top of page

Diese Website durchsuchen

3677 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Lexikon: Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission

    Die Gründung einer Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission (IKK, heute Interpol) wurde 1923 auf dem Internationalen Polizeikongress in Wien beschlossen. Die teilnehmenden Länder wurden aufgefordert, nationale Falschgeldzentralstellen zu errichten, die ständig Fühlung zur Zentralstelle hielten, die 1924 mit Sitz in Wien eingerichtet wurde (heute Lyon). Diese Zentralstelle registrierte all Vorkommnisse auf dem Gebiet der Fälschung und Verfälschung von Geldzeichen und von öffentlichen, auf den Inhaber lautenden Schuldverschreibungen (auch Kupons und Talons) sowie die Namen der Fälscher und Mitschuldigen und gab hierüber Informationen an die nationalen Stellen weiter. Jeder Mitgliedsstaat musste an die Zentralstelle eine Beschreibung und Spezimen-Sätze seiner Geldzeichen senden, die dann an alle anderen Mitgliedsstaaten weitergegeben wurden. "Erkennungszeichen", Blätter vom April 1927 zu einem gefälschten 10-Reichsmark-Schein vom 10. Oktober 1924 mit Abbildungen der Vorder- und Rückseite. Als selbstständige Beilage des offiziellen Organs "Internationale Öffentliche Sicherheit" wurde die Zeitschrift (Loseblattsammlung) "Erkennungszeichen echter und gefälschter Banknoten und anderer Werte" (kurz "Erkennungszeichen") herausgegeben, die in drei Sprachen erschien: die deutsche Ausgabe in Wien unter Mitarbeit der "Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe Berlin", die französische unter der Bezeichnung "Contrefaçons et Falsifications" (Les Systèmes Keesing, Amsterdam). Polizeibehörden und Emissionsinstitute fast aller Staaten der Erde waren ständige Mitarbeiter des "Erkennungszeichen". In einem 1937 veröffentlichten '"Handbuch der Banknoten und Münzen Europas" (Verfasser Hans Adler, Konsulent des Bankenverbandes) wurden 45 Staaten, Kolonien und Gebiete erfasst. "Erkennungszeichen" aus den 1990er Jahre, Ordner und ein Blatt zu Frankreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nur noch eine einheitliche, viersprachige Ausgabe des "Erkennungszeichen" (Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch) veröffentlicht. Die redaktionelle Arbeit erfolgte durch die "Organisation Internationale de Police Criminelle" in Frankreich. Herausgegeben wurde das "Erkennungszeichen" durch die Editions Keesing Publishers in Amsterdam. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Neuer Standard-Katalog zum Papiergeld von Guernsey

    Pam West / Steve Norman: Guernsey Paper Money – A complete history 484 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 14,8 cm x 21 cm, Broschur, Sutton, Surrey 2024. Preis: 25,00 GBP. ISBN: 978-1-73848-210-8. Pam West ist vielen Geldscheinsammlern nicht nur als Präsidentin der International Bank Note Society (IBNS) bekannt, sondern auch als Autorin des Standard-Katalogs zum Papiergeld Englands, als Herausgeberin des Katalogs zum irischen Papiergeld sowie als Co-Autorin des Katalogs zum Papiergeld der Insel Man. Nun legt sie gemeinsam mit Steve Norman in erster Auflage einen wahrhaft beeindruckenden Katolog zum Papiergeld der britischen Kanalinsel Guernsey vor. Das Buch trägt den Untertitel „A complete history“ völlig zu Recht, denn den Autoren war es sehr wichtig über die Katalogisierung hinaus, die sich ohnehin schon durch eine große Liebe zum Detail auszeichnet, auch so viel wie möglich Wissenswertes über die Papiergeldgeschichte von Guernsey zu vermitteln. Nach einer allgemeinen Einleitung, u.a. zu den Bewertungen, zu Erhaltungsgraden und zum Aufbau einer Sammlung, folgen Hintergrundinformationen wie zu verschiedenen Druckfirmen, darunter Bradbury Wilkinson & Co. und die heute weltberühmte Firma von Thomas De La Rue, der 1793 auf Guernsey geboren wurde. Sehr interessant sind auch die Ausführungen zum geschichtlichen Hintergrund, bei der natürlich auch auf die Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs eingegangen wird. Der umfangreiche Katalogteil besticht durch seine vielen Angaben zu jedem Schein bis hin zu Auflagezahlen einzelner Serien und Ausgabedaten. Es gibt auch Detailabbildungen zu Unterschriftsvarianten. Bewertungen erfolgten in bis zu drei Erhaltungsgraden. Ausführlich wird auf die Überdrucke von englischen Pfundnoten durch die Inselverwaltung unter deutscher Besatzung eingegangen, mit denen diese für die Besatzer wertlos gemacht wurden. Sie werden auch im Katalog aufgeführt und bewertet. Im Anhang finden sich weitere Belege zur Geldgeschichte Guernsey, wie Schecks und Ephemera. Interessenten wenden sich bitte direkt an British Notes, Pam West, PO Box 257, Sutton, Surrey, SM3 9WW, www.britishnotes.co.uk, E-Mail: pam@britishnotes.co.uk. Hans-Ludwig Grabowski

