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  • Ukraine: 500-Griwen-Noten mit Überdruck

    Am 29. Dezember 2022 begann die Nationalbank der Ukraine mit dem Verkauf von 500-Griwen-Umlaufnoten mit Überdruck. Die Scheine mit dem Porträt des vieltalentierten Philosophen Gregorius Skoworoda (1722–1794) kosakischer Herkunft, der sowohl in heute ukrainischen als auch in russischen Gebieten des Zarenreichs tätig war und daher von beiden Ländern beansprucht wird, zeigen auf der Rückseite die Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie. Der Ausgabeanlass ist der 300. Geburtstag des auf der Vorderseite Geehrten, was auch durch den Überdruck mit OVI-Effekt im linken Feld der Vorderseite angegeben wird. Dieses numismatische Produkt wurde in Foldern und in Umschlägen zum Verkauf angeboten. Für den Februar dieses Jahres steht außerdem eine weitere Gedenknote auf dem Emissionsplan der ukrainischen Nationalbank: In einer Auflage von 300.000 Exemplaren sollen 20-Griwen-Noten mit dem Titel "WE WILL NOT FORGET! WE WILL NOT FORGIVE!" ausgegeben werden. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Das Papiergeld des Jørgen Thor Møhlen

    Nach dem Vorbild schwedischer Kreditscheine der Stockholmer Bank von Johan Palmstruch aus den Jahren 1661 bis 1666 gab man auch in Norwegen am Ende des 17. Jahrhunderts ähnliche Geldscheine aus. Abb. 1: 5 Daler kopparmynt vom 6. Dezember 1662. Als Herausgeber der ersten norwegischen Geldscheine von 1695 gilt unbestritten der Kaufmann Jørgen Thor Møhlen in der damals größten norwegischen Hafenstadt Bergen. Geboren wurde er aber um 1640 im Herzogtum Holstein (damals Erbbesitz des Königs von Dänemark und Herzogs von Holstein-Glückstadt). Sein Vater Jürgen Thormöhlen (eigentl.: Jorgen ter Maulen, geb. 1615) führte eine Weinhandlung in Hamburg. Nach dem frühen Tod seines Vaters erhielt der älteste Sohn Jürgen Thormöhlen jr. seine kaufmännische Ausbildung in den Niederlanden, Frankreich und England. 1664 kam er nach Bergen, nahm dort sein Bürgerrecht am 10. Oktober desselben Jahres als Kaufmann an, und galt in den folgenden Jahren als reichster Bürger der Stadt. In dieser Zeit benannte er sich in Jørgen Thor Møhlen um und baute ein umfangreiches industrielles Imperium auf. Durch Ex- und Importgeschäfte konnte er eine wachsende Schiffsflotte aufbauen – das machte ihn zum größten Reeder Norwegens. Er handelte mit Hering, Holz und landwirtschaftlichen Gütern in Westnorwegen und in der Finnmark. In Kvinnherad kaufte er die dortige Kupferhütte Lilledal. Als Chef der „Grønlandske Rederi“ schickte er seine Schiffe zum lohnenden Walfang. Seit 1679 gehörte er zur wirtschaftlichen Elite in Bergen. Abb. 2: Jørgen Thor Møhlen (Maler unbekannt). Als Anerkennung für seine umfangreichen wirtschaftliche Aktivitäten sandte ihm König Christian V. von Dänemark- Norwegen einen Brief nach Vestre Sydnes, in dem er ihn am 29. Oktober 1681 zum kaufmännischen Direktor ernannte. Damit wurde Thor Møhlen gewissermaßen Norwegens Handelsminister und somit Vermittler zwischen norwegischen Unternehmern und der Regierung in Kopenhagen. Abb. 3: Unterschrift von Jørgen Thor Møhlen (1695). Abb. 4: das von 1685 bis 1693 von Jørgen Thor Møhlen bewohnte Herrenhaus „Kronstad Hovedgård“ (der Gebäudekomplex gehört heute der Gedenkstiftung der norwegischen Kriegsveteranen, Foto von 2007). 1689 erhielt er das königliche Privileg, ein Industriegebiet in Vestre Sydnes zu gründen (1877 eingemeindet: das spätere sog. Møhlen-Priis). Es entstanden unter seiner Regie: Bäckerei, Gerberei, Nagelfabrik, Kippwerkstätten, Packschuppen, Kaianlagen, Öl- und Schießpulvermühlen, Wollweberei, Seilerei, Salzraffinerie und Seifenfabrik sowie Wohnstätten für seine Beschäftigten und deren Familien. Zoll- und Steuerbüros in ganz Norwegen wurden von ihm seit 1690 gepachtet. Thor Møhlen betrieb eine bewusste Heiratspolitik und ließ seine sieben Töchter mit wohlhabenden Kaufleuten vorzugsweise deutscher Herkunft verheiraten. Dänemark hatte 1670 die Insel St. Thomas von England gekauft und noch im selben Jahr die Westindische und Guinea-Gesellschaft gegründet. Die dänischen Behörden wollten St. Thomas kolonisieren – vor allem Zuchthäusler wurden mit Thor Møhlens Schiff „Færø“ im Januar 1672 über den Atlantik gebracht. Aber innerhalb von sechs Monaten waren die meisten Kolonisten gestorben. Seine Schiffe brachten allerlei Waren und vor allem Waffen von Europa nach Afrika, dort kaufte man u. a. Sklaven, brachte sie nach Amerika und lud für ihre Rückreise nach Europa Zucker, Baumwolle, Edelhölzer und Tabak. Thor Møhlen war Haupteigner der „Cornelia“, die 1673 als erstes Schiff unter dänischer Flagge 103 Sklaven nach Amerika brachte. Die sog. Dreiecksfahrten waren durch eine große Auslastung der Schiffe sehr vorteilhaft, da sie so fuhren, dass Wind und Strömung maximal ausgenutzt werden konnten. Seit dem 13. Februar 1690 wurden ihm von der Dansk Vestindien og Guinea-selskab die dänisch-norwegischen Kolonien St. Thomas, St. Jan und einige kleinere Inseln in der Karibik verpachtet. Diese waren als Sklavenkolonien gedacht. Der Pachtvertrag übertrug ihm den gesamten westindischen Handel für zehn Jahre gegen eine jährliche Pachtgebühr von 4.630 Reichstalern. Seine Schiffe fuhren 1689 von Nordeuropa zu den dänischen Forts Christiansborg, Fredensborg und Augustaborg in Westafrika und in die Karibik. Der Pachtvertrag verpflichtete ihn, Ureinwohner aus Guinea als Sklaven von der Westindischen Gesellschaft gegen Bezahlung zu übernehmen. Er verpflichtete sich außerdem, „dass das Land jährlich mit jungen, gesunden Menschen versorgt und bevölkert wird und dadurch das Land aufgebaut werden kann“. Über 120.000 Sklaven wurden aus den dänisch-norwegischen Niederlassungen in Guinea in die Karibik gebracht und St. Thomas entwickelte sich daher zu einem Zentrum des Sklavenhandels in weiten Teilen der Karibik. Um 1690 war Thor Møhlen auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zunächst brachte ihm der Handel mit Westindien große Gewinne. Aber die politische Entwicklung zwischen Dänemark und Brandenburg führte dazu, dass brandenburgische Kaufleute als Entschädigung für angebliches Unrecht große Warenvorräte auf St. Thomas übernehmen durften. Es waren die gleichen Waren, die Thor Møhlen mit Schiffen geschickt hatte. Nun mussten sie ohne Ladung zurückkehren. Das kostete Thor Møhlen fast 100.000 Reichstaler. Nach Verhandlungen erklärte sich König Christian V. bereit, ihm eine Entschädigung in Form eines persönlichen und zinslosen Darlehens zu zahlen. Die Berater des Königs wollten eine Idee, die schon 30 Jahre zuvor im benachbarten Schweden verwirklicht wurde, auch in Norwegen realisieren: die Ausgabe von Kreditscheinen. Jørgen Thor Møhlen sollte Papiergeld im Wert von vorerst 50.000 Reichstalern erhalten, als Kreditscheine in Münzen tauschen und zum Aufkauf von Waren für den Export verwenden. Danach sollten die Scheine wieder gegen Münzen zurückgetauscht und den Investoren ausgezahlt werden: Norwegens erste Banknoten wurden gedruckt. Abb. 5: Verordnung vom 22. Juni 1685 aus Hafniæ (= Kopenhagen). Nach der „Verordnung über bestimmte Banknoten, die in mehreren Werten als Bargeld in Nordenfields in Norwegen gelten“ vom 22. Juni 1695 durften die Scheine in einer Auflage von 100.000 Reichstaler (= Rixdaler) gedruckt und in West- und Nordnorwegen zwischen Bergen, Røros, Ålesund und Trondheim in Umlauf gebracht werden (von der Südspitze von „Sønnafjelske Norge“ in Åna-Sira nach Norden die ganze Küste entlang). Møhlen hoffte, Geldscheine in Höhe von 200.000 Reichstalern drucken zu dürfen. Abb. 6: alte Karte von 1665 mit dem Titel „Norvegia Regnvm, Vulgo Nor-ryke“ im „Atlas Maior“ von Dr. Joan Blaeu abgedruckt (im roten Linienfeld das ungefähre Umlaufgebiet der Kreditscheine. Die Verordnung wie auch die Kreditscheine wurden von Johan Philip Bockenhoffer in Kopenhagen gedruckt, ein aus dem Elsass stammender Buchdrucker; seine Werkstatt war die königliche Hof- und Universitätsdruckerei. Tatsächlich wurden damals fünf Werte in Doppelnutzen gedruckt: 10 Rixdaler/Croner (1000 Stück), 20 Rixdaler (500 Stück), 25 Rixdaler (1000 Stück), 50 Rixdaler (500 Stück) und schließlich 100 Rixdaler (300 Stück). Aber nicht alle wurden auch ausgegeben – von den 25-Rixdaler-Scheinen gab man bspw. nur 400 Stück aus. Der Aufdruck der Kreditscheine lautete in Dänisch „Som hans kongl. majest. den 22 junii indeværende Aar 1665 / sin allernaadigste Forordning haver ladet udgaae / angaaende visse Seddeler / som i steden for bare menge Norden-fields udi hans kongelige majestets Rige Norge skal gielde / Saa er denne seddel ester samme Forordnings indhold vorden authorisered, for Værdie af ... Rixdaler/Croner.“ und kann in etwa übersetzen werden mit: „Seine Königl. Hoheit hat am 22. Juni dieses Jahres 1695 seine allergnädigste Verordnung erlassen – betreffs bestimmter Geldscheine, welche statt baren Geldes im nördlichen Teil Norwegens, im Reich Seiner Königl. Hoheit gelten sollen. So ist dieser Schein laut Inhalt der genannten Verordnung als gültig erklärt worden für einen Wert von ... Reichstaler/Kronen.“ Die 3.300 Einzelscheine waren etwa 22 cm × 17 cm groß, einseitig bedruckt und zeigten das Amsterdamer Wappen als Wasserzeichen auf dem in den Niederlanden handgeschöpften Büttenpapier. Abb. 7: Vorderseite eines unausgefüllten Blankoscheins, die Ortsangabe „Kiøbenhafn“ und das „No.