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  • Lexikon: Dechend, Hermann von

    Hermann von Dechend (geb. 2. April 1814 in Marienwerder/Westpreußen, ✝︎ 30. April 1890 in Berlin) studierte in Bonn und Berlin Jura und Kameralwissenschaft. 1848 übernahm er die Leitung der Darlehenskasse und ab 1851 war er Mitglied des Hauptbankdirektoriums der Preußischen Bank, deren Vizepräsident er 1863 wurde. Von 1864 bis 1875 war er Präsident der Preußischen Bank und von 1876 bis 1890 Präsident der Deutschen Reichsbank. Hermann von Dechend, Porträt aus dem Jahr 1892. Seiner Tätigkeit war es hauptsächlich zu verdanken, dass sich die Preußische Bank als einfache Notenbank aus äußerst bescheidenen Verhältnissen zu einer der mächtigsten und bestgeleiteten Zentralbanken Europas entwickelte. Gerade der innere Ausbau der Bank in seiner Vielgestaltigkeit war im Wesentlichen das Werk von Hermann von Dechend. Seine Unterschrift befindet sich auf den Noten der Preußischen Bank von 1867 bis 1874 und den deutschen Reichsbanknoten von 1876 bis 1884. Wegen seiner Verdienste war er 1865 in den preußischen Adelsstand erhoben worden. Von 1867 bis 1869 war er außerdem Mitglied im Preußischen Abgeordnetenhaus und von 1872 bis zu seinem Tod des Preußischen Herrenhauses (Preußischer Landtag). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • Leserpost: Ein zeitgeschichtliches Dokument aus dem Jahr 1928

    Lieber Herr Grabowski, beim Sortieren meiner Notgeldscheine habe ich einen Artikel gefunden, der vielleicht für Sie oder für den nächsten Geldschein-Newsletter von Interesse ist. Mit freundlichen Grüßen R. Kellerer DEU-168a: Deutsche Reichsbank, 20 Billionen Mark vom 5. Februar 1924, Vorderseite. MGG 2.29a: Deutsche Reichsbahn, Notausgabe des Reichsverkehrsministers über 20 Billionen Mark vom 5. November 1923, Vorderseite. Antwort der Redaktion Es handelt sich ganz offensichtlich um einen Beilagezettel, wie er für Erinnerungsalben an die Zeit der Inflation üblich war, die damals in den 1920er-Jahren von verschiedenen Händlern zusammengestellt wurden. Während viele Alben meist nur häufige Scheine (oft in einer bunten Mischung aus Reichsbanknoten und Notgeld) enthielten, so handelt es sich hier doch um eine exklusive Sammlung von allen damals schon seltenen Billionen-Scheinen der Reichsbank sowie von hohen Nominalen der Reichsbahn von 1 bis 20 Billionen Mark. Interessant ist, dass der Wert aller Billionen-Scheine der Reichsbank Ende der 1920er-Jahre schon mit mehr als 1000 Reichsmark angegeben wurde. Selbst in gebrauchter Erhaltung käme man heute auf ein Vielfaches in Euro. Die zitierte Geschichte aus der Berliner Zeitung vom 13. November 1928 berichtet von der Schwierigkeit für einen Hamburger Kirchenrat damals einen Billionen-Schein als Beigabe für den Kugelknauf einer Kirche zu bekommen, in dem wichtige Zeitdokumente für die Nachwelt aufbewahrt werden sollten. Der Händler preist auch sein Angebot an Billionen-Scheinen der Reichsbahn an, deren Wert er mit 20 RM angab. Auch diese Scheine wären heute deutlich mehr wert. Alles in allem handelt es sich zwar um eine typische Werbung rund um "Seltenheit", "Geschichte" und "Wertsteigerung", wie sie uns auch immer wieder und nicht unbedingt gerechtfertigt aus der Gegenwart bekannt ist, wer damals aber hier investiert hat, dessen Nachfahren besitzen heute einen wahren Schatz, vorausgesetzt der hat Weltwirtschaftskrise, Krieg, Wiederaufbau sowie Unwissen und Gleichgültigkeit nachfolgender Generationen überlebt. Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälschte die russische Wertpapierdruckerei Goznak libysche Banknoten?

