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  • Lexikon: Gordon Pascha

    Charles George Gordon (* 28. Januar 1833 in Woolwich bei London; † 26. Januar 1885 in Khartum) war ein englischer General, der im Auftrag des von England abhängigen ägyptischen Khediven 1884/85 im Sudan gegen den Mahdi, der einen islamisch-nationalistischen Aufstand führte, kämpfte. Gordons Truppen wurden in Khartum belagert. Die von ihm während der Belagerung ausgegebenen Scheine sind vervielfältigt und tragen seine faksimilierte oder handschriftliche Unterschrift. Es gibt folgende Werte: 5, 10, 20, 100, 500, 1000, 2000, 2500 und 5000 Piastres sowie 50 Pfund. Bei der Eroberung Khartums durch den Mahdi am 26. Januar 1885 wurde Gordon Pascha getötet. Sudan, S106 (SCWPM): 500 Piaster (25. April 1884), rechts unten mit eigenhändiger Unterschrift von Charles George Gordon (genannt Gordon Pascha). Druck einseitig. Abb. National Museum of American History. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Wertbeständiges Notgeld 1923: Erst Margarine, dann Goldmark

    Zwei schlesische Textilunternehmen gaben Ende Oktober 1923 Goldmarknotgeld abgesichert mit Margarine aus. Ab 23. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung Unternehmen und Kommunen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld als Goldnotgeld mit Valutaklausel, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese Anleihe gedeckt war. Das Notgeld musste nominal auf 4,20 Mark Gold oder kleiner lauten. Die Scheine mussten neben der Bezeichnung „Notgeldschein“ den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Ab 31. Oktober 1923 tauschten beide Unternehmen ihr Margarinegeld in ordnungsgemäße Goldnotgeldscheine bzw. in interne Goldmark-Warengutscheine um. Deutsche Wollwaren-Manufaktur A.G. in Grünberg in Schlesien. Aus Schlesien liegen zwei gleichzeitige Ausgaben von wertbeständigem Margarinegeld vor. Die Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft in Grünberg (Schlesien) emittierte am 24. Oktober 1923 als wertbeständiges Notgeld Gutscheine über ½ und 1 Pfund Margarine (= 30 bzw. 60 Goldpfennig), die Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft in Neusalz (Oder) einen Tag später, am 25. Oktober 1923, Gutscheine über die gleichen Mengen und Werte. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft, Gutschein über ½ Pfund Margarine im Werte von 30 Goldpfennig, ausgegeben in Grünberg in Schlesien am 24. Oktober 1923. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft, Gutschein über 1 Pfund Margarine im Werte von 60 Goldpfennig, ausgegeben in Grünberg in Schlesien am 24. Oktober 1923. Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft, Gutschein über 60 Goldpfennig oder 1 Pfund Margarine, ausgegeben in Neusalz (Oder) am 25. Oktober 1923. Die Gutscheine der Deutsche Wollenwaren-Manufaktur wurden allerdings am 14. November 1923 durch eine Goldmarkausgabe der Gesellschaft über 10 und 50 Goldpfennige bzw. 1, 2 und 5 Goldmark ersetzt. Ebenso bei den Gruschwitz Textilwerken: Die Firma löste am 31. Oktober 1923 und am 5. November 1923 ihre Margarine-Gutscheine ab und ersetzte sie durch eine Goldmark-Ausgabe über 1, 2, 5, 10, 30 und 60 Goldpfennige. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft, Notgeldschein über 10 Goldpfennig und abgesichert über die Reichsgoldanleihe, ausgegeben in Grünberg in Schlesien am 14. November 1923. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft, Notgeldschein über 50 Goldpfennig und abgesichert über die Reichsgoldanleihe, ausgegeben in Grünberg in Schlesien am 14. November 1923. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft, Notgeldschein über 1 Goldmark und abgesichert über die Reichsgoldanleihe, ausgegeben in Grünberg in Schlesien am 14. November 1923. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur Aktien-Gesellschaft, Notgeldschein über 5 Goldmark und abgesichert über die Reichsgoldanleihe, ausgegeben in Grünberg in Schlesien am 14. November 1923. Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft, Notgeldschein über 2 Goldpfennig, ausgegeben in Neusalz (Oder) am 21. Oktober 1923. Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft, Gutschein über Waren im Werte von 30 Goldpfennig, ausgegeben in Neusalz (Oder) am 5. November 1923. Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft, Gutschein über Waren im Werte von 60 Goldpfennig, ausgegeben in Neusalz (Oder) am 5. November 1923. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (6/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Leserpost: Gefährliche polnische Nachdrucke von historischen Geldscheinen

