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- Spaniens letzte Banknotenserie
500 Jahre Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1992 jährte sich zum 500. Mal der Jahrestag der Neuentdeckung Amerikas. Der Rat der Banco de España nahm dieses Ereignis zum Anlass, Ende der 1980er Jahre die Planung für die Ausgabe einer neuen Banknotenserie in Angriff zu nehmen. Dabei wurde den veränderten Verhältnissen Rechnung getragen. Durch Ausgabe von Münzen zu 100, 200 und 500 Pesetas konnte bei der neuen Serie auf diese Werte verzichtet werden. Andererseits war absehbar, dass Banknoten mit einem höheren Nennwert als 10.000 Pesetas benötigt würden. Hauptziel der Reform des Banknotensystems war die Verkleinerung und Vereinheitlichung der Banknotenformate, eine moderne Gestaltung und ein besserer Fälschungsschutz. Ferner sollten die neuen Noten maschinell bearbeitet werden können. Das Format des Scheins zu 1000 Pesetas, dem nun niedrigsten Wert, diente mit 130 mm x 65 mm als Basisgröße. Die nächstfolgenden Nominale wuchsen jeweils um 8 mm in der Länge und 3 mm in der Höhe. Die Banknoten der neuen Serie entstanden in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei in Berlin. Der international angesehene Grafiker Reinhold Gerstetter fertigte die Entwürfe an. Die Gravur der Druckplatten und den Druck besorgt die Fábrica Nacional de Moneda y Timbre (FNMT), die auch das Wertzeichenpapier aus der eigenen Papierfabrik in Burgos bezog. Die vorherrschenden traditionellen Farben wurden bei den Nominalen beibehalten: Grün für 1000 Pesetas; Orange/Rot für 2000 Pesetas; Hellbraun für 5000 Pesetas und Blau für 10.000 Pesetas. Auf die Ausgabe höherer Wert wurde verzichtet. Bei der allgemeinen Gestaltung der Scheine beschritt man einen neuen Weg. Während die Vorderseiten im Längsformat ausgeführt sind, wählte man für die Rückseite das Hochformat. Bild 1.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Vorderseite. Mit Ausgabedatum 24. April 1992 setzte die Banco de España die 2000-Pesetas-Note im Mai 1993 in Umlauf. Die Vorderseite wird vom Brustbild des spanischen Universalgelehrten José Celestino Bruno Mutis y Bosio [* 6. April 1772 in Cadiz; † 11. September 1808 in Bogóta] dominiert. Er war Priester, Botaniker, Geograph, Mathematiker, Arzt und Lehrer an der Universidad del Rosario in Santafé de Bogotá. Als er 1760 nach Kolumbien ging, ahnte niemand, dass er einer der wichtigsten Botaniker seiner Zeit werden würde, dem auch der Forschungsreisende Alexander Freiherr von Humboldt 1801 seine Referenz in Bogóta erwies. Mutis Interesse galt vor allem der südamerikanischen Flora und der Kultivierung von Wildpflanzen. Neben dem Porträt zeigt der Hintergrund eine Karte Amerikas und bereits halb auf dem Schaurand eine Rosette. Sie ist perfekt abgestimmt mit dem Motiv auf der Rückseite. Die Gravur des Brustbildes übernahm Pablo Sampedro Molero. Als Vorlage diente eine Skizze, die Isabel Quintanilla nach dem Ölgemälde eines unbekannten Künstlers anfertigte, das sich in der Royal Academy of Medicine befindet. Bild 1.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Rückseite. Die Rückseite zeigt am unteren Rand die Puerta de Murillo, den Eingang zum botanischen Garten in Madrid, der bereits 1781 eingeweiht wurde. Über dem Tor eine große Rosette mit einem Zweig des Chichona-Baums. Hierbei handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) gehört. Sie kommt in Zentralamerika und im westlichen Südamerika vor. Einige Arten und Hybriden werden in tropischen Gebieten zur Gewinnung des vor allem als Malariamittel bekannten Chinins angebaut. Die Gravur der Rückseite besorgte Antonino Sánchez. Bild 1.3: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Wasserzeichen. Das Wasserzeichen auf dem Schaurand zeigt Fray Bartolomé de Las Casas [* 1474 oder 1484 in Sevilla; † Juli 1566 in Madrid]. Er war ein spanischer Encomendero[1] und Philosoph, der sich als Historiker und Sozialreformer einen Namen machte. Er kam als Laie nach Hispaniola und wurde später Dominikanermönch und Priester. Bild 1.4: Unterschriften. Seine umfangreichen Schriften, von denen die berühmtesten „Brevísima relación de la destrucción de las Indias“ und „Historia de Las Indias“ sind, berichten über die ersten Jahrzehnte der Kolonialisierung der spanischen Antillen. Darin beschreibt er die Gräueltaten, die die Kolonisatoren gegen die indigene Völker verübten. Als erster Bischof von Chiapas wurde er zum „Beschützer der Indianer“. Die 2000-Pesetas-Note wurde schon bald verändert. Ein Vergleich beider Emissionen zeigt gravierende Unterschiede. Hält man den Schein gegen das Licht, wird bei der älteren Ausgabe ein grüner Sicherheitsfaden sichtbar, während bei der neueren ein breiterer, silberner Streifen mit wiederholender Schrift „DOS MIL“ zu erkennen ist; ferner verzichtete man auf der Vorderseite unten rechts auf die zweite grüne Kontrollzahl, dafür wurde eine leicht erhabene nicht lesbare Schrift am rechten Rand angebracht, wie sie auch die übrigen Werte dieser Serie aufweisen. Auf dem weißen oberen Schaurand der Rückseite fehlt nun die entsprechende Schrift, die Innenfläche der „Blume" ist jetzt dunkel ausgefüllt und der Hinweis auf die Druckanstalt „FÁBRICA NACIONAL DE MONEDA Y TIMBRE M“ wurde vom linken unteren Schaurand an den unteren mittleren Rand des Rückseitenbildes verlegt. Durch die leicht veränderte Farbgebung ist nun die Wiedergabe des Grundrisses im Unterdruck stellenweise nicht mehr erkennbar. Wurde bei der älteren Auflage der rötliche Druck durch orangefarbige Partien aufgelockert, so verzichtete man bei der Neuauflage weitgehend darauf. Besonders am Brustbild Mutis ist an der Stirn, den Augen und den Händen diese Modifikation gut zu erkennen. Sein Porträt scheint nun weniger lebendig. Ferner wirkt sich die Farbänderung auf die runde Guilloche in der rechten Scheinecke aus. Auch die Angabe des Emittenten "BANCO DE ESPAÑA" und die drei Unterschriften auf dem Schaurand waren ehemals verschiedenfarbig abgestuft und gingen von Orange in Rotbraun über. Bei der neuen Ausgabe ist dieser Teil nun vollständig rotbraun. Bild 2.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Vorderseite. Bild 2.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Rückseite. Am 27. September 1994 gelangte die 1000-Pesetas-Note in Umlauf gesetzt. Der Schein datiert vom 12. Oktober 1992. Das Datum erinnert an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, der am 12. Oktober 1492 auf der Karibikinsel San Salvador landete. Seit 1918 wird dieser Tag als Nationalfeiertag – als „Día de la Hispanidad“ (Tag der Hispanität) – in Spanien begangen. Bild 3.1: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Vorderseite. Auf der Vorderseite das Brustbild des Konquistadors Hernán Cortés de Monroy y Pizarro Altamirano, Marqués del Valle de Oaxaca [* 1485 in Medellín; † 2. Dezember 1547 in Castilleja de la Cuesta]. Mit Hilfe seiner indianischen Verbündeten eroberte er das Aztekenreich und dessen Hauptstadt Tenochtitlan. In den Jahren von 1521 bis 1530 war er Generalgouverneur von Neuspanien. Im Hintergrund wieder eine Landkarte von Amerika und einer Interpretation des aztekischen Motivs, dem Ballspieler von Chiapas. Bild 3.2: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Rückseite. Auf der Rückseite der zweite „große“ spanische Eroberer, Francisco Pizarro González [* 1476 oder 1478 in Trujillo, Extremadura; † 26. Juni 1541 in Ciudad de los Reyes, dem heutigen Lima], der das Inka-Reich für die spanische Krone in Besitz nahm. Am unteren Rand des Scheins wird die Kathedrale in Lima abgebildet, eine Gründung Pizarros. Bild 3.3: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Wasserzeichen. Das Porträt von Hernán Cortes wurde von Juan Carlos Heras Vicario gestochen, das von Francisco Pizarro von Alfredo Adán de Orz Sanz. Hält man den Schein gegen eine Lichtquelle, wird das Brustbild Montezumas [* um 1465; † 30. Juni 1520 in Tenochtitlán, Mexiko] als Wasserzeichen sichtbar. Er war der neunte Herrscher des Azteken-Reiches. Ebenso wie die Mutis-Banknote wurden auch die beiden Stichtiefdruckplatten der 1000-Pesetas-Note neu graviert. Dadurch wurde die Intensität der Farbgebung auf der Vorderseite erhöht, sodass sie dunkler erscheint, während die Veränderungen auf der Rückseite kaum auffallen. Die auffälligsten Unterschiede bestehen darin, dass bei der modifizierten Auflage das Augenlid von Cortés linkem Auge zerkratzt wirkt und unterhalb des Randes ein Gittermuster angebracht wurde. Im Gegensatz zu den Änderungen an den Banknoten