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- Reichsbanknote 100 Mark vom 1.11.1920 – Polnische Fälschung!
Vom Hunderter der Deutschen Reichsbank mit Datum 1. November 1920 (DEU-75, Ro. 67) ist eine zeitgenössische polnische Fälschung bekannt. Sie wurde damals in der Filiale der polnischen Landesdarlehnskasse (Polska Krajowa Kasa Pozyczkowa) in Piotrków Trybunalski südlich von Lodz erkannt und als Falsifikat gekennzeichnet. Zu dieser Zeit war die Inflation in Polen noch größer als in der jungen "Weimarer Republik" und der Hunderter war, abgesehen von den nachgedruckten braunen Tausendern, der höchste Banknotenwert seit Kriegsende. Die Fälschung stammt wohl aus dem ersten Halbjahr 1921, denn Anfang 1922 kamen dann schon 10.000-Mark-Scheine in Umlauf. Die Fasereinlagen wurden durch aufgeleimte Pinselborsten nachgeahmt. Deutlich erkennt man die Fälschung in einfachem Offset-Druck am Kopf des Bamberger Reiters. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Die ersten Banknoten Europas kamen aus Skandinavien
Die ersten europäischen Banknoten gab es in Schweden. Wenn wir von Banknoten sprechen, so handelt es sich, wie der Name schon sagt, immer um Noten einer Bank. Die bereits erwähnten und noch älteren Papiergeld-Ausgaben (Alhambra) aus Spanien und den Niederlanden (Leiden und Middelburg) waren aber Notgeld und keine Banknoten. Schweden war im Dreißigjährigen Krieg erschöpft und 1644 führte man Kupfer als Währungsmetall ein. Tischgroße Kupferplatten ersetzten Silbertaler, doch praktisch war diese Währung natürlich nicht. So war eine einzige 10-Daler-Platte 30 x 70 cm groß, weil der Kupfergehalt der Platten dem angegebenen Wert (Nominal- oder Nennwert) des Geldes entsprechen musste. Bereits 1652 schlug deshalb der aus Riga stammende Kaufmann Johann Palmstruch die Einführung von Papiergeld vor, nachdem das sog. Kupferplattengeld immer mehr entwertet wurde. 1656 erhielt die von ihm gegründete Königliche Wechselbank in Stockholm das Recht, Zettel auf bestimmte Talerbeträge auszustellen. 1661 gab „Stockholms banco“ dann ihre ersten sogenannten „Kreditivsedlar“ (Kreditivzettel oder auch Vertrauensscheine) auf Daler-Silbermünze oder Daler-Kupfermünze aus, von denen aber leider kein Schein erhalten blieb. In Ermangelung von „richtigem Geld“ sollten sie im ganzen Königreich gültig sein und kursierten bald als einziges Zahlungsmittel im Lande. Weitere Ausgaben folgten dann 1666 in verschiedenen Wertstufen auf Daler-Silbermünze lautend. Der anfängliche Erfolg des Papiergelds ließ jedoch schnell nach, da die Scheine ohne gesicherte Edelmetalldeckung in viel zu großen Mengen ausgegeben wurden. Palmstruch wurde haftbar gemacht und vor Gericht gestellt. Die für ihn beantragte Todesstrafe wurde jedoch in Gefängnishaft abgeändert. Im Jahre 1670 aus dem Gefängnis entlassen, starb er bereits ein Jahr später. 1695 wagte der Kaufmann und Reedereibesitzer Jürgen thor Mohlen aus Bergen den Versuch der Einführung von Papiergeld in der seinerzeit dänischen Provinz Norwegen. Durch die Pacht der damals zu Dänemark gehörenden westindischen Insel St. Thomas und durch Schiffsverluste geriet er in große Zahlungsschwierigkeiten und erhielt deshalb 1695 vom dänischen König Christian V. die Erlaubnis zur Ausgabe von zinslosen Geldscheinen mit der Auflage, diese spätestens nach fünf Jahren wieder einzulösen. Die Bevölkerung misstraute jedoch diesen Scheinen so sehr, dass sie gleich zur Einlösung präsentiert werden mussten und daher kaum in Umlauf waren. Bereits ein Jahr später verbot man Mohlen die Ausstellung seiner Scheine, so dass er auch seine alten nicht mehr einlösen konnte. Er starb 1709 völlig verarmt in Dänemark. Hans-Ludwig Grabowski Handbuch Geldscheinsammeln