    Am 29. Mai 2020 meldete das US-Außenministerium in einer Presseerklärung, dass die maltesische Regierung „gefälschte“ libysche Dinar-Banknoten im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollars beschlagnahmt habe, die für die international nicht anerkannte Central Bank of Libya in Bengasi bestimmt gewesen seien. Die Banknoten, die von der russischen Wertpapierdruckerei Goznak hergestellt wurden, waren verpackt in zwei 2000-Kubikfuß-Containern auf dem Seeweg nach Tobruk. Die Behauptung, dass es sich bei dem Papiergeld um Falschgeld handle, und die Vermutung, dass der Kreml damit die Lage in Nordafrika destabilisieren wolle, sorgte sofort für heftigen Widerspruch sowohl von Goznak als auch von der russischen Regierung. In der Tat ist der Vorwurf der Banknotenfälschung nur schwer aufrecht zu erhalten, zumal sich diese Drucke deutlich von den Noten der Central Bank of Libya in Tripolis unterscheiden. Aber dazu später mehr. Um die Geschichte verstehen zu können, ist ein Blick in die jüngste Vergangenheit des Landes notwendig. Im Zuge des „Arabischen Frühlings“ protestierten im Februar 2011 Teile der Bevölkerung gegen die Herrschaft Muammar al-Gaddafis. Das Gaddafi-Regime versuchte daraufhin, die Proteste gewaltsam niederzuschlagen. Als sich Teile der Streitkräfte und der bisherigen Regierung der Opposition anschlossen, eskalierte der politische Konflikt zu einer blutigen militärischen Auseinandersetzung. Im Osten des Landes etablierte sich ein nationaler Übergangsrat. Zum Schutz der Zivilbevölkerung autorisierte am 17. März 2011 der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 1973 einen Internationalen Militäreinsatz in Libyen. Zwei Tage später verhängten die USA, Großbritannien und Frankreich eine Luft- und Seeblockade und begannen mit Luftangriffen auf Regierungstruppen und Militäreinrichtungen, sodass die Bodenstreitkräfte der Opposition im August Tripolis einnehmen konnten. Mit der Gefangennahme und der anschließenden Ermordung Gaddafis im Oktober 2011 endete der Erste libysche Bürgerkrieg. Karte: Bürgerkrieg in Libyen (2020) Auch nach seinem Ende blieb Libyen politisch zerrissen und es kam immer wieder zu punktuellen bewaffneten Zusammenstößen zwischen den verschiedenen Gruppierungen. 2014 entwickelten sich die Konflikte zu einem nationalen Machtkampf: auf der einen Seite der gewählte Abgeordnetenrat in Tripolis und auf der anderen der Neue Allgemeine Nationalkongress, der in Tobruk eine Gegenregierung bildete und von der Libysch-nationalen Armee gestützt wurde. Ihr Befehlshaber, Chalifa Belqasim Haftar Alferjani, ist eine der Schlüsselfiguren im Zweiten libyschen Bürgerkrieg. Unterstützt von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien sowie russischen Söldnern der „Gruppe Wagner“ baute der greise Warlord seine Machtstellung in Ostlibyen aus. Als legitime Regierung erkennt die UNO nur die Ende 2015 gebildete Einheitsregierung in Tripolis an, die insbesondere von Katar und der Türkei gestützt wird; der Westen zeigt sich wieder einmal uneinig. Zwar unterstützt Frankreich Haftar nicht aktiv, setzt aber insgeheim auf ihn, während sich die Vereinigten Staaten nicht klar positionieren, obwohl sie in Libyen einen Anti-Terrorkrieg gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ führen. Und die Bundesregierung versucht derweil, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.[1] Erst Haftars Offensive gegen Tripolis im April 2019 führte zu einer breiten bewaffneten Koalition gegen ihn. „Während dieser Zeit haben sowohl Haftars Streitkräfte als auch die ähnlich unzähligen Kräfte im Westen ihre Gehälter von der libyschen Zentralbank aus den Erlösen der libyschen Öleinnahmen bezahlt bekommen. Jede Seite hat auch weitere Einnahmen aus anderen Quellen generiert. Dazu gehören Schutzgelderpressungen, Missbrauch von Akkreditiven, Schmuggel von Treibstoff und Menschen und im Osten Gelder, die teilweise von Geschäftsbanken stammen, die von den örtlichen Behörden ausgegebene Staatsanleihen verkaufen.“[2] Die Central Bank of Libya in Tripolis gab am 17. Februar 2013, dem 2. Jahrestag der Revolution, Banknoten zu 1, 5, 10, 20 und 50 Dinars in Umlauf. Gedruckt wurden die Noten bei der englischen Druckerei De La Rue. Die Zentralbank unterhielt in verschiedenen Städten des Landes Filialen. In Bayda entstand daraus für Ost-Libyen eine zweite Central Bank of Libya. 2015 erteilte ihr Gouverneur Ali Al-Hibri mit Zustimmung des im Osten ansässigen Repräsentantenhauses der russischen Wertpapierdruckerei Goznak den Auftrag zum Druck von 20- und 50-Dinars-Banknoten. Am 1. Juni 2016 gelangten Noten im Wert von 4 Mrd. Dinars im Osten des Landes in Umlauf. Die 20-Dinars-Noten sind 148 x 74 mm groß. Ihre vorherrschende Farbe ist Braun/Orange. Auf der Vorderseite wird die Medresse in der Oase in Ghadames und auf der Rückseite die Al-Ateeq-Moschee in Audschila abgebildet. Die 50-Dinars-Scheine sind 156 x 76 mm groß und die vorherrschende Farbe ist Grün. Die Vorderseite bildet den 1922 von den Italienern errichteten Leuchtturm in Bengasi ab und auf der Rückseite den Felsbogen in Tadrart Acacus. Das Wasserzeichen beider Ausgaben – 2013 und 2016 – befindet sich auf der linken Scheinseite und ist fast identisch. Es zeigt den Kopf des nach rechts blickenden Koranlehrers und Freiheitskämpfers Omar Mukhtar. Die Goznak-Banknoten stimmen in Design und Größe – dies trifft auch auf die unter UV-Licht sichtbar werdenden Partien zu – weitgehend mit denen der von der international anerkannten Libyschen Zentralbank in Tripolis ausgegebenen Banknoten überein. Es gibt aber die folgenden signifikanten Unterschiede: Abb. 1: Central Bank of Libya (Tripolis), 2013, 20 Dinars, Vorder- und Rückseite. Abb. 2: Central Bank of Libya (Bayda), 2016, 20 Dinars, Vorder- und Rückseite. Abb. 3: Central Bank of Libya (Tripolis), 2013, 50 Dinars, Vorder- und Rückseite. Abb. 4: Central Bank of Libya (Bayda), 2016, 50 Dinars, Vorder- und Rückseite. Vom Frühjahr 2016 bis Ende 2018 gelangten „russische“ Dinar-Banknoten im Wert von insgesamt 9,7 Milliarden Dinars nach Libyen. Laut russischen Zolldaten, die am 29. Oktober 2019 von Reuters veröffentlicht wurden, erfolgten zwischen Februar und Juni 2019 vier weitere Lieferungen der in Russland gedruckten Banknoten im Wert von 4,5 Milliarden Dinars. Die akute Bargeldknappheit zwang 2016 die Regierung der Nationalen Einheit in Tripolis, ihre ursprüngliche Ablehnung gegenüber den Goznak-Banknoten aufzugeben und stattdessen ihren Umlauf parallel zu den vorhandenen, von der Bank in Tripolis ausgegebenen Banknoten desselben Nennwerts zu genehmigen. Beide Geldscheinarten liefen also gleichberechtigt nebeneinander um. Am 13. Oktober 2019 forderte jedoch der Präsidialrat in Tripolis in den sozialen Medien von der Zentralbank in Tripolis, die Dinar-Banknoten, die außerhalb der gesetzlichen Vorschriften produziert wurden, als Geldfälschung zu betrachten. Dies bedeutete nichts anderes, als die Goznak-Scheine auch als Fälschungen zu behandeln. Am 1. November 2019 erfolgte dann die Beschlagnahmung der Noten in Malta, die dann ein halbes Jahr später vom US-Außenministerium propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Es erklärte, dass die „gefälschte“ Währung von dem staatlichen russischen Sicherheitsdruck- und Münzunternehmen Goznak gedruckt worden sei. Die Banknoten seien nicht von der libyschen Zentralbank in Tripolis in Auftrag gegeben worden, sondern von einer „illegitimen Parallelbank“. Die Central Bank of Libya in Tripolis sei die einzige rechtmäßige Zentralbank Libyens. Der Zustrom der gefälschten, in Russland gedruckten libyschen Banknoten hätten die wirtschaftlichen Probleme des Landes verschärft. Das russische Außenministerium mischte sich am 30. Mai 2020 in den Skandal ein und verteidigte Goznak. Es wies die Vorwürfe mit dem Hinweis zurück, dass Libyen zwei Zentralbanken habe und ordnungsgemäße Druckaufträge erteilt worden seien. Auch verstoße die Lieferung der Banknoten nicht gegen das von der UNO verhängte Embargo. Die Antwort gipfelte in dem Satz: „Nicht die Dinare sind gefälscht, sondern die Aussage der Amerikaner.“ Ende Mai 2021 war dann in der Presse zu lesen, dass die maltesische Regierung bereit sei, die Dinar-Noten an das libysche Volk auszuhändigen, was aber offensichtlich bis heute noch nicht geschehen ist. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Vgl. Dominik Peters, Drei Kriege in einem Land. https://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-wer-kaempft-gegen-wen-a-1303118.html (25.10.2021). [2] Übersetzung aus Jonathan M. Winer, Seized Russian-printed dinars highlight an opportunity to reform Libya’s civil war economy. https://en.minbarlibya.org/2019/11/10/seized-russian-printed-dinars-highlight-an-opportunity-to-reform-libyas-civil-war-economy/ (25.10.2021).

