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- Aus privaten Sammlungen: 50-Reichsmark-Banknote der Bayerischen Notenbank von 1925
Objekttyp: Länderbanknote Sammlung: Uwe Bronnert Historischer Kontext: Als es im November 1923 gelang, die deutsche Währung mithilfe der Rentenmark zu stabilisieren, blieben die Banknoten und das Notgeld aus der Inflationszeit mit den großen Zahlen weiterhin im Umlauf. Die Reichsbank gab Anfang 1924 sogar nochmals Noten über 5, 10, 20, 50 und 100 Billionen Mark aus. Das neue Bank- und Währungsgesetz vom 30. August 1924 schuf dann die Möglichkeit für die Neuausgabe von auf Reichsmark lautenden Banknoten durch die Deutsche Reichsbank und die vier großen verbliebenen deutschen Ländernotenbanken von Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg. Die Bayerische Notenbank gab mit Datum vom 11. Oktober 1924 Noten über 50 und 100 Reichsmark aus. Mit Datum vom 1. September 1925 folgte dann die hier abgebildete Note über 50 Reichsmark. Das Recht zur Notenausgabe erlosch mit Wirkung zum 31. Dezember 1935. § 2 der Verordnung über den Aufruf, die Einziehung und die Vernichtung von Noten der Privatnotenbanken vom 21. Dezember 1935 (R.Anz. Nr. 298 S. 2) bestimmte, dass diese mit Wirkung des 2. April 1936 ihre Zahlungsmitteleigenschaft verloren, jedoch noch bis zum 2. Juli 1936 bei allen Kassen der Privatnotenbanken in Zahlung genommen werden mussten. Land/Region/Ort: Deutschland, Freistaat Bayern, München Emittent: Bayerische Notenbank Nominal: 50 Reichsmark Datum: 1. September 1925 Vorderseite: Porträt des Hieronymus Holzschuher von Albrecht Dürer in einem Medaillon. Rückseite: Viergeteiltes bayerisches Wappen. Material: Bläuliches Papier mit eingelegten Seidenpapier-Streifen am linken Schaurand. Wasserzeichen: Vertikal "BAYERN"; hergestellt von Louis Staffel, Witzenhausen. Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig. Format: 170 mm x 85 mm Nummerierung: F 2404325 Authentizität: Original, Umlaufbanknote Zitate: BAY-25 (Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871) P/R-738 (Pick/Rixen, Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S943 (Standard Catalog of World Papar Money, Vol. I – Specialized Issues) Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- 75 Jahre alte CIA-Dokumente sagen aus
Wahr oder nicht wahr – das ist hier die Frage. Eine Überraschung bringen Geheimpapiere des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA zutage: In einem im August 2002 freigegebenen Bericht finden sich ungeheuerliche Behauptungen. So liest man in sieben Punkten: Seit langem wird berichtet, dass die bekannte Druckerei Giesecke & Devrient in Leipzig im Auftrag der Sowjets in die Fälschung ausländischer Währungen einbezogen wurde. Es ist bekannt, dass diese Firma während des Krieges gefälschte Gelder für den deutschen Geheimdienst gedruckt hat. Die Fabrik wurde von den Russen demontiert und die besten und modernsten Maschinen wurden entfernt und zur Reparation nach Russland geschickt. Ein guter Teil des ehemaligen Personals wurde ebenfalls außer Landes gebracht. Einige Monate später planten die Russen, die Fälschungsarbeit wieder aufzunehmen und ein Teil der Fabrik kam für diese Arbeit in Frage. Mehrere Pressen wurden aus Russland zurückgebracht, aber die meisten Spezialausrüstungen fand man nicht mehr. Die Kisten mit Maschinenteilen kamen zurück, aber es war eine große Mühe, genügend Ausrüstung zusammenzustellen, um das Gravieren und Bedrucken von Falschgeld durchzuführen. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Reproduktion von US-Schatzscheinen zu 10 Dollars, US-Militärgeldscheinen zu 10 Dollars und englischen Ein-Pfund-Banknoten. Die Geldfälschungsabteilung arbeitet mittlerweile mit acht Mitarbeitern, davon vier Deutsche und vier Russen. Die Deutschen wurde bei der Arbeit und außerhalb streng bewacht. Sie bringen die für die Arbeit notwendigen technischen Fähigkeiten mit, während die Russen die Aufsichtsfunktionen haben. Über alle Papiervorräte und sonstigen Vorräte sowie über fertige Scheine und sämtlichen Abfall wird streng Buch geführt. Das Produktionsziel für die vier Monate ab Oktober 1948 war wie folgt: USA-Schatzscheine zu 10 Dollars 100.000 USA-Militärgeld-Scheine zu 10 Dollars 85.000 Englische Banknoten zu 1 Pfund 10.000 Am 23. Oktober 1948 wurden folgende Stückzahlen fertiggestellt und geliefert: USA-Schatzscheine zu 10 Dollars 10.000 USA-Militärgeld-Scheine zu 10 Dollars 20.000 Dies waren etwa zwanzig Prozent weniger als die geplante Lieferung für diesen Zeitraum, und die Lieferung erfolgte zwei Tage später als erwartet. Das Papier für die Geldfälschung wird von einer kleinen Firma in der russischen Zone hergestellt, die ausschließlich für Giesecke & Devrient arbeitet. Die Druckfarben sollen amerikanische Produkte sein. Die Behältnisse dafür übernehmen nur russische Mitarbeiter, die die Farben bei Bedarf in kleinen Gefäßen an die deutschen Handwerker abgeben. In anderen Abteilungen des Werks werden verschiedene gefälschte Papiere gedruckt. Dazu gehören Personalausweise, Ausweise, Frachtbriefe, Kfz-Briefe und Führerscheine, wie sie in den Vereinigten Staaten, England, Frankreich, den Niederlanden, Schweden und den drei westlichen Zonen Deutschlands verwendet werden. Die niederländischen Pässe werden jetzt hergestellt und sollen Visastempel für die niederländischen Kolonien tragen. Die Vollmachten für die Polizei des Westsektors in Berlin wurden kürzlich ausgestellt. Abb. 1 und 2: unter der Nr. CIA-RDP-83-00415R001600090010-3 wurden am 14. August 2002 die beiden Seiten des CIA-Reports über die angeblichen Fälschungen der Sowjets freigegeben. Schenkt man dem CIA-Bericht Glauben, wurden jedoch nur 10 Prozent der Treasury Notes gedruckt und ausgeliefert ... und dann wären den Angaben zufolge die 10-Dollars-Noten von 1890/1891 gefälscht worden. Das waren aber die großformatigen Scheine, die sog. Large Size Notes; vermutlich wurden aber Small Size Notes gedruckt. Und da kämen wiederum unterschiedliche Ausgaben infrage: Gold Certificates, Silver Certificates, Federal Reserve Notes oder National Bank Notes. Abb. 3: Warnung der U.S. Army, European Command (EC), vom 16. Januar 1947. Die großformatigen Schatzscheine wären drucktechnisch eine sehr große Herausforderung für die Leipziger Fälscher gewesen und es ist fraglich, ob man den im Stahlstichdruck hergestellten Originalen nahe gekommen wäre. So wurden vermutlich – wenn überhaupt – Scheine mit dem Datum 1934 und mit unterschiedlichen Unterschriften gefälscht. Eine Warnung des Oberkommandos der US Army vor falschen US-Geldscheinen betraf 18 Fälle innerhalb von 6 Monaten schon im Jahr 1946. Das berichtete ein Militär-Kriminaloffizier in der Armeezeitung „Stars and Stripes“. Abb. 4: 10 Dollars 1891, Vs., USA-Schatzschein, ausgegeben vom 25. April 1891 bis 30. Juni 1897 (mit Unterschrifts-Varianten). Abb. 5: 10 Dollars 1934, Vs., Silver Certificate, Julian/Morgenthau Jr. Abb. 6: 10 Dollars 1934, Vs., FR Note, Chicago, Julian/Morgenthau Jr. Auch bei den gefälschten 10-Dollars-Scheinen des US-Militärgelds kann man nur vermuten, dass als Vorlage die Ausgabe der Serie 472, SBst. C...C, verwendet wurde. Die dritte MPC-Serie war vom 22. März 1948 bis zum 20. Juni 1951 bei US-Einheiten im Umlauf. Die in Westdeutschland angehaltenen Fälschungen stammen angeblich aus Italien oder Frankreich. Abb. 7: Meldung der U.S. Army, European Command (EC), in ihrer Armeezeitung „Stars and Stripes“ vom 7. August 1948. Abb. 8: 10 Dollars (1948-1951), Vs., Military Payment Certificate, echt. Abb. 9: 10 Dollars, Vs., Fälschung – bei genauer Betrachtung ist die schlecht gemachte Nachahmung leicht als Falsifikat erkennbar. Die Serien A...A galt vom 16. September 1946 bis zum 9. März 1947 und die Serien B...B vom 10. März 1947 bis zum 21. März 1948 und kämen aus diesen Gründen nicht infrage. Zeitgenössische 10-Dollars-Fälschungen