Leserpost: Anfrage wegen einer Reichsbanknote
- Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

- 8. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Geehrter Herr Grabowski, ich habe eine Reichsbanknote erstanden (5 Reichsmark
vom 1. August 1942), auf der weder ein Unterdruck-Buchstabe, noch eine Kontrollnummer abgedruckt ist. In Ihrem Buch "Die deutschen Banknoten ab 1871" ist dieser Schein unter
DEU-220 gelistet, aber mit Unterdruck-Buchstaben und Kenn-Nummern und bestimmten Stempeln.


Meine Frage wäre nun: Wie schätzen Sie diesen Schein ein, gibt es solche Scheine?
Ich glaube eigentlich an keine Fälschung, da ja auch ein Wasserzeichen vorhanden ist.
Zur Begutachtung sende ich Ihnen den Schein mit.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen und eine gute Zeit.
K. Würfl
Antwort der Redaktion
Es handelt sich um keine Fälschung, sondern um ein Original, das aus einem unfertigen Druckbogen getrennt wurde. Das Format weicht deshalb auch durch das breite rechte Randstück mit 151 x 69 mm auffällig von den ausgegebenen fertig gedruckten und mit Unterdruck-Buchstaben, Serie und Kontrollnummer versehenen Umlaufstücken
im Format 140 mm x 70 mm ab.
Bei den alliierten Luftangriffen auf Berlin wurde auch die damalige Reichsdruckerei getroffen und teilweise zerstört. Bekannt sind nach dem Angriff entwendete Reichsbanknoten mit Brandflecken sowie unfertige Banknoten (Makulatur), die nach der Besetzung durch die Rote Armee gestohlen wurden. Etliche davon wurden widerrechtlich ohne oder mit von Hand gezeichneter Nummerierung in Umlauf gebracht. Dabei handelt es sich um Werte zu 5, 10, 20 und 50 Reichsmark. Es wurden sogar Scheine mit Lochentwertung nachträglich mit farbigen Papierblättchen beklebt und wieder in Verkehr gebracht.
Ihr Schein ist nicht nachträglich manipuliert. Es handelt sich um ein nicht nummeriertes Original und als solches um ein interessantes und sammelnswertes Zeitdokument aus der Endzeit des Zweiten Weltkriegs. Siehe auch meine Anmerkungen im genannten Katalog "Nach Kriegsende unbefugt ausgegebene unfertige Makulaturen".
Beste Grüße und noch viel Freude beim Sammeln …
Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
Ankündigung der Neuauflage 2026:

Hans-Ludwig Grabowski
Die deutschen Banknoten ab 1871
Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine
Titel: Battenberg Verlag
ISBN: 978-3-86646-279-3
Auflage: 24. Auflage 2026/27
Format: 14,8 x 21 cm
Abbildungen: durchgehend farbig
Cover-Typ: Hardcover
Seitenanzahl: ca. 880 Seiten
Preis: 39,90 EUR
Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026




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