  • Nachbericht der Emporium Hamburg Auktion 105 „Banknoten & Notgeld“ 28. März 2024

    Die Auktion 105 „Banknoten & Notgeld“ hat wieder einmal bewiesen, dass Papiergeld ein fester Bestandteil der numismatischen Welt ist. Vor allem im Bereich Ausland überschlugen sich die Gebote, aber auch die Kategorie Deutschland ab 1871 zog zahlreiche Bieter an. Die höchsten Gebote versammelten sich unter den Scheinen der Deutschen Auslandsbanken, wie das Titelstück 10 Tael 01.03.1907 Peking (Los 4351), das einen stolzen Hammerpreis von € 9.200,- erzielte. Mut zum Lot: Unter diesem Motto fanden sich zahlreiche Sammellots in dieser Auktion. Im Voraus nutzten viele Bieter die Chance, die Lots im Störtebeker-Haus Hamburg zu besichtigten. Um die Lots von 2 bis hin zu 8000 Stück gab es wahre Bietergefechte, wie bei einer großen Sammlung von 148 Scheinen aus Polen (Los 4137, Schätzpreis: € 600,- / Hammerpreis: € 1.900,-). Knapp 80 % aller Lose wurden am Auktionstag veräußert. Nicht zugeschlagene Lose können jetzt zu 90 % des Schätzpreises plus Aufgeld erworben werden. Der Nachverkauf läuft bis zum 12. April 2024. Kontaktieren Sie uns schriftlich unter numis@emporium-hamburg.com oder telefonisch unter +49 40 25799 137. Alle weiteren Informationen sowie die Ergebnisliste erhalten Sie auf www.emporium-numismatics.com. Los 4019 China, Region Guangdon (Kwantung). 1 Mex. Dollar. Erh. III-. Schätzpreis € 85,- / Zuschlag € 760,-. Los 4051 Frankreich, Rescriptions de L’Emprunt Force. 1000 Frances 21 Nivose An IV (11.1.1796). Erh. II. Schätzpreis € 1.650,- / Zuschlag € 3.000,-. Los 4138 Polen, Emission Bank of Poland. 10 Zlotych 20.07.1926. Erh. II. Schätzpreis € 110,- / Zuschlag € 820,- Los 4185 Tschechoslowakei, Dux Bezirk/Stadt. 10 Kronen 15.11.1918. Erh. III. Schätzpreis € 210,- / Zuschlag € 1.300,-. Los 4211 Reichsbanknoten und Reichskassenscheine 1874-1914. 5 Mark 11.07.1874. Erh. II-. Schätzpreis € 1.000,- / Zuschlag € 2.600,-. Los 4328 Besatzungsausgaben der UdSSR, 1941/42. Zentralnotenbank Ukraine. 2 Karbowanez 10.03.1942. Erh. I-. Schätzpreis € 2.500,- / Zuschlag € 3.800,-. Los 4348 Deutsch-Asiatische Bank, Hankow. 10 Dollar 01.03.1907. Perforiert DRUCKPROBE. Erh. sehr selten, restauriert. Schätzpreis € 2.000,- / Zuschlag € 8.200,-. Los 4351 Deutsch-Asiatische Bank, Peking. 10 Tael 01.03.1907. Perforiert DRUCKPROBE. Erh. sehr selten, restauriert. Schätzpreis € 2.500,- / Zuschlag € 9.200,-. Los 4393 Russland, Barnaul. Gefangenenlager, 10 Rubel o. D. (ca. 1918/19). Erh. III. Schätzpreis € 100,- / Zuschlag € 2.800,-. Los 4497 Notgeld. Westfalen, Iserlohn. Bürger-Schützen-Verein. 25, 50, 75 Pfg, 1, 1,5, 2 Mark o. D. 6 Stk., Erh. I. Schätzpreis € 200,- / Zuschlag € 400,-.