- Not macht erfinderisch – Frühes europäisches Papiergeld
In Europa gab es das erste Papiergeld im 15. Jahrhundert. Es entstand aus einer Notlage heraus. Immer wieder wurden Kriege geführt, Festungen belagert und oft wurden Kirchenglocken oder Messgeschirr eingeschmolzen und dann vermünzt, weil es an Geld fehlte. Sogenannte Belagerungsmünzen sind ein eigenständiges Sammelgebiet bei den Numismatikern. 1483 gaben die Spanier in Alhambra in Ermangelung von Metall das erste europäische Papiergeld aus, als die Stadt von den Mauren belagert wurde. Um den Sold der spanischen Truppen bezahlen zu können, wurden im Namen des Königs Scheine in Umlauf gebracht, zu deren Annahme er die Bürger der Stadt unter Garantie der späteren Einlösung in Gold und Silber nach Ende der Belagerung verpflichtete. Leider ist heute kein einziger dieser Scheine mehr erhalten und so können wir uns nur auf die Überlieferungen aus jener Zeit verlassen. Europas ältestes erhaltenes Geld aus Papier: Pappmünze der Stadt Leyden über 20 Stuiver aus dem Jahr 1574 mit einer Einfassung als Anhänger getragen. Das älteste Papiergeld auf ehemals deutschem Reichsgebiet und zugleich das älteste erhaltene Papiergeld Europas sind die Pappmünzen der niederländischen Städte Leyden und Middelburg aus den Jahren 1573/1574. Auch sie waren Notgeld. Sie entstanden während der spanischen Belagerung der Städte, als kein Silber mehr für Münzprägungen zur Verfügung stand, aus Buchdeckeln katholischer Kirchenbücher. Mehr dazu in unserem Beitrag "Notausgaben im Spanisch- Niederländischen Krieg 1568 – 1648". Der Dreißigjährige Krieg 1618 – 1648 brachte eine Vielfalt von handgeschriebenen und gedruckten Notgeldscheinen, welche meist als Truppen- oder Heeresgutscheine bzw. als Belagerungsgeld genutzt wurden. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag "Schwedische Truppengutscheine aus dem Dreißigjährigen Krieg". Mit der Gründung von Giro-Banken in ganz Europa im 16. und 17. Jahrhundert kam es zur wesentlichen Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Für deponierte Edelmetalle gewährten die Banken Guthaben, über die mittels Anweisungen verfügt werden konnte. Hans-Ludwig Grabowski Handbuch Geldscheinsammeln Abb. HVB Stiftung Geldscheinsammlung, München
- Interessante Belege zum Notgeld der Handelskammer des Memelgebiets
Handelskammer des Memelgebiets, 2 Mark vom 22.2.1922, normale Ausführung mit mehrfarbiger Rückseite (MEM-3) Vom Notgeld der Handelskammer des ostpreußischen Memelgebiets, das ab 1920 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrags unter den "Schutz des Völkerbunds" gestellt und französisch verwaltet wurde, sind Sammlern die Notgeldscheine der Handelskammer des Memelgebiets vom 22. Februar 1922 bekannt, die unter den deutschen Nebengebieten katalogisiert und als solche gesammelt werden. Sie waren eigentlich Serienscheine und kein Notgeld, das für den Umlauf bestimmt war. Nun sind interessante Belege zum Wert über 2 Mark bekannt geworden, von denen ein Probedruck auf einen weniger farbenprächtigen Entwurf der Rückseite hindeutet. Handelskammer des Memelgebiets, 2 Mark vom 22.2.1922, Muster in normaler Ausführung mit mehrfarbiger Rückseite und Perforation "UNGÜLTIG" ohne KN (MEM-3M) Handelskammer des Memelgebiets, 2 Mark vom 22.2.1922, einseitiger Probedruck der Rückseite in einfacher Ausführung mit Schwarzdruck auf hellgrünem Unterdruck Handelskammer des Memelgebiets, 2 Mark vom 22.2.1922, einseitiger Probedruck der Rückseite