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  • Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.3.1 – Gijón

    Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen – Kleingeld Asturien und León, Teil 1 Die Emission der Banco de España – Gijón vom 5. November 1936 und September 1937 In Asturien entschied sich nur Oberst Aranda, Kommandeur des Militärs der Region mit Sitz in Oviedo, an dem Putsch teilzunehmen. Garnison und Guardia Civil verteidigten die Stadt gegen die republikanischen Belagerer. Am 17. Oktober 1936 wurde dann Oviedo von der galizischen Brigade befreit und in die nationale Zone integriert. Der Rest der Provinz Asturien stand treu zur Republik. Im Sama de Langreo konstituierte sich das sogenannte „Asturias Provincial Committee“, dem der sozialistische Abgeordnete Belarmino Tomás vorstand. Ende August zog das Kriegskomitee nach Gijón. Am 29. September wurde Tomás von der Zentralregierung zum Zivilgouverneur ernannt. Vom ersten Moment an beabsichtigten die republikanischen Milizen, León und die nördlichen Teile der Provinz durch eine Südfront zu schützen, wobei die Linie von Villablino nach Norden durch La Robla über Riaño hinausführte, wodurch die Städte nördlich von León unter der Kontrolle der republikanischen Regierung blieben. Die Geldversorgung der Region war stark behindert, da sie weitgehend eingeschlossen war. Galizien und der Süden der Provinz León wurden durch nationale Truppen dominiert und das Meer vom Kreuzer Almirante Cervera kontrolliert. Zudem hatten sich die Banknotenreserven in Oviedo befunden, das nun in den Händen der Franquisten war. Um das Problem des Zahlungsmittel-Mangels zu lösen, erließ der Provinzialrat von Asturien und León am 24. Oktober 1936 ein Dekret, das von Generalgouverneur Belarmino Tomás und dem Generaldirektor der Finanzen, Rafael Fernández, unterzeichnet wurde. Dadurch wurden die privaten Banken aufgelöst, deren Vermögen beschlagnahmt und der neu errichteten „Caja Central de Depositos“ übergeben. Sie sollte das Finanzwesen der Provinz kontrollieren und steuern. Der Verwaltungsrat der Kasse bestand aus zehn Vertretern. Fünf gehörten der Gewerkschaft der Bankangestellten, zwei den Industrieverbänden und je einer der Handelsgewerkschaft bzw. der Landarbeitergewerkschaft an. Den Vorsitz übernahm der „Finanzminister“ Fernández. Die Kasse wurde ermächtigt, Geldscheine auf den Inhaber zu 5, 10, 25, 50 und 100 Peseten zulasten der Banco de España auszugeben, ähnlich den Bedingungen, wie sie durch Dekret der Regierung von Euzkadi vom 16. April 1937 festgelegt wurden. Der Beschluss des Verwaltungsrats wurde in der Zeitung „El Noroeste“ vom 25. Oktober veröffentlicht. Tags zuvor gab Fernandez in einer Radioansprache die Emission der geplanten Scheine bekannt, die er „Bonos” (Anleihen) nannte. Als Deckung dienten die Guthaben der Privatbanken in Höhe von 18.002.201 Peseten, die in Gijón bei der Banco de España beschlagnahmt worden waren. Am 8. November 1936 meldete die Zeitung „El Noroeste“, das die Geldscheine am 10. des Monats in Umlauf gesetzt würden. Die Scheine waren groß mit „EL BANCO DE ESPAÑA“ überschrieben, darunter kleiner „GIJÓN“. Vom Emissionsdatum 5. November 1936 wurde „5 NOV“ mit einem Gummistempel in violetter Tinte angebracht. Als Emittent nennen die Noten die „Caja de Depósitos“. Darunter finden wir eine handschriftliche Unterschrift. Es kommen insgesamt 28 Unterschriften vor: zehn von ehemaligen Angestellten der Banco Español de Crédito, sechs von der Banco Minero Industrial, fünf von der Banco de Gijon, drei von der Banco de Bilbao, von einem Regierungsbeamten des Delegado de Hacienda del Gobierno in Gijón, ferner die des Consejero de Hacienda del Consejo de Asturias (Finanzminister), Rafael Fernández, sowie zwei von nicht näher bekannten Personen. Da die Scheine ein Einheitsmaß von ca. 123 x 80 mm haben, nur die beiden höchsten Werte sind mit ca. 130 x 90 mm unwesentlich größer, wurden unterschiedlich, farbige, diagonale (von links unten nach rechts oben) Streifen aufgedruckt, um so Analphabeten die Unterscheidung der Wertzeichen zu ermöglichen: beim Wert zu 5 Pesetas ein brauner, 10 Pesetas ein grüner, 25 Pesetas ein blauer, 50 Pesetas ein gelber und bei 100 Pesetas ein roter Streifen. Die Scheine wurden mit einem Talon auf der linken Seite gedruckt. Dessen Vorderseite wurde vor Ausgabe mit einem Stempel der Banco de España, Gijón, in violetter bzw. blauer Farbe versehen und danach manuell geschnitten, sodass immer nur ein Teil des Stempelabdrucks auf dem Schein vorhanden ist. Die zweizeilige Bestätigung der Nationalbank findet sich wie bei der ersten Ausgabe von Bilbao auf der sonst unbedruckten Rückseite: „Tiene fondos, / BANCO DE ESPAÑA, GIJÓN“. Die ersten Scheine unterschrieb, wie der Stempelaufdruck „El Cajero del Banco de España GIJÓN“ gelegt, der Kassierer der Filiale, D. Manuel Camaero Ruiz, noch handschriftlich selber; darunter folgt der Abdruck des Stempels der Filiale. Später wurde vor die Unterschrift „P-EL CAJERO“ gesetzt und auf den Stempelabdruck verzichtet. Da die manuelle Signatur eine Menge Arbeit bedeutete, wurde als endgültige Form ein Faksimile-Stempel mit „Manual Camarero“ und zuletzt „M Camarero“ benutzt. Diese Stempel kommen in den Farben Violett, Blau oder Rot vor. Daneben wurden Scheine auch von weiteren Bankangestellten handschriftlich auf den Rückseiten unterzeichnet. Abb. 1: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 2.1: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 2.2: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 10 Pesetas, Rückseite mit „M Camarero“. Abb. 3: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.1: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.2: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 50 Pesetas, Rückseite mit „Manual Camarero“. Abb. 5.1: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 100 Pesetas, Rückseite mit „El Cajero del Banco de España GIJÓN, Manual Camarero“ und Bankstempel. Abb. 6: Caja Central de Depositos, 5. November 1936, 100 Pesetas, Rückseite mit abweichender Unterschrift. Am 23. Dezember 1936 gründete die Regierung der Republik den Provinzrat von Asturien und León, der sofort beschloss, die bisherigen Ausgaben durch neue zu ersetzen. Der Gesamtumlauf sollte auf 60 Millionen erhöht und von der Zweigstelle Gijón der Banco de España garantiert werden. Die beschlagnahmten Gelder sollten an die Privatbanken zurückzugehen, damit diese ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten. Der Rat stellte fest, dass der Einlagefond nicht in der Lage sei, das Geldwesen der Provinz zu sichern. Im