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Die Leipziger Messe-Schecks 1949–1951

Zur Leipziger Frühjahrmesse 1949 waren von der Deutschen Notenbank erstmals auf Valuta-Mark lautende Kupons in den Nennwerten 10, 5, 2, 1, und ½ Valuta-Mark (VM) ausgegeben worden, die ausländische Messebesucher im Umtausch gegen Devisen erwerben und mit denen sie ihre Ausgaben während des Messeaufenthaltes in Leipzig bezahlen konnten[1].

Messeamt in Leipzig, März 1950 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-05672-0031)


Aus den Erfahrungen mit der Verwendung dieser Kupons zog die Deutsche Notenbank nach Beendigung der Frühjahrsmesse 1949 Rückschlüsse in Hinblick auf eine Fortführung des Systems von Verrechnungszahlungsmitteln für ausländische Messegäste, dass sich jedenfalls in den Augen von Notenbank und SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) grundsätzlich bewährt hatte. Diese Erfahrungen waren vielschichtig: Es gab Klagen, dass die Kellner in den von Intourist betriebenen Restaurants in Leipzig angesichts hoher Zechen mit der Abrechnung der niedrigen Nominale der Schecks überfordert gewesen seien. Als erschwerend für die Abrechnung wurde hervorgehoben, dass die Kupons nach Währungen getrennt der Emissions- und Girobank Leipzig zur Abrechnung vorgelegt werden mussten – dabei sei es unpraktisch gewesen, dass die Fremdwährung, in welcher der Kupon erworben wurde, auf der Rückseite des Kupons aufgestempelt gewesen sei. Die Notenbank selbst notierte Klagen von Messebesuchern, dass Scheine zu 0,10 VM gefehlt hätten und die Abgabe vornehmlich in Heften zu 100,- sparsame ausländische Messegäste finanziell überfordert hätte. Auch wurde die Ausgabe der Kupons erst unmittelbar zu Messebeginn als zu spät angesehen, da zu diesem Zeitpunkt schon viele Messegäste angereist waren und ihr Geld anderweitig (und sicher nicht selten „schwarz“) umgetauscht hatten – zukünftig sei eine Ausgabe deutlich vor dem offiziellen Messebeginn anzustreben. Schließlich hatte sich die Auflage der zur Frühjahrmesse 1949 bei der Deutschen Wertpapierdruckerei in Leipzig (DWD) bestellten Kupons im Vergleich zu den umgetauschten Beträgen als deutlich zu hoch erwiesen. Auch die Bezeichnung „Valuta-Mark“ erwies sich als politisch heikel – einerseits wegen des aufgetretenen Schwarzhandels mit den VM-Kupons, der aufzeigte, dass gegen diese Kupons Waren erhältlich waren, die es gegen DM der Deutschen Notenbank (DM-DN) nicht gab, andererseits weil durch die Schaffung einer Valuta-Mark die DM-DN in der SBZ als vermeintlich stabile Währung diskreditiert zu werden drohte [2]. Die SMAD gab daher der Deutschen Notenbank die Anregung, „aus währungspolitischen Gründen“ auf die erneute Ausgabe von Kupons in Valuta-Mark zu verzichten und stattdessen auf DM-DN lautende, spezielle Messe-Schecks auszugeben. In einer von der Deutschen Notenbank geleiteten Besprechung am 14.6.1949 in Leipzig wurde entschieden, zur Leipziger Herbstmesse 1949 erstmals auf Deutsche Mark lautende Messe-Schecks neben den von der VM bereits bekannten Stückelungen zu 10, 5, 2, 1 DM-DN sowie 0,50 Pfennig neu auch Stückelungen zu 100, 50 und 20 DM-DN auszugeben, ferner zu 0,10 DM-DN. Technisch gesehen handelte es sich um durch die Deutsche Notenbank Berlin auf die Emissions- und Girobank Sachsen, Filiale Leipzig gezogene Schecks.


