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- Simbabwe: 50-Dollars-Noten eingeführt
Die Reserve Bank of Zimbabwe brachte am 7. Juli 2021 neue 50-Dollars-Noten in Umlauf und führte somit ein neues Höchstnominal ein. Insgesamt sollen Scheine im Nominalwert von 360 Mio. Simbabwe-Dollars zirkulieren. Erst im Mai 2020 waren 10- und 20- Dollars-Noten als größte Stückelungen der Banknotenfamilie ausgegeben worden. Die Inflation bereitet Simbabwe bereits seit zwei Jahrzehnten Probleme; die Landeswährung erfuhr im Laufe der Zeit mehrere drastische Abwertungen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Simbabwe: Einführung neuer Nominale in Planung
Inflationsbedingt musste Simbabwe in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt die Landeswährung durch Streichung einiger Nullen anpassen. Nach der Einführung des neuen Simbabwe-Dollars im Jahr 2019 mussten bereits 2020 mit den 10- und 20-Dollars-Noten höhere Nominale geschaffen werden. Aufgrund der hohen Inflationsrate sollen im Laufe des Jahres wieder größere Nominale folgen: 50, 100 und 200 Dollars. Zwar herrscht in Simbabwe inflationsbedingt Bargeldmangel, jedoch wird erwartet, dass durch diese Maßnahme die Geldentwertung weiter vorangetrieben wird. Die Gestaltung der geplanten Ausgaben ist noch nicht bekannt; als erstes Nominal soll der Fünzfiger eingeführt werden. Kana Totsuka Abb. Harmut Fraunhoffer (www.banknoten.de) #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka
- Simbabwe: Neue 10- und 20-Dollars-Noten
Die Reserve Bank of Zimbabwe gab am 15. Mai 2020 die Gestaltung der neuen 10- und 20-Dollars-Noten bekannt. Die Vorderseiten zeigen wieder die Chiremba Balancing Rocks in Epworth bei Harare, während auf den Rückseiten Kaffernbüffel bzw. ein Elefant abgebildet sind. Die neuen 10-Dollars-Noten wurden am 19. Mai 2020 in Umlauf gebracht; die Einführung der Zwanziger soll in der ersten Juniwoche folgen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com) #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka
- Simbabwe: Neue 10- und 20-Dollars-Noten angekündigt
Einer Nachrichtenaussendung der NewsdzeZimbabwe zufolge soll die Reserve Bank of Zimbabwe in den nächsten Wochen neue 10- und 20-Dollars-Banknoten im Wert von insgesamt 600 Millionen Dollars in Umlauf bringen. Die Gestaltung der neuen Scheine, die sich im Druck befinden sollen, ist noch nicht bekannt. Eine Pressemeldung der Zentralbank mit dem genauen Ausgabedatum wird erwartet. Abb.: aktueller 20-Dollars-Schein (2009) Kana Totsuka Abb. Hartmut Fraunhoffer (www.banknoten.de) #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka
- Simbabwe: Wieder höhere Nominale
Mthuli Ncube, Finanzminister Simbabwes, gab bekannt, dass inflationsbedingt in den nächsten Monaten Banknoten zu höheren Nominalen eingeführt werden sollen. Seit Juni 2019 ist in Simbabwe der Zahlungsverkehr mit Fremdwährungen verboten; im November wurde mit der Ausgabe neuer 2- und 5-Dollars-Scheine begonnen. Die Lage hat sich jedoch offenbar nicht beruhigt: Simbabwe verzeichnete 2019 eine Jahresinflationsrate von 440 %. Nun sollen Banknoten zu 10, 20 und 50 Dollars die alltäglichen Transaktionen erleichtern. Kana Totsuka Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka
- Simbabwe: Neue 2- und 5-Dollars-Noten
