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- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.2 – Santander
Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen: Santander Die Emissionen der Banco de España – Santander Die Provinz Kantabrien mit der Hauptstadt Santander blieb nach dem Putsch ebenso wie der nördliche Teil der Provinzen Palencia und Burgos unter republikanischer Kontrolle, während Kastilien die Rebellen unterstützte. Da Francos Truppen zunächst die eingeschlossene Garnison in Oviedo befreiten, geriet Santander einschließlich der südlichen Zone der kantabrischen Bergkette nicht sofort unter militärischen Druck der aufständischen Verbände. In Santander bildete sich ein Volksfront-Komitee, das mit Mitgliedern der CNT erweitert,1) die politische Kontrolle vom Juli bis zur Errichtung des Interprovinzialrates von Santander, Palencia und Burgos ausübte. Der Rat bestand vom 8. Februar 1937 bis zu seiner Auflösung im August nach der Besetzung der Region durch die Franco-Truppen unter Dávila. Er umfasste Kantabrien sowie die freien Gebiete von Palencia und Burgos. Da sich auch in Kantabrien ein Mangel an Münzen und Banknoten bemerkbar machte, bat die Filiale der Banco de España in Santander am 30. September 1936 die Zentrale in Madrid um Erlaubnis, Notgeld ausgegeben zu dürfen. Die Genehmigung wurde am 17. Oktober erteilt. Am 31. des Monats verfügte die Generaldirektion der Finanzen an, Ersatzgeld im Gesamtwert von 20.340.000 Peseten auszugeben. Wie in Bilbao, sollten Banken und Sparkassen die Emission übernehmen. Die ausgegebenen Beträge wurden einem speziellen Konto der Banco de España belastet und mit 4 % verzinst. Daneben schuldete die Notenbankzentrale auch ein Drittel der Emissionskosten, während mit zwei Drittel der Kosten die Zweigstelle in Santander belastet wurde. Mit Datum vom 1. November 1936 wurden Banknoten zu 5, 10, 25, 50 und 100 Peseten ausgegeben. Sie sollten eigentlich nach einem Monat durch die Zweigstelle der Banco de España wieder eingelöst werden. Aufgrund des Kriegsverlaufs verlängerte am 1. Dezember 1937 die Generalleitung von Santander, Palencia und Burgos aber die Umlauffrist. Abb. 1.1: Banco de España – Santander (Banco de Bilbao), 1. November 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 1.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 2.1: Banco de España – Santander (Banco Mercantil), 1. November 1936, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 2.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 10 Pesetas, Rückseite. Abb. 3: Banco de España – Santander (Banco de Española de Crédito,), 1. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.1: Banco de España – Santander (Banco Hispanola Americano), 1. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 5.1: Banco de España – Santander (Banco de Santander), 1. November 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 100 Pesetas, Rückseite. Auch diese Geldscheine wurden mit doppeltem Talon gedruckt. Der linke war durch Perforation abzutrennen, während der rechte mit der Schere geschnitten wurde. Die Vorderseiten aller Nominale sind gleich gestaltet. Groß überschrieben mit „EL BANCO DE ESPAÑA“, darunter kleiner „SANTANDER“, in den vier Ecken jeweils die Wertzahl. In der linken unteren Ecke schräg die zweizeilige Bestätigung der Notenbank „TIENE FONDOS / BANCO DE ESPAÑA“ und gedruckte Unterschrift. Während die Schrift schwarz ist, wählte man für Wertzahl und Unterdruck ein graugrünes Endlosband in Microschrift mit „BANCO DE ESPAÑA“. Die sechsstellige rote Kennziffer befindet sich mittig am unteren Scheinrand. Das Format der Scheine nimmt mit steigendem Wert zu. Auf den Rückseiten werden die Wappen Spaniens und der Provinzen in unterschiedlicher Anordnung in dunkelbraunem Farbton dargestellt. Der Wahlspruch „IGUALDAD FRATERNIDAD Y JUSTICIA“ (Gleichheit, Verbrüderung und Gerechtigkeit) steht jeweils am unteren Rand. Der Schein zu 50 Pesetas weicht dahingehend ab, dass neben einem Frauenkopf auch die Stadt-Silhouette und das Gebäude der Filiale der Banco de España in Santander wiedergegeben wird. Zur Gültigkeit der Noten waren noch der Stempel der ausgebenden Bank und die handschriftliche Unterschrift auf der rechten Scheinseite unter dem Stempel notwendig. Hierbei benutzten die Banken Stempel mit unterschiedlichen Texten: Banco de Bilbao: „Banco de Bilbao-Santander Por Poder“, Banco Español de Crédito: „Banco Español de Crédito Sucursal de Santander“, Banco Hispano-Americano: „Banco Hispano-Americano Por Poder“, Banco Mercantil: „Banco Mercantil Por Poder“, Caja de Ahorros y Monte de Piedad: „Por el Monte de Piedad“, Banco de Santander: Sie tragen einen runden Trockenstempel oder ein ovales Siegel mit „Banco de Santander P.P.“, „Banco de Santander Subdirector“, „Banco de Santander consejero Delegado“ oder „Banco de Santander Director Gerente“. Daneben wurden die Scheine mit einem weiteren Tinten- bzw. Trocken-Stempel versehen. Allerdings ist dabei nur ein Teil des Abdrucks auf der linken Scheinseite sichtbar. Der Rest dürfte sich auf dem abgetrennten Talon befinden. Die Note zu 5 Peseten hat die Maße 90 x 54 mm, zu 10 Pesetas 99 x 59 mm, zu 25 Pesetas 117 x 70 mm, zu 50 Pesetas 130 x 77 mm und zu 100 Pesetas 138 x 81 mm. Die Banken waren nicht gleichmäßig an der Ausgabe beteiligt. Es entfielen auf:2) Banco Mercantil 7.670.500 Pesetas Banco de Santander 5.811.000 Pesetas Banco Hispano-Americano 2.465.000 Pesetas Caja de Ahorros y Monte de Piedad 1.634.400 Pesetas Banco de Bilbao 1.558.500 Pesetas Banco Español de Crédito 1.189.500 Pesetas Gesamt: 20.340.000 Pesetas Das Papiergeld wird im Handel meist in schlechter Erhaltung angeboten, da es für den Umlauf wenig geeignet war. Selbst für Noten in mäßiger Erhaltung werden hohe Preise verlangt. Unzirkulierte Exemplare sind Raritäten. In der Sammlung der Banco de España befindet sich auch ein Probedruck der Vorder- und Rückseite einer Note, die ebenfalls mit 1. November 1936 datiert ist. Auf der Vorderseite wird das Brustbild des zweiten und letzten Präsidenten der Spanischen Republik, Manuel Azaña y Díaz (1880 – 1940), abgebildet. Im unteren Bereich in der Mitte das spanische Wappen mit der Mauerkrone. Am Rand klein „Demetrio Díaz Recorder“. Hierbei dürfte es sich um den Betreiber der Druckerei „Viuda de Francisco Fons“ in Santander handeln. Auf der Rückseite das Wappen von Santander und die große Überschrift BANCO DE ESPAÑA.3) Am 14. August 1937 griffen die Franquisten Santander von Süden und Südwesten an. Zwölf Tage später marschierten sie in die Stadt ein. Natürlich wurden die Banknoten von den Eroberern nicht anerkannt. Die Regierung floh nach Barcelona. Auch ihr erlaubte die Generalitat de Catalunya Zahlungen mit Santander-Noten vorzunehmen. Diese Scheine wurden mit einem violetten, 39 mm großer Stempel mit der Umschrift „DELEGACÓN DE INDUSTRIA Y COMERCIO DE SANTANDER EN BARCELONA“ und dem republikanischen spanischen Wappen versehen. Abb. 6: Stempel: „DELEGACÓN DE INDUSTRIA Y COMERCIO DE SANTANDER EN BARCELONA“. Auch in Kantabrien wurden 1937 zwei Kupfer-Nickel-Münzen ausgegeben. Die Münze zu 50 Céntimos in einer Auflage von 80.000 Stück und 100.000 beim Nominal zu einer Peseta. Als Emittent wird der Interprovinzialrat „Consejo de Santander, Palencia und Burgos“ genannt. Ansonsten ist darüber wenig bekannt. Uwe Bronnert Anmerkungen Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine Konföderation anarchosyndikalistischer Gewerkschaften in Spanien. Banco de España (Hrsg.), Los Billetes del Banco de España 1782-1979, Madrid 1979, S. 298. Ebenda, S. 299, Abbildung S. 303.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 25
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 637 Ernst und Lorli Jünger Ernst Jünger (geb. 1935 in Hanau) studierte in Offenbach und München. 1972 bi 1998 lehrte er Kommunikationsdesign an der Universität München. Lorli Jünger (geb. 1938 in Weimar) studierte ebenfalls in Offenbach und München. Beide arbeiteten gemeinsam an internationalen Ausstellungen, entwarfen u. a. Poster und Briefmarken. Sie beteiligten sich auch an Gestaltungswettbewerben der Deutschen Bundesbank. 5 Euro, Vorderseite: antike Marmorskulptur, Bodenmosaik und Säulensockel; Rückseite: Säulenkapitell und Teil eines klassischen Amphitheaters. 10 Euro, Vorderseite: Steinskulptur, Fabelwesen und Steinboden; Rückseite: romanisches Kapitell und romanische Arkaden. 20 Euro, Vorderseite: gotische Holzschnitzerei und Deckenverzierung sowie Globus; Rückseite: gotisches Maßwerk. 50 Euro, Vorderseite: Porträt und Wandrelief aus der Zeit der Renaissance; Rückseite: Arkade mit Säule und Halle mit Torbogen. 100 Euro, Vorderseite: barockes Frauenporträt, barocke Stilelemente und Putto; Rückseite: barockes Säulenkapitell und Treppenflucht. 200 Euro, Vorderseite: Frauenporträt, Kunstschmiedeobjekte und Schmuck aus dem 19. Jahrhundert; Rückseite: Industriegebäude und hölzerne Säule. 500 Euro, Vorderseite: modernes Männerporträt und Wanddekoration; Rückseite: Fassaden moderner Architektur. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Aserbaidschan: Neue 10-Manat-Noten