von Mutis, erfolgte der Übergang vom älteren zum jüngeren Typ nicht zu einem einzigen Zeitpunkt. Dies wird deutlich, wenn man sich die Serien und Nummernkreise der beiden Typen ansieht. Bild 4.1: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Vorderseite. Wenige Wochen später, am 20. Dezember 1994, gelangte die Note zu 5000 Pesetas in Umlauf. Der Schein datiert ebenfalls vom 12. Oktober 1992. Das Brustbild Christoph Kolumbus [* um 1451 in der Republik Genua; † 20. Mai 1506 in Valladolid, Königreich Kastilien], der lange als Entdecker Amerikas galt, Vizekönig der neu zu entdeckenden Länder und Admiral des Ozeans (so seine Titel), wurde von Antonino Sánchez gestochen. Neben dem Brustbild wieder eine Landkarte Amerikas mit der Silhouette zweier Karavellen und den Figuren der Katholischen Könige (spanisch Reyes Católicos): Königin Isabella I. von Kastilien [* 22. April 1451 in Madrigal de las Altas Torres; † 26. November 1504 in Medina del Campo] und König Ferdinand II. von Aragón [* 10. März 1452 in Sos; † 23. Januar 1516 in Madrigalejo], der als Ferdinand V. auch König von Kastilien war. Der Herrschertitel Reyes Católicos wurde ihnen im Jahr 1496 von Papst Alexander VI. verliehen. Bild 4.2: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Rückseite. Die Rückseite bildet eine Rosette mit einem Ruder im Inneren sowie eine Armillarsphäre ab. Hierbei handelt es sich um ein astronomisches Gerät, das zur Darstellung der Bewegung von Himmelskörpern dient. Im Hintergrund, eine Karte von Juan de La Cosa [* um 1449, nach anderen Quellen 1460 in Santoña, Kantabrien; † 28. Februar 1510 in Cartagena, Kolumbien] und einer Karavelle. Juan de la Cosa war Anteilseigner der Santa Maria. Er begleitete Christoph Kolumbus als Kapitän auf der erster "Amerikafahrt". Um 1500 fertigte La Cosa eine vielbeachtete Weltkarte an. Diese „mappa mundi“ wurde erst im 19. Jahrhundert durch Alexander von Humboldt wiederentdeckt. Bild 4.3: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Wasserzeichen. Das Wasserzeichen bildet Martin Alonso Pinzón [* 1441 in Palos de la Frontera; † 31. März 1493 ebenda] ab. Er war Kapitän der Karavelle Pinta, einem der beiden Begleitschiffe der Karacke Santa Maria, auf der ersten Reise von Christoph Kolumbus. Auf der Hinfahrt wurde Pinzón sechs Wochen von Kolumbus getrennt. Der Grund dafür ist bis heute nicht bekannt, doch beschuldigte Kolumbus ihn des Verrats. Als Pinzón nach Spanien zurückfuhr, wurde sein Schiff während eines Sturms wiederum von Kolumbus getrennt, doch erreichten Kolumbus und er am 15. März 1493 gleichzeitig den Hafen von Palos de la Frontera. Bild 5.1: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Vorderseite. Das wertmäßig höchste Nominal gelangte ab 20. Juli 1995 in Umlauf. Die 10.000-Pesetas-Note zeigt auf der Vorderseite das Porträt des damaligen spanischen Königs Juan Carlos I. [* 5. Januar 1938 in Rom] sowie die „Casa de América“ in Madrid. Hierbei handelt es sich eigentlich um den Palacio de Linares, dem Sitz der Institution Casa de América. Sie wurde 1990 anlässlich der Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Entdeckung Amerikas vor 500 Jahren vom spanischen Außenministerium, der Autonomen Gemeinschaft Madrid und des Stadtrats von Madrid gegründet. Sie hat das Ziel, die Beziehungen zwischen Spanien und dem amerikanischen Kontinent, insbesondere Lateinamerika, zu stärken. Das Brustbild des Königs wurde von Pablo San Pedro gestochen und das von Jorge Juan von Juan López López-Pavía. Bild 5.2: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Rückseite. Auf der Rückseite das Brustbild des Schiffsbauingenieurs und Wissenschaftlers, Jorge Juan y Santacilia [* 5. Januar 1713 in Alicante; † 21. Juni 1773 in Madrid]. Er beteiligte sich zusammen mit Antonio de Ulloa 1734 an einer Expedition der Königlichen Akademie der Wissenschaften von Paris. Sie stand unter dem Befehl des Astronomen Louis Godin [* 28. Februar 1704 in Paris; † 11. September 1760 in Cádiz]. Ihr Auftrag war die Länge des Meridianbogens in der Äquatorlinie in Südamerika zu bestimmen. Dabei wurde festgestellt, dass die Form der Erde nicht perfekt kugelförmig, sondern an den Polen abgeflacht ist. Die Rosette mit Umriss eines Schiffs im Innern, sowie die Kurven-Darstellung sind eine Anspielung auf seine mathematischen Arbeiten als Schiffsbauingenieur. Bild 5.3: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Wasserzeichen. Als Wasserzeichen wird das Porträt von Antonio de Ulloa de la Torre-Guiral [* 12. Januar 1716 in Sevilla; † 5. Juli 1795 auf der Isla de León bei Cádiz] sichtbar. Er nahm wie bereits erwähnt an der oben genannten Expedition teil und wurde später Admiral. Ein wichtiger Grund für die Ausgabe der Banknotenserie war die Verbesserung der Fälschungssicherheit. So weisen die Geldscheine eine Reihe von Sicherheits-Merkmalen auf: Stichtiefdruck-Relief Wasserzeichen auf dem Schaurand Papier, das unter ultraviolettem Licht nicht fluoresziert Sicherheitsfaden, sichtbar im Gegenlicht perfekt abgestimmtes Motiv auf Vorder- und Rückseite und … Bild 7: Legende in Mikroschrift. / Bild 8: Codierte Beschriftung, nur mit Spezialoptik lesbar. Bild 9: Markierungen für Sehbehinderte. Bild 10: Fluoreszierende Fasern auf dem Papier, nur sichtbar unter UV-Licht, Rückseitendarstellung. Bild 11: Nummerierung unter UV-Licht. Trotzdem kommen von allen Nominalen Fälschungen vor. Die meisten von ihnen sind leicht am fehlenden Wasserzeichen zu erkennen. Auch fühlt sich das Papier der meisten Fälschungen nicht wie typisches Banknotenpapier an. Banknotenpapier besteht in der Hauptsache aus kurzfaseriger Baumwolle; es ist griffig, steif und hat einen hellen, knisternden Klang. Es fasert auch nach längerem Gebrauch kaum aus. Dagegen verwenden Falschgeldhersteller meist herkömmliches, glattes Papier, das schon nach kurzem Gebrauch “lappig“ wird. Bild 12.1: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 12.2: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 13.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 13.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 14.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 14.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 15.1: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 15.2: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 16.1: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 16.2: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Mit Einführung des Euros als Verrechnungseinheit wurde am 1. Januar 1999 der offizielle Umrechnungskurs auf 1 € = 166,386 Pesetas festgelegt. Als am 1. Januar 2002 die Euro-Banknoten eingeführt wurden, lösten sie die Pesetas-Zahlungsmittel als Landeswährung ab. Bei der Nationalbank war ein Umtausch noch bis zum 30. Juni 2021 möglich. Uwe Bronnert Anmerkungen „Die Encomenderos waren zu einem großen Teil Konquistadoren, die durch die Encomienda für ihre während der Eroberung geleisteten Dienste entlohnt werden sollten. In Ausnahmefällen wurden auch Angehörige des einheimischen Adels bedacht. Ein Encomendero konnte mehrere Encomiendas haben. Bis zum Verbot durch die Leyes Nuevas im Jahr 1542 konnten auch Vertreter der Krone, Geistliche, Klöster, Krankenhäuser und Bruderschaften Besitzer von Encomiendas sein. Die Anzahl der Encomendados einer Encomienda schwankte zwischen etwa 30 und 3.000. In den Leyes de Burgos wurde 1512 eine Obergrenze von einhundertfünfzig und eine Untergrenze von vierzig festgelegt. In Absatz 28 der Leyes Nuevas aus dem Jahr 1542 wurden übermäßig große Encomiendas verboten, ohne genaue Angaben zu machen, was als „übermäßig“ anzusehen sei. Die Encomendados arbeiteten zu einem überwiegenden Teil in den Bergwerken bei der Gold-, Silber- und Quecksilbergewinnung. In den Leyes de Burgos wurde festgelegt, dass der Encomendero wenigstens ein Drittel seiner Encomendados in den Bergwerken zu beschäftigen hatte.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Encomienda#:~:text=Die%20Encomenderos%20waren%20zu%20einem,Encomendero%20konnte%20mehrere%20Encomiendas%20haben. (24.11.2022) Angaben nach Ramón Cobo Huici, Emisión del V Centenario 1992, https://numismaticadigital.com/ (05.11.2014)
- Lexikon: Federal Reserve Banks