in abweichender mehrfarbiger Ausführung, wie später verausgabt Diese Belege deuten darauf hin, dass wahrscheinlich die komplette Serie (1/2, 1, 2, 5, 10, 20, 50, 75 und 100 Mark) mit Rückseiten in einfachem Schwarzdruck auf hellgrünem Grund entworfen, dann aber der mehrfarbige Druck für den Verkauf der Serienscheine an Sammler bevorzugt wurde. Der Wert zu 5 Mark ist ebenfalls als Probe mit zweifarbiger Rückseite belegt. Außerdem hat die vereinfachte Rückseite im Rahmen einen Vers statt der Angabe "Notgeld der Handelskammer". Da der 2-Mark-Schein als dritter Wert der Serie den Vers 3 zeigt, muss die Entwurfs-Serie insgesamt neun Verse wiedergegeben haben. Wer genau hinschaut, wird auch die Unterschiede in der Farbgebung des zweiten Probedrucks im Vergleich mit den tatsächlich ausgegebenen Scheinen bemerken (Gelbbraun statt Braun). Hans-Ludwig Grabowski Abb. Gerhard Stelzl
- Werbenoten der DDR
Werbenoten, welche die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Druckerei unterstreichen sollen und viele Eigenschaften von Banknoten, insbesondere hinsichtlich der Druckqualität und Sicherheitsmerkmale, besitzen, sind von vielen bedeutenden Banknotenherstellern bekannt. So kennen wir u.a. Werbenoten der Firma „Giesecke & Devrient“ (z.B. die „Banknote der neuen Generation BN 2000“) oder von der Firma „Thomas De La Rue“. Weitestgehend unbekannt ist, dass auch die ehemalige Wertpapierdruckerei der DDR in Leipzig (vormals und heute wieder Giesecke & Devrient) derartige Werbenoten hergestellt hat und dies ganz offensichtlich über einen längeren Zeitraum. So zeigt der wohl älteste Werbeschein, der vermutlich aus den 1950er Jahren stammt, Allegorien des Handels, der Landwirtschaft und der Industrie. Die gleichen Allegorien trägt dann auch eine Werbenote, die von ihrer Gestaltung her an die Banknotenserie der DDR von 1964 erinnert. Farbgebung und das Goethe-Porträt entspricht denn auch der Banknote über 20 Mark dieser Serie. Die weiteren Werbescheine sind gestalterisch in die Zeit der letzten Banknotenserie der Staatsbank der DDR von 1971/1975 einzuordnen. Die ersten beiden Scheine zeigen jeweils ein Kopfbildnis von Johannes Gutenberg (um 1400–1468) und unterscheiden sich lediglich durch Farbgebung, Werbetext und Format. Bei all diesen Scheinen handelt es sich um einseitige Drucke. Nur die letzte vorliegende Werbenote ist beidseitig bedruckt. Auf der Vorderseite finden wir ein Porträt des Erfinders der Lithographie (Steindruck oder auch Flachdruckverfahren) Alois Senefelder (1771–1834). Die Rückseite zeigt eine moderne Mehrfarben-Offsetdruckmaschine der Marke „Planeta“, welche damals in der DDR produziert und auch erfolgreich international verkauft wurde. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv
- Bayerische Hypotheken- und Wechselbank
Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank wurde mit Statut vom Juni 1835 gegründet. Neben der Königlich Bayerischen Staatsschuldentilgungs-Commission mit ihren Ausgaben von 1866 hatte allein sie das Recht zur Notenausgabe in Bayern. Ihr Notenrecht endete 1875 mit Gründung der Bayerischen Notenbank in München. Ausgaben: 10 und 100 Gulden vom 1. Juni 1836 10 Gulden vom 1. Mai 841 10 Gulden vom 1. Juli 1850 100 Gulden vom 16. September 1850 35 Gulden vom 6. Januar 1857 (nur als Entwurf) 10 Gulden vom 1. August 1857 10 Gulden vom 1. Juli 1865 100 Gulden vom 1. Oktober 1870 100 Mark vom 1. Juli 1874 Auszug aus Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder von 1871 bis 1948. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Was sind Patente und Formulare von Banknoten?