“ sind noch nicht eingedruckt; bei einem Ausruf von 1.700 dän. Kronen (≈ 230 Euro) erreichte dieser sog. Remainder 15.500 dKr (≈ 2.100 Euro), Online-Auktion Bruun Rasmussen, August 2020. Abb. 8: Wasserzeichen mit dem Wappen von Amsterdam. Abb. 9: Siegel von König Christian V. mit der Umschrift „CHRISTIANUS V · DG · DAN · NOR · VAN · GOT · REX“. Die einheitlichen Vordrucke wurden handschriftlich mit den jeweiligen Werten ausgefüllt, vor der Ausgabe mit dem Lacksiegel des dänischen Königs versehen und durch die drei unterschiedlich großen Siegel von Thor Møhlen und den zwei Beamten der Rentenkasse – Jacob Sörensen und Lauritz Mouritzen – ergänzt. Diese unterschrieben zusammen die Scheine unterhalb des gedruckten Textes und nochmals auf der rechten Seite, die später durch Zerreissen abgetrennt wurde. Handschriftlich wurden das Datum, die beiden Kontrollnummern und die Wertbezeichnung hinzugefügt. Abb. 10: komplette Ausfertigung des Kreditscheins über 50 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 284/a. Abb. 11: Wappen von Thor Møhlen „IIRGEN TORMØL“ (zeitgenössisch) . Abb. 12: die drei Siegel in unterschiedlicher Größe der Unterzeichner aller Kreditscheine, von links: Møhlen / Sörensen / Mouritzen. Unterschiede in der Ausführung gab es bei der Ortsangabe: einmal gedruckt (10 und 20 Rixdaler) und einmal handschriftlich (25, 50 und 100 Rixdaler). Auch die Kontrollnummern kommen gedruckt (10 und 20 Rixdaler) sowie handschriftlich (25, 50 und 100 Rixdaler) vor. Abb. 13: oben gedruckt „Kiøbenhafn den“ (10 Rd.), unten handschriftlich „Kiøbenhaffn d.“ (25 Rd.) für Kopenhagen. Erstmals beim Geldschein-Druck wurden verschiedene Serienbuchstaben verwendet: nur Punkt = 100 Rd., a = 50 Rd., b = 25 Rd., c = 20 Rd. und d = 10 Rd., die 100er wurden evtl. als erste ausgefertigt. Abb. 15: nachgewiesene Kontrollnummern aller Scheine. Abb. 16: linker Teil des Kreditscheins über 10 Rixdaler/Croner mit der Kontrollnummer No. (gedruckt) 4/d (handschriftlich). Abb. 17: linker Teil des Kreditscheins über 20 Rixdaler/Croner mit der Kontrollnummer No. (gedruckt) 85/c (handschriftlich). Bekanntermaßen wurden die fertigten Scheine vor der Ausgabe durch Zertrennen geteilt; der linke Teil wurde als eigentlicher Kreditschein dem Einlieferer von Silbergeld, meist aber für Löhne ausgezahlt – der rechte Teil, der sog. Talon(g), verblieb in der Rentenkammer als Gegenstück bei dem nötigen Vergleich eines Rücktauschs. Auf den Rückseiten wurde der entsprechende Wertbetrag und die Kontrollnummer nochmals handschriftlich vermerkt. Auch die Rückseiten der einbehaltenen Teilscheine wurden so gekennzeichnet. Abb. 18: linker Teil des Kreditscheins über 25 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 898/b. Abb. 19: dazugehörige Rückseite des Kreditscheins über 25 Rixdaler/Croner, handschriftlich „Nro 898 Croner = 25 = Rdr.“. Abb. 20: komplette, jedoch zerrissene Ausfertigung des Kreditscheins über 50 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 248/a. Die Scheine wurden im Juli/August 1695 in Dänemarks Hauptstadt gedruckt. Die Währungsbezeichnung lautete auf Rixdaler/Croner; somit galt bspw. ein Schein zu 100 Rd./Cr. 400 Mark in Silber – eine sehr hohe Wertstufe. Die Hälfte der Kreditscheine in Höhe von etwa 50.000 Rd. verblieb in Dänemark als hinterlegtes Bürgschaftsgeld und wurde nie ausgegeben – Thor Møhlen reiste somit nur mit den 10- und 20ern und den restlichen 30.000 Rd. nach Norwegen. Für Lohnzahlungen und Einkäufe dort waren die niedrigen Werte praktischer als die höheren. Abb. 21: komplette, jedoch zerrissene Ausfertigung des Kreditscheins über 100 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 243. Abb. 22: Vorder- und Rückseite des Kreditscheins über 25 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 429/b. Abb. 23: 1 Krone 1694 mit Münzzeichen Herz (für Kopenhagen);1 Krone galt 4 Mark Silber. Im Jahr 1723 wurden fertige 25-, 50- und 100-Rd.-Scheine in mehreren versiegelten Paketen im heutigen Rigsarkivet (Reichsarchiv) entdeckt. Anfangs hat sie damals niemand als Møhlen-Scheine erkannt. Es waren die Einlagen der vier Bürgen. Diese Geldscheinbündel sind heute noch mehr oder weniger gut erhalten. Der Großteil dieser Scheine, die heute in Sammlungen liegen oder auf dem Sammlermarkt angeboten werden, stammen aus den Beständen des Reichsarchivs in Kopenhagen. Abb. 24: ungeöffnete Päckchen mit 25-Rixdaler-Scheinen im Reichsarchiv Kopenhagen. Abb. 25: Kreditschein über 25 Rixdaler/Croner mit unterschiedlichen Nummerierungen – links Nro 342/b, rechts Nro 249/b. Das erklärt auch das seltene Vorkommen der Scheine zu 10 und 20 Rixdaler. Guterhaltene Exemplare erreichen heute Preise von 2.000 bis 3.000 Euro; die Talons bis 1.000 Euro. Von allen Ausgaben kommen die 25-Rd.-Scheine am häufigsten vor. Abb. 26: Monogram Christian V., gekröntes CV im Perlrand (1670 bis 1699 König von Dänemark und Norwegen – in Personalunion). Auffallend ist bei heute angebotenen Scheinen, dass Nummerierungen auf den Talons von den ausgegebenen Noten abweichen. Oft sind auch Teilstücke zwei verschiedener Kreditscheine nachweisbar. Deshalb passen Trennstellen und das königliche Wappen mit verschlungenen Buchstaben (CV normal und CV gekontert) nie zusammen. Wahrscheinlich sind diese Zusammenfügungen mehr oder weniger moderne "Manipulationen". Teilstücke werden vielfach einzeln angeboten. Abb. 27: für 22.000 dän. Kronen (≈ knapp 3.000 Euro) ersteigerter zweiteiliger Møhlen-Schein, links 50 Rd., Nro 297 a/rechts 10 Rd. No. 761; im Originaltext Rasmussen-Auktion Nov. 2022 wird der Fehler nicht bemerkt und mit 20 Rd. statt richtig 10 Rd. Ausgewiesen: „50 rigsdaler/kroner 1695, No. 297/a, Sieg 4, Pick A4, Rø S2, med talon til 20 rigsdaler, Sieg 2, Pick A2, Rø S4 - fint bevarede laksegl, Dobbeltmonarkiet Danmark/Norges ældste seddeltype fremstillet af købmanden Jørgen thor Møhlen i Bergen“. Das Finanzprojekt Møhlens war aber nicht erfolgreich. Die Scheine fanden in der Bevölkerung kein Vertrauen. Menschen, die mit diesen Scheinen entlohnt oder bezahlt wurden, blieben auf ihrem Papiergeld sitzen (eine Parallele zu den schwedischen Creditif-Zetels von Johan Palmstruch Stockholms Banco ist unverkennbar). Møhlens Kreditscheine waren keine Schuldscheine, die auf Namen ausgestellt waren – sie konnten frei getauscht werden. Sie stießen bei Händlern, Handwerkern und Landwirten auf keine Begeisterung, obwohl sich größerer Beträge in Mappen oder Umschlägen mitführen ließen, anstatt sie in Geldkisten verladen zu müssen. Jedoch konnten die Rixdaler-Besitzer ihre Scheine kaum in Münzgeld tauschen, das kam selten in Umlauf. Handelsrat und Handelsdirektor Jørgen Thor Møhlen war nicht mehr in der Lage, das Versprechen zur Einlösung seiner privaten Geldscheine einzuhalten. Er verschuldete sich enorm und fand bei seinem Gönner, König Christian V., keinerlei Unterstützung. Møhlens naives Vertrauen in das Wort eines absoluten Königs war der Hauptgrund seiner Zahlungsunfähigkeit. Gleichzeitig weigerten sich die Beamten des Königs, die Scheine als Zahlung für Steuern und Abgaben zu akzeptieren. Die Regierung forderte nun die Einlösung aller Noten, wozu Thor Møhlen keinesfalls in der Lage war. Deshalb erließ man die Verordnung über die Aufhebung der genehmigten Nordenfields-Banknoten vom 21. August 1696, obwohl die Scheine bis 1700 gelten sollten: „Da die autorisierten Scheine nicht planmäßig von Jørgen thor Möhlen eingelöst wurden, wird die Verordnung vom 22. Juni 1695 aufgehoben und die umlaufenden autorisierten Scheine werden innerhalb von 6 Wochen bei den Bezirksämtern in Bergen und Trondheim zur Einlösung aufgerufen“. Nach der Insolvenz musste Møhlen seine umfangreichen Geschäfte aufgebenen. Niemand hatte das Kapital oder den Mut, das Industriegebiet Møhlen-Pris zu übernehmen; bis ins 18. Jahrhundert hinein lagen die Einrichtungen dort brach und verfielen. Jørgen Thor Møhlen verstarb verarmt am 1. Weihnachtsfeiertag 1708 während eines Aufenthalts in Kopenhagen. Sein Vermögen wurde auf 29 Reichstaler geschätzt und sein einziger Diener wurde seit 1703 nicht mehr bezahlt. Seine umfangreichen Immobilien kamen am 30. Juni 1710 in einer Auktion unter den Hammer und wurden in alle Winde zerstreut. Es war der größte Bankrott, den Norwegen bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hatte. Schätzungen gehen davon aus, dass König Christians Staatskasse durch den Bankrott bis 22.000 Rixdaler verloren hat, während der Verlust im privaten Sektor bei etwa 20.000 Rixdaler lag. Für diese Summe hätte man damals etwa 1.300 Bauernhöfe in Westnorwegen kaufen können. Abb. 28: Bilderrahmen mit Faksimile-Druck der ersten norwegischen Banknote zum 300-jährigen Jubiläum der Ausgabe der Thor-Møhlen-Kreditscheine. 1995 wurden die Jubiläums-Mappen „Møhlen-Sedlene/Norges første pengesedler“ mit einem Faksimile-Druck des 100-Rixdaler-Scheins Nro 200 hergestellt; auch gerahmte Nachdrucke durch die Norges Banks Seddeltrykkeri in limitierter Auflage sind noch heute für 400 norw. Kronen (≈ 40 Euro) lieferbar. Auf Internet-Auktionsforen werden sehr einfache Kopien der Møhlen-Scheine angeboten, die natürlich keinen Sammlerwert haben. Abb. 29: Møhlenpris-Viertel, 1877 in die Stadt Bergen eingemeindet (Foto um 1920). Während der Proteste aufgrund des Todes von George Floyd durch US-Polizisten gab es 2020 auch in Bergen Aufrufe zum Protest, die den Sklavenhandel von Thor Møhlen thematisierten. Ein Wohn- und Geschäftsviertel der Stadt, Møhlenpris, das nach Thor Møhlen benannt wurde, sollte einen anderen Namen erhalten. Die „Bergens Tidende“ titelte am 9. Juni 2020: „Nå går Møhlenpris-striden til bystyret – Arven fra Jørgen Thor Møhlen står dårlig til nabolaget“ (≈ „Nun geht der Møhlenpris-Streit an den Stadtrat – Das Erbe von Jørgen Thor Møhlen wirft kein gutes Licht auf die Nachbarschaft“). Michael H. Schöne Quellen: https://ekonomiskamuseet.se (Kungliga Myntkabinettet) https://en.wikipedia.org http://www.riksbank.com http://www.danskmoent.dk http://www.numismondo.net https://www.nermo.org https://nattmannensdatter.wordpress.com https://www.bavarikon.de https://www.nermo.org https://snl.no https://lokalhistoriewiki.no Rønning, Bjørn Ragnolf: „Penger av papir i Norge før etableringen av Norges Bank (1695-1816)“, 2011.

