAAL“. Da dieses nicht flächendeckend auf dem Papier vorkam, sind Scheine mit vollständigem, teilweisem oder auch ohne Wasserzeichen bekannt.4) Lager Westerbork, Lagerkantine. (Fotokopie: Yad Vashem) Gestaltung und farbiger Druck (Über- und Unterdruck) sind vergleichsweise aufwendig und modern, aber auch dies ist von den anderen niederländischen Lagern bekannt. We 1: JDL Westerbork, Gutschein über 10 Cent vom 15. Februar 1944, Serie CC, Vorderseite. Sammlung Grabowski We 1: JDL Westerbork, Gutschein über 10 Cent vom 15. Februar 1944, Rückseite. Sammlung Grabowski Das Logo mit dem von einem Zahnrad umfassten Lager mit Schornstein stand für die Aussage des Lagerkommandanten Gemmeker, wonach jüdische Arbeit bedeutend für den deutschen Sieg sei. Wie sich Herr Löwenhardt erinnerte, wurde das Lagergeld zum Einkauf in der Kantine genutzt, so es dort etwas zu kaufen gab. Meist bekam man aber nur Ersatzseife, Kaffee und Rasierklingen, aber keine Lebensmittel.5) We 2: JDL Westerbork, Gutschein über 25 Cent vom 15. Februar 1944, Serie AA, Vorderseite. Sammlung Grabowski We 2: JDL Westerbork, Gutschein über 25 Cent vom 15. Februar 1944, Rückseite. Sammlung Grabowski We 3: JDL Westerbork, Gutschein über 50 Cent vom 15. Februar 1944, Vorderseite, Serie BB. Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. We 3: JDL Westerbork, Gutschein über 50 Cent vom 15. Februar 1944, Rückseite. Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. We 4: JDL Westerbork, Gutschein über 100 Cent vom 15. Februar 1944, Vorderseite, Serie BB. Sammlung Grabowski We 4: JDL Westerbork, Gutschein über 100 Cent vom 15. Februar 1944, Rückseite. Sammlung Grabowski Die Rückseiten zeigen eine Lageransicht mit Lagerstraße und rauchendem Schornstein. Vom Westerborker Lagergeld sind einzelne Druckproben und unfertige Scheine sowie Fehldrucke (z.B. mit verschobenem Druck auf der Rückseite) und Fehlschnitte bekannt. Nach der Befreiung des Lagers haben Häftlinge einige Hundert Serien gebrauchter Scheine mitgenommen. Vor ca. 20 Jahren sind diese dann auf den Sammlermarkt gelangt, weshalb sie heute nicht außergewöhnlich selten sind.6) Hans-Ludwig Grabowski Anmerkungen 1) Andreas Pflock, Judendurchgangslager, auf: www.gedenken-in-benelux.de, sowie: KZ Westerbork, auf: www.wikipedia.de. 2) Albert Pick/Carl Siemsen, Westerbork, in: Das Lagergeld der Konzentrationslager und D.P.-Lager 1933–1947, S. 51–52. 3) Alphons Toele/Hans Jacobi, Westerbork, in: Het Notgeld van Nederland in de Tweede Wereldoorlog 1940–1945, S. 331. 4) Ray Feller/Steve Feller, Westerbork, in: Silent Witnesses: Civilian Camp Money of World War II, S. 58. 5) Ebenda. 6) Siehe Anmerkung 3). Buchempfehlung Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld des Terrors Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Gettos 1933 bis 1945. Mit Dokumenten aus der Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. Hardcover: 456 Seiten Format: 17 x 24 cm ISBN: 978-3-86646-040-9 Preis: 19,90 Euro Mit dem totalen Krieg und dem massenhaften Einsatz von Häftlingen als Arbeitssklaven – vor allem in der Rüstungsindustrie – erreichte die Verwendung von Geldersatz in den Lagern und Gettos des Dritten Reichs ihren Höhepunkt. Schon zuvor hatte es spezielle Zahlungsmittel gegeben, doch nahmen die sogenannten Prämienscheine, die dann in fast allen Konzentrationslagern benutzt wurden, um Gefangene aus ganz Europa zu immer höheren Leistungen zu motivieren, eine herausragende Stellung ein. Die Rolle von Geld und Geldersatz in den Lagern und Gettos wird nun erstmals nicht nur in Form einer umfangreichen Katalogisierung behandelt. Im vorliegenden Band steht sie im Mittelpunkt einer ausführlicheren Arbeit zu den historischen Hintergründen und Fakten, die in dieser Form erstmalig präsentiert werden können. Als Grundlage für die längst überfällige Aufarbeitung dieses Kapitels der deutschen und internationalen Währungsgeschichte diente dem Autor nicht nur die bedeutende zeitgeschichtliche Sammlung des bekannten Berliner Sammlers und Forschers Wolfgang Haney. Zusammen mit historischen Belegen aus weiteren Sammlungen und Archiven konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden. Dadurch ist eine völlig neuartige Dokumentation zu einem wichtigen Baustein im System des nationalsozialistischen Terrors entstanden, die für überraschende Einblicke und erschütternde Momentaufnahmen aus den Erinnerungen von Zeitzeugen und der Bürokratie der Vernichtung sorgt. Als Anfang 1945 mit über 700.000 Häftlingen in deutschen Konzentrationslagern der Höhepunkt erreicht war, stand das System bereits vor dem Aus. Das Geld des Terrors blieb als stummes Zeugnis bis heute erhalten.