Januar 1937 erfuhren dann die Leser der Zeitung „Advance“, das Anfang Februar neue Münzen und Geldscheine in Umlauf gebracht würden. Die Zeitung hob die Qualität des Papiers und des Designs hervor. Germán Horacio Robles habe bei den Entwürfen auf asturische Motive aus Bergbau, Fischerei, Landschaft und Stadt zurückgegriffen. Der Verband der Graphischen Künste von Gijón (El Control de Litografia del Sindicato Único del Ramo de las Artes Gráficas de Gijón) betonte die Fälschungssicherheit. Am 14. Januar 1937 verbot die Zentralregierung in Valencia die Ausgabe von Notgeld und ordnete deren Einzug an,1) sodass die geplante Neuausgabe von Geldscheinen in Asturien auf Eis gelegt wurde. Dennoch bildete am 6. Februar „Advance“ Fotos der Rückseite eines noch nicht nummerierten 100-Pesetas-Scheins ab, der angeblich am 8. oder 9. Februar ausgegeben werden sollte. Die weiteren Werte zu 5, 10, 25 und 50 Peseten mit „Allegorien des Reichtums der Region“ würden 15 Tage später folgen. Die Zeitung wies auch darauf hin, dass diese "Banknoten" benötigt würden, um die schon stark abgenutzten Scheine vom 5. November 1936 austauschen zu können. In der Meldung wird betont, dass diese Scheine durch Metall gedeckt seien und dass ihre Ausgabe ausschließlich den Papiergeldmangel beseitigen solle. Von diesen Scheine wurden wohl nur Muster zu 50 und 100 Pesetas in verschiedenen Farben gedruckt. Einzig der einseitige Druck der Rückseite des Wertes zu 25 Pesetas mit der Abbildung von Bergarbeitern hat die Zeit in größerer Zahl in Sammlungen überdauert. Abb. 7: Banco de España - Gijón, ohne Datum (1. Januar 1937), 25 Pesetas, Probeabdruck, Rückseite. Am 9. Februar informierte der Provinzialrat, dass die angekündigten Banknoten nicht ausgegeben würden, da genügend offizielle Noten der Banco de España vorhanden seien, ja dass die von der Caja Central de Depositos ausgegebenen Scheine schrittweise zurückgezogen würden. Gleichzeitig gab die Zweigstelle Gijón der Notenbank bekannt, dass sie keine neuen Scheine der Caja Central de Deposito genehmigen würde, da ihre Ausgabe bereits den Wert von 44.630.000 Pesetas erreicht hätte. Nach einem Dekret des Provinzialrats vom 13. Februar 1937 durften die privaten Banken am 15. ihre Arbeit wieder aufnehmen, und die beschlagnahmten 18.002.297,07 Pesetas wurden wieder frei gegeben. Nach § 4 der Bestimmungen wurde den Privatbanken die Aufgabe übertragen, innerhalb der nächsten 30 Tage alle präsentierten „Hilfsnoten“ einer Sorte im Betrag von 200 Pesetas auf der Vorderseite zu stempeln und das restliche Geld in reguläre Banknoten umzuwechseln. Mit dem aufgebrachten 7,5 x 2,5 mm großen dreizeiligen Kastenstempel in violetter, blauer, schwarzer oder roter Farbe wurde die Umlauffähigkeit verlängert: „CONSEJERIA DE HACIENDA / VENCIMIENTO PRORROGADO / MARZO de 1937 und eine Nummer“. Die höchste bekannte Stempelnummer ist 55. Abb. 8: Verlängerungsstempel. Da Gijón von Madrid abgeschnitten war, gelangten nur geringe Mengen regulärer Banknoten in die Stadt, sodass auch ungestempelte Hilfsbanknoten über den 31. März hinaus weiterhin umliefen und die Frist für die Abstempelung verlängert wurde. Das Ministerium bekräftigte jedoch, dass nur noch bis zum 8. April gestempelt und danach ungestempelte Scheine nicht mehr angenommen würden. Am 29. April sagte der Sekretär des Finanzministers, Juna Cima, gegenüber der Presse, dass Personen abgelegener Gebiete, die von der Stempelaktion nichts erfahren hätten, weiterhin ihre Geldscheine vorlegen könnten. Das Finanzministerium ermächtige die Filiale in Gijón selbst zu entscheiden, wann die Hilfsnoten zurückgezogen werden sollten. In Sammlungen finden sich praktisch nur gestempelte Scheine. Niemand wollte damals riskieren, den Wert des Geldes zu verlieren. Alle Scheine vom 5. November 1936 kommen meist nur in sehr schlechter Erhaltung vor. Da die Exemplare oft beschnitten werden, um eine bessere Erhaltung vorzutäuschen, ist es ratsam beim Erwerb auf die Größe zu achten. Besonders stark gebraucht sind die 5- und 10-Peseten-Nominale, die vorwiegend bei der Soldzahlung der Truppen benutzt wurden. Alle Scheine sind selten, dies trifft besonders auf den Wert zu 5 Peseten zu. Diese Tatsache schlägt sich selbst bei schlecht erhaltenen Noten im Preis nieder. Erst am 7. Oktober 1937 wurde eine neue Banknote zu 100 Pesetas (Emision Septiembre 1937) ausgegeben, die bereits zu Jahresbeginn angekündigt worden war. Trotz der guten Qualität, lehnte ein Großteil der Bevölkerung diesen Schein ab, da die Franco-Truppen unaufhaltbar vorrückten und die republikanischen Banknoten nicht anerkannten. Da Gijón bereits am 21. Oktober eingenommen wurde, kommt dieser Schein meist in guter Erhaltung vor. Er hat eine Größe ohne Talon von ungefähr 140 x 83 mm. Das verwendete weiße Papier stammt aus dem Baskenland und wurde auch bei der zweiten Serie in Bilbao verwandt. Das Papier weist ein Wasserzeichen auf, das in mehreren Reihen Flugzeuge zeigt. Gedruckt wurden diese Scheine von Control de Litografía in Natahoyo de Gijón. Die Gesamtmenge ist nicht bekannt, jedoch wurden Kontrollnummern um die Zahl 282.000 gefunden. Abb. 9.1: Banco de España - Gijón, September 1937, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 9.2: Banco de España - Gijón, September 1937, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 9.3: Banco de España - Gijón, September 1937, 100 Pesetas, Wasserzeichen. Die Vorderseite ist mit einem dunkelblauen Rahmen eingefasst. Die linken Seite zeigt unter dem spanischen Wappen mit Volkskrone die Wappen von Asturien und León. Neben dieser Abbildung die Überschrift „EL BANCO DE ESPAÑA“, darunter „GIJÓN“. Der Geldschein wurde gleich von vier Personen unterzeichnet: von links nach rechts Don Rafael Fernández als Finanzminister, für die Banco de España Pedro Fernández González als Kontrolleur, Ladislao de Arriba als Kassierer und schließlich Belarmino Tomás als Generalgouverneur, nach dem diese Scheine auch „Belarminos“ genannt werden. Die Rückseite, die eine Allegorie der Arbeit darstellt, wurde von Germán Horacio Robles entworfen. Im Vordergrund sieht man einen Landwirt, der das Land mit einer Hacke bearbeitet, im Hintergrund ein pflügendes Ochsenpaar. Im unteren Mittelteil der Wahlspruch „PAZ Y TRABAJO“ (Friede und Arbeit). In ähnlicher Zeichnung sind auch nicht nummerierte 50-Pesetas-Scheine mit und ohne Talon bekannt. Hierbei dürfte es sich um Muster handeln, die nicht mehr ausgeführt wurden. Uwe Bronnert Anmerkungen Damit versuchte das Finanzministerium dem Notgeld-Chaos durch Flut der Ausgaben, das im gesamten republikanischen Spanien herrschte, Herr zu werden.