Scheck zu 10 Pfennig für die Leipziger Herbstmesse 1949, Vorder- und Rückseite


Scheck zu 20 DM-DN für die Leipziger Herbstmesse 1949, Vorder- und Rückseite


Die Abstempelung der Währung, in der die Messe-Scheck erworben worden waren, erfolgte jetzt auf der Vorderseite. Eine Währungsabstempelung der Schecks zu 0,10 DM-DN sollte nicht erfolgen, zudem wurde ein Rücktausch von Schecks dieser Wertstufe ausgeschlossen. Sie konnten damit in beschränktem Umfang auch als Wechselgeld fungieren, um auf größere Nennwerte passend herauszugeben. Um auch sparsamen Messebesuchern entgegenzukommen, wurden neben Heften mit Schecks im Wert von 100,- DM-DN[3] Hefte im Wert von 10,- DM-DN angeboten[14. Auch der Erwerb von Messe-Schecks in losen Abschnitten sollte offiziell möglich sein[5]. Zudem wurde allen Betrieben in Leipzig die Annahme von Zahlungen in ausländischer Währung ausdrücklich untersagt; für Privatpersonen galt das sowieso. Die Deutsche Notenbank bestellte am 19.7.1949 wieder bei der Deutschen Wertpapierdruckerei zur Leipzig Herbstmesse 1949 Messe-Schecks im Gesamtwert von 840.000 DM-DN. Auf die Emissions- und Girobank entfielen dabei Schecks im Wert von 500.000 DM-DN[6], auf die Garantie- und Kreditbank solche in Werte von 340.000 DM-DN[7]. Die Schecks der Emissions- und Garantiebank wiesen eine schwarze Kennnummer und davor den Buchstaben B auf, die Hefte einen weißen Umschlag; die von der Garantie- und Kreditbank emittierten Schecks hatten eine rote Kennziffer sowie davor den Buchstaben G, die Hefte einen blauen Umschlag.

Vorderseite der Scheckhefte zu 10 DM-DN und 100 DM-DN, Ausgaben für die Emissions- und Girobank mit weißem und für die Garantie- und Kreditbank mit blauem Umschlag


Umgetauscht in Messe-Schecks auf der Herbstmesse 1949 wurden ausländische Banknoten im Gesamtwert von 136.512,60 DM-DN; im Clearing-Verfahren[8] wurden durch die Garantie- und Kreditbank Messe-Schecks im Wert von 75.866.40 DM-DN abgegeben. Damit liefen zur Herbstmesse 1949 Messe-Schecks in Wert von rund 212.000 DM-DN um – deutlich weniger als die Menge an VM, die zur Frühjahresmesse 1949 ausgegeben worden war.

3.574,83 DM-DN in Messe-Schecks wurden wieder zurückgewechselt. Der Betrag nicht eingelöster Schecks ist nicht bekannt. Die auf den 20.8.1949 datierten Schecks blieben bis zum 20.9.1949 und damit über das Ende der Messe hinaus gültig; abgerechnet werden konnten sie bis zum 1.10.1949. Die Farbgebung der einzelnen Nominale richtete sich, anders als noch bei den VM-Kupons zur Frühjahrmesse 1949, nicht mehr nach den gleichlautenden Nominalen der umlaufenden Banknoten, weil durch die Schecks eben keine Parallelwährung zur DM-DN geschaffen werden sollte. Spitzenreiter der in bar umgewechselten Währungen war wieder der USD (12.063,40 USD), gefolgt diesmal von der Dänischen Krone (24.194,05 Dkr.) und der Tschechoslowakischen Krone (253.260 Kc.). Auch 22 Kanadische Dollar und 173 Indische Rupien fanden ihren Weg zu den Messe-Wechselstuben. Diese wechselten ferner ausländische Banknoten im Wert von 1.172,65 DM-DN direkt in Banknoten[9] und nahmen 36.887,05 DM-BdL ein[10] – noch weniger als zur Frühjahrsmesse 1949. Immerhin bot man diesmal einen Umtausch im Verhältnis 1 DM-BdL gegen 1 DM-DN an[11]. Anders als zur Frühjahrsmesse 1949 wurden den Messe-Wechselstuben keine falschen oder ungültigen Banknoten untergeschoben. Gegenüber der Frühjahrsmesse 1949 waren die Besucherzahlen der Herbstmesse 1949 leicht rückläufig[12].