- Die 1914er Gutscheine der Emmagrube (Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft)
Am Nachmittag des 31. Juli 1914, dem Tag der Erklärung des Zustandes der drohenden Kriegsgefahr, stellte die Reichsbank die Einlösung ihrer Banknoten gegen Gold ein. Gleichzeitig wurde die Einlösungspflicht für die Reichskassenscheine aufgehoben und die Umwechslung von Scheidemünzen in Gold eingestellt. Da die Heeresverwaltung allein für die Soldatenlöhnung in den ersten sechs Mobilmachungstagen 750 Mio. Mark benötigte, die zu den Fahnen Gerufenen sich mit den nötigen Bedarfsartikeln eindecken mussten, die Gemeinde- und Stadtverwaltungen mit der Auszahlung von Unterstützungen an die Familien der Einberufenen begannen und darüber hinaus Angstkäufe den Geldbedarf und die Warenpreise steigen ließen, stieg auch der Zahlungsmittelbedarf rapide an. Im Aufmarschgebiet der Armee, im Ruhrgebiet, im Industrierevier Oberschlesiens und Bremens und besonderes in den Grenzregionen Elsass, West- und Ostpreußen und der Provinz Posen, wo Münzen und Banknoten vor dem Feind in Sicherheit gebracht wurden, machte sich die Zahlungsmittelknappheit besonders bemerkbar. Kommunen und größere Unternehmen schritten notgedrungen zur Selbsthilfe und gaben Notgeld aus, darunter die Emmagrube (Oberschlesien) der Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft. Die 1914er Notgeld-Scheine wurden in großer Eile von örtlichen Druckereien hergestellt und wirken oft recht primitiv. Als Fälschungsschutz dienten meist Farb- oder Prägestempel. Die Verantwortlichen der Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft ließen sich für ihre Gutscheine der Emmagrube einen besonderen Schutz gegen Fälschungen einfallen. Sie ließen auf der freien Rückseite von Kux-Scheinen ihre Gutscheine zu einer Mark drucken. Abb. 1.1: Die „richtigen“ 12 Gutscheine der Emmagrube zu 1 Mark ergeben einen Kux-Schein der Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft. Abb. 1.2: Die Wertseite der 12 Gutscheine, die den kompletten Kux-Schein ergeben. Das Grubenfeld der Emmagrube war vom preußischen Staat am 14. Oktober 1858 an Franz Stahler verliehen worden.[1] Das Bergrecht verpflichtete den Muter, das ihm verliehene Grubenfeld bergmännisch auszubeuten. Wegen der hohen Kosten war hierzu selten eine Person allein imstande. Deshalb wurde das notwenige Kapital durch Gründung bergrechtlicher Gewerkschaften aufgebracht.[2] Hierzu wurde das Unternehmen in ideelle Anteile geteilt und an Interessierte verkauft. Das Bergrecht verlangte eine Teilung nach dem Duo-Dezimalsystem, d.h. in 12 Anteilen. Da die Aufwendungen für 1/12 eines Bergwerks für einzelne Personen immer noch zu groß waren, unterteilte man dieses Zwölftel weiter in zwölf Teile usw. Die maximale Anzahl von Anteilsscheinen lag zunächst bei 128. Das preußische Berggesetz vom 24. Juni 1865 legte dann ihre maximale Zahl auf 100 fest, die durch Gewerkschaftsstatut erhöht werden konnte. Über die Anteile wurden Urkunden ausgestellt, die Kuxe genannt werden. Erst nachdem der Unternehmer Friedrich Wilhelm Grundmann (* 26. November 1804 bei Berthelsdorf; † 30. Juli 1887 in Kattowitz) die Kux-Mehrheit an der Emmagrube erworben hatte, kam es 1883 mit dem Abteufen der Schächte „Mauve“ und „Grundmann“ zur Kohleförderung. 