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Latu der Lettischen Bank von 1939

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Ab 1202 waren die lettischen Fürstentümer vom Schwertbrüderorden erobert worden, der 1237 im Deutschen Orden aufging, womit eine deutsche Einwanderung mit wichtigen Stadtgründungen begann. Das Land erlebte später eine Blüte in der Hansezeit. 1795 war Lettland an das russische Zarenreich gefallen, doch der starke Einfluss der Deutsch-Balten in Gesellschaft und Kultur blieb noch bis in das Zwanzigste Jahrhundert hinein erhalten. Am 30. Januar 1918, noch vor Abschluss des Seperatfriedens von Brest-Litowsk, hatte der Lettische Provisorische Nationalrat die Gründung eines unabhängigen und demokratischen Lettlands beschlossen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstand der Lettische Volksrat als provisorisches Parlament, das am 18. November 1918 die Unabhängigkeit ausrief. Die war jedoch durch Angriffe der Roten Armee bedroht, die im Dezember 1918 die Sowjetmacht proklammierte. Erst Anfang 1920 konnten die letzten bolschewistischen Verbände zurückgedrängt werden. Anfangs waren noch deutsche Darlehnskassenscheine der Ostbank für Handel und Gewerbe im Umlauf. Durch das Finanzministerium kamen wenig später die ersten staatlichen Kassenscheine in den Zahlungsverkehr. Die Latvijas Bankas (Bank von Lettland) wurde nach der Stabilisierung der Währung am 1. November 1922 gegründet. Im Juli 1940 wurde Lettland von der Sowjetunion annektiert. Land/Region/Ort: Lettland, Riga Emittent: Latvijas Bankas (Bank von Lettland) Nominal: 100 Latu Datum: 1939 Umlauf: 13. Mai 1939 bis 25. März 1941 Vorderseite: Mitte links Frau mit Eichenlaub und Flaggenband (Personifizierung Lettlands), eine junge Bauernfamilie beschützend: Frau mit Früchten, Kind mit Getreidegarbe und Mann mit Pflug als Allegorien für die Landwirtschaft. Rückseite: Mitte Transportschiffe in einem Hafen, Eisenbahnwaggons und Holzstapel zur Verladung sowie ein Segelschiff in Fahrt, links Wappen. Wasserzeichen: Porträt des lettischen Ministerpräsidenten Kärlis Ulmanis. Unterschriften: Klive, Vanags Format: 155 mm x 81 mm Druck: VALSTS PAPIRU SPIESTUVÉ UN NAUDAS KALTUVE Material: Papier Nummerierung: A 002213 Authentizität: Original Zitate: • LAT-22a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) • B210 (Linzmayer: The Banknote Book – Latvia) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 26

