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  • Zwei verschollene chinesische Noten

    Schon viele Jahre besitze ich ein Buch „Eastern Exchange Currency and Finance“ von William F. Spalding, 3. Aufl. 1920. Als ich kürzlich etwas in diesem Werk nachschlagen wollte, bemerkte ich, dass zwei alte Banknoten dort farbig abgebildet sind, beides Privatausgaben und beide anderweitig absolut unbekannt. Ich möchte daher beide Scheine hier kurz vorstellen. Die erste Note (Abb.1) ist eine Note der Wechselstube Shènfā Hào (慎發號) in Wǔchāng (武昌), Provinz Húběi. Abb. 1 Wǔchāng war damals eine Stadt nahe Hànkǒu (漢口). Heute sind beide Städte vereinigt, der neue Name Wǔhàn (武漢) entstand durch Aneinanderfügen der Erstsilben beider Städte. In der zentralen Vertikalzeile finden wir 壹串文 = 1 Chuan (Kupfergeld). 1 Chuan ist eine Schnur, auf der (theoretisch) 1000 gelochte Cashmünzen aufgereiht sind. Interessant ist das Zeichen 串. Man erkennt zwei Cashmünzen und als senkrechte Linie eine Schnur, auf der sie aufgereiht sind. Im inneren Rechteck links oben findet sich die Datumszeile, die mit 光緒 (Guāngxù) beginnt. Die Herrscherperiode Guāngxù dauerte von 1871 bis 1908. Leider ist die Jahreszahl hinter 光緒 auf der Note verwischt und nicht lesbar, aber der Begleittext im Buch sagt, die Note sei 1897 in Umlauf gewesen. Die Note zeigt ein sechseckiges Feld mit winzigen, aber deutlich lesbaren roten Zeichen. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einem klassischen Text. Diese winzigen Zeichen gelten als ein Sicherheitsmerkmal der Note, waren sie doch von eventuellen Fälschern nur sehr schwierig nachzuahmen. Die Rückseite ist nicht abgebildet, man kann annehmen, dass sie leer ist. Bei vielen ähnlichen Noten der damaligen Zeit aus der Provinz Húběi erfolgte der Druck nur einseitig. Interessant ist noch, dass Buchautor Spalding schreibt, die 1-Chuan-Note sei zwar eigentlich 1000 Cash wert, jedoch müsse man in der Praxis 12% abziehen, der Inhaber einer solchen Note, der diese in Cashmünzen umtauschen will, erhielt nur 880 Cash! Ein paar Seiten weiter wird eine zweite Privatnote abgebildet. Es ist eine 1-Mei-Note aus Yuèyáng (岳陽), Provinz Húnán, ausgegeben von der Firma Yàxīn.(亞新), siehe Abb.2. Datum: Jahr 6 der Republik, also 1917 Abb. 2a. Abb. 2b. Der Schein zeigt auf der Vorderseite (Abb.2a) zwei identische Pagoden. Ob es sich um eine real existierende Pagode handelt oder nur um das Idealbild einer Pagode, ist nicht bekannt. Die Rückseite (Abb. 2b) zeigt zwei Löwen, die zwischen sich eine Art Ball halten. 1 Mei ist ein extrem niedriger Wert, 1 Mei entspricht nur 10 Cash. Spalding schreibt, 1 Mei sei damals nur 1/5 Penny wert gewesen! Weiter berichtet er, 1917 habe es sehr viele Arten solchen Kleingelds in Húnán gegeben, die Bevölkerung habe mehr Vertrauen in diese Privatausgaben als in die von der Regierung ausgegebenen offiziellen Noten gehabt. Die Provinzregierung habe außerdem vergeblich versucht, derartige Privatausgaben zu unterbinden, weil lokale Behörden diese hingegen erlaubten oder gar förderten. Erwin Beyer