  • Probleme bei der Zustellung von Newslettern an T-Online-Adressen

    Immer wieder schreiben uns Leser, dass sie keinen kostenlosen Newsletter von Geldscheine-Online mehr erhalten, obwohl sie diesen abonniert haben. Auch zur World Money Fair Anfang Februar 2023 in Berlin wurden wir von Besuchern am Stand des Battenberg Gietl Verlags angesprochen, die das gleiche Problem haben. Das Problem ist uns bekannt, liegt aber nicht bei uns. Es liegt an der Deutschen Telekom! Viele Leser des Newsletters haben eine private E-Mail-Adresse von T-Online und wundern sich, dass sie keinen Newsletter mehr erhalten. Es gab bereits mehrere Anfragen, ob der Newsletter eingestellt wurde. Nein, das ist nicht der Fall! T-Online sperrt leider immer wieder Sammel-Mails, die über bestimmte Anbieter aus den USA kommen, weil die angeblich auch für SPAM genutzt werden, so z. B. aus Russland. Wir haben uns immer wieder sowohl bei dem Mail-Provider in den USA als auch bei T-Online selbst beschwert. Ab und zu kamen dann wieder eine Zeit lang Mails an T-Online-Adressen durch, dann wurden sie wieder gesperrt. Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass der Mail-Provider nicht aktive E-Mail-Adressen herausfiltert. Natürlich kann man nicht aktiv sein, wenn T-Online die Mails gar nicht erst zustellt. Seit geraumer Zeit kommen nun gar keine Newsletter mehr bei T-Online-Mailadressen an, auch nicht bei meiner eigenen. Wir beschweren uns regelmäßig weiter, doch ohne Erfolg. Das Gleiche betrifft auch Muenzen-Online.com. Was tun? Es tut uns sehr leid, dass uns da wirklich die Hände gebunden sind und die Deutsche Telekom einfach nach eigenem Ermessen die Zustellung von E-Mails – selbst von deutschen Firmen wie uns – blockiert. Vielleicht hilft es, wenn sich Abonnenten des Newsletters selbst bei T-Online beschweren. Ich persönlich habe mir zur Kontrolle des Versands eine zweite E-Mail-Adresse bei einem anderen Anbieter angelegt, über die ich die Newsletter problemlos zugestellt bekomme. Allerdings kann man jederzeit einfach unseren Blog im Internet besuchen und so all unsere Beiträge direkt Online lesen. Der wöchentliche Newsletter stellt im Wesentlichen eine Zusammenfassung der in dieser Woche erschienenen neuen Geldschein-Nachrichten und Fachbeiträge dar. In aller Regel veröffentlichen wir jeden Mittwoch neue Artikel im Blog. Auch immer mehr Leser aus dem Ausland nutzen unseren Geldschein-Blog, um sich über Neuheiten und interessante Themen rund um historisches und modernes Papiergeld zu informieren. Natürlich können Sie auch unser Newsletter-Archiv nutzen, um Zugriff auf alle bisher verschickten Newsletter und alle Online-Beiträge zu haben. Auch über den Menüpunkt "ARCHIV" im Hauptmenü von Geldscheine-Online.com. Weiterhin viel Freude bei der Lektüre und bei Ihrem Hobby! Hans-Ludwig Grabowski

  • Die fünfte Jahreszeit – Bonner Serienscheine mit Bezug zum rheinischen Karneval

    Es wird marschiert, gesungen, getanzt und geschunkelt. Die Narren stürmen die Rathäuser und Karnevalsprinzen übernehmen die Macht, von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch. Nach einer zweijährigen Corona-Pause sind seit dem 11.11. 11:11 Uhr wieder die Jecken in Stadt und Land unterwegs. Je nach Region in Deutschland verwendet man unterschiedliche Begriffe für die fünfte Jahreszeit. Doch welchen Ursprung haben Karneval, Fastnacht, Fassenacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend oder Fasteleer? Karneval war ursprünglich wohl ein heidnisches Fest, das nach dem Winter den Übergang zum Frühling markierte. Das Tragen von Kostümen und Masken sollte die bösen Wintergeister verjagen. Nach einer anderen Meinung leite sich der Ursprung aus einem Fest zu Ehren des Gottes Dionysos (später Bachus) ab. Im antiken Griechenland feierte man Ende Februar ein dreitägiges Fest zu Ehren des Gottes des Weines, der Landwirtschaft, der Fruchtbarkeit, des Spaßes und des Tanzes. Die Christen adaptierten so manchen heidnischen Brauch und gaben ihm eine neue Bedeutung. Vom 12. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden in Klöstern sog. Narrenfeste gefeiert. Niedere Kleriker übernahmen vorübergehend die Privilegien der höheren Geistlichkeit. Kirchliche Rituale wurden in Narren- und Eselsmessen parodiert. Allmählich verlagerte sich das Geschehen aus den Kirchen in die Städte. Die Bürger nahmen an den Festen mit Prozessionen, Musik und Spottgedichten teil. Belustigungen, Tanz, Ess- und Trinkgelage waren am Aschermittwoch vorbei. Nun begann „die sechswöchige Fastenzeit, und vorbei war es mit dem Genuss von Wein und Fleisch und allen aus Tieren gewonnenen Lebensmitteln. Vorbei war es auch mit anderen weltlichen Freuden: Zu den Fastengeboten gehörten auch die sexuelle Enthaltsamkeit und der Verzicht aufs Tanzen und Singen.“[1] Der Narr ist Jemand, der Gottes Schöpfungswerke nicht anerkennt. Die Masken stehen für Laster wie Hochmut oder Geiz und der Mummenschanz diente dazu, auf die Zeit der Buße und der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern einzustimmen. „Mit Fasching oder Karneval wird der Fastenzeit eine Art Anti-Schöpfung vorangestellt, um die Ablehnung eines gottlosen, erdverbundenen Lebens zu begründen. Der gewöhnliche Mensch konnte ein paar Tage lang erleben, was es bedeutet, wenn an Gottes Stelle der Teufel und der Mensch selbst regieren. Das Fest sollte also eine erzieherische Funktion auf die Gläubigen ausüben.“[2] Wie die Bezeichnung so sind auch die Bräuche des Karnevals in den einzelnen Regionen unterschiedlich. Während meist ein Prinzenpaar über das närrische Volk regiert, ist es in Köln das Dreigestirn, bestehend aus dem Prinzen, dem Bauer und der Jungfrau. Im rheinischen Karneval sind die Garden als Begleiter des Prinzenpaars/Dreigestirns ein unverzichtbarer Bestandteil. Die Karnevalsgarden entstanden mit dem Wiederaufleben des Straßenkarnevals in den 1820er und 1830er Jahren als Persiflage auf das Militär. Die erste derartige Garde waren die Kölner "Rote Funken". Uniformen und Organisation der Garden orientieren sich noch heute an historischen Vorbildern, in der Regel des 17. Und 18. Jahrhunderts. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Sammeln von Notgeldscheinen in Deutschland populär. Dieser Trend setzte sich Anfang der 1920er Jahre fort, nur war nun für die Ausgabe häufig nicht mehr der Zahlungsmittelmangel verantwortlich, sondern Stadtkämmerer erkannten, dass sich mit bunten Scheinchen vortreffliche Geschäfte machen ließen. „Das aus der Not geborene Geld entartete zum bunten Sammelobjekt. Geld wurde selbst zur Handelsware.“[3] Auch einzelne Personen und Institutionen, die niemals eine Begründung für derartige Ausgaben gehabt hatten, beteiligten sich daran: Kirchengemeinden, Stiftungen, Hilfskomitees, Denkmalsausschüsse, Turn- und Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren, Ausstellungen usw. Manche von ihnen schlossen die Einlösungspflicht bewusst von vornherein aus. Es ist erstaunlich, wie es scheint beteiligte sich nur ein Karnevalsverein an der Ausgabe von Serienscheinen: das "Bonner Stadt-Soldaten-Corps". Abb. 1: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Gemeinsame Vorderseite der Scheine zu 50 Pfennig. Abb. 2: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, Marketenderin. Abb. 3: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, Rosenmontagsparade. Abb. 4: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Aschermittwoch. Abb. 5: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. „Dagenvesen“. Abb. 6.1: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Vorderseite des Scheins zu einer Mark. Abb. 6.2: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, ein Arrestant. Abb. 7.1: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Vorderseite des Scheins zu zwei Mark. Abb. 7:2: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, ein Drückeberger. Der am 23. Februar 1872 gegründete Verein emittierte unter dem Datum vom 1. Juli 1922 eine Serie von sechs Scheinen. Die einheitliche Vorderseite der vier 50-Pfennig-Scheine wurde vom Bonner Kunstmaler Carl Nonn [* 29. April 1876 in Bonn; † 25. Juni 1949 ebenda] entworfen. Auch die Vorderseite der Scheine zu einer und zwei Mark sind einheitlich gestaltet. Sie sind mit EM signiert. Nach dem Text der Ausgabe handelt es sich bei den Scheinen um Schecks, die bis zum 31. Juli 1922 bei der Rhenania-Annoncen-Expedition Johannes Tinner, Bonn, einlösbar waren. Wahrscheinlich wurden sie jedoch erst nach diesem Termin an Sammler und Interessenten abgegeben, denn sie enthalten auch den Vermerk „Dieser Scheck ist nur zu Sammelzwecken bestimmt“. Während die 50-Pfennig-Scheine die faksimilierte Unterschrift des Kommandanten des Bonner Stadt-Soldaten-Corps Jean Riek tragen, wird er bei den Markwerten nur genannt. Die Rückseiten wurde vom Genre- und Porträtmaler und Grafiker Emil Krupa-Krupinski [* 10. März 1872 in Barmen (heute Stadtteil von Wuppertal); † 28. Mai 1924 in Bonn] entworfen. Die Bilder greifen humoristisch-karnevalistische Motive auf, z. B. zum Spottgedicht „Die Marketenderin“, zu Karnevalsverweigerern, Rosenmontagsparade und Aschermittwoch. Gedruckt wurden die Scheine auf wasserzeichenlosem Papier bei der Rhenania-Druckerei, Bonn. Nach diesem Abstecher in die Geschichte des Karnevals, genießen Sie das tolle Treiben. In diesem Sinne „Alaaf, Helau …“ Ergänzung Die drei 50-Pfennig-Scheine der Stadt Köln vom 12. Januar 1922, zeigen drei Episoden aus dem Leben der „kölnischen Funken“. Josef Stolzen meinte bei seinen „Rotröcken“ jedoch nicht die Karnevalsgarde der "Roten Funken", sondern die historischen Stadtsoldaten der Stadt Köln. Dies wird klar, wenn man sich die Abbildungen genauer ansieht. Abb. 8: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Vorderseite. Abb. 9: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Rückseite. Abb. 10: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Rückseite. Abb. 11: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Rückseite. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] (05.02.2023) [2] (05.02.2023). [3] Hans Joachim und Jutta Kürtz, Für Gold und Silber nimm den Schein …, Aus einem Kapitel norddeutscher Geldgeschichte, Lübeck 1981, S.11.