Wechselkurstabelle zur Leipziger Herbstmesse 1949


Das Abrechnungssystem der Messe-Schecks war aufwändig: Diese mussten durch die HO und andere deutsche Einrichtungen bis zum 1.10.1949, nach Wertstufen und Währungen getrennt, bei der Emissions- und Girobank zur Gutschrift auf Konto eingereicht werden.

Diese Gutschrift erfolgte aus dem Guthaben, das die Emissions- und Girobank von der Deutschen Notenbank durch Einreichung der umgewechselten ausländischen Banknoten bei der Deutschen Notenbank dort erhielt. Die eingelösten Messe-Schecks selbst verblieben als Kassenbelege bei der Emissions- und Girobank Leipzig. Die von Intourist vereinnahmten Messe-Schecks rechnete Intourist direkt mit der Deutschen Notenbank in Berlin ab und ließ sich dafür die nach Abrechnung umgetauschten Devisenbeträge in bar ausliefern. Die Bevölkerung konnte vereinnahmte Messe-Schecks ebenfalls bis zum 1.10.1949 an den Schaltern der Emissions- und Girobank Leipzig gegen DM-DN in bar oder zur Gutschrift auf Konto umtauschen. Das System der Messe-Schecks blieb bis zur Herbstmesse 1951 im Grundsatz unverändert. Begleitet wurde es durch umfangreiche Anweisungen der Deutschen Notenbank zunächst an die Emissions- und Girobank Leipzig, ab Herbst 1950 dann an die Filiale der Deutschen Notenbank in Leipzig, die man jeweils für die bevorstehende Messe aktualisierte. Vor jeder Messe erfolgte zudem eine genaue Unterweisung der Mitarbeitenden des Messe-Wechselstuben. Unverändert blieb zudem, dass bis zum Ende der Messe-Schecks keine Abgabe gegen DM-BdL erfolgte. Erstmals zur Frühjahrsmesse 1950 wurde der Geldumtausch ausschließlich durch die Emissions- und Girobank abgewickelt, die Garantie- und Kreditbank war nicht mehr beteiligt. Auch die Abgabe von Messe-Schecks im Clearingverfahren, die bisher der Garantie- und Kreditbank vorbehalten war, erfolgte jetzt durch die Emissions- und Girobank. Damit entfiel auch die Notwendigkeit einer besonderen Kennzeichnung der für die Garantie- und Kreditbank bestimmten Schecks. Die ausgegebenen Schecks tragen eine schwarze Kennziffer und davor eingedruckt den Buchstaben B. Zur Frühjahrsmesse 1950 wurden die Kurstabellen um Währungen aus Übersee erweitert. Das Ausgabedatum der Schecks zur Frühjahrsmesse datiert auf den 12.2.1950, ein Rücktausch nicht verbrauchter Scheine durch Messebesucher war über den Messezeitraum hinaus[13] bis 31.3.1950 möglich. Die Einlösung der Schecks hatte bis zum 5.4.1950 bei der Emissions- und Girobank zu erfolgen. Mit 3800 Messegästen aus dem Ausland war der potenzielle Erwerberkreis von Messe-Schecks gegenüber dem Vorjahr angewachsen. Zur Herbstmesse 1950 (Schecks mit Buchstaben C vor der Kennziffer) sank die von der Notenbank bestellte Auflage an Messeschecks auf nur noch 600.000 DM-DN. Für lediglich 134.000 DM-DN wurden Messe-Schecks verausgabt, davon nur noch rd. 62.000 DM-DN im Umtausch gegen Banknoten – weniger als die Hälfte als noch ein Jahr zuvor – sowie 72.000 DM-DN im Clearing-Verfahren. Die 1950 erfolgte Eingliederung der Emissions- und Girobank Sachsen in die Deutsche Notenbank spiegelt sich auf den Schecks wider, die jetzt von der Deutschen Notenbank auf ihre Filiale in Leipzig gezogen sind. Sie tragen das Ausgabedatum 15.8.1950 und blieben bis zum 20.9.1950 gültig. Spitzenreiter der umgetauschten Banknoten zur Herbstmesse 1950 waren jetzt der Österreichische Schilling (129.136,40 öS im Gegenwert von 29.843,42 DM-DN), an zweiter Stelle rangierte der Schweizer Franken (9.806,90 Fr. – 7.592,50 DM-DN), erst danach kam der US-Dollar (2.139 USD – 7.122,87 DM-DN). Die Währungen aus den sog. Volksdemokratien Osteuropas spielten im Umtausch keine große Rolle mehr – so wurden lediglich 11.675 Tschechoslowakische Kronen in Noten und weitere 750 Kc. im Clearing-Verfahren umgetauscht. Zur Frühjahrsmesse 1949 waren es noch 543.690 Kc. gewesen[14]. Die umgewechselten Beträge in DM-BdL betrugen insgesamt nur noch 10.324,50[15].