  • Germania-Darstellungen

    Zur Ikonografie deutscher Geldscheine des Kaiserreiches Jeder, der Papiergeld sammelt, wird sich früher oder später auch mit ihrer Ikonografie beschäftigen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus – εἰκών eikón „Bild“ und γράφειν gráphein „schreiben“ – zusammen. Er wird in der Kunstgeschichte verwendet und meint die Bestimmung und Deutung von Motiven der bildenden Kunst mit wissenschaftlichen Methoden. Katharina Martin weist in einem ihrer Aufsätze auf die Bedeutung hin, die die Bilder haben, die sich auf dem Geld, auf Münzen und Scheinen befinden. Sie „sprechen“ zum Benutzer. Die „Sprache des Geldes“ „vermittelt tagtäglich kulturelles und politisches Selbstverständnis und damit eine Botschaft vom Herausgeber des Geldes, dem politischen Souverän, dem Staat, dem Herrscher, der Stadt, an den Nutzer und bieten diesen die Möglichkeit einer national-kulturellen Identifikation. Münzen [und umsomehr Banknoten, Anm. d. Verf.] sind somit nicht nur Geld, sondern auch Bildträger, Medien einer von der herausgebenden Instanz ausgehenden Kommunikation, die mittels Bilder funktioniert.“[1] Dabei gab es die Symbolfigur bereits seit Jahrhunderten. Die römischen Eroberer ordneten Germanien die „Germania“ in Form einer Frau als Numen[2] bildlich zu. Seit dem Mittelalter galt sie als die nationale Personifikation Deutschlands im Sinne des Verbreitungsgebiets der deutschen Sprachen. Im 19. Jahrhundert diente sie der demokratischen Bewegung in Deutschland als nationalromantisches Sinnbild für den von ihr angestrebten deutschen Nationalstaat. 1848 zeigte das Gemälde Germania bei der Frankfurter Nationalversammlung ein friedliches Bild der Befreiung und des Aufbruchs, angedeutet durch die zerbrochenen Fesseln. In der Ikonographie des deutschen Kaiserreichs nahm die Germania nationalistische Züge an und wurde in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts für kriegspropagandistische Zwecke umgedeutet. Daneben etablierte sich die Eiche als Nationalbaum der Deutschen. Ihr hartes Holz und das charakteristische, spät fallende Laub machten sie zum Symbol für Unsterblichkeit und Standhaftigkeit. Bereits in der germanischen Mythologie spielte der Baum eine Rolle. Nach der Überlieferung fällte im 8. Jahrhundert der Missionar Bonifatius im heutigen Hessen die Donar-Eiche, die den Chatten als heidnische Kultstätte diente. In der Zeit der deutschen Romantik schließlich galt die Eiche als Symbol der Treue und Bismarck wollte die deutsche Heldenstirn mit deutschem Eichengrün statt mit welschem Lorbeer bekränzt sehen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurden „Eichenlaub und Eichenkranz .. feste Bestandteile der Ornamentik deutscher Kriegerdenkmäler. Die bildlichen und plastischen Darstellungen der Germania, der allegorischen weiblichen Gestalt, die das Deutsche Reich verkörpert, verzichtet nur selten auf die Eichensymbolik.“[3] Abb. 1: Die Germania auf deutschen Geldscheinen. Trüge der Frauenkopf auf der 100-Mark-Reichsbanknote vom 3. September 1883, die ab November 1884 ausgegeben wurde und bis 1921 mit unterschiedlichem Datum von der Reichsdruckerei gedruckt wurde, keine Corona aus Eichenlaub, würde man sie schwerlich als Germania identifizieren. Mehr als zehn Jahre nach der Reichsgründung begegnet uns hier die Germania erstmals auf einem deutschen Geldschein. Der Entwurf stammt von Professor Friedrich Paul Thumann [* 5. Oktober 1834 in Groß Schacksdorf bei Forst (Lausitz); † 19. Februar 1908 in Berlin] und wurde von Professor Hans Meyer [* 26. September 1846 in Berlin; † 17. Dezember 1919 ebenda] gestochen. Die Rückseite zeigt das Kopfmedaillon der mit Eichenlaub bekränzten Germania. Die Rollwerkfassung wird von zwei weiblichen Allegorien gehalten. Die linke Frau symbolisiert den Bergbau (Bergkristall), die Waffenherstellung (Helm) und die Industrie (Hammer), während die rechte für die Landwirtschaft (Getreidegarbe, Früchte) steht. Im Unterdruck der Reichsadler. Abb. 2.1: Reichsbank, 3. September 1883, 100 Mark, Vorderseite. Abb. 2.2: Reichsbank, 3. September 1883, 100 Mark, Rückseite. Der Entwurf des Reichskassenscheins zu 50 Mark vom 5. Januar 1899 von Professor Emil Doepler dem Jüngeren [* 29. Oktober 1855 in München; † 21. Dezember 1922 in Berlin] bildet auf der Vorderseite die Germania mit Hermelin-Mantel und Kaiserkrone am Meer auf einer steinernen Bank unter einer Eiche sitzend ab. Die rechte Hand liegt griffbereit auf dem abgelegten Schwert, während sie in der linken Hand einen Palmenzweig als Friedenssymbol hält. Zu ihren Füßen Attribute der Industrie (Hammer, Zirkel, Winkel, Zahnrad), der Kunst (Bildhauerhandwerkszeug: Eisen und Knüppel), der Wissenschaft (Urkunde mit Siegel, Buch) des Handels (verschnürter Warenballen) und der Landwirtschaft (Pflug). Dieser von O. Reim gestochene Schein gehört sicherlich zu den besonders gelungenen Geldscheinen des Kaiserreichs. Die Darstellungen auf Geldscheinen sind auch immer Spiegel des Zeitgeistes. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Ideale der griechischen Antike im deutschen Bildungsbürgertum fest verankert. Wen wundert es, dass die Germania auf diesem Geldschein eher wie eine griechische Göttin wirkt, als eine „germanische“ Walküre, wie bei späteren Entwürfe. Abb. 3.1: Reichsschuldenverwaltung, 5. Januar 1899, 50 Mark, Vorderseite. Abb. 3.2: Reichsschuldenverwaltung, 5. Januar 1899, 50 Mark, Rückseite. Auch auf dem von Alexander Zick [* 20. Dezember 1845 in Koblenz; † 10. November 1907 in Berlin] entworfenen Reichskassenschein zu 5 Mark vom 31. Oktober 1904 wirkt Germania auf der Vorderseite noch wenig martialisch. Er zeigt die gekrönte „Mutter“ Germania am Meer mit Fahne und Schild, die das Deutsche Reich in Gestalt eines nackten Knaben bewacht, von dessen Hand eine Friedenstaube mit einem Ölzweig auffliegt. Vervollständigt wird die Darstellung durch Sinnbilder der Landwirtschaft (Früchte), der Industrie (Amboss, Hammer, Zahnrad), des Handels (Caduceus = Hermes-/Merkurstab, verschnürter Warenballen) und der Schifffahrt (Bug eines Schiffes): Symbole des Wohlstandes und Fortschritts. Gleichzeitig drückt die Bildkomposition Wehrhaftigkeit und Friedfertigkeit aus. „Auch der 10-Mark-Schein der Ausgabe von 1906 soll noch friedliche Absichten suggerieren: Die Frau mit der idealisierten Germanenkleidung hält neben dem Ruder und dem Caduceumstab, als den Symbolen der Schiffahrt und des Handels, den Palmzweig.