  • Farbwerke Höchst: Goldmark 1923/24

    Ende Oktober 1923 fordern die Vertreter der Arbeitnehmerschaft des Stammwerkes in Höchst die Einführung wertbeständigen Geldes bei der Lohnzahlung. In einem Tarifvertrag wurde die Zahlung eines Teils der Löhne in wertbeständigen Zahlungsmitteln zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbart. Allerdings bedurfte diese Vereinbarung im besetzten Rheinland noch der Zustimmung der Interalliierten Rheinlandkommission I.A.R.K (Hohe Interalliierte Rheinlandkommission: Die Verwaltung der alliierten Besatzungszonen unterstand nach dem Ersten Weltkrieg ab 1920 der Interalliierten Rheinlandkommission mit Sitz in Koblenz. Zweck der Besetzung war einerseits, Frankreich Sicherheit vor einem erneuten deutschen Angriff zu verschaffen, andererseits eine Garantie für die Erbringung der geforderten Reparationsleistungen durch das Deutschen Reich zu haben). Im Herbst 1923 begann sich die Interalliierte Rheinlandkommission mit der Regelung der Notgeldausgabe in den besetzten Gebieten zu befassen. Die Tätigkeit dieser Kommission basierte auf den Bestimmungen des Rheinlandabkommens vom 28. Juni 1919. Sie hatte das Recht, in Fragen des Unterhalts und der Sicherheit der Besatzungstruppen Verordnungen zu erlassen. Mit den Schwierigkeiten, die in der Versorgung der Besatzungstruppen mit Zahlungsmitteln bestanden, wurde auch der Eingriff in die Notgeldfrage begründet. Probleme ergaben sich im besetzten Gebiet, weil die Rheinlandkommission die Reichsgoldanleihe und die Dollarschatzanweisungen des Reichs auf ihrem Besatzungsterritorium untersagte, während die Reichsregierung die Hinterlegung derartiger Anleihepapiere zur Voraussetzung für die Ausgabe wertbeständigen Notgelds erklärte. Deutsche Fachleute sahen hierin zusätzlich eine Einmischung in die Kompetenz des Deutschen Reichs und fürchten, dass von französischer Seite ein „rheinischer Franken“ vorbereitet werden sollte. Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst, Goldmarkgutschein Litera B über 2 Goldmark. Der Gegenwert der Goldmarkgutscheine ist in hochwertigen Devisen bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz hinterlegt. Die Ausgabe ist durch die Hohe Interalliierte Kommission in Koblenz genehmigt. Ausgegeben in Höchst am Main am 12. November 1923, gültig bis zum 31. Januar 1924. Den Firmen im besetzten Gebiet bleibt nur die Möglichkeit, sich mit der Rheinlandkommission in Zusammenarbeit mit deutschen Dienststellen über eine praktikable Lösung zu einigen. Am 20. September 1923 erließ die Rheinlandkommission die Verordnung 212, in der die Bedingungen für die Ausgabe von Notgeld im besetzten Gebiet geregelt wurden. Danach wurde in Koblenz ein aus deutschen Experten bestehender Sonderausschuss für Notgeld eingesetzt, der am 1. Oktober 1923 tagte und zusammen mit dem Finanzausschuss der IARK eine Liste der Institutionen erstellte, die zur Ausgabe von Notgeld zugelassen wurden. Vom 1. Oktober 1923 ab durften demnach nur noch Notgeldscheine der zugelassenen Institutionen im Umlauf sein. Außerdem wurden – in Anlehnung an die Grenzen der Regierungsbezirke – Umlaufbezirke gebildet. Im Falle des Farbwerkes Höchst war es der Bezirk Wiesbaden. Hierbei wurden in Ergänzung