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt/Modern, Vorschlag M 981 Klaus Michel Klaus Michel, geb. 1963 in München, studierte Industriedesign in Berlin und schloss 1991 sein Studium ab. Lehraufträge in Berlin, Weimar und Halle. Sanne Jünger Sanne Jünger, geb. 1964 in München, studierte Industriedesign in Berlin und schloss 1993 ihr Studium ab. Lehraufträge in Berlin, Weimar und Halle. Beide erwarben sich große Erfahrung in der Projektentwicklung und gründeten 1995 in Berlin des Designstudio Jünger + Michel – Corporate Culture. Den einzelnen Wertstufen wurden symbolhafte Motive zugewiesen, die sich mit den Identitäten der europäischen Länder und Nationalitäten befassen. Eine Landkarte im Kreis der zwölf europäischen Sterne zeigt auf den Rückseiten das jeweilige Ausgabeland anstelle eines Ländercodes (bei den Entwürfen immer Belgien). 5 Euro, Thema Spiel und Tanz, Vorder- und Rückseite. 10 Euro, Thema Nahrungsmittel und Landesküche, Vorder- und Rückseite. 20 Euro, Thema Geographie und Topographie, Vorder- und Rückseite. 50 Euro, Thema Klima und Wetter, Vorder- und Rückseite. 100 Euro, Thema Sprache und Kommunikation, Vorder- und Rückseite. 200 Euro, Thema Philosophie und Religion, Vorder- und Rückseite. 500 Euro, Thema Recht und Handel, Vorder- und Rückseite. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Leserpost: Nicht ausgegebene polnische Banknoten

    Zum Beitrag "Polnische Geldscheine – Begrenztes Sammelgebiet: nicht ausgegebene Scheine" von Wolfgang J. Mehlhausen und dem hier vorgestellten 20 Złotych-Schein kann ich folgendes ergänzen: In einem Katalog polnischer Banknoten ist eine ganze Serie von nicht ausgegebenen Entwürfen zu sehen. Es gab folgende Wertstufen: 20 Złotych, Abbildung eines jungen Mannes, RS: Posen 50 Złotych, Abbildung eines Seemannes, RS: Danzig 100 Złotych, Abbildung eines Arbeiters, RS: Breslau 100 Złotych, Abbildung eines Arbeiters, RS: Kattowitz 500 Złotych, Abbildung eines Mannes mit Kapuze, RS: Krakau 1000 Złotych, Frau in Nationaltracht, RS: Warschau Das Klischee des Tausenders wurde später für den 200.000-Złotych-Schein verwendet. Die KN auf allen Scheinen ist gleich KH 1204395. So wie Kalina mit seinen Schilling-Entwürfen sein eigenes Geburtsdatum verewigt hat, hat auch Andrzej Heydrich persönliche Daten in die Fantasie-KN mit einfließen lassen. Manfred Dietl Ergänzung der Redaktion: Laut Internetseite des Gabinet Numizmatyczny von D. Marciniak gab es in den Jahren 1964/65 Vorbereitungen zur Einführung neuer Banknoten in Polen. Es wurden viele Designs erstellt, aber nur ein kleiner Teil davon hat eine Test-Druckphase erreicht. Die Serie "Polnische Städte" – auf der Rückseite jeder Banknote ist eine polnische Stadt abgebildet, wurde in verschiedenen Testfarben gedruckt. Druckproben zur Serie "Polnische Städte": Druckprobe zu 20 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 50 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 100 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 500 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 1000 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckproben zur Serie "Polnische Städte" in einer anderen Farbversion: Druckprobe zu 20 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 50 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 100 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 500 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Druckprobe zu 1000 Złotych vom 2. Januar 1965, Vorder- und Rückseite. Laut D. Marciniak sind diese Druckproben in verschiedenen Farbvariationen bekannt und der Nennwert zu 100 Złotych in zwei Versionen der Rückseite, mit Breslau oder Kattowitz. Aus der gesamten Serie wurde nur der Nennwert zu 1000 Złotych an die nächste Teststufe weitergegeben, es wurde hierzu auch ein Stahlstich auf Papier mit Wasserzeichen hergestellt. Diese Banknoten wurden von Andrzej Heidrich entworfen, ihre Serie KH ist eine Kuriosität, es sind die Initialen der Tochter des Designers, und in der Kontrollnummer ist ein Datum in Bezug auf sie kodiert. Es handelt sich insgesamt um sehr seltene Druckproben, die derzeit bei Sammlern und am Markt praktisch unbekannt sind. Hans-Ludwig Grabowski