“[4] Abb. 4.1: Reichsschuldenverwaltung, 31. Oktober 1904, 5 Mark, Vorderseite. Abb. 4.2: Reichsschuldenverwaltung, 31. Oktober 1904, 5 Mark, Rückseite. Auf Dauer ließ sich die Beschränkung der Reichsbank auf die Ausgabe von Noten im Mindestbetrag von 100 Mark nicht aufrechterhalten, zumal der gesetzlich erlaubte Gesamtbetrag von 120 Millionen Mark für die Ausgabe von Reichskassenscheinen (5, 10 und 50 Mark) bereits erreicht war und sich ein Bedarf an kleineren Abschnitten bemerkbar machte. So wurden ab April 1906 Reichsbanknoten zu 50 Mark mit dem Ausgabedatum vom 10. März 1906 ausgegeben. Mit verändertem Datum folgten noch drei weitere Emissionen. Auf der Vorderseite befinden sich in den oberen Ecken zwei einander zugekehrte, mit der Kaiserkrone bekrönte Germania-Brustbilder. Abb. 5.1: Reichsbank, 10. März1906, 50 Mark, Vorderseite. Abb. 5.2: Reichsbank, 10. März 1906, 50 Mark, Rückseite. Von den Geldscheinen mit Germania-Abbildungen ist die Reichsbanknote zu 100 Mark vom 7. Februar 1908, der sog. „Flottenhunderte“, der Politischste. Der Schein wurde von Friedrich Wilhelm Wanderer [* 10. September 1840 in München; † 7. Oktober 1910 ebenda] entworfen und von Karl Straßgürtl gestochen. Auf der Rückseite wacht die wehrhafte Germania am Ufer des Meeres im Schutz einer mächtigen Doppeleiche sitzend, mit Eichenlaub bekränzt und mit Krone, Schwert, Schild und Brustpanzer ausgestattet. Vor ihr die Insignien des Handels (Caduceus, verschnürte Warenballen), der Landwirtschaft (Pflug) und der Industrie (Zahnrad, Amboss, Hammer). Im Hintergrund fahren drei Schlachtschiffe. Für Jürgen Koppatz verkörpert diese Darstellung den deutschen Imperialismus, der nach einer Neuaufteilung der Welt strebte.[5] Die Kriegsflotte sicherte nicht nur den freien Zugang zu den Weltmeeren und den Weg zu den Kolonien, sondern unterstreicht den deutschen Seemachtanspruch, der schließlich zum Konflikt mit dem britischen Imperium führte. Diese sangen immerhin nicht nur davon, dass Britannien die Wellen beherrschen würde, sondern hatten auch den Anspruch jeder anderen Seemacht mindestens vierfach an Schiffen überlegen zu sein, um ihren Anspruch auf Beherrschung der halben Welt aufrecht erhalten zu können. Neue Kolonialmächte wie Deutschland, die ihre wenigen Kolonien mit einer eigenen Flotte beschützen wollten, störten die britische See-Hegemonie deshalb nicht unerheblich. [Anmerkung der Redaktion] Abb. 6.1: Reichsbank, 7. Februar 1908, 100 Mark, Vorderseite. Abb. 6.2: Reichsbank, 7. Februar 1908, 100 Mark, Rückseite. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges griff man auf ein geldpolitisches Instrument zurück, das bereits 1848 in Preußen bei einem akuten Kreditbedarf angewandt wurde. Darlehenskassen gaben gegen Verpfändung von Waren eigenes Papiergeld in Umlauf: Darlehenskassen-scheine zu 5, 20 und 50 Mark mit Datum vom 4. August 1914. Die Scheine zu 5 und 50 Mark zeigen auf der Rückseite zwei einander zugekehrte, mit der Kaiserkrone bekrönte Germania-Brustbilder. Abb. 7.1: Reichsschuldenverwaltung, 5. August 1914, 5 Mark, Vorderseite. Abb. 7.2: Reichsschuldenverwaltung, 5. August 1914, 5 Mark, Rückseite. Abb. 8.1: Reichsschuldenverwaltung, 5. August 1914, 50 Mark, Vorderseite. Abb. 8.2: Reichsschuldenverwaltung, 5. August 1914, 50 Mark, Rückseite. Auch in Übersee war die Germania vertreten. Mit der japanischen Aggression gegen China 1894/95 (Japan annektierte Taiwan, die Pescadores-Inseln sowie den südlichen Teil der Provinz Fengtiän) verlangten auch die europäischen Mächte Stützpunkte in China. 1897 musste das chinesische Kaiserreich Deutschland das Pachtgebiet Tsingtau überlassen. Als im Mai 1900 in China ein Volksaufstand (Boxeraufstand) gegen die ausländischen Eindringlinge ausbrach, wurde dieser von den Großmächten Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und den USA niedergeschlagen. Das Schlussprotokoll zu Peking vom 7. September 1901 räumte den Großmächten weitgehende wirtschaftliche Rechte ein, darunter auch das Recht, Notenbanken ich China zu betreiben. Am 8. Juli 1906 erhielt die Deutsch-Asiatischen Bank von der Reichsregierung das Notenprivileg verliehen. Ab 15. Juni 1907 emittierte die Bank ihre vom 1. März 1907 datierten und bei Giesecke & Devrient in Leipzig gedruckten Noten. Alle Ausgaben sind bildgleich und unterscheiden sich nur in der Nennung des Filialortes: Hankow, Peking, Shanghai und Tientsin. Die Scheine für Tsingtau haben darüber hinaus einen abgeänderten rückseitigen Textaufdruck. Die rechte Vorderseite der Banknoten ziert das Halbbild der gekrönten Germania mit Speer und Adlerschild. Ferner zeigt die Rückseite zwei einander zugekehrte, mit der Kaiserkrone bekrönte Germania-Brustbilder in einem Oval. Abb. 9.1: Deutsch-Asiatische Bank, Filiale Tsingtau, 1. März 1907, 5 Dollar, Vorderseite. Abb. 9.2: Deutsch-Asiatische Bank, Filiale Tsingtau, 1. März 1907, 5 Dollar, Rückseite. Beim deutschen Notgeld sind ebenfalls einige Ausgaben mit Germania-Darstellungen bekannt, z.B. der Großnotgeldschein zu 10 Mark der Stadt Liegnitz (1918) oder das Kleingeld des Rheingaukreises (Rüdesheim) zu 10, 25 und 50 Pfennig vom 26. Juni 1917 mit der Abbildung des Niederwald-Denkmals. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Katharina Martin, Sprechende Bilder, Zur „Sprache des Geldes“ in der Antike, in: Geld als Medium in der Antike, hrsg. v. Benedikt Eckard und Katharina Martin, Berlin 2011, S. 91 – 93. [2]Numen (lateinisch numen „Wink, Geheiß, Wille, göttlicher Wille“) ist ein Fachbegriff der Religionswissenschaft, der von Rudolf Otto eingeführt wurde. Er bezeichnet die Anwesenheit eines „gestaltlos Göttlichen“. In der historischen Römischen Religion bedeutet numen primär das Handeln einer Gottheit und sekundär das derart wirkende göttliche Wesen. [3] Gottfried Gabriel, Ästhetik und Rhetorik des Geldes, Stuttgart-Bad Cannstatt 2002, S. 111. [4] Jürgen Koppatz, Motive auf Zahlungsmitteln und ihre historischen Ursachen, in: Numismatische Beiträge 1976/I, S. 37. [5] Vgl. ebenda.