der Serie 472 sind äußerst selten, belegt ist nur ein Exemplar. Hingegen sind von der Vorgängerserie 471 (B...B) einige Fälschungen italienischer oder französischer Herkunft aus dem Jahr 1948 bekannt. Die von dieser Serie angehaltenen Falschstücke sind wesentlich besser gelungen, auf den ersten Blick jedoch als solche nicht sofort erkennbar; aber diese sind auf keinen Fall den Leipziger Fälschern zuzuordnen. Von den geplanten 10.000 1-£-Noten, die angeblich gefälscht werden sollten, wurde nicht wieder berichtet; aus den 1940er Jahren sind solche Falschnoten bekannt – Herkunft bisher ungeklärt. Abb. 10: 10 Dollars, Vs., Fälschung – mit Stempelaufdruck COUNTERFEIT. Abb. 11: 10 Dollars, Rs., Fälschung – ebenfalls mit Stempelaufdruck COUNTERFEIT. Abb. 12: 10 Dollars (1947/48), Vs., Military Payment Certificate, echt, Vergleichsstück zu der o. a. Fälschung. Vier Jahre nach Freigabe der ersten CIA-Papiere zum Fälschungsvorwurf wurde im November 2006 ein weiteres Dokument vom 15. März 1949 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In fünf Punkten wurde von einem bisher unbekannten CIA-Mitarbeiter über die Aktivitäten der Sowjets berichtet: Die Firma ist zur Zeit voll ausgelastet mit dem Druck der neuen zwölfseitigen Ausweise für die Bevölkerung der SBZ und des Sowjetsektors von Berlin. Die Arbeiten an diesem Projekt begannen vor mehr als zwei Jahren, wurden zweimal unterbrochen, aber schließlich im Herbst 1948 wieder aufgenommen. Das Werk bezieht den größten Teil seines Bedarfs an Banknotenpapier von der Freiberger Papierfabrik zu Weißenborn, Weißenborn (Sachsen). Weder vor noch während des Krieges hat sich die Firma an der Fälschung ausländischer Währungen beteiligt; es gab jedoch mehrere Fälle von rechtmäßigen Aufträgen ausländischer Regierungen an das Unternehmen zum Drucken von Fremdwährungen. Die für das Drucken von Fremdwährungen erforderlichen Fach- und Spezialgeräte sind jedoch in der Anlage verfügbar, und es wäre möglich, Fremdwährungen in relativ geringem Umfang zu fälschen. In den Jahren 1945–1946 stellte die Firma Platten für die Besatzungswährung der Alliierten her und druckte anschließend eine unbekannte Anzahl von Besatzungsgeld. Die Banknoten waren nicht nummeriert und wurden lange in den Tresoren der Firma aufbewahrt. Die endgültige Hinterlegung dieser Banknoten ist unbekannt. Es stellte auch die Platten für die heutige Währung der Sowjetzone her und druckte anschließend eine unbekannte Menge der Sowjetzonen-Geldscheine. Die Firma ist kürzlich von einem vorübergehenden Standort in der Karl-Heine-Straße, Leipzig, an ihren alten Standort in der Nürnberger Straße, nahe dem Karl-Marx-Platz, Leipzig, zurückgekehrt. Abb. 13: unter der Nr. CIA-RDP-83-00415R002400080008-8 wurde am 13. November 2006 diese Seite des CIA-Reports über die angeblichen Nachdrucke von alliierten Militärmark-Scheinen in Leipzig freigegeben. Abb. 14: 1 Deutsche Mark 1948, Vs., in der Deutschen Wertpapier-Druckerei in Leipzig gedruckte Nachfolgeserie; Banknoten mit 6-st. Kontrollnummern wurden in Moskau hergestellt und die neue Währung war in neun Wertstufen für die sowjetische Besatzungszone und den sowjetischen Sektor Berlins bestimmt. Im Punkt 3 wird dem CIA-Dokument vom 21. Dezember 1948 widersprochen und festgehalten, dass sich G&D weder vor noch während des Kriegs an Geldfälschungen beteiligte. Einem Schreiben des sowjetischen Finanzministers A. G. Zwerew an den sowjetischen Außenminister W. M. Molotow kann man entnehmen, dass unter der Verantwortung der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) im Frühjahr 1946 sowjetische Militärmark-Scheine von der Traditionsfirma Giesecke & Devrient in Leipzig hergestellt werden sollten. Unklar ist, ob der Druck tatsächlich stattfand und unbeantwortet bleibt auch die Frage, ob das Papier mit dem in den USA hergestellten Wasserzeichen-Papier identisch sein sollte. Tatsächlich sind in der Literatur Militärgeldscheine zu 1, 100 und 1000 Mark ohne Kontrollnummern bekannt; man kann heute nicht mehr feststellen, ob es sich hierbei um Fehldrucke oder um Beispiele der erwähnten Scheine handelt. Abb. 15: 1 Mark 1944, Vs., Alliierte Militärbehörde, ohne Kontrollnummer. Im Frühjahr 1948 erlangte der US-Militärgeheimdienst auch Kenntnisse über den Druck von „currency stamps“ in Leipzig – ein Vierteljahr vor der Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone und Ostberlin. Gemeint waren die Spezialkupons, die am 23. Juni 1948 auf die bisherigen Reichs- und Rentenmark-Scheine aufgeklebt wurden. Karl Steinhoff, seinerzeit amtierender Ministerpräsident des Landes Brandenburg, sagte in einem Interview schon vor Bekanntgabe des Termins einer Währungsreform in den Westzonen: „... die Ostzone sei vollständig vorbereitet und es sei alles soweit fertig, dass unsere Maßnahmen sofort einsetzen können, wenn eine separate Währungsreform im Westen durchgeführt würde. ...“ Also auch schon die vorhandenen Bögen mit den Wertmarken zum Aufkleben auf die umzuwechselnden Geldscheine der Renten- und Reichsbank? Die Militärmark-Scheine der Alliierten sollten zwar umgetauscht, aber nicht beklebt werden. Abb. 16 und 17: Spezialkupons zu 2 und 10 Mark neuer Währung, auf 2-RentM-Scheinen/ 10-RM-Banknoten im Juni 1948 aufgeklebt; es wurden Kupons der neuer Währung in Höhe von 4,115 Mrd. gedruckt, aber nur etwa 2,0 Mrd. ausgegeben. Abb. 18: 20 Reichsmark 1939 mit aufgeklebtem Spezialkupon zu 20 Mark neuer Währung, perforiert MUSTER, Vorlageschein für Vergleichszwecke beim Geldumtausch in neue DM-Banknoten der Deutsche Notenbank Ostberlin im Juli 1948. Vielen Dank an die US-Autoren und Sammler: Jim Downey und Joe Boling für Hinweise und Abbildungen. Schriftliche und Online-Anfragen an das CIA-Archiv in Washington wurden bisher nicht beantwortet und wichtige Teile der Dokumente wurden leider abgedeckt ... Michael H. Schöne
- Lexikon: Fraktur
Fraktur ist eine Schriftart, die auch als "gotische" oder "deutsche" Schrift bezeichnet wird und im Gegensatz zu Antiqua eine sog. gebrochene Schrift ist (von lateinisch fractura „Bruch“). Sie war bis 1941 in Deutschland die im Buch- und Zeitschriftendruck gebräuchliche Schrift und findet heute fast nur noch als Zierschrift Verwendung. DEU-37b: Reichsbanknote der Deutschen Reichsbank über 20 Mark vom 21. April 1910 komplett in Fraktur. Abb. Sammlung Grabowski. Geiger 10.1c: Kassenschein des Stadt- und Landkreises Allenstein in Ostpreußen über 50 Mark vom 1. November 1918 komplett in Fraktur. Abb. Sammlung Grabowski. GBR-368c: Note der Bank of England über 10 Shillings ohne Datum (1955-1960) mit Banknamen und Wertangabe in Fraktur. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Beispiele für Papiergeld mit Frakturschrift: zahlreiche Scheine der altdeutschen Staaten, Reichsbanknoten, deutsche Notgeldscheine aber auch alte Banknoten vieler anderer Länder, so von England. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Des Kaisers "Piraten"
