top of page

Aus privaten Sammlungen: Austauschschein zu 50 Militärmark der Alliierten Militärbehörde 1944

Vor über hundert Jahren entschied man sich in der staatlichen Druckerei Bureau of Engraving and Printing in den USA zum Druck von besonders gekennzeichneten Geldscheinen, die aussortierte Noten ersetzen sollten. Das waren die replacement notes – die Austauschscheine oder auch Ersatznoten: Beim Nummerieren ersetzte man den vorderen linken Serienbuchstaben durch einen Stern. Anfangs war das noch ein vollständig gefüllter Stern – kurze Zeit später änderte man das Aussehen und setzte einen lichten Stern ein.

Eine Methode, die bis heute beim Notendruck in Washington fortgeführt wird.


Anders verfuhr man beim Druck der Militärgeldscheine für die Verwendung in europäischen Ländern und in Japan im Zweiten Weltkrieg. Nummerierte man die Militär-Lire-Scheine von 1943 noch mit einem lichten Stern, änderte man das bei den Francs-Scheinen von 1944;

die in der privaten Druckerei Forbes hergestellten Scheine erhielten als Kennzeichnung der Austauschscheine den zusätzlichen Buchstaben „X“. Anders verhielt man sich beim Druck der Militär-Yen-Scheine für Japan ab 1945. Dort wechselte man den vorderen Serienbuchstaben „A“ durch ein „H“ aus. Und beim Druck der Militärmark-Scheine für Deutschland ab 1944 ersetzte man die erste Null der 9-stelligen Kontrollnummer durch einen waagerechten Gedankenstrich (sog. hyphen bzw. dash). Beim Druck der Military Payment Certificates verzichtete man ab 1946 bei den Ersatzscheinen auf den rechten Block-Buchstaben.


Durch die Recherchen der US-amerikanischen Sammler und Autoren Ken E. Bressett und Neil Shafer weiß man seit fast 60 Jahren von den Unterschieden in der Nummerierung von Standard- und Austauschscheinen. Bis dahin meinte man anhand der Kontrollnummern die Militärmark-Scheine den vier Besatzungszonen in Deutschland zuordnen zu können.

Auch die Aufklärung über den seit 1947 bekannten und in den Ornamenten versteckten Kleinbuchstaben verdanken wir fast 20 Jahre später Bressett/Shafer. Das dem englischen handschriftlichen „F“ ähnliche Druckerzeichen  für die Druckfirma Forbes gilt seitdem als Unterscheidungsmerkmal zwischen US-amerikanischen und sowjetischen Drucken.

So gibt es bei den 50-Militärmark-Scheinen die 8-stelligen Kontrollnummern mit „–00...“

für die amerikanischen Ersatznoten und für die sowjetischen Standardscheine ab „–40...“.


Die US-Austauschscheine zu 50 Mark wurden in zwei Chargen gedruckt:

1. Lieferung vom April 1944 mit den Kontrollnummern von –00000001 bis –00200000 bei 27,2 Mio. Standardscheinen – die spätere 2. Lieferung von –00200001 bis –00430000.


Registerauszug des BEP vom 28. April 1944 über den Druck und die Lieferung der Militärmark-Scheinen.
Registerauszug des BEP vom 28. April 1944 über den Druck und die Lieferung der Militärmark-Scheinen.

Eine Statistik nennt aktuell 39 belegten Exemplare, von denen zehn mit SPECIMEN perforierte Musterscheine sind, die sich nicht im Umlauf befanden. Ein besonderer Austauschschein mit fehlerhafter Nummerierung ist belegt: Kontrollnummern –00024613 rechts oben und –00024623 links unten. Ursache ist ein hängen gebliebenes Nummernwerk bei einer Austauschnote.


Objekttyp:

Besatzungs-/Militärgeld

Sammlung:

Sammlung M. H. Schöne

Authentizität:

Original (aus erster Lieferung des BEP-Auftrags 6153)

Land/Region/Ort:

Deutschland

Emittent:

Alliierte Militärbehörde, nach Weisungen des U.S. Treasury Department an die Foreign Exchange Depository

Nominal:

50 Mark

Datierung:

1944 (während der Besetzung von Oktober 1944 bis Juni 1948 gültig)

Vorderseite:

Text in Großbuchstaben „Alliierte / Militärbehörde“, „In Umlauf gesetzt / in / Deutschland / Fünfzig Mark / Serie 1944“.

Rückseite:

Schriftband mit „Alliierte Militärbehörde“ und Großbuchstaben „M“.

Material:

Papier mit fortlaufendem Wasserzeichen ALLIED MILITARY AUTHORITY in Zeilen.

Format:

156 mm x 67 mm

Druck:

Forbes Lithograph Manufacturing Company, Boston, USA (Nummerierung bei BEP)

Nummerierung:

–00257961, schwarz

Umlauf:

während der alliierten Besatzung von Oktober 1944 bis Juni 1948 gültig

Zitate:

Grabowski: „Die deutschen Banknoten ab 1871“ 2023, KN # ABM-6 b)


Michael H. Schöne


Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "Aus privaten Sammlungen".


Ankündigung der Neuauflage 2026:


Hans-Ludwig Grabowski

Die deutschen Banknoten ab 1871

Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine


Titel: Battenberg Verlag

ISBN: 978-3-86646-279-3

Auflage: 24. Auflage 2026/27

Format: 14,8 x 21 cm

Abbildungen: durchgehend farbig

Cover-Typ: Hardcover

Seitenanzahl: ca. 880 Seiten

Preis: 39,90 EUR

Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026


Kommentare


www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page