  • Aserbaidschan: Gedenknote zum Sieg im Krieg um Arzach 2020

    Am 4. November 2021 brachte die Zentralbank der Republik Aserbaidschan neue Gedenknoten zu 500 Manat in Umlauf: Anlass ist der Jahrestag des Sieges Aserbaidschans über die Republik Armenien im Kampf um die Region Bergkarabach nach 44-tägigen Kriegshandlungen. Innerhalb der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik war die überwiegend armenisch besiedelte Region Bergkarabach ein autonomer Oblast; im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion erklärte sich 1991 die Republik Bergkarabach – seit 2017 Republik Arzach – für unabhängig, was zum Ersten Karabach-Krieg führte. Seit dem Waffenstillstand 1994 kontrollierten die Armenier die Republik Bergkarabach bzw. Arzach sowie weitere angrenzende Gebiete. Die Republik Arzach ist heute noch international nicht anerkannt und gehört völkerrechtlich zum aserbaidschanischen Staatsgebiet, wurde jedoch de facto armenisch verwaltet. Nach erneuten Kampfhandlungen brach 2020 ein Krieg aus, in dem Aserbaidschan mit Hilfe der Türkei und syrischer Söldner weite Teile von Arzach unter Kontrolle bringen konnte. Durch das Waffenstillstandsabkommen vom 9. November 2020, bei dem Russland als Vermittler fungierte, verlor die Republik Arzach etwa zwei Drittel des beanspruchten Territoriums an Aserbaidschan. Neben rund 4000 armenischen und rund 3000 aserbaidschanischen Soldaten kamen in diesem Krieg auch Zivilisten beider Seiten ums Leben; rund 100.000 Menschen flüchteten aus der Republik Arzach und rund 40.000 aus Aserbaidschan. Kritisiert wird Aserbaidschan unter anderem für den Einsatz von Drohnen und Söldnern; beide Seiten bedienten sich außerdem der Streumunition. Der Sieg wurde und wird im autoritären Aserbaidschan einer propagandistischen Aufarbeitung unterzogen: So entstand in Baku ein Freilichtmuseum, in dem Kriegstrophäen, wie beispielsweise die Stahlhelme getöteter armenischer Soldaten, ausgestellt sind. So verhält es sich auch mit der aktuellen Gedenkbanknote: Die Vorderseite der von Giesecke & Devrient gedruckten Note zeigt aserbaidschanische Soldaten mit der Landesflagge vor den mittelalterlichen Brücken von Choda Afarin – das nördliche Ufer liegt auf dem Teil der Republik Arzach, der durch diesen Krieg an Aserbaidschan ging –, rote Tulpen als Sinnbild für gefallene aserbaidschanische Soldaten sowie eine Kaukasus-Ragwurz als Siegessymbol. Auf der Rückseite im Hochformat ist das Mausoleum des Dichters Molla Pənah Vaqif in Şuşa abgebildet, das im Ersten Karabachkrieg 1992 zerstört wurde; nach der Rückeroberung der Stadt im vergangenen Jahr wurde das Gebäude restauriert und im Sommer dieses Jahres fertiggestellt. Im Hintergrund ist außerdem die Festung von Askeran aus dem 18. Jahrhundert sowie die Landkarte Aserbaidschans dargestellt. Auf beiden Seiten ist der Satz "QARABAĞ AZƏRBAYCANDIR (Karabach ist Aserbaidschan)" des aserbaidschanischen Präsidenten İlham Əliyev abgedruckt. Die Gedenknote wurde neben einer Reihe von Gedenkmünzen zum Sieg und zu den einzelnen rückeroberten Städten und Regionen in einer Auflage von 1.000.000 Exemplaren ausgegeben; auch sollen die aktuellen 20-Manat-Umlaufnoten mit dem Thema Karabach im Jahr 2022 in einer um die Siegesblume Kaukasus-Ragwurz erweiterten Version erscheinen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Leserpost: Ergänzungen zu den deutschen Banknoten ab 1871