Scheck zu 10 Pfennig für die Leipziger Frühjahrsmesse 1951 Vorder- und Rückseite

Ab der Frühjahrsmesse 1951 (Scheck mit Buchstabe D vor der Kennziffer) wurde auf die Ausgabe von Schecks zu 100 DM-DN verzichtet[16] sowie Aussehen und Format der Messe-Schecks verändert, um zu vermeiden, dass unberechtigt Schecks früherer Messen verwendet wurden[17]. Die Abgabe der Messe-Schecks in Heften zu 10 DM-DN und zu 100 DM-DN sowie die Abgabe auch in einzelnen Abschnitten wurde beibehalten. Banknoten aus Albanien, Rumänien und Polen wurden im Umtausch nicht mehr akzeptiert. Ferner durften die Messe-Wechselstuben ausländische Banknoten nur noch in solchen Nominalwerten annehmen, deren Ausfuhr erlaubt war. So konnten etwa schwedische und norwegische Banknoten nur noch in Nennwerten bis 50 Kronen umgetauscht werden, weil die Ausfuhr höherer Nennwerte durch diese Länder untersagt war. Auch andere Länder wie etwa Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei hatte die Ausfuhr von Banknoten sowohl betragsmäßig als auch hinsichtlich der Nominale beschränkt. Diese Informationen wurden in den Wechselkurstabellen der Wechselstuben ergänzt. Vermutlich hatte man seitens der Notenbank Bedenken, ob und wie man illegal ausgeführte Noten höherer Wertstufen verwenden konnte. Die ausgegebenen Schecks tragen das Datum 20.2.1951; sie galten bis zum 20.3.1951. Letztmalig fand die Ausgabe von Messe-Schecks zur Herbstmesse 1951 statt. Diese Schecks (mit Buchstabe E vor der Kennziffer) tragen das Ausgabedatum 20.8.1951 und galten bis zum 20.9.1951. Warum das System darüber hinaus nicht fortgesetzt wurde, ist in den von mir gesichteten Unterlagen der Notenbank nicht dokumentiert. Mehrere Gründe können dafür ausschlaggebend gewesen sein: Die von Intourist betriebenen Restaurants, in denen mit Devisen gezahlt werden mussten, die in die Taschen von Intourist flossen, wurden Ende 1950 an die staatliche HO abgegeben. Damit entfiel die Notwendigkeit, während der Messe eingenommene Devisen getrennt abzurechnen und an Intourist abführen zu müssen. Ferner war zwischenzeitlich das System der Devisenkontrolle für ausländische Messebesucher umfassender ausgestaltet worden. Zur Einreise in die DDR zwecks Besuchs der Leipziger Messe war vor Einreise in die DDR der Erwerb eines Messeausweises notwendig[18], in den die mitgeführten ausländischen Zahlungsmittel bei Grenzübertritt eingetragen werden mussten. Beim Geldumtausch musste der Messeausweis vorgelegt werden, es erfolgte eine Abschreibung auf den eingetragenen Fremdwährungsbetrag, sodass jedenfalls eine Kontrolle der Verwendung der eingeführten Devisen möglich war. In DM-DN umgetauschte, im Messeausweis abgeschriebene Beträge waren rücktauschbar. Auch erwies sich das System der Messe-Schecks hinsichtlich der Abrechnung als sehr aufwändig. Darauf konnte – und wollte – man wohl verzichten, als alle umgetauschten Devisenbeträge nur mehr durch die Deutsche Notenbank vereinnahmt wurden und zudem sichergestellt werden konnte, dass von ausländischen Messebesuchern mitgeführte Devisen offiziell gewechselt werden mussten. Gelaufene Messe-Schecks aller Ausgaben bleiben aufgrund des dargestellten Ausgabe- und Abrechnungssystems, der verhältnismäßig geringen Beträge umlaufender Schecks sowie der Tatsache, dass die Zuteilung von Devisen für Reisen von Messebesuchern Ende der 1940er und Anfang der 1950er-Jahre auch in den Heimatländern oftmals restriktiv erfolgte, sehr selten. Am häufigsten dürften die Nominale zu 0,10 DM-DN vorkommen, da deren Auflagezahlen von allen Nominalen am höchsten war und sie zudem nicht rücktauschbar waren.