Formulare (auch Modelle) sind vereinfachte Drucke von Geldscheinen in Ankündigungen und Bekanntmachungen (z.B. für den Aushang in Banken und an Kassen). Mittels der Formulare sollte die Bevölkerung mit der Gestaltung neuer Scheine vertraut gemacht werden, bevor oder kurz nachdem diese in Umlauf kamen, um Fälschungen vorzubeugen. Meist erfolgte der Druck auf farblich abweichendem Papier und mit gedruckten Siegeln statt Trockenstempeln. Sie lagen den Bekanntmachungen bei, die Patente genannt werden. Leider werden immer wieder Sammler getäuscht, indem sie aus Patenten ausgeschnittene Formulare als echte historische Banknoten erwerben. Besonders von österreichischen Scheinen kann man heute noch die sog. Formulare oder Modelle bekommen. Darüber hinaus sind authentische Formulare anderer historischer Banknoten aber selten. Formulare wurden nicht nur in Österreich, sondern auch in Bayern, Braunschweig, Nassau, Preußen (wahrscheinlich nur Patente), Reuß jüngere Linie und im Herzogtum Warschau genutzt. Um Sammlern den Unterschied deutlich zu veranschaulichen, werden hier ein vollständiges Patent mit Modellen zu Wiener Stadt-Banco-Zetteln über 1- und 2-Gulden vom 1. Januar 1800 sowie je ein ausgeschnittenes Modell und ein Original-Banco-Zettel über 5 Gulden vom 1. Januar 1800 gezeigt. Hans-Ludwig Grabowski Abb. KPM
- Notausgaben im Spanisch-Niederländischen Krieg 1568 – 1648
Leyden (Holland), Notgeld der Stadt 1574 Nach der Abdankung Kaiser Karls V. im Jahr 1556, unter dem die Niederlande politisch geeint wurden und eine Blütezeit erlebten, fiel dieser Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation an die spanische Linie der Habsburger, die treu zur katholischen Kirche stand. In den nördlichen Provinzen der sog. Spanischen Niederlande (heute Niederlande, Belgien und Luxemburg) hatte aber die Reformation bereits stark an Einfluss gewonnen. Als die Spanier immer schärfer mit Strafaktionen und Ketzer-Edikten gegen die holländischen Protestanten vorgingen, kam es zum Aufstand. Spanische Truppen belagerten ab 31. Oktober 1573 insgesamt 131 Tage lang die Stadt Leiden. Während der Belagerung fehlte es in der Stadt nicht nur an Lebensmitteln, es war auch kein Silber zur Prägung von Münzen mehr vorhanden. Auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses vom 24. Dezember 1573 nutzte man deshalb Pappe aus den Deckeln von Kirchenbüchern und prägte daraus Notgeld mit den Stempeln der städtischen Silbermünzen in verschiedenen Werten (am bekanntesten: 5 und 20 Stuiver). Als die Hungersnot zu einer ernsten Krise führte und die Bevölkerung die sofortige Übergabe der Stadt forderte, bot sich Bürgermeister van der Werff dem Hungrigsten als Speise an. Die Menschen kamen daraufhin zur Vernunft und ließen ihren Bürgermeister am Leben. Am 3. Oktober 1574 gelang es den niederländischen Kämpfern (Geusen) u.a. durch das Fluten der umliegenden Polder die Stadt zu befreien. Die Spanier zogen kurz darauf ab. Sie konnten sich letztlich nur im katholischen Süden der Niederlande behaupten (heutiges Belgien). Für die tapfere Verteidigung