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  • Geldscheinporträts: Dschingis Khan – Der „ozeangleiche Herrscher“

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Temüdschin oder Temüüdschin Zur Person: Großkhan, Begründer des Mongolischen Reiches ​Nationalität: Mongolisch ​Lebensdaten: 1155, 1162 oder 1167 – 18. August 1227 ​Geburtsort: Burchan Chaldun im Chentii-Gebirge (laut Legende) ​Sterbeort: Xingqing (heutiges Yinchuan, China) Dschingis Khan, Porträt aus einem Album aus der Yuan-Ära, Tinte und Farben auf Seide, 14. Jahrhundert, National Palace Museum, Taipei. Als „Temüdschin“ – der Schmied – wurde Dschingis Khan um 1160 geboren. „Der Schmied“ sollte sich als passender Name erweisen: Temüdschin schmiedete die mongolischen Stämme zum zweitgrößten Reich der Menschheitsgeschichte zusammen, unter enormer Härte und Gewalt. Nur das britische Empire war größer. Bereits als kleiner Junge verlor Temüdschin seinen Vater. Er wurde von Tataren vergiftet, aus Rache für Raubzüge und Überfälle. Temüdschin war der älteste Sohn, konnte Reiten und Bogenschießen, Jagen, Kämpfen und mit Vieh umgehen. Er war jedoch zu jung, um sich als Nachfolger seines Vaters durchzusetzen. Seine Sippe löste sich auf. Seine Familie war schutzlos, wurde ausgeraubt und verlor ihr gesamtes Hab und Gut. Das Leben in Filzzelten im Hochland zwischen Sibirien und Nordchina mit seinen ständigen Winden und dem Wechsel zwischen wochenlanger Trockenheit und extremen Niederschlägen war äußerst hart. Die Sippen bekämpften sich ständig. Temüdschin wurde mehrmals entführt, versklavt und floh wieder. Er lernte so das harte Gesetz der Steppe kennen; es herrscht das Recht des Stärkeren – wer Schwäche zeigt, geht unter. Bald scharte er eine kleine Gefolgschaft um sich. Als Anführer war er geschickt. Auf Raubzügen war er beim Verteilen der Beute besonders großzügig. Er scherte sich nicht viel um alte Hierarchien und Stammesadel, sondern achtete vor allem auf Erfolg und Loyalität. Ihm strömten immer mehr Anhänger zu und er konnte zahlreiche Widersacher ausschalten. Das Vorgehen auf den Feldzügen war äußerst brutal. Kollaborateure waren stets willkommen, Gegenwehr wurde blutig bestraft. Als Motto galt: Unterwirf dich, oder stirb! Nach der Geheimen Geschichte der Mongolen, der mongolischen Gründungslegende aus dem 13. Jahrhundert, wurden nur die Tataren am Leben gelassen, die nicht größer als das Rad eines Ochsenkarrens waren. 1206 ernannte eine Versammlung der mächtigsten Schamanen und Stammes­fürsten Temüdschin zum „Dschingis Khan“, dem „ozeangleichen Herrscher“, dem Großkhan aller Mongolen. Dieser Moment gilt als Geburtsstunde des mongolischen Nationalmythos. Mit Pferden, Spitzhelmen und Kompositbögen starteten die Mongolen fast beispiellose Eroberungszüge. Dschingis Khan eroberte weite Teile des heutigen China und die muslimischen Königreiche bis in die heutige Türkei, belagerte Samarkand und drang sogar bis nach Osteuropa vor. In seiner größten Ausdehnung umfasste das Mongolenreich bis zu 26 Millionen Quadratkilometer mit etwa 100 Millionen Menschen. Ein derart riesiges Reich war freilich nicht besonders eng verwaltet. Dennoch war Dschingis Khan auf neue Regierungstechniken angewiesen. Er gliederte seine Armee in Truppenteile mit gut organisierten Befehlsstrukturen und ließ aus dem Uigurischen eine eigene mongolische Schrift entwickeln, in der er Gesetze festhalten ließ. Handwerker, Architekten und Verwalter verschonte er bei seinen Massakern. So beendete er die Willkürherrschaft der einzelnen Stammesfürsten. Auch seine Nachfolge regelte er rechtzeitig. Nach seinem Tod 1227 (er starb möglicherweise an der Pest) übernahm sein Sohn Ögedei. Mongolei, Mongolbank: 1000 Tugrik von 2013. Vorderseite mit Bildnis von Dschingis Khan. Mongolei, Mongolbank: 1000 Tugrik von 2013.Rückseite Ochsenkarren mit geschmückter Jurte, begleitet von Reitern auf Kamelen und Pferden; im Hintergrund Jurtenlager. Mongolei, Mongolbank: Gedenkbanknote zu 100.000 Tugrik von 2025, Vorderseite mit Porträt von Dschings Khan. Über die Jahrhunderte blieb die Identifikation der Mongolen mit ihrem Reichsgründer Dschingis Khan bestehen. In der postkommunistischen Mongolei ist er präsenter denn je. Am 9. Dezember 2025 wurde eine 100.000-Tugrik-Gedenknote präsentiert, um das 100-jährige Jubiläum der Landeswährung zu feiern. Sie zeigt ebenfalls Dschingis Khan, den „Vater der Nation“. Elias Heindl Literatur/Quellen: Donald Ludwig zur Gedenknote zum 100-jährigen Jubiläum des Tugrik: https://www.geldscheine-online.com/post/mongolei-100-j%C3%A4hriges-jubil%C3%A4um-des-tugrik, 02. Februar 2026 Markus Dichmann, Matthias von Hellfeld: Dschingis Khan – Das Weltreich der Mongolen, Deutschlandfunk Nova, Eine Stunde History, Beitrag vom 05. November 2021 Karénina Kollmar-Paulenz: Die Mongolen. Von Dschingis Khan bis heute. C.H.Beck, München, 2., aktualisierte Auflage, 2024 Mathias Mesenhöller: Dschingis Khan: Der Steppenherrscher, der nach der Weltherrschaft gierte. Geo Epoche. 3. Januar 2024