der Verordnung Nr. 212 Formvorschriften für die Ausgabe von Notgeld erlassen, die später auch für wertbeständiges Notgeld galten: Angabe auf den Scheinen, in welchem der festgelegten Notgeldbezirke sie Umlauffähigkeit haben sollten, Anbringung dieser Angabe quer zum übrigen Text der Scheine in einer rechteckigen Umrahmung am linken Rand, Gültigkeitsdauer ausnahmslos bis 1. April 1924. Am 5. November 1923 wurd zwischen dem Leiter der Finanzabteilung der IARK, Edmond Giscard d'Estaing, und einem Vertreter der Farbwerke Hoechst eine Vereinbarung über die Emission von Notgeld getroffen, das auf Goldmark (4,20 Goldmark = 1 US-Dollar) lauten und bis Ende Januar 1924 im Bezirk Wiesbaden gültig sein sollte. Zwei Tage später erteilte die IARK die offizielle Genehmigung. In den besetzten Gebieten galt nach den Ausführungsvorschriften zur Verordnung Nr. 212 der I.A.R.K. zu dieser Zeit allerdings der 1. April 1924 als allgemeiner Einlösungstermin, sowohl für Papiermark als auch für wertbeständiges Notgeld. Der Farbwerke Höchst als im besetzten Gebiet domizilierende Gesellschaft standen zur Zeit der Emission (Ende Oktober 1923) zur Deckung des Notgelds keine Anleihestücke der Reichsgoldanleihe zur Verfügung. Deshalb hinterlegte die Gesellschaft während der Emission zur Deckung des Goldmarknotgelds den Gegenwert der Ausgabebeträge durch Devisen in Schweizer Franken bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz (Kurs: 1 Schweizer Franken = 0,80 Goldmark). Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst, Goldmarkgutschein Litera B über 2 Goldmark, Rückseite mit Einlösungsregelungen. Die Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst gab vom 6. November bis zum 20. Dezember 1923 sechs Werte in vier Goldmarkreihen (Litera A bis E) und vier Werte in einer Dollarreihe (Litera D) aus, alle mit Laufzeit bis 31.Januar 1924. Die fünf Emissionen sind: Ausgabe 6.11.1923, Umtausch 31.1.1924 Goldmarkgutscheine über 1 und 5 Goldmark (Litera A). Ausgabevolumen: 240.000 Goldmark, gedeckt durch hinterlegte Devisen in Höhe von 300.000 Schweizer Franken bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft; Ausgabe 12.11.1923, Umtausch 31.1.1924 Goldmarkgutscheine über 0,50 und 2 Goldmark (Litera B). Ausgabevolumen: 328.000 Goldmark, gedeckt durch hinterlegte Devisen in Höhe von 410.000 Schweizer Franken bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft; Ausgabe 26.11.1923, Umtausch 31.1.1924 Goldmarkgutscheine über 0,50, 2 und 5 Goldmark (Litera C). Ausgabevolumen: 360.000 Goldmark, gedeckt durch hinterlegte Devisen in Höhe von 450.000 Schweizer Franken bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft; Ausgabe 10.12.1923, Umtausch 31.1.1924 Goldmarkgutscheine über 0,50, 2, 5 und 10 Goldmark (Litera D). Ausgabevolumen: 360.000 Goldmark, gedeckt durch hinterlegte Devisen in Höhe von 450.000 Schweizer Franken bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft; Ausgabe 20.12.1923, Umtausch 31.1.1924 Goldmarkgutscheine über 0,42, 0,84, 4,20 und 8,40 Goldmark (= 1/10, 2/10, 1 und 2 Dollar) mit Dollar-Valutaklausel (Litera E). Ausgabevolumen: 360.000 Goldmark, gedeckt durch hinterlegte Devisen in Höhe von 450.000 Schweizer Franken bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft. Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst, Goldmarkgutschein Litera D über 10 Goldmark. Der Gegenwert der Goldmarkgutscheine ist in hochwertigen Devisen bei der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft in Mainz hinterlegt. Die Ausgabe ist durch die Hohe Interalliierte Kommission in Koblenz genehmigt. Ausgegeben in Höchst am Main am 10. Dezember 1923, gültig bis zum 31. Januar 1924. Die Farbwerke in Höchst gaben bei 25% Anteil nur 1,6 Mio. Goldmark eigenes wertbeständiges Notgeld für Lohnzahlungen aus. Zur Beseitigung offenbar aufgekommener Zweifel bestätigte der Sonderausschuss für Notgeld in Koblenz mit Schreiben vom 2. Januar 1924 an verschiedene Körperschaften den Einlösungstermin 31. April 1924. Einige Emissionen, so die der Farbwerke in Höchst waren mit Sondergenehmigung der I.A.R.K. noch einige Monate länger im Verkehr. Auf ihre Einlösung versuchte die Reichsregierung Einfluss auszuüben, indem sie im Anschluss an die Aufruftermine für das unbesetzte Gebiet Anfang Juli 1924 auch für das besetzte Gebiet eine Einlösungsfrist – vom 1. bis 31. August 1924 – bekannt gab. Das wiederum veranlasste die I.A.R.K. allen im Besatzungsgebiet gelegenen Städten mitzuteilen, dass sie die Einlösungsbestimmungen der „Reichsregierung für diesen Raum nicht anerkenne“. Am 31. Januar 1924 lief eigentlich die geplante Umlauffrist aller wertbeständigen Notgeldscheine ab. Doch der Mangel an wertbeständigen Zahlungsmitteln war zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs behoben. Hoechst beantragte bei der Interalliierten Rheinlandkommission die Verlängerung der Frist, weil man „bis heute noch kein anderes wertbeständiges Zahlungsmittel an Hand“ habe, um den tarifvertraglichen Abmachungen entsprechen zu können. Zudem wies das Unternehmen darauf hin, dass im nahen unbesetzten Gebiet wertbeständige Zahlungsmittel in ausreichender Menge zur Verfügung stünden und die volle Lohn- und Gehaltszahlung in wertbeständigem Gelde sich durchsetzte. Die Verlängerung der Umlauffrist wurde von der Rheinlandkommission zunächst bis Ende März, dann bis Ende Juni, schließlich letztmalig bis zum 31. Juli 1924 genehmigt. Mitte April 1924 konnten die Lohn- und Gehaltszahlungen der Farbwerke Hoechst zu einem Viertel in der neuen Rentenmark erfolgen. Weitere 25 Prozent wurden in wertbeständigem Notgeld des Werkes, der Rest in Papiermark entrichtet. Einen Monat danach stellten die Farbwerke die Ausgabe von Notgeld vollständig ein. Die Zahlungen an die Arbeitnehmer erfolgten jeweils zur Hälfte in Papier- und Rentenmark. Anfang Juli 1924 wurde das wertbeständige Notgeld von Hoechst offiziell zur Einlösung bis zum 31.Juli 1924 aufgerufen. Es kann als sicher angenommen werden, dass es mit Ausnahme weniger Scheine eingelöst und danach vernichtet wurde. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Schönberg, Dr. Manfred; Dokumente aus Hoechst-Archiven, Notgeld des Stammwerkes der Hoechst AG. Ein Beitrag zur Geschichte der Inflationsjahre 1918-1923. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Zerrissene Leben: Tschechoslowakische Frauen in Ravensbrück – Neues Buch und Lesung am 11. Juni 2023 in der Gedenkstätte Flossenbürg