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 7

    Fortsetzungsreihe, Teil 23 Die Fälschungsklassen, Teil 2 Die Klassifizierung änderte sich erneut mit der Einführung des Euro. In jedem Land, das den Euro als Währung eingeführt hat, wurde ein Nationales Analysezentrum für Falschgeld etabliert. Für Deutschland ist dies das Nationale Analysezentrum Falschgeld der Deutschen Bundesbank in Mainz, im allgemeinen Sprachgebrauch aber immer noch althergebracht „Falschgeldstelle“ genannt. In den meisten Ländern befindet sich das Nationale Analysezentrum bei der jeweiligen nationalen Zentralbank. Es gibt aber Ausnahmen, wie zum Beispiel in Österreich, wo es der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH, Wien angegliedert ist. Parallel zu den nationalen Bearbeitungsstellen für Falschgeld wurde das Counterfeit Analysis Center (CAC) bei der Europäischen Zentralbank installiert. Die Klassenbildung von Euro-Fälschungen erfolgt nun innerhalb des sogenannten CMS, des „Counterfeit Monitoring System“. In diesem CMS werden grundsätzlich zwei Arten von Fälschungsklassen (Indikative) unterschieden: Inländische Klassen, die „local classes“, und Europäische Klassen, die „common classes“. In Europäische Klassen werden stets alle Druckfälschungen, Fälschungen mit gedruckten Elementen sowie gefährliche Farbkopiererfälschungen eingeordnet. In dieser Klassenzuordnung spiegelt sich die Herstellungsart der echten Banknoten wider, das heißt Druckfälschungen werden, wie erwähnt, immer als „common class“ kategorisiert. So werden auch Euro-Münzfälschungen, die wie die Originale im Prägeverfahren hergestellt sind, stets einer „common class“ zugeordnet. Die Klassenbildung erfolgt im einen wie im anderen Fall durch das CAC, die jeweilige Zuordnung durch nationale Stellen, in Deutschland also durch das Nationale Analysezentrum der Bundesbank. Die Definition der „gefährlichen Farbkopiererfälschung“ ergibt sich hierbei aus mehreren Kriterien. So ist die Stückzahl der aufgetauchten Fälschungen von Bedeutung. Es müssen mehr als 200 Anhaltefälle in einem einzelnen Land oder mehr als 70 Fälle in mehreren Ländern erfolgt sein. Eine zunächst in einer „local class“ registrierte Fälschung wird dann in eine „common class“ umgewandelt. Als zweites Kriterium spielt die qualitative Einstufung eine Rolle, zum Beispiel die Güte des Drucks oder besonders gut imitierte Sicherheitsmerkmale. Die nationale Falschgeldstelle informiert normalerweise keine anderen nationalen Analysezentren über festgestellte EU-weite neue Fälschungstypen, sondern nur das CAC der EZB. Diese überdurchschnittlich gute Fälschung des früheren 1000-DM-Scheines der Ausgabe BBk I wurde in Israel hergestellt und kursierte in vielen Ländern. Sie ist unter anderem daran zu erkennen, dass die Fälscher für die Nummerierung im Weißfeld und im Porträtbereich den gleichen Duktus der Buchstaben und Zahlen verwendet hatten. Bei echten Noten ist der Schriftcharakter unterschiedlich. Wasserzeichen und Sicherheitsfaden wurden durch Aufdruck imitiert, wobei das Wasserzeichen von täuschungsfähiger Qualität ist. Die Bundesbank hatte für diese Fälschung die Klasse A 8 vergeben. Sie führt dann ein oder zwei Musterstücke dorthin ab, damit das CAC eine europäische Falschgeldklasse, also eine „common class“, festlegen kann. Die technischen und statistischen Daten aller Banknoten-Fälschungen werden in einer zentralen Datenbank gesammelt, die vom CAC der EZB verwaltet wird und in die auch die durch die nationalen Analysezentren ermittelten Daten von Fälschungen eingespeist werden. Sobald eine neu aufgetauchte Fälschung einer Klasse zugeteilt ist, gehört sie zu den bekannten Fälschungen, weitere angehaltene Stücke dieser Klasse werden nunmehr auf nationaler Ebene komplett bearbeitet. Das Nationale Analysezentrum Falschgeld arbeitet zur Eindämmung der Verbreitung von Falschgeld eng mit dem „Europäischen technischen und wissenschaftlichen Zentrum (ETSC)“ zusammen, das an das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) angeschlossen ist. Während früher alle falschen Banknoten bei der Falschgeldstelle vorder- und rückseitig mit dem Stempelaufdruck „Falsch“ sowie mit einem weiteren Stempel gekennzeichnet wurden, aus dem die Fälschungsklasse, das Anhaltedatum und das Namenszeichen des Prüfbeamten hervorgingen, verzichtet man seit den 1990er Jahren aus Vereinfachungsgründen auf diese Stempelung. Heutzutage wird lediglich handschriftlich die Fälschungsklasse vermerkt, und zwar auf der Vorderseite im Weißfeld unterhalb der Zahlenfragmente des Durchsichtsregisters und der Europaflagge. Dabei werden, wie auch beim Schriftverkehr innerhalb der Notenbank, Kurzformen dieses Indikativs verwendet. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Lexikon: Blindencode

