Diese Website durchsuchen
3696 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Lexikon: Luther, Hans
Dr. Hans Luther (* 10. März 1879 in Berlin, ✝︎ 11. Mai 1962 in Düsseldorf) war ein deutscher Politiker und Finanzfachmann; 1918 bis 1922 Oberbürgermeister von Essen; 1922/23 Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft; 1923-1925 Reichsfinanzminister; 1925/26 Reichskanzler; 1930-1933 Reichsbankpräsident; 1933-1937 deutscher Botschafter in den USA. Hans Luther um 1925, Fotografie von Alexander Binder, Berlin. Abb. Wikimedia Commons. Luther ist in erster Linie das Gelingen der Stabilisierung der Währung nach der deutschen Inflation von 1923 zu verdanken, nicht zuletzt durch die von ihm veranlasste Einsetzung von Hjalmar Schacht als Reichswährungskommissar 1923, noch zu Lebzeiten des Reichsbankpräsidenten Havenstein, dessen Nachfolger Schacht wurde. Notgeldschein der Stadt Essen über 20 Mark vom 5. Oktober 1922, Vorderseite mit Faksimile-Unterschrift des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Luther. Luthers Unterschrift befindet sich auf den Essener Notgeldscheinen von 1922. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Münzen Gut-Lynt: Nachbericht zum Banknotenteil der Auktion 22 am 3. Oktober 2025
Münzen Gut-Lynt, Online-Auktion 22 am langen Wochenende des Tags der Deutschen Einheit, 3. bis 5. Oktober 2025 . Die 22. Münzen Gut-Lynt-Auktion fand am ersten Oktoberwochenende statt und startete schon am Feiertag (Tag der Deutschen Einheit), den 3. Oktober 2025 mit fast 600 Losen . Im Banknotenteil wurde ein großes Händlerlager mit einheitlichen moderaten Schätzpreisen von je nur 10 Euro aufgelöst. Höhepunkt war eine kleine Reihe von Musterscheinen und Druckproben der Badischen Bank (teilweise mit Künstlersignatur), die zum Teil bisher völlig unbekannt waren. Diese Scheine wurden ausnahmslos verkauft für durchschnittlich die 3-fache Schätzung. Es folgte der dritte Teil einer umfangreichen Rheinland-Notgeldsammlung. Einige Höhepunkt möchten wir Ihnen hier vorstellen: Los 44: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 100 Mark, 15.12.1918, zwei einseitige Druckproben zu Grabowski BAD-6, Rückseite Nr. 101, Wert in Braun, kleinere Unterschriften, Klebereste, I-, Taxe 150 Euro. Zuschlag: 380 Euro Los 46: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 100 Mark, 15.12.1918, zwei einseitige Druckproben zu Grabowski BAD-6, Wert in Blau, kleinere Unterschriften, Rückseite Nr. 107, Klebereste I-, Taxe 150 Euro. Zuschlag: 420 Euro Los 49: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 500 Mark 1.8.1922. Einseitige, handschriftlich nummerierte Andrucke der Vorder- und Rückseite der Badischen Bank zu 500 Mark auf Wasserzeichenpapier in leicht abweichenden farblichen Ausführungen. Rückseite Nr. 100. Grabowski BAD-7. I- / About Uncirculated. (2x), Taxe 100 Euro. Zuschlag: 400 Euro Los 53: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 5000 Mark 1.12.1922. Musterheft des Vorderseitenseitendrucks mit insgesamt elf Seiten zu den einzelnen Druckstadien auf Wasserzeichenpapier (Wellenbündel statt CFM-Kopfmuster). Grabowski BAD-8. . II, Taxe 500 Euro. Zuschlag: 1.300 Euro Los 54: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 5000 Mark, 1.12.1922, Musterheft des Rückseitendrucks mit insgesamt elf Seiten zu den einzelnen Druckstadien auf Wasserzeichenpapier (Wellenbündel statt CFM-Kopfmuster). II, Taxe 500 Euro. Zuschlag: 1.300 Euro Los 55: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 5000 Mark, 1.12.1922, Präsentationskarton je mit zwei aufgezogenen (zwei Klebepunkte oben) einseitigen Druckproben der Vorder- und Rückseite, mit handschriftlichen Unterschriften des Künstlers Ottohans Beier, "Notfried" und "Probedruck", I-, Taxe 400 Euro. Zuschlag: 550 Euro Los 59: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 500.000 Mark 1.8.1923. Einseitige Probedrucke von Vorder- und Rückseite aufgezogen auf Karton (oben geklebt), Wasserzeichen CFM-Kopfmuster. Serie A, ohne KN. Grabowski BAD-10. I- / About Uncirculated. Schätzpreis: 100 Euro. Zuschlag: 310 Euro Los 61: Deutsche Länderbanknoten, Badische Bank, 50 Reichsmark 11.10.1924, einseitige Druckproben der Vorder- und Rückseite auf Papier mit Wasserzeichen (Eichenlaubstreifen), je mit Perforation "DRUCKPROBE", mit KN "Nr. 000000", mit handschriftlicher Künstlersignatur von Ottohans Beier, I-, Taxe 300 Euro. Zuschlag: 1.900 Euro Zum Banknotenteil der Gut-Lynt-Auktion 22 https://auktionen.gut-lynt.de/de-de/auctions/lots?$page=1&$maxpagesize=20&$sortby=lot_number&$sortdir=asc&part_id=377 Bei Fragen rund um die Münzen Gut-Lynt-Auktion 22 sind wir gerne für Sie da: Schreiben Sie einfach an info@gut-lynt.de oder rufen Sie uns an: (+49) 02156 4874819. Wir freuen uns auf Sie. PS: Die Gut-Lynt Auktion 23 ist für das 1. Adventswochenende, den 29. und 30. November 2025, geplant. Pünktlich zum Nikolaustag können Sie sich ein Geschenk machen. Wenn Sie sich von Einzelstücken oder ganzen Sammlungen trennen möchten, dann sprechen Sie uns gerne an. Wir geben Ihnen Einlieferer freundliche Konditionen und unsere Leidenschaft.