  • Ostkaribische Staaten: Nationalhelden auf der neuen Banknotenserie

    Am 9. Juli 2026 gaben der Gouverneur der Ostkaribischen Zentralbank (ECCB), Timothy N. J. Antoine, sowie Mitglieder des Währungsrats in Dominica im Rahmen der Feierlichkeiten zum Wechsel des Vorsitzes im Währungsrat der ECCB offiziell neue Banknoten aus, auf denen das Bildnis der verstorbenen Königin Elisabeth II. nicht mehr zu sehen ist. Die neuen Motive würdigen Persönlichkeiten, das kulturelle Erbe und die Errungenschaften der acht Mitgliedsländer der Ostkaribischen Währungsunion (ECCU). Die ECCB wurde im Oktober 1983 gegründet, sie ist die Währungsbehörde für Anguilla, Antigua und Barbuda, das Commonwealth von Dominica, Grenada, Montserrat, St. Kitts und Nevis, St. Lucia sowie St. Vincent und die Grenadinen. „In Anerkennung der Tatsache, dass die Währung dem Volk der Ostkaribischen Währungsunion gehört, hat der Währungsrat die Öffentlichkeit über die Zentralbank dazu aufgerufen, dieses neue Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte mitzugestalten“, sagte Gouverneur Antoine zur Vorstellung der neuen Banknoten. Der ECCB-Gouverneur fuhr fort: „Die Resonanz war eindeutig und überzeugend. Die Menschen forderten, dass unsere Währung unsere eigenen Helden, Staatsgründer und Persönlichkeiten ehrt, deren Leben und Leistungen unsere Länder bereichert und unsere Region gestärkt haben.“ Der Gouverneur merkte an, dass jedes teilnehmende Mitgliedsland, geleitet von diesem Auftrag, aufgefordert wurde, eine Persönlichkeit zu nominieren, deren Leben und Vermächtnis die höchsten Ideale von Dienst am Nächsten, Führungsstärke, Gelehrsamkeit und herausragenden Leistungen widerspiegeln. Oben, l. nach r.: Die neue 5$-Banknote (Vorderseite), Kirani Z. James, Milton Cato. Unten, l. nach r.: Die neue 5$-Banknote (Rückseite), Trafalgar-Wasserfälle, Admiral's House. Auf der Vorderseite der 5-Dollars-Banknote sind rechts Milton Cato (aus St. Vincent und den Grenadinen) und links Sir Kirani Z. James (aus Grenada) abgebildet. Die Rückseite der Banknote bleibt unverändert: Oben sind die Trafalgar-Wasserfälle auf Dominica und unten das Admiral's House auf Antigua zu sehen. Robert Milton Cato (1915–1997) war ein sozialistischer Politiker aus St. Vincent, der als erster Premierminister von St. Vincent und den Grenadinen amtierte und vor der Unabhängigkeit auch die Ämter des Premiers von St. Vincent und des Ministerpräsidenten von St. Vincent innehatte. Cato war Vorsitzender der Saint Vincent Labour Party und führte das Land 1979 in die Unabhängigkeit. Sir Kirani Zeno James (geb. 1992) ist ein professioneller Sprinter aus Grenada. Er gewann den 400-Meter-Lauf bei den Weltmeisterschaften 2011 und holte die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Im 400-Meter-Lauf gewann James zudem die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio und eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio und wurde damit der erste Mann, der in der hundertjährigen Geschichte dieser Disziplin alle drei Medaillen gewann. Oben, l. nach r.: Die neue 10$-Banknote (Vorderseite), Ronald Webster, William Bramble. Unten, l. nach r.: Die neue 10$-Banknote (Rückseite), Dark View Falls, die Warspite. Auf der Vorderseite der 10-Dollars-Banknote sind rechts William Henry Bramble (aus Montserrat) und links Ronald Webster (aus Anguilla) abgebildet. Die Rückseite der Banknote wurde geändert. Die Ansicht der Admiralty Bay (auf der Insel Bequia, Grenadinen) wurde durch die Dark View Falls (Wasserfälle) auf St. Vincent ersetzt. Die „Warspite“ (ein Zweimastschoner) aus Anguilla ist weiterhin am unteren Rand abgebildet. William Henry Bramble (1901 – 1988) war ein Gewerkschaftsführer und Parteivorsitzender aus Montserrat. Als Vertreter seiner Montserrat Labour Party war er der erste Ministerpräsident des Territoriums und hatte dieses Amt von Januar 1960 bis Dezember 1970 inne. Aufgrund seines sozialen Engagements für die Armen und seines politischen Wirkens gilt Bramble allgemein als Nationalheld. James Ronald Webster (1926 – 2016) war ein Politiker aus Anguilla. Nach der Auflösung der Föderation St. Kitts, Nevis und Anguilla im Jahr 1967 war er von Februar 1976 bis Februar 1977 und erneut von Mai 1980 bis März 1984 der erste Ministerpräsident des Inselterritoriums. Oben, l. nach r.: Die neue 20$-Banknote (Vorderseite), Mary Charles, Vere Bird Sr. Unten, l. nach r.: Die neue 20$-Banknote (Rückseite), der Montserrat-Pirol, die rote Heliconia. Auf der Vorderseite der 20-Dollars-Banknote sind rechts Sir Vere C. Bird Senior (aus Antigua und Barbuda) und links Dame Mary Eugenia Charles (aus Dominica) abgebildet. Auf der Rückseite wurde das Regierungsgebäude in Montserrat durch den Montserrat-Pirol (Vogel) und die Nationalblume von Montserrat, die rote Heliconia, ersetzt. Das kleinere Bild des Regierungsgebäudes am unteren Rand wurde ebenfalls durch rote Heliconia-Blüten ersetzt. Die Muskatnusspflanze aus Grenada bleibt unverändert und ist in der Mitte abgebildet. Der holografische Folienstreifen wurde ebenfalls aktualisiert. Vere Cornwall Bird Sr. (1909 – 1999) war ein Politiker aus Antigua und der erste Premierminister von Antigua und Barbuda. Sein Sohn, Lester Bryant Bird, trat seine Nachfolge als Premierminister an. Im Jahr 1994 wurde er zum Nationalhelden erklärt. Mary Eugenia Charles (1919 – 2005) war eine Politikerin aus Dominica, die von Juli 1980 bis Juni 1995 Premierministerin von Dominica war. Als erste Rechtsanwältin in Dominica war sie die erste und bislang einzige Premierministerin des Landes. Sie war die erste Frau in Amerika, die aus eigener Kraft zur Regierungschefin gewählt wurde. Oben, l. nach r.: Die neue 50$-Banknote (Vorderseite), Dwight Venner, Robert Bradshaw. Unten, l. nach r.: Die neue 50$-Banknote (Rückseite), Brimstone Hill (2 Fotos). Auf der Vorderseite der 50-Dollars-Banknote sind rechts Sir Robert Llewellyn Bradshaw (aus St. Kitts und Nevis) und links der ehemalige Gouverneur der Eastern Caribbean Central Bank Sir K. Dwight Venner abgebildet. Auch die Rückseite wurde angepasst. Das Porträt von Sir K. Dwight Venner ist nun auf der Vorderseite der 50-Dollars-Note zu sehen. Das obere Bild des Brimstone Hill Fortress National Park (St. Kitts) wurde erweitert und zeigt nun auch eine Kanone der Festung. Brimstone Hill ist weiterhin unten abgebildet. Der holografische Folienstreifen wurde ebenfalls aktualisiert. Robert Llewellyn Bradshaw (1916–1978) war der erste Premierminister von St. Kitts und Nevis und hatte zuvor als Ministerpräsident, Abgeordneter und Gewerkschafter gewirkt. Kenneth Dwight Vincent Venner (1946–2016) war Gouverneur der Ostkaribischen Zentralbank, ein Amt, das er von Dezember 1989 bis November 2015 innehatte. Zuvor war er von November 1981 bis November 1989 als Direktor für Finanzen und Planung in der Regierung von St. Lucia tätig. Oben, l. nach r.: Die neue 100$-Banknote (Vorderseite), William Lewis, John Compton. Unten, l. nach r.: Die neue 100$-Banknote (Rückseite), der St.-Lucia-Amazon, Les Pitons. Auf der Vorderseite der 100-Dollars-Note sind rechts Sir John Compton (aus St. Lucia) und links Sir William Arthur Lewis (ebenfalls aus St. Lucia) abgebildet. Auch die Rückseite wurde angepasst. Das Bildnis von Sir William Arthur Lewis, das nun auf der Vorderseite der 100-Dollars-Note zu sehen ist, wurde durch den Nationalvogel von St. Lucia, den St.-Lucia-Amazonen, ersetzt. Das Image der Pitons von St. Lucia bleibt oben und unten erhalten. Der holografische Folienstreifen wurde ebenfalls aktualisiert. John George Melvin Compton (1925 – 2007) war ein Politiker aus St. Lucia, der nach der Unabhängigkeit im Februar 1979 der erste Premierminister des Landes wurde. Compton, der St. Lucia von 1964 bis 1979 unter britischer Herrschaft geführt hatte, war dreimal Premierminister: kurzzeitig im Jahr 1979, erneut von 1982 bis 1996 und von 2006 bis zu seinem Tod im Jahr 2007. Er war 1964 Mitbegründer der konservativen United Workers Party (UWP) und führte die Partei bis 1996, erneut von 1998 bis 2000 sowie von 2005 bis 2007. William Arthur Lewis (1915–1991) war ein Wirtschaftswissenschaftler aus St. Lucia und James-Madison-Professor für politische Ökonomie an der Princeton University. Er ist bis heute der einzige Schwarze, der 1979 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt, den er sich mit Theodore Schultz für ihre bahnbrechenden Forschungen zur Wirtschaftsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Probleme von Entwicklungsländern teilte. Die neue Banknotenserie zeigt zudem erstmals das ECCB-Logo, umgeben von den Fahnen der ECCU. Das Logo befindet sich in der Mitte rechts auf der Vorderseite jeder Banknote, an der Stelle, an der früher das Brustbild der Königin zu sehen war. Donald Ludwig (polymernotes.com)