  • Weißrussland: Neue 100-Rubel-Note eingeführt

    Die Nationalbank der Republik Belarus brachte am 1. Juli 2022 neue Banknoten über 100 Rubel in Umlauf. Wie bei den anderen Nominalen der seit 2019 eingeführten Banknotenserie ist auch der Hunderter gestalterisch mit dem Vorgängerschein identisch: Auf der Vorderseite ist wieder das Schloss Njaswisch, die Residenz des polnisch-litauischen Adelsgeschlechts Radziwiłł zu sehen, während die Rückseite ein Wertep-Theater – eine tragbare Figurentheater-Kiste – sowie eine Geige mit Bogen und Tamburin zeigt. Unterschiede der neuen, diesmal von Goznak gedruckten Hunderter zu den Vorgängernoten liegen in der Jahresangabe ("2022" statt "2009"), der vollständigen Eliminierung der Unterschrift, der Erweiterung der Abbildungen um eine Bildunterschrift sowie in der Einführung erneuerter Sicherheitsmerkmale, wie ein breiter gestalteter Fenster-Sicherheitsfaden und OVI-Effekte. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Neue Varianten: Juli 2022 (Teil 1)

    Barbados 2 Dollars Wie BRB-73 (Linzmayer B232c), aber mit Unterschrift "Cleviston Haynes" und Datum "1 JANUARY 2018". Brunei 1 Dollar (Ringgit) Wie BRN-35 (Linzmayer B301c), aber mit Jahr 2019. Dominikanische Republik 1000 Pesos Wie Linzmayer B731a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2020 und Fenster-Sicherheitsfaden mit Grün-Blau-Farbverlauf mit Wertzahl 1000. Guinea 1000 Francs Wie GIN-48 (Linzmayer B339b), aber mit Jahr 2018. Hongkong – Standard Chartered Bank 50 Dollars Wie Linzmayer B424a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Gregg Powell/Benjamin Hung" und Datum "1 JANUARY 2020". Irak 5000 Dinars Wie IRQ-100 (Linzmayer B354a), aber mit Unterschrift "Mustafa Ghaleb" und Jahr "٢٠٢١-١٤٤٣". Malediven 20 Rufiyaa Wie MDV-27 (Linzmayer B217a), aber mit Datum "1 JULY 2020"; Changeover-Präfix C. Philippinen 500 Piso Wie Linzmayer B1093a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2021. Salomonen 5 Dollars Wie Linzmayer B221a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Luke Forau/Harry Kuma". Syrien 2000 Pounds Wie SYR-117 (Linzmayer B632c), aber mit Unterschriften "Kenan Yaghi/Hazem Karfoul" und Jahr "٢٠٢١-١٤٤٣". Tadschikistan 500 Somoni Wie Linzmayer B221a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Emmomali Rachmonow/Choliqzoda Hokim Hikmatullo" und Jahr 2021. Türkei 5 Lirası Wie TUR-222b (Linzmayer B306d), aber mit Unterschriften "Şahap Kavcıoğlu/Taha Çakmak". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com) Abb. Malediven und Solomonen: Donald Ludwig (www.polymernotes.org)

  • Russland: Neue 100-Rubel-Note zum "Heldengedenken" ist in Umlauf

    Die Bank von Russland hat am 30. Juni 2022 eine neue 100-Rubel-Note mit der Darstellung eines Denkmals zu Ehren der sowjetischen Soldaten auf der Rückseite in Umlauf gegeben. Beschreibung laut Angaben der Bank: Die vorherrschenden Farben der Banknote (Format 150 x 65 mm) sind Oliv und Orange. Das Hauptmotiv auf der Vorderseite ist ein Fragment des Spasski-Turms (Erlöserturms) des Moskauer Kremls mit Glockenspiel, links davon die Lomonossow-Universität sowie rechts der Moskauer Konzertsaal Sarjadje und der Fernsehturm Ostankino. Das Hauptmotiv auf der Rückseite zeigt das Rschew-Denkmal für den sowjetischen Soldaten. Auf der Vorderseite der Banknote ist oben links das Wappen der Russischen Föderation abgebildet. Die Rückseite trägt oben rechts die Aufschrift "2022" – das Jahr der Ausgabe der Banknote. Unten rechts auf der Vorderseite der Banknote befindet sich ein QR-Code, der einen Link zu einer Seite auf der Internetpräsenz der Bank von Russland mit einer Beschreibung der Sicherheitsmerkmale der Banknote enthält. Die Banknote ist auf weißem Baumwollpapier gedruckt. In das Papier wurden zwei Arten von Sicherheitsfasern eingebettet – farbige Fasern mit abwechselnd roten und blauen Bereichen und graue Fasern. Vier Fragmente von holografischen Sicherheitsfasern von 2 mm Breite erstrecken sich bis zur Oberfläche der Vorderseite der Banknote. Auf der Rückseite der Banknote befinden sich zwei Kontrollnummern: eine zweistellige Serienbezeichnung und eine neunstellige Zahl. Die linke Zahl ist auf der kurzen Seite der Banknote lesbar, die rechte Zahl auf der langen Seite. Zu den weiteren Sicherheitsmerkmalen zählen ertastbare Streifen an den kurzen Seiten für Menschen mit Sehbehinderung, Elemente, die im UV-Licht bzw. Infrarot sichtbar werden, Mikroschrift sowie Kippelemente. Die Gedenkstätte Rschew Die Gedenkstätte für den sowjetischen Soldaten von Rschew nordwestlich von Moskau ist ein Gedenkkomplex, der dem Andenken an die sowjetischen Soldaten gewidmet ist, die während des Großen Vaterländischen Kriegs in den Jahren 1942–1943 in den Kämpfen bei Rschew gefallen sind. Errichtet wurde die Gedenkstätte am Ort der erbitterten Kämpfe der Operation Rschew-Wjasemskaja auf Initiative von Veteranen des Zweiten Weltkriegs durch die Russische Militärhistorische Gesellschaft mit Unterstützung des Unionsstaates, des Kulturministeriums der Russischen Föderation, der Regierung der Region Twer und des Siegesmuseums. Es wurde ausschließlich durch öffentliche Spenden finanziert und am 30. Juni 2020 eröffnet. Gegenwartsbezug Natürlich kann man davon ausgehen, dass die Ausgabe einer Banknote mit einem solchen Motiv mitten in Kriegszeiten auch eine propagandistische Wirkung erzielen und auf die vermeintliche Unbesiegbarkeit Russlands anspielen soll. Immerhin zeigt die Landkarte Russlands (Zentralrussland hervorgehoben) auf der Rückseite, abgesehen von der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim, "noch" die russischen Grenzen vor Beginn des Überfalls auf die Ukraine. Zwar kündigte die Bank Rossii an, die neuen 100-Rubel-Scheine "nach und nach" in Umlauf zu bringen, jedoch stößt sie dabei auf ein erhebliches Problem: Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatten sich zahlreiche ausländische Unternehmen aus Russland zurückgezogen – darunter auch die US-amerikanischen Bankomat-Hersteller NCR und Diebold Nixdorf, die nach einem Bericht des Russischen Bankenverbands vom Frühling für mehr als 60 % aller Geldautomaten in Russland verantwortlich sind. Aufgrund dieser Umstände steht die Russische Föderation vor der großen Schwierigkeit, die Programme der bestehenden Geldautomaten an die 100-Rubel-Noten mit den neuen Sicherheitsmerkmalen anzupassen. Wann damit zu rechnen ist, dass die breite Bevölkerung den neuen Hunderter auch tatsächlich in die Hand bekommt, bleibt also unklar. Hans-Ludwig Grabowski und Kana Totsuka