  • 24. Polymerschein aus der Karibik: 20 Dollars 2019

    Viele Kreuzfahrt-Touristen fliegen in die Karibik und haben sich vorher mit „Greenbacks“ (US-amerikanischen Dollarnoten) eingedeckt, die auf allen Landgängen akzeptiert werden. Beim Parikurs Dollar zu Euro 1:1 erhält man beim Einkauf mit Euros, die auch zumeist akzeptiert werden, sogar problemlos als Wechselgeld 1-Dollar-Noten zurück, da ja die kleinste Eurostückelung erst die 5 Euro Banknote ist. Man kann also seine Inselbesuche absolvieren, ohne die schönen lokalen Banknoten jemals zu sehen oder anzufassen. Banknote über 20 Ostkaribische Dollars ohne Datum (am 29. Mai 2019 an die angeschlossenen Geschäftsbanken ausgegeben), ohne Wz., 69 x 145 mm. Als Beispiel möchte ich die mehrfarbige 20-Dollars-Note der East Caribbean Central Bank[1] vorstellen, die bereits im September 2019 hier im Geldschein-Blog erwähnt wurde. Daneben gibt es noch 5, 10, 50 und 100 Ostkaribische-Dollars-Noten, alle mit Königin Elisabeth II. auf der Vorderseite, gedruckt bei De La Rue in Großbritannien. Die ostkaribischen Dollars sind das offizielle Zahlungsmittel auf den Inseln Anguilla, Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, Montserrat, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und den Grenadinen. Der festgeschriebene Wechselkurs zum US-Dollar beträgt 2,70. Der Schein ist vertikal zu betrachten und zeigt auf der Vorderseite rechtsbündig ein Porträt der inzwischen verstorbenen englischen Königin Elisabeth II. mit mehrfacher Wertangabe. Insgesamt zehnmal findet sich die Ziffer 20 auf der Vorderseite. Groß links oben und rechts unten mit Dollar-Symbol. Zweimal in der silberfarbenen Folie, einmal in der Durchsicht im Volldruck links am Fuße des Porträts. Dazu viermal im Kleindruck bei ECCB, einmal davon seitenverkehrt. Die zehnte Zwanzig zeigt sich erst unter UV-Licht in einem silberfarbenen Quadrat, rechts oben um 90° gedreht. Links oben in der Wertzahl befinden sich auch zehn Braille-Zeichen zum Ertasten der Wertangabe für Sehbehinderte. Diese Braille-Prägepunkte befinden sich in unterschiedlicher Anordnung auf allen Scheinen dieser Serie. Unten links, unterhalb der Unterschrift von Zentralbankdirektor Timothy N. J. Antoine und der querliegenden Kontrollnummer befindet sich die Wertangabe in ausgeschriebener Form: "Twenty Dollars". Unter einem UV-Prüfgerät erscheinen hier die Großbuchstaben E in Grün, C in Rot, das nächste C in Grün und das abschließende B wieder in Rot. In den farbigen Hologrammen befinden sich links zwei Fische und eine Karettschildkröte sowie rechts ein Purpurkehl-Antillenkolibri im Flug. Die Rückseite des in Purpur, Magenta und Blau gehaltenen Scheins zeigt links in der Mitte zwei braune Hände, die auf der Gewürzinsel Grenada eine Muskatnuss (Nutmeg) in Form einer aufgesprungenen Frucht von einem weiblichen Muskatnussbaum pflücken. Im oberen Teil wird das nach dem Vulkanausbruch von 1995 aufgegebene Regierungsgebäude von Montserrat gezeigt. Rechts im Überdruck eine Darstellung der Lage der am ostkaribischen Dollar beteiligten kleinen Antillen. Die drei weiß gehaltenen Inseln gehören als französische Überseegebiete (DROM)[2] zum Euroraum. Das UV-Licht lässt die vier Ecken in hellerem Licht erstrahlen und hebt die beiden Zwanziger Ziffern links oben und rechts unten klarer hervor. Die Schönheit des Polymer-Satzes der ostkaribischen Banknoten wurde auch auf der HSP[3] Konferenz Latein Amerika vom 14. bis 16. März 2022 in Mexico City gewürdigt, bei der auch erstmals deutsche Vertreter der Berliner Bundesdruckerei[4] anwesend waren. Der ECCB-Banknotensatz wurde in der Kategorie "Bester neuer Banknotensatz"[5] ausgezeichnet, zusammen mit den Bahamas. Die Vertreter der ECCB hatten die Umstellung auf Polymer-Banknoten mit drei Begründungen untermauert: Umwelt, Kosten, Sicherheit. Die Karibik sei weltweit mit einer der geringsten Produzenten von Kohlendioxid und dennoch stark vom Klimawandel betroffen. Die neue Art der Banknoten sei ein wichtiger Schritt zur Klimaneutralität. Christian Merker Anmerkungen [1] www.eccb-centralbank.org [2] Guadeloupe und Martinique als Département et region d`outre-mer. St. Martin im Norden, geteilt zwischen Frankreich (COM: collectivité d´outre-mer) und dem Königreich der Niederlande mit dem Antillen-Gulden als Währung. [3] High Security Printing, www.reconnaissance.net [4] First time at HSP Latin America, most of the presentations were really good, got to know a lot of providers and colleagues from other companies. A really fun but informative conference. We will be coming back! Bundesdruckerei [5] International Award for Polymer Notes: International Regional New Banknote Series Award, Regional Banknote of the Year 2022

  • Das Mysterium des „Schweine-Tausenders“

    Die 1000-DM-Banknote der Deutschen Notenbank Ausgabe 1948 – im Umlauf oder nicht? Die Banknote der Deutschen Notenbank über 1000 DM Ausgabe 1948 weckt Interesse und wirft zugleich Fragen auf. Es ist der einzige Geldschein der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) und DDR mit einem derart hohen Nennwert. Angesichts der Tatsache, dass der Schein praktisch ausschließlich in kassenfrischer Erhaltung vorkommt, stellt sich unweigerlich die Frage – war er überhaupt im Umlauf? Sowjetische Besatzungszone Deutschlands und DDR: Deutsche Notenbank, Banknote zu 1000 DM von 1948, Vorder- und Rückseite. Sammlung Grabowski. Der Schein zählt zur ersten Banknotenserie der Deutschen Notenbank, die ab 25. Juli 1948 in Umlauf gegeben wurde. Die Scheine zu 2 bis 1000 DM wurde am 13. Oktober 1957 infolge eines unangekündigten Geldumtauschs in der DDR („Aktion Blitz“) ungültig, während die Scheine zu 50 Pfennig sowie 1 DM noch bis 30. November 1965 gültig blieben. Ein Großteil der heute auf dem Sammlermarkt erhältlichen Banknoten zu 1000 DM 1948 stammt aus der Versteigerung des Nachlasses der Staatsbank der DDR durch das Auktionshaus Busso Peuss in Frankfurt am Main im Jahr 1995. Damals wurden rund 700 Scheine verkauft. Er war aber bereits davor für Sammler erhältlich. Schon Kurt Jaeger berichtete 1972[1], dass der Schein für 30 US-Dollars (umgerechnet seinerzeit ca. 95 DM) bei der Deutsche Buch-Export- und Import-GmbH in Leipzig[2] erhältlich sei. Es gibt weitere Hinweise, wonach Bestände in den 1980er Jahren aus der DDR ihren Weg in den westdeutschen Münzhandel fanden, wo der Schein nach meiner Erinnerung für ca.150 DM in kassenfrischer Erhaltung angeboten wurde. Der aktuelle Verkaufspreis im Handel liegt bei EUR 100 Euro. Er ist damit für Sammler erschwinglich. Anhand der Kontrollnummern nachgewiesen sind derzeit rund 780 Scheine der Serien A und B, wobei der aktuell bekannte Nummernkreis der Serie A von A 0007019 bis A 0146987 und der Nummernkreis der Serie B von B 0007585 bis B 0042653 reicht. Es gibt damit in Sammler- und Händlerkreisen mehr Scheine als 1995 versteigert, und es dürfte weitere Bestände geben[3]. Die amtliche Auflage betrug 225.000 Stück[4]. Die bisher bekannten höchsten Kontrollnummern der Serien A und B sprechen dafür, dass 150.000 Stück der Serie A und 75.000 Stück der Serie B gedruckt wurden, wenn man annimmt, dass die Scheine fortlaufend nummeriert wurden. Allerdings bestehen bei den bekannten Nummernkreisen große Lücken. So sind bisher etwa Scheine aus den Nummernkreisen A 0017000 bis A 0032000, A 0036000 bis A 0050000 oder B 0030000 bis B 0041000 nicht bekannt geworden. Wie viele der tatsächlich gedruckten Scheine der Vernichtung entgangen sind, ist ungeklärt. War der Schein im Umlauf? Seine legale Verwendung war jedenfalls seit Erlass des Gesetzes über die Regelung des Zahlungsverkehrs vom 21. April 1950[5] nur noch sehr beschränkt möglich. Nach § 2 mussten Verwaltungen, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, alle volkseigene Betriebe, Industriebetriebe und Großhandelsunternehmen, Gewerbebetriebe mit einem Jahresumsatz von mehr als 20.000 DM, Vermieter mit monatlichen Mieteinnahmen über 250 DM sowie Berufstätige mit drei oder mehr Angestellten Girokonten eröffnen und gemäß § 3 ihren geschäftlichen Zahlungsverkehr bargeldlos abwickeln. Ziel des Gesetzes war die Kontrolle und Steuerung der Wirtschaft über den Zahlungsverkehr. Das verhinderte zwar nicht die Bildung von Schwarzgeldguthaben, die dann durch die Währungsreform vom 13. Oktober 1957 entwertet werden sollten, wohl aber für die entsprechenden Personenkreise die Möglichkeit der legalen Verwendung von Banknoten zu 1000 DM im geschäftlichen Zahlungsverkehr. Zudem hätte die Bildung von Schwarzgeldbeständen unter Verwendung dieser Scheine einen Verstoß gegen die genannten gesetzlichen Vorgaben nur allzu offensichtlich gemacht. Schon zuvor war in der SBZ versucht worden, die Barzahlung größerer Beträge durch juristische Personen zu unterbinden[6] und laut Gesetzblatt der DDR 1950 S. 355 etwa Kontoverfügungen und Gehaltszahlungen über 300 DM nur noch durch Überweisungen zuzulassen. Allerdings wurde die Anwendung dieser Bestimmungen in den einzelnen Ländern unterschiedlich gehandhabt, und