Sven Gerhard Anmerkungen

[2] Eine Entwicklung, die ab 1979 durch die Ausgabe von Forum-Schecks eintrat.

[3] Diese enthielten 4 Schecks zu 10 DM-DN, 6 Schecks zu 5 DM-DN, 9 Schecks zu 2 DM-DN, 10 Schecks zu 1 DM-DN und 4 Schecks zu 0,50 DM-DN, insgesamt also 35 Schecks.

[4] Diese enthielten 7 Schecks zu 1 DM-DN, 4 Schecks zu 0,50 DM-DN sowie 10 Schecks zu 0,10 DM-DN und damit insgesamt 21 Schecks.

[5] Lt. Bericht der Emissions- und Girobank vom 7.10.1949 wurden Schecks zu 100-DM-DN wenig benutzt.

[6] 2000 Scheckhefte zu 100 DM-DN und 3000 Hefte zu 10 DM-DN, der Rest in losen Schecks.

[7] 1600 Hefte zu 100 DM-DN und 2000 Hefte zu 10 DM-DN, der Rest in losen Schecks.

[8] Angeboten wurde der Erwerb von Messe-Schecks wie bei der Valuta-Mark neben dem Umtausch von Banknoten auch im sogenannten Clearingverfahren gegen Vorlage von Kreditbriefen oder Akkreditiven. Hintergrund war, dass diverse Staaten die Ausfuhr von Banknoten ihrer eigenen Landeswährung verboten oder stark beschränkt hatten.

[9] Darunter 20 albanische Lek im Wert von 1,30 DM-DN.

[10] Davon wurden 11.213,95 DM-Bdl wieder zurückgetauscht, es verblieben damit 25.673,10 DM-BdL.

[11] Zur Frühjahresmesse 1949 waren es noch 1 DM-BdL = 0,80 DM-DN gewesen.

[12] Es wurden rd. 203.000 Besucher aus der SBZ/DDR verzeichnet und erneut rd. 2300 Besucher aus dem Ausland.

[13] Diese Messe dauerte vom 5. bis 12.3.1950.

[14] Die Jahre 1950–53 waren sicherlich der dunkelste Zeitraum der tschechoslowakischen Diktatur unter Clement Gottwald – das Land hatte sich völlig abgeschlossen; Auslandsreisen waren nur in offiziellen Delegationen möglich und fanden praktisch nicht statt.

[15] Das Missverhältnis von Besucherzahlen aus den Westzonen zu umgetauschten Beträgen DM-BdL war eklatant. In einem undatierten Bericht spricht sich die Deutsche Notenbank dafür aus, Besuchern aus den Westzonen den Umtausch eines Mindestbetrages von DM-DN 5,– pro Tag als „Zehrgeld“ zur Pflicht zu machen.

[16] Die bei Huschka katalogisierten Schecks zu 100 DM-DN zur Frühjahrsmesse 1951 (MG 6.9) sowie zur Herbstmesse (MG 7.9) gibt es nicht.

[17] Was bei der Herbstmesse 1950 in einem Restaurant geschah, wo für 100 DM-DN ungültige Schecks zur Frühjahrsmesse 1950 angenommen wurden.

[18] Was bis 1989 der Fall war – nach Erwerb eines Messeausweises für ausländische Besuche etwa in einem DER-Reisebüro in der Bundesrepublik konnte man während der Messezeit ohne zusätzliches Visum in die DDR einreisen und erhielt bei Ankunft in einer der Meldestellen für Messegäste in Leipzig eineAufenthaltsgenehmigung beschränkt auf den Kreis Leipzig. Vom Mindestumtausch waren Messegäste nicht befreit.

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