- Leserpost: Blauer Litzmannstadt-Zehner ist eine Manipulation!
Ich lebe in Polen und sammle alte polnische und deutsche Banknoten. Vor ein paar Wochen hat sich in Polen herausgestellt, dass der blaue Typ 10 Mark 1940 (Getto Litzmannstadt) nicht eine Variante ist, sondern eine gefälschte Banknote aus den neunziger Jahren ist. Die ursprünglichen grünen Banknoten wurden in etwas wie flüssigem ACE, Vanish etc. gewaschen. Blaue 10-Mark-Quittungen sind nie für das Getto gedruckt worden. Eine Person, die daran beteiligt war, erklärte, wie es gemacht wurde. Der nachstehende Link führt zu einem Video auf YouTube, das zeigt, wie diese blaue Banknote hergestellt wurde. https://www.youtube.com/watch?v=vxqcyrlLs_k Einer dieser Scheine wurde kürzlich in einer polnischen Online-Auktion angeboten. Ich habe an den Leiter des GNDM (Damian Marciniak) geschrieben und gefragt, ob diese Banknote als Fälschung, Souvenir oder ähnliches erhältlich sein wird oder ob sie endgültig gestrichen wird. Einer der polnischen Autoren von numismatischen Büchern (Andrzej Podczaski) behauptete bereits vor zwei bis drei Jahren, dass die blaue Quittung über 10 Mark 1940 wahrscheinlich eine Fälschung bzw. eine Manipulation ist. Aber jetzt, wo eine Person, die daran beteiligt war, erklärt hat, wie es gemacht wurde, denke ich, dass es nun offensichtlich ist. Dank Herrn Mateusz Wójcicki, dem Leiter von SNMW, kenne ich das Thema. Haben Sie vor, im Jahr 2022 einen neuen Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" zu veröffentlichen? M. Dubrowski Getto Litzmannstadt: Quittung des Ältesten der Juden über 10 Mark vom 15. Mai 1940 im originalen grünen Druck, Vorder- und Rückseite. Getto Litzmannstadt: chemisch manipulierte Quittung des Ältesten der Juden über 10 Mark vom 15. Mai 1940 im scheinbar blauen Druck, Vorder- und Rückseite. Antwort der Redaktion Hallo Herr Dubrowski, ich möchte Ihnen ganz herzlich für Ihre Informationen und den Link zum Video auf youtube danken. Den Schein hat man wohl schon aus der Auktion genommen, denn dort kann ich ihn nicht mehr finden. Ich werde unsere Leser darüber informieren, dass es sich um eine Manipulation handelt. Ihr Hinweis ist deshalb sehr wertvoll. Ja, eine neue Auflage meines Katalogs soll im Oktober diesen Jahres erscheinen. Hier werde ich dann natürlich einen entsprechenden Hinweis dazu schreiben und den blauen Schein aus dem Katalog nehmen. Deutsche Reichsbank: 50 Mark vom 23. Juli 1920 (Original in Grün), Vorder- und Rückseite. Deutsche Reichsbank: 50 Mark vom 23. Juli 1920 (chemische Manipulation in Blau), Vorder- und Rückseite. Die blauen Fünfziger der eigentlich grünen Reichsbanknoten über 50 Mark vom 23.7.1920 könnten evtl. aus der gleichen "Werkstatt" stammen, bei ihnen handelt es sich auf alle Fälle ebenfalls um chemische Manipulationen. Auch hierzu könnte ein Hinweis im Katalog sinnvoll sein. Nochmals vielen Dank und beste Grüße Hans-Ludwig Grabowski
- Ein Besuch im Museum der Rumänischen Nationalbank in Bukarest
Wen es als Numismatiker oder Notaphilisten nach Bukarest verschlägt, der sollte zwei Stunden Zeit einplanen für einen Besuch im Geldmuseum der Rumänischen Nationalbank, das sich im Hauptgebäude der Bank in der Altstadt von Bukarest befindet. Es zeigt die Geschichte des rumänischen Geldes von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Rumänische Nationalbank besitzt eine umfassende numismatische Sammlung, die auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückgeht und nicht nur diese, sondern auch den Sozialismus, in dem die Staatsbank Rumänien ein Teil des Finanzministeriums war, unversehrt überstanden hat. Das Museum der Bank geht ebenfalls auf die 1930er Jahre zurück. Es wurde zu Beginn der 1950er Jahre geschlossen und in seiner heutigen Form erst 1997 neu eröffnet. Das historische Hauptgebäude der Rumänischen Nationalbank in der Altstadt von Bukarest Untergebracht ist es in der ehemaligen Kassenhalle sowie angrenzenden Räumen in dem zwischen 1884 und 1890 von dem rumänischen Architekten Eugeniu Carada im Stil der französischen Eklektik entworfenen historischen Gebäude der Bank, dass zwischen 2007 und 2010 aufwändig restauriert wurde. Ein Blick in die renovierte Kassenhalle. In jeder Säule ist ein Tresor eingebaut, in dem die Kassenbestände aufbewahrt wurden. Die Direktoren der Bank konnten das Treiben aus den Fenstern im Obergeschoss überwachen. Die Ausstellung selbst ist aufgeteilt in einen permanenten Teil (Dauerausstellung) sowie wechselnde Sonderausstellungen. Gezeigt werden Münzen, Orden und Banknoten, Dokumente, Fotos sowie Arbeitsgeräte der Bank aus allen Epochen. Unter den zahlreichen Münzen befindet sich etwa die sehr seltene Erstprägung einer 20-Lei-Goldmünze von 1866 unter König Carol I. Rumänien übernahm ab 1867 den Prägestandard der Lateinischen Münzunion, ohne selbst Mitglied zu sein, und prägte bis zum Ersten Weltkrieg umfangreich Silbermünzen sowie Goldmünzen zu 20 Lei. Die noch bis Dezember 2025 laufende Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte der Geldwechsler in Bukarest. 