    Pavla Plachá: Zerrissene Leben Tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück 1939-1945 456 Seiten, Festeinband, durchgehend farbige und schwarzweiße Abbildungen, Format 17 cm x 24 cm, Hamburg 2023. Preis: 34,80 Euro. ISBN: 978-3-96488-169-4 Von den knapp 5.000 Ravensbrücker Häftlingen aus der vormaligen Tschechoslowakei sind eher Milena Jesenská (* 1896 Prag, ✝︎ 1944 Ravensbrück) oder die Überlebende Hana Housková (* 1911 Prag, ✝︎ 1995 Prag) öffentlich bekannt. Die erstere als Journalistin und Adressatin zahlreicher Briefe von Franz Kafka in den 1920er Jahren. Die letztere überlebte die KZ-Haft, wurde Aktivistin des sogenannten Prager Frühlings in den 1960er Jahren, verließ 1969 die Kommunistische Partei und sah sich anschließend heftiger Denunziation ausgesetzt. Ihr Text "Monolog" (1993) weckte das Interesse am Schicksal der Kameradinnen. Von 1939 bis 1945 wurden etwa 123.000 Frauen und Kinder in das nationalsozialistische Konzentrationslager Ravensbrück (KZ) verschleppt. Früh, nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei, gehörten auch ihre Staatsangehörigen zu seinen Opfern. Diese Häftlingsgruppe hat eine wesentliche Bedeutung für die Geschichte des KZ, zumal neben den politisch Verfolgten der rassistische Terror hier auch Jüdinnen, Sintezze und Romni aus Böhmen, Mähren, der Slowakei und der Karpatenukraine erfasste. Mit der umfassenden Studie "Zerrissene Leben" von Pavla Plachá (Übersetzung aus dem Tschechischen: Marika Jakeš) liegt nun eine wirklichkeitsnahe und historisch abgesicherte Darstellung zu Strukturen in der Gruppe sowie den Schicksalen und wie Überlebenswegen der tschechoslowakischen Ravensbrückerinnen vor. Dabei wird das seit 1948 von realsozialistischen Deutungen geprägte und herrschende Bild der Erinnerung umfassend revidiert. Zum ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg gibt es mehrere Schnittstellen. So werden im April 1944 knapp 700 nichtjüdische Häftlinge (Polinnen, sowjetische Staatsangehörige und Tschechoslowakinnen) aus dem KZ Ravensbrück in ein Außenlager von Flossenbürg (Helmbrechts) gebracht, um als Zwangsarbeiterinnen in der Rüstungsproduktion (Metallwerke Neumeyer, Nürnberg) eingesetzt zu werden. Pressetext: Kurt und Herma Römer Stiftung TERMIN: Lesung und Vorstellung der Studie "Zerrissene Leben" von und mit Pavla Plachá Dienstag, 11. Juni 2024, 18:30 Uhr KZ Gedenkstätte Flossenbürg Gedächtnisallee 5, 92696 Flossenbürg Saal im Bildungszentrum www.gedenkstaette-flossenbuerg.de/de/besuch/informationen Anreise mit dem öffentlichen Verkehr: Per Bahn bis Weiden (Oberpfalz), von dort 40 Minuten über Land mit Bus 6272 oder 1951 (Richtung Flossenbürg/Silberhütte) bis "Flossenbürg-Gedenkstätte". Anreise mit PKW: Über die Autobahn A93 (Regensburg-Hof, Ausfahrt Neustadt an der Waldnaab) oder A6 (Nürnberg-Pilsen), Ausfahrt Waidhaus. Wer den Besuch der Lesung an dem Tag nutzen will, um die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg näher kennen zu lernen: Öffnungszeit 9 – 17 Uhr. Klappentext: Eine detaillierte Studie über die Schicksale tschechoslowakischer Frauen im NS-Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück und deren Verarbeitung in Nachkriegserinnerungen. Unter den etwa 123.000 Frauen, die zwischen 1939 und 1945 im zentralen Frauen-Konzentrationslager des nationalsozialistischen Deutschlands in Ravensbrück gefangen gehalten wurden, gab es auch knapp 5.000 tschechoslowakische weibliche Häftlinge. Auf Grundlage von Forschungen in diversen Archiven sowie der Auswertung zahlreicher Zeitzeuginnenberichte arbeitet die Autorin im Kontext der NS-Verfolgungspolitik die innere Struktur dieser Gruppe heraus und entwirft eine Typologie der inhaftierten Frauen. Berücksichtigt werden auch diejenigen Gruppen, die über Jahrzehnte tabuisiert oder marginalisiert wurden, u.a. tschechoslowakische Staatsangehörige deutscher Nationalität, Frauen aus der Slowakei und dem Teschen (Cieszyn-Těšín)-Gebiet, Frauen jüdischer Herkunft sowie Sintezze und Romni. Es geht außerdem um die spezifisch weiblichen Aspekte der Haft: sexualisierte Gewalt, Zwangsprostitution, pseudomedizinische Versuche, die Verletzung des Schamgefühls oder der Verlust der Privatsphäre sowie um Mutterschaft oder um intime Beziehungen zwischen den Frauen während der KZ-Haft. Pavla Plachá behandelt zudem die Verarbeitung des Erlebten in Nachkriegserinnerungen und den Umgang mit diesen Erinnerungen durch die jeweiligen politisch Verantwortlichen bis zur Auflösung der ČSSR und der neuen tschechischen Behörden. Dabei wird das seit 1948 von realsozialistischen Deutungen geprägte und herrschende Bild der Erinnerung revidiert. VSA: Verlag Hamburg Interessenten wenden sich bitte direkt an: VSA: Verlag Hamburg, St. Georgs Kirchhof 6, D-20099 Hamburg. Internet: www.vsa-verlag.de E-Mail: info@vsa-verlag.de Hans-Ludwig Grabowski