Durch Gesetz vom 23. Dezember 1913 wurde das "Federal Reserve System" mit zwölf Federal Reserve Banks in den USA gebildet. Die einzelnen Bank kann man durch Nummern und Buchstaben unterscheiden: 1-A Boston 2-B New York 3-C Philadelphia 4-D Cleveland 5-E Richmond 6-F Atlanta 7-G Chicago 8-H St. Louis 9-I Minneapolis 10-J Kansas City 11-K Dallas 12-L San Francisco USA-395: Federal Reserve Bank Note über 5 Dollars von 1929 mit der Kennung 4 x "B" für die Federal Reserve Bank in New York, Vorder- und Rückseite. Abb. www.weltbanknote.de. USA-461: Federal Reserve Note über 2 Dollars von 1988 mit der Kennung "F" im Siegel und 4 x die "6" für die Federal Reserve Bank in Atlanta, Vorder- und Rückseite. Gedenkbanknote zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung von 1776. Abb. Sammlung Schilde. USA-481b: Federal Reserve Note über 5 Dollars von 1988 mit der Kennung "A" im Siegel und 4 x der "1" für die Federal Reserve Bank in Boston, Vorder- und Rückseite. Abb. Sammlung Schilde. Es gibt zwei Arten von Noten, Federal Reserve Bank Notes und Federal Reserve Notes. Federal Reserve Bank Notes, sind Noten der einzelnen Banken, ähnlich den National Bank Notes. Sie tragen auch die Bezeichnung "National Currency". Es gab zunächst nur Noten in den Werten 5, 10 und 20 Dollars, die nicht von allen Banken ausgegeben wurden (Datum 1915). Die späteren 1-, 2-, 5-, 10-, 20- und 50-Dollars-Noten mit dem Datum 1918 wurden von allen zwölf Federal Reserve Banks emittiert. Die kleinformatigen Scheine (Small Size Notes) gab es als 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Dollars-Noten mit dem Datum 1929. Ab 1935 wurden sie nicht mehr ausgegeben und lediglich im Zweiten Weltkrieg zur Linderung einer vorübergehenden Zahlungsmittelknappheit in einzelnen Werten als Federal Reserve Notes in Umlauf gebracht. Federal Reserve Notes sind von den zwölf Federal Reserve Banks ausgegebenes Staatspapiergeld. Die großformatigen Scheine (Large Size Notes) gibt es in den Werten zu 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars mit dem Datum 1914, dann noch 500, 1000, 5000 und 10.000 Dollars mit dem Datum 1918. Die kleinformatigen Scheine (Small Size Notes) gibt es als 1-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 500-, 1000-, 5000- und 10.000-Dollars-Noten. Folgende Daten kommen vor: 1928, 1934, 1950, 1963, 1969, 1974, 1977, 1981, 1985, 1988, 1990, 1993, 1995, 1996, 1999, 2001, 2003, 2004, 2006, 2009, 2013 und 2017. Die 2-Dollars-Note von 1976 (siehe Abb.) ist eine Gedenkbanknote zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung von 1776. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Aus privaten Sammlungen: Schatzschein des Kaiserlichen Gouvernements in Kamerun zu 100 Mark von 1914
Objekttyp: Schatzschein Sammlung: Sammlung Gerhard Reichert ✝︎ Historischer Kontext: Bereits ab 1868 hatten verschiedene deutsche Firmen, allen voran das Hamburger Handelshaus Woermann, die Region durch Handelsniederlassungen erschlossen. 1883 wurde ein deutsches Konsulat unter Leitung von Dr. Gustav Nachtigall errichtet, der am 14. Juli 1884 nach dem Abschluss von Schutzverträgen mit den Königen der Duala und anderen einheimischen Herrschern die deutsche Kolonie Kamerun ausrief und damit den Briten, welche die gleiche Absicht hegten, nur um Tage zuvor kam. Die Kolonie dehnte sich in den folgenden Jahren auch auf das Hinterland aus (1911 Anschluss von Neukamerun) und war schließlich größer als das Deutsche Reich. Ab 1886 galt in Kamerun allein die Deutsche Reichswährung. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war eine militärische Annexion durch die Briten zu erwarten, die vorerst die deutschen Kolonien durch eine Seeblockade von der Zufuhr aus dem Mutterland abschnitten. Um auf die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Zahlungsmitteln vorbereitet zu sein, ließ der letzte Kaiserliche Gouverneur von Kamerun Karl Ebermaier bereits mit Datum vom 12. August 1914 Schatzscheine ausgeben. Laut amtlicher Bekanntmachung sollten Werte zu 5 Mark (Serie A), 10 Mark (Serie B), 20 Mark (Serie C), 50 Mark (Serie D) und 100 Mark (Serie E) in einem Gesamtbetrag von 2 Millionen Mark ausgegeben werden. Die 10- und 20-Mark-Scheine wurden aber erst kurz vor dem Fall Dualas 1915 fertiggestellt und zum Teil von der abziehenden Truppe vernichtet. Ein Teil der Scheine kam später in Jaunde in Umlauf und der Rest fiel den Franzosen bei der Besetzung von Ebolowa in die Hände. Auch wenn die Schatzscheine Kameruns für britische und französische Soldaten ein beliebtes Souvenir waren, ist es bemerkenswert, dass bis heute kein Zehner oder Zwanziger in einer Sammlung belegt werden konnte. Alle Scheine tragen die Faksimile-Unterschriften Full (Stellvertretender Gouverneur) und Kräuter (Gouvernements-Kassierer). Ausgehend von Einlösungsstempeln auf Rückseiten sind die Schatzscheine auf alle Fälle noch bis Oktober 1917 und einzelne darüber hinaus sogar noch bis März 1920 in Umlauf gewesen. Die kleine deutsche Schutztruppe konnte sich nur zwei Jahre gegen die militärische Übermacht der angreifenden Briten halten. Am 20. Februar 1916 ergab sich die letzte deutsche Garnison in Mora. Mit dem Vertrag von Versailles übernahm der Völkerbund die deutschen Kolonien. Deutsch-Kamerun wurde aufgeteilt und als Mandatsgebiete an die Siegermächte Großbritannien und Frankreich übergeben. Land/Region/Ort: Deutsch-Kamerun, Duala Emittent: Kaiserliches Gouvernement von Kamerun Nominal: 100 Mark Datum: 12. August 1914 Vorderseite: Text und Wertangaben auf bekröntem blauen Reichsadler mit Brustschild. Rückseite: Text (Auszug aus der Verordnung des Gouverneurs von Kamerun über die Ausgabe von Schatzscheinen vom 12. August 1914) Unterschrift: Full / Kräuter Material: Papier hellgraubraun mit blauen Fasereinlagen Format: 159 mm x 105 mm Nummerierung: No. E. 02741 Authentizität: Original Zitate: KAM-3b (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra 964b (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) CMR-3a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturhinweis: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Mehr lesen … Leseprobe
- Syrien: Neue 50-Pounds-Note im Umlauf
Eine neue Note der Zentralbank von Syrien über 50 Pounds mit dem Jahr 2021 bzw. 1442 AH ist nun im Umlauf. Die Gestaltung gleicht den Vorgänernoten: Auf der Vorderseite sind Keilschrift-Tontafeln aus Ebla dargestellt, während die Rückseite die Al-Assad-Nationalbibliothek in Damaskus hinter der Statue des Namengebers Hafiz al-Assad zeigt. Neue Elemente sind bei den aktualisierten Noten das Jahr, die Unterschriften (Kenan Yaghi und Hazem Karfoul) sowie ein zusätzliches Ornament auf der Rückseite. Außerdem wurde die neuen Scheine von Goznak gedruckt, während die alten vom Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck stammen; beide Druckereinamen sind nicht auf den Noten vermerkt. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Neuer Katalog: Billionenscheine
Dießner, Hans-Jürg Alfred: Billionenscheine Die Ausgaben der Deutschen Reichsbank und die Notausgaben der Hochinflation 1923/1924 378 Seiten, Format 14,8 cm x 21 cm, Broschur, Goldbach 2022 ISBN: 978-3-949958-01-4 Preis: 35,90 Euro Nachdem Kai Lindman das Thema schon einmal 2003 in einem Katalog behandelt hatte, ist nun eine eigene Neubearbeitung von Alfred Dießner erschienen, der Sammlern als Autor des Katalogs zum deutschen Notgeld von 1914/1915 bekannt ist. Der komplett farbige Katalog führt mit über 800 unterschiedlichen Ausgaben von Billionen-Scheinen der Hochinflation nach Ausgabeorten von A bis Z noch einmal deutlich mehr Scheine auf als Lindman. Hinzu kommen die Billionenscheine der Deutschen Reichsbank und im Anhang Besonderheiten, Kuriositäten, Manipulationen, Fälschungen und mehr. Alle Scheine werden mit Varianten aufgeführt und aktuell bewertet. Das Vorwort sowie die Einleitungen zu den Reichsbanknoten und zum Anhang wurden in Deutsch und Englisch verfasst. In Anbetracht des Umstands, dass es keine Neubearbeitung des Notgelds der Hochinflation für das gesamte Deutsche Reich gibt und hier immer noch Dr. Arnold Keller mit seinem Katalog aus dem Jahr 1958 zitiert wird, ist der neue Katalog von Alfred Dießner doch wenigstens für die höchsten Nominale der Inflation ein wichtiges und aktuelles Werk. Bezug über: Interessenten wenden sich bitte direkt an E-Mail: info@rbnumisbooks.com. Hans-Ludwig Grabowski
- Geldscheinporträts: Omar Mukhtar – "Der Löwe der Wüste"