1892 kamen die Grubenfelder „Mariahilf“ und „Weihnachtsabend“ in Radlin hinzu, sodass das Bergwerk eine Berechtsame (Abbauberechtigungsfläche) von 2,19 km² erreichte. Mit 598 Mitarbeitern lag die Steinkohleförderung bei nur 160.439 Tonnen. Um das Bergwerk erweitern und modernisieren zu können, wurde ein Investor gesucht, den man im Unternehmer Friedrich Friedlaender, ab 1906 von Friedlaender-Fuld (* 30. August 1858 in Gleiwitz, Oberschlesien; † 16. Juli 1917 auf Gut Lanke, Mark Brandenburg), fand. Er schuf 1903 die „Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft“. Walther Rathenau (* 29. September 1867 in Berlin; † 24. Juni 1922 ebendort) gehörte dem Vorstand des neuen Unternehmens an. In den Jahren bis 1912 wurden die Sohlen auf 126 m, 199 m und 400 m Teufe aufgefahren und sechs Flöze der Ostrauer Schichten in einer Gesamtmächtigkeit von 14,6 m abgebaut. Wegen des hohen Methangas-Gehalts der Flöze II, IV und VI mussten spezielle Wetterschächte gebaut werden. Die Teilung Oberschlesiens 1922 bedeutete für die Emmagrube, dass sie plötzlich in Polen lag. Deshalb wurde der Firmensitz von Berlin nach Kattowitz verlegt und die Firma in „Rybnickiego Gwarectwa Węglowego“ umbenannt. Anstelle ihres 1917 verstorbenen Vaters trat Marie-Anne von Goldschmidt-Rothschild, geb. von Friedlaender-Fuld, gesch. Mitford, gesch. von Kühlmann (* 17. Januar 1892 in Berlin; † 30. November 1973 in Paris) als Erbin in die Unternehmensführung ein. Während des Zweiten Weltkriegs war die Grube Teil der Gruppe Rybnik (II) der Reichswerke Hermann Göring. Von 1945 bis 1982 gehörte die Zeche, die am 27. April 1949 zu Ehren des Kommunisten Jósef Kolorz, Spitzname Marcel, der auf Emma arbeitete, umbenannt wurde, zum Unternehmen Rybnickie Zjednoczenie Przemysłu Węglowego, von 1984 bis 1988 zu Rybnik-Jastrzębie und ist heute Teil der "Polska Grupa Górnicza" (PGG). In der Nachkriegszeit wurde die Zeche modernisiert und erweitert. Der neue Schacht hat eine Tiefe von 1000 m. Durch Zusammenlegung verschiedener Felder entstand eine Berechtsame von 57,37 km². Das Bergwerk förderte im Mai 2017 mit 2868 Beschäftigten täglich 10.000 Tonnen Kohle. Die Gutscheine der Emmagrube datieren vom 15. August 1914 und lauten über eine Mark. Als Papier dienten unausgefüllte Kux-Scheine. Auf diesen ca. 360 x 260 mm großen Wertpapieren, die auf eine Art Büttenpapier gedruckt waren, konnten auf der leeren Rückseite 12 Gutscheine hergestellt werden. Nach Dießner wurden insgesamt 5976 Gutscheine gedruckt, dies entspricht 498 Kux-Schein-Formularen.[3] Die Formulare stammen von der Firma Riefenstahl, Zumpe & Co. in Berlin. Der spätere Aufdruck auf ihrer Rückseite erfolgte in vier Reihen zu je drei Gutscheinen, sodass jeder Schein die Größe von 120 x 65 mm hat. Mancher von ihnen weist Buchstaben-Teile eines Wasserzeichens auf. Dies lässt vermuten, dass mehre Formulare gleichzeitig auf einem Papierbogen gedruckt wurden, auf dem sich ein Firmenwasserzeichen befand. Die Vorderseite des Notgelds besteht aus einem einfachen, schwarzen sechszeiligen Aufdruck: „Gutschein. (daneben eine sechsstellige Kontrollnummer) / Gegen Aushändigung dieses Gutscheines zahlen die Kassen der Rybniker / Steinkohlen-Gewerkschaft bis einschließlich den 15. September 1914 / Eine Mark / Emmagrube, den 15. August 1914. / Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft.“ Darunter die rotviolette Faksimile-Unterschrift des Generaldirektors der Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft, Dr. Wachsmann sowie eine handschriftliche Unterschrift. Am linken Rand ein ovaler Firmenstempel blauviolett oder rotviolett. Am unteren Rand mittig wurde der Ausgabetag gestanzt: „15.8.1914“. Die Rückseite der Scheine zeigt jeweils einen Teil des Kux-Scheins. Mit gleichem Datum emittierte die Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft 5-Mark-Gutscheine, die auf der Rückseite von Zinsscheinbogen von 1903 über 22,50 Mark gedruckt waren. Abb. 2.1 und 2.2: Emmagrube, Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft, 15. August 1914, 1 Mark, Vorder- und Rückseite. Hier der dritte Schein der obersten Reihe. In der Bundesrepublik mussten die Bergrechtlichen Gewerkschaften nach § 163 Bundesberggesetz vom 13. August 1980 (BGBl. I S. 1310) bis zum 1. Januar 1986 entweder in Aktiengesellschaften umgewandelt oder mit einer bestehenden Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaften auf Aktien bzw. Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt werden; andernfalls waren sie zu liquidieren. Uwe Bronnert [1] Die Angaben zur Emmagrube und der Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft nach Wikipedia (03.03.2021). [2] „Die bergrechtliche Gewerkschaft ist eine Vereinigung von Miteigentümern eines Bergwerkes. […] Ihr Recht ist in ziemlich einheitlichen Landesgesetzen, besonders im preußischen Allgemeinen Berggesetz (ABG) von 1865 geregelt. […] Die Mitglieder einer Gewerkschaft heißen Gewerken, ihre Anteilscheine Kuxe. Diese lauten nicht wie die Aktien auf einen bestimmten Nennbetrag, sondern einen Bruchteil am Bergbauunternehmen, z. B. 1/100, mindestens jedoch 1/10000. Kuxe sind Namenspapiere und werden wie Versicherungsaktien zu Stückkursen an der Börse gehandelt, z. B. Gewerkschaft Winterhall 3000 Kuxe; 1 Kux 81.000 DM. Die Kuxe und ihre Inhaber werden in das Gewerkenbuch eingetragen. Da sich der Kapitalbedarf nicht genau im voraus bestimmen läßt, müssen die Gewerken Zubußen leisten, wenn es nötig ist. Diese Zubußepflicht kann sich der Gewerke nur durch Preisgabe des Kuxes entziehen (Abandonrecht). An der Ausbeute (Gewinn) oder dem Verlust sind die Gewerken im Verhältnis ihrer Anteile beteiligt. Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis hat entweder der aus zwei oder mehreren Personen bestehende Grubenvorstand oder ein Repräsentant. Das Mitbestimmungsrecht verlangt in Betrieben mit mehr als 1000 Arbeitnehmern auch einen Arbeitsdirektor. Die Gewerkenversammlung […] entspricht in ihrer Rechtsstellung der Hauptversammlung der AG. Die Abstimmung erfolgt nach Kuxen. Nur Gewerkschaften mit mehr als 500 Arbeitnehmern müssen einen Aufsichtsrat bilden, die übrigen Gewerkschaften können einen Aufsichtsrat bilden.“ (Alfred Fritsch et al., Kaufmännische Betriebslehre, 11. Auflage, Wuppertal-Barmen 1971, S. 226 f.) [3] Hans-Jürg Dießner, Deutsches Notgeld, Band 11: Das deutsche Notgeld von 1914/15, Regenstauf 2010, S. 137 f., Kat.-Nr. 93.1.