Nach der Einführung der neuen 1-, 5-, 20- und 50-Manat-Banknoten mit aktualisierten Sicherheitsmerkmalen brachte die Zentralbank der Republik Aserbaidschan nun auch die Stückelung zu 10 Manat in Umlauf. Die Papierbanknote misst 134 x 70 mm und zeigt das Jahr „2021“ auf der Vorderseite. Die Motive sind dieselben wie auf den Vorgängerscheinen: Auf dem Avers sind die Altstadt von Baku, der Palast der Schirwanschahs und der Jungfrauenturm dargestellt; auf dem Revers sind eine Landkarte von Aserbaidschan sowie traditionelle Teppichmuster zu sehen. Die Sicherheitsmerkmale wurden auf aktuellen Stand gebracht: Die neue 10-Manat-Note wurde ausgestattet mit einem Spark-Live-Element in Form eines Schiffes und einem Fenster-Sicherheitsstreifen mit Farbwechsel von Grün zu Blau, einem RollingStar-LEAD-Hologrammstreifen, einem Wasserzeichen mit dem Staatswappen und der Wertzahl 10 sowie ertastbaren Linien an beiden seitlichen Rändern der Vorderseite für Menschen mit Sehbehinderung. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Bangladesch: Neue Gedenknote
Am 26. Juni 2022 gab die Bangladesh Bank eine neue Gedenknote in Umlauf. Betitelt mit „Padma Bridge – The symbol of national pride“, feiert die 100-Taka-Gedenknote die Eröffnung dieser Brücke, die nach Verzögerungen am 25. Juni dieses Jahres stattfinden konnte. Bei der Padma-Brücke über der gleichnamigen Fortsetzung des Ganges handelt es sich um die größte Brücke in Bangladesch und die längste in Südasien. Die Stahlfachwerkbrücke vereint eine Eisenbahnstrecke auf dem Unterdeck sowie ein Oberdeck mit einer vierspurigen Straße. Die eigentliche Brücke weist eine Spannweite von 150 m auf, jedoch erstreckt sich die Gesamtlänge auf über 6 km. Die Bauarbeiten, deren Abschluss eigentlich bereits für November 2018 geplant war, kamen erst am 20. Juni 2022 zum Ende – neben Korruptionsvorwürfen und Planänderungen hatte auch die COVID-19-Pandemie eine maßgebliche Rolle gespielt. So konnte beispielsweise ein Teil der chinesischen Bauarbeiter nach den Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr im Januar 2020 aufgrund der Quarantänebestimmungen nicht mehr aus ihrer Heimat einreisen. Die Gedenknote zeigt auf der Vorderseite vor dem Hintergrund der frisch eröffneten Padma-Brücke die Porträts von Scheich Mujibur Rahman, Gründungsvater Bangladeschs, und von seiner Tochter Scheich Hasina Wajed, die 2009 ihre zweite Amtsperiode als Premierministerin antrat. Zum Baubeginn wurde die Benennung der Brücke nach der Mutter der Premierministerin von der regierenden Partei vorgeschlagen; nach der Bangabandhu-Brücke wäre dies die zweite nach den Eltern der Premierministerin benannte Brücke geworden. Nach Durchkreuzung dieser Pläne durch die Opposition einigte man sich 2018 auf die Benennung der Brücke nach dem Flussnamen. Auf der Rückseite ist nochmal die Brücke zu sehen. Insgesamt 10 Mio. Exemplare wurden gedruckt und für 150 Taka pro Schein bzw. für 200 Taka im Folder zum Verkauf angeboten. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Große 2-tägige Internationale Jubiläumsbörse anlässlich 70 Jahre Wuppertaler Münzfreunde e. V.
Die Deutsche Numismatische Gesellschaft e. V. (DNG) und die Wuppertaler Münzfreunde e. V. laden zum 19. Deutschen und 66. Norddeutschen Münzsammlertreffen vom 27. bis zum 28. August 2022 in Wuppertal ein. Das Tagungsthema lautet "Münzwesen des Rheinlandes". Gleichzeitig wird die 70-Jahrfeier der Wuppertaler Münzfreunde e. V. sowie der 15. Rheinische Münztag durchgeführt. Aufgrund des 70-jährigen Vereinsbestehens wird zugleich eine große zweitägige internationale Jubiläumsbörse im großen Saal der historischen Stadthalle Wuppertal abgehalten, bei der Münzen und Banknoten im Vordergrund stehen werden. Nach aktueller Planung werden über 100 Aussteller auf über 2.000 m² präsent sein. Historische Stadthalle Offenbach-Saal Das mittlerweile fertiggestellte Tagungsprogramm ist folgendes: Samstag, 27. August 2022 10:00 Uhr Eröffnung des 19. Deutschen Münzsammlertreffens, des 66. Norddeutschen Münzsammlertreffens und des 15. Rheinischen Münztages Begrüßung (Dieter Klempert, Vorsitzender der Wuppertaler Münzfreunde) Grußworte (Christian Koch, Vorsitzender der Rheinischen Münzfreunde) Eröffnung (Dr. Barbara Simon, Präsidentin der DNG) 10:30 Uhr Verleihung des Eligiuspreises der DNG 2022 an Dr. Ralf Fischer zu Cramburg Laudatio: Dr. Gerd Dethlefs Vortrag des Preisträgers: „Rheinische Münzschätze – verkauft, verschenkt, enteignet“ 12:15–14:00 Uhr (Mittagspause) Mittagessen auf Wunsch nach Voranmeldung (siehe Anmeldekarte) im Hotel Vienna House Easy Wuppertal, Auf dem Johannisberg 1, 42103 Wuppertal, direkt neben der Stadthalle 14:15 Uhr Vorträge zum Tagungsthema Dr. Bernd Sprenger: „Die Münzen von Berg und Jülich-Berg von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert“ Henner Meding: „Münzvereine des alten Köln, Jülich, Kleve“ (15:45–16:15 Uhr: Kaffeepause) Günther Unshelm: „Münzwaagen von 1600 bis 1850 des Bergisch-Märkischen Kreises und Köln“ Anschließend (ca. 17 Uhr) Führung durch die Postkarten-, Medaillen- und Münzwaagen-Ausstellung in der Stadthalle 18:30 Uhr (Abendessen) Möglichkeit des Abendessens im Hotel Flemings Express Hotel Wuppertal, Döppersberg 50, 42103 Wuppertal, direkt neben dem Bahnhof (Selbstzahler) Sonntag, 28. August 2022 10:00 Uhr Vorträge zum Tagungsthema Dr. Peter Ilisch: „Der Münzfund Remscheid aus der 2. Hälfte 11. Jahrhundert“ Rahel Otte: „Wie das Geld ins Rheinland kam – Römische Fundmünzen aus dem rheinischen Lössgebiet“ Armin Müller: „Geld aus Hürth vor hundert Jahren. Warum ein Bierbrauer, ein Brikettfabrikant und die chemische Industrie eigene Geldzeichen verausgabten“ 12:15 Uhr Schlusswort von Frau Dr. Barbara Simon 12:30–14:00 Uhr (Mittagspause) Mittagessen auf Wunsch nach Voranmeldung im Hotel Vienna House Easy Wuppertal, Auf dem Johannisberg 1, 42103 Wuppertal, direkt neben der Stadthalle 14:00 Uhr Hauptversammlung der DNG. Die Einladung zur Hauptversammlung mit Tagesordnung erfolgt durch die DNG separat an die Vereinsvorsitzenden. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung finden sie auf der Internetseite der Wuppertaler Münzfreunde e. V.: http://www.wuppertaler-muenzfreunde.de/ Als Ansprechpartner fungiert Rainer Thiel. Er ist über folgende Kontaktdaten erreichbar: Festnetz: 0202 / 443 224, Handy: 0160 / 9090 1852, E-Mail-Adr.: thiel.wuppertal@web.de
- Aus privaten Sammlungen: Erfurter Blockadeschein über zwei Thaler von 1813
Objekttyp: Belagerungsgeld (als "Cassenbillet" bezeichnet) Sammlung: Hans-Ulrich Beerenwinkel Historischer Kontext: Nach dem Sieg Napoleons über die Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt besetzten französische Truppen am 16. Oktober 1806 die Stadt und Garnison Erfurt. Der Überlieferung nach soll der berühmte Erfurter Dom den Franzosen als Pferdestall gedient haben. 1807 erklärte Napoleon Erfurt und Umland zusammen mit der Grafschaft Blankenhain zum Fürstentum Erfurt, das nicht zum Rheinbund gehörte, sondern ihm als kaiserliche Domäne direkt unterstellt war. Die Verwaltung erfolgte durch ein Zivil- und ein Militärsenat, welche dem kaiserlichen französischen Gouverneur, General Alexandre d’Alton, unterstanden. 1808 inszenierte Napoleon in der "französischen Exklave" den "Erfurter Fürstenkongress". Unmittelbar nach der Völkerschlacht bei Leipzig zog der Hauptteil der französischen Armee auf der quer durch Thüringen verlaufenden Heerstraße Richtung Westen um den Rhein zu erreichen. Am Morgen des 23. Oktober traf Napoleon in Erfurt ein, wo er in den folgenden 48 Stunden Zeuge des Durchmarsches seiner geschlagenen Armee wurde und es zu Plünderungen und teilweisem Kontrollverlust durch die Offiziere kam. Am Morgen des 25. Oktobers verließ der Kaiser die Stadt. Ab den Abendstunden des gleichen Tags wurde die verbliebene 5000 Mann starke französische Besatzung von preussischen, österreichischen und russischen Truppen eingeschlossen. Am 1. November 1813 befahlen die Franzosen die Herstellung von Papiergeld, um dem Geldmangel in der belagerten Stadt zu begegnen. Nach Abschluss eines Waffenstillstands mussten die Franzosen am 6. Januar 1814 Erfurt bis auf die Festungen Petersberg und Cyriaksburg räumen und die Preußen marschierten ein. Die „Blokade-Scheine“ waren also nur kurze Zeit in Umlauf. Die beiden noch besetzen Festungen räumten die Franzosen erst am 16. April 1814. Land/Region/Ort: Deutschland, Fürstentum Erfurt, Erfurt Emittent: Kaiserlich-Französisches Militair-Gouvernement Nominal: 2 Thaler Datum: 1. November 1813 Vorderseite: Mitte oben Wappen im Zierrahmen. Rückseite: Druck einseitig. Format: ca. 202 mm x 110 mm Material: Papier Druck: Johann Immanuel Uckermann, Erfurt (ohne Vermerk) Nummerierung: 1007 Auflage: 5000 Stück Authentizität: Original Zitate: • GK-717 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) • A560 (Pick/Rixen: Papiergel-Spezialkatalog Deutschland) • S1467a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Leserpost: Ein Pappschein für die Forschung!