  • Das Fürstentum Monaco im Schatten von Liktorenbündel und Hakenkreuz

    Das Fürstentum Monaco ist mit 38.631 Einwohnern (Stand: 2024) und einer Fläche von 2,084 Quadratkilometern nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Erde. Es liegt an der französischen Riviera zwischen der französischen Stadt Nizza im Westen (13 km Entfernung) und der französisch-italienischen Grenze (etwa zehn Kilometer Entfernung) im Osten. 1215 gründeten die Grafen von Genua auf dem heutigen Gebiet Monacos eine Festung, die im Jahr 1297 von der Familie Grimaldi erobert wurde. Dieses Ereignis gilt als die Geburtsstunde der noch heute regierenden Dynastie. Infolge der Napoleonischen Kriege kam Monaco unter französische Kontrolle. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Monaco unter dem Schutz des Königreichs Sardinien als souveräner Staat wieder hergestellt. Durch Vertrag vom 2. Februar 1861 trat Sardinien das Monaco umgebende Gebiet mit den Städten Menton und Roquebrune an Frankreich ab. Gleichzeitig erkannte Frankreich die volle Unabhängigkeit Monacos unter der alleinigen Souveränität des Fürsten an. Mit Gründung der Spielbank Monte-Carlo 1853, der Zollunion mit Frankreich 1865 und dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1868 wurden die Grundlage für den mondänen Tourismus gelegt. Der Französisch-Monegassische Vertrag vom 17. Juli 1918, der in Artikel 436 des Versailler Vertrags von 1919 formell verankert ist, regelt die Beziehungen der beiden Staaten und garantiert die Unabhängigkeit Monacos.[1] Am 26. Juni 1922 trat Louis Honoré Charles Antoine Grimaldi [* 12. Juli 1870 in Baden-Baden; † 9. Mai 1949 in Monaco] die Nachfolge seines Vaters Albert I. als regierender Fürst an.[2] Trotz Monacos enger Anbindung an Frankreich betonte der Prinz in den 1930er und 1940er Jahren stets die Neutralität des Fürstentums. Das nationalsozialistische Deutschland erkannte früh die Vorteile eines unabhängigen und neutralen Monacos. 1936 besuchte der deutsche Finanzminister Hjalmar Schacht das Fürstentum. Bei einem Treffen mit dem Prinzen Louis arrangierte er die finanzielle Zusammenarbeit zwischen deutschen und monegassischen Banken. Dabei beruhten die Interessen auf Gegenseitigkeit. Monaco stärkte seine Unabhängigkeit und das Deutsche Reich erlangte einen weiteren Zugang zu internationalen Finanzmärkten. Abb. 1: Prinz Louis II. von Monaco Dieses Werk stammt aus der George Grantham Bain-Sammlung der Library of Congress. Laut der Bibliothek gibt es keine bekannten Copyright-Einschränkungen in der Verwendung dieses Werkes. Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich am 3. September 1939 den Krieg. An der Westfront blieb es zunächst weitgehend ruhig. Die unter dem Tarnnamen „Fall Gelb“ geplante deutsche Offensive begann am 10. Mai 1940. Bedingt durch den schnellen Vormarsch der deutschen Truppen sah sich die französische Regierung gezwungen am 22. Juni in Compiègne einen Waffenstillstandsvertrag zu schließen. Infolgedessen wurden Nordfrankreich und die Küstengebiete am Atlantik – insgesamt 60 Prozent des Landes – von deutschen Truppen besetzt. Am 2. Juli 1940 richtete sich die französische Regierung in der Stadt Vichy ein, das dadurch in gewisser Weise zur Hauptstadt der freien Zone wurde. Am Der Süden Frankreichs blieb unbesetzt. Während die französische Regierung ihren Sitz in Vichy hatte, blieb die Zentrale der Banque de France in Paris. Am 10. Juli übertrug das Parlament Marschall Pétain die vollen Machtbefugnisse. Dieser rief den „État français“ (französischen Staat) aus und begann wenig später eine Politik der Kollaboration mit den deutschen Besatzern. Das mit dem Deutschen Reich verbündete Italien hatte sich bei Ausbruch der Kämpfe als „nichtkriegführend“ bezeichnet und wartete ab, wie sich der deutsche Westfeldzug entwickelten würde. Erst als Frankreich militärisch zusammenbrach, entschied Mussolini, „noch rechtzeitig“ am 10. Juni in den Krieg einzutreten, um so Gebietsgewinne zu sichern. Die Ankunft der italienischen Truppen beunruhigte Prinz Louis II., befürchtet er doch die Annexion des Fürstentums Monaco durch Italien. Über Stellung und Zukunft Monacos herrschten zwischen Hitler und dem "Duce" heftige Meinungsverschiedenheiten. Entgegen dem Wunsch der italienischen Faschisten, die ehemalige Grafschaft Nizza zurückzugewinnen, endete die italienische Besatzungszone bei Menton, am Rande Monacos. Der Zugang zu einem neutralen Monaco war für das Deutsche Reich sehr wichtig, konnte man hier doch an ausländische Devisen gelangen, die für die Durchführung ehrgeiziger Militärprojekte und kriegsbezogener Aktivitäten notwendig waren. Mithilfe der im Fürstentum gegründeten Vorzeige-Unternehmen konnte das "Dritte Reich" Handel mit dem Rest der Welt treiben und so das Embargo der Alliierten umgehen. Als am 8. November 1942 alliierte Truppen in Marokko landeten, hatte die Vichy-Regierung zwar ca. 60.000 Soldaten, Küstenartillerie, einige Panzer und Flugzeuge sowie etwa zehn Kriegsschiffe und elf U-Boote in Marokko stationiert, aber der Marschall weigerte sich, Hitlers Forderung nach einem französischen Kriegseintritt auf deutscher Seite nachzukommen. So marschierten am 11. November deutsche und italienische Truppen in die bis dato frei französische Zone. Die Italiener besetzten den Südosten Frankreichs (Dauphiné, den größten Teil der Provence und die Provinz Nizza) sowie Monaco. Am 24. Juli 1943 kündigte der Große Faschistische Rat Benito Mussolini die Gefolgschaft und einen Tag später ließ König Viktor Emanuel III. den „Duce“ verhaften. Der neue Ministerpräsident Pietro Badoglio erklärte zwar, er wollte den Kampf loyal an der deutschen Seite fortsetzen, gleichzeitig führte er aber Geheimverhandlungen mit den Alliierten, die am 10. Juli auf Sizilien gelandet waren. Die Verhandlungen endeten am 3. September mit dem Abschluss eines Waffenstillstands zwischen Italien und den Alliierten, die an diesem Tag auf das italienische Festland übersetzten. Als Badoglio den Waffenstillstand am 8. September im Rundfunk verkünden ließ, liefen die deutschen Gegenmaßnahmen unverzüglich an: Entwaffnung und Gefangennahme der italienischen Streitkräfte in Italien, Südfrankreich und dem Balkan sowie die Besetzung Roms durch deutsche Truppen. Abb. 2: Zwei deutsche Offiziere im exotischen Garten von Monaco (Foto aufgenommen am 12. Mai 1944), Quelle: https://sudwall.superforum.fr/t1973-monaco-occupation-allemande-1943-1944 (29.04.2026). Am 9. September verließen die Italiener Monaco und die deutsche Wehrmacht rückte nach und richtete ihr Hauptquartier im Hotel de Paris ein. Prinz Louis II., der seinen Status behalten wollte, hieß die Deutschen willkommen und nutzte seine deutschen Wurzeln als verbindendes Element.[3] Für Monaco selbst existiert keine eigene deutsche Militärverwaltung; das Fürstentum wurde in die deutsche Kommandostruktur der besetzten französischen Mittelmeerküste integriert. Der verantwortliche deutsche Befehlshaber für Monaco war der für Südfrankreich zuständige General der Infanterie Rudolf Toussaint. Monaco erfuhr weiterhin eine Sonderbehandlung durch die Nationalsozialisten. Prinz Louis und die Deutschen nutzte die angebliche Neutralität für wirtschaftliche und finanzielle Transaktionen. Während des Zweiten Weltkriegs gab es in Monaco mehr als dreihundert Gesellschaften mit deutscher Beteiligung.[4] Noch im Sommer 1944 gründeten man eine Bank, um das US-amerikanische Wirtschaftsembargo zu umgehen. Aber nicht nur im finanziellen und wirtschaftlichen Bereich war die Zusammenarbeit mit den monegassischen Behörden eng, sondern auch mit der Gestapo. Bereits in der Nacht des 1. August 1942 waren laut einem Regierungsbericht etwa 90 Personen aus Monaco deportiert worden, von denen nur neun überlebten. Unter den Deportierten war auch René Blum, der Gründer des Opernhauses, der in einem Konzentrationslager starb. Staatsminister Émile Roblot argumentierte später, Deutschland habe gedroht, Monacos Sonderstellung zu beenden, wenn es nicht kooperiere. Noch während der italienischen Besatzung wurden Dr. Hellenthal zum Generalkonsul Deutschlands in Monaco und am 25. Juni 1943 ernannte Louis II. den NSDAP-Abgeordneten Dr. Bernhard Bodenstein zum Konsul Monacos in Berlin. Die alliierten Truppen landeten am 15. August 1944 in der Provence. Die 1st Airborne Task Force unter General Robert T. Frederick stieß rasch nach Norden und Osten vor. Ihr Vormarsch zwang die deutschen Einheiten an der Côte d’Azur zum Rückzug, sodass am 3. September US- und französische Truppen Monaco befreiten. Nach dem Französisch-Monégassischen Vertrag von 1918 stand Monaco unter französischem Schutz und war durch eine Währungs- und Zollunion wirtschaftlich eng an Frankreich gebunden. Der französische Franc war gesetzliches Zahlungsmittel im Fürstentum. Nur zwischen 1878 und 1904 ließen die Fürsten eigene Goldmünzen prägen. Da nach dem Ersten Weltkrieg in Frankreich ein Mangel an Kleingeld herrschte, beschloss die monegassische Regierung am 16. März 1920 die Ausgabe von Staatspapiergeld über 25 und 50 Centimes und ein Franc. Die Scheine ähneln im Stil dem französischen Notgeld der Nachkriegszeit. Zur Ausgabe gelangten zwei Serien, die sich nur in der Farbe unterscheiden. Abb. 4.1: Principavté de Monaco, 20.3.1920, 50 Centimes, Vorderseite. Abb. 4.2: Principavté de Monaco, 20.3.1920, 50 Centimes, Rückseite. Sie waren bis zum 31. Dezember 1922 gesetzliche Zahlungsmittel und wurden noch bis zum 30. April 1926 eingelöst. Von den gedruckten Nominalen im Wert von 774.500 Francs wurden nur etwa 4.000 Francs eingelöst. Es ist das einzige Papiergeld Monacos. Abb. 4.1/2: Credit Foncier de Monaco, 1924, 1 Franc, Vorder- und Rückseite. Abb. 5.1/2: Credit Foncier de Monaco, 1926, 1 Franc, Vorder- und Rückseite. Mit der Jahreszahl 1924 bzw. 1926 gab die „Credit Foncier de Monaco“ Münzen zu 50 Centimes, ein Franc und zwei Francs aus. Münzmetall (Aluminium-Bronze), Größe und Gewicht entsprechen den Münzen der französischen Handelskammern (Chambres de Commerce de France). Ansonsten machte das Fürstentum in den 1920er und 1930er Jahren kein Gebrauch vom Recht, eigene Geldzeichen zu emittieren. Dies blieb auch nach Kriegsausbruch 1939 so. Abb. 6.1/2: Monaco, o. D. (1943), 1 Franc, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: Monaco, o. D. (1943), 2 Francs, Vorder- und Rückseite. Abb. 8.1/2: Republique Française, 1941, 1 Franc, Vorder- und Rückseite. Abb. 9.1/2: Republique Française, 1941, 2 Francs, Vorder- und Rückseite. Abb. 10.1/2: Republique Française (Vichy), 1942, 1 Franc, Vorder- und Rückseite. Abb. 11.1/2: Republique Française (Vichy), 1943, 2 Francs, Vorder- und Rückseite. Wohl um seinen Souveränitäts-Anspruch gegenüber den Besatzungsmächten zu dokumentieren, ließ Prinz Louis II. 1943 2.500.000 Münzen zu einem Franc und 1.250.000 zu zwei Francs bei der Monnaie de Paris prägen. Sie entsprechen in Material, Größe und Gewicht den damaligen französischen Münzen. Beide Münzen sind bildgleich ohne Jahreszahl. Auf der Vorderseite das gekrönte Wappen und die Wertangabe; auf der Rückseite das Kopfbildnis des Prinzen nach links blickend und der Umschrift „LOUIS II PRINCE DE MONACO“. Die Gravur stammt von L. Maubert. Erst ab 1945 ließ das Fürstentum regelmäßig Münzen in Paris prägen. Beispiele für Banknoten der Banque de France, die im Fürstentum gesetzliche Zahlungsmittel waren: Abb. 12.1: Banque de France, 5 Francs, 26. Dezember 1940, Vorderseite. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Abb. 12.2: Banque de France, 5 Francs, 26. Dezember 1940, Rückseite. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Abb. 13.1: Banque de France, 10 Francs, 4. Dezember 1941, Vorderseite. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Abb. 13.2: Banque de France, 10 Francs, 4. Dezember 1941, Rückseite. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de. Abb. 14.1: Banque de France, 20 Francs, 7. Dezember 1939, Vorderseite. Abb. Sammlung Schilde. Abb. 14.2: Banque de France, 20 Francs, 7. Dezember 1939, Rückseite. Abb. Sammlung Schilde. Abb. 15.1: Banque de France, 100 Francs, 9. Januar 1941, Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 15.2: Banque de France, 100 Francs, 9. Januar 1941, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 16.1: Banque de France, 1000 Francs, 11. Juni 1942, Vorderseite. Abb. Sammlung Schilde. Abb. 16.2: Banque de France, 1000 Francs, 11. Juni 1942, Rückseite. Abb. Sammlung Schilde. Auch während der italienischen und deutschen Besatzung blieb der französische Franc gesetzliches Zahlungsmittel. Weder Lire noch Reichsmark hatten in Monaco Umlaufrecht. Die Geldversorgung erfolgte durch die französischen Banken. Die Banque de France unterhielt hier aber keine eigene Zweiganstalt. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Im Jahr 2002 wurde der Vertrag überarbeitet und 2005 von beiden Parteien ratifiziert. [2] Sein offizieller Titel lautet lautet „Son Altesse Sérénissime le Prince Louis II“ [Seine Durchlauchtigste Hoheit Fürst Ludwig II.]. [3] Als Louis gerade zehn Jahre alt war, wurde die Ehe seines Vaters Albert I. und seiner ersten Frau Lady Mary Victoria Hamilton annulliert. So wuchs der junge Prinz überwiegend in Baden-Baden bei seiner Mutter auf. Sie stammte mütterlicherseits aus der Familie des Großherzogs von Baden. [4] Im Februar 1944 besuchte Finanzinspektor M. Montarnal im Auftrage des Vichy-Wirtschaftsministeriums das Fürstentum. Bei seiner Rückkehr schrieb er fassungslos in seinen Missionsbericht: „Die monegassische Staatskasse, die 1937 gerade erschöpft war, hatte Ende 1943 188 Millionen Francs, die sofort realisierbar waren. Weil die Ausgaben eingedämmt wurden? Ganz im Gegenteil: Sie haben sich seit 1938 verdreifacht.“ Zitiert nach „Die schwarzen Akten der Besatzung im Fürstentum Monaco, Geld und die Nazis“ (29.04.2026) Literatur: Victor Gadoury: Monnaies Françaises 1789 – 1975, Deuxième édition, Baden-Baden 1975. Owen W. Linzmeyer: The Banknote Book: Monaco, 20. May 2021. Histoire de Monaco pendant la Seconde Guerre mondiale https://fr.wikipedia.org/wiki/Histoire_de_Monaco_pendant_la_Seconde_Guerre_mondiale (18.3.2025). Invasion and occupation of Monaco during World War II https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Invasion_and_occupation_of_Monaco_during_World_War_II&oldid=1259677822. (17.3.2025) La guerre vue par les Monégasques https://lobservateurdemonaco.com/infos/societe/la-guerre-vue-par-les-monegasques/ (27.04.2026). Military history of Italy during World War II https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Military_history_of_Italy_during_World_War_II&oldid=1254704593 (18.03.2025). Monaco during World War II https://en.topwar.ru/190570-monako-vo-vremja-vtoroj-mirovoj-vojny.html (27.04.2026). Die schwarzen Akten der Besatzung im Fürstentum Monaco, Geld und die Nazis“ (29.04.2026).