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen: Omar Mukhtar auf einer Banknote der Central Bank of Libya über 10 Dinars von 2015. Abb. Omar Mukhtar, Dirk Vandevalle: A history of modern Libya. 2nd edition. Cambridge University Press 2012, p. 31, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=599851 (gemeinfrei). Omar Mukhtar wurde 1858 in einem kleinen Dorf in der Cyrenaika im Osten Libyens geboren. Diese Region wurde vom Senussi-Orden geführt, einer sufistischen islamischen Bewegung. Die Bruderschaft unterhielt ein feinmaschiges Netz von islamischen Kulturzentren in der Cyrenaika, die wichtige Funktionen im sozialen Leben erfüllten und den Orden gesellschaftlich verankerten. Mukhtar wurde von seinem Onkel, einem politisch-religiösen Anführer, gefördert und ausgebildet. Nach weiterführenden Koran-Studien wurde er Imam und trat ebenfalls in die Senussi-Bruderschaft ein. Die Bewegung war bereits früh Basis des Widerstands gegen Kolonialbestrebungen aus Europa. So war auch Omar Mukhtar 1899 für drei Jahre im Tschad, um den Kampf gegen Frankreich zu unterstützen. Die Senussi sahen ihren religiösen Einfluss in der Cyrenaika gefährdet. Nach seiner Rückkehr wurde Omar Mukhtar zum Scheich ernannt. 1911 war auch Libyen selbst bedroht: Das Königreich Italien erklärte dem Osmanischen Reich, dem die damalige Provinz „Tripolitanien“ seit dem 16. Jahrhundert angehörte, den Krieg und beanspruchte Tripolitanien und die Cyrenaika für sich. Das Gebiet wurde bereits ein Jahr später nach blutigen Gefechten an Italien abgetreten. Der Anführer des Senussi-Ordens, Ahmad asch-Scharif, rief zum Djihad gegen die Besatzer auf. Italien gelang es nicht, die Gebiete dauerhaft zu kontrollieren. 1915, als Truppen für die Kämpfe des Ersten Weltkriegs benötigt wurden, waren nur noch die Küstenstädte unter italienischer Führung. Der Senussi-Orden verwaltete den Südosten des Landes. Mussolini intensivierte nach seiner Machtübernahme 1922 die Bestrebungen zur "Rückeroberung Libyens" und startete eine Militäroffensive. Omar Mukhtar – damals bereits über sechzig Jahre alt – führte als Befehlshaber über den militärischen Widerstand den Guerilla-Krieg gegen die italienischen Truppen. Es gelang ihm, die Kampfverbände der zahlreichen Stämme zu vereinen und wirkungsvoll einzusetzen. Trotz der deutlichen Überlegenheit hatte Italien große Probleme, die Rebellion der Senussi zu beenden. Die Widerstandskämpfer nutzen das Dschabal-Achdar-Gebirge als natürliches Bollwerk. Das faschistische Italien agierte nun immer härter und begann, den Widerstand durch grausames Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung zu brechen. Auch Giftgas und Flächenbombardements wurden eingesetzt. Nachdem 1929 Verhandlungen Omar Mukhtars mit der italienischen Besatzungsmacht scheiterten und mit Rodolfo Graziani ein neuer Vizegouverneur ernannt wurde, erhielt die Kriegsführung eine genozidale Dimension: Sämtliche Personen, denen Unterstützung der Rebellen vorgeworfen wurde, drohte nun die Hinrichtung oder Deportation. Nachdem bei einem erneuten italienischen Vorstoß in das Gebirge die Truppen Mukhtars entkommen konnten, beschloss Graziani, eine menschenleere Zone um die Kampfverbände zu schaffen. Mehr als 100.000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt, zu Todesmärschen gezwungen und in Konzentrationslagern interniert. Die italienischen Wüstenlager in der Cyrenaika waren die historisch ersten Konzentrationslager, die von einem faschistischen Regime errichtet wurden. Libyen, Central Bank of Libya: 10 Dinars ohne Datum (2015), Vorderseite mit Porträt Omar Mukhtars und Rückseite mit bewaffneten Reitern Mukhtars in der libyschen Wüste. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Die Widerstandsbewegung war nun sozial isoliert und musste durch einen Grenzzaun zu Ägypten, den sogenannten „faschistischen Limes“, den die italienischen Besatzer errichteten, auch auf Unterstützung aus dem Nachbarland verzichten. 1931 wurde Mukhtar bei einem Gefecht verletzt und gefangen genommen. Am 16. September wurde er im Konzentrationslager Soluch bei Bengasi öffentlich hingerichtet. Der libysche Widerstand brach innerhalb weniger Wochen zusammen. Die letzten Jahre Omar Mukhtars wurden 1980 verfilmt. In „Omar Mukhtar – Löwe der Wüste“ spielt Anthony Quinn die Hauptrolle. Die libanesisch-britische Produktion wurde trotz überwiegend positiver Kritiken nicht zum kommerziellen Erfolg, nicht zuletzt durch die Zensur Italiens, wo der Film verboten war, da er „schädlich für die Ehre der Armee“ sei. Elias Heindl
- Aus privaten Sammlungen: 1 Shilling des Government of Nigeria von 1918
Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Felix Ohmberger ✝︎ Historischer Kontext: Das heutige Nigeria – das bevölkerungsreichste Land Afrikas – war einst Teil von Britisch-Westafrika, mit dem ab 1919 auch ein Teil der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun als Mandat des Völkerbunds von den Briten verwaltet wurde. Unabhängig wurde Nigeria erst am 1. Oktober 1960. In der Kolonie liefen die Noten des West African Currency Boards um. Im Dezember 1918 gab es jedoch eine Notausgabe primitiver Scheine des Government of Nigeria in Werten zu 1, 10 und 20 Shilling, die als erste eigene Papiergeldausgabe des Landes gilt. Diese Ausgabe wurde vor Ort gedruckt, um den Mangel an Silbermünzen am dem Ende des Ersten Weltkriegs zu beheben. Die Scheine wurden gemäß Verordnung XXII von 1918 ausgegeben. Ab 1958 übernahm die Central Bank of Nigeria die Versorgung des Landes mit Zahlungsmitteln. 1973 wurde dann die Währungsbezeichnung von 1 Pound = 20 Schilling = 240 Pence auf 1 Naira = 100 Kobo geändert. Von den Notausgaben aus dem Jahr 1918 sind heute praktisch nur noch die 1-Shilling-Scheine in geringer Menge auf dem Sammlermarkt verfügbar. Land/Region/Ort: Britisch-Westafrika, Nigeria, Lagos Emittent: Government of Nigeria Nominal: 1 Shilling Datum: Dezember 1918 Vorderseite: Text und Wertangaben nebst kleinen Ornamenten. Rückseite: Druck einseitig. Unterschrift: David Sliman MacGregor Format: 130 mm x 67 mm Material: Papier Druck: Lokale Druckerei, Nigeria. Nummerierung: No. 46274 Authentizität: Original Zitate: NGA-1 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B101 (Linzmayer, The Banknote Book: Nigeria) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Leserpost: 100 Milliarden Mark mit besonderer Rückseite
Ich habe eine Reichsbanknote über 100 Milliarden Mark vom 22. August 1923, die so nicht im Katalog zu den deutschen Banknoten steht, weil die Rückseite bedruckt ist. Vielleicht sollte man diese Variante mit aufnehmen. S. Nietsch Antwort der Redaktion Es handelt sich um keinen bewusst herbeigeführten rückseitigen Druck, sondern um einen spiegelverkehrten sog. "Abklatsch" des Unterdrucks der Vorderseite auf der eigentlich unbedruckten Rückseite des Scheins und damit um eine Druckzufälligkeit. Selbstverständlich kommen solche Abklatsche nicht häufig vor und der Schein kann deshalb auch höher bewertet werden. Passiert ist der "Abklatsch", wie das Firmenzeichen DV verrät, bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart. Man kann das im Katalog unter Fehldrucke mit aufnehmen, fest steht aber, dass es praktisch bei allen Scheinen Druckzufälligkeiten und Fehldrucke aller Art geben kann. Darüber sollte man sich im Klaren sein. Es werden immer wieder solche Stücke entdeckt und gemeldet und in Sammlungen schlummern sicher noch viele solcher Belege technisch oder menschlich bedingter Fehler. Viele davon kommen in ihrer Art häufiger, andere aber nur sehr selten oder gar einmalig vor. Führt man jeden fehlerhaften Druck in einem Katalog auf, dann sprengt das schnell den ohnehin schon großzügigen Rahmen und steigert den Frust bei den Sammlern, die solch einen Fehldruck wahrscheinlich nie bekommen werden. Schwierig ist außerdem eine Bewertung vorzunehmen, wenn solche Stücke praktisch nicht in nennenswerter Menge am Markt vorkommen. Hier gilt die alte Regel: Ein Stück ist das wert, was ein Sammler bereit ist, dafür zu bezahlen. Zum Thema Abklatsch möchte ich noch auf folgende Beiträge hier im Blog verweisen: https://www.geldscheine-online.com/post/lexikon-abklatsch https://www.geldscheine-online.com/post/abklatsch-einmal-ganz-anders Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Federal Reserve Bank of China
Die Federal Reserve Bank of China war eine 1938 gegründete amtliche Notenbank der japanischen Verwaltung für den besetzten nordöstlichen Teil Chinas mit Sitz in Peking und gehört damit zu den sog. "Puppet-Banks" (japanischen Marionetten-Banken). China, Federal Reserve Bank of China: CHN-J72a, 1 Yuan ohne Datum (1941), Vorder- und Rückseite. China, Federal Reserve Bank of China: CHN-J88a, 100 Yuan ohne Datum (1945), Vorder- und Rückseite. Die erste Ausgabe 1938 bestand aus Kleingeldscheinen in Nennwerten von 1/2 bis 50 Fen. Es folgte eine zweite Ausgabe in Dollar-Währung mit Nominalen von 10 Cents bis 100 Dollars, die dann 1939 durch weitere Scheine von 1 bis 100 Yuan ergänzt wurde. Ab 1941 wurden wieder ausschließlich Scheine in Yuan-Währung ausgegeben. Der höchste Wert und letzte Schein der Bank über 5000 Yuan stammt aus dem Jahr 1945. Im Gegensatz zu der Regierungsbank in Nanking, der Central Reserve Bank of China, hielt sich die Federal Reserve Bank of China mit der Notenausgabe zurück, so dass der Wert ihrer Noten bei Kriegsende 40-mal höher war als jener der Central Reserve Bank. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Die schwarzen Jakobiner – Touissant Louverture und die Haitianische Revolution