Sehr geehrter Herr Grabowski, anbei eine Farbkopie für die Forschung: Der Schein ist aus Pappe! Anmerkungen: Einseitig bedruckt. Fühlt sich samtig an. Mit dem Finger über die Schrift, wie bei einem alten Stück mit Blindenschrift. War damit in einem Auktionshaus in Berlin, das macht aber nur in Briefmarken und hat sich den Schein genau so angesehen. Ich habe den Schein aus einer Flohmarktkiste. Könnte es ein Probedruck sein? Dicker als Zahlungsmittel im Handel. Oder war es vielleicht ein Vorzeigeschein in einer Bank? So sieht der Schein aus, der bald rauskommt (für die Kunden). Oder ist es ein Fantasieschein der Neuzeit, auf superalt gemacht und um Sammler hinters Licht zu führen? M. Beckert, Fürstenwalde Antwort der Redaktion Ihren Leserbrief mit der Farbkopie zum Druck einer Reichsbanknote über 20.000 Mark vom 20. Februar 1923 auf Karton/Pappe habe ich erhalten. Leider kann ich nicht sagen, ob es sich um einen authentischen zeitgenössischen Andruck der damals für die Reichsbank arbeitenden Druckerei (SP = Spamer'sche Buchdruckerei in Leipzig) handelt oder nicht, da ich hierzu das Original prüfen müsste. Für einen Andruck wäre allerdings die vollständige Nummerierung ungewöhnlich. Anhand der Farbkopie kann ich lediglich davon ausgehen, dass es sich wohl um keine moderne Manipulation handeln sollte. Vielleicht finden Sie die Gelegenheit, mir das Stück auf der World Money Fair nächsten Monat (15./16. Juli 2022) in Berlin persönlich zu zeigen. Nur so kann man weitere Erkenntnisse gewinnen. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Druckfirmen
Bei der Herstellung von Geldscheinen spielte zu allen Zeiten die Vorsorge für einen Fälschungsschutz durch Sicherungstechniken eine wichtige Rolle. Da die auch Fälschern zugängliche Drucktechnik vor allem im 19. Jahrhundert große Fortschritte machte, wurden die Druckereien gezwungen, durch besondere Verfahren und die Verwendung von Finessen und Schwierigkeiten den Entwicklungen der Drucktechnik ihrer Zeit immer einige Schritte voraus zu sein, um den Fälschern die Arbeit zu erschweren. So entstanden hochqualifizierte Spezialfirmen für den Druck von Geldscheinen und Wertpapieren. Viele Länder verfügen über eigene staatliche Geldscheindruckereien. Meist stellten und stellen diese Staatsdruckereien nur die Scheine des eigenen Landes her (oft auch nur einen Teil davon, so in der Bundesrepublik Deutschland). Es gibt jedoch auch solche Druckereien, die für andere Länder Geldscheine produzieren. Bekannte Staatsdruckereien, die Geldscheine herstellen, sind: Reichsdruckerei (heutige Bundesdruckerei) Bureau of Engraving and Printing Druckerei der Banque de France Wiener Staatsdruckerei Daneben gab es früher und gibt es auch heute viele weitere bedeutende staatliche Druckereien mit einer Banknotenabteilung, so z. B. in Argentinien (Casa de Moneda de la Nacion), Belgien (Imprimerie Banque Nationale de Belgique), Brasilien (Casa da Moeda do Brasil), Chile (Casa de Moneda de Chile), Volksrepublik China, Dänemark, Griechenland (Idryma Trapezes Ellados), Indien, Italien (Officia della Banca d'Italia; Istituto Poligrafico dello Stato; Officina Carte-Valori), Japan, Norwegen, Polen (Polska Wytwórnia Papierów Wartościowych), Russland (Goznak), Schweden (Tumba Bruk), Spanien (Fabrica Nacional de Moneda y Timbre), Tschechische Republik (Státni Tiskárna Cenin), Ungarn u. a. In immer mehr industriell voll entwickelten Ländern entstanden solche Staatsdruckereien. Brasilien: BRA-248a, Banknote des Banco Central do Brasil über 10 Reais ohne Datum (2000), Gedenkbanknote 500 Jahre Entdeckung Brasiliens, Druck: Casa da Moeda do Brasil, Vorder- und Rückseite. Deutsches Reich: GER-73, Reichsbanknote der Deutschen Reichsbank über 500 Mark vom 27. März 1922, Druck: Reichsdruckerei in Berlin, Vorder- und Rückseite. Frankreich: FRA-154e, Banknote der Banque de France über 100 Francs von 1990, Druck: Druckerei der Banque de France, Vorder- und Rückseite. Russland: Werbeschein der staatlichen russischen Wertpapierdruckerei Goznak ohne Datum, Druck: Goznak, Vorder- und Rückseite. Tschechoslowakei: CSK-97, Banknote der Tschechoslowakischen Staatsbank über 100 Korun von 1989, Druck: Státni Tiskárna Cenin, Vorder- und Rückseite. Die vielen Privatfirmen anzuführen, die im Laufe der Papiergeldgeschichte in den einzelnen Ländern mit dem Druck von Geldscheinen beschäftigt waren, ist wegen der hohen Zahl unmöglich. Hier sollen nur einige der bedeutendsten erwähnt werden, vor allem solche Firmen, die auch bis in die Gegenwart für den Wertpapierdruck von Bedeutung sind: Deutsches Reich, Königreich Bayern: BAY-3c, Banknote der Bayerischen Notenbank über 100 Mark vom 1. Januar 1900, Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig, Vorder- und Rückseite. Deutsches Reich, Freistaat Thüringen: Gra/Me 320.2a5, Serienschein der Stadt Eisenach über 50 Pfennig von 1921, Rückseite mit Luther als Junker Jörg bei der Bibelübersetzung auf der Wartburg, Druck: J. A. Schwarz, Lindenberg im Allgäu, Vorder- und Rückseite. Deutschland Dondorf & Naumann, Frankfurt (auch als Einzelfirmen Dondorf bzw. Naumann) Giesecke & Devrient, Leipzig (später München und zusätzlich Leipzig) Verschiedene Druckereien, die sich vor allem im Druck von Notgeld auszeichneten: M. Du Mont-Schauberg, Köln Edler & Krische, Hannover Flemming-Wiskott, Glogau J. P. Himmer, Augsburg König & Ebhard, Hannover Gebr. Parcus, München Schleicher & Schüll, Düren (später Einbeck) J. Adolf Schwarz, Lindenberg im Allgäu Frankreich Chaix, Paris (druckte Madagaskar 10 und 20 Francs, Typ 1926; Französisch Äquatorialafrika 1917; Indochina, Kleingeldscheine 1919) Island: Banknote der Landsbank Islands über 10 Krónur nach Gesetz vom 15. April 1928 (ausgegeben 1946), Druck: Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd., New Malden, Vorder- und Rückseite. Schweiz: CHE-49h, Banknote der Schweizerischen Nationalbank über 100 Franken vom 23. Dezember 1965, Druck: De La Rue, London, Vorder- und Rückseite. Großbritannien Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd., London (später New Malden, Surrey) Thomas De La Rue & Co. Ltd., London (bis heute der weltweit bedeutendsten Banknotendruckerein, die für viele Länder Geldscheine druckt) Waterlow & Sons Ltd., London, Watford und Dunstable Barcley & Frey Ltd., London (z. B. China, Imperial Bank of China, Hongkong & Shanghai Banking Corporation, Imperial Chinese Railways, alle 1898 bis 1905) Perkins & Bacon, London (Wohl die älteste englische Banknotendruckerei. Perkins kam 1818 nach London und hatte verschiedene Teilhaber. Er stellte eine der ersten Guillochiermaschinen für den Banknotendruck auf; Beispiele von bekannten Noten: brasilianische Noten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und viele Noten englischer Privatbanken) Harrison and Sons, London (1750 gegründet, war ein weltweit führender Hersteller von Briefmarken und Banknoten) Italien Coen & Co. Bancnote, Milano (später Calcografia & Carte Valori), druckte einige spanische Banknoten von 1937 bis 1940. Officina Carte-Valori Richter & Co., Napoli (druckte ab 1908 die Noten des Banco di Napoli). Niederländisch Indien: NLI-72c, Banknote der Javasche Bank über 50 Gulden vom 12. August 1929, Druck: Joh. Enschede en Zonen, Haarlem, Vorder- und Rückseite. Niederlande Johann Enschede en Zonen, Haarlem De Bussy, Amsterdam (druckte viele der niederländischen Münzbillets, auch für die niederländischen Kolonien). Schweiz: CHE-75a, Banknote der Schweizerischen Nationalbank über 10 Franken ohne Datum (2016), Druck: Orell Füssli, Zürich, Vorder- und Rückseite. Schweiz Orell Füssli, Graphische Betriebe AG, Zürich Republik China: CHN-84, Banknote der Bank of China über 5 Yuan von 1940, Druck: American Bank Note Company, Vorder- und Rückseite. USA American Bank Note Company, New York