Die Reserve Bank of Zimbabwe beginnt am 11. November 2019 mit der Ausgabe neuer Noten über 2 und 5 Dollars, die die seit 2016 ausgegebenen Schuldscheine, die sog. Bond-Noten, ersetzen sollen. Diese Bond-Noten werden von der Bevölkerung abwertend auch als "Bollar" bezeichnet und können nur von der Zentralbank des von Inflation geplagten Landes eingetauscht werden. Die neuen Scheine ähneln dem Aussehen nach den Bond-Noten, es fehlt jedoch die Aufschrift "BOND NOTE". Die drei aufeinander gestapelten Felsen auf den Vorderseiten stellen das Logo der Reserve Bank of Zimbabwe dar. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Simbabwe #Dollar #Totsuka
- Philippinen: Neuer Auftrag für Note Printing Australia
Mamerto E. Tangonan, stellvertretender Gouverneur der philippinischen Zentralbank, gab kürzlich bekannt, dass die für die Bargeldversorgung zuständige Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) einen Folgeauftrag für die Produktion der 1000-Piso-Polymer-Banknote an Note Printing Australia, eine Tochtergesellschaft der australischen Zentralbank (Reserve Bank of Australia), vergeben hat. Der Auftrag umfasst die Lieferung und Produktion von insgesamt 1 Milliarde 1000-Piso-Polymer-Banknoten, die schrittweise bis 2024 geliefert und in diesem (2024) und im nächsten Jahr (2025) in Umlauf gebracht werden sollen. Die 1000-Piso-Banknote ist die höchste in Umlauf befindliche Wertstufe auf den Philippinen. Ende 2022 – neuere Zahlen sind (mir) derzeit nicht bekannt – waren 1,80 Milliarden Piso im Umlauf, das sind etwas mehr als 35 Prozent aller umlaufenden Banknoten. 1000 Piso entsprechen derzeit etwa 16 Euro. Das Volumen des Folgeauftrags ist doppelt so hoch wie das des Erstauftrags an Note Printing Australia, die zwischen 2021 und 2023 insgesamt 500 Millionen 1000-Piso-Noten aus Polymer-Kunststoff an die BSP geliefert hat. Dieser Auftrag, der die Entwicklung, Produktion und Lieferung dieser Banknote umfasste, hatte einen Wert von 3,7 Milliarden philippinischen Piso (rund 61 Millionen Euro). Der Preis für eine 1000-Piso-Note aus Polymer für die Erstausrüstung betrug somit 7,4 Piso (etwa 12 Eurocent). Gegenüber philippinischen Medien betonte der Vizegouverneur auch, dass die Produktion der Polymerbanknoten in Australien für die Philippine Bank of Singapore billiger und einfacher zu handhaben sei, da die eigene Banknotendruckerei in Quezon City derzeit nicht in der Lage sei, Polymerbanknoten zu drucken. Deshalb ist es notwendig, die Produktion auszulagern. Genau dies hatte in der philippinischen Politik für Kritik gesorgt, auf die der Vizegouverneur deshalb noch einmal einging. Er berichtete auch, dass die philippinische Bevölkerung die neue 1000-Piso-Note inzwischen weitgehend akzeptiert habe. Die BSP hat ein Programm aufgelegt, um zu untersuchen, ob die Polymerbanknote, die im April 2022 erstmals in Umlauf kam, tatsächlich Vorteile gegenüber der Papierbanknote bietet, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit, CO2-Fußabdruck, mikrobiologische Kontaminierung, Lebensdauer und Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Programm umfasst auch eine Studie, die 2025 veröffentlicht werden soll. Vorläufige Ergebnisse der Studie zeigen, so der stellvertretende Gouverneur, dass die Polymerbanknote die Hygieneanforderungen erfüllt. Ob sie im philippinischen Umlauf tatsächlich länger haltbar und widerstandsfähiger ist als die