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- Prämien- und sonstige Marken für das Generalgouvernement Polen 1943 bis 1945
Die Verwendung der Prämienmarken des Generalgouvernements ist bis heute vielen, die sich mit historischen Belegen beschäftigen – seien es nun Forscher oder Sammler – nicht völlig klar. So reichen denn Erklärungsversuche von Ersatzgeld für Kriegsgefangene bis hin zu Prämien für Zwangsarbeiter. Nichts davon trifft jedoch zu! Die bereits 1955 beim Institut für Besatzungsfragen erschienene Arbeit „Die Landwirtschaft im Generalgouvernement“ von Heinz von Streng gab schon damals umfassend Auskunft und erklärt das Prämiensystem im Zusammenhang mit der staatlich festgelegten Zwangsablieferung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Generalgouvernement: "Vor Beginn der Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurde von der Regierung des Generalgouvernements für jeden Distrikt ein Ablieferungssoll festgelegt, das diese wieder auf ihre Kreise aufteilten. Die Kreishauptmannschaft legte das auf sie entfallende Kontingent auf die Gemeinden und diese wieder auf die einzelnen Dörfer um. Der einzelne Landwirt lieferte die festgesetzte Quote an Produkten an die Genossenschaften, die ihrerseits die gesammelten Produkte an die landwirtschaftliche Zentralstelle weiterleiteten. Verständlicherweise versuchten die Bauern ihre Erzeugnisse nach Möglichkeit der Erfassung zu entziehen, um sie stattdessen zu weit höheren Preisen auf dem schwarzen Markt abzusetzen. In der Erkenntnis, daß das System der Ablieferungspflicht, auch wenn hinter ihm die schärfsten Strafbedingungen standen, unter den gegebenen Umständen niemals zum vollen Erfolg führen konnte, entschloß man sich, auch mit Prämien zu arbeiten, die einen Anreiz zur Ablieferung auf der Basis der Freiwilligkeit geben sollten. Schon im Jahr 1940 wurden im Rahmen der Eiererfassungsaktion Prämien in Gestalt von Zucker ausgegeben. Die bei der Eiererfassung gesammelten Erfahrungen bildeten die Grundlage für die Einführung eines Prämienscheinsystems bei der Erfassung der Getreideernte 1940, wobei jedoch nicht nur Zucker, sondern auch andere begehrte Artikel des täglichen Bedarfs als Prämienware ausgegeben wurden. Bald wurde das System auf die Ablieferung auch anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse ausgedehnt. Anfangs erhielt der Erzeuger bei Ablieferung einer bestimmten Menge eines bestimmten Produktes bestimmte Prämienwaren in entsprechender Relation. Je nach den Anbauverhältnissen führte diese Methode bei bevorzugtem Anbau bestimmter Produkte dementsprechend zu einer einseitigen Versorgung mit bestimmten Bedarfsartikeln. So gab es Bezirke, in denen eine bestimmte Prämienware im Überfluß war, während andere wiederum völlig fehlten. Die Folge war ein unkontrollierter Tauschhandel mit Prämienwaren zwischen den einzelnen Anbaugebieten. Um diesen Mangel des Systems zu beheben, wurde 1943 ein Prämienpunktsystem eingeführt (‚Die Prämienaktion 1943/44 im Generalgouvernement‘, Erlaß der Regierung des Generalgouvernements, Hauptabteilung Ernährung und Landwirtschaft vom 20.6.1943). Jedem ablieferungswilligen Erzeuger wurde nunmehr der Marktleistung seines Betriebes entsprechend ein Anteil an allen zur Verfügung stehenden gewerblichen Waren zugestanden. Bei der Ablieferung der pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse bildete die Anzahl der Prämieneinheiten die Grundlage für die Berechnung der Höhe der Prämie, die auf die Gewichtseinheit entfiel, außer bei Kartoffeln und Saaterzeugnissen, bei denen der Marktpreis ausschlaggebend war. Bei Milch waren die Literzahl und der Fettgehalt der Wertmaßstab. Als Basis für die Bewertung diente die am meisten angebaute Frucht, der Roggen. Ein Kilogramm Roggen war die Prämieneinheit. Auf diese Einheit wurden die anderen pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse nach bestimmten Gesichtspunkten umgerechnet und zwar 1. nach dem Arbeitsaufwand, der zur Erzeugung des betreffenden Produktes notwendig war, und 2. nach der Wichtigkeit des Produktes für die Ernährungswirtschaft. Mit Hilfe dieses Bewertungssystems ließ sich nicht nur die Erfassung verstärken, sondern ließ sich auch gleichzeitig die Produktion in der gewünschten Richtung lenken. Für je 100 Prämieneinheiten erhielt der Erzeuger 10 Prämienpunkte, die zum Bezug von Prämienwaren berechtigten. Die zugeteilten Prämienpunkte wiederum entsprachen entweder einem bestimmten Werte eines gewerblichen Erzeugnisses, so z.B. bei Lederwaren, Haushaltsartikeln, Waschmitteln oder einer bestimmten Menge, so z.B. bei