jedenfalls bei sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaften wie der Wismut AG sowie durch die russische Militärverwaltung selbst scheinbar nicht umgesetzt. Ausgenommen von den Vorgaben des Gesetzes blieben Privatpersonen und grundsätzlich auch selbständige Bauern, da sie nicht in dessen Anwendungsbereich fielen. Außerdem hätte eine Verwendung des Scheins bis zum Erlass des Zahlungsverkehrsgesetzes im April 1950 grundsätzlich nicht den dargestellten gesetzlichen Einschränkungen unterlegen. Nach Grabowski sollen 1949/1950 insgesamt 743 Stück ausgegeben worden sein[7]. Für Privatpersonen hätte bei den Lohnverhältnissen der Zeit der Schein mehreren Monatsgehältern entsprochen, so dass schon eine Auszahlung in der wöchentlichen oder monatlichen Lohntüte nicht in Frage kam. Allein die durch Akkordlöhne und Prämien möglichen monatlichen Spitzenverdienste von Bergleuten bei der seinerzeitigen Wismut AG reichten an den Nennwert des Scheines heran[8]. Eine Verwendung bei Lohn- und Gehaltszahlungen und damit eine Ausgabe an Privatpersonen kann damit wohl ausgeschlossen werden. Michael H. Schöne schreibt, dass der Schein bei der Vergütung von Pflichtabgaben der Bauern durch staatliche Stellen Verwendung gefunden haben soll. Daher rühre auch die Spottbezeichnung „Schweine-Tausender“[9]. Jedenfalls mit den dargestellten gesetzlichen Vorgaben zur Reduzierung des Bargeldumlaufs wäre das durchaus auch nach April 1950 vereinbar gewesen. 1000 DM 1948 mit A 0051940 in gelaufener Erhaltung, Vorderseite. 1000 DM 1948 mit A 0051940, Ausschnitt der Rückseite mit deutlich erkennbaren Falzspuren. In meiner Sammlung befindet sich ein 1000-DM-Schein tatsächlich in gebrauchter Erhaltung, mit der Kennung A 0051940, den ich im Sommer 1988 auf einem (West-)Berliner Flohmarkt in einer "Grabbelkiste" fand. Der Schein weist deutliche Gebrauchsspuren auf, was vor allem auf der Rückseite erkennbar ist, er wurde mehrfach gefaltet und befand sich wohl für etwas längere Zeit in einem Portemonnaie oder einer Brieftasche. Auch Peter Reissig[10] bildet einen solchen Schein ab und führt in der von ihm begründeten Übersicht einen als "Schweine-Tausender" bezeichneten Schein mit der Kennnung A 0051955 auf; vermutlich handelt es sich bei dem von ihm abgebildeten genau um diesen Schein. Festzuhalten ist: Beide Scheine liegen in der Nummernfolge nur 15 Ziffern auseinander. Das legt die Vermutung nahe, dass Scheine aus dem Nummernkreis A 00519XX tatsächlich zirkuliert sind. Aber wo und wann, und wer hat sie benutzt? Zeit für eine Recherche in den Archivunterlagen der Deutschen Notenbank, die sich heute im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde befinden[11]. Aussagekräftig ist insoweit die Stückelungskartei[12] der in Umlauf gegebenen Zahlungsmittel von 1948–1954, in der die Notenbank jeweils per Stichtag die Beträge der im Umlauf befindlichen Banknoten und Münzen je Nominal festhielt, sowie die Übersicht der Kassenbestände der Emissions- und Girobanken in den einzelnen Ländern. Stückelungskartei der Deutschen Notenbank – Umlaufbeträge in Stücken zu 1000 DM. Aus den Übergabeprotokollen der Notenbank ergibt sich, dass diese am 13. August 1948 von der gedruckten Gesamtauflage nur 76.000 Scheine zu 1000 DM in ihre Tresore übernahm. 2000 Stück gingen an die sowjetische Militäradministration, 6000 an das Berliner Stadtkontor. Der Rest verblieb in der Notenreserve. Von diesem Bestand wiederum wurden bis Mai 1949 überhaupt nur 46.470 Scheine in den Kassenbestand der Notenbank zwecks Ausgabe überführt. Der Umlauf der Scheine entwickelte sich rückläufig. Waren am 31. Dezember 1948 46.350 und am 31. Dezember 1949 noch 45.930 Scheine zu 1000 DM als Umlauf verbucht, waren es per 31. Dezember 1950 nur noch 2.400, Ende 1951 nur noch 268 und Ende 1953 ganze 64 Stück. Die Tatsache, dass bis 1951 zusammen 195 Scheine als vernichtet aus dem Umlauf ausgebucht wurden, könnte darauf schließen lassen, dass sie im Geldverkehr abgenutzt waren. Ein Großteil der Umlaufabgänge wurde als Tausch gegen andere Nominalwerte verbucht. Zum Tausender von 1948 ein Blick auf den Zahlungsverkehr in Mecklenburg. Tatsächlich bestand dort im Frühherbst 1949 ein erheblicher Bargeldbedarf, den die VEAB (Volkseigene Erfassungs- und Aufkaufbetriebe) zum Aufkauf sogenannter „freier Spitzen“ – Produktionsmengen, die über die Ablieferungssollmengen hinausgingen – benötigten und den die Emissions- und Girobank in Schwerin kaum befriedigen konnte. Beklagt wurde durch Emissions- und Girobank in Schwerin zudem, dass Landwirte trotz Aufforderung auf Konten gutgeschriebene Geldbeträge sofort in bar abhoben. Man traute den staatlichen Institutionen nicht. Hier war zeitweise ein hoher Bargeldbedarf zu befriedigen, wahrscheinlich auch mit größeren Nominalen. Schreiben der Emissions- und Girobank Mecklenburg vom 14.2.1949 an die Deutsche Notenbank Berlin: Man schickte 800 Banknoten zu 1000 DM an die Hauptkasse der Notenbank zurück. Noch im Februar 1949 hatte die Emissions- und Girobank Mecklenburg 800 Scheine zu 1000 DM an die Hauptkasse der Notenbank nach Berlin zurückgeschickte, die nun wohl kurzfristig fehlten, weil die Aufforderung, bargeldlos zu zahlen, jedenfalls bei den Bauern nicht verfing. Nach der in Berlin angeforderten Belieferung mit kleineren Wertstufen flossen im Oktober 1949 jedenfalls 30 Scheine zu 1000 DM aus Schwerin wieder an die Notenbank nach Berlin zurück. Eine monatliche Übersicht über die Kassenbestände der Kreditinstitute in den Ländern der DDR für das Jahr 1950 zeigt, dass dort nur geringe Stückzahlen der im Umlauf befindlichen Scheine zu 1000 DM verfügbar waren. Ein Großteil blieb in der Kasse der Notenbank in Berlin. So ist etwa für den Monat August 1950 in Mecklenburg nur ein Stück zu 1000 DM als Kassenbestand registriert. Über das Jahr waren es dort nie mehr als elf Scheine, in Brandenburg kaum über 40. Lediglich in Sachsen wurden Kassenbestände von bis zu 120 Scheinen verzeichnet, mit abnehmender Tendenz im Laufe des Jahres. Die Zeit des „Schweine-Tausenders“ war 1950 abgelaufen. Fazit Die 1000-DM-Note von 1948 ist in den Umlauf gekommen, allerdings nur etwa Ende 1950, möglicherweise durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), die 1948 Stücke dieses Nominales erhalten hatte, sowie in Einzelfällen jedenfalls in Mecklenburg. Für anderen Länder der DDR kann das ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, da Stücke in den Kassen der Banken dort jedenfalls bis Ende 1950 in wenigen Exemplaren verfügbar waren. Als im Umlauf nachgewiesen können Scheine aus dem Nummernkreis A00519XX gelten. Vielleicht existieren auch noch aus anderen Nummernkreisen gelaufene Scheine. Bereits Ende 1950 spielte die Banknote zu 1000 DM im Geldverkehr keine Rolle mehr. Welchen Weg der mir vorliegende Schein mit der Nummer A 0051940 von der Ausgabe bis 1988 genommen hat und welche Geschichte dahintersteht, lässt sich nicht mehr aufklären, denn Bargeld ist und bleibt als Zahlungsmittel anonym. Spannend wäre es aber allemal. Dr. Sven Gerhard Anmerkung der Redaktion Natürlich gelangten mehr als die 1995 in Frankfurt am Main versteigerten 700 Stück Tausender der Deutschen Notenbank von 1948 aus dem Besitz der ehemaligen Staatsbank der DDR auf den Sammlermarkt. Schon zu DDR-Zeiten wurden kassenfrische Tausender aus Restbeständen nicht nur über Leipzig gegen harte Devisen in den Westen, sondern auch an Sammler aus der DDR verkauft. Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich meinen Tausender (siehe Abb. ganz oben) in einem damals bekannten Fachgeschäft des Staatlichen Kunsthandels der DDR in Ost-Berlin für 400 Mark der DDR gekauft. Das muss Mitte der 1980er Jahre gewesen sein. Hans-Ludwig Grabowski Anmerkungen [1] Kurt Jaeger, Die Zahlungsmittel in Deutschland seit 1948, Basel 1972. [2] Der 1953 gegründete Außenhandelsbetrieb Deutscher Buch-Export und -Import war zuständig für den Export und Import von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Kunstdrucken, Noten, Briefmarken, Kalendern, Schallplatten u. a. Er war dem Ministerium für Außenhandel und dem Ministerium für Kultur der DDR unterstellt. Quelle: Sächsisches Staatsarchiv Leipzig. [3] Auf der World Money Fair Anfang Februar 2023 bot ein Berliner Händler mehrere hundert Stück aus dem Nummernkreis A 0092XXX in kassenfrischer Erhaltung an, die mit einem Stempel „Requisite“ gekennzeichnet waren. [4] Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, 22. Auflage Regenstauf 2021, S. 232. Ebenso die Hinweise im Archiv der Deutschen Notenbank. [5] Gesetzblatt der DDR 1950 S. 355. [6] Beschluss der Deutschen Wirtschaftskommission vom 7.7.1948. [7] Grabowski, ebenda. [8] Illustrativ dazu Jürgen Ziller, Der Zahltag, https://wismut.hypotheses.org/466 [9] Kahnt/Pontzen/Schöne/Waltz, Die Geschichte der Deutschen Mark, Regenstauf 2003, S. 214 f. [10] Peter Reissig, DDR-Papiergeld - KATALOG UND GESCHICHTE mit Bewertungen (5), moneytrend 2/2011 S. 258 Abb. 3-17. [11] Bestandssignatur DN 6 – Deutsche Notenbank. [12] Referenz DN 6/652.