Security Banknote Company E. A. Wright Bank Note Co., Philadelphia Hamilton Bank Note Co. (druckte Anfang des 20. Jahrhunderts Noten für verschiedene südamerikanische Staaten, so für Kolumbien und für Nikaragua). The Homer Lee Bank Note Co., New York (druckte Ende des 19. Jahrhunderts Noten für Honduras, Kolumbien und Nikaragua). Ferner folgende Druckereien, die alle von Fall zu Fall der US-amerikanischen Staatsdruckerei, dem Bureau of Engraving and Printing, bei ihrer Arbeit geholfen haben: Forbes Lithograph Manufacturing Company, Boston Tudor Press, Boston Stecher-Traung Lithograph Corporation, San Franciso State of California Bureau of Printing, Sacramento Von den zahlreichen privaten Banknotendruckereien der Vergangenheit sind heute nur noch wenige übrig geblieben, die allerdings für die meisten kleineren Länder und auch noch für einige bekannte und größere Staaten Geldscheine herstellen. Es sind dies vor allem folgende bedeutende Spezialdruckereien: American Bank Note Company, USA Security Banknote Company, USA Thomas De La Rue & Co., Großbritannien Johann Enschede en Zoonen, Niederlande Orell Füssli, Schweiz Giesecke & Devrient, Deutschland Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.1 – Bilbao
Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen: Bilbao Die Emissionen der Banco de España – Bilbao vom 30. August 1936 und 1. Januar 1937 Am 18. Juli 1936 wurde bekannt, dass die Garnisonen auf den Kanarischen Inseln, in Sevilla, Córdoba, Málaga, Jaca, San Ferando (Cádiz) und Spanisch-Marokko gegen die republikanische Regierung in Madrid rebellierten. Dies war der Auftakt zum Spanischen Bürgerkrieg. Am folgenden Tag bestätigten zahlreiche Nachrichten, dass sich der Aufstand auf Navarra, Katalonien, Altkastilien und den Norden ausgeweitet habe. Allerdings scheiterten die Aufständischen in den Industrieregionen und in fast allen großen Städten. Dennoch kontrollierten sie bald ein Drittel des Staatsgebiets und ein Viertel der Bevölkerung, die Getreideanbaugebiete, den Fischfang in Galicien, die Verbindungswege von Aragonien nach Frankreich, fast die gesamte portugiesische Grenze, die galicische und die andalusische Atlantikküste. Die Offensive der nationalistischen Truppen unter dem Befehl von General Mola richtete sich gegen die baskische Provinz Guipúzcoa und die Stadt Irún. Während des gesamten Monats August bemühten sich die republikanischen Behörden, die Frontlinie an der Grenzen zu Guipúzcoa, Àlava und Burgos zu verstärken. Am 4. September 1936 erreichten die Franquisten den Atlantik und isolierten so das autonome Baskenland (País Vaco) von Frankreich.1) Die Einnahme Madrids galt den Putschisten als vorrangiges Ziel, und Anfang November 1936 stand eine Vorhut bereits vier Kilometer vor der Stadt. Ihr Fall schien unmittelbar bevorzustehen. Aber den republikanischen Truppen und den Verbänden der Internationalen Brigaden gelang es, die spanische Hauptstadt bis Ende März 1939 zu halten. Daher wandten sich Francos Truppen im April 1937 stattdessen verstärkt den industrialisierten Nordprovinzen zu. Dieser Landesteil war bereits vom Gebiet der übrigen Republik isoliert und befand sich militärisch in einer denkbar schlechten Lage. Als die Nachricht vom Putsch der Generäle eintraf, bildeten sich in San Sebastián und Bilbao Komitees der Volksfront unter dem Vorsitz von Zivilgouverneuren der Provinz. In Vizcaya (Bilbao) schlossen sich die Volksfront-Parteien in einem Verteidigungsausschuss zusammen, dem die Mehrheitspartei in der PNV-Region2) beitrat. Während in Asturien die Parteien der Regionalregierung alle der Linken angehörten und von den Gewerkschaften der CNT3) und der FAI4) unterstützt wurden, regierte im Baskenland die christlich-demokratische Mehrheitspartei, deren Ursprung in Asturien lag. Wegen des Zahlungsmittelmangels ordnete der Verteidigungsrat der Provinz Vizcaya am 30. August 1936 die Ausgabe von Inhaberscheinen zu 5, 25, 50 und 100 Peseten an. Hierzu wurden die Privatbanken in Bilbao herangezogen, die Hilfsbanknoten zu 5 Pesetas mit ihrem Namen und Unterschrift für Rechnung der Banco de España drucken ließen. Am 21. Oktober 1936 genehmigte die Regierung des Baskenlandes die Ausgabe von insgesamt 130.000.000 Peseten. Die ersten Wertzeichen wurden wahrscheinlich am 24. Oktober 1936 ausgegeben. Beim Wert zu 5 Pesetas waren acht Banken (s. Tabelle 1) beteiligten. Der Schein, der Ähnlichkeit mit einem Scheck hat, datiert vom 30. August 1936 und hat die Maße 120 x 63 mm. Der rote Aufdruck hebt sich deutlich vom gelben Unterdruck mit der großen Wertzahl 5 ab. Nur die beiden Kontrollnummern und die gedruckte/n, Unterschrift/en sind schwarz. Zur besseren Kontrolle wurden die Scheine mit einem Doppeltalon gedruckt, wobei die linke Seite gezähnt ist, während die rechte mit einer Schere geschnitten wurde. Der rückseitige zweizeilige Aufdruck „Tiene fondos / BANCO DE ESPAÑA, BILBAO“ und die gedruckte Unterschrift des Bankbeamten, ist als Bestätigung der spanischen Notenbank zu betrachten. Mit dem Talon lebte ein alter Brauch auf. Er diente dazu, die Echtheit eingelieferter Banknoten zu prüfen. Da jede Note individuell geschnitten wurde, musste der beim Emittenten aufbewahrte abgetrennte Teil des Talons genau zur vorgelegten Note passen. Bei der großen Zahl der ausgegebenen Geldscheine, dürfte diese Praxis aber kaum durchführbar gewesen sein. In gleicher Ausführung, nur mit einem A vor No., gaben vier Banken eine zweite Serie zu 5 Pesetas aus. Nach dem Stempel auf den Scheinen der Banco de Bilbao müsste dies am 19. Dezember gewesen sein. Da die Unterschriftsbefugnisse bei den beteiligten Banken verschieden geregelt waren, ist ihre Angabe auf den Noten unterschiedlich: Banco de Bilbao: “Por el Banco de Bilbao El Director-Gerente”; Banco Central: “Sucursal de Bilbao”; Banco del Comercio: “Por Poder”; Banco Guipuzcoano: “Por el Banco Guipuzcoano Sucursal de Bilbao el Gerente”; Banco Hispano-Americano: “Banco Hispano Americano Por Poder”; Banco Urquijo Vascongado: “Banco Urquijo Vascongado Director-Gerente”; Banco Vizcaya: “Por el Banco de Vizcaya el Sub-Director”; Caja de Ahorros y monte de Piedad Municipal de Bilbao: “Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao El Director, El Contador, P. El Cajero”; Caja de Ahorros Vizcaina: “Caja Ahorros Vizcaina”. In ähnlicher Ausführung wurden auch die Scheine zu 25 (braun), 50 (grün) und 100 Pesetas (schiefergrau) emittiert. Sie haben die Maße 165 x 73 mm. Das Datum und die ausgebende Bank wurden hier gestempelt und die Unterschrift manuell geleistet. Dies gilt auch für die diversen Unterschriften auf den Rückseiten, mit denen die Notenbank die Garantie übernahm. Das früheste Datum ist bei diesen Scheinen der 1. September 1936 (er kommt auch am häufigsten vor), das späteste bekannte der 17. März 1937. Aufgrund der Vielzahl der verwendeten Bank-Stempel und der vorkommenden Unterschriften bietet sich hier für den Sammler ein weites Betätigungsfeld.5) Die Bedeutung der manchmal vorkommenden drei gestempelten, violetten Großbuchstaben – z. B. „EPE“ oder „EPM“ – bei Noten der der Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao auf der Rückseite ist nicht bekannt.6) Man vermutet, dass sie in Verbindung mit den handschriftlichen Unterschriften stehen. Tabelle 1: Ausgaben von 1936. Abb. 1.1: Banco de España – Banco de Vizcaya, 30. August 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 1.2: Banco de España – Banco de Vizcaya, 30. August 1936, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 2.1: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 2.2: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 30. August 1936, Rückseite. Abb. 3: Banco de España – Banco de Bilbao, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 4: Banco de España – Banco Hispano Americano, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 5: Banco de España – Caja de Ahorros Vizcaina, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 6: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 30. August 1936, Vorderseite. Abb. 7.1: Banco de España – Banco Central, 1. September 1936, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 7.2: Banco de España – Banco Central, 1. September 1936, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 8: Banco de España – Banco Guipuzcoano, 2. Dezember 1936, Pesetas, Vorderseite. Abb. 9: Banco de España – Banco Central, 1. September 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb.10: Banco de España – Banco de Vizcaya, 19. Januar 1937, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb.11.