Es sollte die größte Sklavenrevolte seit dem Spartakusaufstand fast 1900 Jahre zuvor im Römischen Reich werden. Zwischen 1791 und 1804 hielt die damalige französische Kolonie Saint Domingue die Welt auf beiden Seiten des Atlantiks in Atem: Die haitianische Revolution von 1791 war der einzige Aufstand versklavter Menschen, an dessen Ende die Proklamation eines Staates stand. Saint-Domingue galt als Modellfall einer karibischen Plantagenökonomie. Hauptsächlich durch die Produktion von Zucker und Kaffee durch Sklavenarbeit war es zur reichsten Übersee-Kolonie Frankreichs geworden. 1789, im Jahr der französischen Revolution, befanden sich bereits über 500.000 verschleppte Afrikaner auf der Insel. Die Plantagenwirtschaft florierte: 60 % des weltweiten Kaffees und 40 % des von Frankreich und Großbritannien importierten Zuckers kamen aus Saint Domingue. Karte der Insel Saint Domingue von 1767, links französisches Territorium der Kolonie St. Domingue (heute Haiti) und rechts spanisches Territorium Santo Domingo (heute Dominikanische Republik). Die soziale Struktur in der Kolonie war komplex. Zwischen allen Bevölkerungsgruppen herrschte große Missgunst. Die weiße Elite aus Plantagenbesitzern, Händlern und Bürokraten, die sogenannten „grands blancs“, bildete die Oberschicht. Ärmere Weiße („petit blancs“) forderten Gleichstellung zu den grands blancs, jedoch in strikter Abgrenzung zu den schwarzen Teilen der Bevölkerung, den Sklaven und den freien Schwarzen („gens de couleur libres“). Die freien Schwarzen waren häufig Nachkommen von Sklavinnen und Weißen. Sie waren gebildet, ökonomisch oftmals sogar besser als die petit blancs gestellt und besaßen teilweise selbst Sklaven. Trotzdem waren ihnen viele Rechte verwehrt, weshalb sie Gleichberechtigung unabhängig von Herkunft und Hautfarbe forderten. Die Lage der Sklaven war schlecht: Die Hälfte der aus Westafrika Verschleppten verstarb bereits wenige Jahre nach ihrer Ankunft auf Saint Domingue. Das grassierende Gelbfieber trug dazu bei, dass die Plantagenbesitzer sie mit noch härterer Arbeit beanspruchten und die Versorgung weiter verringerten, um möglichst viel Mehrwert aus der Sklavenarbeit zu ziehen, bevor sie der Krankheit zum Opfer fielen. Die Unruhen auf der Insel begannen zunächst durch die freien Schwarzen. Inspiriert durch die französische Revolution und die Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 kämpften circa 300 freie Schwarze angeführt von Vincent Ogé (1755–1791) für gleiche Rechte. Die Revolte scheiterte und wurde niedergeschlagen, auch weil Ogé auf die Unterstützung schwarzer Sklaven verzichtete. Der bewaffnete Kampf diente jedoch als Vorbild und die von Unzufriedenheit und Spannungen geprägte Stimmung auf der Insel wurde durch die grausame öffentliche Hinrichtung Ogés weiter angeheizt. Toussaint Louverture (zeitgenössische Darstellung). Am 21. August 1791 begannen schließlich mehrere Sklavenaufstände im Norden der Insel. Neben den in der französischen Revolution proklamierten Werten, die mittlerweile zu den Sklaven vorgedrungen waren, waren auch Voodoo-Zeremonien Ausgangspunkte organisierten Widerstands. In kürzester Zeit war – bedingt durch die enorme Überzahl der Sklaven – ein großer Teil des fruchtbaren Nordens unter Kontrolle der Aufständischen. François-Dominique Toussaint Louverture (1743–1803), ein ehemaliger Sklave und gebildeter freier Schwarzer, machte sich bereits früh als Truppenführer der Aufständischen einen Namen als herausragender Stratege. Frankreich platzierte den revolutionären Kommissär Léger-Félicité Sonthonax mit einer 6000 Mann starken Truppe auf der Insel, um die Konflikte zu beruhigen. Im Westen und Süden versuchten sowohl die petit blancs als auch freie Schwarze ihre Rechte geltend zu machen. Sonthonax sah die weißen Plantagenbesitzer als Royalisten an, bekämpfte deren Bestrebungen, den Status quo aufrechtzuerhalten, und proklamierte gleiche Rechte für alle freien Bürger, wie sie der Nationalkonvent in Frankreich beschlossen hatte, jedoch zunächst ohne die Absicht, die Sklaverei zu beenden. Im darauffolgenden Jahr traten Spanien und England in den Krieg mit Frankreich ein. Auch auf die Insel wurden Truppen entsandt, um die lukrative Kolonie zu erobern. Einige Aufständische, darunter auch die Truppen Touissant Louvertures, hatten sich den Spaniern angeschlossen. Viele der verbliebenen Weißen unterstützten die Briten, in der Hoffnung, bei einem britischen Sieg würde die Sklaverei weiter bestehen. Um die Kontrolle über die Insel zu bewahren, war Sonthonax nun auf die Hilfe der Sklavenarmeen angewiesen. Er erklärte die Sklaverei am 29. August 1793 offiziell für beendet. Infolgedessen kooperierten viele Generäle, die befreite Sklaven befehligten, wieder mit der französischen Republik. Auch Toussaint wandte sich 1794 von den Spaniern ab. Die Briten intensivierten ihre Bemühungen um die Insel in einem „Great Push“ erneut. Alle Eroberungsversuche blieben jedoch erfolglos. Frankreich hatte robuste Verteidigungsanlagen errichtet und schaffte es, durch wirksamen Artillerie-Einsatz die britischen Truppen aufzureiben. Zusätzlich durch Gelbfieber-Epidemien geschwächt, verließen die Briten schließlich 1798 endgültig die Insel. Jean-Jacques Dessalines und Henry Christophe (zeitgenössische Darstellungen). Toussaint Louverture, der fähigste schwarze General, schaffte es, mit seinen Armeen aus befreiten Sklaven die Kontrolle über die Insel zu erlangen. In einem letzten Bürgerkrieg schlug Toussaint mit seinen beiden Offizieren Jean-Jacques Dessalines (1758–1806) und Henry Christophe (1767–1820), Truppen freier Schwarzer, die – angeführt von André Rigaud und Alexandre Pétion (1770–1818) – versuchten, Städte im Süden zu erobern. Louverture befreite zudem die Sklaven in der benachbarten spanischen Kolonie Santo Domingo. 1801 verkündete er eine eigene Verfassung, die Freiheit und Gleichberechtigung für alle Schwarzen und politische Unabhängigkeit von Frankreich garantierte. Touissant wurde zum Gouverneur auf Lebenszeit. Die Ruhe auf der Insel währte nicht lange: Die französische Revolution war in der Zwischenzeit beendet und Napoleon Bonaparte Konsul der französischen Republik. Er duldete die Herrschaft Louvertures nicht und entsandte 1802 seinen Schwager Charles Leclerc, um die alten Verhältnisse auf der Insel wiederherzustellen. Mit ihm kehrten auch André Rigaud und Alexandre Pétion, die drei Jahre zuvor geschlagen wurden, auf Saint-Domingue zurück. Toussaint wurde gefangen genommen und ins Exil geschickt. Louvertures ehemalige Offiziere Jean-Jacques Dessalines und Henry Christophe liefen zu den Franzosen über. Nachdem allerdings klar wurde, dass Napoleon die Sklaverei wiederherstellen wollte, rebellierten sie erneut. Die Rebellen, an deren Seite nun auch Pétion kämpfte, besiegten die französischen Kräfte endgültig. Dessalines erklärte die Nation am 1. Januar 1804 für unabhängig. Haiti war damit der erste souveräne Staat, der aus einer Sklavenrebellion hervorging und die erste unabhängige Republik Lateinamerikas. 