    Markierungen für Blinde und Sehbehinderte zum Erkennen des jeweiligen Geldschein-Nominalwertes. Die ersten Noten mit auftragend gedruckten, also fühl- und ertastbaren Markierungen für Sehbehinderte sind die der Nederlandsche Bank der Serie 1966 bis 1972. Die Zahl der kleinen, im Guillochendruck hergestellten Kreise auf den Noten lässt den Nominalwert erkennen (4 Kreise = 5 Gulden, 3 Kreise = 10 Gulden, 2 Kreise = 25 Gulden, 1 Kreis = 100 Gulden und ohne Kreis = 1000 Gulden). Auch Noten der Schweizerischen Nationalbank der sechsten Serie ab 1976 hatten bereits Markierungen für Sehbehinderte. Der abgebildete 10-Franken-Schein zeigt auf der Vorderseite links oben im Weißfeld einen Punkt (4 Striche = 100 Franken, 3 Striche = 500 Franken, 2 Striche = 1000 Franken, 3 Punkte = 50 Franken, 2 Punkte = 20 Franken und 1 Punkt = 10 Franken). Die letzten Noten der Deutschen Bundesbank hatten ebenfalls einen Blindencode (2 Punkte = 5 DM, 1 Strich und 1 Punkt = 10 DM, 1 Strich/2 Punkte nebeneinander = 20 DM, 1 Strich und 2 Punkte übereinander = 50 DM, 2 Striche und 1 Punkt = 100 DM, 2 Striche und 2 Punkte nebeneinander = 200 DM, 2 Striche und 2 Punkte übereinander = 500 DM, 3 Striche und 1 Punkt = 1000 DM). Heute gibt es moderne Banknoten zahlreicher Länder mit unterschiedlichsten Blindencodes für Sehbehinderte. Ein Randthema der Notaphilie, das bisher wohl kaum ausreichend erforscht ist. Weitere Beispiele für moderne Banknoten mit Blindencodes: Neben der Funktion für Sehbehinderte können die ertastbaren Elemente auch als Sicherheitsmerkmale angesehen werden. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Sammlung Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Weltbanknoten #Sicherheitsmerkmale #Pick #Grabowski

  • Lexikon: "Blauer Hunderter"

    Seit der Ausgabe der ersten Reichsbanknoten (1876) bis hin zu den zuletzt umgelaufenen Noten der Deutschen Bundesbank und der Staatsbank der DDR hatten die 100-Mark-, Rentenmark-, Reichsmark-, DM-, MDN- und DDR-Mark-Scheine meist eine blauen Hauptfarbe. So wurde über eine lange Zeit Blau zum Erkennungsmerkmal der Hunderter, die man deshalb auch "Blaue Hunderter" nannte. Die Bezeichnung "Blauer Hunderter" wird von Sammlern jedoch hauptsächlich für die in der Kaiserzeit mit Daten von 1883 bis 1908 ausgegebenen 100-Markscheine der Deutschen Reichsbank verwendet, deren markante Gestaltung mit dem bekrönten Reichsadler auf der Vorderseite und den zwei weiblichen Allegorien mit dem Medaillon der Germania auf der Rückseite über mehrere Ausgaben unverändert blieb. Die heute noch häufig vorkommenden Scheine mit dem Datum von 1908 wurden während der Inflation 1922/23 wertlos und sind als Massenware anzusehen. Auch der sog. "Lange Hunderter" (wegen seines Formats) oder auch "Flottenhunderter" (wegen der Darstellung der Germania vor der Kaiserlichen Flotte auf der Rückseite) von 1908, 1909 und 1910 ist blau. Weitere Beispiele bis zum Ende der eigenständigen Deutschen Währung: Selbst nicht umgesetzte Entwürfe und Druckproben von deutschen Hundertern aus der Kaiserzeit sowie aus der Zeit der "Weimarer Republik", des "Dritten Reichs" und der Bundesrepublik wurden in blauer Farbe gehalten. Auch die beiden Hunderter der sog. Ersatzserie BBk II der Deutschen Bundesbank für Westdeutschland und Westberlin aus der Zeit des "Kalten Kriegs" waren blau. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Banknoten #Europa #Deutschland #Mark #Reichsmark #Rentenmark #DM #MDN #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Bettlergeld