    Sehr geehrter Herr Grabowski, beim Kramen bin ich auf einige nachgedruckte deutsche Geldscheine einer polnischen Zeitung gestoßen. Die "Gazeta Wyborcza" hat als Zeitungsbeilage 2006 eine Serie herausgegeben. Viele sind darauf hereingefallen, da man unten die Kennzeichnung des Nachdrucks abschnitt. Im Internet sind sie leicht zu finden. Sollten Sie Interesse daran haben, sende ich Ihnen als ein Beispiel den 1000-Gulden-Schein von Danzig zu. Mit freundlichen Grüßen E. Opitz Nachdruck einer sehr seltenen Banknote der Bank von Danzig über 1000 Gulden vom 10. Februar 1924 mit beschnittenem unteren Rand, wo der Druckvermerk der polnischen Zeitung war. Einige Reste davon sind noch sichtbar. Zum Vergleich: Nachdruck einer 500-Zlotych-Note der Emissionsbank in Polen vom 1. März 1940 mit vollständigen Druckvermerken am unteren Rand der Vorder- und Rückseite. Antwort der Redaktion Die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" hat 2006 eine Reihe von insgesamt 22 Nachdrucken historischer Geldscheine mit jeweils einem eigenen Informationsheft herausgegeben, die man als Zeitungsbeilage kaufen konnte. Dazu gab es einen besonderen Sammelordner mit der Aufschrift (übersetzt): "Polnische Banknoten – Eine bemerkenswerte Geschichte des Landes und des Geldes". Dabei ging man ganz selbstverständlich von den Grenzen des heutigen Polens aus und schreckte damit auch nicht vor Nachdrucken russischer, deutscher ("Flottenhunderter") und österreich-ungarischer Geldscheine sowie der abgebildeten Note der Freien Stadt Danzig zurück. Sogar der Nachdruck einer 5-Mark-Quittung aus dem Getto Litzmannstadt von 1940 gehört dazu, der natürlich ebenfalls für mögliche Manipulationen durch Abschneiden des Randes mit Druckvermerk infrage käme. Sammlern wird also Vorsicht geraten! Auf der polnischen Auktionsplattform Allegro wurden immer mal wieder solche Nachdrucke verkauft, aber nicht teuer. Auch ein ganzes Album mit allen insgesamt 22 Stück wurde hier 2021 für 185 Zloty (rund 40 Euro) versteigert. Ein polnischer Händler gab auf Anfrage an, dass die Scheine eigentlich nicht gehandelt werden, da sie an Zeitungskiosken vertrieben wurden und nichts wert seien. Ich habe derzeit auch kein Angebot im Internet gefunden. Die Manipulation bei dem Nachdruck von Danzig ist deutlich zu erkennen, weil man noch Reste der Buchstaben sehen kann und der Abschnitt per Hand erfolgte. Trotzdem könnte man damit evtl. noch unerfahrene Sammler täuschen. Am ehesten lassen sich solche Nachdrucke am Papier und am fehlenden Wasserzeichen erkennen, wenn denn der Druckvermerk abgeschnitten wurde. Hans-Ludwig Grabowski