  • Lexikon: Formulare

    Als Formulare oder auch Modelle werden vereinfachte Drucke von neu auszugebenden Geldscheinen bezeichnet, die zum öffentlichen Aushang in Banken und Kassen bestimmt waren, um die Bevölkerung mit dem Aussehen der neuen Scheine vertraut zu machen. Die Formulare sind meist auf andersfarbigem Papier gedruckt und haben keine Siegel und Unterschriften. Trotz dieser gegenüber den echten Geldscheinen vereinfachten Form lassen sich Sammler leider immer wieder täuschen und erwerben Formulare als Originale. Dritte Seite eines Patents mit Formularen der Wiener Stadt-Banco-Zettel über 1 und 2 Gulden vom 1. Januar 1800 auf farbigem Papier. Die Formulare lagen einer gedruckten, offiziellen Bekanntmachung der neuen Geldschein-Ausgabe bei. Diese Bekanntmachungen werden Patente genannt. Sieht man von den österreichischen Formularen und Patenten ab, die häufiger vorkommen (auch hier sind die ältesten und einige spätere Ausgaben selten), so sind solche Formulare und Patente heute kaum noch zu bekommen. Es gab sie z. B. in folgenden Ländern: Bayern, Braunschweig, Nassau, Österreich, Preußen (wohl nur Patente), Reuß jüngere Linie und Herzogtum Warschau. Bitte lesen Sie auch unseren Beitrag Was sind Patente und Formulare von Banknoten? hier im Geldschein-Blog. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • PMG-Vor-Ort-Bewertungen in München und an der MIF Maastricht im April 2023

    Sammler und Händler können im April 2023 Banknoten in der Niederlassung von PMG in München oder auf der MIF-Messe zur Vor-Ort-Bewertung einreichen. Lesen Sie über den unten stehenden Link weitere Informationen über Dienstleistungen, Gebühren sowie Einreichungsanweisungen. Paper Money Guaranty® (PMG®) wird vom 19. – 22. April 2023 in ihrer Münchner Niederlassung und vom 25. bis 30. April 2023 auf der MIF Paper Money Fair in den Niederlanden eine Vor-Ort-Bewertung von Banknoten anbieten. Mit der Vor-Ort-Bewertung bietet PMG seine umfassenden fachkundigen und unparteiischen Dienstleistungen zur Echtheitsprüfung, Einstufung und Verkapselung vor Ort mit einer extrem schnellen Durchlaufzeit an. Die PMG-Vor-Ort-Bewertungs-Veranstaltungen werden die ersten Vor-Ort-Bewertungs-Veranstaltungen der PMG in Europa seit der Zeit vor COVID und die allererste Vor-Ort-Bewertungs-Veranstaltung der PMG in den Niederlanden sein. Letztere Veranstaltung baut auf der Partnerschaft zwischen PMG und MIF auf, die im Juni 2022 begann, als PMG zum exklusiven offiziellen Bewertungsservice der MIF Paper Money Fair ernannt wurde. Mehr Informationen, siehe hier: https://www.ngccoin.de/news/article/11089/mif-paper-money-fair/ PMG