Banknote aus Papier, ist derzeit noch offen. Im Moment sieht es aber so aus, als ob die Polymer-Banknote 2,5 bis 4 mal länger hält als die aus Papier. Dies würde eine Einsparung von 1,2 bis 2,4 Mrd. Piso (ca. 20 bis 40 Mio. Euro) bedeuten. Da man bei der Philippinischen Zentralbank davon ausgeht, dass sich die Vorteile der Polymer-Banknote, insbesondere in Bezug auf die Umlaufdauer, endgültig bestätigen werden, wurde der Auftrag über 1 Mrd. neue 1000-Piso-Noten aus Polymer an Note Printing Australia vergeben. Ob die Produktion der Tausender aus der Serie ''Helden der Philippinen'' aus ''Papier'', von der in den Jahren 2022 und 2023 noch neue in Umlauf kamen, nun endgültig eingestellt wird, ist derzeit nicht bekannt. Es ist jedoch bekannt, dass die Philippinische Zentralbank plant, in Zukunft auch die 100- und 500-Piso-Banknoten auf Polymer-Kunststoff umzustellen. Viel wird davon abhängen, wie gut die Bevölkerung die Polymer-Tausender letztendlich akzeptiert. Hier ist die BSP nach jüngsten Umfragen zuversichtlich. Ralf Faust
- Aus privaten Sammlungen: 100 Forint/Gulden des Ungarischen Finanzministeriums von 1848
1848 war das Jahr der Revolutionen in Europa. Die Ungarn versuchten sich von den Fesseln der Habsburger Herrschaft zu befreien. Wie immer, wenn Geschichte passiert, so hinterließ auch das Jahr 1848 und das Streben der Ungarn nach nationaler Unabhängigkeit geldgeschichtliche Spuren. Nachdem Ende Februar 1848 in Frankreich eine erneute Revolution ausgebrochen war, stürmten die Menschen in Pest die Wechselstellen, um ihr österreichisches Papiergeld, dem sie nicht mehr vertrauten, in Silbermünzen einzulösen. Lajos Kossuth forderte ein eigenes ungarisches Finanzministerium und der Konflikt zwischen Ungarn und Österreich mündete in eine ungarische Revolution und den Unabhängigkeitskampf. Am 11. April 1848 wurde eine eigenständige ungarische Regierung gebildet, in der Kossuth Finanzminister wurde. Die Ungarn benötigten jetzt eigenes Geld, um sich von Wien zu lösen. Zuerst wurde aus der Pester Handelsbank die Ungarische Handelsbank, die Geldscheine über 1 und 2 Forint ausgab, die im August 1848 in Umlauf kamen. Mit Datum vom 1. September 1848 folgte schließlich ungarisches Staatspapiergeld des Finanzministeriums mit Unterschrift von Kossuth über 5, 10 und 100 Forint. Ungarn, Finanzministerium (Pénzjegy): 100 Forint/Gulden vom 1. September 1848, in Umlauf vom 7. November 1848 bis 8. März 1849 Vorderseite: Ornamant-Rahmen, oben bekröntes ungarisches Wappen und unten Medaillon mit Frauenkopf. Rückseite: Ornamente und Straftext in fünf Sprachen. Format: 183 mm x 128 mm Druck: Staatliche Notendruckerei Buda-Pest Katalogreferenzen: HUN-S118 (Standard Catalog of World Paper Money, Specialized Issues) 2 (Rádóczy/Tasnádi: Magyar Papírpénzek 1848 – 1992) G114 (Adamovszky: Magyar Bankjegy Katalógus 1759 – 1925) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Lexikon: Darleh(e)nskassen