Eisenwaren, Spinnstoffen, Trinkbranntwein und Zigaretten. Die Prämienpunkte konnten nicht wahlweise für beliebige Artikel verwandt werden, sondern es war eine bestimmte Relation der einzelnen Artikel untereinander zwingend gegeben. Je 10 Prämienpunkte wurden in zusammenhängenden Markengruppen ausgegeben. Diese Markenkupons enthielten: 2 Prämienpunkte zum Bezug von Spinnstoffen (2 Textilpunkte), 2 Prämienpunkte zum Bezug von Trinkbranntwein je 0,5 Liter, 2 Prämienpunkte zum Bezug von Zigaretten je 30 Stück, 1 Prämienpunkt zum Bezug von Eisen und Eisenwaren je 0,25 kg, 1 Prämienpunkt zum Bezug von Leder und Lederwaren für 1 Zloty, 1 Prämienpunkt zum Bezug von Waschmittel für 1 Zloty und 1 Prämienpunkt zum Bezug von Haushaltswaren für 0,50 Zloty. Die Prämienpunkte hatten nur im Ausgabekreis Gültigkeit."1) Prämienmarken des Generalgouvernements der ersten Serie 1943/44 über je 50 Punkte für Eisen, Haushaltwaren, Leder, Textilien, Trinkbranntwein, Waschmittel und Zigaretten (Distrikt Warschau / Kreis Siedlce). Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. Für jede Prämienware – also für Eisen, Haushaltwaren, Leder, Textilwaren, Trinkbranntwein, Waschmittel und Zigaretten – gab es Prämienmarken zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Punkten. Mit Nachtrag zum Erlass über die Prämienaktion wurde eine Sonderregelung für die Prämierung der Ablieferung von Flachs und Hanf getroffen, wofür Marken über Textilwaren mit einem zusätzlichen Aufdruck „FLACHS - HANF - WOLLE 1943“ verwendet wurden. Eine dritte Serie von Prämienmarken der Aktion 1943/44 lautete auf Trinkbranntwein sowie auf Zucker über je ½, 1, 2, 4, 8 oder 20 Punkte. Prämienmarken des Generalgouvernements der vierten Serie 1944/45 über je einen Punkt für den Bezug von Waschmittel (Distrikt Radom / Kreis Tomaszow Mazowiecki). (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Für die Prämienaktion 1944/45 stellte man neue Prämienmarken her, die einheitlich groß waren und auf je 1, 2, 5, 10 und 20 Punkte für Eisen, Haushaltwaren, Leder, Textilwaren, Trinkbranntwein, Waschmittel und Zigaretten lauteten. Sie kommen vom Distrikt Galizien überhaupt nicht mehr vor, da dieses Gebiet im zweiten Halbjahr 1944 bereits von sowjetischen Truppen besetzt war. Neben den Prämienmarken gab es im Generalgouvernement auch noch sog. Punktscheine für Spinnstoffwaren über 1, 2, 5, 10 und 20 Punkte. Private Verbraucher hatten bis Ende Januar 1943 Bedarfsscheine für den Bezug von Spinnstoffwaren erhalten. Ab dem 1. Februar regelte die Anordnung Nr. 12 des Leiters der Bewirtschaftungsstelle im Generalgouvernement über die Verbrauchsregelung und den Warenverkehr von Spinnstoffwaren dies neu.2) Danach war der private Bezug von Spinnstoffwaren nur noch nach einer im Amtlichen Anzeiger Nr. 8 vom 28. Januar 1943 veröffentlichten Punktliste möglich. Im Dezember 1943 wurden im Rahmen einer Weihnachts-Sonderaktion Punktscheine für Spinnstoffwaren bzw. Wolle (ähnlich den bereits vorgestellten gezähnten Prämienmarken) an die nichtdeutschen Teile der Bevölkerung und deren Angehörige ausgegeben, die in deutschem Interesse tätig waren. Ähnliche Marken gab es auch für Berufsbekleidung. Eisen war im Deutschen Reich im Zusammenhang mit der Wiederaufrüstung bereits seit 1937 bewirtschaftet und während des Kriegs gab es Eisenmarken für die Industrie und das Handwerk. Ende 1942 wurde die Verwendung von Eisenmarken auch im General-gouvernement eingeführt. Wechselkassen für die Eisenmarken wurden in allen fünf Distriktskammern eingerichtet. Sie gab es in Abschnitten von 1 Kilogramm bis 10 Tonnen. Die ersten Eisenmarken waren ab 1. Oktober 1942 gültig, die letzte Serie wurde im zweiten Halbjahr 1944 ausgegeben und war noch im Dezember 1944 in Gebrauch.3) Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung Hans-Ludwig Grabowski Wolfgang Haney, (Hrsg.) Kennzeichen Jude Antisemitismus, Entrechtung, Verfolgung, Vernichtung und die Rationierung von Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern für Juden in Großdeutschland und den besetzten Gebieten 1939 bis 1945 Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-558-9 Auflage: 1. Auflage 2014 Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Hardcover: 351 Seiten Format: 17 x 24 cm Preis: 19,90 Euro Zum Buch … Anmerkungen Bochniak/Olenski/Schweizer: Handbuch der Prämien-, Eisen- und Kleidermarken im Generalgouvernement 1939 – 1945, S. 3ff. Vgl. Verordnungsblatt für das Generalgouvernement Nr. 4 vom 27.1.1943. Bochniak/Olenski/Schweizer: Handbuch der Prämien-, Eisen- und Kleidermarken im Generalgouvernement 1939 – 1945, S. 24ff.