53 Kilogramm Gold in Form von 1500 Münzen sowie Barren aus US-amerikanischer, rumänischer und russischer Herstellung aus den Beständen der Bank. Aktueller Wert: EUR 6,2 Mio. Neben Schauen darf man auch anfassen, etwa einen 12,5 kg schweren Goldbarren, der natürlich gut gesichert ist. Druckerpresse aus der Zeit der Jahrhundertwende und Originalbogen mit 24 Banknoten zu 1 Million Lei der Ausgabe 1947 (Pick 60). Bei den auf der Presse liegenden Scheinen handelt es sich um Kopien. Auch das renovierte Gebäude beeindruckt mit seinen zahlreichen Verzierungen, Mosaiken und Fresken. Es ist erstaunlich, wie architektonisch aufwändig Bankgebäude auch in Rumänien vor der Zeit des Ersten Weltkriegs errichtet wurden. Vieles erinnert an Prachtbauten in Paris aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die fachlich sehr versierte Museumsführerin ging auf alle Fragen der Teilnehmer gerne ein. Leider verlieb nach der Führung keine Zeit, die Ausstellung nochmals auf eigene Faust anzuschauen, da das Gebäude nur im Rahmen einer Führung betreten werden kann. Einen Museumsshop gibt es nicht mit der (interessanten) Begründung, dass der Verkauf von Souvenirs nicht zum Kerngeschäftsfeld der Bank gehöre. Praktische Hinweise Adresse: Strada Lipscani nr. 25, Sector 3, Bukarest. Touren in englischer Sprache werden Montags bis Freitags um 12:00 Uhr und um 16:00 Uhr angeboten und sind kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung auf der Internetseite der Nationalbank https://muzeu.bnr.ro/en/24821-how-to-schedule-a-visit ist zwingend erforderlich, da am Eingang die Anmelde- mit den Ausweisdaten der Besucher abgeglichen werden und eine Sicherheitskontrolle erfolgt. Daher den Personalausweis oder Reisepass nicht vergessen. In der schräg gegenüber liegenden Bukarester Regionalfiliale der Rumänischen Nationalbank (Strada Lipscani nr. 16), die ebenfalls in einem historischen Bankgebäude untergebracht ist (sehenswert allein schon wegen der beeindruckenden Kassenhalle) können rumänische Sammlermünzen sowie Umlauf- und Gedenkbanknoten erworben werden (Ausweispflicht). Öffnungszeiten Montags bis Freitags von 8:30 Uhr bis 14:30 Uhr. Zum Thema passend kann man in dem gleich um die Ecke gelegenen, 2021 neu eröffneten Marmorosch Hotel die Führung bei einem Getränk ausklingen lassen. Das im Stil der Belle Epoque zwischen 1915 und 1921 errichte Gebäude beherbergte früher die Bank Marmorosch & Blank, bis zur Weltwirtschaftskrise 1931 die größte Privatbank Rumäniens. In der ehemaligen Kassenhalle befindet sich heute eine Bar sowie ein Restaurant. Der große Tresorraum mit der original erhaltenen Schließfachanlage wurde in eine Cocktailbar umgewandelt, die abends geöffnet ist und illustre Gäste anzieht. Dr. Sven Gerhard
- Ján Oliva und seine einzigartige Sammlung von Banknoten der Tschechoslowakei und Slowakei
Ein ehemaliger führender Bankbeamter und sein einzigartiges Album mit Banknoten zur tschechoslowakischen und slowakischen Währungsgeschichte. Familiärer Hintergrund Ján Oliva wurde am 14. Juni 1903 in Holíč (Deutsch: Holitsch oder Weißkirchen) in Mähren geboren. Seine Eltern, Ján Oliva und Mária, geb. Pukančíková, arbeiteten in der Landwirtschaft. Er hatte eine ältere Schwester, Elisabeth, geb. 1896, und einen jüngeren Bruder, Miloš, geboren 1908. Nach dem Abitur am Gymnasium arbeitete er zwei Jahre lang. Anschliessend setzte er seine Ausbildung an der Staatlichen Handelsschule in Skalica fort, wo er 1924 seine Abschlussprüfung ablegte. Abb. 1: Ján Oliva (1903-1982), Porträt. In der Bank der Tschechoslowakischen Legionen 1925 – 1928 Nach Ableistung seines Wehrdienstes in Petržalka (Deutsch: Engerau bzw. Audorf, heute Stadtteil von Bratislava) begann Ján Oliva 1925 seine Tätigkeit im Bankwesen, zunächst als Praktikant und später als Buchhalter in der Niederlassung der Bank der Tschechoslowakischen Legionen in Bratislava (Preßburg). Die Legion kämpfte ursprünglich nach der Oktoberrevolution in Russland gegen die Rote Armee; deren Bank organisierte die Sold- und Spareinlagen. 