  • Lexikon: Druckverfahren, Druckarten

    Der ständige Kampf der Hersteller von Geldscheinen gegen die Fälscher führte zur Ausnutzung aller zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. Von den drei großen Gruppen der verschiedenen Druckverfahren wurde vor allem der Hochdruck, dann aber auch der Tiefdruck für die Herstellung von Papiergeld herangezogen, während der Flachdruck (Offsetdruck) lange Zeit gemieden und erst viele später von Banknotenherstellern berücksichtigt wurde. Die verschiedenen Methoden und Techniken mit ihren Vor- und Nachteilen wechselten sehr oft im Laufe der über tausendjährigen Geschichte des Papiergelds. Der in der frühen Zeit einzig bekannte Hochdruck (Holzschnitte) musste im 19. Jahrhundert zeitweilig dem exakteren Tiefdruck Platz machen, ohne aber je ganz das Feld räumen zu müssen, da er den Vorteil der schnelleren Herstellung und der geringeren Kosten hatte. GL-275: Deutscher Bund, Königreich Preußen, Haupt-Verwaltung der Staats-Schulden, Cassen-Anweisung über 1 Thaler Courant vom 2. Januar 1835, Vorder- und Rückseite, Sammlung Beerenwinkel. In dem von der Reichsdruckerei 1901 herausgegebenen Buch "Das Deutsche Staatspapiergeld" wird ausführlich über die Technik der in kombiniertem Buch- und Tiefdruck hergestellten preußischen Noten von 1835 zu 1, 5, 50, 100 und 500 Thaler berichtet: Die Zeichnungen waren unter der Leitung des Ober-Baudirektors Schinkel entworfen worden. Die Verzierungen für die Vorderseiten wurden von dem Holzschneidekünstler Unzelmann und dem Graveur und akademischen Künstler Thieme in Holz geschnitten und in der Königlichen Münze in Kupfer abgesenkt. Die Gravierung der Ur-Stahlplatten für die 5 Rückseiten haben die 7 Kupferstecher Wolff, Mandel, Finke, Steger, Lüderitz und Dörbeck besorgt. Die siderographische Herstellung (Verfahren, den Stahl zu härten und die darauf hochgestellte Zeichnung unter starkem Druck auf Platten von weichem Stahl abzuwalzen) der Druckplatten zu den Kehrseiten geschah alsdann unter der Leitung des Fabriken-Commissionsraths Wedding im Königlichen Gewerbeinstitut. Der Druck fand unter Aufsicht von Beamten auf 12 neu beschafften Hummelschen Kupferdruck- und 7 aus England bezogenen Columbia-Buchdruckpressen durch den Buchdruckereibesitzer Eduard Haenel in Magdeburg statt, welcher sowohl für den Buchdruck der Vorder- als auch für den Kupferdruck der Bildseite erheblich billigere Forderungen gestellt hatte als die Anfangs in Betracht gezogenen Berliner Drucker. Die Herstellung nahm einen Zeitraum von fast drei Jahren in Anspruch. Bei ihr sind, abgesehen von den mit der Leitung und Beaufsichtigung betrauten Beamten der Hauptverwaltung, nicht weniger als 249 Personen tätig gewesen. BRD-21a: Note der Deutschen Bundesbank zu 50 DM vom 1. Juni 1977, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Da im 20. Jahrhundert das Papiergeld als Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung gewann, wurde die schnelle Herstellung von Geldscheinen eine immer dringendere Forderung. So wurden auch der für sehr hohe Auflagen besonders geeignete, jedoch lange vom Wertpapierdruck ausgesperrte Offsetdruck und der indirekte Hochdruck immer mehr berücksichtigt. Beispielsweise waren die Noten der Deutschen Bundesbank in einer Kombination von Linientiefdruck als Hauptdruck und indirektem Hochdruck als Untergrunddruck hergestellt worden. Auch die Schweizer Banknoten der Ausgabe 1976 wurden in zwei Druckverfahren, im Tief- und Offsetdruck, hergestellt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Lexikon: Druckproben