- Venezuela: 50- und 100-Bolívares-Noten nach dem Währungsschnitt
Wie bereits berichtet, führte Venezuela am 1. Oktober 2021 einen Währungsschnitt durch, bei dem der neu eingeführte Bolívar Digital den Bolívar soberano im Verhältnis von 1:1.000.000 ablöste. Nach der Einführung des Bolívar fuerte im Jahr 2008 und des Bolívar soberano 2018 war dies nun der dritte Währungsschnitt im von der Inflation geplagten Land. Die Noten der Nominale 5, 10 und 20 Bolívares nach der Währungsreform wurden in diesem Blog bereits vorgestellt, nun folgen die restlichen beiden Stückelungen zu 50 und 100 Bolívares. Die Gestaltung der am 1. Oktober 2021 eingeführten Noten gleicht in allen Nominalen: Auf der Vorderseite ist das Porträt des Nationalhelden Simón Bolívar dargestellt, auf der Rückseite die Schlacht von Carabobo am 24. Juni 1821 – der Entwurf der Rückseite entspricht der im März 2021 eingeführten Umlaufnote über 1 Mio. Bolívares soberanos zum 200-jährigen Jubiläum der entscheidenden Schlacht im Zuge des venezolanischen Unabhängigkeitskriegs. Auch bei den Noten über 50 und 100 Bolívares ist das Datum "29 DE ABRIL DE 2021" auf der Vorderseite zu lesen. Die wieder von der Casa de la Moneda in Venezuela gedruckten Noten verfügen über einen Fenster-Sicherheitsfaden sowie ein Wasserzeichen mit dem Porträt des Simón Bolívar sowie dem Bank-Kürzel "BCV". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Unbekannte Scheine
Sehr geehrter Herr Grabowski, ich habe mir erlaubt, Ihnen in der Anlage Scans mit mir unbekannten Scheinen als PDF-Datei zu schicken. Können Sie mir zu diesen Scheinen etwas sagen oder evtl. sogar den Katalog angeben, in dem diese Scheine beschrieben oder abgebildet sind? Für eine kurze Info wäre ich Ihnen sehr dankbar. H.-W. Donath Antwort der Redaktion: Papier ist im wahrsten Sinne des Wortes geduldig, lässt sich mit vielem bedrucken und nicht jeder Schein ist auch ein Geldschein. Papiergeldsammler, die über den Tellerrand blicken, sammeln oft auch Belege "Rund ums Geld", wie Wechsel, Schecks, Quittungen, Bezugscheine, Spendenbelege, Lotterielose, Zinskupons, Wertpapiere oder Rationierungsbelege. Um Letzteres handelt es sich bei den Bezugs-Marken des Oberamtes Göppingen. Es steht eigentlich alles drauf, was man wissen muss. Es sind Lebensmittelmarken für den Bezug von Brot bzw. Mehl, die während des Ersten Weltkriegs ausgegeben wurden und in diesem Fall vom 1. Juni bis 5. Juli 1916 gültig waren. Die einzelnen Marken wurden aus einer Lebensmittelkarte getrennt oder geschnitten und dann im Geschäft als Bezugsberechtigung abgegeben. Bezahlen musste man die Ware dann natürlich trotzdem. Es gibt einige Kataloge für Lebensmittelkarten aus dem Zweiten Weltkrieg, die aber in aller Regel nur eine Sammlung dokumentieren. Zum Ersten Weltkrieg ist mir kein vergleichbarer Katalog bekannt. Die Vielfalt der Lebensmittelkarten war einfach viel zu groß, da sie praktisch von jeder kommunalen Verwaltung ausgegeben wurden. Zudem gab es natürlich auch noch verschiedene Arten von Karten, so z.B. Grundkarten, Karten für einzelne Gruppen von Lebensmitteln bis hin zu Karten für kriegsbedingt rationierte Waren wie etwa Petroleum und Zusatzversorgungskarten (z.B. für Schwangere oder Schwerstarbeiter). Derartige Lebensmittelkarten kommen heute noch vergleichsweise häufig vor und können für wenig Geld erworben werden. Auch hier dürfte es sich um eine Lebensmittelmarke von Göppingen handeln, die sichtbar aus einer Karte herausgeschnitten wurde. Das "B" ist nicht die Serie, sondern stand im Zusammenhang mit deutschen Rationierungsbelegen immer für Brot. Die "25" bezeichnet die Bezugsmenge. Da 25 g Brot nicht sonderlich viel ist, könnte es sich um eine Zusatzversorgungskarte handeln oder aber um eine Zusatzkarte für Fronturlauber. Wahrscheinlich stammt diese ebenfalls aus dem Ersten Weltkrieg, da im Zweiten Weltkrieg bestimmte Musterkarten für die Ausgabestellen vorgegeben waren. Da hat es einem Veranstalter gefallen, einen günstigen Darlehnskassenschein mit den Daten zu seiner Banknotenbörse zu überdrucken. Wie gesagt, Papier ist geduldig. So etwas wird nicht katalogisiert. Auch ein Beleg "Rund ums Geld": Eine Quittung, wie es unzählige gab und gibt. Hier könnte man davon ausgehen, dass es sich um einen Beleg zur Entrichtung einer Gebühr der Stadt Stuttgart für den Betrieb eines Marktstandes handelt, sicher aber nicht um ein Zahlungsmittel, mit dem man an einem Marktstand einkaufen konnte. Wenn man mehr wissen will, muss man wohl im Stadtarchiv forschen. Anmerkung von Herrn Klaus Schweizer: Nachtsteuermarken, Wiegegeld und andere Stücke sind keine Zahlungsmittel, werden aber von Stuttgart-Sammlern gerne gesammelt. Hier gilt das bereits zur Quittung gesagte. Schecks können auch für Geldscheinsammler von Interesse sein, wenn es sich z.B. um solche von lokalen Banken handelt. Das Beste kommt zum Schluss! Um was handelt es sich hier? Nun, wer im Internet auf Suche geht, der wird bald auf das Gymnasium des Salvator-Kollegs im schwäbischen Wurzach stoßen. Vorläufer des heutigen Gymnasiums war eine 1924 gegründete Lateinschule. Wohlgemerkt 1924, die Hochzeit der deutschen Serienscheine, an die diese beiden Werte stark erinnern, war aber 1921. Neben dem Gymnasium existiert in dem abgebildeten Wurzacher Schloss heute auch ein Kloster der Salvatorianer. Die haben 1921 in einer Bergkapelle angefangen und sind dann erst später in das Schloss gezogen, das während des Zweiten Weltkriegs teilweise als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde. Eine Nachfrage im heutigen Kloster ergab erst einmal keine neuen Informationen. Niemand kennt hier die Scheine. Immerhin wurden die Abbildungen an den Archivar des Klosters weitergeleitet. Vielleicht kann der noch etwas dazu herausfinden. Denkbar wären tatsächlich Serienscheine, deren Verkaufserlös der noch jungen Klostergemeinschaft zugute kommen sollte. Als Verkehrsausgaben kommen sie mit diesen Nominalen nicht in Frage, weil das Schloss als Sitz des Salvator-Kollegs abgebildet ist, in dem erst 1924 die Schule eröffnet wurde und in das die Klosterbrüder erst 1927 einzogen. Nach 1924 hätte man aber "Reichsmark" nutzen sollen, obwohl es auch Beispiele dafür gibt, dass das umgangssprachliche "Mark" auch weiterhin genutzt wurde. Um Spendenbelege kann es sich auch nicht handeln, da die Bezeichnung "Gutschein" dagegen spricht. Beide Scheine tragen Rundstempel des Salvator-Kollegs. Das Gymnasium des Salvator-Kollegs hatte