1919/20 wurde der Hauptsitz der Bank vom sibirischen Irkutsk nach Prag verlegt. In den Diensten der Nationalbank der Tschechoslowakei 1928 – 1939 Im Januar 1927 beantragte Ján Oliva die Aufnahme in den Dienst der Nationalbank der Tschechoslowakei (im Folgenden NBČS genannt). Seine Bewerbung wurde am 31. März 1928 angenommen, worauf er in das Hauptinstitut der Nationalbank in Prag eintrat. Ende 1928 wurde er endgültig zum Beamten der NBČS ernannt. Dank positiver Beurteilungen arbeitete er nach und nach in den Filialen in Cheb (Eger), Olomouc (Olmütz) und Žilina ( Sillein) . Während seiner Zeit bei der Zentralbank durchlief er mehrere Positionen: Schatzmeister, Liquidator sowie Wirtschaftsprüfer, tätigte Gold- und Währungsabzüge und führte ein Währungskonto. Er arbeitete als Controller im internen Rechnungswesen, stellvertretender Niederlassungsleiter und wurde am Ende seiner Karriere zum Direktor der NBČS ernannt. Abb. 2: Hochzeitsfoto von Ján Oliva und Hana Oliva (geb. Vaňková). Am 30. Januar 1932 heiratete er die Bankangestellte Hana (Anna) Vaňková und im Jahr 1933 wurde die einzige Tochter Hana Elena geboren. Die Aktivitäten von Ján Oliva in der Slowakischen Nationalbank und im Widerstand Nach Gründung der Slowakischen Nationalbank wurde Ján Oliva im April 1939 in den Dienst dieser Bank eingestellt, wo er als stellvertretender Leiter des Zentralbuchhaltungsamtes tätig war und den Kontrolldienst leitete. In den Jahren 1941 bis 1943 war er auch Mitglied des Ausschusses der Pensionskasse der Angestellten dieses Bankinstituts. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er illegal als Gefährte der Gruppe "Defense of the Nation" und kollaborierte mit den Londoner Emigranten. 1943 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei der Slowakei. Er gehörte zu den engen Mitarbeitern von Imrich Karvaš und beteiligte sich an den wirtschaftlichen Vorbereitungen des Slowakischen Nationalaufstandes, insbesondere an der Überweisung einer grossen Anzahl von Währungen an die Filiale in Banská Bystrica (Neusohl), ab Ende August 1944 dem Zentrum des Slowakischen Nationalaufstands. Nach Ausbruch des Aufstands wurde die Filiale Banská Bystrica vorübergehend mit der Erfüllung aller Rechte und Pflichten der Slowakischen Nationalbank (SNB) betraut. Ján Oliva sorgte als stellvertretender Leiter des Zentralen Rechnungshofs für die Freigabe von Mitteln für die Bedürfnisse des Hauptquartiers der 1. Tschechoslowakischen Armee sowie der Zivilverwaltung in Höhe von fast einer halben Milliarde Slowakischer Kronen. Für seine Tätigkeit im Widerstand erhielt er mehrere staatliche Auszeichnungen, insbesondere den Orden des Slowakischen Nationalaufstandes erster Klasse. Im April 1945 ernannte ihn der Kommissar des Slowakischen Nationalrats für Finanzen, Tomáš Tvarožek, zum Mitglied der provisorischen Verwaltung der Slowakischen Nationalbank (SNB). Vier Monate später wurden sie zusammen mit Ján Michalík mit den Funktionen der Direktoren der SNB betraut, in denen sie die Kompetenzen des Präsidenten und des Vizegouverneurs teilweise ersetzten. Abb. 3: Ján Oliva an seinem Arbeitsplatz, eingerahmt an der Wand eine aus Cheb stammende Anerkennung für seine geleistete Arbeit. Die Wiederherstellung und Verwaltung der tschechoslowakischen Währung nach 1945 In ihrer Sitzung vom 24. Juli 1945 ernannte die Regierung der Tschechoslowakischen Republik Ján Oliva und Matej Murtin zu slowakischen Vertretern in der provisorischen Verwaltung der Nationalbank der Tschechoslowakei. Die wichtigste Aufgabe, mit der sich die NBČS auseinandersetzen musste, war die Wiederherstellung der tschechoslowakischen Einheitswährung, da kurz nach dem Krieg in der Tschechoslowakei eine grosse Menge an ausländischem Geld zirkulierte. Die Einführung der Einheitswährung erfolgte am 1. November 1945, und die Tschechoslowakische Krone (Kčs) wurde auf dem gesamten Gebiet der Tschechoslowakei gesetzliches Zahlungsmittel. Pro Person durften maximal 500 Kronen gewechselt werden, sonstiges Bargeld und Einlagen wurden auf zinslosen Konten gebunden. Diese Einlagen konnten nur in begründeten Fällen, insbesondere zu sozialen Zwecken (Heirat, Geburt eines Kindes, Studium) freigegeben werden. Obwohl sich die Nationalbank der Tschechoslowakei verantwortungsbewusst verhielt und versuchte, auf übliche Weise Geld in die Wirtschaft freizusetzen, konnte sie den größten Teil der Währung nicht direkt beeinflussen, da dies auf andere Weise geschaffen wurde, insbesondere durch die Freigabe von Festgeldern, die auch als Sozial- oder Inflationsgeld bezeichnet wurden. Abb. 4: Exemplar der tschechoslowakischen 500-Kronen-Banknote von 1946 aus dem Album von Ján Oliva mit Perforation SPECIMEN und seiner Faksimile-Unterschrift (rechts). Bis zum 15. Oktober 1948 war Ján Oliva Mitglied der provisorischen Verwaltung der NBČS, als diese durch den Vorstand der Bank der NBČS ersetzt wurde. Mit Wirkung vom 1. Januar 1946 wurde er zum stellvertretenden Hauptdirektor der Geschäftsverwaltung der Nationalbank der Tschechoslowakei ernannt, eine Position, die er bis zur Gründung der Staatsbank der Tschechoslowakei im Jahr 1950 innehatte. Abb. 5.1/2: Ján Olivas Reisepass Nr. 358 vom 1. Januar 1946, welcher ihn als Mitglied der vorläufigen Nationalversammlung der Tschechoslowakischen Republik auswies. Ab Juli 1947 hatte Ján Oliva auch das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Monetären Liquidationsfonds inne, dessen Hauptaufgabe die Liquidation der Termineinlagen und die Wiedererlangung der tschechoslowakischen Währung war. Im Jahr 