  • Simbabwe vor der Einführung eines neuen Höchstnominals

    Die Reserve Bank of Zimbabwe wird im April 2022 ein neues Höchstnominal einführen: Banknoten zu 100 Dollars sollen die Scheine zu 10, 20 und 50 Dollars ergänzen. Erst im Juli 2021 war die 50-Dollars-Note als neues Nominal eingeführt worden. Hintergrund dafür ist die hohe Inflationsrate in Simbabwe, die im März dieses Jahres 72 % betrug. Die Vorderseite zeigt, wie die anderen Nominale, die Balancing Rocks; auf der Rückseite sind die Ruinen von Groß-Simbabwe abgebildet, die auch im heutigen Staatswappen zu finden sind, sowie ein Baobab-Baum. Am Rand der Note sind erstastbare Linien integriert, um Menschen mit Sehbehinderung die Erkennung des Nominals zu erleichtern. Neben irisierender Tinte sowie Durchsichtsfenster und Wasserzeichen – beide zeigen einen Simbabwe-Vogel – weist der Schein außerdem einen holographischen Sicherheitsfaden mit Farbverlauf von Rot zu Grün auf. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Simbabwe: 50-Dollars-Noten eingeführt

    Die Reserve Bank of Zimbabwe brachte am 7. Juli 2021 neue 50-Dollars-Noten in Umlauf und führte somit ein neues Höchstnominal ein. Insgesamt sollen Scheine im Nominalwert von 360 Mio. Simbabwe-Dollars zirkulieren. Erst im Mai 2020 waren 10- und 20- Dollars-Noten als größte Stückelungen der Banknotenfamilie ausgegeben worden. Die Inflation bereitet Simbabwe bereits seit zwei Jahrzehnten Probleme; die Landeswährung erfuhr im Laufe der Zeit mehrere drastische Abwertungen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Simbabwe: Einführung neuer Nominale in Planung