  • Lexikon: Formate von Geldscheinen

    Im Allgemeinen wird das Papierformat eines Geldscheines gemessen und genannt. Bei unregelmäßig geschnittenen, vor allem alten Scheinen oder bei Scheinen, die unregelmäßig vom Talon abgeschnitten wurden, misst man das Druckformat, muss aber bei der Formatangabe darauf hinweisen. Die Breitenangabe steht stets vor der Höhe, ganz gleich, ob der Schein im Druckbild ein Quer- oder Hochformat hat. Im 20. Jahrhundert, vor allem in dessen zweiter Hälfte, hat sich das Format von Geldscheinen zum Teil wesentlich verkleinert. In Europa, Afrika und Asien wurden überwiegend unterschiedliche Formate je nach den Nominalwerten verwendet, d. h. kleinwertige Scheine haben ein kleines Format; je höher der Nennwert ist, desto größer ist auch das Format. Dadurch soll außer den Farb- und Druckunterschieden auch das unterschiedliche Format helfen, schneller die einzelnen Notenwerte zu erkennen. Es gibt aber auch Länder, deren Scheine aller Nennwerte ein einheitliches Format haben, so die USA. Alle Noten der Vereinigten Staaten von Amerika hatte ab 1864 das Format 188 x 80 mm (Large Size Notes) und seit 1928 das Format 156 x 67 mm (Small Size Notes). Andere amerikanische Staaten übernahmen das US-amerikanische System der gleichformatigen Scheine, so z. B. mit einem vom US-Dollar abweichenden Format Argentinien, Belize, Barbados, die Bermudas, Chile, Guayana, Kanada, Kolumbien, Kuba, Surinam, Uruguay und Venezuela, während das gleiche Format für die Scheine wie in den USA, also die US-Dollar-Größe, folgende Staaten wählten: Bolivien, die Bahamas, Costa Rica, die Cayman-Inseln, die Dominikanische Republik, Ecuador, Guatemala, Honduras, die Niederländischen Antillen, Nicaragua, Mexiko, Paraguay, Peru und El Salvador. Auch außerhalb Amerikas gibt einzelne Staaten, die das einheitliche Format für alle Nennwerte einführten, so zum Beispiel die Philippinen und seit 1975 Polen. Die Frage nach dem kleinsten Schein ist schwer zu beantworten, da es viele kleine markenähnliche Scheine (Briefmarkengeld) gibt. Abgesehen vom Briefmarkengeld zählt sicher der 1-Pfennig-"Schein" der Stadt Bunzlau in Schlesien ohne Datum (1920) aus Karton mit seinem Format von nur etwa 20 x 20 mm zu den kleinsten deutschen Geldscheinen. Der größte Geldschein der Welt war lange Zeit auch der älteste in Sammlungen vorkommende, ein chinesischer Schein aus dem 14. Jahrhundert (Ming-Dynastie) mit einem Format von etwa 225 x 340 mm. China, Ming-Dynastie: Staatspapiergeld über 1000 Käsch aus dem 14. Jahrhundert, Kaiser Ming Taizu (1368–1398), Format 225 x 340 mm, Vorderseite. Er wurde erst Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts als größter Geldschein der Welt durch eine philippinische Gedenkbanknote zum 100. Jahrestag der Ausrufung der ersten Republik über 100.000 Piso von 1998 im Format 356 x 216 mm abgelöst. Philippinen, Bangko Sentral ng Pilipinas: Gedenkbanknote zu 100.000 Piso ohne Datum (1998), Format 356 x 216 mm, Vorderseite. Malaysia, Bank Negara Malaysia, Gedenkbanknote zu 600 Ringgit, Vorderseite in Mappe. Und zwanzig Jahre später am 5. Januar 2018 wurde der philippinische 100.000-Pisos-Gedenkschein durch die 600-Ringgit-Gedenkbanknote zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Unabhängigkeitsabkommens der Föderation Malaya abgelöst. Die malaysische Banknote misst 370 x 220 mm und bleibt bis heute der größte Geldschein der Welt! Weitere Beispiele für großformatige Scheine sind: Russland: Staatlicher Kassenschein über 500 Rubel von 1912, Format 275 x 127 mm, Vorderseite. Thailand, Bank of Thailand: Gedenkbanknote zu 16 Baht von 2007, Format 147 x 229 mm, Vorder- und Rückseite. Polen, Polska Krajowa Kasa Pozyczkowa: 5000 Marek vom 7. Februar 1920, Format 224 x 142 mm, Vorderseite. Belgien, Banque Nationale de Belgique: 1000 Francs vom 17. April 1943, Format 223 x 135 mm, Vorderseite. Deutschland, Deutsche Reichsbank: Reichsbanknote zu 10.000 Mark vom 19. Januar 1922, Format 210 x 124 mm, Vorderseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Vielen Dank an Donald Ludwig!

  • Die "Veszprém-Banknoten" der Magyar Nemzeti Bank 1944/45

    Der erste Regierungschef, der Adolf Hitler nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im Januar 1933 einen offiziellen Besuch abstattete, war der ungarische Ministerpräsident Gyula Gömbös.[1] Mit ihm begann eine Zeit enger Zusammenarbeit zwischen Ungarn und dem NS-Regime. Auch seine Nachfolger setzten auf Betreiben des ungarischen Staatsoberhauptes Miklós Horthy von Nagybánya[2] die freundschaftlichen Beziehungen fort. Horthy war kein Faschist, sondern ein konservativer Autoritarist. Er mochte die ungarischen Ultranationalisten und Faschisten nicht und inhaftierte Ferenc Szálasi, den Führer der Pfeilkreuzpartei, bei mehreren Gelegenheiten. Horthy setzte aber auf Hitler, weil er hoffte mit Unterstützung der Reichsregierung die Revision des Friedensvertrags von Trianon zu erreichen. Seine Hoffnungen sollten nicht enttäuscht werden.[3] Abb. 1.1/2: Magyar Királyság, 1943, 5 Pengö, Vorder- und Rückseite. Ausgabe zum 75. Geburtstag des Reichsverwesers Miklós Horthy von Nagybánya. Gewicht: 6 g; Ø: 36 mm; Dicke: 2,6 mm; Metall: Aluminium. Obwohl Ungarn eigentlich einen neutralen außenpolitischen Kurs verfolgte, trat das Land 1939 aus dem Völkerbund aus und dem Antikominternpakt bei. Mit dem Beitritt zum Dreimächtepackt am 20. November 1940 bezog man dann eindeutig Stellung auf Seiten der Achsenmächte. Um das Bündnis mit Deutschland nicht zu gefährden, ließen Horthy und der neue Ministerpräsident László Bárdossy trotz eines bestehenden Freundschaftspakts am 6. April 1941 die ungarische 3. Armee in Jugoslawien einmarschieren. Als Beute bekam Ungarn die nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen Gebiete Bácska, Bánát, Muraköz und das Dreieck von Baranya (Nord-Vojvodina und Übermurgebiet) zurück. Bei den deutschen Überlegungen zum Angriff auf die Sowjetunion spielte Ungarn nur eine marginale Rolle. Um aber gegenüber den kriegsbeteiligten Staaten Slowakei und Rumänien bei einem deutschen Sieg nicht ins Hintertreffen zu gelangen, erklärte Ungarn der Sowjetunion am 27. Juni 1941 den Krieg. Die ungarische Armee war den modernen Ansprüchen nicht gewachsen. Der sowjetische Angriff am 12. Januar 1943 durchbrach den ungarischen Frontabschnitt. Innerhalb von zwei Tagen starben 40.000 ungarische Soldaten, 35.000 wurden verletzt und rund 60.000 Mann gerieten in Gefangenschaft. Angesichts dieser Zahlen nahm die ungarische Regierung unter Miklós Kállay Kontakt zu den Alliierten auf. Dies blieb dem deutschen Geheimdienst nicht verborgen. Nach der alliierten Landung auf Sizilien und dem Bruch der Achse Berlin-Rom, war Hitler entschlossen, ein „zweites Italien“ zu verhindern. Unter dem Decknamen „Margarethe“ wurden seit September 1943 neue Operationspläne bezüglich Ungarn ausgearbeitet. In der Nacht von Samstag, dem 18. März 1944, auf Sonntag, den 19. März 1944 marschierten, ohne auf Widerstand zu stoßen, von Norden, Westen und Süden deutsche Truppen Richtung Budapest. Reichsverweser Horthy blieb zwar im Amt, war aber faktisch wie auch der neue prodeutsche Ministerpräsident Döme Sztójay nur noch Vollstrecker der Entscheidungen des „Reichsbevollmächtigten“ für Ungarn, Edmund Veesenmeyer, vor allem bei der Deportation von 430.000 ungarischen Juden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ab Mai 1944. Am 23. September 1944 überquerte die vorrückende Rote Armee die ungarische Grenze. Als am 15. Oktober 1944 Horthy versuchte, einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion und den Westalliierten abzuschließen, ließ ihn Hitler in Bayern inhaftieren.[4] Am 15. Oktober 1944 übernahm die von Ferenc Szálasi[5] geführt nationalsozialistische Pfeilkreuzpartei (Pfeilkreuzler) die Regierung. Damit die deutsche Wehrmacht ihre Ausgaben zahlen konnte, wurden nur vorübergehend im März 1944 Reichskreditkassenscheine ausgegeben,[6] ansonsten versorgte die Nationalbank die Truppe mit Zahlungsmitteln. Mit Vorrücken der Roten Armee wurde die Bank nach Veszprém verlegt. Da die vorhandenen Banknotenbestände nicht ausreichten, ließ die neue Regierung eine zweite Auflage der 10- und 100-Pengö-Noten drucken. Sie sind leicht an dem Stern zu erkennen, der vor die Kontrollnummer gesetzt wurde. Das gleiche Verfahren hatte die Bank bereits 1942 bei der zweiten Auflage des 1-Pengö-Scheins praktiziert. Abb. 2.1: Magyar Nemzeti Bank, 15. Januar 1938, 1 Pengö, 2. Auflage, Vorderseite. Abb. 2.2: Magyar Nemzeti Bank, 15. Januar 1938, 1 Pengö, 2. Auflage, Rückseite. Größe: 100 x 57 mm. Im Umlauf: 20. Januar 1941 – 10. März 1942. Der Entwurf der Note zu 10 Pengö, die auf den 22. Dezember 1936 datiert, stammt von Endre Horváth. Für das Frauenbildnis auf der Vorderseite stand Mária Böle aus Pesthidegkút Model. Ihr Vater war bei der „Ungarischen Banknoten Druckerei AG“ angestellt. Das Reiterstandbild auf der Rückseite zeigt den von Alajos Stróbl geschaffenen Heiligen Stephan. Der Unterdruck der wurde in Hochdruck und der Bilddruck in Kupfertiefdruck ausgeführt. Die erste Auflage gelangte ab 15. Mai 1939 in Umlauf. Abb. 3.1: Magyar Nemzeti Bank, 22. Dezember 1936, 10 Pengö, 2. Auflage, Vorderseite. Abb. 3.2: Magyar Nemzeti Bank, 22. Dezember 1936, 10 Pengö, 2 Auflage, Rückseite. Größe: 159 x 71 mm. Im Umlauf: 15. Mai 1939 (1. Auflage) bzw. Ende 1944 (2. Auflage) – 6. Mai 1946. Abb. 3.3: Kennziffern, links 1. Auflage, rechts 2. Auflage Der Entwurf der 100-Pengö-Note stammt von Álmos Jaschik. Die Vorderseite zeigt das Porträt „König Matthias“ nach einem Bild von Andrea Mantgna. Die Rückseite bildet in einem Schmuckrahmen das Budaer Donauufer mit der königlichen Burg und der sich darunter hinziehenden Basarreihe ab. Die Banknote, die das Datum vom 1. Juli 1930 trägt, gelangte ab 23. Oktober 1932 in Umlauf. Die 2. Auflage mit dem Stern wurde Ende Dezember 1944 in Veszprém gedruckt. Beide Nominale wurden durch Verordnung Nr. 4.710/1946 (26. IV.) zum 6. Mai 1946 aufgerufen. Abb. 4.1: Magyar Nemzeti Bank, 1. Juli 1930, 100 Pengö, 2. Auflage, Vorderseite. Abb. 4.2: Magyar Nemzeti Bank, 1. Juli 1930, 100 Pengö, 2 Auflage, Rückseite. Größe: 177 x 91 mm. Im Umlauf: 25. Oktober 1932 (1. Auflage) bzw. Ende 1944 (2. Auflage) – 6. Mai 1946. Abb. 4.3: Kennziffern, oben 1. Auflage, unten 2. Auflage. Die kurze Amtszeit von Ferenc Szálasi als Staatsoberhaupt reichte nicht aus, um neue Banknoten zu schaffen. Einzig eine bereits von Álmos Jaschik entworfene 1000-Pengö-Note mit dem Ausgabedatum vom 24. Februar 1943 gelangte ab 4. November 1944 in Umlauf. Sie zeigt auf der Vorderseite den Hungária-Kopf des Denkmals von Arad und auf der Rückseite eine Teilansicht von Buda mit dem Sankt-Gellért-Denkmal. Auch hier ist der Unterdruck im Hochdruck und die Bilder in Kupfertiefdruck ausgeführt. Der Umlauf endete nach der Verordnung Nr. 4.250/1946 am 14. Juli 1945. Abb. 5.1: Magyar Nemzeti Bank, 23. Februar 1943, 1000 Pengö, Vorderseite. Abb. 5.2: Magyar Nemzeti Bank, 23. Februar 1943, 1000 Pengö, Rückseite. Größe: 184 x 100 mm. Im Umlauf: 04. November 1944 – 14. Juni 1945. Bis zum Kriegsende emittierte die Pfelkreuzler-Regierung Banknoten im Nennwert von neun Milliarden Pengö, vor allem in 1000-Pengö-Scheinen. Noch nicht in Umlauf gebrachte Noten wurden gemeinsam mit ihren Druckplatten nach Deutschland gebracht und nur in Österreich für Zahlungen der dorthin verlegten Truppenteile in Verkehr gebracht. Nach dem Krieg flossen sie nach Ungarn zurück und 664 Millionen Pengö wurden von der Bank im Sommer 1945 eingetauscht. Eine weitere 100-Pengö-Note mit dem Datum vom 24. Februar 1943 wurde Ende 1944 noch im Offsetdruck hergestellt, aber offiziell nicht mehr ausgegeben, nur ein Teil der nach Österreich verlegten Truppen nutzten diese Banknote intern zur Abwicklung von Zahlungen untereinander. Der Entwurf der Note stammt von Endre Horváth. Ihm diente Rózsi Tóth als Modell. Abb. 6.1: Magyar Nemzeti Bank, 24. Februar 1045, Vorderseite. Abb. 6.2: Magyar Nemzeti Bank, 24. Februar 1945, Rückseite. Quelle: Grabowski/Huschka/Schamberg, Ausländische Geldscheine unter deutscher Besatzung im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Regenstauf 2006, S. 306, Kat.-Nr. HU-4. Größe: 156 x 100 mm. Nicht mehr in Umlauf gegeben. Nur von Teilen der nach Österreich verlegten ungarischen Truppen als internes Zahlungsmittel verwendet. In den letzten Tagen der Szálasi-Regierung wurden angeblich verschiedene Banknoten mit einem 80 x 80 mm großen grünen Pfeil-Kreuz, dem Parteilogo der „Nyilaskeresztes Párt - Hungarista Mozgalom“ überdruckt. Bekannt wurden die folgenden Noten mit dem Stempel: 10 Pengö (1936), 20 Pengö (1941), 50 Pengö (1932), 100 Pengö (1930) und 1000 Pengö (1943). Über den Sinn dieser Aktion ist nichts bekannt. In Sammlerkreisen ist ihre Authentizität umstritten. Abb. 7.1: Magyar Nemzeti Bank, 1. Juli 1930, 100 Pengö, mit grünem Pfeil-Kreuz, Vorderseite. Die Kämpfe des Zweiten Weltkriegs in Ungarn endeten am 4. April 1945. Das Land war nicht nur stark kriegszerstört sondern litt auch unter einer galoppierenden Inflation. Sie wird auch am stark gestiegenden Banknoten-Umlauf sichtbar. Betrug er im Januar 1938 noch 466 Millionen Pengö, so stieg er bis zum Januar 1945 auf 12.180 Millionen Pengö an. Uwe Bronnert Literatur: Graboowski/Huschka/Schamberg, Ausländische Geldscheine unter deutsche Besatzung im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Regenstauf 2006 Leányfalusi Károly, Nagy Ádam, Magyarország Fém- És Papírpénzei, 1926 – 2002, Budapest 2002 Leányfalusi Károly, Nagy Ádam, A Pengö-Fillér Pénzrendszer, Magyarország fém- és papírpénzei 1926 – 1946, Budapest 2006 Rádóczy Gyula, Tasnadi Géza, Magyar Papírpénzek 1848 – 1992, Budapest 1992 Anmerkungen [1] Er war Führer der nationalistischen „Partei der Ungarischen Nationalen Unabhängigkeit“ (Magyar Nemzeti Függetlenek Pártja) – besser bekannt als „Rassenschutzpartei“ (Fajvédõ Párt). [2] Nach dem Zerfall der k.u.k. Monarchie im Oktober 1918 rief Mihály Károlyi die kurzlebige Erste Ungarische Republik aus. Dem Roten Terror der darauffolgenden Ungarischen Räterepublik unter Béla Kun fielen zahlreiche politische Gegner zum Opfer. Anhänger der Monarchie bildeten in Arad und später in Szeged eine Gegenregierung. Unter dem Oberbefehl von Miklós Horthy, dem letzten kommandierenden Admiral der k.u.k. Kriegsmarine, stellten sie eine Armee auf. Der folgende Bürgerkrieg und der damit verbundene „Weißen Terror“ führte zum Sturz des Kun-Regimes und der Räterepublik und am 24. November 1919 zur Bildung einer provisorischen Regierung unter Károly Huszár. Bei der von der Entente veranlassten Parlamentswahl errang die monarchistische Partei der Christlich Nationalen Vereinigung (KNEP) einen erdrutschartigen Sieg. Am 29. Februar 1920 trat das Parlament in Budapest erstmals zusammen und stellte die konstitutionelle Monarchie wieder her. Da man sicher war, dass die Alliierten einer Rückkehr des früheren Königs Karl IV. nicht zustimmen würden, beschloss man einen Reichsverweser als Staatsoberhaupt zu wählen. Das Parlament wählte am 1. März Miklós Horthy provisorisch und auf unbestimmte Zeit zum Reichsverweser. Von 1920 bis 1946 war Ungarn ein Königreich (ungarisch Magyar Királyság), dessen Thron jedoch durchgehend vakant blieb und daher einen Reichsverweser als Staatsoberhaupt hatte. [3] Nach der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ erhielt Ungarn Gebiete mit überwiegend ungarischer Bevölkerung von der ebenfalls mit Deutschland verbündeten Slowakei sowie die Karpato-Ukraine und 1940 Teile Siebenbürgens von Rumänien. [4] Erst nach Kriegsende wurde Horthy von US-amerikanischen Truppen entlassen. [5] Nach dem Krieg wurde Szálasi von US-amerikanischen Truppen gefangen genommen und nach Ungarn überstellt, wo er vor dem Volksgerichtshof in Budapest wegen Kriegsverbrechen und Hochverrats zum Tode verurteilt wurde. 1946 wurde er in Budapest durch Erhängen hingerichtet. [6] Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Vierzehnter Jahresbericht 1. April 1943 – 31. März 1944, S. 173.