1946 wurde die Zentralverwaltung der Banken durch einen Regierungsbeschluss gemäß dem Dekret des Präsidenten der Republik über die Verstaatlichung der Aktienbanken eingerichtet, wobei Ján Oliva zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden ernannt wurde. Im Juli 1949 wurde er auch zum Mitglied des Vorstands der Slovenská Tatra banka, n. p., Bratislava, ernannt. Nach der Gründung der Štátna banka československá (Staatsbank der Tschechoslowakei) arbeitete er in Prag, zunächst als Direktor der Emissions- und Schatz-Verwaltung, als Leiter der Abteilung für Edelmetalle und schließlich als Leiter der Abteilung für die Kontrolle der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Von der kommunistischen Exekutive inszenierter politischer Prozess gegen Ján Oliva Nach der Konsolidierung der Macht durch die Kommunisten kam es in der Tschechoslowakei zu einer Reihe von politischen Prozessen. Im Umfeld der Notenbank standen die politischen Prozesse im Zusammenhang mit der düsteren monetären Entwicklung nach 1948, die von einer starken Inflation, dem Aufbau der Rüstungs- und Metallindustrie und dem Verlust der westlichen Märkte geprägt war. Diese Entwicklung führte 1953 zu einer einschneidenden Währungsreform, die maßgeblich breite Teile der Bevölkerung betraf. Das kommunistische Regime suchte nach Schuldigen für den "Staatsbankrott", so dass mehrere hochrangige Vertreter der ehemaligen Nationalbank der Tschechoslowakei, darunter auch Ján Oliva, unter erfundenen Anschuldigungen verhaftet wurden. Später wurde er zusammen mit Leopold Chmela, dem ehemaligen Generaldirektor der NBČS, vor Gericht gestellt. In der Anklageschrift hiess es: "Die Angeklagten haben die Voraussetzungen für die korrekte Anwendung des § 14 des Dekrets des Präsidenten der Republik Nr. 91/1945 Slg. über die Wiederherstellung der tschechoslowakischen Währung nicht geschaffen, sie haben den ordnungsgemäßen Ablauf der Freigabe der Einlagen aus der gekoppelten Währung vom organisatorischen Standpunkt aus nicht sichergestellt und insbesondere die Freigabe der Einlagen durch eine wohlwollende Auslegung der Freigabemöglichkeit unterstützt. Indem sie auf diese Weise Millionen von Summen in der neuen Währung freisetzten, war es den reaktionären Elementen möglich, weiterhin ein wohlhabendes und verschwenderisches Leben auf Kosten der Werktätigen zu führen." Das Urteil des Bezirksgerichts in Prag vom 1.7.1955 Oliva selbst wurde angeklagt, "seine kriminelle Praxis anzuwenden, indem er hauptsächlich in der Slowakei Geld freigab und seine Untergebenen Karol Markovic, Ján Michalík und Štefan Halabrín in diese Tätigkeit hineinzog". Das Gericht beschuldigte ihn, den Betrag von 4.811.627 CZK illegal aus dem Regionalbüro der NBČS in Bratislava freigegeben zu haben und dass "er als Leiter der Finanzabteilung der SBCS einigen Mitarbeitern der NBČS erlaubt hat, Gold und Diamanten aus der staatlichen Gold- und Diamantenreserve zu stehlen". Am 1. Juli 1955 wurde Ján Oliva durch Beschluss des Regionalgerichts in Prag zu sechs Jahren Gefängnis, gleichzeitig zu einer Geldstrafe und Beschlagnahmung seines Eigentums verurteilt. Er saß in den Gefängnissen in Dubnica nad Váhom (Dubnitz an der Waag) und Ilava (Illau), wurde auch gefoltert und verlor teilweise sein Gehör. Entlassung aus dem Gefängnis und Emigration seiner Tochter Hana Elena Nach seiner Rückkehr aus der Haft konnte Ján Oliva nicht mehr arbeiten. Er erhielt eine kleine Invalidenrente vom Staat, weil sein Gesundheitszustand sehr schlecht war. Gegen das Urteil erhob er gemäss dem Gesetz Nr. 82/1968 Slg. über die gerichtliche Wiedereingliederung Klage und wurde 1969 durch eine Entscheidung der Sonderkammer des Bezirksgerichts in Prag von der Anklage in vollem Umfang freigesprochen. Für seine Tätigkeit im Widerstand während des Zweiten Weltkriegs erhielt er mehrere staatliche Auszeichnungen. Abb. 6.1/2: Eine der Medaillen als Wiedergutmachung für die erlittenen Qualen in den Gefängnissen. Das Schicksal seiner Familie entwickelte sich auf vielschichtige und teils traurige Weise. Tochter Hana Elena, die nach der Verhaftung ihres Vaters die Universität verlassen musste, heiratete den tschechoslowakischen Armeeoffizier Václav Ambrož, mit dem sie einen Sohn, Pavel, hatte. Sie ließ sich später scheiden und heiratete Depold Vrba, der aus Jičín (Gitschin) stammte. Gemeinsam emigrierten sie 1968 in die Schweiz, wo ihre Tochter Olivia geboren wurde. Es war Pavels Einfall, seine Schwester Olivia zu nennen – eine klangliche Anlehnung an Oliva, welche die Wiedererkennung zum Familiennamen seiner Grosseltern schuf. Ján Oliva besuchte ab 1970 seine einzige Tochter und die Familie in der Schweiz so oft es ihm möglich war. Pavel, Ján Olivas Enkel, kam 1981 im Alter von 27 Jahren bei einem tragischen Sportunfall mit einem Deltasegler ums Leben. Abb. 7: Besuch in der Schweiz: (v.l.n.r.: Hana Elena