1806 wurde Dessalines ermordet und Henry Christophe ernannte sich zum König von Nord-Haiti. Im Süden der Insel regierte Alexandre Pétion als Präsident der Republik Haiti. Umlaufnote zur erste Fahne Haitis HTI-265A: Umlaufnote zu 10 Gourdes aus dem Jahr 2000. Vorderseite mit Catherine Flon. Die Näherin wurde zur haitianischen Heldin, weil sie laut Überlieferung am 18. Mai 1804 die erste haitianische Flagge nähte. Jean-Jaques Dessalines, ihr Pate, zerteilte als Ausdruck der Unabhängigkeit Haitis von Frankreich eine französische Trikolore. Flon fügte die roten und blauen Teile als Ausdruck des Bündnisses von Sklaven und freien Schwarzen wieder zusammen und schuf so die erste Flagge Haitis. Der 18. Mai ist noch heute Nationalfeiertag und Catherine Flon wird als Nationalheldin verehrt. Sie war die erste Frau, die auf einem Gourde-Geldschein abgebildet ist. Rückseite: Staatswappen und Ornamente. Ausgabe zum 200. Jahrestag der Verfassung von Toussaint Louverture (1801–2001) HTI-271A: Gedenkbanknote der Banque de la Republique d'Haiti zu 20 Gourdes von 2001 zum zweihundertjährigen Jubiläum der Verfassung von 1801. Vorderseite links: Porträt von François-Dominique Toussaint Louverture. Eine ähnlich gestaltete Banknote mit Porträt Louvertures (Vorderseite mit silbernen statt goldenen Feldern und ohne Überdruck zum Gedenkanlass) wurde im gleichen Jahr auch als reguläre Umlaufnote eingeführt. Rückseite: Aufgeschlagenes Buch (Verfassung Haitis aus dem Jahr 1801). Gedenkbanknotenserie 200 Jahre Unabhängigkeit Haitis (1804–2004) HTI-272: Gedenkbanknote zu 10 Gourdes von 2004, Vorderseite: Gezeigt ist Suzanne "Sanité" Bélair (1781–1802, weiblicher Feldwebel (später Leutnant) und Frau des Generals Charles Bélair unter der revolutionären Armee von Touissant Louverture. Berühmt sind ihre letzten Worte "Viv libète! A ba esclavaj!" („Es lebe die Freiheit! Nieder mit der Sklaverei!“) vor ihrer Hinrichtung durch die französische Armee 1802. Sie ist nach Catherine Flon die zweite Frau, die auf haitianischen Gourde-Geldscheinen abgebildet wurde. Die Rückseite zeigt das Fort Cap-Rouge (Le Cap) bei Jacmel (Haiti), wo "Sanité Bélair und ihr Mann von den Franzosen erschossen wurden. HTI-273: Gedenkbanknote zu 25 Gourdes von 2004, Vorderseite: Porträt von Nicolas Geffrard (1762–1806), der als haitianischer Volksheld gilt. Links Wappen und Mitte eine Szene aus dem Unabhängigkeitskampf. Rückseite: Die im Auftrag von Geffrard erbaute Festung Platon bei Les Cayes (Haiti), wo sich auch sein Grab befindet. HTI-274: Gedenkbanknote zu 50 Gourdes von 2004, Vorderseite: Porträt von François Cappoix „La Mort“ (1766–1806, auch Capois oder Capois-La-Mort, haitianischer Patriot und Freiheitskämpfer). Links Wappen und Mitte Szene aus dem Unabhängigkeitskrieg (Schlacht von Vertieres). Rückseite: Festung Jalousière bei Marmelade (Haiti). HTI-275: Gedenkbanknote zu 100 Gourdes von 2004, Vorderseite: Porträt von Henry Christophe (1757–1820, ab 1810 König von Nord-Haiti), Wappen Haitis und Szenen aus dem Unabhängigkeitskrieg. Rückseite: Zitadelle Henry bei Milot (Haiti). HTI-276: Gedenkbanknote zu 250 Gourdes von 2004, Vorderseite: Porträt von Jean-Jacques Dessalines (1758–1804, von 1802 bis 1804 als Jakob I. Kaiser Haitis), Wappen Haitis und Szenen aus dem Unabhängigkeitskrieg. Rückseite: Festung Décidé bei Marchand (Haiti). HTI-277: Gedenkbanknote zu 500 Gourdes von 2004, Vorderseite: Porträt von Alexandre Sabés Pétion (1770–1818, ab 1810 Präsident der kreolischen Republik im Süden Haitis), Wappen Haitis und Szenen aus dem Unabhängigkeitskrieg. Rückseite: Festung Jacques bei Fermathe (Haiti). Elias Heindl Quellen/Literatur: C. L. R James: Die schwarzen Jakobiner. Toussaint Louverture und die Haitianische Revolution, b_books und Karl Dietz Verlag, Berlin 2021 F. W. Knight: The Haitian Revolution. The American Historical Review, 105(1), 103–115. https://doi.org/10.2307/2652438 Philipp Hanke: Revolution in Haiti: Vom Sklavenaufstand zur Unabhängigkeit (= Neue Kleine Bibliothek, 245). PapyRossa, Köln, 2017 thehaitianrevolution.com britannica.com/topic/Haitian-Revolution blackpast.org/global-african-history/haitian-revolution-1791-1804/ wikipedia.org/wiki/Haitian_Revolution Hans-Ludwig Grabowski/Josef Gerber: Gedenkbanknoten der Welt – Commemorative Banknotes of the World, Gietl Verlag, Regenstauf 2011
- Leserpost: Ein unbekannter Schein der Deutschen Golddiskontbank!?
Sehr geehrter Herr Grabowski, ich habe hier einen 100-Pfund-Schein der Deutschen Golddiskontbank von 1924, den es laut Ihrem Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" überhaupt nicht geben dürfte. Ist der Schein echt, oder handelt es sich um eine Manipulation? Mit freundlichen Grüßen K. Schneider Antwort der Redaktion Auf den ersten Blick scheint es sich um ein bislang unbekanntes Nominal der Deutschen Golddiskontbank zu handeln, deren Scheine allerdings nie ausgegeben wurden, weil bereits mit der Rentenmark eine Währungsstabilisierung nach der Hochinflation erreicht werden konnte. Gedruckt waren damals 5- und 10-Pfund-Scheine, aber keine Hunderter. Die Entdeckung eines anderen Nennwerts käme einer Sensation gleich. Bereits der erste Augenschein des zur Begutachtung überlassenen Scheins ergab jedoch, dass es sich um eine Manipulation handelt, die am Computer erstellt und mittels eines Computerdruckers gedruckt wurde. Die Sensation bleibt also aus! Diese Abbildung diente dem "Fälscher" als Grundlage für seine "Kreation". Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass man sich schamlos der Abbildung des 10-Pfund-Scheins mit der KN "000002" bedient hat, die sowohl im angesprochenen Standardkatalog zu den deutschen Banknoten, als auch hier im Blog zu finden ist. Über die letzte Stelle der Kontrollnummer (2) hat man ganz einfach eine Null, von denen ja einige auf der Vorlage vorhanden sind, kopiert. Das Porträt des Mannes mit Eichenlaubkranz im Rahmen wurde ganz einfach durch ein Porträt von Bismarck ersetzt. Den Schriftzug "Zehn" links vom Porträt auf dem Ziergrund ersetzte man durch "Hundert". Der Ziergrund selbst wurde mehr schlecht als recht mit einem Kopierwerkzeug bearbeitet. Für die Wertzahl nutzte man eine andere Schriftart, die Währungs- und Wertangabe musste nach links verschoben werden. Die Perforationen wurden wegretuschiert. Dennoch ist die Ausgangsvorlage deutlich zu erkennen, weil sich sowohl Fasereinlagen, als auch Verschmutzungen und Flecke an den selben Stellen befinden. Nicht nur ein krasser Fall von Verstoß gegen das Urheberrecht von Bildern, mit den so hergestellten Manipulationen wird auf ebay auch noch Geld verdient. Immerhin werden die Angebote auch als Fantasienoten bezeichnet, was viele Sammler beim Anblick der vermeintlichen "Rarität" wohl einfach überlesen. Zwischenzeitlich gibt es auch noch weitere Werte der Golddiskontbank, die aus der gleichen Quelle stammen und das Stück für knapp 20 Euro im Netz angeboten werden. Vorder- und Rückseiten sind übrigens identisch und das Format des Fantasiescheins zu 100 Pfund weicht deutlich vom benutzten Original zu 10 Pfund ab (bei 10 Pfund misst das Original 155 x 80 mm und das Format des Fantasie-Hunderters beträgt 203 x 104 mm). Da sich der Anbieter nicht an Abbildungsrechte hält, wird er wohl auch nichts dagegen haben, dass wir hier noch einige weitere seiner Fantasieprodukte aus dem aktuellen Angebot auf ebay zeigen, obwohl er sie selbst mit einem Kopierschutzvermerk versieht. Immer wieder nutzt er Elemente echter Geldscheine und erstellt aus ihnen eigene Kombinationen. So stammt etwa der Minervakopf auf dem 50-Pfund-Schein vom Darlehnskassenschein zu 20 Mark vom 5. August 1914, die Germania auf dem Fantasieschein zu 500 Pfund vom Darlehnskassenschein zu 5 Mark vom 5. August 1914 und als Vorlage für den 100-Rentenmark-Schein diente der 50-Rentenmarkschein (Freiherr von und zum Stein) vom 6. Juli 1934. Dabei kommt es auch zu Scheinen, deren Angaben sich selbst widersprechen, wie im folgenden Fall. Natürlich kann ein "Reichsbankschein" nicht ein Siegel der Reichsschuldenverwaltung haben! Weitere Beispiele, bei denen versierte Geldscheinsammler problemlos Originalvorlagen und Details echter Scheine erkennen können: Nicht zum ersten mal empfehlen wir Sammlern, bei Angeboten im Internet – insbesondere auf Auktionsplattformen wie ebay – lieber einmal mehr hinzuschauen und sich nicht von vermeintlichen Selten- und Besonderheiten blenden zu lassen, die sich am Ende als Manipulationen herausstellen, mit denen einfach nur Geld verdient werden soll. Echte Fantasiescheine und "Geldkunst", die weder eine real existierende Bank, noch deren Zahlungsmittel nachahmen, können dagegen eine Bereicherung für eine Sammlung sein. Hans-Ludwig Grabowski Nachbemerkung Der ebay-Anbieter hat sich kurz nach der Veröffentlichung unserer Leserpost bei der Redaktion gemeldet und sich dafür entschuldigt, dass der Eindruck erweckt worden sein könnte, dass seine Angebote der Täuschung von Sammlern dienten. Er hat, was die Redaktion bestätigen kann, alle seine Angebote sogar gleich zweifach als Fantasiescheine bezeichnet und zwischenzeitlich auch aus ebay entfernt. Es handelte sich lediglich um wenige Scheine, die ursprünglich für private Zwecke als Spieleinsatz am Computer gedruckt, dann aber nie genutzt wurden. Alle noch vorhandenen Scheine werden vernichtet! Wir bedanken uns ganz herzlich für die umgehende Reaktion des Anbieters, der übrigens selbst Sammler von deutschen Banknoten und Länderscheinen ist.