Die SMS Emden auf Kaperfahrt und die glückliche Heimkehr der Männer der Ayesha Die Stadt Emden in Ostfriesland erinnerte mit einem 50-Pfennig-Schein an den deutschen Kreuzer SMS Emden. Der Geldschein, der das Datum 15. Dezember 1918 trägt, wurde in typischer Manier der Dürener Druckerei Carl Schleicher & Schüll ausgeführt. Er zeigt auf der Vorderseite das Wappen und das Rathaus der Seehafenstadt, das 1574 – 1576 nach Plänen des Antwerpener Stadtbaumeister Laurens van Steenwinckel errichtet wurde. Nach fast völliger Zerstörung durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde es in moderner Form wiederaufgebaut. Auf der Rückseite pflügt die SMS Emden durch die raue See. Bei Ausgabe des Geldscheins lag das Kriegsschiff seiner Majestät bereits mehrere Jahre in der Nähe der Kokos-Inseln auf dem Grund des indischen Ozeans und auch Kaiser Wilhelm II. hatte abgedankt und verbrachte seinen Lebensabend im niederländischen Exil. Emden, Stadt, 15. Dezember 1918, 50 Pfennig, Vorderseite. Emden, Stadt, 15. Dezember 1918, 50 Pfennig, Rückseite. Der Bau des kleinen Kreuzers wurde am 23. Dezember 1905 genehmigt und am 1. November 1906 wurde er auf der Kaiserlichen Werft in Danzig auf kielgelegt. Die Schiffstaufe nahm der Emdener Oberbürgermeister Leo Fürbringer am 26. Mai 1908 vor. Dabei folgte man der Tradition, Schiffe auf Städtenamen zu taufen. Es dauerte nach dem Stapellauf noch ein Jahr, bis die SMS Emden, das zweite Schiff der Dresden-Klasse, am 10. Juli 1909 in dienstgestellt wurde. Die Baukosten des 118,3 m langen und 13,5 m breiten Schiffs mit einem Tiefgang von 5,5 m und einer maximalen Verdrängung von 4.268 Tonnen betrugen 5.960.000 Mark. Die zwei Zweizylinder-Dreifachexpansionsmaschinen sorgten mit ihren 16.350 PS für eine Höchstgeschwindigkeit von 24 Knoten (etwa 44 km/h). Die Reichweite des Schiffs betrug bei optimaler Reisegeschwindigkeit von 12 Knoten 3.760 Seemeilen. Kleiner Kreuzer SMS Emden. Die SMS Emden sorgte in den ersten Monaten des Ersten Weltkriegs für Schlagzeilen in den deutschen und ausländischen Zeitungen. Im Frühjahr 1910 war sie ins Chinesische Meer befohlen worden. Mit „großem Bahnhof“ wurden am 17. September das Schiff und die 361 Besatzungsmitglieder (18 Offiziere und 343 Unteroffiziere und Mannschaften) in Tsingtau im deutschen Pachtgebiet Kiautschou empfangen. Zwei deutsche Kriegsschiffe in der Bucht von Tsingtau vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Abb. Sammlung Reinhard Selzle, München. Die Schiffsbesatzung nutzte für Zahlungen in der Schiffskantine besondere Wertmarken. Das entsprach der damaligen Praxis auf den Schiffen der kaiserlichen Marine. § 15 der „Vorschriften für die Verwaltung der Schiffskantinen“ – enthalten als Anlage 3 in den 1909 vom Reichs-Marine-Amt herausgegebenen „Bestimmungen über den Dienst an Bord“ (DE Nr. 49) – regelte die Ausgabe von Schiffskantinen-Wertmarken.[1] Danach erfolgte der Verkauf von in der Kantine vorrätig gehaltenen Ware im Inland gegen Barzahlung und im Ausland gegen Wertmarken.[2] Von der SMS Emden sind die folgenden Schiffskantinen-Wertmarken bekannt:[3] 5 (Pfennig) o. D., Zink vernickelt, Ø 17,3 mm 10 (Pfennig) o. D., Messing, Ø 19,0 mm 10 (Pfennig) o. D., Kupfer-Nickel, Ø 19,0 mm 20 (Pfennig) o. D., Zink, Ø 22,1 mm 50 (Pfennig) o. D., Messing, Ø 25,1 mm 100 (Pfennig) o. D., Zink vernickelt, Ø 28,8 mm 200 (Pfennig) o. D., Messing, Ø 29,8 mm Kantine SMS Emden, o. D., 10 Pfennig. Kantine SMS Emden, o. D., 20 Pfennig. Kantine SMS Emden, o. D., 50 Pfennig. Fregattenkapitän Karl von Müller (1873–1923). Nur wenige Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs verließ das Ostasiatische Kreuzergeschwader unter dem Befehl von Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee Tsingtau. Zurück blieb die SMS Emden und veraltete Kanonenboote. Um 19:00 Uhr des 31. Juli 1914 gab Fregattenkapitän Karl von Müller den Befehl „Leinen los“ und die SMS Emden steuerte auf nordöstlichen Kurs die Straße von Korea und die Schifffahrtsrouten Wladiwostok – Nagasaki an. Am 4. August – inzwischen herrscht Krieg – sichteten Matrosen in den Ausgucken die Konturen eines Dampfers, wie sich später herausstellte, handelte es sich um die 3.522 BRT große „Rjasan“. Zwar gehörte das Schiff der Freiwilligen Flotten-Vereinigung, einem zivilen Unternehmen, das jedoch in Kriegszeiten Transportleistungen für die russische Kriegsmarine erbrachte und deshalb entsprechende Vorrichtungen zum Einbau von Geschützen auf dem Oberdeck hatte. Sie wurde die erste Prise, die die SMS Emden einbrachte. Die Fahrt der SMS Emden 1914 (SM CC BY-SA 3.0). Nach kurzem Aufenthalt in Tsingtau gingen Schiff und Besatzung auf Kaperfahrt in den Indischen Ozean. Die Bilanz: Zwischen dem 1. August und 9. November 1914 versenkte sie fünfzehn Handelsschiffe und zwei Kriegsschiffe (66.023 BRT sowie 3.461 ts), zerstörte am 23. September die Öltanks der Burmah Oil Company im Hafen von Madras. Auch wenn der Angriff auf Madras nur geringe Schäden anrichtete, war er eine Sensation, deren psychologische Wirkung nicht zu unterschätzen ist. Ein weiteres Husarenstück war der Angriff am 28. Oktober 1914 auf den russischen Kreuzer „Jemtschug“, der im Hafen von Penang vor Anker lag. Um 05:28 Uhr schlug ein Torpedo vor der Brücke ein und entzündete die Munitionskammern. Von den 350 russischen Besatzungsmitgliedern wurden 91 getötet und 108 verwundet. Der kleine Kreuzer "Emden" beschießt am 23. September 1914 Öltanks im indischen Madras. Zeitgenössisches Gemälde. Die "Emden" vernichtet den russischen Kreuzer "Jemtschug" und den französischen Torpedobootzerstörer "Mousquet" auf der Reede von Pulo Pinang (Penang, Malaya) am 28. Oktober 1914. Zeitgenössisches Gemälde. Im November 1914 wurde es dringend erforderlich, der Besatzung eine Ruhepause zu gönnen. Daher entschloss sich Fregattenkapitän von Müller die kaum bevölkerte Direction Island der Cocos (Keeling) Inselgruppe anzulaufen und dort die Funk- und Kabelstation bei Port Refuge zu zerstören. Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke (1881–1957), Foto von 1916. Unter Führung des I. Offiziers, Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke landeten 49 Mann auf der Insel. Doch bevor das Landungskommando die Station erreichte, hatte diese einen Notspruch „SOS. Strange ship in harbour“ gefolgt von „SOS. Emden here“ abgesetzt. Der Funkspruch wurde von der HMAS Melbourne aufgefangen, die einen Konvoi von Truppentransportern begleitete und nur 60 Seemeilen entfernt war. Der Kommandant entsandte umgehend den leichten Kreuzer "Sydney", der die SMS Emden überraschte. Gegen die überlegende Feuerkraft und stärkere Panzerung vermochte sie nichts auszurichten. Nach heldenhaftem Kampf setzte Kapitän von Müller sein brennendes und völlig zusammengeschossenes Schiff auf das Riff der North Keeling Island. 135 deutsche Seeleute waren gefallen. Die Überlebenden wanderten als Kriegsgefangene in das Lager „Trial Bay“ in New South Wales (Australien). Das Wrack der SMS Emden. Abb. aus "Der Weltkrieg 1914–1918 in seiner rauhen Wirklichkeit – Originalaufnahmen des Kriegs-Bild- und Filmamtes und des Kriegsphotographen Hermann Rex im Dienste der Obersten Heeresleitung". Zeitgenössische Bildunterschrift (Ergänzung der Redaktion): Nachdem der deutsche kleine Kreuzer "Emden" unter seinem Kommandanten, Kap. von Müller, in den asiatischen Gewässern länger als drei Monate die dort anwesenden Flottenteile der gesamten Entente durch Vernichtung von feindlichen Kriegs- und Handelsfahrzeugen sowie Beschießung von Küstenplätzen in Atem gehalten hatte, wurde er bei einer Unternehmung gegen die Radiostation auf den Cocos-Inseln von überlegener englischer Übermacht am 9. November 1914 gestellt. Kap. von Müller sah sein Schiff verloren, und da er die offene See nicht gewinnen konnte, ließ er es auf den Strand laufen, wo es von den Engländern mit ihren weittragenden Geschützen vernichtet wurde. Die überlebende Mannschaft der "Emden" auf dem von ihr besetzten Dreimastschoner "Ayesha". Zeigenössische Zeichnung. Der Landungstrupp konnte das Seegefecht nur untätig beobachten. Abgeschnitten von ihrem Schiff und auf sich gestellt kaperten die Männer kurz entschlossen den vor Anker liegende Drei-Mast-Schoner „Ayesha“. Am 27. November erreichte die Crew Padang an der Westküste Sumatras, das damals zu Niederländisch Indien (heute Indonesien) gehörte. Die Niederländer machten jedoch ernsthaft Schwierigkeiten, da sie die "Ayesha" nicht als Kriegsschiff anerkannten, sondern als Prise behandeln wollten. Letztendlich wurde der Kriegsschiffsstatus der „SMS Ayesha“ akzeptiert. Dies hatte allerdings zur Folge, dass die Mannschaft nur eingeschränkt versorgt wurde, weil nach den Neutralitätsbestimmungen die „Wehrkraft dadurch nicht gesteigert werden durfte“. Auch musste der Segler innerhalb von 24 