Aus privaten Sammlungen: Seltene Probe zu 5 Mark der Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg von 1918

Aktualisiert: März 13

Einladung:

In dieser Rubrik stellen wir Geldscheine aus privaten Sammlungen vor.

Das können Glanzstücke sein, auf die ein Sammler besonders stolz ist, oder aber Scheine, mit denen man eine ganz besondere Geschichte verbindet. Es können Seltenheiten sein oder aber Scheine, deren Gestaltung besonders gelungen oder außergewöhnlich ist. Es können aber auch bislang unbekannte Ausgaben und Varianten sein, die hier vorgestellt werden.


Wer gerne ein oder mehrere besondere Stücke aus seiner Sammlung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an dieser Rubrik und unserem Blog zu beteiligen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an:


info@geldscheine-online.com


mit den Abbildungen und einer kurzen oder auch längeren Geschichte dazu.

Es kann sich um Banknoten aus aller Welt handeln, um Notgeld, Lagergeld und alle Art von geld- oder geldähnlichen Belegen.


Wir freuen uns auf Post und rege Mitwirkung.


Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski:

Probe zu 5 Mark der Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg vom November 1918


Zusammengeklebte einseitige Druckproben der Vorder- und Rückseite.

Am 9. November 1918 war die Republik ausgerufen worden und die deutsche Währung hatte seit Kriegsbeginn 1914 bereits die Hälfte seiner Kaufkraft verloren. Nur zwei Tage später endete das Blutvergießen im ersten industrialisierten und weltumspannenden Krieg der Menschheitsgeschichte mit einem Waffenstillstand, den die deutschen Vertreter im Vertrauen auf einen gerechten Frieden unterzeichneten.

Im Krieg herrschte vor allem Kleingeldmangel, weil Metalle für die Rüstung gebraucht wurden und es deshalb an Münzen fehlte. Viele deutsche Städte und Gemeinden gaben sog. Kleingeldscheine in Pfennig-Beträgen aus. Ende 1918 kam es zur vermehrten Ausgabe von Notgeld in niedrigen Mark-Beträgen, meist zu 5, 10 und 20 Mark, das man bald Großnotgeld nannte. Auch bayerische Kommunen gaben nun Großgeld aus und in der damaligen bayerischen Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg, dem heutigen Regierungsbezirk Schwaben, in dem seit der Revolution intensive Arbeitskämpfe und Streiks tobten, bereitete man sich auf die Ausgabe einer Regionalausgabe vor, die in der ganzen Kreisgemeinde gültig sein sollte. Den Druck übernahm die Firma Himmer in Augsburg, die vielen Sammlern von den dort hergestellten Notgeld- und Serienscheinen bekannt ist.

Von den ersten beiden Werten zu 5 und 10 Mark wurden lediglich einseitige Probedrucke der Vorder- und Rückseiten hergestellt. Einige dieser Proben wurden damals zusammengeklebt, um bei Vorlage einen besseren Eindruck vom fertigen Schein zu erhalten. Für den Umlauf gedruckt wurden letztlich aber nur die 20-Mark-Scheine vom 18. November 1918. Die beiden niedrigeren Werte wurden nie aufgelegt und ausgegeben.


Freistaat Bayern, Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg, Gutschein zu 5 Mark ohne Datum (November 1918), verklebte einseitige Probedrucke der Vorder- und Rückseite

Vorderseite: Wappen im Achteck.

Rückseite: Frauenkopf und Blätterranken.

Wasserzeichen: ohne

Format: 115 mm x 77 mm

Druck: Firma J. P. Himmer, Augsburg

Katalogreferenz:

BAY-243P1/P2 (Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10 – Das Papiergeld der deutschen Länder), zeitgenössisch verklebte Proben sind nicht katalogisiert


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