  • Inflation vor 100 Jahren – auch in der Freien Stadt Danzig

    Die Sonnabendausgabe der deutsch-baltischen Zeitung „Revaler Bote“ vom 8. März 1924 gibt eine Sicht auf die Inflation im Jahr 1923 in der damaligen Freien Stadt Danzig wieder. Abb. 1: Zeitungstitel der Zeitung „Revaler Bote“ vom 8. März 1924, Einzelpreis: 7 Estn. Mark bzw. 15 Goldpfennig. In der Rubrik „Wirtschaft“ liest man unter der Überschrift „Die neue Danziger Guldenwährung“ eine sachliche Darstellung der Währungssituation in der Freien Stadt – und enthält jedoch im Mittelteil des namentlich nicht gekennzeichneten Beitrags eine Glosse auf die Verhältnisse (in kursiver Schrift hervorgehoben). „Die Schaffung eines eigenen Geldsystems in Danzig wurde durch den Zusammenbruch der deutschen Währung beschleunigt. Die Inflation zeitigte im vergangenen Herbst, besonders im Oktober, Auswüchse, die das durchaus gesunde Wirtschaftsleben ernstlich bedrohten, denn durch die überkommene Währungsgemeinschaft mit Deutschland wurde die Papierflut ins Land gepumpt, womit sich anfangs nur jene auch für Deutschland typischen Erscheinungen einstellten, aber der gleichzeitige Umlauf von Reichsmark, Notgeld der Gemeinden, amerikanischen, englischen, skandinavischen und polnischen Noten sowie der auf Goldmark lautenden Industrieschecks, die sämtliche in der Handelsstadt als tägliche Zahlungsmittel verwendet wurden, riefen im Freistaat ein in Europa kaum jemals erlebtes Währungschaos hervor. Das Ausland kann sich von den Psychosen der Inflation, die den einfachsten Verkehrsakt in einen umständlichen und langwierigen Vorgang zerlegt, unmöglich eine lebendige Vorstellung machen. Abb. 2: Bahnhof-Anlage in Zoppot. »Scheint es denn denkbar, daß eine kurze Eisenbahnfahrt von 20 Minuten durch die Inflation zu einem aufreibenden Erlebnis wird? Die Eisenbahn, die sich in polnischer Regie befindet, nahm an ihren Schaltern bis zur Einführung des Zwischenguldens nur Reichsgeld an, das infolge der Teuerung sehr knapp war. Man wechselte daher den Industriescheck in der Bahnhofsbuchhandlung in Zoppot in Zoppoter Notgeld, stürzte zur Post, wechselte das Stadtgeld in Reichsgeld und kaufte, nachdem man einen Zug schon versäumt hatte, die Fahrkarte, womit nun die Reise beginnen konnte. Da infolge des gleichzeitigen Umlaufs der vielen Währungen die Kurse nicht täglich, wie in Deutschland, sondern stündlich wechselten, entwertete sich das Papiergeld während der kurzen Bahnfahrt um die Hälfte, so daß man sich, in Danzig angekommen, statt eines Mittagessens nur einen schlechten Kaffee gestatten konnte; dieser kostete als man ihn bestellte 50 und als man ihn bezahlte 100 Millionen. Zum Schluß mußte man sich dann zur Heimfahrt Geld leihen, denn mittlerweile war der wertbeständige Bahntarif aus den Millionen in die Milliarden gestiegen.« ...“ Abb. 3: Bahnhofsgebäude in Danzig. Wenn der Zeitzeuge und Verfasser des Kommentars bspw. am 2. Oktober 1923 die zwölf Kilometer lange Fahrt von Zoppot nach Danzig fuhr, hätte er an diesem Tag 35.640.000 Mark für eine Fahrkarte der 2. Klasse bezahlen müssen. Eine Woche zuvor hätte die Fahrkarte noch 23.760.000 Mark, aber eine Woche nach dem 2. Oktober schon 71.280.000 Mark gekostet. Abb. 4: 105 Goldpfennige, Vs., wertbeständiges Notgeld der Sparkasse der Stadt Zoppot, ausgestellt von der Zoppoter Bank G. m. b. H. am 1. Oktober 1923; der Schein entsprach 25 Cents US-amerikanischer Währung – Industrieschecks wurden am 1. Dezember 1923 ungültig. Abb. 5: 50 Millionen Mark deutscher Reichswährung, 20. September 1923. Die vom Magistrat der Stadtgemeinde Zoppot Ende September 1923 ausgegebenen Schecks waren bis 31. Dezember 1923 gültig. Abb. 6: 50 Millionen Mark, Vs., Reichsbanknote vom 1. September 1923, gedruckt von Constantin G. Naumann in Leipzig. Abb. 7: 100 Millionen Mark deutscher Reichswährung, Vs., Notgeldschein der Stadtgemeinde Danzig vom 22. September 1923; diese Scheine mussten bis spätestens 10. Oktober 1923 eingelöst werden. Seinen als Lohn erhaltenen Scheck zu 105 Goldpfennige wechselte der Zoppoter in der Buchhandlung und erhielt etwa 74.776.000 Mark an städtischem Notgeld. Davon nahm er einen 50-Mio.-Schein, ging zur gegenüber liegenden Post und tauschte ihn in 50 Millionen Mark Reichsgeld um. Er kaufte den Fahrschein, schloss seine Erledigungen in Danzig ab und kehrte zum Danziger Bahnhof zurück. Dort bestellte er seinen Angaben zufolge einen Kaffee für angeblich 50 Mio. Mark und musste dann das Doppelte beim Bezahlen hinlegen – vielleicht in Danziger Notgeld. Ende November waren beide Scheine faktisch wertlos. Noch im September 1923 hatte der Danziger Senat Notgeld-Scheine zu 10 Mio. Mark ausgegeben. Abb. 8: amtliche Bekanntmachung der Senatsverwaltung vom 1. September 1923 über die Ausgabe von Notgeld zu 10 Millionen Mark deutscher Reichswährung. In der zitierten Glosse wird auch von den Zwischengulden berichtet; das waren die Kassenscheine der am 19. Oktober 1923 gegründeten Danziger Zentralkasse AG. Sie wurden mit Datum 11. Oktober 1923 gedruckt und dann ab 24. Oktober 1923 ausgegeben. Diese Kassenscheine erhielt die Bevölkerung nur durch Einreichung von wertbeständigem Notgeld oder mit Geldscheinen frei konvertierbarer Währung. Abb. 9: 10 Danziger Gulden (2/5 £stlg.) 22. Oktober 1923, Vs., Kassenschein der Danziger Zentralkasse AG; gedruckt bei Julius Sauer Danzig – diese Scheine wurden am 30. April 1924 ungültig. Mit dem Gesetz 79/1923 vom 20. Oktober 1923 hatten Volkstag und Senat der Freien Stadt Danzig den Danziger Gulden als neue wertbeständige Rechnungseinheit eingeführt. Der Danziger Gulden war an die englische Währung gekoppelt und war 1/25 Pfund Sterling wert. Die deutsche Mark blieb vorerst weiterhin umlauffähig – man rechnete: 1 Gulden = 750.000.000.000 Papiermark. Nach einer europaweiten Ausschreibung zum Druck der geplanten neuen Gulden-Banknoten erhielt die in Malden/England ansässige Wertpapierdruckerei Bradbury-Wilkinson & Co. Ltd. den Zuschlag. Am 5. Februar 1924 wurde die Bank von Danzig mit dem Recht zur Ausgabe von Banknoten gegründet. Der Danziger Finanz-Senator Dr. Ernst Volkmann hatte schon am 1. Dezember 1923 einen ersten Druckauftrag ausgelöst und gefordert, die ersten Banknoten bis Ende Januar zu liefern. Am 19. Februar 1924 sollten dann die Danziger Gulden-Scheine endlich eintreffen. Abb. 10: 25 Gulden 10. Februar 1924; Vs., diese Variante B wurde in einer Menge von 1 Million von Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd. gedruckt. Die für den Transport gecharterte englische „Baltannic“ konnte jedoch wegen der Vereisung des Hafens von Danzig nicht einlaufen. Ein Umweg über den lettischen Hafen von Libau oder den polnischen Landweg wurde wegen der wertvollen Fracht verworfen. Ein Beamter der Bank von Danzig kommentierte später „So straft uns der Himmel für den nach England vergebenen Druckauftrag.“ Die werthöchste Banknote aller Danziger Geldscheine war die 1000-Gulden-Banknote, von der nur ein gelaufenes Exemplar bekannt wurde und sich in einer polnischen Sammlung befindet. Alle bekannten Scheine, die fast nur in bankfrischer Erhaltung vorkommen, liegen im Zahlenkreis von F 007601 bis F 008600 und wurde nach dem Einmarsch der Wehrmacht von der Reichsbank konfisziert. Der Schein mit der KN F 000807 ist ein Muster-Vorlage-Schein. Abb. 11: 1000 Gulden 10. Februar 1924; Vs. Der Umlauf an 1000-Gulden-Banknoten war mit lediglich 93 Stück im August 1924 am niedrigsten; im April 1934 liefen dagegen die meisten um: 2.696 Stück. Kurz vor Kriegsbeginn waren es reichlich 100 Banknoten. Am 1. September 1939 war dann alles vorbei. Deutsche Truppen rückten in den Freistaat ein, Danziger Staatsangehörige wurden wieder Deutsche: der Zweite Weltkrieg hatte begonnen und seit dem 16. Oktober 1939 war die Danziger Währung ungültig. Danziger Gulden konnten bis zum 15. Oktober 1939 im Verhältnis 10 : 7 in Reichsmark umgetauscht werden. Abb. 12 und 13: Danziger Reisepässe (links Typ 1 von 1920–1936, rechts Typ 2 von 1936 bis 1939 ausgegeben), beide Typen waren nach jeweils 5-jähriger Verlängerung gültig – gedruckt bei Julius Sauer Danzig. Der weitere Text des oben zitierten Beitrags lautete „... – Nach diesem Hexensabbat der Inflation ist der Danziger heute zur überzeugten Steuerfreudigkeit erzogen und willens, jeden noch so schweren Verzicht hinzunehmen, um eine Wiederholung dieser Papierseuche zu vermeiden, welche die geringfügigste Wertübertragung zur Quelle unerschöpflicher Überraschungen macht und den Sinn des Lebens in Addieren und Multiplizieren erschöpft. Wer sah, wie lange noch in Danzig, das von einem Tag zum anderen den Milliardenrausch mit der Pfennigrechnung vertauschte, die Kaufleute und das ganze Publikum brauchten, um sich das »Hinaufnumerieren« abzugewöhnen, der wagt jenem Psychologen nicht zu widersprechen, der einen Teil des mitteleuropäischen Nihilismus auf den Währungsverfall führt. Die neue Währung hatte hingegen die Zauberwirkung, binnen einer Woche alle Spekulanten zu vertreiben, der polnische Zwischenhändler floh, die schwarze Börse löste sich auf, die schwächeren Valutahändler gingen nach Warschau, die kapitalkräftigeren Devisenhändler reisten nach Paris, an die Stelle der unzähligen Wechselgeschäfte, die sich zuletzt in jedem Keller einnisteten, trat der Brotladen, die schlecht versorgte Stadt füllte sich binnen weniger Tage mit einer märchenhaften Menge von Lebensmitteln, der Kampf auf dem Wochenmarkt wurde zum gefälligen Handel und die Bevölkerung, die nach dem Traum von Millionen arm erwachte, beginnt mit Pfennigen zu sparen, um sich langsam eine geringe, aber solide Kaufkraft zu erwerben. Kein Diktator und kein Parlament vermochten eine solche soziale Revolution hervorzubringen, wie der kleine Papierschein mit der bescheidenen Aufschrift: »Ein Danziger Gulden«. Der von Ende Oktober bis Mitte Januar dauernde Übergangszustand des Zwischenguldens, ein in gesetzlich festgelegter Relation zum englischen Pfund stehendes wertbeständiges Papiergeld mit der ausschließlichen Funktion eines Zahlungsmittels, ermöglichte die völlige Ausschaltung der deutschen Mark, die Beratung und Annahme der Währungsgesetze im Volkstag, den Abschluß der auswärtigen Kreditverhandlungen und gestattete der Wirtschaft und den Staatsfinanzen die Umstellung auf die neue Geldeinheit. Nach den Ausweisen der Danziger Zentralkasse A.-G., die vorübergehend die Funktionen einer Notenbank erfüllte, waren am 31. Oktober die im Umlauf befindlichen Kassenscheine von 5,97 Millionen Gulden durch 12.000 Liversterling in Pfundnoten und Scheck auf London sowie 227.000 Liversterling in Guthaben bei Banken und am 15. Januar ein umlaufender Betrag von 15,57 Millionen Zwischengulden durch 18.000 Liversterling in Pfundnoten, sowie der Rest in Guthaben bei Banken gedeckt, so daß in dieser Übergangszeit von 10 Wochen die Effektivdeckung nur ungefähr 4 Prozent betrug, aber das Bewußtsein, jederzeit 25 Gulden in ein englisches Pfund umtauschen zu können, genügte jedermann, um auf die Erwerbung der englischen Pfunde zu verzichten, womit der währungspolitische Zweck der gesetzlichen Relation erfüllt war. Mit Annahme der Währungsgesetze, der Ankunft der Kurant- und Scheidemünzen, der Gründung der Bank von Danzig, der Zusicherung des englischen Währungskredites und den Beginn der Aktienzeichnung für die Notenbank rückt die gesetzlich festgelegte Wertrelation psychologisch in den Hintergrund und seit dem 19. Januar, da der Zwischengulden zum Umtausch gegen das endgültige Währungsgeld aufgerufen wurde, besteht praktisch die Goldwährung des Danziger Guldens. Die am 14. November in dritter Lesung angenommenen, am 1. Januar in Kraft getretenen Währungsgesetze bestehen aus einem Mantelgesetz, das den Gulden zum gesetzlichen Zahlungsmittel erhebt, die Umwandlungen der Markforderungen regelt und gleichzeitig das am 22. September in Genf mit Polen geschlossene Währungsabkommen ratifiziert, sowie einem Münz- und einem Notenbankgesetz. Die in der Berliner Münze geprägten Goldmünzen im Werte von je 25 Gulden entsprachen mit einem Rohgewicht von 7,988 und einem Reingewicht von 7,322 Gramm Feingold, einschließlich der zugelassenen Fehlergrenze, genau dem englischen Pfund. Sie tragen als Münzbild das Danziger Wappen mit den zwei Löwen als Schildhaltern sowie auf der Kehrseite eine Wiedergabe des Neptuns am Langen Markt. Damit die Goldmünzen nicht aus dem Verkehr verschwinden, bleiben sie als Golddeckung in den Tresors der Notenbank. Hingegen wurden Ende Januar die in Holland im Gesamtbetrag von 2,2 Millionen geprägten Silbermünzen und die in der Höhe von 710.000 Gulden hergestellten Nickel- und Kupfermünzen in den Verkehr gebracht. Als Scheidemünzen ist der Umlauf des Silbergeldes mit 30, des Nickel- und Kupfergeldes mit je 3 Gulden auf den Kopf der Bevölkerung begrenzt und demgemäß die gesetzliche Zahlungskraft auf 60 und 3 Gulden beschränkt. Die für die beschränkte Zeit von 30 Jahren gegründete Bank von Danzig, zu deren Präsident Dr. Konrad Meißner ernannt wurde, erhält durch das Notenprivileg das Recht, bis zur Höhe von 40 Millionen, dem steuerfreien Notenkontingent, Papiergeld auszugeben, das zu einem Drittel durch Goldmünzen, Noten der Bank von England oder durch täglich fällige, auf Liversterling lautende Forderungen auf diese Bank gedeckt sein muß; nach Überschreitung des Notenkontingents ist volle Deckung und die Entrichtung einer Nebensteuer von 5 % erforderlich. Das Grundkapital von 7,5 Millionen wurde durch Zeichnung von 75.000, in das Stammbuch der Bank eingetragen, auf je 100 Gulden lautenden Namensaktien fast ausschließlich von der Danziger Wirtschaft aufgebracht, während sich aus politischen Gründen auch Polen einen kleinen Anteil vorbehielt. Nach Einzahlung des Kapitals eröffnete die Bank von England einen Währungskredit von 200.000 Liversterling. Das Notenbankgesetz hat bei der notwendigen Wahrung der staatlichen Kontrolle den Kreis der Kreditgeschäfte der Bank begrenzt und insbesondere alle Kreditgeschäfte zwischen der Notenbank und der Regierung unterbunden. Das Gleichgewicht des Staatshaushalts, der 170 Millionen Goldmark betragende Ausfuhrüberschuß der Handelsbilanz des Jahres 1923 und die englische Unterstützung verheißen der neuen Währung, deren Schaffung ein persönliches Verdienst des bekannten Finanzsenators Volkmann ist, eine gesicherte Zukunft.“ Michael H. Schöne Erklärungen: Liversterling = alte Bezeichnung des Pfund Sterlings Quellen: „Revaler Bote“ Nr. 58, 8. März 1924, Beilage 2, Seite 6 „Danziger Volksstimme“ Nr. 203, 31. August 1923, Seite 7 „Das Papiergeld in der Freien Stadt Danzig 1920 bis 1939“, Pirna 2003

  • Aus privaten Sammlungen: Falsche Banknote aus Burma aus den 1960er Jahren

    Objekttyp: Banknote (Fälschung) Sammlung: Uwe Bronnert Historischer Kontext: Bis 1948 war Burma eine britische Kolonie. Nach der Erlangung der Selbstständigkeit wurde die Union Bank of Burma geründet. Sie hatte ab 1952 die Funktion einer Zentralnotenbank. Als Burma 1962 das sozialistische System übernahm, wurden alle Banken verstaatlicht und zur Peoples Bank of Burma verschmolzen. 1972 erhielt die Bank den Namen Union of Burma Bank. Bei dem abgebildeten Schein aus meiner Sammlung handelt es sich um eine Druckfälschung, die am fehlenden Wasserzeichen zu erkennen ist. Der Schein ist mit Bankstempeln versehen, die wahrscheinlich „Ungültig“ bedeuten. Zusätzlich wurde das Datum aufgestempelt. Die handschriftliche Nummer „229“ dürfte bedeuten, dass es mindestens 229 Fälschungen gegeben hat. Land/Region/Ort: Burma (Myanmar) Emittent: Peoples Bank of Burma (Volksbank von Burma) Nominal: 20 Kyatas Datum: ohne Datum (1965) Vorderseite: Porträt von General Aung San. Rückseite: Bauer auf einem Traktor bei der Feldarbeit. Material: Papier mit Wasserzeichen Wasserzeichen: „Hörnchen" vertikal wiederholt, abwechselnd nach links oder rechts gekrümmt. Druck: VEB Wertpapierdruckerei der DDR, Leipzig (zuvor und heute: Giesecke & Devrient) Format: 169 mm x 91 mm Nummerierung: D 2394516 Authentizität: Druckfälschung mit entsprechenden Abstempelungen. Zitate: BUR-55 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III - Modern Issues) B904a (Linzmayer: The Banknote Book: Burma) Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

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