Stunden den Hafen wieder verlassen. Die nächsten zwei Wochen segelte die "Ayesha" in der Hoffnung an der Küste Sumatras entlang, auf einen deutschen Dampfer zu treffen. Am 14. Dezember sichtete man die "Choising" des Norddeutschen Lloyds. Wegen des schlechten Wetters und starken Seegangs war ein Umsteigen auf den Dampfer erst zwei Tage später möglich. Nach einer Reise von 1709 Seemeilen wurde der Schoner am 16. Dezember 1914 um 16:58 Uhr versenkt. Da die militärische Lage Deutsch-Ostafrikas aussichtslos war, nahm die "Choising" Kurs auf das Rote Meer. Obwohl hier die Briten die Straße von Bab el Mandeb blockierten, gelang der Durchbruch und der Dampfer legte im Hafen von Hodeidah im heutigen Jemen an. Die Besatzung der Ayesha kam bei der türkischen Garnison unter, litt aber unter dem ungesunden Klima und der ungewohnten türkischen Kost. Trotz der bestehenden Waffenbrüderschaft setzte der türkische Befehlshaber alles daran, die deutsche Truppe in Hodeidah festzuhalten und sie bei der Abwehr der aufständischen Araber einzusetzen. Am 14. März 1915 gelang es von Mückes Truppe mit zwei Zambuks, 12 bis 14 Meter lange, mit Dhau-Segeln ausgerüsteten Booten, heimlich den von englischen Kriegsschiffen blockierten Hafen zu verlassen. Leider ging schon bald ein Boot verloren, sodass auf dem nun überladenen Boot, die Fahrt fortgesetzt werden musste. In Konfidda wechselte der Truppe auf einen größeren Zambuk. Doch endete in Lidd die Fahrt, da der Hafen von Dschidda von englischen Kriegsschiffen blockiert wurde. Es blieb nichts anderes übrig, die Truppe musste durch die wegen der Überfälle räuberischer Nomaden berüchtigte Wüstenregion ziehen. Von Mücke berichtet in seinem Buch ausführlich über diesen Teil der Reise und die Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hatte. Mit 110 Kamelen, begleitet von einem türkischen Offizier und sieben Gendarmen brach die Truppe auf. Für die ungeübten Reiter waren 14 bis 18 Stunden im Sattel sehr anstrengend. „In der Regel marschierten wir nachmittags gegen 4 Uhr ab und kamen am nächsten Tag gegen 9 bis 10 Uhr da an, wo wir rasten wollten. … Die Wasserstellen, die wir passierten, waren etwa 12 bis 14 Meter tief, in den Wüstensand gegrabene Löcher, aus denen man mit Lederbeuteln, die man herunterließ, das Wasser heraufholte. Der Ausdruck Wasser trifft für europäische Verhältnisse nicht zu. Auf dem Grunde der Wasserstellen lagen häufig Hundeleichen, Hammelleichen und Ähnliches. Das Wasser war eine übelriechende, braune bis schwarze, von Tieren wimmelnde Jauche.“ Und über einen Angriff feindlicher Nomaden heißt es: „Jedermann mußte .. wissen, daß es sich bei uns nicht um eine gewöhnliche Handelskarawane mit geringer Bedeckung handelte, sondern, daß wir fünfzig bewaffnete Leute waren, die außerdem vier Maschinengewehre bei sich führten. … Als es hell wurde, konnte man sehen, daß im ganzen Umkreise herum auf nächster Entfernung die Sandhügel schwarz von Beduinen waren. … Trotz der erheblichen Übermacht des Gegners, der auf mindestens 300 Menschen angesprochen werden mußte, war bei keinem auch nur das geringste Zeichen von Unsicherheit zu bemerken. Ohne daß Befehl gegeben worden war, erschienen mit einemmal überall auf den Mündungen der Gewehre die Bajonette. … Unter kräftigen Hurras stürmten wir gegen die feindliche Linie vor. Ein derartiges Verhalten war bei Karawanenüberfällen wohl etwas neu. Jedenfalls fielen von der feindlichen Seite kaum noch Schüsse. Als die blinkenden Bajonette ihm näher kamen, ergriff der Gegner schleunigst die Flucht.“[4] Nach siegreichem Kampf erreichte man Dschidda. Wie sich herausstellte, war der Hafen nicht blockiert, sodass die Reise mit einem Zambuk weiter nach El Ula ging und der Anschluss an die Hedschas-Bahn erreicht wurde. Im Mai 1915 trafen die Männer in Konstantinopel ein, wo sie als Helden gefeiert wurden. Von dort ging es weiter nach Berlin, wo sie trotz eines großen Empfangs bald wieder an die Front geschickt wurden. Die Hälfte der Überlebenden der "Emden" verlor ihr Leben dann doch noch im Krieg. Erst am 6. Dezember 1919 trat das Gros der Kriegsgefangenen der SMS Emden die Heimreise an. Die großen Erfolge der SMS Emden bei ihrer Kaperfahrt und vor allem die dabei dem Gegner erwiesene Ritterlichkeit fanden nach der Zerstörung des Kreuzers in der internationalen Presse ein breites Echo. Der Kleine Kreuzer wurde rasch zu einem der bekanntesten Schiffe des gesamten Ersten Weltkriegs. 2012 inszenierte Berengar Pfahl unter dem Titel „13.000 Kilometer“ einen Spielfilm über die Männer der SMS Emden und die Odyssee des Landungszuges. Silbermedaille 1914 von Lauer, Nürnberg. Avers: Porträt von Fregattenkapitän von Müller, Revers: SMS "Emden" im Eichenlaub- und Lorbeerkranz. Oben Eisernes Kreuz, Unten Texttafel "DER DEUTSCHEN STOLZ, DER FEINDE SCHRECK. S.M.S. EMDEN 1914". Durchmesser ca. 33,3 mm, Gewicht 17,9 g. Zitat: Zetzmann 4051. Die "Emden" im Namen „1920/21 verfügte die preußische Regierung in Übereinstimmung mit dem Reichswehrminister, den noch lebenden preußischen ehemaligen Besatzungsangehörigen des Kleinen Kreuzers Emden und deren direkten Nachkommen auf bis 1931 gestellten Antrag zu genehmigen, den Schiffsnamen als Zusatz zum Familiennamen zu führen. Weitere deutsche Landesregierungen schlossen sich diesem Vorgehen an. Das Namensänderungsverfahren erfolgte nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Antragsfrist wurde am 8.6.1933 durch den Reichsminister des Innern bis zum 31.12.1933 verlängert. Am 16.3.1934 verordnete der Reichspräsident, daß diese Genehmigung auf Antrag auch auf Angehörige verstorbener Besatzungsangehöriger auszudehnen ist. Die in der Literatur z.T. enthaltene Angabe, Kaiser Wilhelm II. hätte diese Hinzufügung des Beinamens „Emden“ durch AKO veranlaßt, findet in den offiziellen Unterlagen keine Bestätigung. Es handelte sich tatsächlich um eine Einzelgenehmigung nach den Hausgesetzen der Hohenzollern in Ergänzung des Ministerial-Erlasses, die der Kaiser aus dem Exil für Oberleutnant z. S. Prinz Franz Joseph v. Hohenzollern erteilt hat. Nachweisbar ist diese auch durch einen Erlaß des Preußischen Ministers des Innern vom 18.11.1933.“[5] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Peter Hannes Lehmann, Das deutsche Flottengeld, in: Norddeutsches Jahrbuch für Münzkunde und verwandte Gebiete, Band I, Hamburg 1979, S. 249. [2] Ebenda, S. 263. [3] Peter Menzel, Deutschsprachige Notmünzen und Geldersatzmarken im In- und Ausland 1840 bis 2002, Band II, Ausgabeorte Naabeck bis Zywiec, Unbekannte Ausgabeorte, Marken der deutschen Kriegsflotte, 2. Aktualisierte Auflage, Gütersloh 2005, S. 1560, Kat-Nr. 34033. [4] Kapitänleutnant Hellmuth v. Mücke, „Emden“ und „Ayesha“ in einem Band, Berlin 1915, S. 101 ff. [5] Hildebrand, Röhr, Steinmetz, Die Deutschen Kriegsschiffe, Bd. 2, S.70, Koehler, 1.Auflage, 1980). Zitiert nach: (16.01.2023)
- Beendet: Messe-Gewinnspiel: 3 x 2 Dauerkarten für die NUMISMATA München
Update vom 23. Februar 2023: Vielen Dank für Ihr großes Interesse an einem Besuch der NUMISMATA München! Wir haben die Gewinner/innen ermittelt und per E-Mail informiert. Wir wünschen allen viel Spaß auf der Messe! Wir verlosen 3 x jeweils 2 Dauerkarten für die NUMISMATA am 4. und 5. März 2023 in München. Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "München". Einsendeschluss ist der 22. Februar 2023. Später eingehende E-Mails nehmen nicht an der Ziehung teil. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt und erhalten einen Gutschein, den Sie am Veranstaltungstag an der Kasse gegen Eintrittskarten eintauschen können. Bitte geben Sie Ihren vollständigen Namen an, dieser wird im Gewinnfall dem Messeveranstalter mitgeteilt. Verlagsmitarbeiter, deren Angehörige und Gewinnspielservices dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Datenschutzbestimmungen finden Sie hier. Wir wünschen Ihnen viel Glück!
