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Lexikon: Deutsche Notenbank

Am 21. Mai 1948 wurde die Deutsche Emissions- und Girobank zur Koordinierung der Tätigkeit der Emissions- und Girobanken der Länder und zur Regelung des Geldumlaufs in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) gegründet.

Nach Bekanntwerden der Währungsreform in den Westzonen, erließ die sowjetische Militärverwaltung am 23. Juni 1948 einen Befehl zur Durchführung einer eigenen Währungsreform in ihrer Besatzungszone.

Die Umwandlung der Deutschen Emissions- und Girobank in die Deutsche Notenbank erfolgte am 20. Juli 1948.


SBZ-11a, Sowjetische Besatzungszone Deutschlands, Deutsche Notenbank: Banknote zu 1 Deutsche Mark von 1948, sowjetischer Druck mit einem Serienbuchstaben, Vorder- und Rückseite, Abb. AGZ, Sammlung Grabowski.


Die Deutsche Notenbank erhielt das ausschließliche Recht zur Notenausgabe in der SBZ und späteren DDR. Nach vorübergehenden Behelfsausgaben, den sog. "Kuponscheinen", waren ihre ersten eigenen Noten nach der Währungsreform in der Sowjetunion gedruckt worden. Nur die 100- und 1000-DM-Noten wurden anfangs in der SBZ gedruckt und ab 1951 dann auch die anderen Werte der Serie 1948.

Eine nach dem Volksaufstand von 1953 geplante neue Serie 1954 wurde vorbereitet, aber nicht gedruckt und ausgegeben.

Die sog. "Aktion Blitz" sorgte am 13. Oktober 1957 für den schlagartigen Umtausch aller Scheine der Serie 1948 in neu gedruckte Scheine der Serie 1955, die sich aber lediglich farblich von der Vorgängerausgabe unterschied. Nach offiziellen Angaben sollten damit "Schieber, Spekulanten und Kriegstreiber" in Westdeutschland und Westberlin bekämpft werden.


DDR-20M1, Deutsche Demokratische Republik, Deutsche Notenbank: Banknote zu 100 Deutsche Mark von 1964, Musternote mit KN "AA 0000000", Vorder- und Rückseite, Abb. AGZ, Sammlung Grabowski.


Mit der letzten Banknotenserie der Bank wurde 1964 die Währungsbezeichnung von "Deutsche Mark" in "Mark der Deutschen Notenbank" (MDN) geändert.

Mit Gesetz vom 1. Dezember 1967 erfolgte eine erneute Umwandlung in die Staatsbank der DDR. Nach der Währungsunion zwischen Bundesrepublik und DDR übernahm die Deutsche Bundesbank die Funktion der ehemaligen Staatsbank in Mitteldeutschland.


Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

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