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 25. September 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb.11.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 25. September 1936, 100 Pesetas, Rückseite mit Stempel „E P E“. Obwohl am 14. Januar 1937 das Finanzministerium der Zentralregierung den Zweigniederlassungen der Banco de España verbot, Notausgaben mit ihren Unterschriften zu bestätigen, wurden die Praxis beibehalten. Am 16. April erließ die Regierung von Euzkadi sogar eine Verordnung, die in der „Official Gazette" des folgenden Tages erschien, in der die Ausgabe neuer Hilfsbanknoten und von 6 Millionen Münzen zu einer Peseta und 2 Millionen zu 2 Pesetas ankündigte wurde. Nach anderer Quelle sollen die Münzen schon Ende Februar 1937 in Umlauf gelangt sein.7) Die Nickelmünzen wurden in der königlichen Münze in Brüssel geprägt. Das Münzavers gibt in einen Blätterkranz, den Wert und die Jahreszahl 1937 wieder, während das Revers einen Frauenkopf mit Jakobinermütze und der getrennten Randschrift „GOBIERNO DE EUZKADI“ zeigt. Abb. 23.1/2: Gobierno de Euzkadi, 1937, 1 Peseta, Vorder- und Rückseite. Abb. 24: Gobierno de Euzkadi, 1937, 2 Pesetas, Vorderseite. Die 2. Ausgabe mit dem Datum vom 1. Januar 1937 bestand aus den Nominalen 5, 10, 25, 50 und 100 Pesetas. Gedruckt wurden aber auch Scheine zu 500 und 1000 Pesetas. Sie sollten die Geldscheine der 1. Ausgabe ersetzen und galten auf dem Gebiet der Regierung von Euzkadi als gesetzliche Zahlungsmittel. Sie waren daher von der Stempelsteuer befreit und Fälschungen wurden mit der Höchststrafe geahndet. Die Entwürfe der Nominale stammen von dem baskischen Künstler Nicolás Martínez Ortiz de Zárate8), den Tiefdruck mit roter Nummerierung besorgte „Huecograbado, Arte y Editorial Vasca, S. A.“. Während die Vorderseiten einheitlich mit Schaurahmen und Schrift (der Unterdruck zeigt das Wappen von Vizcaya) gestaltet wurden, wählte man für die Rückseiten baskische Motive. Die Rückseite des 5ers zeigt einen Hirten mit seiner Herde, der 10er die päpstliche Universität von Oñate, der Wert zu 25 Pesetas Arbeiter an einem Schmelzofen, der 50er baskische Fischer, der 100er einen pflügenden Bauern mit seinem Ochsengespann, der 500er den Ría de Bilbao und der 1000er einen Hochofen. Vorder- und Rückseite sind jeweils in verschiedenen Hauptfarben ausgeführt: 5 Pesetas in Grün/Blau, 10 Pesetas in Braun/Grün, 25 Pesetas in Braun/Grau, 50 Pesetas in Blau/Violett, 100 Pesetas in Grün/Braun, 500 Pesetas in Braun/Violett und 1000 Pesetas in Violett/Grün. Mit steigendem Wert nimmt auch die Größe der Scheine zu. Auch diese Scheine wurden mit Doppeltalon gedruckt. Die einzelnen Noten haben die Maße: 5 Pesetas 98 x 54 mm 10 Peseta 110 x 60 mm 25 Pesetas 120 x 68 mm 50 Pesetas 130 x 77 mm 100 Pesetas 140 x 87 mm 500 Pesetas 150 x 95 mm 1000 Pesetas 160 x 106 mm Insgesamt beteiligten sich bis zu neun Banken bei der Emission, allerdings nicht bei allen Werten. Bankangabe und Unterschriften wurden nun ausschließlich gedruckt. Die Bestätigung der Banco de España finden wir auf der linken unteren Seite schräg aufgedruckt. Tabelle 2: Ausgaben vom 1. Enero 1937. Die Noten zu 5 Pesetas wurden in Bögen zu 16 Nutzen gedruckt, jeweils vier Exemplare für die Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao, Caja de Ahorros Vizcaina, Banco de Bilbao und Banco de Vizcaya. Das Gesagte gilt auch für die Serie „A“. Die vier Banken sind: Banco Hispano Americano, Banco Central, Banco Guipuzcoano und Banco Urquijo Vascongado. Allerdings wurden nur die Noten der beiden letztgenannten Banken nummeriert und ausgegeben. Fast die gleiche Menge wurden bei den 10 Pesetas-Noten ausgebracht, je 4 Exemplare für die Banco de Bilbao und Banco de Vizcaya sowie jeweils 2 Exemplare für die Caja de Ahorros Vizcaina, Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao und Caja de Ahorros Vizcaina. Aus den Druckbögen der 25-Pesetas-Note ließen sich 12 Noten herstellen, 6 für die Caja de Ahorros Vizcaina, 4 für die Banco del Comercio und je 1 Exemplar für Banco Urquijo Vascongado und Banco Hispano Americano. Auf die Bögen der 50-Pesetas-Note passten 8 Exemplare, 3 für Banco Vizcaya, je 2 für Banco Bilbao und Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao und 1 Exemplar für Caja de Ahorros Vizcaína. Die gleiche Anzahl gilt auf für die 100 Pesetas und zwar je 3 für Banco Bilbao und Banco Vizcaya sowie 2 für Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao. Die nicht ausgegebenen Noten zu 500 Pesetas wurden in Bögen zu 6 Stücken gedruckt, je 1 Exemplar für Banco de Vizcaya, Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao, Banco Central, Banco del Comercio, Banco de Bilbao und Banco Urquijo Vascongado. Ebenso der Wert zu 1000 Pesetas, 2 Exemplare für die Banco del Comercio und je 1 Exemplar für Banco de Vizcaya, Banco Central, Banco Urquijo Vascongado und Banco de Bilbao. Weder die Noten zu 500 Pesetas noch die zu 1000 Pesetas wurden ausgegeben und sind auch nicht nummeriert. Abb. 12.1: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 12.2: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 13: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, Blankette, Vorderseite. Abb. 14.1: Banco de España – Banco de Vizcaya, 1. Januar 1937, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 14.2: Banco de España – Banco de Vizcaya, 1. Januar 1937, 10 Pesetas, Rückseite. Abb. 15.1: Banco de España – Banco Hispano Americano, 1. Januar 1937, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 15.2: Banco de España – Banco Hispano Americano, 1. Januar 1937, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 16.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 1. Januar 1937, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 16.2: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 1. Januar 1937, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 17.1: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 17.2: Banco de España – Banco de Bilbao, 1. Januar 1937, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 18.1: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 1000 Pesetas, Blankette, Vorderseite. Abb. 18.2: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 1000 Pesetas, Blankette, Rückseite. Abb. 19: Wasserzeichen der Noten zu 5 – 1000 Pesetas. Im spanischen Bürgerkrieg war Bilbao ein Zentrum des baskisch-republikanischen Widerstands. Luftangriffe durch Flugzeuge der Legion Condor fügten der Stadt schwere Schäden zu. Im Mai 1937 belagerte schließlich Francos Armee die Stadt und nahm sie nach heftigen Kämpfen am 19. Juni ein. Die baskische Regierung suchte daher Zuflucht in Barcelona: Paseo de Gracia Nr. 60. Die katalanische Regierung stimmte dem Umlauf der baskischen Scheine in ihrem Gebiet zu. Zu diesem Zweck wurden sie mit einem 45 mm großem Stempel versehen, der in der Mitte das mit Lorbeer gerahmte Wappen von Vizcaya zeigt, umschlossen von der Umschrift „DELEGACIÓN DE HACIENDA DEL GOBIERNO DE EUZKADI EN CATALUÑA”. Der Stempelabdruck ist