- Neue Notgeldscheine aus Erkrath aufgetaucht
Erkrath, eine Gemeinde mit heute ca. 45.000 Einwohnern zwischen Düsseldorf und dem Neandertal, bietet aus der Inflationszeit keine überbordende Vielfalt an Ausgaben. Neben diversen Notmünzen lokaler Firmen und Gaststätten waren bislang nur vier Notgeldscheine der Gemeindesparkasse bekannt. Es handelt sich um die Scheine zu 500.000, 1 & 2 Millionen sowie 50 Milliarden Mark, welche van Eck unter 568.1-4[1] listet. Bei Keller findet man unter der Nummer 1395[2] nur die Ausgaben 500.000 sowie 1 & 2 Millionen Mark und ebenso bei Meyer[3]. Trotz rund 40 Jahren numismatischen Sammelns, davon 23 als Vereinsvorsitzender und 15 als Chefnumismatiker eines Düsseldorfer Auktionshauses, ist es mir bislang nur gelungen zwei der vier existenten Nominale für meine Sammlung zu bekommen. Die Scheine sind gedruckte Schecks der Gemeindesparkasse mit dem Wasserzeichen „Stern-Sechseckmuster“. Die drei kleinen Werte wurden jeweils am 20. August 1923 und der 50-Milliarden-Schein am 29. Oktober 1923 herausgegeben. Vorder- und Rückseite des Scheins zu 2 Millionen Mark (van Eck 568.3)[4] Vorder- und Rückseite des Scheins zu 50 Milliarden Mark (van Eck 568.4)[5] Gebäude der Gemeindesparkasse Erkrath als Anbau an das Rathaus, genutzt von 1913-1957, auf alter Ansichtskarte[6] Sparkassen-Rendant Franz Lohn (hier mit Familie) hat das Amt 1926 von seinem Vorgänger Peter Gummersbach übernommen[7] Aber bereits im Jahr 2002 tauchten Informationen über einen weiteren Notgeldschein auf[8]. Dies hatte mich bereits damals elektrisiert, aber mehr war nicht herauszubekommen. Der Schein wurde wie ein „Staatsgeheimnis“ gehütet und bis auf eine schlechte s/w-Abbildung und die Beschreibung des Scheins, war es mir nicht möglich, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. „Gut Ding will Weile haben“ und so kam nun die Tochter eines verstorbenen Sammlers auf mich zu, um sich wegen des Nachlasses ihres Vaters beraten zu lassen. Da sich dabei auch drei Ordner mit heimatbezogenen Unterlagen fanden, vermachte sie mir diese zur weiteren Bearbeitung. Welche Freude und Überraschung, als ich darin den 2002 veröffentlichten Schein in gleich zwei, wenngleich schlecht erhaltenen Exemplaren, entdecken konnte. Vorder- und Rückseite des 1. Scheins zu 500.000 Mark mit handschriftlicher Nummer 82 in Erhaltung V[9] Vorder- und Rückseite des 2. Scheins zu 500.000 Mark mit handschriftlicher Nummer 10 in Erhaltung IV[10] Beide Scheine sind in Umlauf gewesen, dafür spricht die Erhaltung und die Geschichte. Die Scheinnummern sind zwar verblasst, aber bei genauer Betrachtung immer noch sichtbar. Die beiden Scheine kamen aus Bremen zurück nach Erkrath. Der Zusender war der Enkel eines gewissen Edmund „Heinrich“ Brück, welcher in den 1920er Jahren in Erkrath einen Konsum-Laden führte und die Scheine dort erhalten hatte. Da diese ursprünglich, wie auf der Vorderseite zu lesen ist, „lediglich zur Behebung des Kleingeldmangels anlässlich der Einweihung eines Eigenheims der Sozialdemokraten von Erkrath ausgegeben wurden, dürften sie eigentlich nicht groß im Umlauf gewesen sein. Der Hinweis auf der Rückseite „Dieser Schein eignet sich vorzüglich zur Aufbewahrung als Andenken oder in Notgeldsammlungen“ hat vielleicht dazu geführt, dass Herr Brück ihn in seinem Geschäft in Zahlung nahm und dann aufhob. Schließlich waren 500.000 Mark Mitte September 1923 keine große Summe mehr, wie die nachfolgende Übersicht[11] zeigt. Wie man sehen kann, hätte man mit einem solchen Schein gerade einmal 5 Gramm Butter kaufen können! Herausgeber der Scheine war die V.S.P.D. zu der die Internetseite des Deutschen Historischen Museums folgendes ausführt: „…Zum Schutz der jungen Republik gegen Angriffe von rechts sahen beide sozialdemokratischen Parteien über die einstigen existentiellen Auseinandersetzungen hinweg. Am 14. Juli 1922 schlossen sich die Reichstagsfraktionen von USPD und SPD zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Damit ebneten sie den Weg für die Wiedervereinigung beider Parteien am 24. September auf einem gemeinsamen Parteitag in Nürnberg. Der offizielle Parteiname lautete nun Vereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands (VSPD), der aber 1924 wieder auf SPD verkürzt wurde…“[12]. Die beiden Geldscheine sind ca. 105 mm x 164 mm groß und bestehen aus sämischem Papier ohne Wasserzeichen. Die Druckfarbe des ersten Scheins ist auf der Vorderseite rostbraun und auf der Rückseite hellrot, während das zweite Exemplar einen dunkelgrauen Vorderseiten- und einen rostbraunen Rückseitendruck aufweist. Beide Stücke sind aus der Reihe „A“. Sie sind auf den 16. September 1923 datiert und konnten laut Angabe bis zum 30. September 1923 eingelöst werden. Die Unterschrift des Kassierers ist mitgedruckt und entworfen hat sie der „Genosse Beigeordn.(eter) Wilhelm Kiepert, Erkrath“. Auf der Vorderseite ist jeweils das „EIGENHEIM DER VSPD ERKRATH“ zu sehen, während die Rückseiten das Hinterhaus jenes Eigenheimes, d. h. die Damen- und die Herrentoilette zeigen. In Erkrath war zu jener Zeit bereits seit 16 Jahren Franz Zahren Bürgermeister und nachdem die Revolutionsunruhen der Nachkriegszeit abgeklungen waren, konnte er sich auf die Unterstützung der starken Zentrumsfraktion im Rat verlassen. SPD und USPD waren selbst zusammen in der Minderheit[12]. Zudem waren seit 1921 französische Besatzungstruppen im Ort einquartiert und am Ortsrand Richtung Hochdahl verlief die Grenze zum besetzten Ruhrgebiet. Insofern spiegelten sich die Zustände in der "Weimarer Republik" im Erkrather Mikrokosmos durchaus wider. Dass nun, fast genau 100 Jahre nach ihrer Schaffung diese „neuen“ Scheine wieder an das Licht der Öffentlichkeit gelangen, erfüllt mich mit großer Freude. Sollte in der Leserschaft noch weiteres Material dieser Art vorhanden sein, so wäre ich für Hinweise oder Scans überaus dankbar (E-Mail: feuser-weyrich@t-online.de). Peter B. Feuser Anmerkungen der Redaktion In ihrer Ausführung und wahrscheinlich auch Bestimmung erinnern die beiden Scheine der Vereinigten Sozialdemokraten aus Erkrath an solche von Vereinen und Parteien aus der Zeit der sog. "Serienscheine", die 1922 endete. Nur ein Jahr später gab nun also die Ortsgruppe der damaligen VSPD diese Scheine "ohne jede Ermächtigung des Reichsfinanzministeriums" anlässlich der Eröffnung ihres Eigenheims in Erkrath wegen "Kleingeldmangel" aus. Aus meiner Sicht dürfte es als ziemlich sicher gelten, dass diese Scheine nie für den Geldumlauf bestimmt waren. Für 500.000 Mark konnte man sich im September 1923 gerade einmal ein halbes Brot leisten und als die angegebene Einlösungsfrist nur zwei Wochen später am 30. September 1923 endete, kostete ein Gramm Brot schon über 1 Million Mark. So gesehen, kann man tatsächlich von "Kleingeld" sprechen. Sie dienten auch nicht als "Bausteine", zumal der Bau des Gebäudes bereits vollendet war und es "nur noch" um dessen Einweihung ging. Wahrscheinlich dienten die Scheine lediglich als eine Art Wechselgeld bei der Einweihungsfeier des Parteiheims, von dem man nicht zuletzt wegen des Hinweises „Dieser Schein eignet sich vorzüglich zur Aufbewahrung als Andenken oder in Notgeldsammlungen“ sowie des damals "kleinen" Nennwertes annehmen konnte, dass es höchstwahrscheinlich nie zur Einlösung präsentiert werden würde. Ein kleiner Gewinn für die Genossen! Viele Scheine dürften nicht genutzt worden sein, wofür auch die sehr niedrigen Nummern stehen. Warum die Scheine trotzdem so stark gebraucht sind, kann auch einen ganz anderen Grund als der übliche Umlauf im Geldverkehr haben. Viele Geldscheine, die durch die Inflation völlig entwertet waren, wurden schon damals zu beliebtem Spielzeug bei Kindern, in deren Kaufmannsläden nun die Millionen und Milliarden über die Tresen gingen. Wann wurde Kindern davor oder danach schon einmal so viel "echtes" Geld zum spielen überlassen? Der Erhaltungszustand kann also auch hier so stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Wir kennen das von sog. "Dachbodenfunden" mit Geldscheinen, die oft über Generationen von Kinderhand zu Kinderhand gingen. Ich würde die Scheine der Sozialdemokraten aus Erkrath von 1923 als späte "Serienscheine" bezeichnen. Zu prüfen bliebe, ob genannter Kaufmann Brück aus Erkrath vielleicht selbst Mitglied der VSPD, womöglich an der Bereitstellung von Speis und Trank zur Einweihungsfeier beteiligt oder einfach nur ein Besucher der Veranstaltung war. Fest steht wohl, dass er die beiden Scheine aufbewahrt hatte und damit Numismatikern und Freunden der Heimatgeschichte interessante historische Belege hinterlassen hat. Hans-Ludwig Grabowski Anmerkungen [1] Thomas van Eck, Das Papiernotgeld der preußischen Rheinprovinz 1914-1948, Düsseldorf, 2000, Band 1, Seite 336. [2] Arnold Keller, Deutsches Notgeld, Band 7, Das Notgeld der deutschen Inflation 1923, Reprint, Regenstauf, 2004, Seite 310. [3] Hans Meyer, Das Papiernotgeld der preußischen Rheinprovinz 1914-1924, 2. Auflage, Berlin, 1975, Seite 73. [4] Sammlung Feuser. [5] Sammlung Feuser. [6] Sammlung Feuser. [7] Sammlung Stadtarchiv Erkrath. [8] Bringfried Metzner, Erkrather Geldschein über 500.000 Mark aufgetaucht, Ein Andenken an die Inflation 1923, in: usser Dorp, Vereinszeitschrift der Ercroder Jonges 1982 e.V., Nr. 19 vom Dezember 2002, Seiten 16-18. [9] Sammlung Feuser. [10] Sammlung Feuser. [11] https://www.geldscheine-online.com/post/lebensmittelpreise-von-mitte-1914-bis-ende-1923 [12] https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/uspd.html [13] Erika Stubenhöfer, Die Erkrather Bürgermeister 1898-1999, Erkrath, 2004, Seite 48 ff.