    Dear, my name is Krunoslav Sokač and I am collecting German banknotes for 10 years . Living in Zagreb Croatia. In my collection I have few banknotes that are not listed in "Die deutschen Banknoten ab 1871" catalogue . So in this mail I would like to show you them in wishing to publish them in a new catalog . 1. In picture 1, 2 & 3 is "egg note" Ro-57a with unfamiliar "No". "No" stands upright and is larger, not bent and smaller as in the catalog. 2. In picture 4, 5 & 6 is Ro-87g but without company logo on the right 3. In pictures 7 & 8 is Ro-90 (probably 90b) without watermark. 4. In pictures 9, 10 & 11 is Ro-112a without pink color on right side. 5. In pictures 12 & 13 is Ro-115b with unknown company logo "H". Wishing you to look at and consider these my findings I cordially greet you. Best regards Krunoslav Antwort der Redaktion (Original in Englisch): Welche Auflage des Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871" besitzen Sie? Aktuell ist die 22. Auflage 2020/21! Die verschiedenen "No" und "Nr" (sind beim Eierschein als Varianten a/b/c aufgeführt. Ihre Note (Firmendruck ohne Firmenzeichen) ist bislang nicht bekannt. Können Sie mir bitte noch ein Bild von der Rückseite schicken? Das Wasserzeichen ist manchmal nur sehr schwach zu sehen. Bei Ihrem Schein handelt es sich wahrscheinlich um die Nr. DEU-102b (90b). Diesen Schein gibt es mit (DEU-132) und ohne (DEU-133) violette Einfärbung am rechten Rand. Mit dem Wasserzeichen Eichenlaub sollte die Einfärbung aber vorhanden sein. Leider ist diese auch manchmal nur sehr schwach ausgeführt oder ausgeblichen. Mir selbst liegen auch solche Scheine vor. Bei genauer Betrachtung kann man aber meist einen schwachen Rest der Farbe erkennen. Bitte prüfen Sie das Firmenzeichen! Könnte eine erste Stelle des Firmenzeichens BH, HH oder WH nicht mit gedruckt worden sein? Das Firmenzeichen H (Edler & Krische, Hannover) wäre neu mit in den Katalog aufzunehmen. Bei den Punkten 2 und 5 scheint es sich tatsächlich um neue Varianten zu handeln. Vielen Dank für Ihr Interesse an deutschen Banknoten und die Informationen. Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 52

