Aus privaten Sammlungen: Empfangsbestätigung über 10 Mark für Entnahme von Waren aus Hameln
- Uwe Bronnert

- vor 6 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Während des Ersten Weltkriegs zog die Reichsbank zunächst Gold- und Silbermünzen aus dem Verkehr, später auch Nickel- und Kupfermünzen. Die von den Münzanstalten als Ersatz geprägten Eisen- und Aluminiummünzen konnten den Bedarf bei Weitem nicht decken, sodass Kommunen und Unternehmen zur Selbsthilfe schritten und Notgeld emittierten.
Bekanntlich macht Not erfinderisch. So druckte die Buchdruckerei W. Hesse in Hameln besondere Quittungskarten, die auf 5 bzw. 10 Mark lauteten. Diese Karten konnten Einzelhändler erwerben, die diese dann mit ihrem Firmenstempel kennzeichneten.
Kunden erwarben nun diese mit „Empfangsbestätigung“ überschriebenen Karten und leistete damit eine Vorauszahlung auf künftige Einkäufe. Die Vorderseite der Formulare wurde mit dem Namen des Kunden, dem Ausstellungsdatum und der Unterschrift des Händlers vervollständigt. Auf der Rückseite wurden die Beträge der getätigten Einkäufe handschriftlich eingetragen, bis der jeweilige Nennwert erreicht war. Ein evtl. Restbetrag konnte dann entweder bar beglichen oder auf eine neue Karte übertragen werden. Durch diese Vorgehensweise begegneten Lebensmittelhändler im Hameln dem Problem des Klein- und Wechselgeldmangels.
Die 5-Mark-Scheine gibt es in den Farben Grün und Weiß, die 10-Mark-Scheine in Hellblau und Hellbraun. Benutzt wurden die Quittungen etwa von 1917 bis 1919.
Die Empfangsbestätigungen sind wohl nur als Blanko-Exemplare in Sammlungen vorhanden. Lediglich eine ausgefüllter 10-Mark-Karte ist in der Sammlung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/Main bekannt: ausgestellt am 2. Juli 1919 von der Feinkost- und Butterhandlung Georg Schaefer.
Objekttyp:
Empfangsbestätigung
Sammlung:
Uwe Bronnert
Authentizität:
Original
Land/Region/Ort:
Deutsches Reich, Preußen, Provinz Hannover, Hameln
Emittent:
In Hameln ansässige Einzelhandelsgeschäfte
Nominal:
10 Mark
Datierung:
191 … (das Datum war handschriftlich einzutragen)
Vorderseite:
Schwarzer Druck auf farbigem Karton
Rückseite:
Aufdruck von drei Spalten zum handschriftlichen Eintrag von Einkäufen
Unterschrift:
Die Quittungen waren bei Ausgabe vom Emittenten (Geschäftsinhaber) zu unterschreiben
Material:
Dünner hellbrauner Karton
Druck:
Buchdruckerei W. Hesse, Hameln, Kleinestraße 26
Auflage:
Unbekannt
Umlauf:
Etwa Februar 1917 bis 1919
Format:
92 mm x 122 mm
Nummerierung:
Ohne
Zitate:
Ulrich E. G. Schrock, Geschichte des Hamelner Notgeldes 1916 bis 1948, Bremen 1987, S. 35
Uwe Bronnert
Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.








Kommentare