- Portugiesische Entdeckungsfahrten und der Seeweg nach Indien
Gedenkbanknoten “500 Jahre portugiesische Entdeckungsreisen” Portugal entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert zu einem der ersten Flächenstaaten mit einer vergleichsweise modernen, in weiten Bereichen juristisch gebildeten Regierung und Verwaltung. Neben einer königlichen Marine fanden sich Anfänge eines militärischen Rekrutierungssystems, ein zentralisiertes Steuerwesen und die Krone versuchte, sich durch eigene Kronmonopole und Handelsunternehmungen zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. Der moderne Adel begann durch die Geldwirtschaft also, sich von der Landwirtschaft ab- und eher dem städtischen Handel und Gewerbe zuzuwenden. Portugal war abhängig von Importen. Dies legte den Grundstein für die Erforschung neuer Handelsrouten und Handelsbeziehungen. Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts gelangen viele begehrte und kostbare Güter wie Gewürze, Elfenbein und Gold, das bei den christlichen Mittelmeerstaaten zur Münzprägung sehr gefragt war, über zahllose Karawanen von Arabien oder Afrika bis ans Mittelmeer und dann weiter nach Süd- und Mitteleuropa. Portugal litt besonders an der Goldknappheit. Nach 1383 wurden deshalb in Portugal für einige Zeit keine Goldmünzen mehr geprägt. Die Herrscher suchten nun nach Möglichkeiten, ihre eigene Versorgung sicherzustellen und somit unabhängig von den venezianischen oder arabischen Händlern zu werden, die den Handel über den Landweg beherrschten. Heinrich (1394–1460), der vierte Sohn des portugiesischen Königs Johann I., war einer der ersten, der auf dem Seeweg nach neuen Handelsrouten für Portugal suchte. Er hatte sich zuvor durch militärische Erfolge in Nordafrika verdient gemacht und war an der Eroberung der Stadt Ceuta beteiligt. Der beste Hafen Marokkos, der damaligen Kornkammer Nordafrikas, lag somit in portugiesischem Besitz. Die Straße von Gibraltar war das erste Ziel der Expansion außerhalb Europas. 1420 wurde Prinz Heinrich zum weltlichen Führer des Ordens der Christusritter ernannt. Er konnte dadurch auf deren seefahrerische Erfahrung zurückgreifen und erlangte beträchtliche finanzielle Mittel, mit denen er Erkundungsfahrten plante und finanzierte. Obwohl Heinrich nie selbst eine längere Schifffahrt unternahm, erhielt er in der Folge den Beinamen „der Seefahrer“. Seine Schiffe entdeckten und besiedelten in den Folgejahren die Azoren und er versuchte, die Kanarischen Inseln in portugiesischen Besitz zu bringen, was jedoch zu Auseinandersetzungen mit dem Königreich Kastilien führte, das ebenfalls Anspruch auf die Inseln erhob. Heinrich wollte mit den veranlassten Expeditionen nicht nur neue Handelsverbindungen für Pfeffer, Gold, Elfenbein oder Sklaven etablieren, sondern auch den christlichen Glauben verbreiten und den Islam zurückdrängen. Er erhoffte sich dazu die Mithilfe des sagenhaften Priesterkönigs Johannes, der einer Legende nach in Afrika oder Asien ein großes, sehr wohlhabendes Reich beherrscht haben soll. Für die Existenz eines solchen Priesterkönigs oder sein geschichtliches Äquivalent gibt es heute keine klaren Nachweise. Abbildung: POR-191 10.000 Escudos (1996 – 1998) Vorderseite: Mitte: Siegel des Infanten (Prinzen) Dom Henrique von Portugal („Heinrich der Seefahrer“), Schiffsseil, Gürtel, Stundenglas und Kompass; Rechts: Porträt von Heinrich dem Seefahrer. Rückseite: Portugiesische Karavelle, Ranken, Malteserkreuz und Windrose. Nachdem Heinrich der Seefahrer 1460 verstorben war, führte König Johann II. seine Pionierarbeit fort. Bis dahin hatten die Portugiesen die Westküste Afrikas bis zum Kap Mesurado im heutigen Liberia erkundet und sind über den Fluss Gambia in das Landesinnere Afrikas eingedrungen. Mittlerweile gab es im Kampf Portugals um die Vorherrschaft auf den Ozeanen einen klaren Widersacher: Spanien. Das zentrale Vorhaben beider Königreiche war es, den Seeweg nach Indien zu finden. König Johann II. setzte dabei auf mehrere Expeditionen. Pedro de Covilhao und Alfonso de Paiva brachen zunächst auf dem Landweg über Barcelona, Neapel und Rhodos nach Alexandria auf und sind dort über das Rote Meer bis nach Aden weitergereist. De Covilhao gelang es schließlich, seine Reise bis zu den indischen Städten Kalikut (heute: Kozhikode) und Goa fortzusetzen und so wichtige Erkenntnisse über den dortigen Reichtum und Handel zu gewinnen. Eine weitere von Johann II. veranlasste Erkundungsfahrt war 1487 auf dem Seeweg aufgebrochen, um Afrika im Süden zu umsegeln. Bartolomeu Dias (1450–1500), der Leiter dieser Expedition mit zwei Karavellen und einem Proviantschiff, navigierte seine Matrosen bis weit südlich des heutigen Namibias und ließ dabei zu mehreren Gelegenheiten durch Tauschgeschäfte mit den Einwohnern Afrikas die Vorräte aufstocken. Als die Schiffe im Januar 1488 in einen schweren Sturm gerieten, verloren sie die Orientierung. Dias legte einen Ostkurs fest, im festen Glauben, dort auf Land zu treffen. Weit gefehlt jedoch – Erst nachdem Dias und seine Begleiter nach Norden fuhren, war die afrikanische Küste wieder zu sehen. Ohne es zu bemerken, haben die Schiffe erstmals die Südspitze Afrikas umsegelt. Der Kapitän wollte auf der Suche nach der indischen Küste weiter nach Osten vordringen, war jedoch aufgrund seiner an Skorbut erkrankten Mannschaft zur Umkehr gezwungen. Auf der Rückfahrt nannte Bartolomeu Dias das Südkap aufgrund der rauen See „Kap Tormentoso“, Kap der Stürme. König Johann gab ihm dann seinen heutigen Namen „Kap der guten Hoffnung“. Abbildung: POR-189 2000 Escudos (1995 – 2000) Vorderseite: Mitte: Münze aus der Zeit Johanns II. von Portugal, Astrolabium (Vorläufer des Sextanten in der Navigation auf See), Rechts: Porträt von Bartolomeu Dias. Rückseite: Dreimaster, Kompass und historische Karte von Europa und Afrika. Der Grundstein für den Seeweg nach Indien war gelegt. Der König setzte jedoch nicht den erfahrenen Bartholomeu Dias als Kapitän für eine erneute Expedition ein, sondern entschied sich für den bisher in der Seefahrt kaum in Erscheinung getretenen Vasco da Gama (1469–1524), einem Mann aus dem Kleinadel, einem Stand, der besonders durch die Bekleidung öffentlicher Ämter und Ausübung der Kriegskunst bekannt war. Es dauerte fast zehn Jahre, bis eine erneute Expedition gestartet wurde. Nach dem Tod von Johann II. wurden die Vorbereitungen unter Manuel I. zu Ende geführt. Die Entdeckerflotte und die Schiffe, die von Bartolomeu Dias entworfen waren, waren auch für militärische Auseinandersetzungen ausgestattet. Und von dieser Ausrüstung wurde auch gebraucht gemacht, nachdem die vier Schiffe am 8. Juli 1497 den Hafen Lissabons verließen. Als innerhalb weniger Monate das Kap der Guten Hoffnung umschifft war und Vasco da Gama bis zu dem Punkt vorgedrungen war, an dem Dias umkehren musste, wurden seine Schiffe mehrmals von Eingeborenen bedroht. Da Gama ging in die Offensive; zum ersten Male donnerte europäische Artillerie in den Gewässern des Indischen Ozeans. Fast ein Jahr nach Beginn der Reise ankerte Da Gama dann vor Kalikut. Er blieb drei Monate und verhandelte mit dem dortigen Oberhaupt, dem Samorin. Durch feindlich gesinnte Einwohner und arabische Kaufleute, die einen Vertrag verhindern wollten, entschloss sich Vasco da Gama zur Rückkehr nach Portugal. Hier wurde er für seine Entdeckungen gefeiert: Der Seeweg nach Indien war gefunden und ein Handelsabkommen mit Kalikut in Reichweite. Abbildung: POR-190 5000 Escudos (1995 – 1998) Vorderseite: Mitte: Medaillon aus Schiffsseil und Blüten mit Malteserkreuz sowie stilisierte Weltkugel, Rechts: Porträt von Vasco da Gama. Rückseite: Ankunft von Vasco da Gama in Kalikut (heute: Kozhikode), mit Pfefferpflanze als Symbol für den Gewürzhandel, historisches Segelschiff und Wappenschild. Manuel I. stellte eine gewaltige Flotte zusammen, um die Vorherrschaft auf den Meeren zu behaupten und Portugals Einfluss in Indien zu sichern. Vasco da Gama verzichtete auf die Leitung der zweiten Indien-Expedition. Er zog es vor, sich von seiner ersten Fahrt zu erholen, die nur ein Viertel der Besatzung überlebt hatte. An seiner Stelle wählte der König Pedro Álvares Cabral (1467–1520) aus und stellte ihm seinen Veteranen Bartolomeu Dias zur Seite. Auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung wurden die Schiffe nach Westen abgetrieben und gerieten in den Äquatorialstrom. Die Seefahrer landeten weitab von der geplanten Route in Südamerika und begannen sogleich, das heutige Brasilien für Portugal in Besitz zu nehmen. 