Kokswertanleihe der Gemeinde Ilmenau 1923

Aktualisiert: März 26

Als sich in der Hyperinflation der Jahre 1922/23 die deutsche Markwährung zunehmend entwertete, suchten viele Kommunen nach kreativen Lösungen zur Finanzierung ihrer Infrastrukturmaßnahmen. Eine aus der Not geborene Finanzinnovation waren zu dieser Zeit sogenannte „wertbeständige Anleihen“. In dieser Situation begab die Gemeinde Ilmenau in Thüringen 1923 eine Kokswertanleihe.


Die thüringische Stadt Ilmenau emittierte im Juni 1923 in zwei Serien eine 6-prozentige Kokswertanleihe im Geldwert von insgesamt 84.000.000 Zentnern Koks. Das Darlehen diente dem Zweck des Ausbaus der Städtischen Licht- und Wasserwerke.


Gemeinde Ilmenau, 6-prozentige Kokswertanleihe, Schuldverschreibung über den Geldwert von 5 Zentnern Koks, ausgegeben in Ilmenau in Thüringen im Juni 1923.


Die Inhaberschuldverschreibungen wurden in den Nominal- bzw. Geldwerten von 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Zentnern Koks ausgegeben. Es gab für die Anleihe neben der Stadthauptkasse die beiden Zahlstellen Kasse der Städtischen Licht- und Wasserwerke sowie die Stadtsparbank.


Die Anleihe sollte ursprünglich planmäßig von 1925 bis spätestens 1929 getilgt werden. Später wurde die Tilgungsfrist bis zum 1.9.1975 verlängert. Die Emission war nicht an der Börse zugelassen. 1935 wurde der Zinssatz der Anleihe von 6 % auf 4½ % konvertiert. Die Anleihe wurde bis 1945 nicht vollständig zurückgezahlt, blieb dann notleidend und wurde nach der Wiedervereinigung von 1990 nicht mehr bedient.


Hans-Georg Glasemann

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Bildquelle: HGG (10/2020)

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