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 8: Die „Andreas“-Angelegenheit und das „Unternehmen Bernhard“ Die SS, die Polizei- und Geheimdienststellen im Dritten Reich Will man beide Affären richtig beleuchten und will man sich in den komplizierten Machtstrukturen, in dem Wirrwarr von Ämtern, Dienststellen und Kompetenzen zurechtfinden, ist es unerlässlich, sich zunächst mit dem gesamten Umfeld etwas näher zu beschäftigen. Das heißt, sich die Institutionen und Personen genauer anzusehen, von denen die Befehle ausgingen, die mehr oder weniger von der Falschgeldaffäre tangiert waren, die involviert waren als Planer, als führende Köpfe, als Untergebene oder als Mitläufer, die für das Unternehmen direkt oder indirekt arbeiteten und diejenigen, die davon profitiert haben. Hierbei sind jedoch mehrere Dinge zu beachten. Zum einen gab es häufige Umorganisationen und Umbesetzungen von Stellen in den einzelnen Ämtern und Dienststellen, was die Übersicht über die jeweilige Organisationsform bzw. die Aufbauorganisation sehr erschwert. Zum anderen greift gerade hier ein für das Dritte Reich typisches Phänomen: Es gehörte zu den zahlreichen Ungereimtheiten des NS-Regimes, dass es neue Machtstrukturen schuf, die alten (zumindest deren Fassaden) aber bestehen ließ. So kam es nicht selten vor, dass eine neue Dienststelle geschaffen und mit Aufgaben betraut wurde, die seither zuständige aber parallel dazu weiterarbeitete, zumindest aber unter ihrem Namen und mit den seitherigen oder ähnlichen Kompetenzen weiter existierte. Es kam daher häufig zu Überschneidungen in den Aufgaben, zu Kompetenzgerangel und Eifersüchteleien unter den Leitern. Weiter wurde zum Problem, dass eine immer größere Vermischung staatlicher Behörden mit Parteidienststellen stattfand. Einerseits trachtete die SS als Parteiformation stets danach, staatliche Vollzugsbehörden unter ihre Kontrolle zu bringen, was ihr auch in größerem Umfang gelang. Bestes Beispiel: Der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, wurde am 17. Juni 1936 gleichzeitig zum Chef der deutschen Polizei ernannt und erreichte damit eine zentrale Machtposition. Die formelle Unterstellung als Staatssekretär unter den Reichsinnenminister Wilhelm Frick erwies sich in der Praxis als bedeutungslos, da er die Kontrolle über die gesamte Kriminalpolizei sowie die Ordnungs- und Schutzpolizei, die SS, die Gestapo und den SD in seiner Hand vereinigte. Andererseits wachte die NSDAP-Führung eifersüchtig darüber, dass es möglichst bei der Trennung von Parteistellen und Staatsdienststellen blieb und dass staatliche Stellen keinen Einfluss auf die Partei bekamen. Weiterhin verwendet die einschlägige Literatur bis heute für ein und dieselben Begriffe unterschiedliche Bezeichnungen. So werden zum Beispiel die den einzelnen Amtsgruppen des Reichssicherheitshauptamtes zugeordneten Referate häufig als Abteilungen oder Unterabteilungen bezeichnet, oder einzelne Amtsgruppen werden mit den Ämtern, denen sie unterstellt waren, verwechselt, was in vielen Fällen nicht eben zur Klarheit beiträgt. So ist es für den Nichteingeweihten nicht einfach, wenn nicht gar unmöglich, ohne zumindest einige wenige Grundkenntnisse über den Aufbau der Geheimdienste und verschiedener weiterer Dienststellen die Zuständigkeiten und Befehlsstrukturen zu durchschauen. Im Folgenden wird daher ein kurzer Überblick über die verschiedenen Stellen gegeben, die für die weiteren Ausführungen über die Fälschung der Pfundnoten von Bedeutung sind. Dies betrifft im Wesentlichen das Reichssicherheitshauptamt und die SS. Die Schutzstaffeln (SS) Die Schutzstaffeln der NSDAP waren ursprünglich eine Untereinheit der Sturmabteilung (SA). 1923 von Adolf Hitler als sogenannte Stabswachen zu seinem persönlichen Schutz gegründet, verstanden sich diese schon bald als Führerelite und nannten sich seit 1925 Schutzstaffeln, kurz SS. Der 1927 zum stellvertretenden Reichsführer, 1929 zum Reichsführer SS ernannte Heinrich Himmler baute die SS konsequent als Polizei der Partei aus. Mit der Niederschlagung der SA-Meuterei durch die SS im Jahre 1931 erkannte auch Hitler diese innerparteiliche Polizei und deren unbedingte Loyalität zu seiner Person an. Himmler war es zuvor schon gelungen, seine Schutzstaffeln als unabhängige Parteiorganisation aus der SA herauszulösen. Nun ließ er seine „rechte Hand“, Reinhard Heydrich, einen Sicherheitsdienst (SD) aufbauen, der als Geheimdienst der NSDAP fungieren sollte, und der damit ein engmaschiges Netz von Bewachung und Bespitzelung, von Verrat und Denunziation über Deutschland ausbreitete. 1934 hatte die SS bereits eine Stärke von 200.000 Mann und eine reichsweite Präsenz. Sie übernahm die Bewachung der Konzentrationslager durch spezielle Wachmannschaften, die sogenannten Totenkopfverbände (Anmerkung: die offizielle Abkürzung lautete stets K.L., das Kürzel KZ wurde erst gegen Kriegsende, ausschließlich inoffiziell und hauptsächlich in der Bevölkerung benutzt). Daneben gab es das „Wachbataillon Berlin“, das seit September 1933 SS-Leibstandarte „Adolf Hitler“ (LAH) hieß und unter ihrem Kommandeur Joseph („Sepp“) Dietrich als Repräsentationsgarde des Dritten Reiches für die Bewachung der Reichskanzlei und den persönlichen Schutz des „Führers“ zuständig war. Es erfolgte der Zusammenschluss mit den sogenannten Politischen Bereitschaften (von örtlichen SS-Führern nach der Machtergreifung gebildete Sonderkommandos mit hilfspolizeilichen Befugnissen, unter anderem die Träger der Mordaktionen in der Affäre um SA-Chef Ernst Röhm) in der so genannten SS-Verfügungstruppe, wobei aber die Leibstandarte unter ihrem Namen erhalten blieb. Schon im August 1938 wurden diese bewaffneten Verfügungstruppen der SS von Hitler gegen den Widerstand der Wehrmacht, die ihren Waffenmonopolanspruch ausgehebelt sah, ausdrücklich anerkannt. Diese SS-Eingreiftruppen wurden dann zwar formal der Wehrmacht zugeteilt, verblieben aber in der Unterstellung unter Himmler, der damit eine eigene bewaffnete Truppe besaß. Dies ist wieder ein Paradebeispiel für das oben genannte, im NS-Staat häufig auftretende Phänomen, das Eine zu tun, aber das Andere nicht zu lassen, sprich: zum Beispiel solche zweigeteilten Unterstellungsverhältnisse aufzubauen. Schon im Polenfeldzug wurde dann die Verfügungstruppe und damit auch die wegen ihrer Brutalität und überharten Kampfführung gefürchtete LAH in die Waffen-SS eingegliedert. Die SS entwickelte sich nach den Wünschen Himmlers zu dem mystischen Führungsorden unter dem Totenkopf, dessen Geheimnisse sorgsam gehütet wurden und in die Unbefugte niemals Einblick erhielten. Seine Mitglieder trugen eine schwarze Uniform (ab September 1939 die feldgraue der Waffen-SS, offensichtlich um die Solidarität mit der kämpfenden Truppe zu demonstrieren) und waren der Schrecken der ganzen Nation - und nur wenig später ganz Europas. Die SS kontrollierte die gesamte Polizei. Durch die Monopolstellung des SD Reinhard Heydrichs nicht nur als Nachrichtendienst der Partei, sondern als offizieller politischer Nachrichtendienst des Deutschen Reiches und die Zentralisierung der Gestapo, zu deren Inspekteur, also zum eigentlichen obersten Chef, Himmler schon 1934 durch Hermann Göring ernannt worden war, wuchs der SS eine ungeheure Machtfülle zu, wie sie keine andere NS-Organisation je erreicht hat. Besonders auch hier wieder zeigt sich die charakteristische Verquickung von staatlichen Stellen (Polizei) und parteieigenen Machtapparaten (SS) ganz deutlich. Die Mitglieder des schwarzen Geheimordens pflegten ganz bewusst den Schrecken, den sie überall verbreiteten, wollten ganz bewusst im Volk ihren unheimlichen Nimbus nähren. Sie hatten Gewalt über fast alles und jeden, ihre wichtigste Aufgabe war die Überwachung, die Verfolgung und Ausschaltung aller politischen Kräfte und Personen, die der Terrorstaat als seine Gegner betrachtete oder die der Ideologie von der „nordischen Herrenrasse“ nicht gerecht wurden. Die SS koordinierte die Verfolgung und Vernichtung der Juden, der Minderheiten, der gesellschaftlichen Randgruppen und der Regimegegner ebenso wie sie weit verzweigte Wirtschaftsunternehmen und -verflechtungen ihr eigen nannte. Sie war ein regelrechter Staat im Staate und daneben ein allumfassender Wirtschaftskonzern. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Aus privaten Sammlungen: Nicht ausgegebene Note zu 1000 Litu der Lietuvos Bankas von 1991