    Bettlergeld (auch Unterstützungs- oder Almosenscheine) wurde von kommunalen und staatlichen Stellen oder Hilfsorganisationen an Bedürftige zum Erwerb von lebensnotwendigen Waren ausgegeben. Sie lauten entweder auf einen Geldbetrag oder auf eine bestimmte Menge einer Ware. Da diese Scheine oft in Zeiten ausgegeben wurden, in denen auch Notgeldscheine existierten, ist es nicht immer leicht, sie zweifelsfrei von wirklichen Notausgaben zu unterscheiden. Folgende Merkmale sind zu beachten: Die Unterstützungsscheine sind entweder als solche oder ähnlich bezeichnet, oft aber auch nur an der Ausgabestelle (Hilfsorganisation o.ä.) zu erkennen, oder sie berechtigen nur zum Erwerb bestimmter Waren (Lebensmittel, Textilien). Oft ist auch der Erwerb bestimmter Waren (z.B. Alkohol und Tabakwaren) ausdrücklich ausgeschlossen. Beispiele: In England gab es im 18. und 19. Jahrhundert in Rochester sog. "Warrants" (Berechtigungsscheine). Köln gab 1914 "Gutscheine der Kriegssammlung" aus. In Belgien gab es während des Ersten Weltkriegs weit über 1000 verschiedene sog. "Billets des Comités" (Komitee-Scheine), die auch von Netgeldsammlern mitgesammelt werden, ebenso wie die Unterstützungsscheine des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit (Openbare Onderstand). In den USA gab es sog. "Food Coupons". Im 20. Jahrhundert waren es in Deutschland vor allem Kriege, Inflation und die Weltwirtschaftskrise, die immer mehr Ausgaben von "Bettlergeld" verursachten. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Literaturhinweis: Sämtliches Notgeld der besonderen Art (Bielefelder Stoffgeld; Breslauer, Kaiserswerther und Westfälisches Leinengeld; Osterwiecker, Paderborner und Pößnecker Ledergeld; Lautawerker und Teninger Aluminiumgeld sowie Passauer Holzgeld) findet man in folgendem Katalog: #Lexikon #Notgeld #Europa #Deutschland #Mark #Goldmark #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Bielefelder Stoffgeld

    Die Bielefelder Leinen-, Seiden- und Samtscheine sind die bekanntesten Geldscheine besonderer Art, die sowohl durch ihr Material, als auch durch ihre farbige und motivreiche Ausführung auch bei nicht sammelnden Betrachtern Beachtung finden und daher gern von Geldscheinsammlern gezeigt werden. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als man in Deutschland versuchte, den Mangel an Kleingeld und Reichsbanknoten durch die Ausgabe von Notgeld zu lindern, wollte man in der durch ihre Tuchindustrie bekannten Stadt Bielefeld ein ganz besonderes Notgeld ausgeben, das nicht nur als Zahlungsmittel gedacht war, sondern auch einen Anreiz zum Sammeln geben sollte. Die auf Leinen, Seide und Samt gedruckten und von der Stadtsparkasse Bielefeld ausgegebenen Scheine wurden zum Teil zusätzlich mit Stickereien, Spitzen und Borten versehen und waren im In- und Ausland bei Sammlern sehr beliebt. Die Vielzahl der vorkommenden Scheine lässt sich nur mit Hilfe eines Katalogs ordnen. Eine kurze Aufstellung der als Großgeld, Inflationsscheinen und wertbeständigem Notgeld ausgegebenen Stoffscheine (L= Leinen, S= Seide, St= Samt) soll nur einen kleinen Überblick ermöglichen: 3 x 25 Mark (L+S), 2 x 50 Mark (L+S), 2 x 100 Mark (L+S), 3 x 500 Mark (L+S), 2 x 1000 Mark (L+S), 2 x 5000 Mark (L), 10.000 Mark (L+S), 1 Dollar (St), 10, 25, 50 und 100 Goldmark (alle St.). Von all diesen Scheinen gibt es zahlreiche Varianten. Außerdem wurden von vielen von 1917 bis 1923 als Papiergeld ausgegebenen Scheinen zahlreiche Drucke auf Leinen gefertigt, die ursprünglich als Proben gedacht waren, dann aber als Sammlerausgaben anzusehen sind. Die normalen Bielefelder Stoffscheine sind auch heute noch leicht und relativ preiswert zu erwerben. Von Nichtsammlern werden sie meist überbewertet. Dagegen gibt es auch sehr seltene Stücke, wie etwa der abgebildete Seidenschein mit bestickter Rückseite. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Literaturhinweis: Sämtliches Notgeld der besonderen Art (Bielefelder Stoffgeld; Breslauer, Kaiserswerther und Westfälisches Leinengeld; Osterwiecker, Paderborner und Pößnecker Ledergeld; Lautawerker und Teninger Aluminiumgeld sowie Passauer Holzgeld) findet man in folgendem Katalog: Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 9: Notgeld der besonderen Art – Geldscheine aus Stoff, Leder und sonstigen ungewöhnlichen Materialien 208 Seiten, Broschur, komplett farbig Format: 14,8 cm x 21 cm ISBN: 978-3-924861-93-3 #Lexikon #Notgeld #Europa #Deutschland #Mark #Goldmark #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Banco del Giro