    Bei der Herstellung von Geldscheinen wurden und werden vielfach zur Kontrolle der ordnungsgemäßen Funktion der Druckmaschinen, der richtigen Farbtöne und aus anderen technischen Gründen Druckproben angefertigt, die oft von den später gedruckten Originalen abweichen. Druckproben von Banknoten und Staatspapiergeld kommen selten vor, da sie meist vernichtet wurden. Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: einseitige Druckprobe der Vorderseite zu 100 Mark vom 21. April 1910 mit Überdruck "Musterabdruck – Wertlos" und Perforation "DRUCKPROBE", Vorder- und Rückseite. Von Notgeldscheinen (vor allem vom deutschen und österreichischen Notgeld) kommen Druckproben häufiger vor, die oft von der Makulatur nicht zu unterscheiden sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: Darlehnskassenschein für das Gebiet "Ober Ost" von 1916

    Objekttyp: Kassenschein (Besatzungsausgabe) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Das vom Generalstab des Oberbefehlshabers Ost mit Kurland (historischer Teil Lettlands), einigen damals litauischen und heute polnischen Distrikten sowie den westlichen Distrikten Weißrusslands verwaltete deutsche Besatzungsgebiet an der Ostfront im Ersten Weltkrieg wurde auch „Ober Ost“ (Land Ober Ost oder Ob. Ost) genannt. Es war mit einer Fläche von rund 108.800 qkm etwa so groß wie die ehemalige DDR. Die Versorgung dieses Gebiets mit Zahlungsmitteln erfolgte durch die Ostbank für Handel und Gewerbe. Sie gab ab 1916 durch ihre Darlehnskasse Ost im deutschen Posen Darlehnskassenscheine in Rubel-Währung aus, ab 1918 dann durch die Darlehnskasse Ost im litauischen Kowno (Kauen/Kaunas) auch solche in Mark-Währung. Der Umrechnungskurs Rubel zu Mark stand konstant im Verhältnis 2:1. Nach Gründung der baltischen Republiken im Jahre 1918 schufen sich Estland und Lettland 1919 eigene Währungen, während Litauen die Scheine der Darlehnskasse Ost am 26. Februar 1919 zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärte und noch bis zur Einführung der Litas- Währung am 9. August 1922 im Umlauf behielt. Land/Region/Ort: Russland, Ober Ost, deutsch besetztes Gebiet im Ersten Weltkrieg Emittent: Ostbank für Handel und Gewerbe, Darlehnskasse Ost, Posen Nominal: 100 Rubel Datum: 17. April 1916 Vorderseite: Links weibliches Kopfbildnis mit Lorbeerkranz, rechts Kopfbildnis eines bärtigen Mannes mit Helm, Mitte Wertzahl im Früchtekranz, links und rechts unten Ornamente mit Früchten. Rückseite: Links Merkur- und rechts Frauenkopf in Ornamenten. Wasserzeichen: Kreuzblumenmuster Unterschriften: Michalowsky, Hamburger, Kauffmann Format: 170 mm x 110 mm Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig Material: Papier Nummerierung: 1020744 Authentizität: Original Zitate: • EWK-39b (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) • 437b (Pick/Rixen: Papiergel-Spezialkatalog Deutschland) • 463b (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) • R126 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: Zwei Besonderheiten!

    Heute möchte ich Ihnen zwei "Besonderheiten" senden, zu denen ich auf Ihren Kommentar gespannt bin. 1. Erfurt 10 Pfennig von B. Heinze: hier wurde der Wert händisch von 1 auf 10 Pfennig geändert. Sieht für mich authentisch aus, obwohl natürlich jeder diese Änderung hätte vornehmen können. 2. Netzschkau 5 Pfennig: hier ist die "6" der Kontrollnummer 60000 auffällig, da fetter und größer. Besten Dank vorab für Ihre Einschätzung der Scheine und herzliche Grüße Th. Neldner Antwort der Redaktion Bei beiden Ausgaben handelt es sich um sog. Kleingeldscheine (Verkehrsausgaben). 1. Erfurt B. Heinze (nach zeitgenössischem Einwohnerbuch wahrscheinlich die Postschaffnerswitwe Berta Heinze) führte privat die Post-Kantine der Reichspost in Erfurt. Die damalige Posthalterei befand sich am Anger 9, auch heute noch ein beeindruckendes Gebäude. Hergestellt wurden Scheine auf farbigem Karton zu 1, 5 und 10 Pfennig ohne Datum, wobei die 1-Pfennig-Scheine bislang nicht belegt sind und ausschließlich in der handschriftlich abgeänderten Version zu 10 Pfennig vorkamen. Ich gehe davon aus, dass es sich bei Ihrem Schein um ein authentisches Stück handelt, das aufgrund der Klebereste auf der Rückseite aus einem alten Album stammt. 2. Netzschkau Der vorliegende 5-Pfennig-Schein gehört zur letzten Kleingeldausgabe der Stadtgemeinde Netzschkau in Sachsen ohne Datierung (wohl 1921). Normal sind natürlich alle fünf Ziffern der Kontrollnummer gleich groß. Sollte sich hier also jemand die Mühe gemacht haben die erste Ziffer (Null) eines Musterscheins unter dem Überdruck einer größeren Ziffer verschwinden zu lassen, um den Schein "gültig" zu machen? Hätten die 5 Pfennig Nennwert 1921 wirklich so einen Aufwand gelohnt? Oder handelt es sich um einen Fehler beim Nummerieren, der durch den Überdruck der größeren Ziffer "6" behoben werden sollte? Leider liegt mir der Schein nicht vor, so dass eine Begutachtung, was genau mit ihm geschehen sein könnte, schwierig ist. Bitte schauen sie sich die erste Stelle der Kontrollnummer genau an. Mir scheint, als ob die erste Stelle manipuliert wurde. Hans-Ludwig Grabowski