- Leserpost: Unbekannte Aufbaumarken
Sehr geehrte Redaktion, ich habe vor einiger Zeit diese drei Block-Belege Aufbaumarken zusammen mit anderen Objekten gekauft. Ich konnte auf den Marken keine Ausgabe-Firma oder Stadt oder ein Druckvermerk finden. Die drei Blocks haben eine Abmessung von 160 x 130 mm, sind briefmarkenähnlich perforiert und auf der Rückseite gummiert. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, ein Leser. H. Casper Antwort der Redaktion Die Bezeichnung "Aufbaustein" sagt eigentlich schon aus, um was es sich handelt. Bausteine gab es auch schon vor der Reichsmark-Zeit (1924 – 1948), z.B. zur Finanzierung der Errichtung von Sportstätten und Denkmälern. Wahrscheinlich stammen Ihre Aufbaumarken aus der Zeit des beginnenden Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, also aus den Jahren 1945 bis 1948, in der noch immer die Reichsmark galt, bevor mit den Währungsreformen in West und Ost die Deutsche Mark eingeführt wurde. Das Volkshaus in Weimar auf einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1916. Einen wichtigen Hinweis auf den Ort der Ausgabe kann lediglich das wieder aufzubauende und wahrscheinlich im Krieg zerstörte Gebäude geben, das auf den Marken abgebildet ist. Sehr viele Bausteine wurden in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und der späteren DDR ausgegeben. Und tatsächlich, es handelt sich um Spendenmarken für den Wiederaufbau des Volkshauses in Weimar aus dem Jahr 1946. Henning Huschka führt diese in seinem Katalog "Ersatzgeld und geldähnliche Belege in der DDR" unter SB216 auf und bewertet sie je ausgeschnittener Marke mit 15 Euro in Erhaltung I und 10 Euro in Erhaltung III. Wenn jeder Block 20 Marken enthält, kommt man bei dieser Bewertung also schon auf einen ganz ordentlichen Schätzpreis. Hans-Ludwig Grabowski
- Emporium Hamburg: Vorbericht Banknoten-Auktion Nr. 94
Vom 4. bis 7. Mai 2021 veranstaltet Emporium Hamburg die 93. Auktion-Münzen & Medaillen und die 94. Auktion-Banknoten & Notgeld. Aufgrund der aktuellen Situation können sich während der Auktionen 93. & 94. keine Bieter im Saal einfinden, und Sie können ausschließlich online, telefonisch oder per schriftlichem Gebot teilnehmen. Auf unserer Internetseite (www.emporium-numismatics.com) finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema „Live-Bidding“. Eine Vorbesichtigung der Lose ist unter Einhaltung der Hygienevorschriften nach Terminabsprache bis zum 30. April 2021 möglich. Um einen Termin zu vereinbaren, kontaktieren Sie uns bitte unter: +49 40 25799-137. Am letzten Auktionstag (7. Mai 2021) folgt die rund 350 Lose umfassende 94. Auktion-Banknoten- und Notgeld. Diese beinhaltet zahlreiche seltene Scheine und liefert somit für jeden Sammler eine perfekte Gelegenheit, die Sammlung zu ergänzen oder zu erweitern. Selbstverständlich erwartet Sie auch wieder eine erlesene und bemerkenswert vielfältige Mischung unterschiedlichster Sammelgebiete. Insgesamt werden rund 350 Lose versteigert und Sie als Sammler von Papier- und Notgeld werden vollumfänglich auf Ihre Kosten kommen. Freuen Sie sich schon jetzt mit uns auf einen interessanten Auktionstag. Los-Nr. 4030 Litauen Lietuvos Bankas, PMG 66 EPQ 1000 Litu 1991. Specimen. Schätzpreis: € 1.000,– Ein besonderes Augenmerk verdient sicher unser Titelstück 1000 Litu 1991 der Lietuvos Bankas mit dem Grading PMG 66 EPQ (Los 4030, Taxe: € 1.000,–) und eine Sammlung in vier großen Ordnern mit über 400 Notgeldscheinen u.a. der Landesbank der Rheinprovinz (Los 4230, Taxe: € 1.000,–). Los-Nr. 4026 Indien Government of India 10 Rupee ND (1917-30). Min. Risse, III Schätzpreis: € 750,– Los-Nr. 4000 Albanien Banka Kombëtare e Shqipnis, IV 100 Franka Ari ND (1939). Italien Occupation. IV Schätzpreis: € 750,– Sie sind auf der Suche nach internationalen Banknoten?! Dann haben wir folgende Highlights für Sie: 10 Rupee ND (1917–30) aus Indien (Los 4026, Taxe: € 