  • Das Notgeld aus Suttrop und Warstein von 1947 und 1948

    Seit 1946 herrschte zunehmender Mangel an Kleingeld in weiten Teilen Rest-Deutschlands. Ursache war der Abfluss von Scheidemünzen nach Österreich. Am 21. Dezember 1945 wurde in Österreich die Schillig-Währung wieder eingeführt und das umlaufende deutsche Papiergeld außer Kurs gesetzt. Das deutsche Hartgeld behielt aber seine Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel, allerdings galten statt Pfennige nunmehr Groschen (z.B. 10 Pfennig gleich 10 Groschen). Der Groschen hatte eine deutlich höhere Kaufkraft und das hatte zur Folge, dass deutsche Reichspfennig-Münzen in großem Maß nach Österreich abflossen. Gleiches galt auch für das Saargebiet nachdem dort ab Mitte 1947 die Saarmark eingeführt wurde. Auch hier behielt das deutsche Münzgeld seine Gültigkeit, erlebte aber eine deutliche Aufwertung hinsichtlich seiner Kaufkraft. Daher fehlte gerade im kleinen Zahlungsverkehr überall in Deutschland das Wechselgeld. In vielen Orten wurde dem Kleingeldmangel durch Ausgabe von Notgeld begegnet. Ausgegeben wurden meist Werte in Höhe von 1, 5, 10, 20, 25 und 50 (Reichs-)Pfennig. Mit der Währungsreform im Jahr 1948 verschwand dieses Notgeld dann wieder. Viele der damaligen Ausgaben sind heute selten, aber es gibt auch Ausgaben die relativ häufig angeboten werden. Suttrop An dieser Stelle möchte ich die äußerst selten Ausgaben aus Suttrop[1] vorstellen. Die Gemeinde Suttrop lag in der Provinz Westfalen. 1946 hatte die Gemeinde rund 4.100 Einwohner und gehörte zum Kreis Lippstadt. Im Zuge einer Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurde Suttrop am 1. Januar 1975 nach Warstein eingemeindet. Folgende Gutscheine der Gemeinde Suttrop sind bekannt: 5 Pfennig, gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 44 x 33 mm) 10 Pfennig, gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 45 x 30 mm) 25 Pfennig, gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 45 x 34 mm) Beidseitig gedruckt auf beigem Kartonpapier ohne Datum, Wasserzeichen, Kontrollnummer und Stempel. Auf fast allen Scheinen gibt es Abweichungen im Gültigkeitsdatum: Abb. 1.1: Gemeinde Suttrop, 5 Pfennig – das Gültigkeitsdatum (bis 31.12.1947) ist auf beiden Seiten gleich. Abb. 1.2/3: Gemeinde Suttrop, 10 Pfennig – das Gültigkeitsdatum (bis 31.12.1947) hat auf der Vorderseite einen Punkt nach dem Monat. Auf der Rückseite fehlt der Punkt nach dem Monat und es gibt eine Lücke zwischen dem 31. und dem Monat. Abb. 1.4: Gemeinde Suttrop, 25 Pfennig – das Gültigkeitsdatum ist gedruckt mit „31. 121947“ ohne Punkt nach dem Monat und ist auf beiden Seiten gleich. Angaben zur Höhe der ausgegebenen Stücke sowie zur Druckerei sind nicht bekannt. Die hier gezeigten Exemplare sind leicht gebraucht. Vermutlich handelt es sich um Einzelstücke. Dem Autor sind seit Jahrzehnten keine Exemplare aus Auktionen oder Verkaufsplattformen bekannt geworden. In folgenden Katalogen sind die Gemeindeausgaben teilweise katalogisiert: Dr. Arnold Keller: Das Notgeld der deutschen Währungsreform 1947/48 – Nummer 245 – Suttrop, Gemeinde: 5 Pfennig mit dem Hinweis, dass dieser Schein einmal gemeldet ist, aber nirgends vorliegt. Keller bewertet dieses Stück mit 25 DM. Michael H. Schöne: Das Papiergeld im besetzten Deutschland 1945 bis 1949 – Nummer 0611 – Suttrop, Gemeinde: 5 Pfennig mit dem gleichen Hinweis wie bei Keller. Schöne bewertet dieses Exemplar mit 120 bis 150 DM (gebraucht/kassenfrisch). Jochen Jos. Topp: Das Papiernotgeld von Westfalen 1914-1948 – Nummer 834.1 und 834.2 – Suttrop, Gemeinde: 5 Pfennig und 10 Pfennig. Topp bewertet diese Stücke mit jeweils 200 DM bis 250 DM (gebraucht/kassenfrisch). Eine aktuelle Bewertung kann aufgrund der Seltenheit nur mit „Liebhaberpreis“ festgesetzt werden. Aus Suttrop ist noch eine weitere Ausgabe bekannt. Es handelt sich um Gutscheine der Lebensmittelhandlung Eugen Schulte. Diese sollen ebenfalls 1947 ausgegeben worden sein. Folgende Gutscheine von Eugen Schulte / Lebensmittel sind bekannt: 1 Pfennig ohne Datum (Format ca. 35 x 40 mm) 5 Pfennig ohne Datum (Format ca. 35 x 40 mm) 10 Pfennig ohne Datum (Format ca. 35 x 40 mm) Abb. 2.1-3: Suttrop, Lebensmittelhandlung Eugen Schulte, Gutscheine zu 1, 5 und 10 Pfennig ohne Datum (1947). Einseitig gedruckt auf hellbraunem Kartonpapier ohne Wasserzeichen und Kontrollnummer. Alle Scheine sind mit einem violetten Rundstempel „Eugen Schulte – Suttrop“ versehen. Zur Auflagenhöhe und zum Gültigkeitszeitraum liegen keine Erkenntnisse vor. Diese Ausgaben sind in keinem der bekannten Kataloge aufgeführt. Allerdings wurden gleiche Scheine vor einigen Jahren in einer Auktion angeboten. Angaben hierzu sind dem Autor leider nicht mehr erinnerlich. Eine verlässliche Bewertung kann daher nicht vorgenommen werden. Warstein Das Amt Warstein gehörte bis zur Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen zum Kreis Arnsberg und ab dem 1. Januar 1975 zum Kreis Soest im Regierungsbezirk Arnsberg. Als touristischer Anziehungspunkt ist der Naturpark Arnsberger Wald und der Besuch einer bekannten ortsansässigen Brauerei zu nennen. 1947 und 1948 wurden ebenfalls Notgeldscheine ausgegeben. Diese werden aber nicht als Gutschein sondern als „Gebührenmarke“ bezeichnet. Folgende Ausgaben sind bekannt: 5 Reichspfennig – gültig bis 31.12.47 (Format ca. 43 x 34 mm) 10 Reichspfennig – gültig bis 31.12.47 (Format ca. 43 x 39 mm) 50 Reichspfennig – gültig bis 31.12.47 (Format ca. 44 x 48 mm) 1 Reichsmark – gültig bis 31.12.1947 (Format ca. 86 x 70 mm) Abb. 3.1.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 5 Reichspfennig, gültig bis 31.12.47, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.2.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 10 Reichspfennig, gültig bis 31.12.47, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.3.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 50 Reichspfennig, gültig bis 31.12.47, Vorder- und Rückseite. Pfennigwerte sind rot gedruckt auf olivbraunem Kartonpapier ohne Wasserzeichen und Kontrollnummer. Vorder- und Rückseite sehen gleich aus. Eine Druckerei ist nicht angegeben. Auf der Vorderseite befindet sich jeweils ein runder violetter Amtsstempel. Abb. 3.4.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 1 Reichsmark, gültig bis 31.12.1947, Vorder- und Rückseite. Der Schein über eine Reichsmark wurde auf grünlichem Papier gedruckt mit Press-Wasserzeichen Streifen und einer Kontrollnummer. Auch hier befindet sich ein runder violetter Amtsstempel auf der Vorderseite, aber es sind auch Exemplare ohne Stempel bekannt. Nur auf dem Schein über eine Reichsmark ist die „Druckerei Hennecke, Warstein“ angegeben. Diese Druckerei bestand vermutlich bis zum Jahr 2010. 1948 wurden folgende Gebührenmarken ausgegeben: 5 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Vorderseite (Format ca. 42 x 32 mm) 5 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Rückseite (Format ca. 42 x 32 mm) 10 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Rückseite (Format ca. 42 x 40 mm) 50 Reichspfennig – gültig bis 30.6.48 – Amtsstempel auf der Rückseite (Format ca. 42 x 46 mm) Abb. 3.5.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 5 Reichspfennig, gültig bis 30.6.48, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.6.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 10 Reichspfennig, gültig bis 30.6.48, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.7.1/2: Amt Warstein, Gebührenmarke zu 50 Reichspfennig, gültig bis 30.6.48, Vorder- und Rückseite. Pfennigwerte sind hellrot gedruckt auf hellbraunem Kartonpapier ohne Wasserzeichen und Kontrollnummer. Vorder- und Rückseite sehen unterschiedlich aus. Eine Druckerei ist nicht angegeben. In den bereits vorgenannten Katalogen sind die Gebührenmarken wie Folgt katalogisiert: Keller: Nummer 256a, 256b und 256c Schöne: Nummer 0621 bis 0624 Topp: Nummer 875.1 bis 875.7 Die vorgenannten Scheine aus Warstein sind aktuell über den Handel, Auktionen und Verkaufsplattformen zu moderaten Preisen zu erwerben. Thomas van Eck Anmerkungen [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Suttrop

  • Aus alten Zeitungen: Ein teurer Strafzettel

    Gefunden in: "Altenkirchener Kreisblatt", Nr. 127 vom 24. Oktober 1923 Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 200.000 Mark vom 9. August 1923, Druck einseitig. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Ein teurer Strafzettel Ein Landwirt unserer Bürgermeisterei erhielt vor 8 Tagen ein Strafmandat, weil er mit einem einspännigen Pferdefuhrwerk ohne Namensanschrift auf öffentlicher Straße gefahren war. Das Strafmandat lautete über eine Geldstrafe von 200.000 Mark oder 3 Tage Haft. Außerdem hatte er 15 Millionen Porto und 1.000 Mark Schreibgebühren zu entrichten. – Wer lacht da? Uwe Bronnert Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!

  • USA: Es wird keine "Tubman-Banknote" zu 20 Dollars geben … oder doch?

    Am 6. Juli 2026 erklärte Finanzminister Scott Bessent gegenüber Spectrum News, dass das US-Finanzministerium nicht mehr vorhabe, die Kämpferin gegen die Sklaverei Harriet Tubman auf einer 20-Dollars-Note abzubilden. „Derzeit nicht“, antwortete Bessent knapp, als er in einem Interview gefragt wurde, ob das US-Finanzministerium noch immer vorhabe, den bereits seit einem Jahrzehnt bestehenden Plan umzusetzen. Bessent ging nicht näher darauf ein, und ein Sprecher des Finanzministeriums lehnte es ab, über Bessents Äußerung hinaus Stellung zu nehmen. Die Obama-Regierung hatte 2016 angekündigt, dass Tubman, die Anfang der 1820er Jahre als Sklavin geboren wurde und später Hunderten von Sklaven zur Flucht verhalf, den siebten US-Präsidenten Andrew Jackson auf dem 20-Dollar-Schein ablösen würde. Der damalige Finanzminister Jacob Lew erklärte, die Entscheidung sei das Ergebnis Tausender Rückmeldungen von US-Bürgern gewesen. Tubman wäre die erste Afroamerikanerin auf der Vorderseite einer US-Banknote gewesen. Während seines ersten Präsidentschaftswahlkampfs bezeichnete Donald Trump, der seitdem versucht hat, Initiativen für Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion zu untergraben, den Schritt, Jackson durch Tubman zu ersetzen, als „reine politische Korrektheit“. Er hatte vorgeschlagen, sie auf den selten benutzen 2-Dollars-Schein oder eine andere Banknote zu setzen, doch während Trumps erster Amtszeit wurden keine Fortschritte bei diesem Vorhaben erzielt. Bessents Vorgängerin, die ehemalige Finanzministerin der Biden-Regierung, Janet Yellen, hatte das Projekt für den 20-Dollars-Schein mit Tubman-Motiv wiederbelebt, schätzte jedoch, dass die neue Banknote aufgrund der erforderlichen hochentwickelten Fälschungsschutzmaßnahmen erst ⁠2030 fertig sein würde. Darüber wurde HIER im Blog berichtet: Bessent wurde im Mai 2025 in einem angespannten Wortwechsel mit der Abgeordneten Joyce Beatty, einer schwarzen Demokratin aus Ohio, gefragt, ob er einen aktuellen Stand zum Tubman-Schein geben könne. „Das kann ich nicht, meine Mitarbeiter werden sich bei Ihnen melden“, antwortete er. Zwar wurde seit 1928 keine neue Persönlichkeit mehr auf US-Banknoten abgebildet, doch einige Vertreter der aktuellen Trump-Regierung haben versucht, das Porträt des republikanischen Präsidenten Trump auf eine geplante 250-Dollars-Banknote zu bringen, um den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten zu feiern. Darüber wurde HIER im Blog berichtet: Auf die Frage, warum das Finanzministerium nicht mit einer 20-Dollars-Banknote mit Tubmans Bildnis vorankommt, während es Vorbereitungen für eine 250-Dollars-Banknote mit Trumps Porträt trifft, erklärte Bessent gegenüber Spectrum News: „Für die 250er-Note ist ein Gesetz des Kongresses erforderlich, da man keine lebende Person (auf US-Banknoten) abbilden darf, und dies war für den 250. Jahrestag vorgesehen.“ „Wenn wir eine bestehende Banknote ändern wollen, sei es von 1 bis 100 Dollars, erfordert das eine mehrjährige Vorbereitungszeit“, fügte er hinzu. Wenn die Demokraten das Weiße Haus zurückerobern, wird diese Entscheidung höchstwahrscheinlich wieder rückgängig gemacht werden. Donald Ludwig

  • Aus privaten Sammlungen: Eine gefährliche Fälschung

    Am 29. Mai 1945 wurde durch den Beirat der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) der Neudruck von auf Schilling lautenden Banknoten beschlossen. Wegen der Dringlichkeit wurde auf die vorhandenen Klischees der letzten Ausgabe der Schillingnoten der ersten Republik zurückgegriffen. Die Scheine wurden ab dem 13. Dezember 1945 in Umlauf gesetzt. Die Banknote zu 100 Schilling der Ausgabe 1945, die auf dem 1927 in Umlauf gesetzten Entwurf von Wilhelm Dachauer basierte, wurde in der Wertpapierdruckerei der Oesterreichischen Nationalbank in Wien im Offsetdruck hergestellt, der nur einen eingeschränkten Schutz gegen Fälschungen bot, zumal Papier ohne Wasserzeichen verwendet wurde. Im Spätherbst 1946 tauchten in größerem Umfang Fälschungen der 100-Schillingnote auf. Mitte Dezember 1946 hatte die OeNB in Wien und ihren Zweiganstalten bereits über 800 Fälschungen angehalten, die als Typ 1 und 2 bezeichnet wurden. Den Ursprung der Fälschungen vermutete die Bank im italienischen Südtirol, da viele davon bei der Zweigniederlassung der OeNB in Innsbruck aufliefen. Anfang Dezember 1946 reiste Bankdirektor Eugen Kaniak selbst nach Innsbruck, um sich dort persönlich über die Situation zu informieren. Er konnte erreichen, dass österreichische Kriminalbeamte nach Südtirol fahren und vor Ort Nachforschungen anstellen konnten, die aber ergebnislos verliefen, die Fälscher blieben unentdeckt. Die OeNB gab Merkblätter (Zirkulare) heraus, um das Publikum vor den auftretenden Fälschungen zu warnen. Die darin beschriebenen Abweichungen der Fälschung vom Original waren jedoch so "feinsinnig", dass sie für die Erkennung der Fälschungen im täglichen Umlauf nicht brauchbar waren. Zirkular der Oesterreichischen Nationalbank über gefälschte Banknoten zu 100 Schilling. Bankhistorisches Archiv der OeNB, Wien. Für den Zahlungsverkehr war diese Situation bedrohlich, weil die 100-Schillingnote die wichtigste Note im Geldumlauf war und jederzeit mit neuen Fälschungen gerechnet werden musste. Tatsächlich tauchten im Frühjahr 1947 weitere Fälschungen auf, deren Anzahl in den kommenden Monaten immer weiter anstieg. Die OeNB plante, die umlaufenden Noten zu 100 Schilling einzuziehen und gegen neue Scheine auszutauschen. Bereits im Dezember 1946 war die Staatsdruckerei Wien beauftragt worden, eine sogenannte Ersatznote zu 100 Schilling in einer Auflage von 10 Millionen Exemplaren herzustellen, die sich von der umlaufenden Banknote nur durch eine Allonge mit der Aufschrift „Zweite Auflage“ unterschied. Im Januar 1947 hatte die OeNB zudem einen Auftrag für den Neudruck einer 100-Schilingnote an die Banknotendruckerei Bradbury, Wilkinson & Co (BWC) in New Malden, England. Die im Dezember 1947 durchgeführte zweite Währungsreform überholte den geplanten Austausch – die 100 Schillingnoten der Ausgabe vom 29. Mai 1945 wurden mit Ablauf des 24. Dezember 1947 wertlos. Tatsächlich sind die vermutlich in Südtirol hergestellten Fälschungen außerordentlich gut gemacht und im äußerlichen Gesamteindruck von den echten Banknoten nur sehr schwer zu unterscheiden. Da beim Papier der Originalscheine verschiedene Sorten verwendet wurden, musste ein leicht abweichendes Papier der Fälschung insbesondere bei gebrauchten Scheinen nicht auffallen. Den Fälschern müssen eine hochwertige Offset-Druckmaschine sowie hochwertige Druckfarben zur Verfügung gestanden haben. Auch die Schnittkanten der Scheine sind akkurat ausgeführt. Erkennbar sind die Fälschungen jedoch anhand der Serien- und Kontrollnummern auf der Rückseite der Scheine – diese wurden auf den Fälschungen mit einem Paginierstempel aufgebracht. Für das geübte Auge ist die Abweichung des Ziffernschnitts der Nummern vom Original sofort erkennbar. Im Vergleich mit Originalschein wundert es nicht, dass die Oesterreichische Nationalbank die Fälschungen als gefährlich einstufte und einen Neudruck der Wertstufe zu 100 Schilling in Auftrag gab, um bei einem weiteren Anwachsen der Fälschungen im Zahlungsverkehr gewappnet zu sein. Weiterführende Literatur: https://www.geldschein.at/schilling-faelschungen-der-ausgaben-von-1945-und-1947.html Objekttyp: Banknotenfälschung Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: zeitgenössische Fälschung (Typ 1) Land/Region/Ort: Österreich Emittent: Oesterreichische Nationalbank Nominal: 100 Schilling Datierung: 29.Mai 1945 Vorderseite: dunkelviolett auf grau-grünem Unterdruck, Frauenkopf (Allegorie der Wissenschaften), Ornamente, Abbildung einer Eule (Symbol der Weisheit) Rückseite: dunkelviolett auf grau-grünem Unterdruck, Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Wien, vier Symbole der Wissenschaften: oben links Philosophie, oben rechts Theologie, unten links Medizin, unten rechts Jurisprudenz Unterschrift: Dr. Viktor Kienböck, Eugen Kaniak und Dr. Franz Bartsch Material: Papier ohne Wasserzeichen Format: 162 mm x 85 mm Druck: vermutlich in einer Fälscherwerkstatt in Südtirol Nummerierung: Serie 7995 Kontrollnummer 02436 Umlauf: ab ca. November 1946 bis 24. Dezember 1947 Zitate: zu Kodnar/Künstner 223, Richter 268, Standard Catalogue of World Papier Money 118. Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "Aus privaten Sammlungen".