    In dem durch Kriege verschuldeten österreichischen Staat (u.a. Dreißigjähriger Krieg 1618–1648) hatte man bereits im 17. Jahrhundert Pläne zur Gründung einer Zettelbank ausgearbeitet. Die Verantwortlichen konnten sich jedoch nicht dazu entschließen, das Zettelbank-Projekt von Freiherr Wilhelm von Schröder umzusetzen. Als ein Darlehen infolge des Konkurses und der damit einhergehenden Zahlungsunfähigkeit des Bankhauses Oppenheim ausblieb, stimmte man dem Plan jedoch zu und Leopold I. ließ 1703 den Banco del Giro als Staatsbank gründen. Von einer Ausgabe der ursprünglich vorgesehenen umlauffähigen Obligationen sah man jedoch ab, da die Bevölkerung der Bank mit Misstrauen begegnete. Die ersten Modelle (Formulare) sog. "Zahlungspapiere" gab es zwar schon 1759, die sind aber wahrscheinlich nicht ausgegeben worden. Abgebildet sind Modelle (verfremdete Muster aus der öffentlichen Ankündigung) eines Wiener-Stadt-Banco-Zettels über 50 Gulden vom 1.Juli 1762. Erst als man die Verwaltung der Bank der Stadt Wien übertrug und man sie 1706 in Wiener Stadt Banco umbenannte, schwanden die Vorbehalte gegen das Papiergeld. Es sollte aber noch Jahrzehnte dauern, bis der Wiener Stadt Banco das erste österreichische Papiergeld ausgab. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Europa #Deutschland #Österreich #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Badische Bank

    Die Badische Bank war im Mai 1870 gegründet worden. Ihre Konzession wurde am 25. März 1870 erstellt und die Eröffnung erfolgte am 1. Januar 1871, nur wenige Tage vor Gründung des Deutschen Reichs. Trotz des Verzichts vieler Notenbanken auf ihr Recht zur Notenausgabe nach den einschneidenden Beschränkungen im Zusammenhang mit der Etablierungen der neuen einheitlichen deutschen Reichswährung Mark von 1875 gehörte sie 1906 zu den nur noch vier verbliebenen großen Länderbanken (Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg), die ihr Notenrecht noch bis 1935 behielten. Alle anderen der ehemals 32 deutschen Notenbanken auf dem Gebiet der Reichsgründung, haben zuvor auf ihr Notenprivileg verzichtet. Die Banknoten der Badischen Bank, wie auch der anderen drei verbliebenen Ländernotenbanken, waren neben denen der Deutschen Reichsbank im gesamten Reichsgebiet gültig. Während der Zeit des Mangels an Großgeld (Mark-Beträge bis 100 Mark) unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg sowie in der Zeit der Vor- und Hochinflation 1922/1923 gab die Badische Bank Banknoten in Beträgen von 100 bis zu 100 Milliarden Mark aus. Die letzte Banknotenausgabe der Badischen Bank stammt aus der Zeit nach der Stabilisierung der Währung und lautet auf 50 Reichsmark mit Datum vom Oktober 1924. Von der im Gesetz von 1875 festgelegten Kündigungsmöglichkeit des Notenrechts zum 1. Januar 1935 machte schließlich das Reichswirtschaftsministerium mit Wirkung zum 31. Dezember 1935 Gebrauch. Die letzten deutsche Privatbanknoten wurden am 2. April 1936 ungültig. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Europa #Deutschland #Baden #Grabowski

  • Lexikon: Banco de España

    Die Bank wurde durch Gesetz vom 28. Januar 1856 gegründet. 1782 war die erste spanische Nationalbank, der Banco de San Carlos, entstanden, der den vom Staat ausgegebenen "Vales reales" den Wert erhalten sollte. Mit Dekret vom 9. Juni 1829 erhielt der Banco Español de San Ferdinand das Notenrecht, das er später mit dem Banco des Isabel II. (gegründet durch Dekret vom 21. Januar 1844) teilen musste. Beide Banken fusionierten (Dekret vom 25. Februar 1847) zum Nuevo Banco Español de San Fernando, der als Vorläufer des Banco de España anzusehen ist. Mit Dekret vom 19. März 1874 wurde eine Fussion des Banco de España mit den meisten spanischen Privatnotenbanken herbeigeführt und er zur Zentralnotenbank erklärt. Lediglich während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) wurde die Bank geteilt. Auf republikanischem Gebiet gab die Bank außerdem Noten ihrer Filialen in Bilbao, Gijon und Santander aus. Die Noten des Banco auf dem Gebiet General Francos trugen den Ausgabeort Burgos, ab 1940 wieder Madrid. Die letzte Note des Banco de España vor Einführung des Euro hat einen Nennwert von 10.000 Pesetas, zeigt ein Porträt von König Juan Carlos und ist auf 1992 datiert (ausgegeben 1996). Eine Galerie mit zahlreichen Noten des Banco de España finden Sie in unserem Musem oder direkt hier! Zur Galerie der Banco de España! Hans-Ludwig Grabowski (auf der Basis eines Lexikon-Eintrags von Albert Pick) Abb. Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Europa #Spanien #Peseta #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Banca d'Italia

    Mit Gesetz vom 10.8.1893 wurde durch die Fusion der Banca Nazionale del Regno mit der Banca Nazionale Toscana und der Banca Toscana di Credito die Banca d'Italia geschaffen. Da zur gleichen Zeit die Banca Romana liquidiert wurde, blieben nur noch die Banca d'Italia, der Banco di Napoli und der Banco di Sicilia als Notenbanken. Das Notenprivileg wurde zunächst auf 20 Jahre, also bis 1913, verliehen und durch Erlass vom 1.8.1913 bis 1923 verlängert. Die Höchstsumme für den Notenumlauf war zum 1.1.1900 wie folgt festgelegt: Banca d'Italia: 732.000.000 Lire Banco di Napoli: 266.400.000 Lire Banco di Sicilia: 51.700.000 Lire. Die Banca d'Italia profitierte ab 1900 von dem Aufschwung und der Besserung der Staatsfinanzen und setzte ihre Aufwärtsentwicklung fort bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die hohen Anforderungen, die der italienische Staat während des Kriegs an die Banca d'Italia stellte, mussten zu einer Erhöhung des Notenumlaufs führen, der sich im Krieg verfünffachte. Durch Gesetze vom 6.5.1926 und 30.6.1926 wurde dem Banco di Napoli und dem Banco di Sicilia das Notenrecht entzogen. Damit war die Banco d'Italia die alleinige Emissionsbank Italiens. Neben ihren Noten gab es noch Staatspapiergeld, die Buoni di Cassa und die Biglietti di Stato. Italien gehörte der am 23.12.1865 zwischen Italien, Frankreich, Belgien und der Schweiz geschlossenen Lateinischen Münzunion an. Nach deren Auflösung wechselte Italien von der Goldwährung zur Goldkernwährung, ohne dass sich die Währungsbezeichnung und die Zahlungsmittel änderten. Die starke Entwertung des Gelds während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit zwang die Banca d'Italia dazu, Noten in immer höheren Nennwerten auszugeben, dass es Nominale von 1000 bis 100.000 Lire gab. Hans-Ludwig Grabowski (auf der Basis eines Lexikon-Eintrags von Albert Pick) #Lexikon #Europa #Italien #Lire #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Azad Hind Bank