1500 steuert Cabral wieder zurück über den Atlantik und umsegelte Afrika. Bartolomeu Dias´ Schiff sank dabei und die gesamte Mannschaft mit Kapitän kam ums Leben. Abbildung: POR-188 1000 Escudos (1996 – 2000) Vorderseite: Mitte: stilisierter Globus mit Kranz aus Lorbeerlaub und Schiffsseil sowie Münze mit Malteserkreuz, Rechts: Porträt von Pedro Álvares Cabral. Rückseite: Allegorie auf die Entdeckung Brasiliens mit historischem Schiff und Tieren aus dem brasilianischen Dschungel. An der Küste Ostafrikas verbreiten die Portugiesen unter Cabral in den Folgejahren Furcht und Schrecken, indem sie versuchten, gewaltsam Handelsbeziehungen und Handelsstützpunkte aufzubauen. Auch in Indien setzten die Eroberer ihre Interessen und die Erwartungen des Königs mit höchster Grausamkeit durch. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien und die Zerstörung des bis dahin jahrhundertelang bestehenden Handelssystems markierte den Beginn der Kolonialisierung der östlichen Welt durch die Europäer. Vasco da Gama kehrte noch mehrmals nach Indien zurück, zum letztem Mal 1524. Er wurde dort zum Gouverneur und Vizekönig ernannt. Nach nur vier Monaten im Amt starb er. Bis heute ist das Image der großen portugiesischen Entdecker ohne größere Makel – Im Gegensatz zu Entdeckern wie Christoph Kolumbus, von denen mittlerweile ein deutlich ambivalenteres Bild vorherrscht. Abbildung: POR-187 500 Escudos (1997 – 2000) Vorderseite: Mitte: Weltkarte mit portugiesischem Wappen und zwei musizierende Engel mit Buch, Rechts: Porträt von Joao de Barros. Rückseite: Allegorie auf die portugiesischen Entdeckungen und Zitat von de Barros. Joao de Barros (1496–1570) war ein portugiesischer Historiker und Verfasser der „Dekaden von Asien“, in denen er die Geschichte der Portugiesen in Asien, insbesondere in Indien, schilderte. Elias Heindl Literatur/Quellen: Hans-Ludwig Grabowski/Josef Gerber: Gedenkbanknoten der Welt – Commemorative Banknotes of the World, Gietl Verlag, Regenstauf 2011. Dieter Lohmann, Nadja Podbregar: Im Fokus: Entdecker. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, 2012, S. 19-37. André Leroi-Gourhan, Kurt Kayser, Liselotte Kayser-Boelitz: Die berühmten Entdecker und Erforscher der Erde. Aulis Verlag Deubner, Köln, 1965, S. 35-46. Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann: Geschichte Portugals – Vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Verlag C.H. Beck, 2. Auflage, München, 2008, S. 18-47. Ulrich Knefelkamp: Der Priesterkönig Johannes und sein Reich — Legende oder Realität? Journal of Medieval History 14, Heft 4 (1988), 337-355, https://doi.org/10.1016/0304-4181(88)90032-2. wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Kolonialgeschichte (zul. aufgerufen am 14.02.2023) wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Seefahrer (zul. aufgerufen am 14.02.2023)
- Aus privaten Sammlungen: 20-Francs-Banknote der Société Générale de Belgique
Objekttyp: Banknote Sammlung: Uwe Bronnert Historischer Kontext: Am Morgen des 4. August 1914 marschierten deutsche Truppen unter Missachtung des Völkerrechts in das seit 1830 neutrale Belgien ein. Vorausgegangen war die Weigerung des belgischen Königs, das deutsche Militär in Richtung Frankreich durch das Land ziehen zu lassen. Nach der Besetzung des Landes flohen die belgische Regierung und der König in die französische Stadt Le Havre, von wo aus sie sich an den Aktionen der Alliierten beteiligten. Im Laufe des Augusts ließ die Geschäftsleitung der Banque Nationale de Belgique Banknoten, Druckplatten sowie den Metallbestand der Bank über Antwerpen nach London evakuieren. Die fehlende Notenbank zwang die deutschen Besatzungsbehörden zu handeln. Im Oktober 1914 zahlten sie mit Mark-Zahlungsmitteln. Da sich die belgische Regierung wie auch der Vorstand der Banque Nationale de Belgique hartnäckig weigerten, nach Belgien zurückzukehren, wurde der Bank von der Besatzungsverwaltung am 22. Dezember 1914 das Recht zur Notenausgabe entzogen. Bei der Société Générale de Belgique wurde eine Emissionsabteilung eingerichtet und der Bank am 24. Dezember 1914 das Recht zur Notenausgabe übertragen. Die Banknoten der Société Générale de Belgique wurden in der Druckerei der Nationalbank gedruckt und ab 1915 in Umlauf gesetzt. Die Scheine geben jeweils das Druckdatum an. In Ermangelung ausländischen Papiers nutzte man Papier mit dem Wasserzeichen „Wellenlinien“ der Papierfabrik Godin in Huy. Die Nominale zu 20 und 1000 Francs zeigen das Porträt von Peter Paul Rubens und die Noten zu 1, 2, 5 und 100 Francs das der Königin Louise-Marie. Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 wurde die Emissionsabteilung der Société Générale am 20. November 1918 aufgelöst, die 2-Francs-Schein aber noch bis Anfang 1919 und die 1-Franc-Scheine noch bis 1920 weiter ausgegeben. Land/Region/Ort: Belgien Emittent: Société Générale de Belgique Nominal: 20 Francs Datum: 2. Februar 1915 (Druckdatum) Vorderseite: Porträt des Malers Peter Paul Rubens in einem Medaillon Rückseite: Wertangabe und Ornamente Material: Weißes Papier Wasserzeichen: Wellenlinien Druck: Godin in Huy Format: 137 mm x 88 mm Nummerierung: B 179877 Auflage: 9.744.000 Stück Authentizität: Original Zitate: EWK-4 (Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871, 22. überarbeitete und erweiterte Auflage, Regenstauf 2020, S. 560) Banque Nationale de Belgique (Hrsg.), Le Franc Belge, Monnaies et billets Belges depuis 1830, Brüssel 1989 Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Neue Varianten: Februar 2023
Armenien 1000 Dram Wie Linzmayer B319a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Martin Galstyan/Tigran Khachatryan", Jahr 2022 und Wertzahl 1000 mit OVI-Effekt (Magenta-Grün) auf Rückseite. Bangladesch 1000 Taka Wie BGD-59 (Linzmayer B354l), aber mit Unterschrift "Abdur Rouf Talukder" und Jahr 2023. Dominikanische Repubik 50 Pesos Wie Linzmayer B727b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2020. 1000 Pesos Wie Linzmayer B731b (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Héctor Valdez Albizu/José Vicente Dubocq" und Jahr 2021. Gambia 10 Dalasis Wie Linzmayer B236a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. 20 Dalasis Wie Linzmayer B237a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. 50 Dalasis Wie Linzmayer B238a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. Guatemala 5 Quetzales Wie Linzmayer B605d (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "14 DE ABRIL DE 2021" und Druckerei "G&D Currency Technology". 10 Quetzales Wie GTM-123A (Linzmayer B606j), aber mit Datum "27 DE MAYO DE 2020" und Druckerei "OBERTHUR fiduciaire". 20 Quetzales Wie GTM-124 (Linzmayer B608d), aber mit Datum "13 DE FEBRERO DE 2018". Haiti 10 Gourdes Wie HTI-272 (Linzmayer B845g), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel" und Jahr 2019. 25 Gourdes Wie HTI-266 (Linzmayer B839f), aber mit Jahr 2019. 25 Gourdes Wie HTI-266 (Linzmayer B839g), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel". 50 Gourdes Wie HTI-274 (Linzmayer B847f), aber mit Jahr 2019. 100 Gourdes Wie HTI-275 (Linzmayer B848e), aber mit Jahr 2019. 100 Gourdes Wie HTI-275 (Linzmayer B848f), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel". 500 Gourdes Wie HTI-277 (Linzmayer B850f), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel" und Jahr 2019. 