Vrba, geb. Oliva, Ján Oliva, Pavel Ambroz, Hana Oliva). Im Hintergrund rechts die Fassade des Hauptbahnhofs Zürich. Ján Oliva starb am 12. Juni 1982 in Prag. In der Schweiz wurde er auf einem Friedhof in Bern zusammen mit seinen Familienangehörigen beigesetzt. Ein besonderes Album Ján Oliva war nicht nur in führenden Positionen bei verschiedenen Banken in der Slowakei und der Tschechoslowakei tätig, er hatte von der tschechoslowakischen Nationalbank als Anerkennung für seine Tätigkeit auch ein ganz besonderes Album geschenkt bekommen. Abb. 8: In Leder gebundenes Album von Ján Oliva. Das Album enthält auf über 180 Seiten Geldscheine, beginnend bei den ersten provisorischen Ausgabe der Tschechoslowakei auf Noten der Oesterreichisch-ungarischen Bank über Musternoten der Ersten Republik und zu Ausgaben für das Protektorat Böhmen und Mähren, der sowjetischen Besatzungsausgaben von 1945 und den Geldscheinen für die ersten slowakische Republik bis hin zu frühen Scheinen der Zweiten Republik. Den Abschluss bilden die Quittungen des Ghettos Theresienstadt. In diesem Album und in dieser Zusammenstellung sowie mit dieser Quelle ein ganz sicher einzigartiges Dokument zur Währungsgeschichte der Tschechoslowakei und Slowakei. Wir bitten um Verständnis, dass an dieser Stelle aus der Fülle der enthaltenen Scheine nur eine kleine Auswahl gezeigt werden kann. Abb. 9: Album Seite 1, Pick 5, 1000 Kronen der Oesterreichisch-ungarischen Bank mit markenähnlichem Aufdruck als provisorische Ausgabe der neu entstandenen Tschechoslowakei. Abb. 10: Seite 31, Pick 13, Muster zu 1000 Kronen der Nationalbank der Tschechoslowakei aus dem Jahr 1932. Abb. 11: Seite 35, Pick 18, Umlaufnote mit SPECIMEN zu 500 Kronen von 1920. Abb. 12: Seite 45, Pick 10, Muster zu Staatspapiergeld über 50 Kronen von 1919. Abb. 13: Seite 47, Pick 16, Seltenes Muster zu Staatspapiergeld über 50 Kronen von 1922. Abb. 14: Seite 51, Pick 9, Staatspapiergeld über 20 Kronen von 1919. Abb. 15: Seite 107, Pick 11, Muster zu der provisorischen Überdruck-Ausgabe über 1000 Kronen des ersten Slowakischen Staats aus dem Jahr 1939. Abb. 16: Seite 141, Pick 50A, Staatspapiergeld zu 2000 Kronen von 1945 mit SPECIMEN. Das Album wird in der Jubiläums-Auktion 100 des bekannten Schweizer Auktionshauses SINCONA AG in Zürich am 30. Oktober 2025 versteigert. Ruedi Kunzmann Quellen: Persönliches Familienarchiv in der Schweiz Internet, Stichwort: Jan Oliva bzw. Ján Oliva, abgerufen im August 2025
- Leserpost: Fehldruck bei 20 DM von 1960?
Werter Herr Grabowski, als langjähriger Abonnent der "Münzen & Sammeln" habe ich nun eine Bitte an Sie: Auf einer Münz-, Banknoten- und Briefmarkenbörse habe ich vor ein paar Wochen eine Banknote erworben, die offenkundig als Fehldruck einzustufen ist. Es handelt sich dabei um eine 20 DM- Banknote aus dem Jahr 1960 (Präfix einstellig). Der Schein besitzt ein Wasserzeichen, doch fehlen auf beiden Seiten wesentliche Elemente bzw. Druckvorgänge. Falls es Ihre wertvolle Zeit erlauben sollte, bitte ich Sie herzlich, mir zu der Banknote einige Informationen zukommen zu lassen. Eventuell lässt sich nach Ihrer Expertise auch eine Wertangabe zu dieser Seltenheit machen. Ganz herzlichen Dank für Ihre umfangreichen Bemühungen und beste Grüße. K. Gumbert Antwort der Redaktion Es handelt sich um keinen Fehldruck. Wir haben über dieses Phänomen schon öfters berichtet, meist zu 10 DM-Banknoten. In den 1970er Jahren hatte ein Vertreter von Reinigungsmitteln die „glänzende“ Idee, die Wirksamkeit eines von ihm angebotenen Mittels dadurch unter Beweis zu stellen, dass er den verblüfften Kunden demonstrierte, wie das Mittel selbst die Druckfarbe von Banknoten entfernen konnte. Es handelt sich also schlicht um eine Manipulation, die den Schein eigentlich wertlos macht. Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Lexikon: Lithografie
Die Lithografie (Steindruck) ist ein Flachdruckverfahren, bei dem ein lithografischer Stein (vorzugsweise Solnhofener Kalkstein), der Fett und Wasser einsaugt, verwendet wird. Die zu druckende Darstellung wird mit fetthaltiger Kreide oder Tinte auf den Stein gezeichnet, der mit Säure behandelt wird, wodurch sich die Poren des Steins verschließen und nur die gezeichneten Stellen die Druckfarbe annehmen. Lithografiestein mit Werbung für Hoffmanns Stärkefabrik, Bad Salzuflen. Klingenberg-Archiv. Steindruck-Sternradpresse, um 1850, Technisches Museum Wien. Alois Senefelder (1771-1834) gilt als Erfinder der Lithografie, Kreidelithografie 1834. Der Steindruck, wie der Flachdruck insgesamt, konnte sich für den Druck von Geldscheinen nicht durchsetzen. Erst im 20. Jahrhundert gewann er durch technische Verbesserungen an Bedeutung. Bei einigen Scheinen der altdeutschen Staaten wurde für den Unterdruck der Steindruck angewandt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Großtauschtag am 19. Oktober 2025 in Cham!