- Entwürfe für geplante Reichsbanknoten im "Dritten Reich"
Während des "Dritten Reichs" gab es eine ganze Reihe neuer Entwürfe und sogar An- und Probedrucke von Reichsbanknoten, die der Ideologie und den politischen Zielen der neuen Machthaber mehr entsprechen sollten, als die aus der Zeit der "Weimarer Republik" übernommenen Klischees der umlaufenden Scheine. Tatsächlich realisiert wurden allerdings lediglich zwei neue Reichsbanknoten, der 20-Reichsmark-Schein vom 16. Juni 1939 (sog. "Tirolerschein") zur Erinnerung an den Anschluss Österreichs, bei dem allerdings auf das Klischee der österreichischen Banknote zu 100 Schilling vom 2. Januar 1936 zurückgegriffen wurde, sowie der 5-Reichsmark-Schein vom 1. August 1942 (sog. "Hitlerjunge"). Der "Tirolerschein" kam, wenn auch erst mit Verspätung, Ende des Kriegs im Februar 1945 in Umlauf, während der "Hitlerjunge" bereits seit August 1942 umlief. Umgesetzte Entwürfe: Deutsche Reichsbank: Reichsbanknote zu 20 Reichsmark auf Grund Bankgesetz vom 15. Juni 1939 mit Datum vom 16. Juni 1939, sog. "Tirolerschein", Vorderseite mit Österreicherin in Tracht und mit Edelweiß vor Gebirge, Rückseite mit Gosausee und Dachstein, links Holzfäller und rechts Sämann. Deutsche Reichsbank: Reichsbanknote zu 5 Reichsmark vom 1. August 1942, sog. "Hitlerjunge", Vorderseite mit Jünglingskopf und Rückseite mit Braunschweiger Dom und Löwendenkmal, links Bäuerin mit Sichel und Rechts Handwerker mit Brett und Hobel. Andere Entwürfe wurden wahrscheinlich wegen des Kriegs nicht mehr umgesetzt, zum Teil entstanden aber auch hier An- bzw. Probedrucke. An dieser Stelle möchte ich den Versuch einer systematischen Auflistung machen, auch wenn diese mit Wahrscheinlichkeit nur unvollständig sein kann. Zu diesem Zweck werden auch Entwürfe abgebildet, von denen mir leider nur schlechte Schwarzweiß-Kopien zur Verfügung stehen. Vielleicht kann die Aufstellung ja später ergänzt oder vielleicht sogar vervollständigt werden, falls entsprechende Zuarbeiten erfolgen. Für die Entwürfe, zu denen nur eine Seite (Vorder- oder Rückseite) vorliegt, wird es sicher auch Entwürfe der jeweils anderen Seite gegeben haben. Nicht umgesetzte Entwürfe, Andrucke und Proben: 1. Bankgesetz vom 30. August 1924 1.1. Ausgabedatum vom 17. März 1942 E 1 1000 Reichsmark "Hindenburg" Andruck der Reichsdruckerei in verschiedenen Farben, Vorderseite Porträt des Generalfeldmarschalls und ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847–1934) in Uniform, Rückseite: "Neue Wache" in Berlin. Entwurf: wahrscheinlich Atelier der Reichsdruckerei, Berlin. Der Entwurf weicht von allen anderen ab, da er sich auf das Bankgesetz vom 30. August 1924 bezieht, obwohl er auf 1942 datiert ist. Es könnte sich um ein Versehen handeln, oder aber, der Entwurf war schon früher fertig, also nach dem Tod Hindenburgs 1934 und vor den neuen Bankgesetzen von 1936 und 1939. Warum der Andruck dann aber auf den 17. März 1942 datiert ist, ist leider unbekannt. 2. Bankgesetz vom 30. Mai 1936 2.1. Ohne eigenes Ausgabedatum E 2 1 Reichsmark Farbige Entwurfszeichnungen von Vorder- und Rückseite mit einfachen Guillochen. Künstler unbekannt. 3. Bankgesetz vom 15. Juni 1939 Entwürfe mit Bezug auf das Bankgesetz vom 15. Juni 1939 kommen ohne und mit neuem Ausgabedatum vor. Ab Januar 1939 war Walther Funk (1890–1960) neuer Reichstagspräsident. Die Entwürfe tragen deshalb seine Unterschrift. 3.1. Ausgabedatum vom 16. Juni 1939 Im "Dritten Reich" gab es Bestrebungen zur Rückgewinnung der Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg weggenommenen und durch den Völkerbund an ehemalige Kriegsgegner Deutschlands (darunter Großbritannien, Frankreich und Belgien) verteilte Kolonien. Unter anderem engagierte sich hierfür der Reichskolonialbund. Von den Entwürfen mit Bezug auf das Bankgesetz von 1939, sind nur die "Kolonialscheine" mit 16. Juni 1939 datiert. Diese Entwürfe könnten tatsächlich auch aus dem Jahr 1939 stammen. E 3 50 Reichsmark "Nachtigall" Entwurfszeichnungen eines "Kolonialscheins" in Grün, Vorderseite mit Porträt des Afrikaforschers und deutschen Kolonialpioniers Gustav Nachtigall (1884–1885), Rückseite: Landschaft mit Palmen an einem See im kleinen Rechteck ohne Stoßzähne. Künstler unbekannt. E 4 50 Reichsmark "Palme und Hoheitszeichen" Entwurfszeichnungen eines "Kolonialscheins" in Blau, Vorderseite mit Hoheitszeichen und Palme im Unterdruck, Rückseite: Landschaftsbild mit Palmen in verschiedenen Ausführungen. Künstler unbekannt. Es liegen insgesamt zwei Vorderseiten (Nachtigall und Hoheitszeichen) und drei verschiedene Rückseiten (Landschaft mit Palmen im kleinen Rechteck, Landschaft mit Palmen im großen Rechteck mit Stoßzähnen und Landschaft mit Palmen im Rund) mit gleichem Nominal und Datum vor. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Entwürfe des selben Grafikers. Die abweichende Angabe zu Bankgesetz und Ausgabedatum (wie beim "Tirolerschein") deuten darauf hin, dass die Entwürfe nicht zur Entwurfsserie von 1941 zählen, sondern wahrscheinlich schon früher entstanden sind. 3.2. Ohne eigenes Ausgabedatum Zu einigen Entwürfen entstanden Probedrucke ohne eigenes Ausgabedatum, die sich dem Thema wiedergewonnener deutscher Gebiete widmen. Gleich zu Beginn des Kriegs im September 1939 wurde das Gebiet der Freien Stadt Danzig wieder in das Deutsche Reich eingegliedert und mit dem "Westfeldzug" im Mai/Juni 1940 das ehemalige Reichsland Elsaß-Lothringen unter deutsche Zivilverwaltung gestellt. Aus diesem Grund könnten um 1940 Entwürfe für den "Danziger Scheine" sowie den "Elsässer Schein" entstanden sind. E 5 50 Reichsmark "Danziger Schein" Probedrucke in verschiedenen Druckfarben zum sog. "Danziger Schein" (hier in Grün und Violett), Vorderseite: Kopfbildnis eines Danziger Seemanns und Rückseite: Stadtansicht von Danzig mit Marienkirche und Krantor an der Mottlau, links Bäuerin mit Ährengarbe und Sichel, rechts Fischer mit Netz und Fisch. Der Entwurf stammt von Josef Seger, Wien. E 6 50 Reichsmark "Elsässer Schein" Probedrucke in verschiedenen Druckfarben zum sog. "Elsässer Schein" (hier in Braun), Vorderseite: Kopfbildnis einer Elsässerin in Tracht, Rückseite: Stadtansicht von Straßburg mit Münster, links Frau mit Spinnrad für das Handwerk und rechts Bergmann mit Grubenlampe. Der Entwurf stammt von Walter Riemer, Wien. 3.3. Ausgabedatum vom 1. Juni 1941 Als "Arbeiterserie" könnte man eine ganze Reihe von Entwürfen zu Reichsbanknoten vom Juni 1941 bezeichnen, die sich verschiedenen Berufen widmet. Nur ein Entwurf davon ist auf den 1. Juni 1941 datiert, die anderen Entwürfe lassen den Tag offen. E 7 100 Reichsmark "Hüttenarbeiter" Entwurfszeichnungen zu 100 Reichsmark vom 1. Juni 1941. Vorderseite: Kopfbild eines Hüttenarbeiters mit Helm, Rückseite: Hochofenanlage, Entwurf: Ernst Rudolf Vogenauer, Berlin. 