1000 Gourdes Wie HTI-278 (Linzmayer B837f), aber mit Jahr 2019. Hongkong – Bank of China 100 Dollars Wie Linzmayer BB923a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Yu Sun" und Datum "1 JANUARY 2021". Hongkong – Hongkong And Shanghai Banking Corporation 20 Dollars Wie Linzmayer B696a (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "1 JANUARY 2020". 100 Dollars Wie Linzmayer B698a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "David Liao/Surendra Rosha" und Datum "1 JANUARY 2022". Hongkong – Standard Chartered Bank 100 Dollars Wie Linzmayer B425a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Gregory John Powell/Pi Cheng Benjamin Hung" und Datum "1 JANUARY 2020". Irak 25.000 Dinars Wie IRQ-102 (Linzmayer B356e), aber mit Jahr 2021. Israel 50 Shekels Wie ISR-66 (Linzmayer BB443c), aber mit Unterschrift "Amir Yaron" und Jahr 2022. Sambia 2 Kwacha Wie Linzmayer B165b (fehlt im SCWPM), aber mit Druckerei "DE LA RUE" und Jahr 2022. 10 Kwacha Wie Linzmayer B167b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2022. 100 Kwacha Wie Linzmayer B170c (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Denny H. Kalyalya" und Jahr 2022. Südsudan 1000 Pounds Wie Linzmayer B117a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriftren "Dier Tong Ngor/Athian Ding Athian" und Jahr 2021. Zentralafrikanische Staaten – Tschad 500 Francs Wie ZAS-606C (Linzmayer B106Cd), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Ambrosio Esono Angue". Kana Totsuka Abb. Owen W, Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Banknoten der Deutschen Notenbank Serie 1948 ohne Kontrollnummer
zum Leserpost-Beitrag „50 DM der Deutschen Notenbank von 1948 ohne Kontrollnummer“ schicke ich Ihnen anbei aus dem Archiv der Deutschen Notenbank (heute im Bundesarchiv) die Kopie eines Schreibens der Deutschen Notenbank vom 13. Dezember 1955 an den VEB Deutsche Wertpapierdruckerei Leipzig. Darin werden Fehldrucke aus dem sogenannten Druckauftrag IV bemängelt, der im Januar und April 1953 durch die Wertpapierdruckerei Leipzig ausgeführt wurde und bei dem es um Folgedrucke der Serie von 1948 ging. Gefunden wurden bei der Vorbereitung der von der Wertpapierdruckerei Leipzig gelieferten Scheine für die Ausgabe in den Zahlungsverkehr (immerhin gut 2 ½ Jahre nach Auftragsdurchführung) ein Schein zu 10 DM ohne Kontrollnummer sowie mehrere Scheine, bei denen die beiden Kontrollnummern auf den Scheinen jeweils um eine Ziffer voneinander abwichen. Man hatte also in Leipzig nicht sorgfältig gearbeitet, dafür aber in Berlin genau hingeschaut. Damit sind Scheine ohne Kontrollnummer jedenfalls in der Produktion vorgekommen, ebenso solche mit fehlerhafter Nummerierung, von denen ich nicht weiß, ob Stücke den Augen der Kontrolleure der Notenbank entgangen, in den Umlauf gelangt und im Sammlermarkt aufgetaucht sind. Zu der von der Notenbank befürchteten Diskreditierung der Währung in den Westmedien allein aufgrund dieser Druckfehler ist es wohl nicht gekommen. Dr. Sven Gerhard Anmerkung der Redaktion Unterschiedliche Kontrollnummern auf Geldscheinen, die von der ehemaligen Wertpapierdruckerei in Leipzig hergestellt wurden, sind von der letzten Serie DDR-Banknoten bekannt. Beim 5-Mark-Schein von 1975 kam es durch Fehleinstellung der zweiten Stelle des Numerators zu abweichenden Kontrollnummern rechts unten. Erst Ende letzten Jahres wurden hier im Blog auch abweichende Kontrollnummern beim Zwanziger von 1975 gemeldet. Ganz offensichtlich gab es das Problem also auch schon beim Druck der ersten Serie der Deutschen Notenbank mit der Datierung von 1948 in Leipzig. Wie wir wissen, kamen die ersten Drucke dieser Serie ja von Goznak aus der Sowjetunion. Dank der gründlichen Kontrolle bei der Deutschen Notenbank in Berlin, sind mir bisher keine Belegstücke solcher Fehldrucke aus der Serie 1948 bekannt geworden. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Fractional Currency
Als Fractional Currency werden sowohl US-amerikanische als auch kanadische Kleingeldscheine bezeichnet. 1. US-amerikanische Kleingeldscheine. Fractional Currency: Kleingeldschein der USA über 25 Cents von 1874 mit Porträt von Robert J. Walker, Format 90 x 55 mm, Vorder- und Rückseite. Der Mangel an Münzen während des Amerikanischen Bürgerkriegs zwang den Staat zur Ausgabe von Kleingeldscheinen. Die erste Ausgabe waren das sog. Postage Currency. Durch Gesetz vom 3. März 1863 erlaubte der Kongress die Ausgabe weiterer Kleingeldscheine, die als Fractional Currency bezeichnet wurden. Es gab vier verschiedene Auflagen (als 2. bis 5. Ausgabe bezeichnet): 2. Ausgabe (vom 10. Oktober 1863 bis 23. Februar 1867): 5, 10, 25 und 50 Cents 3. Ausgabe (vom 5 Dezember 1864 bis 16. August 1869): 3, 5, 10, 25 und 50 Cents 4. Ausgabe (vom 14. Juli 1869 bis 16. Februar 1875): 10, 15, 25 und 50 Cents 5. Ausgabe (vom 26. Februar 1874 bis 15. Februar 1876): 10, 25 und 50 Cents Die Fractional Currency-Scheine wurden ebenso wie die Postage Currency-Scheine durch Gesetz vom 14. Januar 1875 und 17. April 1876 zur Einlösung in Silber aufgerufen. 2. Kanadische Kleingeldscheine Fractional Currency: Kleingeldschein des Dominion of Canada über 25 Cents vom 2. Juli 1923, Vorder- und Rückseite. Staatspapiergeld des "Dominion of Canada" über 25 Cents. Es gibt drei verschiedene Ausgaben: 1. März 1870, 2. Januar 1900 und 2. Juli 1923. Im englischen Sprachgebrauch werden alle Kleingeldscheine, die als Ersatz für fehlende Münzen ausgegeben wurden, auch als Fractional Currency bezeichnet. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Leserpost: Schein von Böhmen und Mähren mit Loch
Sehr geehrte Damen und Herren, da Sie die Spezialisten im Bereich deutscher Banknoten sind, habe ich eine Frage zu der im Anhang befindlichen Banknote meiner Sammlung, und hoffe Sie können mir Auskunft dazu geben. Die 5-Kronen-Banknote ist mit „Specimen“ perforiert, was auch der Beschreibung im "Rosenberg-Katalog" entspricht. Aber es ist auch eine weitere Perforierung (Lochung) unterhalb der Blocknummer zu sehen. Nun geht es mir um die Lochung auf der Banknote. Können Sie mir sagen, was es mit der auf sich hat bzw. wie sich diese auf den Wert der Banknote auswirkt? Mit der Bitte um Rückmeldung verbleibe ich Mit freundlichen Grüßen M. Kuchta Antwort der Redaktion Scheine Protektorats Böhmen und Mähren mit Perforation „SPECIMEN“ stammen aus Restbeständen der Nationalbank für Böhmen und Mähren in Prag. Die ehemalige tschechoslowakische Nationalbank hat die Scheine nach dem Zweiten Weltkrieg perforieren lassen, bevor sie an Sammler abgegeben wurden. Die kreisrunde Lochentwertung ist älter als die Perforation. Man hat in diesem Fall also einen bereits durch Lochung entwerteten Schein mit der Perforation „SPECIMEN“ versehen. Eigentlich sind Entwertungen (egal ab Lochentwertung, Eckabschnitt, Stempel usw.) wertmindernd. Das trifft vor allem auf deutsches Notgeld zu, das durch die Emittenten aus Restbeständen entwertet wurde, bevor es ebenfalls an Sammler abgegeben wurde. Die so entwerteten Notgeldscheine kommen allerdings auch häufig vor, weshalb sie bei der Bewertung mit einem Preisansatz für gebrauchte Scheine gleichgesetzt werden. Hier liegt der Fall etwas anders. Die Scheine des ehemaligen Protektorats Böhmen und Mähren kommen nur selten mit Lochentwertungen vor, weshalb man hier den Wert des Scheins nur unwesentlich niedriger (abzüglich 10–20 %) ansetzen kann. Da diese Scheine eigentlich aber seltener sind als Specimen-Scheine ohne Lochentwertung, könnte man umgekehrt sogar einen höheren Preis rechtfertigen. Das hängt immer von der Sicht des Verkäufers und Käufers ab. Eine feste Regel gibt es dafür nicht! Vorsicht ist allerdings geboten. Sollte man die Scheine mit Lochentwertung und Perforation tatsächlich höher bewerten als die mit Perforation ohne zusätzliche Lochentwertung, dann würde es wohl nicht lange dauern, bis eifrige "Bastler" selbst nachträglich Lochungen vornehmen, um die Scheine so im Wert zu steigern. Schon allein aus diesem Grund sollte es bei einem Preisabzug bleiben. Hans-Ludwig Grabowski












