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Leserpost: Geldscheinfund

Sehr geehrte Damen und Herren,

beim Umzug meiner Mutter habe ich in einem Kuvert die Banknoten im Anhang gefunden.

Haben diese einen Sammlerwert? 



Danke Ihnen im Voraus für eine Rückmeldung!

L. Baruzzo


Antwort der Redaktion:

Hallo Herr Baruzzo. Bei dem 1000-Dollars-Schein der Konföderierten Staaten von Amerika aus dem Jahr 1861 handelt es sich leider um kein Original (siehe Abb.), sondern um einen einfachen Nachdruck.


Original zu 1000 Dollars der Konföderierten Staaten von Amerika vom 28. Mai 1861, Vorderseite. Abb. PMG.
Original zu 1000 Dollars der Konföderierten Staaten von Amerika vom 28. Mai 1861, Vorderseite. Abb. PMG.

1000 Dollars der Konföderierten Staaten von Amerika

Von diesem Tausender wurden lediglich 607 Exemplare ausgegeben. Die Vorderseite zeigt links ein Porträt von John Caldwell Calhoun und rechts eines von Präsident Andrew Jackson.

Die Konföderierten Staaten gaben ihr erstes Papiergeld im April 1861 in Montgomery in Alabama heraus, als die Konföderation gerade einmal zwei Monate alt war und der Ausbruch des Bürgerkriegs unmittelbar bevorstand.


Anfangs wurde die Währung der Konföderierten im gesamten Süden als Zahlungsmittel mit hoher Kaufkraft akzeptiert. Im Verlauf des Krieges nahm jedoch das Vertrauen in den Erfolg der Konföderierten ab, die Menge an Papiergeld zu und die Einlösungsdaten wurden immer weiter in die Zukunft verschoben. Die Südstaaten-Währung verlor immer mehr an Wert und es kam zu einem für Inflationen typischen Preisanstieg. Dies war zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass die Union gefälschte Konföderationswährung druckte. Am Ende des Krieges war die Währung der Südstaaten praktisch wertlos geworden. Als die Konföderation dann als politische Einheit aufhörte zu existieren, verlor das Geld schließlich seinen gesamten Wert.


Fast alle in Montgomery ausgegebenen Scheine, so auch Ihr Nachdruck und das abgebildete Original, tragen die Unterschriften von Alex B. Clitherall (Register) und E. C. Elmore (Treasurer). Bei den Originalen handelt es sich allerdings um Handunterschriften und bei dem Nachdruck um gedruckte Faksimile-Unterschriften.


Die in der ursprünglichen Hauptstadt der Südstaaten Montgomery ausgegebenen Scheine zu 50, 100, 500 und 1000 Dollars sind Beispiele für Gravur- und Druckkunst von höchster Qualität. Im direkten Vergleich mit Ihrem einfachen Nachdruck werden die Unterscheide sehr deutlich, was sich nicht nur auf den beim Nachdruck fehlenden grünen Unterdruck bezieht, sondern auch auf die Qualität der Porträts und die gesamte Ausführung.

Als die Regierung der Konföderation nach Richmond in Virginia verlegt wurde, waren qualifizierte Graveure und Drucker schwer zu finden und die Druckqualität der Scheine der Konföderierten nahm deutlich ab.


Würde es sich bei Ihrem Schein um ein Original handeln, dann würde er einen stattlichen Sammlerwert besitzen, der in einer gebrauchten Erhaltung immer noch bei einigen Zigtausend Dollars läge. So kann hier leider kein verifizierbarer Wert angegeben werden.


100 Dinars von Jugoslawien

Bei dem zweiten Schein handelt es sich um einen Hunderter der Nationalbank der Föderativen Republik Jugoslawien vom 1. Mai 1955. Diese Scheine kamen ab 25. April 1957 in Umlauf. In gleicher Gestaltung und mit gleichem Datum dann ab 1964 von der Nationalbank Jugoslawiens ausgegeben. Es handelt sich um den kleinsten Wert einer Serie Banknoten in Beträgen zu 100, 500, 1000 und 5000 Dinars, der ab der Serie 1965 entfiel.

Diese Scheine sind sehr häufig und selbst in druckfrischer Qualität nur wenige Euro wert.

Ihr sehr stark gebrauchter Schein besitzt deshalb praktisch keinen Sammlerwert.


Mit den besten Grüßen


Hans-Ludwig Besler (Grabowski)




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