  • Polnische Geldscheine – Begrenztes Sammelgebiet: nicht ausgegebene Scheine

    Um es vorweg zu nehmen: In Polen wurde Papiergeld schon immer sehr gern gesammelt, die meisten Münzensammler betrachteten Kollektionen ohne Papiergeld als ein Torso. Es gibt dazu eine ganze Reihe von „reinen Papiergeldsammlern“, die wenig Interesse an den vielen Silber- und Goldmünzen ab etwa 1966 haben. Eigentlich kaum zu glauben ist, dass die seit 2006 ausgegebenen Gedenkbanknoten der polnischen Nationalbank (Narodowy Bank Polski, NBP) heute bedeutend höhere Auflagen aufweisen als vergleichbare 10-Zloty-Münzen. Im letzten Jahr wurden 80.000 Scheine auf Lech Kaczynski ausgegeben. Bei den 10-Zloty-Münzen hingegen gab die NBP immer „bis zu…“ 10.000 Stück an. Wie weit dieses Prägelimit tatsächlich ausgeschöpft wurde, ist nicht bekannt. Verschiedene Musterscheine Es gab schon viele Musterbanknoten, die später in den Handel kamen. Sie wurden meist mit SPECIMEN oder Aufdruck: Ohne Wert – Muster (WZÓR) versehen. Relativ viel davon kam seit ca. 1918 in Sammlerhand. Die NBP selbst wiederum versorgte andere Banken im In- und Ausland mit Musternoten. Einige wurden aber auch an Sammler verkauft. Es gibt allerdings immer wieder Neuentdeckungen, so die vorgestellte 20-Zloty-Note vom 2. Januar 1965. Hier ist kein Aufdruck MUSTER oder Ähnliches vorhanden, aber eine Seriennummer 1204395 mit Buchstaben KH. Abgebildet ist ein nach Links blickender Mann. Die Rückseite zeigt das Wappen von Poznan (Posen) und Häuser des Posener Marktes (rynek). Polen, 20 Zloty 1965 „Banknote - Poznan“ Interessant ist, dass die Bezeichnungen „Prezes“ und „Hauptkassierer“ aufgedruckt sind, aber deren Namenszüge fehlen. Das lässt die Deutung zu, dass es sich hier um eine Musterbanknote handelt. Allerdings sind bei solchen eher mehrere Nullen oder 123456789 oder andere Zahlenfolgen üblich. Es wurde bekannt, dass der uns als Katalogautor bekannte Ceslaw Kaminski, der selbst bei der NBP arbeitete, sich für die Abgabe von einigen Serien an Musterscheinen für polnische Numismatiker einsetzte und diese nicht der Vernichtung zugeführt wurden. Um 1965 hatte Polen noch immer die alten Geldscheine von 10 bzw. 20 Zloty bis 100 und 500 Zloty von 1948, die im Rahmen der Währungsreform Ende 1950 in den Umlauf kamen. Sie hatten deutliche Ähnlichkeit zu den Vorkriegsausgaben vieler Länder und Polens. Man arbeitete damals intensiv an der Ausgabe von neuen Scheinen ohne den klassischen Rand und wollte auch modernere Bildgestaltungen wagen. Stolz war man, dann 1965 endlich einen 1000-Zloty-Schein mit Datum 29. Oktober 1965 präsentieren zu können, bei dem der inThorn geborene Astronom Nikolaus Kopernikus im Mittelpunk stand. Dieser Geldschein sah „westlich“ aus und hatte bezogen auf polnische Verhältnisse einen recht hohen Wert. Der Kurs zur "Ostmark" lag bei etwa 5:1. , also hatte er den Gegenwert von 200 Mark der DDR. Eine junge Fachverkäuferin verdiente damals gerade einmal 1000 Zloty im Monat und viele Polen sahen in dieser neuen Nominalstufe schon das Zeichen einer schleichenden und realen Inflation. Offene Fragen Was den hier vorgestellten Schein zu 20 Zloty angeht, so wird dieser in der 18. Herbstauktion des Gabinet Numizmatyczny, D. Marciniak ab 8.10.2022 in Warschau verkauft. Dem Inhaber der Firma sind andere Nominalstufen aus dieser Zeit bekannt, teilweise mehrere in unterschiedlichen Farben bei einzelnen Wertstufen. Laut Auktionshaus soll es nur maximal 20 Stück geben. Es wird wohl nicht mehr zu klären sein, ob einige dieser Scheine schon in größeren Mengen gedruckt, nicht ausgegeben und später vernichtet wurden. Bekanntlich hatten viele Emissionsbanken in der Welt Reservescheine, die sicherheitshalber auf Vorrat gehalten wurden. Wolfgang J. Mehlhausen

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