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Juli 2026, Teil 1

    Bangladesch, Belarus, Botswana, Ghana, Haiti, Mongolei, Nepal, Nigeria, Pakistan, Rumänien, Uganda, Ukraine BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Bangladesch 10 Taka, neue Auflage BNB B366b: wie BNB B366a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Rahman). Belarus 200 Rubles von 2026 BNB B149a: wie BNB B142 (SCWPM 42), aber mit neuer Unterschrift (Golowtschenko), taktilen Linien am rechten und linken Rand der Vorderseite, einem gefensterten, holografischen Sicherheitsfaden mit entmetallisiertem Br200, neuem Jahr und neuer Druckerei (Gosnak). Botswana 20 Pula von 2024 BNB B125i: wie BNB B125h (SCWPM 31), aber mit neuen Unterschriften (Gaolathe/Dekop), neuem Jahr und einem Glanzlackstreifen auf der Rückseite. 50 Pula von 2024 BNB B126f: wie BNB B126e (SCWPM 32), aber mit neuen Unterschriften (Gaolathe/Dekop), neuem Jahr und einem Glanzlackstreifen auf der Rückseite. Ghana 50 Cedis vom 01.08.2025 BNB B159c: wie BNB B159b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Johnson Pandit Asiama) und neuem Datum (1st AUGUST 2025). 100 Cedis vom 01.08.2025 BNB B160c: wie BNB B160b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Johnson Pandit Asiama) und neuem Datum (1st AUGUST 2025). Haiti 500 Gourdes von 2023 BNB B850i: wie BNB B850h (SCWPM 277), aber mit neuem Jahr in brauner Druckfarbe und Unterschriftstitel über den Unterschriften. Mongolei 100 Tögrög von 2025 BNB B442b: wie BNB B442a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Lkhagvasuren) und neuem Jahr. Nepal 500 Rupees von 2025 BNB B292c: wie BNB B292b (SCWPM 81), aber mit neuer Unterschrift (Poudel) und neuem Jahr. Nigeria 1000 Naira von 2026 BNB B246h: wie BNB B246g (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Pakistan 10 Rupees von 2026 BNB B231aa: wie BNB B231z (SCWPM 45), aber mit neuem Jahr. 20 Rupees von 2026 BNB B233z: wie BNB B233y (SCWPM 55), aber mit neuem Jahr. 50 Rupees von 2026 BNB B234y: wie BNB B234x (SCWPM 47), aber mit neuem Jahr. 1000 Rupees von 2026 BNB B238aa: wie BNB B238z (SCWPM 50), aber mit neuem Jahr. 5000 Rupees von 2026 BNB B239v: wie BNB B239u (SCWPM 51), aber mit neuem Jahr. Rumänien 10 Lei vom 01.02.2026 BNB B288f: wie BNB B288e (SCWPM 119), aber mit neuen Unterschriften (Isarescu/Tolici), neuem Datum (1 februarie 2026) und neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). 200 Lei vom 01.02.2026 BNB B291i: wie BNB B291h (SCWPM 122), aber mit neuen Unterschriften (Isarescu/Tolici), neuem Datum (1 februarie 2026) und Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Uganda 1000 Shilingi von 2025 BNB B154i: wie BNB B154h (SCWPM 49), aber mit neuem Jahr. 2000 Shilingi von 2025 BNB B155i: wie BNB B155h (SCWPM 50), aber mit neuem Jahr. Ukraine 100 Griwna von 2026 BNB B868a: wie BNB B856 (SCWPM 126), aber mit dem akteullen Motto der Ukraine „СЛАВА УКРАЇНІ! ГЕРОЯМ СЛАВА!“ („EHRE DER UKRAINE! EHRE DEN HELDEN!“) auf der Rückseite und neuem Jahr. Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)

  • Die Salomonen geben eine 50-Dollars-Polymergedenkbanknote heraus

    Am 18. Juni 2026 gab die Zentralbank der Salomonen (CBSI) anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens und ihres Engagements für den Inselstaat eine neue 50-Dollars-Gedenkbanknote heraus. Die Banknote wurde offiziell im Konferenzsaal des Heritage Park Hotels in Anwesenheit hochrangiger Gäste, führender Vertreter des Finanzsektors und des CBSI-Vorstands vorgestellt. Premierminister Mathew Cooper Wale und Finanz- und Schatzminister Gordon Darcy Lilo waren die Hauptredner der Veranstaltung. Diese Gedenkbanknote würdigt die Geschichte der CBSI. Von traditionellen Zahlungsmitteln bis hin zum modernen Finanzsystem von heute spiegelt sie wider, wie weit die Salomonen als Nation gekommen sind und wohin ihr Weg in Zukunft führt. Die neue Banknote behält das bekannte Format, die grüne Farbgebung und die wesentlichen künstlerischen Motive der derzeit im Umlauf befindlichen 50-Dollars-Banknote bei, verfügt jedoch über neue Merkmale, fortschrittliche Polymer-Technologie und modernisierte Sicherheitsmerkmale: Sie ist auf einem strapazierfähigen Polymersubstrat (Safeguard® von DLR) gedruckt. Ein auffälliges neues transparentes Fenster zeigt den Kopf eines Adlers und den Schriftzug „CBSI 50“ über dem offiziellen CBSI-Bokolo-Logo. Links neben dem Staatswappen befindet sich ein rundes, goldenes Patch mit der Aufschrift „1976 CBSI 2026“. Auf der Rückseite ist das Gebäude der Zentralbank abgebildet, und sie veranschaulicht die historische Entwicklung des Geldwesens auf den Salomonen – von traditionellem Muschelgeld bis hin zu modernen digitalen Zahlungsmitteln. Unterhalb des Zentralbankgebäudes befindet sich der Schriftzug „COMMEMORATING CBSI GOLDEN JUBILEE 1976 – 2026“ („ZUM GEDENKEN DES GOLDENEN JUBILÄUMS DER CBSI 1976 – 2026“). Taktile Punkte helfen sehbehinderten Nutzern, den Nennwert zu erkennen. Die neue Gedenkbanknote, die in einer Auflage von einer Million Stück ausgegeben wird, wird parallel zur derzeit im Umlauf befindlichen 50-Dollars-Banknote im Umlauf sein. Beide Banknoten wurden von DLR gedruckt. Donald Ludwig (polymernotes.com)

  • Die Gutscheine der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft in Brasilien