    Am 11. März 1990 erklärte Litauen als erste Sowjetrepublik seine Unabhängigkeit, die jedoch von der Führung in Moskau bis September 1991 nicht anerkannt wurde. Am 21. Dezember 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst und die letzten ehemals sowjetischen und dann russischen Truppen verließen 1993 das Land. Die eigenständige Währungsgeschichte der zweiten litauischen Republik begann im August 1991 mit Talonas-Scheinen in Nennwerten von 0,10 bis 500 Talonas, die als Übergangs-währung parallel zum russischen Rubel kursierten. Ebenfalls mit Datum von 1991 bereitete die Lietuvos Bankas dann eine komplette Notenserie in der neuen Litu-Währung mit Nennwerten von 10 bis 1000 Litu vor, die bis auf die höchsten Werte zu 500 und 1000 Litu am 25. Juni 1993 in Umlauf kamen. Diese beiden Scheine wurden wegen unzureichender Sicherheitsmerkmale bei diesen hohen Nominalen nie ausgegeben. Auch ein mit Datum 1994 gedruckter Hunderter kam aus den gleichen Gründen nicht in Umlauf. Der Großteil der Auflage von 9,5 Millionen Tausendern wurde vernichtet, die Bank behielt einen Restbestand von 19.903 Scheinen. 2017 verkaufte die Bank dann insgesamt 5.000 Faltblätter mit den nicht ausgegeben Scheinen zu 100, 500 und 1000 Litu an Händler und Sammler. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Litauen, Lietuvos Bankas: Nicht ausgegebene Banknote zu 1000 Litu von 1991 (1993) Vorderseite: Porträt des litauischen Komponisten und Kunstmalers Miklojus Konstantinas Čiurlionis (1875 – 1911) und Staatswappen (gepanzerter Ritter zu Pferd mit gezogenem Schwert und Wappenschild). Rückseite: Fragment seines Gemäldes „Königsgeschichte“. Wasserzeichen: Staatswappen. Format: 135 mm x 65 mm Katalogreferenzen: LIT-52a (SCWPM) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Auktionsvorschau 141. Teutoburger Münzauktion (Banknoten) am 10. Dezember 2021

    Auch zu Nikolaus kommen bei den Ostwestfalen gleich zwei Auktionen (zwei Kataloge) zur Versteigerung, auch diesmal coronabedingt wieder komplett LIVE ONLINE. Am Montag, 6.12., wird die 140. Auktion gestartet, beginnend mit einer wieder sehr umfangreichen Spezialserie China & Südostasien (300 Lose), hier enthalten u. a. der Antiquitäten-Nachlass des Japan-Pioniers Rudolf Lehmann (1842–1914), gefolgt von den Goldmünzen, Goldmedaillen, Uhren und Schmuck. Im Goldbereich finden sich zahlreiche große Raritäten, u. a. der sächsische Doppeldukat 1697, ein Sovereign Elisabeth I., ein dänischer Doppeldukat 1691, seltene US-Goldmünzen, 100 Lose Reichsgoldmünzen usw. Der Antiken-Bereich enthält einige Griechen, Römer und Byzantiner, aber vor allem viele gute Lots und Sammlungen, auch Literatur. Dem folgt eine kleine Serie karolingischer Münzen. Im Auslandsteil sind Münzen und Medaillen aus aller Welt vertreten, hier besonders hervorzuheben die Serien Frankreich, Großbritannien, Kirchenstaat/Vatikan, Rußland und vor allem USA. Es folgen die habsburgischen und österreichischen Münzen und Medaillen mit vielen Talern und Teilstücken, dann Salzburg, Schlick, ein seltener Taler von Lobkowitz usw. Die Abteilung Altdeutschland beinhaltet u. a. Taler und Gulden von Bayern, Brandenburg-Preußen, Braunschweig, Frankfurt am Main, einen äußerst seltenen Taler von Hessen, eine Sammlung Münster und westfälische Gebiete, Pommern, Sachsen mit Nebenlinien, usw. Nach wenigen Waagen und Gewichten kommen die thematischen Medaillen zur Versteigerung, bei denen mit Abstand am stärksten Drittes Reich und Karl Goetz vertreten sind. Die deutschen Münzen ab 1871 nach Jaeger vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik und zur DDR bilden eine riesige Auswahl. Besonders beim Reichssilber sind zahlreiche Stücke in besonders hübschen Erhaltungen dabei. Den Abschluss des Münzbereichs runden wie immer Lots, Posten und teils urbelassene Sammlungen, die zum Stöbern einladen, ab – hierzu bitte dringend Besichtigungszeit einplanen und frühzeitig Termine reservieren. Diesmal sind besonders viele große urbelassene Händler- und Sammlernachlässe enthalten, die geradezu nach „Schatzsuchern” schreien. Der letzte Abschnitt der 140. Auktion am 9.12. sind Orden und Ehrenzeichen, Militaria (mit zahlreichen Blankwaffen) und andere Antiquitäten von der Taschenuhr und historischen Wertpapieren über Silber bis zum Schmuckstück. Banknoten Die 141. Auktion am 9. und 10. Dezember ist wieder ein Sonderkatalog für Briefmarken und Banknoten (hier u. a. große Serie KZ- und Lagergeld mit vielen Seltenheiten, die 100 Dollars Umlaufnote 1914 von Kiautschou usw.). Nr. 4733: BANKNOTEN. FINNLAND. 100 Markkaa 1898. No 0070255 mit zwei Originalunterschriften. IV, minimaler Einriss und etwas fleckig. Äußerst selten. P. 7a. Taxe: 3.500,– Euro. Diese Variante mit Handunterschrift wurde nach unserem Wissen seit Jahren nicht mehr im Handel angeboten. Nr. 4749: Haiti. 1 Piastre Sept. 1875. Mit original Unterschrift des Präsidenten Domingue. Verm. Unikat. IV-, kl. Fehlstellen und restaurierte Einrisse, von größter Seltenheit. Pick 70 Unikat, Taxe: 1.500,– Euro. Nr. 4818: Mecklenburg-Strelitz, 25 Thaler 1.6.1869. Mecklenburgischer Rentei-Cassen-Schein. I/II, selten, Pick A182, Grabowski/Kranz 214, Taxe: 1.000,– Euro. Nr. 4823: Deutsches Reich, 1871-1945, 10 Tsd. Mark 3.2.1923. Serie S, FZ: E. Mit rotem Aufdruck „MUSTER“. I-, kl. Fehlstelle links, sehr selten, Rosenberg 83, Grabowski DEU-94, Taxe: 1.000,– Euro. Nr. 4884: Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948, 5 Deutsche Mark 9.12.1948. Serie 1 mit Kreuzstern. III/IV, min. Fehlstellen am Oberrand. Bei dem vorliegenden Schein handelt es sich wohl um das 2. bekannte Ex. mit der 1 vor dem Kreuzstern. Rosenberg 252e, Grabowski BRD-1d, Taxe 1.000,– Euro. Nr. 4905: KIAUTSCHOU. Deutsch-Asiatische Bank 1907–1918. 100 Dollar 1.7.1914. Filiale Peking. Nicht ausgegebener Schein in exklusiver Erhaltung. I-, Prachtexemplar, von größter Seltenheit, besonders in dieser Erhaltung. Rosenberg 1038. Pick S. 277. Grabowski DAB-40. Taxe: 20.000,– Euro. Nr. 4926: (ohne Ortsangabe), Employment Board for Jewish Displaced Persons, 100 Unit o.D. (1947) II-, von größter Seltenheit, Schöne 6126, Pick SI 216, Taxe: 500,– Euro. Nr. 5090: Kaiserswerth (heute zu Düsseldorf gehörig), 20 Billionen Mark 1.12 1923 Papier, einseitig. Serie D No. 0019. II, Fleck am Rand, sehr selten, van Eck 756.11, Taxe: 300,– Euro. Nr. 5138: Mittelbau-Dora (Thüringen), Arbeitslager Mittelbau, 2 Reichsmark o.D. (1944). Serie M. III, sehr selten, Grabowski. Mi 7b, Taxe: 250,– Euro. Nr. 5139: Mittelbau-Dora (Thüringen), Arbeitslager Mittelbau, 10 Reichsmark o.D. (1944). Serie D. IV, äußerst selten, Grabowski. Mi 9, Taxe: 500,– Euro. Nr. 5159: Oranienburg (Brandenburg), Konzentrationslager, 10 Pfg. o.D. (06.1933). Mit Wz. Hausmann-Wellen. II, oben rechts gelocht, äußerst selten, Grabowski. Or. 2, Taxe: 350,– Euro. Zur Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/

  • Wim Duisenbergs Unterschriften

    Unsere Eurogeldscheine gibt es ja jetzt bereits seit fast 20 Jahren. Am 1. Januar 2002 verschwanden in zwölf großen Staaten (EA-12) die vertrauten Landeswährungen aus den Geldbörsen vieler Europäer – keine DM und keine Finnmark mehr, nie wieder französische, luxemburgische oder belgische Franken, keine irischen Pfund, auch keine Drachmen, Escudos, Lire, Pesten oder Schillinge. Selbst der niederländische Gulden wurde vom Euro abgelöst, aber die Niederländer erhielten etwas ihnen Vertrautes zurück: Denn die Unterschriften auf den neuen Banknoten waren die ihres ehemaligen Finanzministers (1973–1977) und Präsidenten der niederländischen Zentralbank (1982–1997), der schon auf ihren bunten Ausgaben der Jahre 1982 bis 1994 unterschrieben hatte: Willem (Wim) Frederik Duisenberg (*1935 in Heerenveen/NL, †2005 in Faucon/F)[1]. Auch Farbe und Größe blieben ähnlich. Abb. 1: Note der Bank der Niederlande über 50 Gulden vom 4. Januar 1982 (SCWPM NLD-96, M 100-1), entworfen von Ootje Oxenaar (1929–2017) und Hans Kruit (*1951), aufgrund von Farbe und Motiv auch der „Sonnenblumenschein“ (zonnebloem) genannt, bis 2001 in Umlauf; bis 2032 gegen Euro-Noten einlösbar. Wasserzeichen Biene, Format 147 x 76 mm. Abb. 2: Unterschrift re., Duisenberg als Präsident der Niederländischen Zentralbank auf dem 50 Guldenschein vom 4.1.1982. Die erfolgreiche Geldpolitik Duisenbergs beruhte auf einer intensiven Zusammenarbeit mit den Hütern der bundesdeutschen Geldpolitik; genau das machte ihn auch im weiteren europäischen Währungsgebiet bekannt. Daher wurde er trotz des erbitterten Widerstandes Frankreichs auf den Schild gehoben und 1998 zum Präsidenten der EZB berufen. Abb. 3: 50-Euro-Schein (EUR-4, Ros/Gra E 4a) der ersten Serie von 2002 mit der Duisenberg-Unterschrift, gestaltet vom Banknotenentwerfer der Oesterreichischen Nationalbank Robert Kalina (*1955). Kalina gewann mit seinen Entwürfen 1996 den Wettbewerb um die neuen gemeinsamen Banknoten der EZB, indem er nur stilisierte Bauwerke ohne direkt erkennbaren nationalen Bezug verwendete. Farbe Gelb/Orange, Format 140 x 77 mm. Abb. 4: Unterschrift Duisenbergs unter den damals nur fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank für zwölf Teilnehmerstaaten in den neun Sprachvarianten: „BCE“ (Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Irisch) für Frankreich, Luxemburg, Italien, Portugal, Spanien und Irland, „ECB“ (Englisch, Niederländisch) für Belgien und die Niederlande, „EZB“ (Deutsch) für Deutschland und Österreich, „ΕΚΤ“ (Griechisch) für Griechenland und „EKP“ (Finnisch) für Finnland. Die Jahreszahl 2002 befindet sich auf sämtlichen Noten der ersten Serie, unabhängig vom jeweils signierenden EZB-Präsidenten. Nachdem Frankfurt am Main bereits Sitz der EZB geworden war, wurden die Franzosen mit dem Versprechen beruhigt, Wim Duisenberg würde bereits nach der Hälfte seiner offiziellen Amtszeit abtreten und Platz machen für einen Franzosen. Tatsächlich räumte der Niederländer erst 2003 seinen Schreibtisch zugunsten des ursprünglichen Gegenkandidaten Jean-Claude Trichet (*1942), der dann volle acht Jahre vom 2003 bis 2011 amtierte. Auf diesen folgte 2019 ein Italiener, der es am 13. Februar dieses Jahres Dank seiner guten Reputation zum Regierungschef in Italien brachte. Auf ihn folgte eine Französin, Christine Lagarde, aber deren Unterschrift findet man noch recht selten auf den Banknoten: Noch überwiegen die Unterschriften von Mario Draghi (*1947). Aber auch eine Wunschvorstellung Duisenbergs trat ein, da er auf die Frage, welche Spur er in der Geschichte hinterlassen wolle, geantwortet hatte, in zehn Jahren würden die Menschen immer noch seine Unterschrift auf ihren Geldscheinen bewundern können. [2] Christian Merker [1] Die Unterschriften von Mijnheer Duisenberg befinden sich auf den Scheinen sowohl über 25, 100, 250 als auch über 1000 Gulden: 250 Gulden (Leuchtturm) vom 25.7.1985, 25 Gulden (Rotkehlchen) vom 5.4.1989, 100 Gulden (Steinkauz) vom 9.1.1992 und 1000 Gulden (Kiebitz) vom 2.6.1994. Das Design dieser Scheine war nach dem Prinzip „Gebäude, Pflanzen, Tiere“ entworfen worden. [2] Spiegelartikel vom 31.07.2005.