Am 19. Oktober 2025 findet in Cham wieder ein Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten statt, an dem aber immer auch Papiergeld zu finden sein wird. Neben Vereinsmitgliedern der Briefmarkenfreunde Cham und Umgebung sind auch rund 20 Fachhändler aus Bayern und anderen Teilen Deutschlands sowie aus der Tschechischen Republik mit eigenen Tischen vertreten. Der Verein freut sich auf regen Besuch aus Nah und Fern! Hans-Ludwig Grabowski
- DGW-Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2025-2
DGW (verschiedene Autoren): Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2025-2 45 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Berlin 2025. Preis: 9,80 Euro (für Vereinsmitglieder kostenlos). Jährlich gibt der Verein Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler (DGW) zwei Informationshefte heraus. Diese sind für Vereinsmitglieder kostenlos, können aber darüber hinaus auch von Sammlern und Interessenten bezogen werden. Schwerpunktthema: Titel- und Schwerpunktthema des neuen DGW-Heftes ist ein interessanter Beitrag von Eberhard Wühle zum Kalten Krieg und dem Tag "X". Darin geht es um vorbereitete Ersatzzahlungsmittel sowie Rationierungsbelege in Ost und West für den Krisen- und Kriegsfall. Weitere Themen sind: Nachruf auf Jos F.M. Eijsermans 1955-2025; Uwe Blomberg: Giesecke & Devrient und das Reichspatent 422294 vom 31. August 1924 zu eingelegten Papierstreifen beim Druck von Geldscheinen mit Beispielen zu Ausgaben der Bayerischen Notenbank, der Sächsischen Bank zu Dresden, der Banco de España in Burgos, zu kroatischen Staatsnoten von 1941 sowie zu Banknoten der Bulgarischen Nationalbank von 1942; Siegfried Seipold: DDR-Geldrollpapier – "Deutsche Post" und "Deutsche Reichsbahn"; Ringo Staudt: Die Strahmer-Formulare – auch 60 Jahre später eine Wissenschaft für sich? zu LPG-Geld der DDR; Thomas Krause: Greifenhagen, der Mythos 25-Pfund-Roggen-Schein; Wolfgang Schubert: Forschungsstand zum blauen Handstempel "Verwaltungsstelle 341 / Hermülheim" auf deutschen Reichsbanknoten zu 5 RM von 1942; Marco Scharfe: Die Aktion "Reutlinger Spende" 1945; Thomas Krause: Seriennummernsuche der Oberpostdirektion Stettin. DGW-Mitglieder haben das neue Heft sofort nach Erscheinen kostenfrei erhalten. Alle Nichtmitglieder können es zum Einzelpreis von 9,80 Euro plus Versandkosten über folgenden Kontakt bestellen: Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V., Internet: www.dgwev.de , E-Mail: info@dgwev.de . Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Botswana: Neue 50-Pula-Gedenkbanknote
Im Rahmen der Feierlichkeiten zu ihrem 50-jährigen Bestehen am 12. September 2025 kündigte die Bank of Botswana die Ausgabe einer limitierten 50-Pula-Gedenkbanknote an. Diese Gedenknote wird als gesetzliches Zahlungsmittel parallel zu der bestehenden Banknote mit dem Porträt des ersten Präsidenten der Republik Botswana, Sir Seretse Khama, in Umlauf gebracht. Die Gestaltung greift Elemente des kulturellen Erbes und der Errungenschaften Botswanas auf und behält gleichzeitig das touristische Thema der aktuellen 50-Pula-Banknote bei. Auf der Vorderseite sind das Hauptgebäude der Bank of Botswana in Gaborone und der Motswedi-Diamant abgebildet, der zweitgrößte Diamant, der jemals weltweit gefunden und in der Karowe-Diamantenmine von Lucara Botswana entdeckt wurde. Das Gebäude der Bank of Botswana spiegelt die Verantwortung der Bank für das Finanzsystem des Landes wider, während der Diamant die Bedeutung der Bodenschätze für die Wirtschaft Botswanas symbolisiert. Auf der Rückseite sind die botswanischen Sportler Letsile Tebogo, Bayapo Ndori, Busang Kebinatshipi und Anthony Pesela nach ihrer historischen Leistung bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris abgebildet. Der 21-jährige Letsile Tebogo gewann die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf und holte damit die erste olympische Goldmedaille für Botswana. Die Abbildung der Athleten auf der Banknote ist eine Botschaft und soll die junge Generation dazu inspirieren, höhere Ziele anzustreben. Das renovierte Hauptgebäude der Zentralbank und der Motswedi-Diamant. Letsile Tebogo mit seiner Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Paris. Die neue Gedenkbanknote behält die Sicherheitsmerkmale und das allgemeine Erscheinungsbild der im Umlauf befindlichen 50-Pula-Note bei, mit Ausnahme der verbesserten Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen. Der holografische Streifen wird durch einen gefensterten holografischen Sicherheitsfaden mit Mikro-Linsen namens ANIMA™ ersetzt, der einen animierten Effekt eines rennenden Mannes zeigt. Die Bank wird vor der Ausgabe der Gedenkbanknote, deren Datum noch bekannt gegeben wird, eine intensive Aufklärungskampagne durchführen. Sie wird voraussichtlich so lange im Umlauf bleiben, bis sie aufgrund natürlicher Abnutzung aus dem Verkehr gezogen wird. Dieses Video zeigt Präsident Duma Boko zusammen mit dem Gouverneur der Bank of Botswana, Cornelius Dekop, bei der Vorstellung der neuen Banknote: Donald Ludwig
- Sambia: Die Heritage-Serie ist nun vollständig