    Der von Deutschland und Japan während des Zweiten Weltkriegs unterstützte indische Politiker Subhash Chandra Bose, der von seinen Anhängern "Netaji" (Führer) genannt wurde, gründete die Indische Freiheitsbewegung Indian Freedom Movement, die für ihre eigene Azad Hind Bank Geldscheine herstellen ließ (nach Pick: 5, 10 und 100 Jai, die aber nicht ausgegeben wurden). Es gibt die sog. "National Certificates" oder "Bonds" aber auch über 500, 1000 und sogar 10.000 Jai Hind und dies auch in gebrauchten Erhaltungen. Azad Hind Bank for India: Bond über 5 Jai Hind ohne Datum (1944). Azad Hind Bank for India: Bond über 10 Jai Hind ohne Datum (1944). Azad Hind Bank for India: 100 Jai Hind ohne Datum (1944). Am 21. Oktober 1943 bildete Bose die provisorische Regierung von Azad Hind und nur zwei Tage später erklärte er der verhassten britischen Verwaltung Indiens (British Raj) und deren Verbündeten den Krieg. 1944 gründete er außerdem die aus indischen Freiwilligen aufgestellte Indische Legion, die im August 1944 der Waffen-SS unterstellt wurde. Die Azad Hind Bank (Indische Nationalbank) wurde am 5. April 1944 in Rangun, dem damaligen Sitz der provisorischen indischen Übergangsregierung Azad Hind, in Birma gegründet. Die Bank sollte Gelder verwalten, die von der indischen Gemeinschaft aus der ganzen Welt für die Befreiung Indiens von der britischen Kolonialherrschaft gespendet wurden, während Bose die Dienste der Bank für die Operationen der Indischen Nationalarmee (Azad Hind Fauj) nutzte. Die Bank unterhielt Filialen in allen von Japan besetzten Ländern. Die einseitig bedruckten Geldscheine wurden in Form von Schuldscheinen ausgegeben. Das von der Regierung Azad Hind eingesammelte Geld wurde in der Bank aufbewahrt. Ursprünglich hatte die Bank ein genehmigtes Kapital von 5 Millionen Rupien und ein eingezahltes Kapital von 2,5 Millionen Rupien. Den Bankvorsitz leitete Debnath Das. Propaganda-Schein der "Bank of Independent" (Jai Hind) über 1000 "Gute Wünsche" ohne Datum mit dem Porträt des Azad Hind-Führers Subhas Chandra Bose. Propaganda-Schein der "Bank of Independent" (Jai Hind) über 1000 "Gute Wünsche" ohne Datum mit dem Porträt einer indischen uniformierten Frau. Propaganda-Schein der "Bank of Independent" (Jai Hind) über 1000 "Gute Wünsche" ohne Datum mit dem Porträt des Widerstandskämpfers Nehru. Neben den Banknoten der Azad Hind Bank gab es auch verschiedene Propaganda-Scheine der Azad Hind, z.B. der "Bank of Independence" über 1000, 10.000 oder 100.000 "Gute Wünsche" oder von "Our Own Bank" über 1000 Zindabad (Lange Leben) mit verschiedenen Motiven, darunter auch mit Porträts von Gandhi und Nehru. Diese Scheine wurden als Propaganda-Mittel im Einsatz gegen reguläre indische Truppen verwendet. Mehr Infos und Abbildungen finden Sie u.a. hier: http://navonanumis.blogspot.com/2011/12/jai-hind-bank-of-independence-banknotes_24.html Feier der Zentrale Freies Indien in Berlin 1943 (Abb. Bundesarchiv). Für Azad Hind und das "Befreite Indien" von der Reichsdruckerei gedruckte Briefmarken kamen nie in Umlauf. Freiwillige der "Indischen Legion". Frankreich, Lacanau Océan. Generalfeldmarschall Erwin Rommel am Atlantikwall bei Besichtigung einer Einheit der "Indischen Legion", IR (ind.) 950; 10.2.1944 (Abb. Bundesarchiv). Die ebenfalls von Bose gegründete Indische Nationalarmee (Indian National Army) kämpfte u.a. als Hilfstruppe an der Seite der Japaner im Burmafeldzug. Die Befreiung Indiens von der britischen Vorherrschaft konnte sie nicht erkämpfen, die erreichte schließlich Gandhi, in dessen Indischem Nationalkongress (INC) Bose einst aufgestiegen war, durch friedlichen Widerstand. Bose selbst gilt heute in Indien als "Vergessener Held", ist wegen seiner Annäherung an Nazi-Deutschland aber auch umstritten. Er kam im August 1945 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Hans-Ludwig Grabowski (auf der Basis eines Lexikon-Eintrags von Albert Pick) #Lexikon #Asien #Indien #Pick #Grabowski

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