3.4. Ausgabedatum vom … Juni 1941 Bei den meisten Entwürfen vom Juni 1941 ist kein Ausgabetag angegeben. E 8 10 Reichsmark "Arbeiter" Andruck der Reichsdruckerei in Blau nach Entwurf von Josef Seger aus Wien. Vorderseite: Porträt eines jungen Mannes (Arbeiter), das an das Porträt des Jünglings auf der Reichsbanknote zu 5 RM von 1942 ("Hitlerjunge") erinnert. Rückseite: Hochofenanlage. E 9 10 Reichsmark "Bergmann" Entwurfszeichnungen von Rudolf Zenziger, Wien. Vorderseite: Kopfbildnis eines Bergmanns, Rückseite: Grubenanlage, links und rechts Arbeit im Stollen unter Tage. E 10 10 Reichsmark "Hüttenarbeiter" Entwurfszeichnungen (Aquarelle) in Grün. Vorderseite: Hüttenarbeiter mit Hammer, Rückseite: Hochofenanlage, links und rechts je ein Füllhorn. Künstler unbekannt. E 11 10 Reichsmark "Bergmann" Entwurfszeichnungen der Vorderseite in Grün und Grau mit Darstellung eines Bergmanns mit Grubenlampe. Die Rückseite soll eine Grubenanlage zeigen, liegt aber nicht vor. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Entwurf aus dem Atelier der Reichsdruckerei. E 12 10 Reichsmark "Österreicherin" Entwurfszeichnungen in Blau, Vorderseite: Mitte unten Kopfbildnis einer Österreicherin, Rückseite: Straßenansicht mit Kirche im Kreis (Innsbruck/Braunau?). Künstler unbekannt, wahrscheinlich Atelier der Reichsdruckerei. E 13 50 Reichsmark "Bauer" Entwurfszeichnungen in Grün und Braun, Vorderseite: Porträt eines österreichischen Bauern, Rückseite: Burganlage (Liebenstein?). Wahrscheinlich Entwurf aus dem Atelier der Reichsdruckerei. E 14 50 Reichsmark "Seemann" Entwurfszeichnung, Vorderseite: Porträt eines Seemanns, Rückseite: unbekannt, Entwurf: Rudolf Zenziger, Wien. E 15 50 Reichsmark "Österreicher" Entwurfszeichnungen in Blauviolett, Vorderseite: Mitte unten Kopfbild eines älteren Österreichers, Rückseite: Schloss Belvedere in Wien. Künstler unbekannt, wahrscheinlich Atelier der Reichsdruckerei. Damit gibt es insgesamt drei nicht umgesetzte Entwürfe (1 x 10 und 2 x 50 RM) mit Bezug zu Österreich, die nach dem Anschluss an das Deutsche Reich entstanden sind. E 16 100 Reichsmark "Fischer" Entwurfszeichnung in Blau, Vorderseite: Brustbild eines Fischers in Ölzeug, Rückseite und Künstler unbekannt, wahrscheinlich Atelier der Reichsdruckerei. E 17 100 Reichsmark "Chemiker" Entwurfszeichnung in Blau, Vorderseite: Brustbild eines Chemikers im Labor, Rückseite: Mitte Burg, links und rechts davon ländliche Szenen, Entwurf: Rudolf Zenziger, Wien. E 18 1000 Reichsmark "Seemann" Entwurfszeichnung Braun, Vorderseite: Kopfbildnis eines Seemanns, Mitte unten Hoheitszeichen, Rückseite unbekannt, Entwurf: Ernst Rudolf Vogenauer, Berlin. E 19 1000 Reichsmark "Kaufmann" Entwurfszeichnungen in Braun und Grün, Vorderseite: Brustbild eines älteren Mannes (Kaufmann) und Reichsadler im Unterdruck, Rückseite: Schiffe im Hamburger Hafen, Entwurf: wahrscheinlich Atelier der Reichsdruckerei. E 20 1000 Reichsmark "Friesin" Entwurfszeichnungen in Violettrot, Vorderseite: Brustbild einer Friesin in Tracht und Windmühle im Unterdruck, Rückseite: Dampfer vor Hansestadt, links Leuchtturm und rechts Kogge, unten Wappen von Hamburg, Lübeck und Bremen, Entwurf: Rudolf Zenziger, Wien. 3.5. Rückseiten ohne Ausgabedatum Zu den Entwürfen der nachfolgenden Rückseiten sind nicht die dazugehörigen Vorderseiten bekannt. Es handelt sich alles um Entwürfe zu 50-RM-Scheinen, die wahrscheinlich ebenfalls aus dem Jahr 1941 stammen. E 21 50 Reichsmark "Hamburger Hafen" Entwurfszeichnung (Aquarell) in Blau, Schiffe im Hamburger Hafen vor Michaeliskirche, links Knabe mit Netz und Fisch, Vorderseite und Künstler unbekannt. E 22 50 Reichsmark "Wartburg" Entwurfszeichnung in Rotbraun, Ansicht der Wartburg bei Eisenach in Thüringen, Vorderseite unbekannt, Entwurf: Ernst Rudolf Vogenauer, Berlin. E 23 50 Reichsmark "Tannenberg-Denkmal" Entwurfszeichnung in Grün, Tannenberg-Denkmal (Reichsehrenmal) in Ostpreußen im Rahmen, oben Adler, links Hakenkreuz mit Schwert, rechts Hakenkreuz mit Fackel, Vorderseite unbekannt, Entwurf: Rudolf Zenziger, Wien. 3.6. Ausgabedatum von 1942 Mit Datum von 1942 gibt es noch zwei weitere Entwürfe, die ebenfalls nicht mehr umgesetzt worden sind, vom Westpreußen-Schein gab es allerdings Probedrucke. Spätere Entwürfe sind bislang nicht bekannt. E 24 10 Reichsmark "Westpreußen" vom 15. Juni 1942 Andruck der Reichsdruckerei in Dunkelgrün, Vorderseite: Kopfbildnis eines Westpreußen, Rückseite Marienburg an der Nogat (ehemaliger Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens), links davon Bäuerin mit Ährengarbe, rechts Bauer mit Sense. Entwurf: Walter Riemer, Wien. E 25 100 Reichsmark "Fischer" vom 30. Juni 1942 Entwurfszeichnungen in Blau, Vorderseite, Kopfbildnis eines Fischers in Ölzeug, Rückseite: Schiffe im Hamburger Hafen vor Michaeliskirche, links Friesin in Tracht und rechts Kapitän in Uniform. Entwurf: Walter Riemer, Wien. Sicher ist die Aufstellung nicht vollständig und kann es vielleicht auch nie werden, weil seltene Entwürfe verschollen sind und Unterlagen fehlen. Es wäre aber wünschenswert, dass zumindest die bekannten Entwürfe alle in Farbabbildungen gezeigt werden können und darüber hinaus noch weitere bekannt werden. Nachtrag Wie erhofft, gab es rasch Reaktionen auf den Beitrag. Jetzt konnte ich mich auch wieder daran erinnern, wo ich schon einmal Entwürfe in Farbe gesehen habe. Unser Leser M. Dietl schrieb: Danke für den Artikel über die Reichsbanknoten. In der Wagner-Ausstellung 2009/2010, die nicht nur Chamer Notgeld, sondern auch andere Themengebiete umfasste, konnte ich damals ein paar Fotos von Reichsbanknoten-Entwürfen machen. Es waren wohl Ausstellungs-Replikate, aber sehr gut aufgelöst. Ich habe die entsprechenden Scheine, die ich im Beitrag nicht in Farbe gefunden habe, mal ausgeschnitten und schicke Sie zu. Wir haben die auf den Fotos perspektivisch verzerrten Scheine aufwendig bearbeitet und hier gleich in den Beitrag eingebaut. Es handelt sich um die Abbildungen zu E3 (Nachtigall), E13 (österreichischer Bauer) und E20 (Friesin). Die anderen Fotos betrafen Entwürfe aus der Zeit der "Weimarer Republik". Hans-Ludwig Grabowski Literatur: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871, 22. Auflage 2020/21 Gerd Deutsch: Entwürfe für geplante Reichsbanknoten zu 10, 50, 100 und 1000 RM 1939–1942, Studie, Berlin im April 1980 Herzlichen Dank an Dr. Manfred Mehl, Hamburg für die Bereitstellung der Studie. Vielen Dank an Manfred Dietl für die Fotos aus der Wagner-Ausstellung