stiftete Wilhelm von Oranien der Stadt Leiden die erste Universität der Republik der Niederlande. Das Leidener Belagerungsgeld ist das früheste „Papiergeld“ auf damals deutschem Gebiet und das älteste erhaltene Europas. Gegenstempel Die Gegenstempelung erfolgte in Holland und Seeland zur Finanzierung des Unabhängigkeitskriegs gegen die Spanier. Alle umlaufenden Münzen (egal von welchem Land) mussten laut Verordnung vom Februar 1573 zur Gegenstempelung vorgelegt werden. Mit den Stempeln war eine Besteuerung verbunden, indem 15% aller Münzen einbehalten wurde. Der Gegenstempel der Provinz Holland zeigt einen Löwen im Perlkreis oder im Perlkreis und im Schild, die Provinz Seeland stempelte mit ihrem Wappen (halber Löwe über Wellen). Middelburg (Seeland), Notgeld der spanischen Besatzung 1573 1572 hatte sich die in der niederländischen Provinz Seeland liegende Stadt Middelburg zum Königreich Spanien bekannt. Anders als im Falle von Leiden wurde Middelburg nicht von den Spaniern belagert, sondern es kam zu einer Blockade der spanischen Besatzung der Stadt durch die Niederländer. Als das Geld in der Stadt knapp wurde, ließen die Spanier Pappmünzen mit Dukaten-Stempel und der Jahreszahl 1573 prägen. Belegstücke sind heute aber leider nicht mehr erhalten. Nach langer Belagerung wechselte die Stadt 1574 auf die Seite Wilhelms von Oranien. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Jos F.M. Eijsermans
- Schwedische Truppengutscheine aus dem Dreißigjährigen Krieg
Die Schweden kämpften auf Seiten der Protestantischen Union gegen die Katholische Liga und gingen aus dem Dreißigjährigen Krieg als Großmacht hervor. In der schwedische Armee König Gustav Adolfs herrschte strenge Disziplin. Bis 1632 bezahlte sie alles, was sie zum Unterhalt brauchte, durch Bargeld oder doch wenigstens durch Gutscheine, die meist kurzfristig eingelöst wurden. Derartige Truppengutscheine, welche meist in Norddeutschland genutzt wurden aber 1631/1632 auch in Mainz, waren vorwiegend auf hohe Summen ausgestellt und kein Geld im eigentlichen Sinne. Sie waren vielmehr Schuldurkunden im Aktenformat mit Siegel und Unterschrift, die nicht für den Umlauf bestimmt aber übertragbar waren. Ausgegeben wurden sie nur von hohen Truppenführern. Bekannt sind: 1631/1632 50 Thaler, Ausgabe: Obrist von Königsmarck 1631/1632 100 Thaler, Ausgabe: Obrist von Königsmarck 1631/1632 150 Thaler, Ausgabe: Obrist von Königsmarck 1631/1632 1.000 Thaler 1631/1632 2.000 Thaler 1631/1632 5.000 Thaler 1631/1632 10.000 Thaler, Ausgabe: Mainz, 7.1.1632 Aufgrund ihrer Seltenheit können jeweils nur Liebhaberpreise angesetzt werden. Hans-Ludwig Grabowski Abb. picture alliance / IBL Schweden
- Preußen: Geldscheinbögen als Paketpapier