definitiv kein Geld ausgegeben, bleibt also nur die Hoffnung, dass noch Informationen im Klosterarchiv zu finden sind. Auch wenn sich das Interesse für derart weltliche Dinge hinter Klostermauern in Grenzen halten dürften, wäre eine Aufklärung nicht nur für Sammler, sondern auch für die eigene Geschichte des Klosters wünschenswert. Sollten die Hintergründe geklärt werden können, werden wir hier im Blog darüber berichten. Hans-Ludwig Grabowski Information der Salvatorianer Mein Name ist P. Michael Overmann, seit 2010 der Archivar der Dt. Provinz der Salvatorianer (in München). P. Konrad (vom Salvator-Kolleg Wurzach) hat Ihre Mail an mich weitergleitet und natürlich habe ich ein Interesse an diesen Raritäten. Ich bin immer noch dabei, die Materialmengen zu ordnen und zu strukturieren, aber irgendwann wird dann wohl auch mal deutlich werden, was es mit diesem Geld auf sich hatte. Ich vermute, dass es sich um ein internatsinternes Zahlungsmittel handelte, damit man die Ausgabe des Taschengeldes für die Schüler kontrollieren konnte. Aber wir werden sehen, was sich mit der Zeit ergibt. P. Michael Overmann SDS Anmerkungen Zu Wurzach - Salvator Kolleg - hatte Kai Lindman im Forum Banknotesworld geschrieben "Die Scheine wurden in den 30er Jahren schulintern als Zahlungsmittel verwendet. Die Kriegsgefangenen wurden in den 40er Jahren direkt in der Schule untergebracht und haben beim Stöbern den Karton mit den noch vorhandenen Scheinen gefunden und sie bei der Entlassung als Souvenir mitgenommen. Die Scheine gehören also zu den Behelfszahlungsmitteln der Zeit von 1924 bis 1945." Außerdem gibt es noch einen Artikel im Geldscheinsammler, Ausgabe 3/91 auf S.134/135. Im Artikel "Aktuelles am Randes des Notgeldgeschehens" von Klaus Karau sind die Scheine beschrieben, es gab acht Werte über 1, 2, 5, 10 und 50 Pfennig sowie 1, 2, und 10 Mark. Weiter entdeckt wurden noch 5 und 20 Mark, wie ein Los aus der 36. Gärtner-Auktion von Anfang 2017 zeigt (Los. 3047, 200,- Ausruf) siehe https://stamp-auctions.de/katalogarchiv/36_band_7_ii.pdf Ringo Staudt
- Kennenlernangebot Münzen & Sammeln
Testen Sie drei Ausgaben zum Sonderpreis! Dieses Angebot gilt nur 1 x pro Person und Haushalt. Titel: Münzen & Sammeln inkl. Papiergeld und Medaillen ISBN: Kenn-MP Format: 21 x 29 cm Cover-Typ: Broschur Zum Kennenlernangebot! Sie möchten die Münzen & Sammeln kennenlernen? Dann nutzen Sie unser Schnupperangebot. Sie erhalten die letzten drei verfügbaren Ausgaben der Münzen & Sammeln zum Preis von 20,– Euro inkl. Versandkosten (nur im Inland!). Sie sparen gegenüber dem Einzelkauf sage und schreibe 30 %! Selbstverständlich erfolgt keine automatische Aboverlängerung.
- Noch mehr polnische Entwürfe von Andrzej Heidrich
Ich möchte hier im Geldschein-Blog noch ein paar weitere Entwürfe von Andrzej Heidrich zeigen, die ich im Lauf der Jahrzehnte gesammelt habe. Daneben gibt es noch u. a. Entwürfe zur Städteserie und Vorentwürfe zur jetzigen Serie, u. a. mit dem Bild von Barbara Radziwiłł (Barbara Radziwiłłówna), Johannes Paul II. (Karol Józef Wojtyła) oder der Heiligen Jadwiga. Interessant ist auch der Testschein zu 400 Złotych der bei den polnischen Banknoten und nicht bei den Testscheinen einzuordnen ist. Während die meisten Zentralbanken für den Entwurf neuerer Banknotenserien immer wieder neue Künstler beauftragen, gehen in Polen alle ausgegeben Banknoten der letzten Jahrzehnte auf einen einzigen Künstler zurück, Andrzej Heidrich (6.11.1928 – 20.10.2019). Und das kam so: Die von Wacław Borowski gestalteten und nach der Währungsreform mit dem Datum 1948 ausgegebenen Scheine von 2 bis 500 Złotych zeigen zunächst allegorische Figuren und waren noch in dessen traditionellem Stil gestaltet. Doch man wollte ein neues Design schaffen und große Geister der eigenen Nation zeigen. So schufen Julian Pałka und Henryk Tomaszewski einen Entwurf für eine Serie mit Köpfen berühmter Persönlichkeiten. Die Wertstufen 2, 5 und 10 Złotych waren in der ersten Hälfte der 1960er Jahre durch Münzen ersetzt worden. Andrzej Heidrich auf dem Titel der polnischen Zeitschrift "ELITY" von 2004. Hier geht es zu einem Beitrag zum Tode von Andrzej Heidrich im Jahr 2019. Als erstes wurde der Kopernikus-Schein zum Tausender umgestaltet und ausgegeben. Ob der in den SCWPM-Katalogen unter P140A erwähnte 20er ein Probedruck eines 20ers dieser Serie ist, muss Spekulation bleiben. Jedoch blieb der 1000er der einzige realisierte Schein, aufgrund der hohen Druckkosten (zu viele Farben!) blieb die Serie unvollendet. Nun bat die Narodowy Bank Polski den Grafiker Andrzej Heidrich, eine komplette Serie zu entwerfen. Auf der Vorderseite sollten wie bei der 1948er-Serie allegorische Figuren abgebildet sein, auf der Vorderseite fünf polnische Städte: Lublin, Danzig, Krakau, Breslau und Warschau in der höchsten Stückelung. Das Resultat war die Serie von 1965. Von Anfang an trugen seine Entwürfe die Serienbezeichnung KH und die Kontrollnummern enthielten die Ziffern 1, 2, 4, 5 und 9, was für den Namen seiner Tochter Kasia und evtl. ihr Geburtsjahr (1959?) stehen könnte. Die Städteserie wurde aufgegeben und es wurden stattdessen große Polen gewählt, die auf den neuen Banknoten erscheinen sollten. Auf dem 100-Złotych-Schein sollte Frederik Chopin und auf dem 500-Złotych-Schein Maria Skłodowska, bei uns besser bekannt unter Marie Curie, erscheinen. Es sind außerdem weitere Entwürfe des 50ers mit Tadeusz Kościuszko und eines Zwanzigers mit Chopin in jüngeren Jahren bekannt. Entwürfe für die höheren Nominale zeigen Kasimir den Großen (Kazimierz Wielki) und Adam Mickiewicz. Aus welchen Gründen auch immer, tauschte man dann doch noch die Köpfe aus und mit dem Datum vom 16. Dezember 1974 kam der 500er mit dem Porträt von Tadeusz Kościuszko im Umlauf. Dieser Schein und der neue 1000er waren noch nach der Währungsumstellung 1 : 10.000 vom 1.1.1995 bis zur Behebung der Münzknappheit im Umlauf (Gegenwert 5 bzw. 10 neue Groschen), die zuerst und als wertvollste Banknoten eingeführte Scheine wurde als Kleingeldersatz genutzt und als letztes außer Kurs gesetzt. Die Klischees mit Chopin und Curie wurden schließlich in der Inflationszeit wieder aufgegriffen und der Entwurf des Scheins mit Józef Piłsudski, der zunächst als 5 Millionen- Złotych-Schein entworfen wurde, wurde später zu einer Gedenknote von 20 Złotych umgestaltet. Manfred Dietl Entwürfe mit Datum 1962 Die Serie wurde nicht realisiert, weil die Produktionskosten zu hoch waren. Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1962 (Lublin), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1962 (Danzig), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1962 (Breslau), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1962 (Krakau), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1962 (Warschau), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1962 (Warschau), Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1970 Entwürfe zu 100 Złotych mit Datum von 1970 (Warschau), Vorderseite. Entwürfe zu 100 Złotych mit Datum von 1970 (Warschau), Rückseite. Entwürfe zu 1000 Złotych mit Datum von 1970 (Krakau), Vorderseite. Entwürfe zu 1000 Złotych mit Datum von 1970 (Krakau), Rückseite. Entwürfe zu ?0000 Złotych mit Datum von 1970 (Danzig), Vorderseite. Entwürfe zu ?0000 Złotych mit Datum von 1970 (Danzig), Rückseite. Entwürfe mit Datum 1971 Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1971, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1971, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1971, Vorderseite. Entwürfe zu 500 Złotych mit Datum von 1971, Rückseite. Entwürfe mit Datum 1972 Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1972, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1973 Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1973, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1975 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1975, Vorderseite. Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1975, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1975, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1976 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1976, Vorder- und Rückseite. Entwürfe zu 200 Złotych mit Datum von 1976, Vorderseite. Entwurf zu 200 Złotych mit Datum von 1976, Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1976, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1977 Entwurf zu 10 Złotych mit Datum von 1977, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1977, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 2000 Złotych mit Datum von 1977, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1983 Entwürfe zu 10.000 Złotych mit Datum von 1983, Vorderseite. Entwurf zu 10.000 Złotych mit Datum von 1983, Rückseite. Entwürfe mit Datum 1984 Entwurf zu 10.000 Złotych mit Datum von 1984, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1986 Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1986, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1986, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1987 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1987, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1987, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1989 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1989, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1989, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1990 Entwurf zu 20.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 100.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1991 Entwurf zu 1.000.000 Złotych mit Datum von 1991, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1992 Entwurf zu 2.000.000 Złotych mit Datum von 1992, Vorder- und Rückseite. Entwürfe zu 200 Złotych mit Datum von 1992, Vorderseite. Entwürfe zu 200 Złotych mit Datum von 1992, Rückseite. Entwürfe mit Datum 1993 Entwurf zu 5.000.000 Złotych mit Datum von 1993, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1994 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1994, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1995 Entwurf zu 10 Złotych mit Datum von 1995, Vorderseite. Entwürfe zu 10 Złotych mit Datum von 1995, Rückseite. Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1995, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1996 Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1996, Vorderseite. Entwürfe zu 20 Złotych mit Datum von 1996, Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1996, Vorder- und Rückseite. Testnote zu 400 Złotych mit Datum von 1996 im Stil der Entwürfe von Heidrich, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 2006 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 2006 (Gedenkbanknote), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 2006 (Gedenkbanknote), Vorder- und Rückseite. Anmerkung der Redaktion Es ist großartig, dass wir hier eine große Anzahl von Entwürfen zu polnischen Banknoten zeigen können, die vielen Sammlern bislang unbekannt sein dürften und damit auch das Schaffen von Andrzej Heidrich würdigen. Herzlichen Dank an Manfred Dietl. Einige nicht umgesetzte Entwürfe gibt es auch als Nachdrucke für Sammler. Hans-Ludwig Grabowski Quellen: https://gndm.pl/projekt-banknotu-500-zl-1971-sklodowska/ https://pl.wikipedia.org/wiki/Banknoty_Narodowego_Banku_Polskiego_(od_1994)
- Lexikon: Druckzufälligkeiten
Druckzufälligkeiten sind Fehldrucke kleinerer Art, beispielsweise Abklatsch, Druckverschiebungen innerhalb der einzelnen Druckgänge und zum Papier, umgeknickte Bogenecken, die nach dem Schneiden zu Papierdeformationen führen – Ausschluss, der beim Buchdruck hochgezogen wird und dann mitgedruckt (Spiesse), meist als Balken zwischen den Zeilen oder als Block zwischen den Worten, durch Fremdkörper auf der Druckform (Papierstücke oder Schmutz) hervorgerufene undeutliche oder fehlende Druckstellen, sich bei längerem Druck (die Druckformen müssen nach einer gewissen Zeit gereinigt werden) durch die Farbe oder durch Schmutz zusetzende Druckteile, oft nur Buchstaben u. a. Beispiele für Druckzufälligkeiten (umgenickte Bogenteile, umgenickte Bogenecke und zusätzliches Papierstück) DEU-104a: Fehldruck einer Reichsbanknote (Hilfsbanknote) zu 1 Million Mark vom 25. Juli 1923 (Reichsdruck) wegen umgeknicktem Bogenteil, Druck einseitig. DEU-137g: Fehldruck einer Reichsbanknote zu 20 Milliarden Mark vom 1. Oktober 1923 (Firmendruck) wegen umgenicktem Bogenteil, Druck einseitig. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen umgeknickter Bogenecke, Vorderseite. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen umgeknickter Bogenecke, Rückseite. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen zusätzlichem Papierstück, Vorderseite. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen zusätzlichem Papierstück, Rückseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Sammlung Gerber
- Leserpost: Propaganda der Deutschen Reichspartei?