750,–) sowie 100 Franka Ari ohne Datum (1939) aus der Zeit der italienischen Besetzung von Albanien (Los 4000, Taxe: € 750,–). Das außergewöhnliche Angebot an Weltbanknoten aus Afrika, Asien und Südamerika sowie sehr seltene Einzelstücke werden das Sammlerherz garantiert erfreuen. Los-Nr. 4078 Deutschland ab 1871 Geldscheine der Inflation 1919-1924 1 Million Mark 20.02.1923 Wz. Wellen, FZ braun I Schätzpreis: € 900,– Das Sammelgebiet „Deutsches Reich ab 1871“ (Los 4061 – 4166) ist auch wieder mit zahlreichen wunderbaren Geldscheinen aus der Zeit der Inflation 1919–1924 vertreten. An vorderster Stelle sind hier die 1 Million Mark 20.02.1923 mit dem Wasserzeichen Wellen in der Erhaltung I unbedingt zu erwähnen (Los 4078, Taxe: 900,– €). Los-Nr. 4135 Bundesrepublik Deutschland ab 1948 1000 DM 1.8.1991. I Schätzpreis: € 720,– Unter den Ausgaben der „Bundesrepublik Deutschland ab 1948“ wird mit Sicherheit die 1000 DM vom 1.8.1961 Banknote in einer Top-Erhaltung (Los 4135, Taxe: 720,– €) für ein spannendes Bieterduell sorgen. Viele Sammlerherzen werden höher schlagen, wenn ein Lot in drei Alben mit 222 Scheinen mit vielen Besonderheiten, Geheimzeichen und Aufstempelungen aus Deutsch-Ostafrika 1905 – 1917 (Los 4155, Taxe: 1.300,– €) unter den Hammer kommt. Zum Abschluss unserer großen Banknoten-Auktion versteigern wir aus der Rubrik „Notgeld“ (Los 4167–4329) einige hochwertige Sammlungen mit zahlreichen kleinen Schätzen aus Deutschen Landen. Stellvertretend hierfür ist eine Sammlung mit 10 x 25 und 10 x 75 Pfennig aus Kraiburg am Inn mit einer erstklassigen Erhaltung (Los 4181, Taxe: 750,– €). Wir, das Team der numismatischen Abteilung von Emporium Hamburg, freuen uns auf eine rege Teilnahme an unserer 94. Auktion und stehen Ihnen für detaillierte Auskünfte hinsichtlich Emporium Hamburg Katalog-Bestellung, telefonischem Bieten, Online-Live-Bidding etc. jederzeit gerne zur Verfügung. Emporium Hamburg, Abteilung Numismatik, Süderstraße 288, 20537 Hamburg. Telefon: +49 40 25799-137, Fax: +49 40 25799-100 E-Mail: numis@emporium-hamburg.com Homepage: www.emporium-numismatics.com
- Lexikon: Blessing, Karl
Karl Blessing wurde am 5. Februar 1900 in Württemberg geboren. Bereits ab 1920 arbeitete Blessing bei der Deutschen Reichsbank, wo er für Reparationsfragen im Zusammenhang mit der Versailler Vertrag zuständig war. In dieser Funktion nahm er auch an verschiedenen internationalen Konferenzen teil. Von 1930 bis 1934 war er von der Reichsbank abgestellt als Abteilungsleiter bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel tätig. Von 1934 bis 1937 war er Generalreferent im Reichswirtschaftsministerium und von 1937 bis 1939 Mitglied des Direktoriums der Deutschen Reichsbank. Karl Blessing (1900–1971), Abb. Deutsche Bundesbank Zum 1. Februar 1939 wurde er gemeinsam mit dem Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht entlassen, nachdem er sich geweigert hatte, die Rüstungsfinanzierung weiter mit zu verantworten, die eine Inflation hätte auslösen konnte. In der Privatwirtschaft war der von 1939 bis 1941 Vorstandsmitglied bei der Margarine Union AG und von 1941 und 1945 Vorstandsmitglied der Kontinentalen Öl AG. Von 1939 bis 1945 war Blessing Mitglied im Freundeskreis Reichsführer SS. Er organisierte Spenden für die NSDAP und wurde zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. Die Verschwörer des "Unternehmens Walküre" schätzten Blessings Kompetenz und haben ihn nach einem erfolgreichen Attentat auf Hitler und erfolgreichen Umsturz als möglichen Reichsbankpräsidenten und späteren Wirtschaftsminister in Betracht gezogen. Nach dem Krieg war Blessing interniert und dann ab 1948 wieder bei der Margarine Union AG. Nachdem am 1. August 1957 die Deutsche Bundesbank gegründet worden war, wurde er durch das Kabinett Adenauer ab 1. Januar 1958 zum Bundesbankpräsidenten berufen. Er blieb bis zum 31. Dezember 1969 im Amt. Blessing starb am 25. April 1971 an seinem Urlaubsort in Südfrankreich. Seine Unterschrift befindet sich auf allen Noten der Deutschen Bundesbank der Ausgabe 1960 (Gemäldeserie). BRD-8d: 20 DM der Deutschen Bundesbank vom 2. Januar 1960, Vorderseite. BRD-8d: 20 DM der Deutschen Bundesbank vom 2. Januar 1960, Detail mit den Unterschriften (links die Unterschrift des damaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank Karl Blessing). Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski
- Neu im Museum: Die große Inflation
Banknoten, Dollarkurse, Preise und Löhne 1919 bis 1924 Neu in unserem virtuellem Museum ist eine Galerie mit Banknoten und 36 Tafeln zu Dollarkursen, Preisen und Löhnen während der deutschen Inflation von 1919 bis 1924. Die Geldscheine sind passend zum jeweiligen Zeitabschnitt in der Galerie angeordnet, so dass sie im Zusammenhang mit den gezeigten Tafeln stehen. Die Banknoten der deutschen Inflation, die sich in vielen Alben von Sammlern finden, werden damit in einen historischen und geldgeschichtlichen Kontext gerückt. Nicht zuletzt die wichtigen historischen Tafeln lassen uns neben einem imaginären Nominalwert mit immer mehr Nullen auch ihre wahre Kaufkraft erkennen. Die Galerie zur Inflation 1919 bis 1924 ist deshalb nicht nur Geldscheinsammlern, sondern auch allen historisch Interessierten zu empfehlen. ZUR GALERIE Hans-Ludwig Grabowski
- Jindrich Holna ist verstorben
Jindrich Holna (2.7.1944 – 7.3.2021) Wie in der letzten Ausgabe der Vereins-Zeitschrift der Tschechischen Numismatischen Gesellschaft informiert wurde, ist Anfang März 2021 der bekannte tschechische Geldscheinexperte, Fachautor und Verleger Jindrich Holna verstorben. 1968 hatte er sich nach dem "Prager Frühling" aktiv gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch sowjetische Truppen eingesetzt, was erhebliche Schwierigkeiten in seinem weiteren Leben zur Folge hatte. Wie Jirka Novák feststellte, war Herr Holna einer der führenden Köpfe des Banknotensammelns in der Tschechischen Republik. Über seine Firma Elektris Holna erschienen mehrere Kataloge, darunter das Standardwerk zum Papiergeld der Tschechoslowakei sowie der Tschechischen und Slowakischen Republik von Jan Bajer. Jindrich Holna war aber auch selbst Autor und Co-Autor von Fachpublikationen, darunter dem erst kürzlich hier im Blog vorgestellten Katalog zum tschechischen Notgeld von 1900 bis 1950. Er war ein international anerkannter Experte für Notgeld der Tschechoslowakei, Österreichs, Deutschlands und Russlands. Mit ihm verliert die tschechische und europäische Sammlergemeinde einen wichtigen Fachmann und Freund. Hans-Ludwig Grabowski
- Neue Galerie im virtuellen Geldmuseum: Noten der Peoples Bank of China
Wir haben auf Geldscheine-Online.com mit dem Aufbau einer virtuellen Sammlung von Geldscheinen aus aller Welt begonnen! Unser Geldmuseum lädt zu einer neuen Galerie mit 63 Noten der Peoples Bank of China von 1948 bis 2015 ein (mit Vorder- und Rückseiten). Weitere Ausstellungen befinden sich in Vorbereitung. Nach und nach werden neue Länder und Emittenten aufgenommen, bis jedes Land der Erde mit je einer kleinen Auswahl seiner Geldscheine in bester Abbildungs-Qualität vertreten ist. In unserem regelmäßig erscheinenden kostenlosen Newsletter informieren wir über neue Galerien! Alle abgebildeten Geldscheine stammen aus privaten Sammlungen und dem Handel. Wenn auch Sie das Museum unterstützen möchten, dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Hans-Ludwig Grabowski #Museum #Asien #China #Grabowski
- Lexikon: Blüten