    Die österreichische Auslands-Siedlungsgesellschaft m.b.H. wurde durch Andreas Thaler und andere am 29. März 1933 in Wien gegründet und verfügte über eine Zweigstelle in Innsbruck. Thaler wurde mit Einzelprokura ausgestattet. Dies ermöglichte ihm, Liegenschaften im Ausland zu erwerben. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1959 aufgelöst. Zweck der Siedlungsgesellschaft war die Organisation von Auswanderung und der Aufbau von Siedlungen, hauptsächlich für Tiroler Bauern, um der Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise der 1930er Jahren zu entgehen. Bild 1: Porträt (Öl auf Leinwand) des österreichischen Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft Andreas Thaler (1883-1939) aus dem Andreas-Thaler-Haus in Treze Tilias (Brasilien). Präsident der Auslands-Siedlungsgesellschaft war Andreas Thaler (geboren am 10. September 1883 in Oberau in der Wildschönau in Tirol; verstorben am 28. Juni 1939 in Dreizehnlinden, Brasilien).[1] Von 1914 bis 1919 war er Gemeindevorsteher von Oberau und ab 1919 Abgeordneter im Tiroler Landtag. Von 1919 bis 1921 fungierte er als Obmann des Tiroler Antisemitenbundes. 1929 bis 1932 war er Obmann des Reichsbauernbundes. 1927 bis 1933 war er Nationalratsabgeordneter für die Christlichsoziale Partei. Vom 15. Januar 1926 bis 4. Mai 1929 und vom 30. September 1930 bis zum 18. März 1931 war er in fünf Kabinetten Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Als Bauernsohn kannte Thaler die Nöte der einfachen Bauern in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts nur zu gut. Die Weltwirtschaftskrise brachte Arbeitslosigkeit, die nicht aufhören wollende Inflation seit den 1920er Jahren, die Tausend-Mark Sperre Hitlers[2], die den schon damals wichtigen österreichischen Tourismus 1933 zum Erliegen brachte und die strenge Erbfolge der Tiroler Bauern, nach der der erstgeborene Sohn den Hof erbte und die anderen Geschwister leer ausgingen waren allgegenwärtige Sorgen. 1931 trat Thaler aus der Bundesregierung aus und widmete sich ganz der Aussiedlungsfrage. Er bereiste fast ganz Südamerika um geeignetes Siedlungsgebiet für seine Bauern zu finden. Auch hielt er viele Vorträge in Tirol und Vorarlberg, um für seine Siedlungsgesellschaft zu werben. Das Gebiet des späteren Dreizehnlinden in Brasilien stand nach Thalers Südamerikareise ganz oben auf der Liste. Ausschlaggebend waren für ihn die wenigen Kindergräber auf den Friedhöfen, denn Gelbfieber war damals in Südamerika eine große Plage. Zudem lag das Gebiet auf 700 bis 1.300 Meter Höhe, war hügelig und die Temperatur war ähnlich der in Südtirol und im Welsch-Tirol (heutiges Trentin). Entscheidend für Thaler war auch die niedrige Bevölkerungsdichte des Landes mit nur fünf Menschen pro Quadratkilometer sowie die Eisenbahnanbindung an die großen Städte. Außerdem gab es in dieser Gegend schon weitere deutschsprachige Auswanderer. Seitens der brasilianischen Regierung erhielt Thaler jede Unterstützung, man war gerne bereit Österreicher aufzunehmen. Auf seiner Reise durch den Bundesstaat Santa Catarina[3] wurde Thaler vom österreichischen Konsul Walther von Schuschnigg[4] beraten. Schuschnigg schlug eine Siedlungsmöglichkeit in der Kolonie Sao Bento vor, nahe der Eisenbahnstation von Barra do Sao Bento, dem heutigen Itapui. Diese Kolonie wurde von Jose Schneider verwaltet. In der 1928 gegründeten Siedlung lebten 300 überwiegend deutschkatholische Familien, Deutschbrasilianer, Reichsdeutsche, Österreicher, Russlanddeutsche und Schweizer. Ausgestattet mit 500.000 Schilling von der Dollfuß-Regierung konnte Thaler ein Gebiet von 52 Quadratkilometern im vorgeschlagenen Gebiet kaufen. Bild 2: Siedlungsgebiet Dreizehnlinden. Am 08. September 1933 machten sich die ersten Auswanderer über den Hafen Genua auf die Reise und erreichten am 18. September 1933 Rio de Janeiro. Von dort erfolgte die beschwerliche Weiterfahrt ins Zielgebiet. Am 13. Oktober 1933 wurde Dreizehnlinden offiziell gegründet. Die Gemeinde war anfänglich streng genossenschaftlich strukturiert. Andreas Thaler wurde bei der Namensfindung für die neue Siedlung durch das Buch von Friedrich Wilhelm Weber „Dreizehnlinden“[5] inspiriert. In diesem Epos geht es um christliche Missionierung und um den Niedergang des Heidentums. Das passte zu seinem katholischem Wertesystem und war der perfekte Name für die neue Siedlung. Die ersten Jahre waren für die Neuankömmlinge sehr beschwerlich. Es warteten schwere Arbeit, ein wider Erwarten ungewohntes Klima, viele Entbehrungen und natürlich Heimweh. Aber es ging langsam voran. Bild 3: Die ersten Siedler hausten in diesen Baracken. Bild 4: Dreizehnlinden in den frühen Siedlungsjahren. Das vorhandene brasilianische Bargeld musste in erster Linie für den An- und Ausbau der Siedlung verwendet werden. Der Bargeldmangel belastete jedoch zunehmend den wirtschaftlichen Aufstieg der Gemeinde. Deshalb wurde ein Gutscheinsystem eingeführt, das auf geleisteter Gemeinschaftsarbeit basierte. Die Gutscheine waren außerhalb der Siedlung wertlos und innerhalb der Siedlung eine Art Ersatzwährung. Sie dienten vermutlich als Tauschmittel, um Lebensmittel, Alltagsprodukte und Ähnliches zu erwerben. Folgende Gutscheine sind bekannt:[6] Eine halbe Stundenschicht ohne gedruckte Unterschrift, Format 105 x 65 mm Eine ganze Stundenschicht ohne gedruckte Unterschrift, Format 110 x 70 mm Eine halbe Tagschicht mit gedruckter Unterschrift Andreas Thaler, Format 111 x 71 mm Eine ganze Tagschicht mit gedruckter Unterschrift Andreas Thaler, Format 119 x 75 mm Bild 5.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Stundenschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 5.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Stundenschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 6.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Stundenschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 6.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Stundenschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 7.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Tagschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 7.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine halbe Tagschicht ohne Datum, Rückseite. Bild 8.1: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Tagschicht ohne Datum, Vorderseite. Bild 8.2: Gutschein der österreichischen Auslands-Siedlungsgesellschaft für eine ganze Tagschicht ohne Datum, Rückseite. Die farbig gestalteten Gutscheine weisen auf den Vorderseiten die Arbeitsleistung auf und die Rückseiten zeigen verschiedene landwirtschaftliche Motive. Alle Gutscheine sind auf Papier ohne Wasserzeichen und ohne Kontrollnummer ausgeführt. Ausgegeben wurden sie nach bislang bekannten Informationen in den Jahren 1934 bis 1935. Sie sollen in Österreich, vermutlich in Innsbruck gedruckt worden sein. Eine Druckerei ist allerdings nicht bekannt. Für den Aufbau der Gemeinde und aufgrund der genossenschaftlichen Organisation müssen sehr viele Arbeitsstunden geleistet worden sein, folglich dürften in den Anfangsjahren viele Gutscheine Verwendung gefunden haben. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt. Heute sind diese Stücke sehr selten und kaum erhältlich. Der Autor hatte seine Exemplare vor Jahren in Brasilien erworben. Eine aktuelle Bewertung kann für die wenigen bekannten Exemplare nicht abgegeben werden. Es dürften sich um Liebhaberpreise handeln, wenn solch ein Gutschein doch einmal angeboten werden sollte. Ein Landlos von 20 ha kostete die Siedler seinerzeit 1.500 Schilling, das abbezahlt werden musste. Auch das bereitgestellte Vieh musste gekauft werden. Eine Familie bekam zunächst höchstens 20 ha Land zugewiesen. Zwei mittlere Kühe kosteten 300 bis 400 Milreis (damals 130 bis 170 Schilling). Ein Arbeiter verdiente pro Tag 2 Milreis[7]. Unbemittelte Siedler mussten so lange in der Gemeinschaftssiedlung arbeiten, bis sie die Mittel zum Ankauf einer eigenen Kolonie aufbringen konnten. Das bedeute einen hohen Anteil an gemeinschaftlicher Arbeit. Und heute? Brasilien trat 1942 auf Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg ein. Die Regierung unter dem davor deutschfreundlichen Präsidenten Vargas änderte nun ihre Politik grundsätzlich. Die Verwendung der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit wurde verboten. Das Land der Siedler wurde enteignet und Dreizehnlinden in Papuan umbenannt. Am 29. April 1963 wurde Dreizehnlinden wieder zur selbstständigen Gemeinde erklärt. Auch der ursprüngliche Name wurde wieder eingeführt, allerdings nun offiziell in der portugiesisch-sprachigen Version als "Treze Tilias". Bild 9: Wappen von Treze Tilias – Das brasilianische Tirol. Bis in die 1980er Jahre fristete man in Treze Tilias ein eher kärgliches Dasein, da die Straße in die nahe gelegene Stadt Joaçaba sehr schlecht und damit der Absatz für landwirtschaftliche Produkte erschwert war. Erst mit der Verbesserung von Infrastruktur, der Anbindung an das überörtliche Straßennetz und der Gründung der Molkerei Tirol im Jahr 1975 erhielt die Gemeinde einen bedeuteten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Firma Tirol ist inzwischen die zweitgrößte Molkerei in Brasilien, der größte Betrieb des Ortes und einer der größten der ganzen Region. Das zweite Standbein der Gemeinde Treze Tilias ist der Tourismus. Jährlich Mitte Oktober feiert die Gemeinde ein Tirolerfest zur Erinnerung an die österreichischen Einwanderer. Bild 10: Tirolerfest in Treze Tilias. An die österreichische Tradition erinnern insbesondere das weit verbreitete Kunsthandwerk der Holzbildhauer sowie die Tiroler Musikkapelle Dreizehnlinden, die Schuhplattlergruppe, die Volkstanzgruppe, viele Häuser im Tiroler Baustil, die Edelweiß-Bar, das Rathaus, die vielen Blumen an den Ortseinfahrten und im Zentrum sowie Hotels und Gebäude im alpenländischen Stil. Besuchen Sie einmal die Webseite von Treze Tilias[8]. Sie gibt es natürlich auch deutschsprachig. Bild 11: Rathaus von Treze Tilias. Die Bewahrung von Tradition, Herkunft und Sprache, dem großen Ziel von Andreas Thaler, ist sehr gut gelungen. Zwischen Treze Tilias und der alten Heimat Tirol, insbesondere nach Wildschönau[9] [10] bestehen Partnerschaften, die intensiv gepflegt werden. Sollten Sie einmal die Gelegenheit haben in Brasilien zu sein, dann kann ich einen Besuch von Treze Tilias nur empfehlen. Eigentlich wollte ich nur kurz diese seltenen Gutscheine vorstellen, aber nun ist doch ein längerer Text entstanden. Es gäbe noch sehr viel mehr zu erzählen: von der Zeit vor 90 bis 100 Jahren, von der Aufbauzeit in Brasilien und von der heutigen Zeit. Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick geben und vielleicht Neugier auf mehr wecken. Thomas van Eck Anmerkungen [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Thaler [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Tausend-Mark-Sperre [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Catarina [4] https://www.vienna.at/die-oesterreicher-in-brasilien/3966571 [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Dreizehnlinden_(Friedrich_Wilhelm_Weber) [6] Sammlung des Autors [7] https://de.wikipedia.org/wiki/Milreis [8] https://www.trezetilias.com.br/deutsch [9] https://www.wildschoenau.com/de [10] https://www.wildschoenau.gv.at/gemeinde-wildschoenau/unser-tal/partnergemeinde-dreizehnlinden