    Inflationsbedingt musste Simbabwe in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt die Landeswährung durch Streichung einiger Nullen anpassen. Nach der Einführung des neuen Simbabwe-Dollars im Jahr 2019 mussten bereits 2020 mit den 10- und 20-Dollars-Noten höhere Nominale geschaffen werden. Aufgrund der hohen Inflationsrate sollen im Laufe des Jahres wieder größere Nominale folgen: 50, 100 und 200 Dollars. Zwar herrscht in Simbabwe inflationsbedingt Bargeldmangel, jedoch wird erwartet, dass durch diese Maßnahme die Geldentwertung weiter vorangetrieben wird. Die Gestaltung der geplanten Ausgaben ist noch nicht bekannt; als erstes Nominal soll der Fünzfiger eingeführt werden. Kana Totsuka Abb. Harmut Fraunhoffer (www.banknoten.de) #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka

  • Simbabwe: Neue 10- und 20-Dollars-Noten

    Die Reserve Bank of Zimbabwe gab am 15. Mai 2020 die Gestaltung der neuen 10- und 20-Dollars-Noten bekannt. Die Vorderseiten zeigen wieder die Chiremba Balancing Rocks in Epworth bei Harare, während auf den Rückseiten Kaffernbüffel bzw. ein Elefant abgebildet sind. Die neuen 10-Dollars-Noten wurden am 19. Mai 2020 in Umlauf gebracht; die Einführung der Zwanziger soll in der ersten Juniwoche folgen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com) #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka

  • Simbabwe: Neue 10- und 20-Dollars-Noten angekündigt

    Einer Nachrichtenaussendung der NewsdzeZimbabwe zufolge soll die Reserve Bank of Zimbabwe in den nächsten Wochen neue 10- und 20-Dollars-Banknoten im Wert von insgesamt 600 Millionen Dollars in Umlauf bringen. Die Gestaltung der neuen Scheine, die sich im Druck befinden sollen, ist noch nicht bekannt. Eine Pressemeldung der Zentralbank mit dem genauen Ausgabedatum wird erwartet. Abb.: aktueller 20-Dollars-Schein (2009) Kana Totsuka Abb. Hartmut Fraunhoffer (www.banknoten.de) #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka

  • Simbabwe: Wieder höhere Nominale

    Mthuli Ncube, Finanzminister Simbabwes, gab bekannt, dass inflationsbedingt in den nächsten Monaten Banknoten zu höheren Nominalen eingeführt werden sollen. Seit Juni 2019 ist in Simbabwe der Zahlungsverkehr mit Fremdwährungen verboten; im November wurde mit der Ausgabe neuer 2- und 5-Dollars-Scheine begonnen. Die Lage hat sich jedoch offenbar nicht beruhigt: Simbabwe verzeichnete 2019 eine Jahresinflationsrate von 440 %. Nun sollen Banknoten zu 10, 20 und 50 Dollars die alltäglichen Transaktionen erleichtern. Kana Totsuka Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka

  • Simbabwe: Neue 2- und 5-Dollars-Noten

    Die Reserve Bank of Zimbabwe beginnt am 11. November 2019 mit der Ausgabe neuer Noten über 2 und 5 Dollars, die die seit 2016 ausgegebenen Schuldscheine, die sog. Bond-Noten, ersetzen sollen. Diese Bond-Noten werden von der Bevölkerung abwertend auch als "Bollar" bezeichnet und können nur von der Zentralbank des von Inflation geplagten Landes eingetauscht werden. Die neuen Scheine ähneln dem Aussehen nach den Bond-Noten, es fehlt jedoch die Aufschrift "BOND NOTE". Die drei aufeinander gestapelten Felsen auf den Vorderseiten stellen das Logo der Reserve Bank of Zimbabwe dar. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka

www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page