In der Anlage finden Sie einen DEU-73 mit Wahlwerbung der „Deutschen Reichspartei“ als Scan. Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas für Ihren Katalog ist, ich fand es auf jeden Fall interessant. Wenn Sie möchten, können Sie den Scan auch für ihre Zwecke verwenden. Ich würde mich freuen, mal wieder von Ihnen zu lesen. R. Ackermann Antwort der Redaktion Hallo Herr Ackermann, schön, wieder mal von Ihnen zu hören und besten Dank für den Scan der Vorder- und Rückseite. In der Zeit der „Weimarer Republik“ wurden durch die Inflation wertlos gewordene Geldscheine oft mit politischen Überdrucken versehen und als Wahlpropagandamittel eingesetzt. Ich habe darüber auch ein Buch geschrieben „Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …“, da es oft antisemitische Wahlwerbung von rechten Parteien war. Damit wurde auch die Sammlung Haney dokumentiert. Ihren Schein habe ich mit einem solchen Überdruck bisher noch nicht gesehen. Da ich auch die Wahlen und den Wahlkampf in der Ersten Republik untersucht habe, muss ich gestehen, dass mir solche Überdrucke der Reichspartei unbekannt sind. Allerdings gibt es leider viele Manipulationen. Da die Reichspartei bereits 1918 aufgelöst wurde, macht deren Wahlwerbung auf einem Geldschein von 1920 eigentlich auch keinen Sinn. Ich halte den Überdruck daher leider für eine Manipulation. Die Mitglieder der Reichspartei verteilten sich 1918 auf die Deutsch Nationale Volkspartei (DNVP) und die Deutsche Volkspartei (DVP). Von diesen beiden Parteien gibt es sehr viele Propaganda-Überdrucke auf Geldscheinen der Inflation, mit denen man oft Stimmung gegen Juden machte, die angeblich an der Inflation schuld waren und sich an ihr bereicherten. Hans-Ludwig Grabowski Antwort des Lesers Danke für die Rückmeldung. Bleibt die Frage, ob Schein und/oder Aufdruck eine Fälschung sind, bzw. wer den Schein wohl mit welcher Motivation in Umlauf gebracht haben könnte. Vielleicht war es auch der Versuch die DRP nach ihrer Auflösung im Nov. 1918 wieder zu beleben; der Versuch wäre im Rahmen der frühen und chaotischen Jahre der Republik ja durchaus legitim. Vom Erscheinungsbild ist der Schein „druckfrisch“ und weißt Wasserzeichen auf (eine Art Wellenmuster). Wobei uns das „Parteiwappen“ vielleicht weiter helfen kann, denn wie es scheint, ist das Wappen eher der DRP zuzuordnen, die 1950 gegründet wurde. Vielleicht war dies der Versuch an die „guten alten Zeiten“ anzuknüpfen ohne mit der NSDAP in einen Topf geworfen zu werden. Bliebe dann die Frage, wo bekam man die druckfrischen Scheine in entsprechender Menge her? Auf jeden Fall interessant. R. Ackermann Antwort der Redaktion Die Zehner von 1920 kann man praktisch heute noch in kassenfrischen Erhaltungen bekommen. Das war damals sicher nicht schwieriger. Aber bei dem Heute sollten wir bleiben. Wie bereits vermutet, handelt es sich um eine Manipulation, will heißen: Der Schein ist echt, der Überdruck ist nachträglich angebracht! Ein zusätzliches Indiz ist das Logo von 1950. Nun kann es sein, dass der Überdruck aus den 1950er Jahren stammt, es sich also tatsächlich um ein Relikt der damals neu gegründeten Reichspartei handelt. Oder aber, es handelt sich, wie leider so oft, um eine Manipulation, mit der man lediglich Geld an Sammlern verdienen möchte. Sie glauben garnicht, wie viele fantasievolle und völlig echt wirkende nachgemachte Scheine es aus aller Art von Lagern der NS-Zeit gibt, die praktisch täglich im Internet angeboten werden. Ich gehe aber eher von einem Propaganda-Mittel der von 1950 bis 1965 existierenden "neuen" Reichspartei aus ... Hans-Ludwig Grabowski
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 27
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 473 Renato Manfredi Geboren 1954 in Castelnovo né Monti ind Italien. 1972 Abschluss eines Studiums an der Kunstakademie in Carrara in Italien. Manfredi malt und richtet Ausstellungen an vielen Orten in Italien und Österreich aus. Seit 1983 Arbeit als Banknotendesigner bei KBA Giori S. A. Die KBA Giori S. A. im schweizer Lausanne liefert weltweit Sicherheitsdrucksysteme an die Banknotenindustrie. 5 Euro, Vorderseite: antiker Kopf inspiriert von der Bronzestatue von Riace dem Wagenlenker von Delphi, links davon eine ionisches Kapitell sowie ein römischer Bogen mit Mauer; Rückseite: Torbogen inspiriert von römischen Monumenten in Nordafrika, dazu ein korinthisches Kapitell und eine Aquädukt. 10 Euro, Vorderseite: Mönch beim Kopieren einer Schrift aus dem Zeitalter der Klöster inspiriert von alten Buchmalereien sowie romanische Architekturelemente; Rückseite: schreibender Mönch, Teil einer Buchmalerei sowie Torbogen inspiriert von Motiven aus Norditalien. 20 Euro, Vorderseite: Weibliche Figur nach einer französischen Statue im gotischen Stil, dazu gotische Fensterrose und Säulen einer Kathedrale; Rückseite: Innenansicht einer französischen Kathedrale und Szenen vor einer Burganlage. 50 Euro, Vorderseite: Flämisches Männerporträt aus der Zeit der Renaissance sowie Säule eines florentinischen Palastes; Rückseite: von den Uffizien in Florenz inspirierte Hofansicht, Astrolabium, Kompassrose und Flachrelief mit Ornamenten. 100 Euro, Vorderseite: Barockes weibliches Porträt, Volutendekor nach einer französischen Stuckarbeit und barocker Faltenwurf; Rückseite: Innenansicht einer österreichischen Bibliothek, Innenraum einer Kirche und barocker Engel. 200 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt aus der Zeit der industriellen Revolution sowie architektonische Elemente nach einem Art-déco-Gebäuden in Brüssel; Rückseite: Vase. Irisblüten und Innenansicht einer Fabrik. 500 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt im Stil der 1920er Jahre, zeitgenössisches Design und Archtitekturelemente; Rückseite: Sendemast, moderne Architektur und Fabrikgebäude. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.3.2 – León
Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen – Kleingeld Asturien und León, Teil 2 Die Kleingeldausgaben der Consejo de Asturias y León Der gleiche Mangel, der an Geldzeichen ab 5 Peseten herrschte, war auch beim Kleingeld zu spüren. Um den Zahlungsverkehr aufrechterhalten zu können, gaben nicht nur Gemeinden, sondern auch Gewerkschaften und Unternehmen Notgeld über kleine Beträge aus. Um einheitliche Geldverhältnisse zu schaffen, ordnete die Regierung von Asturien und León (Consejo de Asturias y León) die Herstellung von Münzen zu 50 Céntimos sowie einer und zwei Peseten an. Jedoch bereitete nicht nur die Beschaffung des Metalls Schwierigkeiten, sondern auch die hohen Kosten warfen Probleme auf. Von den Münzen wurden je 50.000 Stück der Nominale zu 50 Céntimos und 1 Pesete sowie 100.000 Münzen zu 2 Pesetas geprägt; und zwar 50 Centimos (Ø 21,5 mm/2,8 g) und 2 Peseten (Ø 27 mm/8 g) in Kupfer-Nickel und 1 Pesete (Ø 23 mm/4,75 g) in Kupfer. Die Stücke in Kupfer-Nickel wurden in Gijón und die in Kupfer in Guernica geprägt. Abb. 1.1/2: Consejo de Asturias y León, 1937, 50 Céntimos, Vorder- und Rückseite. Abb. 2.1/2: Consejo de Asturias y León, 1937, 2 Pesetas, Vorder- und Rückseite. Weder hätte man den Bedarf an kleinen Zahlungsmitteln mit der geringen Menge an Münzen decken, noch das Verbot der privaten und kommunalen Gutscheine durchsetzen können. In der Zeitung „El Noroeste“ vom 6. Dezember 1936 gab der Generaldirektor der Finanzabteilung, Rafael Fernández, bekannt, dass die Regierung die Ausgabe von „Silber-Geldscheinen“ (papel plata) über 0,50, einer und zwei Peseten beschlossen habe. Am 12. Januar 1937 meldete man dann, dass die Prägestempel im Baskenland hergestellt und die Münzen zunächst in Guernica und später in Asturien geprägt würden. Bereits am 3. Januar war dann in der Zeitung „Advance“ zu lesen, dass ab 1. Februar die Kleingeldscheine in Umlauf gesetzt würden. Fünf Tage später wiederholte man die Meldung dahin gehend, dass sowohl „Billetes de certificado de plata“ wie auch Münzen gleichen Wertes ausgegeben würden. Trotz des dringenden Bedarfs verstrich viel Zeit, bis am 18. August 1937 „Advance“ meldete, dass wohl Ende des Monats Geldscheine zu 25, 40 und 50 Céntimos sowie einer und zwei Peseten kommen würden und dass der Schein zu 2 Peseten etwa die Größe der 10 Peseten-Banknote habe. Die Scheine seien von Germán Horacio entworfenen und von Control de Litografía auf gutem Papier gedruckt worden. Am 1. September 1937 schließlich war es so weit, die Kleingeld-Gutscheine wurden in Umlauf gesetzt. In den nächsten Tagen erschienen dann Anzeigen der Gewerkschaften, die ihre Gutscheine aufriefen. Die Vorderseiten der Céntimos-Nominale sind bei unterschiedlicher Größe und Farbe bildgleich: die blauen 25 Céntimos haben die Maße 80 x 40 mm, die grünen 40 Céntimos 92 x 45 mm und die blau-violetten 50 Céntimos 92 x 45 mm. Die Scheine sind überschrieben im Band mit „CONSEJO DE ASTURIAS Y LEÓN“, darunter kleiner – ESPAÑA –; in der Mitte in einer Verzierung der Wert, links und rechts davon im Unterdruck das mit der Volkskrone gekrönte Wappen von Asturien (Kreuz) bzw. von León (Löwe). Auf dem linken Wappen die Unterschrift des Generalgouverneurs des Rates, Belarmino Tomás, und auf der rechten Seite die Unterschrift des Finanzministers Rafael Fernández. Am unteren Rand wird bis auf dem Schein zu 25 Céntimos die Druckerei genannt. Die Vorderseiten der Peseten-Werte zeigen auf der linken Seite eine Allegorie der Republik: eine sitzende Matrone mit einem Löwen zu ihren Füßen. Die beiden Wappen bilden hier den Unterdruck auf der rechten Seite. Die Hauptfarbe des Peseten-Scheins ist Rot und Orange, Größe 97 x 50 mm, der Wert zu 2 Peseten in Grau und Braun hat die Größe 106 x 51 mm. Da die Kleingeldscheine von der Banco de España nicht genehmigt waren, fehlt hier auch ein entsprechender Vermerk. Die Rückseiten zeigen Darstellungen aus Region. Der niedrigste Wert zwei Fischer, das Nominal zu 40 Céntimos die Entladung eines Schiffes, der 50er einen Arbeiter mit Hammer am Amboss, der Schein zu einer Pesete Bauern auf dem Feld und der höchste Wert einen sägenden Arbeiter. Zusätzlich steht auf allen Nominalen der Wahlspruch „PAZ Y TRABAJO“ (Friede und Arbeit). Abb. 3.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 25 Céntimos, Vorderseite. Abb. 3.