meist rot, seltener blau oder schwarz. Ferner wurden Scheine mit violetter Tinte und der Legende „EUZKADIKO CATALUNYA - ORDEZKARITZA – ZENBATZKA“ gestempelt. Dieser Stempel hat ebenfalls einen Durchmesser von 45 mm. Desgleichen sind Stücke mit einem 28 mm bzw. 31 mm großem Rundstempel in violetter Farbe und dem Vizcaya-Wappen mit der Umschrift „Gobierno de Euzkadi – Euzkadi‘ko Jauriartza – HACIENDA“ bekannt. Die Stempelabdrücke sind jeweils mittig auf der Vorderseite angebracht. Die gestempelte Noten sind heute nur schwer zu finden und dementsprechend teuer. Zu den großen Raritäten gehören gestempelte Scheine der ersten Emission von 1936.9) Abb. 20.1: Banco de España – Caja de Ahorros y Monte Piedad Municipal de Bilbao, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, mit Stempel „DELEGACIÓN DE HACIENDA DEL GOBIERNO DE EUZKADI EN CATALUÑA”, Vorderseite. Abb. 20.2: Stempel: „DELEGACIÓN DE HACIENDA DEL GOBIERNO DE EUZKADI EN CATALUÑA“. Abb. 21: Banco de España – Banco Urquijo Vascongado, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, mit Stempel „EUZKADIKO CATALUNYA - ORDEZKARITZA – ZENBATZKA“, Vorderseite. Abb. 22.1: Banco de España – Banco de Vizcaya, 1. Januar 1937, 5 Pesetas, mit Stempel „Gobierno de Euzkadi – Euzkadi‘ko Jauriartza – HACIENDA“ ”, Vorderseite. Abb. 22.2: Stempel: „Gobierno de Euzkadi – Euzkadi‘ko Jauriartza – HACIENDA“. Uwe Bronnert Anmerkungen: Das autonome Baskenland besteht aus den drei Provinzen Álava mit der Hauptstadt Vitoria, Guipúzcoa mit der Hauptstadt San Sebastián und Vizcaya mit der Hauptstadt Bilbao. PNV meint die Nationalpartei des Baskenlandes (Eusko Alderdi Jeltzalea – Partido Nacionalista Vasco) Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine Konföderation anarchosyndikalistischer Gewerkschaften in Spanien. Die Federación Anarquista Ibérica (FAI) (deutsch: Iberische Anarchistische Föderation) ist eine Anarchistische Föderation und der Zusammenschluss der União Anarquista Portuguesa (deutsch: Anarchistische Portugiesische Union) und der Federación Nacional de Grupos Anarquistas de España (deutsch: Nationalföderation der Anarchistischen Gruppen in Spanien). Juan Montaner Amorós, Catálogo Billetes,Emisión Guerra Civil, Banco de España, 1a Parte,Valencia 2001, S. 14 ff. nennt folgende Unterschiede bei den einzelnen Werten: Bei den Noten zu 5 Pesetas gibt es jeweils nur eine gedruckte Form! Bei den Noten zu 25 Pesetas kommen mit verschiedenen Formen vor: • Banco Vizcaya, Por Poder (groß und klein), Banco Vizcaya, El Secretario; Banco Vizcaya, El Subdirector; Banco Vizcaya, El Contador; Banco Vizcaya, El Director Gerente; Banco Vizcaya, El Consejero Delgado Director Gerente. • Caja de Ahorros Vizcaya (groß und klein) • Banco Central, Sucursal de Bilbao. • Banco del Comercio, Por Poder (groß und klein). Bei den Noten zu 50 Pesetas sind folgend Unterschiede bekannt: • Banco Vizcaya, Por Poder (groß und klein), Banco Vizcaya, Pore l Banco de Vizcaya, El Subdirector; Pore l Banco de Vizcaya, El Contador; Banco Vizcaya. El Director Gerente; Banco de Vizcaya. El Vocal del Consejo; Banco Vizcaya, El Consejero Delgado Director General; Banco de Vizcaya. El Inspector Jefe de Sucursales; Banco Vizcaya. E l Subdirector. • Caja de Ahorros Vizcaina mit einer oder zwei Unterschriften. Bei den Noten zu 100 Pesetas sind folgende Unterschiede bekannt: • Banco Vizcaya. Por Poder (groß und klein), Por el Banco de Vizcaya . El Contador (groß und klein); Por el Banco de Vizcaya . El Subdirector (groß und klein); Por el Banco de Vizcaya . El Secretario; Banco de Vizcaya . El Vocal del Consejo. • Caja de Ahorros Vizcaina (groß und klein). • Banco Guipuzcoano. Por Poder; Banco Guipuzcoano. El Gerente. Die Ausgaben der Caja de Ahorros y Monte Municipal de Bilbao wurden jeweils von drei Personen unterschireben . Es kommen vor: “El Director - El Contador - P El Cajero”, “El Subdirector - El Contador - P El Cajero”, “El Subdirector - P El Contador - P El Cajero.” Weitere Formen sind denkbar. Die Stempelabdrücke kommen sowohl in schwarzer, blauer und roter Farbe vor. Juan Montaner Amorós nennt bei Noten der Caja de Ahorros y Monte de Piedad Municipal de Bilbao folgende Buchstaben-Aufdrucke auf der Notenrückseite.: • bei 25 Pesetas: UDE, EME, EAE, UMD, EPV • bei 50 Pesetas: APE,APM, EAE, EPV, EPE • bei 100 Pesetas: AMV, EPM, EAE, EPV (auch EPE). Vgl. http://blognumismatico.com/2012/11/23/las-monedas-de-euzkadi-de-1937/, Stand: 21.03.2018, 11.41 Uhr Vgl. http://historiasdearteyguerra.blogspot.de/2013/09/los-billetes-de-nicolas-martinez-ortiz.html#!/2013/09/los-billetes-de-nicolas-martinez-ortiz.html, Stand: 21.03.2018, 13.13 Uhr. Juan Montaner Amorós bildet auf Seite 20 je einen Schein zu 25 und 100 Pesetas ab.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 24
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 142 Inge Madlé 1963 in Amsterdam geboren. Studierte an der Niederländischen Technischen Hochschule für Gold- und Silberschmiede und spezialisierte sich auf Gravurtechniken. Außerdem studierte sie Porträtgravur in der Schweiz. Ab 1985 Hausdesignerin für die Frima Joh. Enschedé in Haarlem. Entwarf bzw. gravierte u. a. Banknoten für Armenien, Aruba, Hongkong und die Niederlande. 5 Euro, Vorderseite: Häuserarchitektur der niederländischen Stijl-Bewegung; Rückseite: stilisierte moderne Architektur. 10 Euro, Vorderseite: gusseiserne Brücke; Rückseite: stilisierte gusseiserne Hängebrücke. 20 Euro, Vorderseite: Silbervase aus der Zeit des Barock; Rückseite: barocker Gebäudegrundriss. 50 Euro, Vorderseite: anatomische Studie aus der Zeit der Renaissance; Rückseite: stilisierter Grundriss einer Stadt. 100 Euro, Vorderseite: Teil einer gotischen Kathedrale; Rückseite: stilisierter Grundriss einer gotischen Kathedrale. 200 Euro, Vorderseite: Schriftzeichen eines Mönchs (CC = 200 in römischen Zahlen); Rückseite: stilisierte Kolonnade mit keltischen und skandinavischen Elementen. 500 Euro, Vorderseite: antike Maske und griechische Töpferkunst; Rückseite: stilisiertes Amphitheater. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Ural-Franken
Am 31. Dezember 1991, Punkt Mitternacht, hörte die Sowjetunion auf zu existieren. Vorausgegangen war am 7. Dezember 1991 ein Treffen in einer Staatsdatscha in Wiskuli, nahe der polnischen Grenze. An ihr nahmen auf Einladung des belarussischen Parlamentschefs Stanislaw Schuschkewitsch die Präsidenten von Russland und der Ukraine, Boris Jelzin und Leonid Krawtschuk, teil, um über das weitere Schicksal der UdSSR zu entscheiden. Einen Tag später ist die „Scheidung“ besiegelt. In einem 14 Artikel umfassenden Vertrag wurde unter anderem festgelegt, dass die drei Staaten gegenseitig ihre territoriale Integrität anerkennen und die Atomwaffen unter gemeinsame Kontrolle stellen werden. Damit fand ein mehrjähriger Prozess sein Ende. Ab 1989 entglitt der Führung der UdSSR zunehmend die Kontrolle über das Land. Unionsrepubliken agierten immer selbstständiger und separatistische Kräfte gewannen die Oberhand. Zwischen dem 11. März 1990 und dem 31. Dezember 1991 schieden 15 sowjetische Unionsrepubliken aus dem Staatsverband aus.[1] Mit der staatlichen Auflösung ging auch der Niedergang der Wirtschaft einher. Die Betriebe im Ural waren davon besonders stark betroffen, denn sie produzierten vor allem für den Staat, der kaum noch funktionierte und faktisch zahlungsunfähig war. Das Land litt unter einer Hyperinflation. 1992 betrug die jährliche Inflationsrate 213 %, 1993 kletterte sie auf 840 % und betrug 1994 immer noch 224 %. Erhielt man 1991 für 100 Rubel noch einen US-Dollar, so waren 1999 dafür 30.000 Rubel aufzuwenden.