Aus privaten Sammlungen: Muster zu 1000 DM der Deutschen Notenbank von 1948

Eine 1945 vom Alliierten Kontrollrat vorgesehene gemeinsame deutsche Nachkriegswährung war spätestens seit 1947 durch die offenen Differenzen zwischen den Besatzungsmächten unrealistisch geworden.

Am 20. Juni 1948 kam es entsprechend Gesetz über die Neuordnung des Geldwesens zur Währungsreform in den Westzonen, bei der alle bis dahin umlaufenden Reichsbanknoten, Rentenbankscheine und Noten der Alliierten Militärbehörde ungültig und durch neue Noten mit der Währungsbezeichnung "Deutsche Mark" ersetzt wurden, die man in den USA gedruckt hatte.

Nach der überraschend durchgeführten Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands war man in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gezwungen, schnell finanztechnisch zu reagieren, um einer Schwemme alten Gelds aus den Westzonen vorzubeugen.


Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski:


Nach Bekanntwerden der westlichen Währungsreform über Rundfunk am 18. Juni 1948 erließ die sowjetische Militärverwaltung am 23. Juni 1948 den Befehl Nr. 111/48 zur Durchführung einer eigenen Währungsreform in ihrer Besatzungszone und zur Umbewertung von Reichs- und Rentenmark.

Als Zwischenlösung wurden die alten Reichsbanknoten und Rentenbankscheine des Dritten Reichs mit Klebemarken versehen, die nur die jeweilige Wertziffer und das Jahr 1948 tragen. Die sog. "Kuponscheine" waren vom 24. Juni bis 26. Juli 1948 gültig.

Am 20. Juli 1948 war auf Anordnung der Deutschen Wirtschaftskommission in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) aus der Deutschen Emission- und Girobank die Deutsche Notenbank geworden.

Nur vier Wochen nach der Ausgabe sog. „Kuponscheine“ erhob man den Befehl Nr. 124/48 der sowjetischen Besatzungsmacht vom 24. Juli 1948 zum Gesetz. Zwecks Vollendung der Währungsreform wurde in der Zeit vom 25. bis 28. Juli 1948 der Austausch der mit Kupons beklebten Reichs- und Rentenbanknoten gegen DM-Noten der Deutschen Notenbank vorgenommen, die als Zentralnotenbank das alleinige Notenrecht erhielt, aber in ihrer Notenausgabe beschränkt war.

Die Erstausstattung an Banknoten von 50 Pfennig bis 50 Deutsche Mark kam aus der Sowjetunion (Druck bei der staatlichen Wertpapierdruckerei GOZNAK). Die Hunderter und Tausender wurden dagegen in der Sowjetischen Besatzungszone gedruckt.

Musterscheine der Serie 1948 kommen wahrscheinlich nur aus der laufenden Serie mit Perforation „MUSTER“ und mit zusätzlichen Balkenstempeln vor. Daneben gibt es auch noch Druckproben mit und ohne KN sowie mit Perforation „UNGÜLTIG“.


Deutsche Notenbank: Banknote zu 1000 DM von 1948, Muster

Vom Tausender 1948 wurden 225.000 Stück gedruckt, von denen 1949/1950 nur 743 Stück ausgegeben wurden. Der Wert erwies sich im Zahlungsverkehr als zu hoch und blieb deshalb in der Notenreserve der Deutschen Notenbank. 1956 waren nur noch 46 Stück im Umlauf.

Vorderseite: Ornamente und Wertbezeichnung.

Rückseite: Ornamente und Wertbezeichnung.

Wasserzeichen: Pfeilspitzen

Format: 191 mm x 97 mm

Muster: Banknote mit Kontrollnummer aus laufender Serie B, mit dreifacher Perforation "MUSTER" von Original-Perforationswerkzeug der ehemaligen Reichsbank und mit je einem zusätzlichen Balkenstempel "MUSTER" auf Vorder- und Rückseite.

Die Muster mit Balkenstempel stammen aus dem Tresor-Bestand der ehemaligen Staatsbank der DDR.


Katalogreferenzen:

  • SBZ-18 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871)

  • Ros./Gra. 347 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871)

  • GDR-16 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues)

Hans-Ludwig Grabowski


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