  • Zwei aktuelle Veröffentlichungen der Oesterreichischen Nationalbank

    Die Oesterreichische Nationalbank 1925 – Aufbruch in eine neue Zeit 64 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Format 21 x 25 cm, Broschur. Oesterreichische Nationalbank, Wien, 2025. Zu bestellen über das Geldmuseum der OeNB: geldmuseum@oenb.at Es war einmal … DER SCHILLING 80 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Format 21 x 25 cm, Broschur. Oesterreichische Nationalbank, Wien, 2025. Zu bestellen über das Geldmuseum der OeNB: geldmuseum@oenb.at Die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) pflegt ihre Geschichte. Am Hauptsitz Otto-Wagner-Platz in Wien unterhält die Bank neben dem Bankhistorischen Archiv das Geldmuseum mit zahlreichen Ausstellungsstücken aus der hauseigenen Sammlung. Der Eintritt ist frei, ein Besuch lohnt sich. Daneben veranstaltet die Bank dort, sowie in ihrer letzten noch verbliebenen Zweiganstalt in Innsbruck regelmäßig wechselnde Sonderausstellung, zu denen auch Publikationen herausgegeben werden. 2025 war man aus Anlass des 100jährigen Jubiläums sowohl der Einführung der Schillingwährung in Österreich als auch des Bezugs des neuen Bankgebäudes am Otto-Wagner-Platz besonders rege: Im Oktober 2025 fand im historischen Kassensaal der Bank, leider nur für wenige Tage, die Sonderausstellung „1925 – Aufbruch in eine neue Zeit“ statt. Bereits im August war in den Räumen des Geldmuseums die Sonderausstellung „Es war einmal … DER SCHILLING“ eröffnet worden, die bis Anfang Juli 2026 lief. Anlässlich beider Ausstellungen erschien jeweils eine gedruckte Publikation, die hier kurz vorgestellt werden sollen. Das im März 1925 eröffnete neue Bankgebäude markierte einen Wendepunkt in der österreichischen Architektur. Ursprünglich war es als Nebengebäude eines monumentalen Palastes der Oesterreichisch-ungarischen Bank geplant worden und sollte lediglich die Wertpapierdruckerei der Bank aufnehmen. Die Arbeiten am Bankpalast wurden infolge des Kriegsbeginns nicht mehr realisiert und waren nach dem Ersten Weltkrieg infolge der Auflösung der Bank obsolet geworden. Das teilweise bereits fertig gestellte Nebengebäude wurde von 1923 bis 1925 nach den Plänen der Architekten Rudolf Eisler und Ferdinand Glaser zum Hauptsitz der neugegründeten OeNB umgebaut. Es markiert durch seine nüchterne und funktionale Gestaltung mit zurückhaltenden geometrischen Dekorationselementen den Höhepunkt der Kunstrichtung der „Neuen Sachlichkeit“, die als Bau- und Kunststil nach dem Ersten Weltkrieg auch in Österreich Einzug hielt. Auch die Erstausgabe der neuen Schillingnoten war von dieser Kunstrichtung geprägt. Sie zog viel Kritik auf sich, insbesondere hinsichtlich der Porträtabbildungen auf der Vorderseite, so dass schon 1925 ein Künstlerwettbewerb für eine zweite Banknotenserie ausgerufen wurde. Überhaupt war die Einführung der Schillingwährung in Österreich von zahllosen wirtschaftlichen Herausforderungen begleitet. Dennoch etablierte sich die Währung, die ab 1927 in den Umlauf gegebene Banknotenserie fand in der Öffentlichkeit Akzeptanz. Im Dezember 1945 erlebte der Schilling seine Wiedergeburt, und erst 2002 verabschiedete er sich im Zuge der Euroeinführung auch in Österreich – nicht vollständig, da die Münzen und Banknoten der letzten Ausgabe unbegrenzt umtauschbar bleiben. Beide Publikationen ergänzen sich und überzeugen durch sehr fundiert recherchierte und interessant geschriebene Texte sowie zahlreiche Abbildungen. In der Broschüre „1925 – Aufbruch in eine neue Zeit“ erhält der Leser neben vielen wertvollen Informationen rund um die Ausgabe der ersten Schillingnoten sowie der Folgeserie Einblicke in die künstlerische Gestaltung des Bankgebäudes zum Zeitpunkt seiner Eröffnung, und lernt ausgewählte Bilder österreichischer Künstler aus der Kunstsammlung der Bank kennen, die einen umfassenden Eindruck vermitteln, wie die Gestaltungen des Gebäudes zum Zeitpunkt seiner Eröffnung künstlerisch einzuordnen ist. Den Banknotensammler erfreuen neben den Abbildungen der Geldscheine der ersten Schillingserie von 1925 unter anderem bisher unveröffentlichte Entwürfe für die Banknoten der zweiten Serie aus dem Künstlerwettbewerb von 1925. Die Publikation „Es war einmal … DER SCHILLING“ enthält darüber hinaus zahlreiche weitere Informationen über die durch die OeNB seit 1925 ausgegebenen Banknoten sowie Abbildungen, Fotos und Dokumente aus 70 Jahren Schillingwährung. Auch einige Fälschungen von Schillingnoten sind darunter. Wer sich für österreichisches Papiergeld interessiert, wird beide Publikationen mit viel Freude lesen. Sie werden durch die OeNB kostenfrei abgegeben, solange verfügbar. Dr. Sven Gerhard

  • Geldscheinporträts: Immanuel Kant – "Der große Zerstörer im Reiche der Gedanken"

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Immanuel Kant Zur Person: Philosoph ​Nationalität: Deutsch ​Lebensdaten: 22. April 1724 – 12. Februar 1804 ​Geburtsort: Königsberg i. Pr. ​Sterbeort: Königsberg i. Pr. Immanuel Kant, Porträt um 1790, möglicherweise von Elisabeth von Staegemann (1761–1835). Immanuel Kant revolutionierte die Philosophie. Was er in seinen Schriften niederlegte, bildete eine Zäsur, von der sich das Denken bis heute nicht erholt hat – im besten Sinne. Noch heute wird die deutsche Philosophie in eine Phase vor und nach Kant eingeteilt. Heinrich Heine adelte ihn als „großen Zerstörer im Reiche der Gedanken“. Sein Leben hingegen hatte wenig von dem eines Revolutionärs. Er hat seine Geburtsstadt Königsberg in Ostpreußen nie verlassen. Während sein Denken die Welt erschütterte, war sein Alltag von einer fast pedantischen Regelmäßigkeit geprägt. Die Bürger Königsbergs sollen ihre Uhren nach seinen täglichen Spaziergängen gestellt haben, so pünktlich war der Professor in seinen Gewohnheiten. Seine bedeutendste Errungenschaft war wohl die sogenannte „kopernikanische Wende“ in der Erkenntnistheorie. Fast zehn Jahre widmete sich Kant seinem Monumentalwerk „Kritik der reinen Vernunft“. 1781 war es fertiggestellt. Das Resultat bezeichnete Kant selbst als „Revolution der Denkungsart“. Er stellte darin die bis dahin gängige Auffassung völlig auf den Kopf: Wir erkennen die Welt nicht, wie sie an sich ist, sondern wie sie uns durch die Strukturen unseres Verstandes erscheint. Er bricht damit mit dem Rationalismus und erwachte, wie er in seinem Vorwort schrieb, durch die Lektüre von Werken David Humes aus dem „dogmatischen Schlummer“. Nachdem er sich durch Rezensenten missverstanden fühlte, verfasste er ein erläuterndes und einleitendes Werk zur „Kritik der reinen Vernunft“, die „Prolegomena“. 1787 veröffentlichte er eine zweite und überarbeitete Auflage seiner Kritik. Ebenso bedeutsam war seine Moralphilosophie, die er vor allem in seiner zweiten Kritik, der „Kritik der praktischen Vernunft“ von 1788, dargelegt hat. Der kategorische Imperativ – „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ – gehört bis heute zu den unverzichtbaren Grundlagen ethischen Denkens. Kant befreite die Moral von äußeren Autoritäten und gründete sie auf die Vernunft selbst. Königsberg i. Pr., Ostpreußen, Notgeldschein, 100 Mark vom 30.09.1922. Vorderseite: Ansicht Königsbergs mit Blick über den Schlossteich zum Königsberger Schloss, das 1944/45 schwer beschädigt wurde, nach dem Krieg verfiel und 1968 auf Anweisung Leonid Breschnews restlos abgetragen wurde. Königsberg i. Pr., Ostpreußen, Notgeldschein, 100 Mark vom 30.09.1922. Rückseite: Büste Immanuel Kants mit Früchtekranz, links und rechts Engelfiguren mit brennenden Kerzen. Auch politisch war Kant alles andere als zurückhaltend. Die Französische Revolution begrüßte er ausdrücklich als Fortschritt der Menschheit. Diese Haltung behielt er bei, auch als nach 1786 Friedrich Wilhelm II. die Regierung übernahm und Kant mit Sanktionen rechnen musste. Trotz zunehmender Zensur veröffentlichte Kant in dieser Zeit seine religionsphilosophischen Schriften. Nach ihnen lässt Gott sich nicht logisch beweisen, da Gott kein Gegenstand möglicher Erfahrung ist. Doch konsequentes moralisches Handeln ist nicht möglich ohne den Glauben an Gott. Daher ist die Moral das Ursprüngliche und die Religion erklärt die moralischen Pflichten als göttliche Gebote. Kant hat nie geheiratet, keine Kinder, keine weiten Reisen unternommen. Sein Leben spielte sich in einem Radius von wenigen Kilometern ab. Und doch reicht sein Einfluss bis in die entferntesten Winkel der modernen Welt. Keine ethische Debatte, keine erkenntnistheoretische Diskussion in der Philosophie kommt an ihm vorbei. Der Mann, der Königsberg nie verließ, hat die Grenzen des menschlichen Denkens neu vermessen. Elias Heindl Literatur/Quellen: Heinrich Heine (1834): Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. In: Der Salon, Band 2, 1835. (aufgerufen über: https://www.projekt-gutenberg.org/heine/religion/religion.html, zul. am 18.12.2025) https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant Jürgen Kaube: Wider die Selbstverkleinerung des Geistes. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2024 (aufgerufen über: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/immanuel-kant-der-alleszermalmer-wurde-heute-vor-300-jahren-geboren-19664507.html, zul. am 17.12.2025) Manfred Kühn (2001): Kant. A Biography. Cambridge University Press

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