[2] Die ungewisse Zukunft der Währung und des russischen Staates veranlassten Unternehmer und Politiker der Region Swerdlowsk (bis 1924 und ab 1991 wieder Jekaterinburg) um den Geschäftsmann Anton Aleksejewitsch Bakov die Ausgabe von parallel zum Rubel umlaufendem Privatgeld zu projektieren, zumal dies explizit kein russisches Gesetz verbot. Aber wie sollte die neue Währung heißen? Ural-Rubel? Ural-Dollar? Der Rubel war diskreditiert und die Bezeichnung Dollar schien wegen des Antiamerikanismus nicht ratsam. In Anlehnung an den Schweizer Franken, Inbegriff der Stabilität und Zuverlässigkeit, tauften die Initiatoren die neue Währung „Ural-Franken“. Das Vorhaben wurde sogar vom Ministerpräsidenten Egor Gajdar, also von höchster Stelle in Moskau, befürwortet und das russische Finanzministerium genehmigte die neuen Zahlungsmittel mit Schreiben Nr. 01/2a-106 vom 4. September 1991. Sofya Demidova war erst 1990 nach langer Abwesenheit in ihre Heimatstadt Swerdlowsk zurückgekehrt. Die Architektin hatte begonnen, historische Ansichten der Stadt zu zeichnen. Ihre Zeichnungen erregten Aufmerksamkeit, denn ein junger Geschäftsmann aus dem Umfeld des Gouverneurs machte ihr den Vorschlag, Skizzen für ein neues Ural-Geld anzufertigen. Das Angebot schien eigentlich zu fantastisch. Obwohl die Künstlerin dem Ansinnen skeptisch gegenüberstand, stimmte sie zu. Entsprechend der Anzahl der geplanten Nominale waren innerhalb von nur zwei Wochen Entwürfe anzufertigen. Sie erinnert sich an die schwierigen Lebensbedingungen der damaligen Zeit: „In diesem Sommer (1991) lebte ich mit meiner dreijährigen Enkelin in einer entfernten Datscha in der Region Perm. Der Strom im Haus war oft ausgeschaltet, wir mussten weit für Wasser gehen, und dann gab es einen Garten, den mein Mann und ich zum ersten und letzten Mal in unserem Leben bearbeiteten. Den ganzen Sommer über kamen Freunde zu Besuch. Ich arbeitete in der Nacht, nachdem die Gäste zu Bett gegangen waren, fast bis zum Morgen. Natürlich hatte ich damals keinen Computer, nur Stifte, Tinte und Papier.“[3] Sie erinnert sich nicht mehr genau, wie viel sie für ihre Arbeit erhielt. Die 1.500 oder 2.000 Rubel waren eher symbolisch. Die Ural-Franken wurden in der Wertzeichendruckerei „Goznak“ in Perm gedruckt. Die Künstlerin bemerkt in diesem Zusammenhang: „Zu dieser Zeit hatte ich absolut keine Ahnung von der Technologie des Wertzeichendrucks, den technischen Anforderungen für die Zeichnung, den Standards für die künstlerische Gestaltung von Banknoten. Es gab keine Zeit, das alles herauszufinden. Ich erinnere mich, dass ich enttäuscht war, dass auf den fertigen Geldscheinen meine ‚modernen‘ Rahmen fehlten, die ich so fleißig von Hand auf jeden Entwurf gezeichnet hatte. Auch die Inschrift auf meinen Skizzen waren viel eleganter – auf den Geldscheinen erscheint die Schrift primitiv. Die Zeichnungen wurden dagegen vom Graveur in der Fabrik nicht geändert, einzig an einigen Stellen zusätzlich Schraffuren hinzugefügt.“[4] Abb. 1.1: Entwurf der Vorderseite des Scheins zu 20 Ural-Franken von Sofya Demidova. Abb. 1.2: Entwurf der Rückseite des Scheins zu 20 Ural-Franken von Sofya Demidova. Quelle: (12.03.2022) Insgesamt wurden 1.930.000 Scheine im Gesamtwert von 56 Millionen Ural-Franken gedruckt.[5] Die Kosten der gesamten Arbeit beliefen sich auf 20.000 US-Dollar.[6] Es wurden Nominale zu 1, 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Ural-Franken in einem einheitlichen Format von 145 mm x 80 mm auf Wasserzeichenpapier gedruckt. Die Gestaltung der Scheine erfolgte nach einheitlichen Gesichtspunkten. Vorder- und Rückseiten sind jeweils von einem Schmuckrahmen eingefasst. In den Ecken der Vorderseiten befinden sich in einem Kreis der Wert in Ziffern. In der Mitte wird in einem Oval das Brustbild einer Persönlichkeit der Region gezeigt. Auf beiden Seiten dieser Darstellung wird nochmals der Wert in Ziffern angegeben. Unterhalb der linken Wertangabe befindet sich die sechsstellige Kontrollnummer (KN) mit der vorgesetzten Abkürzung „No“, darunter die Unterschrift des Vorstandsvorsitzenden A. Nazarov. Rechts befindet sich diese KN oberhalb der Wertziffer, darunter die Jahreszahl „1991“ und die Unterschrift des Schatzmeisters Ponomarev. Am unteren Rand zweizeilig Text mit der Wertangabe; z. B. „ТОВАРНОЕ ДОСТОИНСТВО (Handelswert) / ТЫСЯЧА УРАЛЬСКИХ ФРАНКОВ (Tausend Ural-Franken)“. Am oberen Rand wird der Emittent genannt. Der zweizeilige Text lautet „ТОВАРИЩЕСТВО „УРАЛЬСКИЙ РЫНОК“ (Partnerschaft „Ural-Markt“) / ТОВАРНО-РАСЧЕТНЫЍ ЧЕК (Waren-Abrechnungs-Scheck)“. Zwei weitere Informationen befinden sich klein unterhalb dieser Angabe. Links neben dem Oval dreizeilig: „ПЕРДАЧА, ПРОДАЖА, ОБМЕН / ЧЕКОВ ОСУЩЕСТВЛЯЕТСЯ ЧЕРЕЗ / ТОВАРИЩЕСТВО (Übertragung, Verkauf, Austausch von Schecks werden durch die Partnerschaft durchgeführt)“ und auf der anderen Seite „ГАРАНТИРУЕТСЯ ТОВАРНОЕ / ОБЕСПЕЧЕНИЕ / НА УКАЗАННУЮ СУММУ (Der Wert des angegebenen Betrages wird garantiert)“. Die Rückseiten zeigen in der Mitte die Zeichnung eines bekannten Gebäudes der Region. Die Randschriften der Vorderseiten werden auf den Rückseiten wiederholt. Zu den einzelnen Nominalen ist anzumerken: Der Schein zu 1000 Ural-Franken bildet auf der Vorderseite Pjotr Iljitsch Tschaikowski (Пётр Ильи́ч Чайко́вский) ab. Der Komponist wurde am 25. April jul. / 7. Mai 1840 greg. in Wotkinsk geboren und starb am 25. Oktober jul. / 6. November 1893 greg. in Sankt Petersburg.[7] Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen die drei letzten Sinfonien, das Violinkonzert, sein erstes Klavierkonzert (1875, in B-Moll), die Ouvertüre 1812 und seine Oper Eugen Onegin. Mit Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker verfasste er zudem drei der berühmtesten Ballette der Musikgeschichte. Die Rückseite zeigt das Geburtshaus des Komponisten. Heute befindet sich dort ein Museum, das ihm gewidmet ist. Abb. 2.1: 1000 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 2.2: 1000 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Sergei Pawlowitsch Djagilew (Сергей Павлович Дягилев), dessen Brustbild der Schein zu 500 Ural-Franken zeigt, war ein vielseitig interessierter Kunstliebhaber, Herausgeber, Kunstkritiker, Kurator und Förderer des Balletts; geboren am 19. März jul. / 31. März 1872 greg. in Selischtschi, im Perevoskij Rajon im Oblast Nischni Nowgorod und gestorben am 19. August 1929 in Venedig. Auf der Rückseite eine Zeichnung des Djagilew-Hauses in Perm, das heute als Museum und Kulturzentrum genutzt wird. Abb. 3.1: 500 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 3.2: 500 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Der Wert zu 100 Ural-Franken ist dem Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejew (Дмитрий Иванович Менделеев), geboren in Tobolsk am 27. Januar jul. / 8. Februar 1834 greg. und gestorben am 20. Januar jul. / 2. Februar 1907 greg. in Sankt Petersburg. Er schuf das System der chemischen Elemente, das er periodische Gesetzmäßigkeit nannte. Die Rückseite zeigt das wichtigste Wahrzeichen seiner Geburtsstadt, den steinernen Kreml, dessen Bau Peter der Große anordnete. Tobolsk gilt als die älteste russische Stadt in Sibirien. Sie wurde 1586 vom Kosaken Jermak Timofejevic als Festung Ostrog gegründet. Abb. 4.1: 100 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 4.2: 100 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Der Maler Michail Wassiljewitsch Nesterow (Михаил Васильевич Нестеров), geboren am 19. Mai jul. / 31. Mai 1862 greg. in Ufa und gestorben am 18. Oktober 1942 in Moskau war ein bedeutender Vertreter des religiösen Symbolismus in der russischen Malerei. Sein Brustbild befindet sich auf dem Schein zu 50 Ural-Franken. Die Rückseite zeigt ein Gebäude des 19. Jahrhunderts in Ufa, das Gymnasium für Mädchen. Abb. 5.1: 50 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 5.2: 50 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Auf der Vorderseite des Scheins zu 20 Ural-Franken befindet sich das Brustbild des Schriftstellers Dmitri Narkissowitsch Mamin-Sibirjak (Дмитрий Наркисович Мамин-Сибиряк), der am 25. Oktober jul. / 6. November 1852 greg. in Wisim, Gouvernement Perm geboren wurde und am 2. November jul. / 15. November 1912 greg. in Sankt Petersburg starb. Als Vertreter des Naturalismus handeln seine Novellen und Erzählungen meist vom ländlichen Leben im Ural. Das Haus in Jekaterinburg, das auf der Rückseite des Scheins abgebildet ist, erlangte traurige Berühmtheit. Im Ipatjew-Haus, benannt nach seinem ehemaligen Besitzer, Ingenieur Nikolai Nikolajewitsch Ipatjew, wurden Zar Nikolaus II. und seine Familie monatelang gefangen gehalten und in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 erschossen. 