Die Banknoten der neuen Heritage-Serie aus Sambia wurden HIER in unserem Blog vorgestellt. Die 10- und 20-Kwacha-Banknoten wurden auf Durasafe® von Landqart, alle höheren Nennwerte auf Papier gedruckt. Die 10- und 20-Kwacha-Banknoten wurden auf Durasafe® von Landqart, alle höheren Nennwerte auf Papier gedruckt. Der Druckauftrag für die neuen Banknoten wurde an zwei verschiedene Druckereien vergeben. Die eine Druckerei produzierte die 10-, 20-, 200- und 500-Kwacha-Banknoten, die am 31. März 2025 ausgegeben wurden. Die zweite Druckerei konnte die 50- und 100-Kwacha-Noten nicht rechtzeitig fertigstellen, sodass sich ihre Ausgabe verzögerte und sie offiziell erst am 1. September 2025 ausgegeben wurden. Die Einziehung der alten 50er- und 100er begann am selben Tag. Die Bank of Zambia hat eine Bildungs-App mit dem Titel „Zambian Banknotes“ über die neuen Banknoten der „Heritage-Serie“ veröffentlicht. Die App ist sowohl im Google Play Store als auch im iOS App Store erhältlich. Sie soll das Bewusstsein und Verständnis der Öffentlichkeit für die Merkmale der neuen Banknotenserie stärken und bietet Nutzern detaillierte Informationen und interaktive Grafiken, die die wichtigsten Sicherheitsmerkmale der neuen Banknoten hervorheben. Donald Ludwig
- Reichsbanknote zu 20 Reichsmark 1924: Ein ungeklärtes Phänomen
Auch nach der Veröffentlichung von Arnold Keller [1] war der Zusammenhang von Unterdruckbuchstaben und Serienbuchstaben auf Reichsbanknoten noch unklar. Seit 20 Jahren ist deren Wechselwirkung jedoch bekannt. Leider sind bei den Bombenangriffen auf Berlin angeblich auch sämtliche Aufzeichnungen zum Banknotendruck bei der Reichsdruckerei verbrannt. Weder beim Nachfolgebetrieb „Staatsdruckerei Berlin“ noch bei der Bundesdruckerei ließen sich entsprechende Akten finden, denen man Einzelheiten zum Banknotendruck 1924 und danach hätte entnehmen können. Entschlüsselt wurden dann die Zusammenhänge der Unterdruckbuchstaben und der jeweiligen Serien. [2] Aber eine Banknote passt nicht ins Schema: Serie U mit KN 2295657 und UdrBst. H. Abb. 1: 20 Reichsmark 11. Oktober 1924, Vorderseite, 160 × 80 mm. Abb. 2: 20 Reichsmark 11. Oktober 1924, Rückseite, aus der 3. Druckcharge vom Oktober 1924. Wahrscheinlich wurden die Druckauflagen in Nutzen zu 8 x 4 Scheinen gedruckt; die Chargen enthielten die Serien A bis H, J bis Q, und R bis Y. Nach dem Druck wurden die Banknoten nummeriert, beginnend rückseitig bei 0000001 bis 0010000 und anschließend wurden die Vorderseiten mit rückwärts laufenden Apparaten nummeriert: von 0010000 bis 0000001, so dass die Kontrollnummern 0000001 der acht Serien dem Stapel obenauf lagen. Die Serien A bis Q wurden komplett bis 9999999 gedruckt, die Serien R bis Y lediglich bis 8000000. Nach Forderungen der Reichsbank wurden dann entsprechende Mengen mit einem sog. Unterdruckbuchstaben versehen und von der Reichsdruckerei geliefert. Die im Oktober 1924 fertig gedruckten Scheine umfassten die Serie mit den KN von 0000001 bis wahrscheinlich 2550000. Der Schein mit der KN 2295657 entstammt deshalb der ersten dritten Druckcharge und hätte den UdrBst. Q tragen müssen. Wieso gibt es dann ein Exemplar mit UdrBst. H? Die Banknote ist bei der englischsprachigen Wikipedia abgebildet. Francisco Evans hat dort den Schein am 9. Juni 2011 hochgeladen – zusammen mit den Reichskreditkassenscheinen zu 0,50 bis 50 RM. Der abgebildete Schein ist mit großer Sicherheit echt und wurde erst im August 2017 von einem deutschen Sammler dort entdeckt. Ersatz- bzw. Austauschnoten hat es bei der Reichsdruckerei nicht gegeben, jeder defekte Schein wurde angeblich nachgedruckt. Deshalb kommt diese Möglichkeit nicht infrage. Ein Fehldruck ist auszuschließen, ein sog. Schimmeldruck scheidet ebenfalls aus und Falscheinstellungen der Numeratoren kommen auch nicht in Betracht, da dies bei zwei Kontrollnummern auf der Rückseite und einen Tag oder Tage später auf der Vorderseite des Scheins nicht passieren konnte. Wahrscheinlich wurde ein nummerierter Bogen aus irgendwelchen Gründen entnommen. Später man hat den Bogen dann bei den Drucken mit UdrBst H in den Stapel mit eingelegt. Es müssten nach dieser Denkart weitere Scheine mit U 22... und UdrBst H vorhanden sein: U 2265657, U 2275657, U 2285657 sowie U 2295657 – und das für die acht Serien R bis Y. Banknoten der Serie U mit UdrBst H wurden dennoch gedruckt. Diese kommen aber nur im Zahlenkreis U 5700001 ... U 6400000 vor. Letztendlich wurden die Banknoten mit einem Kontrollstempel versehen, die aufgrund der Regelung im sog. Dawes-Plan notwendig waren: „... In der unteren Hälfte des Abschnittes eingebettet ist der durch das Dawes’sche Gesetz vorgeschriebene farblose Kontrollstempel, ohne den die Noten wertlos sind“ [3] – ein alliierter Notenkommissar prüfte die Banknoten-Ausgabe und damit die Überwachung der Deckungsvorschriften des Notenumlaufs. Erst danach waren die Banknoten gesetzliche Zahlungsmittel. Die Scheine lagen nach dem 8. November 1924 banderoliert zu je 50 Stück an den Ausgabestellen der Geldinstitute im Deutschen Reich vor. Michael H. Schöne Quellen: Dr. A. Keller: „Das Papiergeld des Deutschen Reiches 1874–1945“, 5. Aufl., Westberlin 1956 M. H. Schöne: „Die Varianten der deutschen Reichsbanknoten 1924–1948“, Pirna 2005 Köllnische Zeitung“: „Deutschlands neues Geld“, Nr. 47 vom 19. November 1924 https://en.wikipedia.org/wiki/Reichsmark https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20_Reichsmark_1924_Deutsche_Reichsbank.png bzw. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f1/20_Reichsmark_1924_Deutsche_Reichsbank.png