1. Preußen Darlehens- oder Darlehnskassen sind in Preußen in Krisenzeiten zur Stützung von Handel, Gewerbe und Landwirtschaft gegründete Kassen, die gegen Verpfändung von Wertpapieren und Waren Darlehen durch Ausgabe von nominell (nicht immer faktisch) einlösbarem Staatspapiergeld (Darlehens- oder Darlehnskassenscheinen) gewährten. Sie standen unter der Leitung der Preußischen Bank. Ausgabedaten und -ursachen: 1848, 1- und 5-Thaler, innenpolitische Ereignisse (revolutionäre Bewegung); 1866, 1-, 5- und 10-Thaler-Scheine, Preußisch-Österreichischer (Deutscher) Krieg; 1868, 5-Thaler-Schein, Missernte durch Überschwemmungen in den ostpreußischen Regierungsbezirken Königsberg und Gumbinnen; 1870, 5-, 10- und 25-Thaler-Scheine, Deutsch-Französischer Krieg. Diese Scheine galten laut Gesetz als Scheine des Norddeutschen Bundes. G/K-291: Preußen, Haupt-Verwaltung der Darlehns-Kassen, 1 Thaler vom 15.4.1848, Vorder- und Rückseite (Sammlung Beerenwinkel). G/K-293: Preußen, Haupt-Verwaltung der Darlehns-Kassen, 1 Thaler vom 18./19.5.1866, Vorder- und Rückseite (Sammlung Kranz). G/K-298: Preußen, Preußische Hauptverwaltung der Staatsschulden, 25 Thaler vom 1.8.1870, Vorder- und Rückseite (Sammlung Kranz). 2. Baden In Baden erhielt die seit 1833 bestehende Allgemeine Versorgungsanstalt nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs 1870 vom Staat die Genehmigung zur Ausgabe von Darlehnskassenscheinen in den Werten zu 5 und 10 Gulden. Man wollte so Kreditbedürftigen helfen, die gegen Verpfändung von Waren oder Wertpapieren diese Zahlungsmittel erhielten. G/K-51: Baden, Allgemeine Versorgungsanstalt, 10 Gulden vom 30.7.1870, Vorder- und Rückseite (Sammlung Kranz). 3. Braunschweig Im Herzogtum Braunschweig gab die Darlehns-Bank 1848 Darlehns-Bankscheine zu 1 und 5 Thaler des Herzoglich Braunschweig-Lüneburgischen Leihhauses von 1842 mit zusätzlichem Aufdruck aus. G/K-90: Braunschweig, Darlehns-Bank, provisorische Darlehns-Bankschein, Überdruck auf 1 Thaler der Herzoglich Braunschweig-Lüneburgische Leihhaus-Commission vom 7.3.1842 (Ausgabe vom 4.5.1848), Vorder- und Rückseite (Kopie). 4. Deutschland Nach preußischem Vorbild wurden zu Beginn des Ersten Weltkriegs Darlehenskassen gegründet (Darlehenskassengesetz vom 4.8.1914). Sie standen unter der Verwaltung der Deutschen Reichsbank. Die 1-, 2-, 5-, 20- und 50-Mark-Darlehenskassenscheine der Reichsschuldenverwaltung waren laut Gesetz für die Bardeckung der umlaufenden Reichsbanknoten zugelassen. DEU-54a: Deutschland, Kaiserreich, Reichsschuldenverwaltung, Darlehenskassenschein zu 5 Mark vom 5.8.1914, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). 5. Österreich In Österreich wurden während des Ersten Weltkriegs Kriegsdarlehenskassen gegründet (Verordnung vom 19.9.1914), die der Oesterreichisch-Ungarischen Bank unterstanden und Kassenscheine über 250, 2000 und 10.000 Kronen in deutscher und ungarischer Sprache ausgaben. AUT-26: Österreich-Ungarn, Kaiserreich, Kriegsdarlehenskasse, Kassenschein über 250 Kronen vom 20.9.1914, Vorder- und Rückseite (KPM). 6. Schweiz Auch in der Schweiz wurde während des Ersten Weltkriegs eine ähnliche Kasse, die Darlehnskasse der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gegründet, die einen 25-Franken-Schein ausgab. Darüber hinaus hielt sie Reservenoten zu 100 Franken von 1914 sowie 1 und 2 Franken von 1915 vor, die aber nicht in Umlauf kamen. CHE-23: Schweiz, Darlehenskasse der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Kassenschein zu 25 Franken vom 9.9.1914, Vorder- und Rückseite (Sincona AG). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Manfred Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten – Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-188-8 Auflage: 1. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 344 Seiten Format: 17 x 24 cm Preis: 69,00 Euro Mehr lesen …
- Lexikon: D-Banken
Erste Geschäftsadresse der Deutschen Bank in Berlin im Erdgeschoss Französische Straße 21 (Eröffnet am 9. April 1870). D-Banken ist eine frühere Bezeichnung für die größten deutschen Banken, deren Banknamen alle mit "D" begannen: Deutsche Bank und Diskontogesellschaft (Deutsche Bank gegründet 1870, Diskontogesellschaft gegründet 1856, 1929 miteinander verschmolzen) Dresdner Bank (gegründet 1872) Darmstädter und Nationalbank (Darmstädter Bank gegründet 1853, Nationalbank gegründet 1881, 1921/22 vereinigt). Die Bank geriet 1931 in Zahlungsschwierigkeiten und fusionierte mit der Dresdner Bank. Hauptverwaltungsgebäude der Dresdner Bank in der Berliner Behrenstraße 1926 (Bundesarchiv Bild 183-H28533). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …
- Lexikon: Customs Gold Units
Central Bank of China: 50 Customs Gold Units, Shanghai 1930, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Customs Gold Units (Zoll-Goldeinheiten) waren 1947/48 von der Central Bank of China ausgegebene Noten, die auf Customs Gold Units lauteten. Ursprünglich waren die bereits 1930 gedruckten Noten nicht für die Zirkulation bestimmt, sondern zur Verrechnung mit Zollzahlungen, wobei für die Scheine eine Golddeckung bestand (1930 im Wert 1 CGU = 0,40 US-Dollar). Nachdem die Scheine (auch die alten mit Datum von 1930) wie Banknoten in Umlauf gebracht wurden, verloren sie bald aufgrund der ständig vermehrten Auflagen an Wert. Der höchste ausgegeben Nominalwert betrug 250.000 CGU (Ausgabe 1948), höhere Nominale (z.B. über 5 Millionen CGU von 1930) sind moderne Fantasiedrucke. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski
- „Die Jugend der Welt kehrt zu Gast bei uns ein“
Anmerkungen zu den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Ost-Berlin 1951 Nach den verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges sehnte sich die Bevölkerung nach einem friedlichen Miteinander der Völker. Am 10. November 1945 beschlossen in London die meist kommunistisch ausgerichteten Jugendverbände, die im „Weltbund der Demokratischen Jugend“ (WBDJ) zusammengeschlossen waren, Weltjugendtreffen ins Leben zu rufen. Diese Weltfestspiele, bei denen sich Jugendliche aus den verschiedensten Ländern trafen, sollten der internationalen Freundschaft und Völkerverständigung dienen und einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Die ersten Weltfestspiele der Jugend und Studenten mit 17.000 Teilnehmern aus 71 Staaten fand 1947 in Prag statt. 1949 kamen 10.400 Teilnehmer nach Budapest; zu den III. Weltfestspielen nach Ost-Berlin 26.000. Bei der Eröffnungsveranstaltung marschierten am 5. August 1951 Vertreter aus 104 Staaten in das 1950 eröffnete Walter-Ulbricht-Stadion (später Stadion der Weltjugend) in der Wuhlheide. Die propagandistische Ausrichtung der Veranstaltung wurde schnell klar, als DDR-Präsident Wilhelm Pick und FDJ[1]-Vorsitzender Erich Honecker in ihrer Begrüßung „Es lebe der Führer und Bannerträger des Friedens in der Welt, der Lehrmeister der Jugend aller Länder, unser geliebter Josef Stalin“ ausriefen. Die Westdeutsche FDJ[i] und das „Westdeutsche Komitee zur Vorbereitung der Weltfestspiele“ rührten kräftig die Werbetrommel für die Ost-Berliner Veranstaltung. Aus dieser Zeit stammt die hier vorgestellte Blüte des Komitees, deren Vorderseite die Rückseite der Note der Bank deutscher Länder zu 20 Deutsche Mark (WBZ-6) von 1948 zum Vorbild hat, während die andere Seite der Anmeldung zu den Weltfestspielen dient. Gedruckt wurde der 148 x 70 mm große Schein von „Nölting’s Druckerei Hamburg 35“. Interessant ist, wer für das Komitee als Präsident verantwortlich zeichnete: Manfred von Brauchitsch. 2. Tagung des Internationalen Festkommitees für die III. Weltfestspiele, Großkundgebung in der Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin am 21. Mai 1951. Blick auf das Präsidium. In der Mitte Manfred von Brauchitsch. Blüte zu 20 DM, o. D. (1948), Banknotenabbildung auf der Vorderseite und Anmeldung zu den III. Weltfestspielen auf der Rückseite. Manfred Georg Rudolf von Brauchitsch (* 15. August 1905 in Hamburg; † 5. Februar 2003 in Schleiz) entstammt einem alten schlesischen Adelsgeschlecht. Nach dem Abitur trat er in Berlin-Spandau dem Freikorps „Brigade Erhardt“ bei und wurde 1924 in die Reichswehr übernommen. Nach einem schweren Motorradunfall verließ er 1928 das Militär als Fähnrich. Nach seiner Genesung wurde er Rennfahrer, zunächst als Privatfahrer und ab 1933 als Werksfahrer von Mercedes-Benz, mit deren Silberpfeilen er einige beeindruckende Siege errang, die seinen Ruhm begründeten. 1940 bis 1943 war er persönlicher Referent von Junkers-Chef Dr. Koppenberg und bekleidete den Rang eines Sturmführers beim Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK). 1944 wechselte er als Referent ins Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion, dessen Chef Albert Speer war. Nach dem Krieg siedelte er an den Starnberger See. 1948 wurde er Sportpräsident des wieder gegründeten AvD (Automobilclub von Deutschland). 1949 versuchte er sich in Argentinien nochmals als Rennfahrer, vermochte aber nicht an seine Vorkriegserfolge anzuknüpfen, sodass er im März 1950 wieder nach Deutschland zurückkehrte. Der mittellose von Brauchitsch traf sich in der Folgezeit mehrfach mit Walter Ulbricht und ließ sich im März 1951 zum Präsidenten des „Westdeutschen Komitees zur Vorbereitung der Weltfestspiele“ und 1952 zum Präsidenten des „Westdeutschen Komitees für Einheit und Freiheit im Deutschen Sport“ wählen. Nachdem seine Autobiographie in einem Ost-Berliner Verlag erschienen war, wurde der westdeutsche Staatsschutz auf ihn aufmerksam und stellte Ermittlungen über das Sport-Komitee an. Im Mai 1953 wurde von Brauchitsch verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Geheimbündelei und Staatsgefährdung angeklagt. Ende 1954 flüchtete er in die DDR, wo er bis 1960 als Sportfunktionär wirkte.[3] III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Ost-Berlin 1951, Stadion in der Wuhlheide. Sondermarken der Deutschen Post der DDR zu den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Ost-Berlin 1951. III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin 1951, große Demonstration der jungen Friedenskämpfer Deutschlands am 12. August 1951 in Ost-Berlin. III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin 1951, große Demonstration der jungen Friedenskämpfer Deutschlands am 12. August 1951 in Ost-Berlin. Auf dem Spruchband: "Stalin – der größte Freund des deutschen Volkes". Die Anfangsjahre der Bundesrepublik stehen nicht nur für das Wirtschaftswunder. Die veränderte politische Großwetterlage in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einer Integration der Bundesrepublik in das westliche Bündnissystem und zu einer konsequenten Abgrenzung zum Osten. Die Ära Adenauer war durch einen strengen Antikommunismus gekennzeichnet. Dies änderte sich erst mit der sozialliberalen Koalition Ende der 1960er Jahre. Der folgende Auszug aus der Niederschrift einer Lehrerkonferenz der Berufsschule Wissen vom 9. Juli 1951 spricht eine deutliche Sprache: „Weltjugendspiele im August 1951: Hierzu führte Herr Direktor Thiel aus, dass die Weltjugendspiele zahlreiche Ausländer, Teilnehmer aus den Westzonen und besonders die Jugend aus der Ostzone erwarten. – Zweifellos stünden große sportliche Ereignisse auf dem Programm, die aber in Wahrheit nicht den edlen, sportlichen Wettstreit verkörpern sollen, sondern die nur das Täuschungsmanöver für eine groß angelegte kommunistische Demonstration sei, die zur Verbolschewierung der Jugend beitragen solle. – Die Ostzone bemüht sich leider, so bemerkte der Herr Vorsitzende, in den Westzonen für diese Festspiele Stimmung zu machen, um die West-Jugend zu veranlassen, an dieser Demonstration teilzunehmen. – Die Damen und Herren des Kollegiums werden gebeten, in ihren Klassen festzustellen, ob bei den Schülern ein Interesse für diese Festspiele geweckt wurde. Gegebenenfalls sollen die Festspiele mit ihren wahren Hintergründen aufklärend besprochen werden. Briefpropaganda für die U.d.S.S.R. und die Ostzone: Das Kultusministerium gibt dazu bekannt, dass Propagandabriefe nicht zu beantworten seien. – Der Herr Direktor hat das Büchlein ‚Recht und Ehre’ in Händen, das auf gleiche Weise in die Westzone gelangte. Er führt dazu aus, dass es unter dem Namen eines Nürnberger Verlags erschienen sei, dass es bei Betrachtung der ersten Seiten durchaus den Eindruck eines in Westdeutschland veröffentlichten Schriftstückes mache, jedoch im Inneren der Schrift die Hetze der Ostzone gegen den Westen offenbare. – Man könne an diesen Tatsachen nicht vorübergehen, ohne sich ernste Gedanken gemacht zu haben, unterstrich Herr Direktor Thiel. – In diesem Zusammenhang wies er auf die kürzlich in Dortmund stattgefundene Demonstration der kommunistischen Jugend hin, die mit Polizeigewalt auseinander getrieben wurde. Ferner sagte er, dass die Jugend noch nicht die Fähigkeit habe, eine objektive Beurteilung der Verhältnisse zu erwägen. Vielmehr müssten die Lehrerschaft und die Erziehungsberechtigten hier beratend und aufklärend wirken.“[4] Die Bundesbehörden be- und verhinderten nicht nur die Ausreise teilnahmewilliger Jugendlicher, sondern bedrohten auch westdeutsche Transportunternehmen, die die Aktionen der verbotenen West-FDJ unterstützten. Bis zum 28. Juli 1951 wurden über 6.000 FDJ-ler an der Zonengrenze zurückgewiesen. In Niedersachsen wurden allein 11.000 Polizeibeamte in Alarmbereitschaft versetzt. US-Behörden hinderten den Sänger, Schauspieler und Bürgerrechtler Paul Robeson daran, nach Ost-Berlin zu reisen. Die britische Labour-Party verbot ihren jungen Mitgliedern unter Androhung des Parteiausschlusses die Teilnahme an den Weltfestspielen. Dennoch nahmen an den 14-tägigen Sport- und Kulturveranstaltungen nicht nur die 26.000 Delegierten teil, sondern nach DDR-Angaben auch zwei Millionen Jugendliche aus beiden Teilen Deutschlands. Der Regierende Bürgermeister von (West-) Berlin Ernst Reuter lud die Festivalteilnehmer zu einem Besuch der Westsektoren ein. Trotz zeitweiliger Sperrung der S- und U-Bahnverbindungen nutzten Tausende junger Leute die Gelegenheit.[5] Besatzungsmächte, Wohlfahrtsorganisationen und Firmen verteilten 750.000 Bücher, Zeitungen und Broschüren und 170.000 Freikarten für Kino- und Theaterbesuche. Zusätzlich wurde kostenlose Verpflegung ausgegeben, die die Gäste wegen der Versorgungsengpässe im Ostsektor gern annahmen. Der SED war der Besuch der Westsektoren natürlich ein Dorn im Auge. Daher ließ am 15. August FDJ-Vorsitzender Erich Honecker mehrere Agitationszüge mit jeweils fünf- bis zehntausend Jugendlichen nach West-Berlin marschieren. Parolen skandierend und Flugblätter verteilend zog man durch die Bezirke Wedding, Kreuzberg und Neukölln, wo es zu Straßenschlachten mit der West-Berliner Polizei kam. Fast 1000 junge Leute wurden bei den Zusammenstößen verletzt. Unter ihnen auch elf Polizisten. Gegen 47 der 162 Festgenommenen erging Haftbefehlt. Auch wenn die DDR-Regierung das „gefährliche, jugendfeindliche und militaristische Verhalten“ der West-Berliner propagandistisch ausschlachtete, pfiff sie Honecker und die FDJ-Führung zurück, da es nicht im Interesse der SED und der sowjetischen Außenpolitik sei, unter den Alliierten in Berlin einen derartigen Konflikt zu schüren.[6] Am 19. August 1951 endeten die Weltfestspiele mit einer großen Abschlusskundgebung. „Eine Million junger Menschen, Abgesandte der Jugend der Welt, … [schworen] feierlich .., alle Kräfte im Kampf einzusetzen, um einen neuen Krieg zu verhindern, gegen das Wettrüsten anzukämpfen und für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Jugend einzutreten."[7] Uwe Bronnert Anmerkungen Die Überschrift lehnt sich an eine Textzeile der Festival-Hymne der III. Weltfestspiele (Im August blühn die Rosen) von Armin Müller (Text) und Günter Friedrich (Musik) an. In der 1. Strophe heißt es: "Lasst heiße Tage im Sommer sein! Im August, im August blühn die Rosen! Die Jugend der Welt kehrt zu Gast bei uns ein, und der Friede wird gut und uns näher sein! Im August, im August blühn die Rosen!" Fotos: Bundesarchiv. [1] Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) ist ein kommunistischer Jugendverband. In der DDR war sie eine staatlich anerkannte und geförderte Jugendorganisation und als Massenorganisation Teil eines parallelen Erziehungssystems zur Schule. Die FDJ ist Mitglied im Weltbund der Demokratischen Jugend und im Internationalen Studentenbund. Nach dem Ende der DDR versank sie in die politische Bedeutungslosigkeit. (Wikipedia) [2] Die FDJ in Westdeutschland wurde am 24. April 1951 als verfassungswidrige Organisation verboten. Diese Entscheidung wurde dann drei Jahre später vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Heute kann die FDJ legal operieren. [3] Vgl. (14.03.2024) [4] Uwe Bronnert, Geschichte der Berufsbildenden Schule Wissen, 1969 – 2019, Aus Anlass der Einweihung des Schulgebäudes in der Hachenburger Straße vor fünfzig Jahren, Wissen 2019, S. 44. [5] Bis zum Mauerbau im August 1961 waren die Sektorengrenzen durchlässig. [6] So der Historiker Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin. (11.03.2024) [7] (12.03.2024)