  • Leserpost: Bogennummer Auf 1 Mrd. Mark mit Überdruck

    Hallo ! Wie finde ich die Bogennummern 1-2-3 auf diesen Scheinen ?? G. Garwer Antwort der Redaktion Gerne beantworte ich Ihre Frage. Auf dem abgebildeten Schein (DEU-126cb, alt Ro. 110c) ist die Bogennummer die kleine grüne 7 unter dem linken gedruckten Reichsbank-Siegel. Von dem überdruckten Tausender zu 1 Mrd. Mark gibt es solche mit Bogennummer und auch solche ohne Bogennummer. Nicht zu verwechseln mit dem Bogen-Wasserzeichen. Das ist eine kleine Zahl, die man an etwa der gleichen Stelle hell in der Durchsicht erkennen kann, so der Schein denn ein Bogen-Wasserzeichen hat. Der abgebildete Schein hat das Bogen-Wz. 3. Sieht man so natürlich nicht! Da Sie ja wahrscheinlich das Bogen-Wz. und nicht die Bogennummer meinten, möchte ich noch ergänzen, dass Sie das natürlich finden können, wie jedes andere Wasserzeichen auch, in der Durchsicht gegen Licht. Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Francs der Banque de Madagascar o.D.

    1896 unterwarfen nach mehreren Versuchen französische Truppen Madagaskar, richteten ein Protektorat ein und schafften die madagassische Monarchie ab. In der Anfangszeit der französischen Kolonialherrschaft liefen in Madagaskar die Noten der Banque de France als Zahlungsmittel um. Am 22. Dezember 1925 wurde jedoch die Banque de Madagascar gegründet; diese gab nach einer ersten Emission nicht ausgegebener 100-Francs-Scheine der Banque de France von 1892/93 mit überdrucktem Namen der madagassischen Bank ab 1926 Noten über Beträge im Madagaskar-Franc in Umlauf, der an den Französischen Franc im Verhältnis 1:1 gekoppelt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Banque de Madagascar in die Banque de Madagascar et des Comores umbenannt, nachdem die zuvor von Madagaskar verwalteten Komoren ein autonomes französisches Überseegebiet wurden. Die neue gemeinsame Währung wurde im Verhältnis 1:1,7 an den Französischen Franc gebunden. Aus der Sammlung Josef Gerber: Madagaskar: Banque de Madagascar: 50 Francs o.D. (eingeführt 1926) Vorderseite: Minerva und Vesta sitzend; mittig Wasserzeichen im Medaillon. Rückseite: Drei Putten mit Blumen und Früchten um Büste der Demeter. Wasserzeichen: Frauenkopf. Format: 175 mm x 120 mm Entwurf: Léon Glaize Graveur: Jules Robert Druck: Banque de France Katalogreferenzen: MDG-38 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com

  • Lexikon: Darlehnskasse Ost

    Die Darlehnskasse Ost wurde 1916 als Emissionsbank für das Gebiet des Oberbefehlshabers Ost (umfasste von der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg besetzte Gebiete des damaligen russischen Zarenreichs, zusammen rund 108.800 km²) gegründet. Sie gab 1916 mit der Ostbank für Handel und Gewerbe in Posen Scheine mit Datum vom 17.4.1916 aus, die auf Kopeken und Rubel lauteten (20 und 50 Kopeken sowie 1, 3, 10, 25 und 100 Rubel). 1918 folgten Markscheine der Darlehnskasse Ost in Kowno (Kauen) mit Datum vom 4.4.1918 über ½, 1, 2, 5, 20, 50, 100 und 1000 Mark. EWK-35c (GER-R122c): 1 Rubel der Ostbank für Handel und Gewerbe vom 17.4.1916, Vorder- und Rückseite. EWK-39b (GER-R126): 100 Rubel der Ostbank für Handel und Gewerbe vom 17.4.1916, Vorder- und Rückseite. Die von der Firma Giesecke & Devrient bzw. von der Reichsdruckerei hergestellten Scheine kursierten zeitweise auch noch in den nach dem Krieg selbstständig gewordenen baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Man nannte die Scheine "Oberostgeld" oder auch "Ost-Rubel" bzw. "Ost-Mark". Das Verhältnis war 1 Ostrubel = 20 Ost = 20 Ostmark = 2 Mark des Deutschen Reichs. EWK-53 (GER-R130): 100 Rubel der Darlehnskasse Ost vom 4.4.1918, Vorder- und Rückseite. Die Markscheine wurden in Litauen auch als "Auksinas" bezeichnet. Der Text der Vorderseite ist in deutscher Sprache, auf der Rückseite in litauischer, polnischer und lettischer Sprache verfasst. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

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