Ende 1923 sollte die Einführung von wertbeständigem Notgeld, das auf Gold und Dollar, aber auch auf andere wertbeständige Deckungen lautete (z.B. Roggen, Kilowattstunden Strom, Waldbesitz und sogar Ziegelsteine), die Hyper-Inflation in Deutschland beenden. Viele Länder, Provinzen, Bezirke, Kreise, Kommunen und Firmen gaben deshalb wertbeständige Notgeldscheine aus. Auch der Preußische Finanzminister plante eine Ausgabe von Goldmark-Scheinen für den Freistaat Preußen. Gedruckt wurden Werte zu 1,05 Goldmark = 1/4 Dollar und 2,10 Goldmark = 1/2 Dollar mit Datum vom 31. Oktober 1923 sowie zu 0,42, 1,05, 2,10 und 4,20 Goldmark vom 3. November 1923 (siehe Abbildungen). Diese Scheine wurden aber nie ausgegeben. Nach der Stabilisierung der Währung durch Einführung der Rentenmark wurden die fertigen Druckbögen als Paketpapier verwendet. Das ist ein echtes Kuriosum in der deutschen Geldgeschichte. Noch heute findet man hin und wieder als Paketpapier verwendete Bögen mit Beschriftungen und Briefmarken. Einzelscheine wurden für Sammler aus den Bögen geschnitten. Ein 5-Goldmark-Schein vom 3. Januar 1924 wurden ebenfalls nicht mehr ausgegeben. Von ihm ist nur ein Stück im Berliner Münzkabinett bekannt. Die krummen Nennwerte ergaben sich aus dem Dollarkurs zur Papiermark, der am 3. November 1923 bei 4,2 Billionen Mark für einen US-Dollar lag. Bei der Goldmark wurden alle Nullen gestrichen und so wurden für einen Dollar deshalb 4,20 Goldmark angesetzt. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Reichsbanknoten aus Barcelona?
Sie sind echt, wirklich von 1925 und kommen aus Spanien! Was aber sind die "Reichsbanknoten" des Estudios de Comercio? Der Name der Institution verrät es schon. Es handelt sich um Schulgeld der Handelsschule des Kollegiums des Heiligsten Herzen Jesu in Barcelona. Wer hier studierte, wurde auch auf den Umgang mit Fremdwährungen vorbereitet. Hierfür ließ das Kollegium bei der Firma Imp. y Lit. Sabadell y Ca. Claris in Barna eigenes Schulgeld drucken. Neben den abgebildeten "Reichsbanknoten" über 100, 500 und 1000 Reichsmark vom 1. Oktober 1925 sind auch Scheine über Niederländische Gulden bekannt. Wahrscheinlich hat es aber auch noch solche in anderen wichtigen Währungen, wie z.B. US-Dollar, Pfund und Franc, gegeben. Es wäre schön, wenn diese nachgewiesen werden könnten. Der Druck erfolgte auf einfachem Papier ohne Wasserzeichen. Auf dem Hunderter hat sich auch der Künstler, von dem der Entwurf für die Schulgeldscheine stammen, M. Asensio, verewigt. Interessant ist, dass man offensichtlich auch bewusst zwei Druckfehler eingebaut hat, um die Studierenden testen zu können. Der Hunderter bezeichnet den Schein auch als "Reichbanknote" und der Fünfhunderter auch als "Reicksbanknote". Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Schleswig-Holstein: Wertbeständige Zwischenscheine von 1923
Die hier gezeigten Ausgaben der Landesbank der Provinz Schleswig-Holstein vom 20. November 1923 (Zwischenscheine zur Inhaberanleihe der Provinz) waren lange unbekannt. Sie wurden bei der Firma Hartung & Co. in Hamburg gedruckt und werden als wertbeständiges Notgeld (Gold-Notgeld) eingestuft. Aus den Unterlagen der öffentlichen Ankündigung in der "Kieler Zeitung" geht auch die Ausgabe über 21 Goldmark = 5 Dollar hervor, deren Existenz Jahrzehnte lang fraglich war und die erst 2006 belegt werden konnte. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski












