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War die „Bürgermark“ ein Regionalgeld aus Bayern?

Aktualisiert: 11. März

Seit gefühlt „ewigen“ Zeiten schlummerte ein Geldschein über 10 „Bürgermark“ in meiner Sammlung. Nun war es endlich an der Zeit, mehr über die Hintergründe dieser Ausgabe

zu erfahren.


Oberschleißheim: 10 Bürgermark vom 4. Oktober 1983, Vorderseite.
Oberschleißheim: 10 Bürgermark vom 4. Oktober 1983, Vorderseite.
Oberschleißheim: 10 Bürgermark vom 4. Oktober 1983, Rückseite.
Oberschleißheim: 10 Bürgermark vom 4. Oktober 1983, Rückseite.

Der Schein hat das Format von ca. 161 mm x 80 mm. Er ist mit einer Kontrollnummer versehen und verfügt über ein Wasserzeichen ähnlich dem bekannten Schuppen-Wasserzeichen. Ausgegeben wurde die „Bürgermark“ in Oberschleißheim vermutlich am 4. Oktober 1983,

so jedenfalls die Datierung links vom Porträt. Eine Druckfirma ist nicht angegeben.

Die gedruckte Unterschrift lautet auf „Bürger“ und das Porträt zeigt eine Person gleichen Namens. Der Druck der Vorderseite zeigt neben dem Porträt die historische Gartenarchitektur des churfürstlichen Lustgartens zu Schleißheim.

Die Rückseite ziert das königliche Lustschloss Schleißheim.


Oberschleißheim ist eine Gemeinde im oberbayerischem Landkreis München.

Die Hauptsehenswürdigkeiten sind u.a. seine drei Schlösser, das „Alte Schloss Schleißheim“, das „Lustschloss Schleißheim“ sowie das „Neue Schloss Schleißheim“. Es gäbe aber noch viel mehr hier zu entdecken.


Die Frage war nun: warum wurde die „Bürgermark“ ausgegeben und könnte es sich hierbei um ein Regionalgeld gehandelt haben. In der allgemeinen Sammlerliteratur fand sich leider kein Hinweis. Auch Nachfragen bei diversen Sammlern halfen nicht weiter. Also wurde die berühmte künstliche Intelligenz (KI) und auch die Google-Bildersuche befragt.

Das Ergebnis war jeweils absolut unbrauchbar. KI weiß halt auch nicht alles! Mit Geduld und vielen diversen Suchbegriffen ergaben sich dann aber doch verwertbare Informationen und auch Kontakte. Der Geldschein bekam nun eine Historie und ein Gesicht.


Das Porträt zeigt Otto Bürger, einen mit vielen Ehrungen ausgezeichneten Schleißheimer Heimatforscher, Ortschronisten und Sammler. Er entwarf in den 1980er Jahren ein ortsbezogenes „Kunstgeld“ und nannte es „Bürgermark“. Es handelt sich also nicht um Regionalgeld. Kaufen konnte man mit der Bürgermark nichts.


Neben dem vorgenannten Wert entwarf Otto Bürger auch noch folgende Stücke:

  • 6 Bürgermark mit dem Porträt seiner Ehefrau,

  • 50 Dichter- und Bürgermark zu Ehren des Schriftstellers Siegfried Obermeier,

  • 75 bürgerlich bayerische Fliegermark mit dem Ritterkreuz-Träger des Ersten Weltkriegs Max Müller und

  • 10 Gedenk-Gulden zum 100. Todesjahr von König Ludwig II.


Die Auflage betrug jeweils 200 Exemplare. Heute sind diese Scheine nur sehr selten zu finden.


Otto Bürger ist auch heute noch im hohen Alter aktiv mit Heimatforschung beschäftigt, denn es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Seine Schlossführungen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Forschen und entdecken, Historisches neu recherchieren und Licht ins Dunkle zu bringen hält anscheinend jung, meint


Thomas van Eck

2 Kommentare


Josef
06. März

Hallo Herr van Eck,

ich habe ein paar Ergänzungen zu Ihrem Artikel...

In der Gemeinde Oberschleißheim gibt es ausser den Schlössern auch noch die Flugwerft Oberschleißheim zu besichtigen... eine Aussenstelle des Deutschen Museums auf dem Gelände des ersten Bayrischen Militärflugplatzes... dies bringt mich zu einer weiteren Ergänzung:

Die sogenannte "Fliegermark" sollte Spenden sammeln zur Erhaltung eben dieser Flugwerft, Auflage waren hier 230 Exemplare, ich meine mich an einen Artikel im Geldscheinsammler zu erinnern....

Viele Grüße

Josef Jaumann

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thoari
thoari
15. März
Antwort an

Hallo Herr Jaumann,

herzlichen Dank für Ihrer Ergänzungen. Es gibt immer interessante Orte zu entdecken. So wie hier in Oberschleißheim. Mein Artikel sollte auch ein wenig "Appetit" darauf machen, z.B. für einen Ausflug o.ä.

Zur Auflage lagen mir nur Informationen vor aus dem ich die Auflagenhöhe von jeweils 200 Exemplaren entnehmen konnte. Aber mit 230 liegt man nicht weit auseinander.

Vielen Dank für Ihrer Ergänzungen.

Neulich wurden bei Ebay von jeder Ausgabe ein Stück angeboten und erfolgreich veräußert.

Mit freundlichem Gruß

Thomas van Eck

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