Lexikon: Banco di Napoli

Aktualisiert: Mai 28

Das Gründungsjahr des Monte di Pietà, eines der später sich zum Banco di Napoli vereinigenden Institute, ist 1539. Weitere solcher Wohltätigkeitsinstitute, die bankenmäßige Geschäfte betrieben, waren der Monte dei Poveri (1563), der Banco Ave Gratia Plena (1587), Banco del Popolo (1589), Banco di San Eligio (1592), Banco dello Spirito Santo (1594) und Banco di San Giacomo e della Vittoria (1597).


ITA-S856a: Banco di Napoli, 50 Lire vom 30. Dezember 1909.


Der 1640 gegründete Banco del Salvatore, der kein Wohltätigkeitsinstitut war, erreichte ein Zusammenarbeit mit sieben anderen Instituten, die alle "Fedi di credito" ausgaben, die man als Vorform der Banknote ansehen kann. Zu der eigentlichen Vereinigung aller dieser bereits genannten Institute zum Banco Nazionale kam es 1794. Die Bank wurde 1806 getrennt in den Banco (oder Cassa) die Corte und den Banco (oder Cassa) dei Privati. In der Weiterentwicklung dieser beiden Institute über den Banco della due Sicilia entstand 1863 der Banco di Napoli (auch Banco di Sicilia). Die von ihm ausgegenenen, auf feste Summen lautenden Kreditscheine, waren echte Banknoten.

1866 erhielten die Noten der Banca Nazionale Zwangskurs im ganzen Königreich, die der übrigen Banken in deren jeweiligen Geltungsbereich. 1874 kam es zur Bildung eines Bankenkonsortiums von sechs Banken, das eine gemeinsame Banknotenausgabe herausbrachte, doch den beteiligten Banken auch das Recht zur Ausgabe eigener Noten beließ. 1895 waren es neben der zentralen Notenbank, der Banca d'Italia, nur noch der Banco di Napoli und der Banco di Sicilia, die das Notenrecht besaßen.

Durch Gesetze vom 22.7.1894 und 8.8.1895 wurden die beiden südlichen Notenbanken zu autonomen Kreditinstituten unter staatlicher Aufsicht. Ihre Noten verloren vor allem nach dem Ersten Weltkrieg für den Zahlungsverkehr an Bedeutung.

1926 wurde das noch bis 1936 laufende Notenprivileg durch Beschluss des Ministerrats für vorzeitig beendet erklärt.


Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski

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