Bezeichnung für Papiergeld-Fälschungen in der "Gaunersprache". Der Sammler versteht unter Blüten allerdings Geldschein-Imitationen oder Fantasiescheine mit geldscheinähnlichem Aussehen für Reklame- und Propagandazwecke. Es gibt Spezialsammler dieser Art von Scheinen, wozu auch das während des Zweiten Weltkriegs hergestellte "Überläufergeld", Flugblätter mit Geldscheinabbildungen und ähnliche Scheine gehören. Bei der Herstellung solcher Scheine sollte man sich zuvor über die in jedem Land unterschiedlichen, oft sehr strengen Bestimmungen informieren, die vor Verwechslungen mit Zahlungsmitteln schützen sollen. Nachstehend sind einige Beispiele von modernen "Blüten" abgebildet. Gutschein des Thalia-Theaters in Duisburg-Meiderich über 1 Geschenkpaket für ein Sonntags-Mittagessen, einlösbar am 24.5.1966, ähnlich der 1000-DM-Note der sog. "Gemäldeserie". Werbeschein einer bekannten Zigaretten-Marke ähnlich der 5-DM-Note der sog. "Gemäldeserie". Werbeschein der Firma OTCOM zu einem Förderprogramm der Deutschen Telekom AG, ähnlich der 1000-DM-Note der sog. "Persönlichkeitsserie". Gutschein einer Friseurkette, angelehnt an den 20-DM-Schein der sog. "Persönlichkeitsserie". Propagandaschein des politischen Vereins "Die Deutschen Konservativen e.V." aus Hamburg nach einer Reichsbanknote über 100.000 Mark vom 1. Februar 1923, auf der Vorderseite mit dem Porträt des SPD-Politikers Gerhard Schröder. Werbeschein und Tageskarte der Westernstadt Pullman City bei Eging am See bei Passau ähnlich einer 1-Dollar-Note. 1 House-Dollar eines Regensburger Table-Dance-Clubs ähnlich einer 1-Dollar-Note. Werbeschein der Paper Money Fair Maastricht/Valkenburg ähnlich einer 1-Dollar-Note. Werbeschein und Gutschein der Firma Klarmobil ähnlich einer 10-Euro-Note. Besonders spannend ist die Vielfalt sog. Fantasienoten. Neben Scheinen von Fantasiestaaten wie z.B. den Jason oder Chatham Islands oder des Königreichs Kamberra gibt es eine Vielzahl weiterer Fantasiescheine, die auch vereinzelt im Fachhandel angeboten werden. Zu den "Blüten" kann man auch das sog. "Theatergeld" und "Filmgeld" zählen, Kinderspielgeld, Testnoten von Geldautomaten-Herstellern, Schulgeld und vieles mehr. Wir können hier nur einige weitere Beispiele zeigen, weil eine ausführlichere Beschäftigung mit der Vielzahl möglicher Erscheinungsformen eigener Aufarbeitungen und Fachartikel bedarf. Fantasieschein von Kevin Balmer über 500 Nuevos Sucres der Galapagos Inseln zum 200. Geburtstag von Charles Darwin aus dem Jahr 2009. Fantasieschein über 300 Euro mit erotischen Darstellungen. Die 300-Euro-Scheine gab es in verschiedenen Ausführungen. Einige von ihnen sollen es sogar geschafft haben, an Supermarktkassen angenommen zu werden! Filmgeld einer DEFA-Filmproduktion zu 5 Pounds der Bank of England aus dem Jahr 1930. Die Rückseite ist unbedruckt. Testschein für Geldautomaten der Firma De La Rue Garny in der Wertstufe 20 ohne Währungsangabe, Rückseite bildgleich. Wer jetzt Lust auf mehr Fantasiescheine bekommen hat, dem sei unsere Galerie mit Fantasienoten des slowakischen Künstlers Matej Gabris empfohlen: https://www.geldscheine-online.com/gabrisnotes Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- 10-Euro-Note mit Überdruck zum 200. Jahrestag der griechischen Revolution
Zur 200-Jahrfeier der griechischen Revolution (1821 – 2021), wurde nach dem Vorbild der sog. Rizzi-Note von 2008 ("Inflation can't touch this") eine 10-Euro-Banknote auf der Rückseite in Sieb- und Digitaldruck mit dem Motiv des bekannten Gemäldes "Georgios Karaiskakis" vom renommierten griechischen Künstler Iannis Nikou überdruckt. Karaiskakis war ein General des Griechischen Unabhängigkeitskriegs. Die Auflage der 10-Euro-Sammlerbanknote beträgt 200 Stück. Etwa die Hälfte davon wurde an griechische Prominente – darunter Politiker – verschenkt. Der Rest wird zum Kauf angeboten (Preis: 130 Euro). Die "Kunstnote" ist in einem edlen Folder im Passepartout eingelegt und vom Künstler per Hand signiert und nummeriert. Außerdem gibt es zu jedem Folder ein Echtheitszertifikat. Interessenten können sich an die Firma NUMARIST www.numarist.com oder per E-Mail an numismatik@koulaouzidis.com wenden. Mario Koulaouzidis Mitglied im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels