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 25 Céntimos, Rückseite. Abb. 4.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 40 Céntimos, Vorderseite. Abb. 4.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 40 Céntimos, Rückseite. Abb. 5.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 50 Céntimos, Vorderseite. Abb. 5.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 50 Céntimos, Rückseite. Abb. 6.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 6.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 7.1: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 2 Pesetas, Vorderseite. Abb. 7.2: Consejo de Asturias y León, ohne Datum, 2 Pesetas, Rückseite. Die Kleingeldscheine sind auch heute noch relativ leicht zu bekommen. Eine Ausnahme macht nur der Wert zu 50 Céntimos, der verhältnismäßig selten ist. Uwe Bronnert
- Liberia: 100 Dollars der neuen Banknotenfamilie
Die Zentralbank von Liberia gab im Dezember 2021 und im Februar 2022 die ersten beiden Tranchen der 100-Dollars-Noten als erstes Nominal einer neuen Banknotenserie in Umlauf. In den zwei Jahren bis 2024 soll der Austausch der alten Scheine durch die neuen erfolgen; in diesem Zeitraum werden beide Noten-Generationen parallel als gesetzliches Zahlungsmittel kursieren. Die Ausgabe der restlichen Papiergeld-Stückelungen zu 20, 50, 500 und 1000 Dollars sowie der neuen Münzen zu 5 und 10 Dollars steht noch in absehbarer Zeit an; angekündigt wurde vergangenes Jahr der Termin mit "2. Jahreshälfte von 2022". Die Vorderseite der 100-Dollars-Noten im Format 143 x 66 mm zeigt wieder – wie bereits der Vorgängerschein – das Porträt von William R. Tolbert, Jr., Staatspräsident Liberias von 1971 bis zu seiner Ermordung während eines Militärputschs im Jahr 1980. Auf der Rückseite ist abermals eine Frau mit Kind auf einem Marktplatz neben dem Banklogo abgebildet. Ein Wappen als Wasserzeichen, ein Fenster-Sicherheitsfaden mit fünfstrahligen Sternen und ertastbare Schräglinien an den Seitenrändern gehören zu den Sicherheitsmerkmalen der Papierbanknote. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Pakistan: Fehler auf 100 Rupees sollen korrigiert werden
Berichten zufolge soll der pakistanische Bundesombudsmann die State Bank of Pakistan zur Verbesserung zweier Fehler auf seit 2006 ausgegebenen 100-Rupees-Noten angewiesen haben, nachdem ihn im Januar dieses Jahres das Schreiben des Rentners Muhammad Mohsin erreicht hatte. Konkret handelt es sich um die Bildunterschrift auf der Rückseite "QUAID-E-AZAM RESIDENCY, ZIARAT-QUETTA": Einerseits soll die Transkription der Partikel im Titel des Muhammad Ali Jinnah "Quaid-e-Azam (Größter Führer)" von "e" auf "i" umgeändert werden, andererseits befindet sich das abgebildete Gebäude, in dem Jinnah die letzten zwei Monate seines Lebens verbrachte, in der Stadt Ziarat im gleichnamigen Distrikt der Provinz Belutschistan und nicht – wie auf der Note angegeben – in Quetta, Stadt und Distrikt in Belutschistan. Mohsin hatte bereits seit 2016 in mehreren Briefen an die wechselnde Führung der Pakistanischen Staatsbank sowie an Finanzminister appelliert und vergeblich versucht, von der Notwendigkeit einer Korrektur zu überzeugen. In einer Stellungnahme verteidigte beispielsweise Abid Qamar, Pressesprecher der Bank, vor mehr als einem Jahr die Beibehaltung der Bildunterschrift: Die Transkription der Partikel aus dem Urdu in das lateinische Alphabet sei keinesfalls eindeutig festgelegt; so sei "Quaid-e-Azam" neben der Schreibweise mit "i" auch in hochoffiziellen Kontexten – unter anderem in Gesetzestexten oder der Webpräsenz der pakistanischen Regierung – zu finden. Außerdem lokalisiere die Bildunterschrift das Gebäude nicht direkt in Quetta: Der Zusatz solle nur dazu dienen, den Menschen anhand der Nennung einer nahegelegenen bekannten, größeren Stadt einen ungefähren regionalen Kontext zu geben. Dieser Vorgangsweise sei man auch bei den 20-Rupees-Noten mit den Ruinen der Siedlung Mohenjo-Daro und der nächsten größeren Stadt Larkana gefolgt. Die beiden irreführenden Textteile, auf die Mohsin hingewiesen hatte, sollen bereits bei der nächsten Gelegenheit geändert werden. Kana Totsuka Abb. Hartmut Fraunhoffer (www.banknoten.de)
- World Money Fair in Berlin dieses Wochenende
Die World Money Fair wird dieses Wochenende vom 15.–16. Juli 2022 – nun wieder in Präsenz – im Hotel Estrel Berlin veranstaltet. Die Liste der hochkarätigen Aussteller der diesjährigen Sommer-Messe finden Sie hier. Selbstverständlich ist der Battenberg Gietl Verlag auch wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Hier stehen Ihnen von der Online-Redaktion Geldscheine-Online.com und der Redaktion der Zeitschrift "Münzen & Sammeln" als Ansprechpartner zur Verfügung: Hans-Ludwig Grabowski Kana Totsuka Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Geöffnet ist die Messe an beiden Veranstaltungstagen von 10–18 Uhr; Einlass für Aussteller und Fachbesucher bereits ab 7 Uhr. Eine Tageskarte ist für 10 € erhältlich (ermäßigt 6 € bzw. 100 € für Fachbesucher). Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Veranstalters: www.worldmoneyfair.de