1977 wurde das Haus auf Anordnung des Politbüros abgerissen. Abb. 6.1: 20 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 6.2: 20 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Vom 10-Ural-Franken-Schein blickt der Bergbauingenieur und Metallurg Pawel Petrowitsch Anossow (Па́вел Петро́вич Ано́сов; * 29. Juni jul. / 10. Juli 1796 greg. in Twer; † 13. Mai jul. / 25. Mai 1851 greg. in Omsk). Anossow gewann weltweite Anerkennung durch seine Veröffentlichungen über die Herstellung von Eisen und die Wiederentdeckung des Herstellungsverfahrens des Damaszener Stahls. Seine Erkenntnisse bildeten die Grundlage für das Verständnis der Qualitätsstähle. Fälschlicherweise wurden die Initialen „А. Б.“ unter dem Porträt angegeben; richtig müsste es „П. П.“ heißen. Die Rückseite bildet ein Gebäude in Zlatoust ab, das als Arsenal zur Aufbewahrung von Munition und Waffen diente und von 1825 bis 1833 nach den Plänen des St. Petersburger Architekten A. I. Posnikow errichtet wurde. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Fabrikmuseum. Es ist eines der wenigen erhaltenen Denkmäler der Industriearchitektur des frühen 19. Jahrhunderts im Ural. Abb. 7.1: 10 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 7.2: 10 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Nikita Akinfijewitsch Demidow (Никита Акинфиевич Демидов; * 8. September jul. / 19. September 1724 greg. in Tula; † 16. Dezember jul. / 27. Dezember 1789 greg. in Tula) war ein russischer Industrieller und der Begründer der erfolgreichen Industriellen-Familie der Demidows. Er ist auf dem Schein zu 5 Ural-Franken abgebildet. Auf der Rückseite wird etwas gezeigt, das nicht nur in Pisa die Touristen anlockt. Beim Schiefen Turm von Newjansk weicht die Achse des etwa 57,5 Meter hohen und 9 Meter breiten Turms an der Spitze um 1, 85 Meter von der Vertikalen ab. Dies entspricht etwa 1,84 Grad. Bei dem um 1732 fertiggestellten Gebäude handelt es sich um ein besonders frühes Bauwerk mit einer durchgängigen Eisen- und Stahlkonstruktion. Abb. 8.1: 5 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 8.2: 5 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Während alle anderen Dargestellten auf den Noten die neuere russische Geschichte repräsentieren, bildet der 1-Ural-Franken-Schein das Konterfeit von Ibak Khan († 1495) ab. Er regierte Ende des 15. Jahrhunderts ein tatarisches Khanat im Südwesten Sibiriens. Das Gebiet des Khanats war einst ein Bestandteil des Mongolischen Reichs. Die Rückseitendarstellung korrespondiert nicht mit der der Vorderseite. Abgebildet wird ein Gebäude in Tjumen, das die Kaufleute der ersten Gilde der Kolokolnikows Anfang des 20. Jahrhunderts als Handelsschule errichten ließen. Abb. 9.1: 1 Ural-Franken, 1991, Vorderseite. Abb. 9.2: 1 Ural-Franken, 1991, Rückseite. Die fertigen Geldscheine wurden im Februar 1992 unter Bewachung mit einem Militärhubschrauber von Perm nach Jekaterinburg gebracht und bei der Leninsky-Filiale der Sverdlsotsbank eingelagert. Die Ausgabe der Scheine verzögerte sich, den aus irgendeinem Grund mischte sich die Verwaltung der Region Swerdlowsk ein. Und dann wurde im Dezember 1993 die neue russische Verfassung verabschiedet, nach der die Zentralbank der Russischen Föderation das ausschließlich Recht zur Ausgabe von Geld erhielt. Nach Artikel 87.1 wurden Verstößen mit Freiheitsstrafen zwischen fünf und zehn Jahren bedroht. Etwa zur gleichen Zeit verfolgte man in Jekaterinburg den Plan eine autonome Republik Ural zu errichten. Von verschiedener Seite wurde die Meinung vertreten, dass die Ural-Franken als Währung dieser Republik gedacht gewesen seien. Die Vertreter des Republik-Gedankens stritten dies aber kategorisch ab und verwiesen darauf, dass das Papiergeld schon viel früher gedruckt worden sei. Im Februar 1993 hatte ein Bevollmächtigter der Ural-Markt LLP die Ural-Franken-Scheine bei der Bank abgeholt und so nahm man an, dass sie vernichtet worden seien. Doch 1997 wurden Scheine der Werte 1, 5, 10 und 20 Ural-Franken in der Stadt Serov als Werksgeld des Unternehmens „Metallurgical Plant“ (Hüttenwerk) – wo Bakov Direktor war – in Umlauf gesetzt. Mit ihnen konnten die Mitarbeiter in den Fabrikläden, Kantinen und Buffets bezahlen. Die Staatsanwaltschaft sah darin einen Verstoß gegen das Ausgabeverbot von privaten Geldzeichen und ermittelte gegen die Verantwortlichen. Erst nachdem die Scheine mit einem entsprechenden Stempel gekennzeichnet wurden, dass es sich bei ihnen um Lebensmittelmarken handele, wurde das Verfahren eingestellt. Zuerst wurden sie mit einem Stempel des Hüttenwerks versehen, dann mit dem der städtischen Einrichtung „Technograd Serverny“ und schließlich mit dem der Gemeinde „Werchoturskij Bezirk“. Abb. 10: Stempel auf einer 20-Ural-Franken-Note Quelle: (19.03.2022) Die Scheine wurden in den Fabrikkantinen und Geschäften unabhängig vom aufgedruckten Nominalwert mit 7.000 Rubel in Zahlung genommen. Ihr Wert entsprach damals also etwa einem US-Dollar. Bakov rechtfertigte die Verwendung der Ural-Franken-Scheinen als Firmengeld damit, dass das Unternehmen nur so die Löhne der Arbeiter habe zahlen können. Insgesamt soll der Direktion des Hüttenwerkes eine Million Ural-Franken zur Verfügung gestanden haben. Im Jahr 2000 schlug die Staatsmacht zu und verhaftete Bakov, der auch den Posten des Werksdirektors verlor. Am 2. November stellte die neue Werksverwaltung den Umlauf des Ural-Franken im Werk ein. Noten im Nominalwert von 500.000 Ural-Franken wurden beschlagnahmt.[8] Zur Erinnerung an das Ural-Franken-Projekt ließ 2021 Anton Bakov 500 Medaillen aus 925er Feinsilber und einem Gewicht von je 20 Gramm mit dem „Nennwert eines Ural-Franken“ prägen. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Anstelle der UdSSR trat die „Gemeinschaft unabhängiger Staaten“ (GUS). Am 21. Dezember 1991 unterzeichneten in der kasachischen Hauptstadt Alma Ata Boris Jelzin, Leonid Krawtschuk, Stanislaw Schuschkewitsch sowie der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew die Gründungsakte, der insgesamt elf ehemalige Sowjetrepubliken beitraten. Als Verwaltungssitz der GUS wurde die belarussische Hauptstadt Minsk bestimmt. [2] (09.11.2012) [3] (12.03.2022) [4] Ebenda. [5] Anton Bakov meinte sich 2019 daran zu erinnern, das 2,2 Millionen Banknoten gedruckt worden seien. (19.03.2022) [6] (12.03.2022) [7] In Russland erfolgte die Zeitrechnung bis ins 20. Jahrhundert nach dem julianischen Kalender (jul.), während wir das Datum nach dem gregorianischen Kalender (greg.) angeben. [8] (19.03.2022)
- Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 12
Hier mal wieder einen Schein mit der Kontrollnummer 1 für das Geldscheine-Online-Portal aus meiner Sammlung. Josef Gerber Ägypten, Finanzminister: Staatlicher Kleingeldschein zu 5 Piastres ohne Datum (Gesetz No. 50/1940) mit Unterschrift von Mahmoud Salah Eldin Hamed (als Finanzminister vom 9.11.1976 bis 5.10.1978), Vorder- und Rückseite, EGY-182f (SCWPM), B226f (Linzmayer: The Banknote Book: Egypt) Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski