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: September 2023, Teil 1

    Algerien, Bangladesch, Dominikanische Republik, Indien, Indonesien, Kolumbien, Malawi, Mexiko, Philippinen, Sambia, Uganda, Vietnam. BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (vergriffen) Algerien 100 Dinar von 1992 mit neuen Unterschriften Wie BNB B401a (SCWPM 137) vom 21. Mai 1992, aber mit neuen Unterschriften (Delindi / Loukal). Bangladesch 100 Taka von 2022 Wie BNB B352m (SCWPM 57), aber mit neuem Datum 2022. Dominikanische Republik 200 Pesos von 2022 Wie BNB B729c (nicht im SCWPM), aber mit neuem Datum 2022 (in Umlauf ab 2. Mai 2023). Indien 50 Rupees von 2023 Wie BNB B300g (SCWPM 111), aber mit neuem Datum 2022. Indonesien 50.000 Rupiah von 2023 Wie BNB B622a (nicht im SCWPM), aber mit neuem Datum 2022/2023. Kolumbien 5000 Pesos vom 26. Mai 2020 Wie BNB B994e (SCWPM 459), aber mit neuem Datum und Serie AJ. Malawi 5000 Kwacha vom 1. Januar 2022 Wie BNB B165a (nicht im SCWPM), aber mit neuem Datum "1st JANUARY 2022". Mexiko 200 Pesos vom 23. August 2022 Wie BNB B716g (nicht im SCWPM), aber mit neuem Datum "23 AGO. 2022". 1000 Pesos vom 7. Februar 2023 Wie BNB B718d (nicht im SCWPM), aber mit neuem Datum "7 FEB. 2023". Philippinen 1000 Piso von 2022 mit neuen Unterschriften Wie BNB B1102b (nicht im SCWPM), aber mit neuen Unterschriften (Marcos Jr. / Medalla). Sambia 5 Kwacha von 2022 Wie BNB B1102b (nicht im SCWPM), aber mit neuem Datum, neuer Unterschrift (Kalyalya) und neuem Druckvermerk (JSC GOZNAK). Uganda 2000 Shilingi von 2022 Wie BNB B155f (SCWPM 50), aber mit neuem Datum 2022 und mit neuen Unterschriften (Atingi-Ego / Kanyemibwa). Vietnam 10.000 Dong von (20)22 Wie BNB B343m (SCWPM 119), aber mit neuem Datum (20)22. Das Jahr ergibt sich aus den ersten zwei Stellen der Kontrollnummer. Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Goldsmith notes

    Goldsmith notes (Goldschmiednoten) waren von den englischen Goldschmieden, die sich durch ihr Wechsel- und Depositengeschäft zu Bankiers entwickelten, zuerst im 17. Jahrhundert ausgegebene Schuldscheine für hinterlegte Depositen. Die Scheine lauteten später auf den Inhaber (siehe Abb.) und wurden auf kleinere, runde Summen ausgeschrieben, so dass man sie als Vorläufer von Banknoten ansehen kann. Goldschmied-Belege erzählen eine interessante Geschichte Die bekannte Sammlerin und Forscherin Ruth Hill besaß eine wunderbare Sammlung, zu der auch eine Gruppe von Goldschmied-Belegen aus England gehörte. Sie stellten auch eine besondere Art des Notgeldumlaufs im späteren 18. Jahrhundert dar. Dieses Stück stammte aus ihrer Sammlung und war mit den folgenden Informationen versehen. "Dies ist eine Quittung für eine Einzahlung bei Francis Child Esqr & Co von 20 Pfund auf das Konto von William Thompson vom 15. Dezember 1761. Früher war es üblich, dass solche Einlagen in der königlichen Münzanstalt zur sicheren Aufbewahrung hinterlegt wurden; als Karl I. jedoch in finanzielle Schwierigkeiten geriet, begann er, diese Gelder in der Münzanstalt für seinen persönlichen Gebrauch zu verwenden. Als die Öffentlichkeit von den Vorgängen erfuhr, wurden die Einlagen in der Münze eingestellt. Nun wandten sich Kaufleute und andere Personen mit überschüssigem Geld an die Goldschmiede und Pfandleiher, um ihre Gelder sicher zu verwahren. Die Quittungen, wie Sie sie hier sehen, zirkulierten und wurden von der Öffentlichkeit akzeptiert, wodurch der eigentliche Transfer von Münzen vermieden wurde. Mit der Zeit wurde die Verlockung zu groß, und die skrupellosen Goldschmiede stellten Quittungen aus, die den Bestand an Münzen überstiegen, was zu weiteren finanziellen Problemen führte." Neil Shafer, erschienen bei "Numismatics News". Dieser Artikel wurde ursprünglich im "Bank Note Reporter" veröffentlicht. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Sächsische Bank zu Dresden 1890 bis 1922 – Handunterschriften und Serien: Bitte um Unterstützung

    Ende 2019 veröffentlichte der Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V. (DGW) die erste Auflage des Spezialkatalogs von Siegfried Seipold zu den Handunterschriften und Serien der 100- und 500-Mark-Scheine der Sächsischen Bank zu Dresden aus den Jahren 1890 bis 1922. Die dritte Auflage stammt aus dem Jahr 2020, die fünfte von 2023 und aktuell wird bereits an der sechsten Auflage gearbeitet. Die Sächsische Bank zu Dresden wurde 1865 gegründet. Die ersten Ausgaben erfolgten 1866 in Taler, nach der Reichsgründung und Währungsumstellung in Mark. Zum 1. Januar 1935 wurde das Ausgabeprivileg aufgehoben. Für Sammler, die sich für Unterschriften-Varianten interessieren, ist in der Broschüre für die 100- und 500-Mark-Scheine der Ausgabejahre 1890, 1911 und 1922 jeweils die Zuordnung der römischen Ziffern (Ser.) zu den Hand-Unterschriften und zu der Lit.-Folge (Lit.) gelistet. Die Scheine sind auf den Rückseiten handschriftlich mit Fol.-Nummer (Eingetr. Fol.) und wechselnder Unterschrift gezeichnet, womit die Banknoten ihre Gültigkeit erhielten. Deutsches Reich, Königreich Sachsen, Sächsische Bank zu Dresden: SAX-8a, Banknote zu 100 Mark vom 2. Januar 1911, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. Der Autor bittet die Leser von Geldscheine-Online darum, evtl. noch nicht aufgeführte Unterschriften und Varianten zu melden. Dabei zählt jede Meldung – egal, ob die Unterschrift schon bekannt ist, da es auch auf die Kombination der Unterschriften und Serien ankommt. Natürlich sind auch alle Kopien von Sammlern herzlich willkommen, die den genannten Spezialkatalog nicht besitzen, aber mit zur weiteren Erforschung des Themas beitragen wollen. Am besten eignen sich Kopien der Vorder- und Rückseiten der Scheine, weil viele Unterschriften nicht einfach zu lesen sind. Bitte senden Sie Ihre Kopien direkt an den Autor: Siegfried Seipold, Heinestraße 14, 51429 Bergisch Gladbach. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung der Geldscheinforschung! Hans-Ludwig Grabowski

  • Inflation 1923 – Krieg, Geld, Trauma

    Historisches Museum Frankfurt: Nathalie Angersbach / Frank Berger (Hrsg.) Inflation 1923 – Krieg, Geld, Trauma Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung 166 Seiten, durchgängig farbig und schwarzweiß bebildert, Format 20 cm x 25,5 cm, Harteinband, Frankfurt am Main, 2023. Preis: 24,95 Euro + 7,00 Euro Versand. ISBN: 978-3-96320-071-7. "Die Mark sinkt immer weiter. Es ist unheimlich. Heute steht der Dollar über 1.000 Mark! Der Schweizerfranken auf 200! Das Volk tut einem in der Seele leid. Man sieht das Elend förmlich um sich greifen." Das schrieb eine in Frankfurt am Main lebende Schweizer Studentin im August 1922. Sie konnte nicht ahnen, dass Ende 1923 ein US-Dollar 4,2 Billionen Mark kosten würde. Eine Sonderausstellung mit dem Titel "Inflation 1923 – Krieg, Geld, Trauma" im Historischen Museum Frankfurt am Main vom 3. bis 10. September 2023 beschäftigte sich mit der Inflation von vor nunmehr 100 Jahren, die sich im kollektiven Gedächtnis der Deutschen eingebrannt hat. Der gleichnamige Begleitband ist aber nicht nur ein Muss für jeden geld- und zeitgeschichtlich Interessierten, der es nicht in dem relativ kurzen Zeitraum der Sonderausstellung in das Museum geschafft hat, sondern auch für alle Numismatiker, denen der historische Kontext wichtig ist. Das Buch enthält umfangreiche Bildstrecken zu Ausstellungsexponaten und Texte verschiedener Autoren, die dem Leser interessante Einblicke in die Geldgeschichte sowie in die Geschichte von Inflationen insgesamt und in die der deutschen im Besonderen bieten. Nach einer allgemeinen Einleitung zum Thema Inflation folgt eine "Kurze Geschichte der Inflation" mit Beiträgen über Frankfurt in der Kipper- und Wipperzeit, über das frühe Geld der Chinesen vom 14. bis zum 15. Jahrhundert, zu den "Truhen der Kipper", zu John Law und die "Mississippi-Blase" und zu Goethe und dem "Zettelwesen". Der Erste Weltkrieg bildet einen weiteren Schwerpunkt, dem sich Beiträge von Eckehard Gottwald, der Numismatikern natürlich bekannt ist, zum Notgeld in Frankfurt am Main sowie von weiteren Autoren zum Goldstandard, zur Kriegsfinanzierung durch Kriegsanleihen und zum Thema "Gold gab ich zur Wehr – Eisen nahm ich zur Ehr" über die Spendenaktionen der deutschen Bevölkerung während des Kriegs widmen. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den Wellen der Inflation 1919 bis 1922 in Texten zu den von Deutschland zu leistenden Kriegsreparationen, zur Rationierung der Lebensmittelversorgung im Ersten Weltkrieg, zur französischen Besetzung des Rheinlands sowie zur Ermordung des damaligen Reichsaußenministers Walther Rathenau 1922. Das Jahr 1923 begann mit der französisch-belgischen Besetzung des Ruhrgebiets, weil Deutschland mit den geforderten Kohle-Lieferungen in Verzug geriet. Das löste schließlich den unaufhaltsamen Absturz der Mark ein. Folgerichtig finden wir hier Beiträge zu den Themen "Hände weg vom Ruhrgebiet!", zum Papiergeld des Deutschen Reichs, zum "Frankfurter Gold", zu einem ganz besonderen "Inflationskleid", das in der Ausstellung gezeigt wurde und zum "König der Inflation" Hugo Stinnes. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das "Wunder" der Rentenmark mit Beiträgen zu Gustav Stresemann, zu den "Gefahren der Münchener Bräukeller", mit zeitgenössischer Satire zur Einführung der Rentenmark und zur Aufwertung der deutschen Währung von 1925. Abschließend folgen Betrachtungen zur "Mark im Wandel" mit Beiträgen zur Währungsreform und zur Einführung der D-Mark 1948 zum Thema Inflation als Instrument nationalsozialistischen Wahlkampfs, zur "Zigarettenwährung" und zur heutigen Inflation. Der Begleitband ist hervorragend schwarzweiß und farbig bebildert. Besonders hervorzuheben sind die prächtigen Bildstrecken zu Objekten aus der Ausstellung, darunter werden auch äußerst seltene farbige Entwürfe von Geldscheinen der "Separatisten" für die geplante "Rheinische Republik" von 1923 gezeigt. Bestellmöglichkeit: Den Begleitband zur Ausstellung kann man direkt auf der Seite https://www.historisches-museum-frankfurt.de/de/ausstellung/inflation bestellen. Anmerkung der Redaktion Den Ausgaben der Separatisten in den besetzten Gebieten des Rheinlands und Hessens wird sich auch eine mehrteilige Reihe hervorragend recherchierter Aufsätze von Uwe Bronnert widmen, die hier im Blog erscheinen werden. Den Abschluss bildet ein Aufsatz, der erstmals alle Entwürfe der "Rheinischen Republik" in Farbe zeigen wird. Hans-Ludwig Grabowski

  • Leserpost: Reichskreditkassenschein mit belgischem Gemeindestempel

    Sehr geehrter Herr Grabowski, eine meiner letzten Erwerbungen war ein Reichskreditkassenschein ZWK-2 mit (leider nicht perfektem, aber doch erkennbarem) belgischem Gemeindestempel der Stadt St. Vith. Allerdings ist der Stempel hier auf einem Grundschein ZWK-2b (ohne Prägestempel). Diese Kombination ist so in Ihrem Katalog nicht beschrieben. Sind Ihnen, analog zu ZWK-3f, hier bisher auch gestempelte 1 Reichsmark-Scheine ohne Prägestempel bekannt? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen, M. Brand Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Brand, Herr Grabowski war so freundlich und hat mir Ihre Anfrage weitergeleitet. Alle Varianten der Reichskreditkassenscheine kommen mit belgischen Abstempelungen vor, entweder mit Gemeindestempel u. ä. von 1944 oder mit Lagergeldstempel meist von 1945. Abstempelungen von Gemeinden sind seltener; auch andere 1-RM-Scheine ohne Prägestempel sind belegt: z. B. mit "Administration Communale de Monas - Hainaut". Insgesamt kommen die Abstempelungen auf RKKS nicht häufig vor; Ihr Schein ist schon besonders, zumal die Erhaltung recht gut ausschaut. Eine Ergänzung im "Grabowski" sollte eingefügt werden. Mit freundlichen Grüßen Michael H. Schöne Ich werde die Variante noch mit in den Katalog aufnehmen, das wäre dann: ZWK-2f wie b), doch mit belgischem Gemeindestempel 120 / 50 Euro. Beste Dank und noch viel Spaß beim Sammeln. Hans-Ludwig Grabowski

  • Wertbeständiges Notgeld 1923: Kommunalmark-Pläne 1923/24

    Die Pläne, für das gesamte besetzte Gebiet Deutschlands* ein einheitliches wertbeständiges Notgeld auszugeben, die sogenannte Kommunalmark, sind nie verwirklicht worden. Es soll aber über sie berichtet werden, denn sie haben die Ausgabe anderen wertbeständigen Notgelds in diesem Gebiet beeinflusst. Man muss sie im Zusammenhang mit den Bemühungen rheinischer Kreise um die Gründung einer „Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbank“ sehen, um zu erkennen, dass sie mehr als Pläne, nämlich Ausdruck des politischen Ringens um das Rheinland waren. Die Besatzungsbehörden hatten die Verwendung der Goldanleihestücke des Deutschen Reichs und der neu geschaffenen Rentenmark im besetzten Gebiet verboten und unter Strafe gestellt, da sie entgegen einer Spezial-Verordnung vom Oktober 1923 ausgegeben wurden, ohne in dieser Form der Interalliierten Rheinlandkommission ( IARK)** vorgelegt worden zu sein“. Nördlicher Teil des von den Alliierten besetzten Rheinlands. Die Rentenmark basierte im Wesentlichen auf Grundbesitz (Rentenbriefen). Da der westdeutsche Grundbesitz nach dem Willen der Besatzungsbehörden aber im besetzten Gebiet von der Haftung ausgeschlossen war, bestand aus ihrer Sicht für die Rentenmark im besetzten Gebiet keine Deckung und somit keine Umlaufmöglichkeit. Die Finanzdezernenten der größeren westdeutschen Städte standen bei Besprechungen ab November 1923 einstimmig auf dem Standpunkt, dass die Ausgabe wertbeständigen Notgelds als Ersatz für Goldanleihe und Rentenmark durch sie nicht in Betracht komme, sondern dass ihre Versorgung mit solchem Geld Sache des Reiches sein müsse. Sie verurteilten sogar die eigenmächtige Herausgabe von Goldmark-Notgeld durch einzelne Städte und Kreise. Zur gleichen Zeit bemühte sich eine mit französischen Finanziers sympathisierende Gruppe rheinischer Bankiers unter Führung des Präsidenten der Kölner Handelskammer, Louis Hagen, sowohl von den Besatzungsmächten als auch von der Reichsregierung die Zustimmung zur Errichtung einer Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbank zu erhalten. Sie beabsichtigte die Emission einer „Rheinmark“, deren Wert auf 42 Goldpfennige festgelegt und die mit französischer Hilfe voll in Gold gedeckt werden sollte. Die Gruppe um Louis Hagen konnte französischer Unterstützung gewiss sein, da einer autonomen rheinischen Notenbank ein von Frankreich dominiertes autonomes Rheinland hätte folgen können, was den politischen Wünschen der führenden Männer Frankreichs entsprach. Aus dem gleichen Grund hätte sie allerdings auch gewiss sein müssen, die Zustimmung der Reichsregierung zu diesem Projekt nicht zu erhalten. Um dieser Gefährdung des Bestandes der Reichseinheit entgegenzuwirken, beschlossen die westdeutschen Städte in einer Sitzung am 17. November 1923 in Köln nun doch für die Herausgabe eines einheitlichen wertbeständigen Notgelds zu stimmen. Bei der Reichsregierung und bei den Besatzungsbehörden wurde hierzu um Genehmigung nachgesucht. Die Reichsregierung stimmte auf Grund einer Vereinbarung mit den Vertretern des Verbands der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebiets vom 6. Dezember 1923 zu. Danach war auch vorgesehen, dass die Städte dem Deutschen Reich eine später festzulegende Quote des Notgelds gegen Kostenbeteiligung überlassen sollte. Ferner war für Übernahme dieses kommunalen Notgelds durch Stadt- und Landkreise eine „Notenabgabe“ von 4% und durch Privatbetriebe eine „Steuer“ von 3% der bezogenen Volumina in Aussicht genommen, die an das Reich abgeführt werden sollten. Die Besatzungsbehörden lehnten dagegen die vorgesehene Bezeichnung „Goldmark“, die Relation zum Dollar, die Reichsaufsicht und damit die Genehmigung ab. Daraufhin wurde die Genehmigung der Bezeichnung „Kommunalmark“ und der Rheinischen Landesbank als Aufsichtsorgan beantragt. Anfangs war vorgesehen, die auszugebende Notgeldmenge zu 60% in Goldanleihe und zu 40% mit Wechseln der empfangenden Stellen zu decken. Als sich herausstellte, wie groß der Umfang der Auflage sein würde, zeigte sich die Unmöglichkeit der Deckung in dieser Form, und man begann nach Ersatz zu suchen. Mit Schreiben vom 20. Dezember 1923 an die Stadt- und Landkreise des besetzten Gebiets teilte der Vorsitzende des Verbands, Dr. Konrad Adenauer, mit, dass die Emissionsgenehmigung der Interalliierten Rheinlandkommission (IARK) noch nicht eingegangen sei, und mit Schreiben vom 8. Januar 1924 fragte er bei den Städten und Kreisen an, wie groß ihr Bedarf an dem kommunalen Notgeld sei. Im Durchschnitt errechnete sich danach ein Bedarf von 20 bis 30 Goldmark je Kopf der Bevölkerung und ein Gesamtbedarf von rund 300 Mio. Goldmark für das besetzte Gebiet. Geplantes gemeinsames Notgeld aller Kommunen des besetzten rheinischen Gebiets. Das Notgeld kam nicht mehr zur Ausgabe. Aus einigen Sammlungen ist ein Probedruck über 5 Kommunalmark bekannt. Er trägt das Datum 1. Januar 1924, ausgegeben durch die Landesbank der Rheinprovinz, Düsseldorf. Nach seinem Text sollte Aufruf im Deutschen Reichsanzeiger und Einlösung in Kommunalanleihe, Reichsgoldanleihe, Schatzanweisungen des Deutschen Reichs oder in einem Barbetrag entsprechend dem Kurs dieser Anleihen erfolgen (Vorderseite). Probedruck über 5 Kommunalmark bekannt. Er trägt das Datum 1. Januar 1924, ausgegeben durch die Landesbank der Rheinprovinz, Düsseldorf (Rückseite). In dieser Höhe sollte nunmehr eine 6%ige Goldanleihe durch die Kommunen aufgenommen werden, für die die Kommunalverbände die selbstschuldnerische Bürgschaft für Verzinsung, Tilgung und Kosten übernehmen sollten. Zugleich mit der Ausgabe des neuen wertbeständigen Geldes sollte sämtliches umlaufendes Papiermark-Notgeld zurückgezogen werden. Am 6. Dezember 1923 erteilte das Reichsfinanzministerium vorsorglich Druckauftrag. Mitte Dezember 1923 wurden neun Druckereien, die sich auf das ganze besetzte Gebiet verteilten, zur Durchführung des Drucks gewonnen. Die Herstellung des Notgelds war in der Stückelung 0,10, 0,25, 0,50, 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kommunalmark vorgesehen, wurde aber weiterhin verschoben, da inzwischen auch eine neue politische Situation eingetreten war. Nach der Aufgabe des passiven Widerstands an der Ruhr hatten am 5. Oktober 1923 in Düsseldorf Verhandlungen zwischen der sogenannten „Sechserkommission des Bergbaulichen Vereins“ und der „Micum: Mission Interalliée de Contrôle des Usines et des Mines“, einer wirtschaftspolitischen Organisation der französischen Besatzungsmacht, zwecks Wiederaufnahme der Produktion und insbesondere der Kohlenlieferungen an Frankreich begonnen. Sie zogen sich wochenlang hin und in ihrem Verlauf wurde ersichtlich, dass für die Inbetriebnahme der Zechen unbedingt Kredit und wertbeständiges Geld erforderlich waren. Ohne dass dieses bis dahin sichergestellt war, wurden die Verhandlungen am 23. November 1923 mit dem Abschluss eines „allgemeinen Lieferungsvertrages“ beendet. Da das "Micum-Abkommen" für die Besatzungsmacht von erheblicher Bedeutung war, gestattete sie nunmehr den Umlauf der Rentenmark, jedoch nicht die Ausdehnung der Rentenbank-Gesetzgebung auf das besetzte Gebiet. Jetzt wiederum war die Reichsregierung der Auffassung, die Rentenmark könne nicht in einem Gebiet kursieren, in dem durch französisches Dekret die Haftung von Grundbesitz und Wirtschaft für das Geld ausgeschlossen sei. Sie gab deshalb die für die Inbetriebsetzung der Zechen ursprünglich vorgesehenen 100 Mio. Rentenmark nicht an das besetzte Gebiet ab. Keine Seite war zu entscheidenden Zugeständnissen bereit. Die deutsche Regierung versagte ihre Genehmigung zur Errichtung der Rheinisch-Westfälischen Goldnotenbank, die französische Besatzungsmacht die ihre zur Ausgabe des gemeinsamen wertbeständigen Kommunalmark-Notgelds. Aber die Verhandlungen gingen weiter. Sie wurden auch noch dadurch gehemmt, dass die Interalliierte Rheinlandkommission (IARK) in allen wichtigen Fragen die Genehmigung der französischen Regierung einholen musste. Inzwischen schritten weitere Städte und Firmen zur Ausgabe eigenen wertbeständigen Notgelds, weil sie nicht mehr an die Verwirklichung des Plans vom gemeinsamen Notgeld glaubten. Als die Genehmigung der IARK bis zum 29. Januar 1924 noch immer nicht erteilt war, wurden alle Vorbereitungsarbeiten eingestellt. Die Pläne für eine einheitliche wertbeständige Kommunalmark und eine Rheinisch-Westfälische Goldnotenbank in den besetzten Gebieten waren gescheitert. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (8/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf: Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Anmerkungen * Zum „besetzten Gebiet“ gehörten im Herbst 1923: der gesamte linksrheinische Raum, das sogenannte „Sanktionsgebiet“ etwa identisch mit dem nördlichen Teil der rechtsrheinischen Provinz Rheinland; das sogenannte „Ruhr-Einbruchsgebiet“, das im Norden bis Haltern, im Osten bis hinter Dortmund und im Süden bis kurz vor Hagen reichte, ferner große Teile des Bergischen Landes nördlich, östlich und südöstlich von Köln und einige Brückenköpfe, von denen die am weitesten in das unbesetzte Gebiet hineinragenden die von Koblenz (bis Diez) und von Mainz (bis kurz vor Frankfurt) waren. Politisch betrachtet umfasste es die gesamte Bayerische Pfalz, fast die gesamte Rheinprovinz, das zu Oldenburg gehörende Land Birkenfeld, wesentliche Teile der Provinz Westfalen und kleinere Teile von Hessen und von Hessen-Nassau. ** I.A.R.K.: Der Interalliierte Hohe Ausschuss für die Rheinlande, auch als Interalliierte Rheinlandkommission (IRKO oder IARK) bezeichnet, war eine nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ab 1920 im Rheinland bestehende Institution der vier alliierten Besatzungsmächte Frankreich, Belgien, USA und Großbritannien mit Sitz in Koblenz. Sie fungierte in den aufgrund des Friedensvertrags von Versailles und des zugehörigen Rheinlandabkommens besetzten Gebieten des Rheinlands als oberste Verwaltungsbehörde. Angelehnt an Rheinbrückenköpfe wurden drei Besatzungszonen gebildet: Eine britische Zone mit Sitz in Köln, eine US-amerikanische Zone mit Sitz in Koblenz und eine französisch-belgische Zone mit Sitz in Mainz. Die Kommission konnte Ordonnanzen (Verordnungen) erlassen, die vor allem die Sicherheit und den Unterhalt der Besatzungstruppen sowie die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens sicherstellen sollten. Sie war gegenüber den deutschen Behörden in den besetzten Gebieten weisungsberechtigt, deutsche Gesetze und Verordnungen mussten durch die Kommission genehmigt werden. Verstöße gegen die Anweisungen der Kommission waren strafbar. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-500-8 Auflage: 2. Auflage 2006 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 640 Preis: 39,80 Euro

  • Münzen Gut-Lynt: Vorschau auf die Online-Auktion 13 am 30. September 2023

    Münzen Gut-Lynt, Online-Auktion 13, Samstag, den 30. September und Sonntag, den 1. Oktober 2023, jeweils ab 10:00h (MESZ). Das Online Auktionshaus Münzen Gut-Lynt hat in diesem Jahr bereits vier äußerst erfolgreiche Auktionen durchgeführt – darunter die Gut-Lynt 11 und 12, beide mit je über 3000 Losnummern. Am Wochenende des 30.09. und 1.10.2023 wartet die Gut-Lynt 13 mit einer herausragenden Auswahl an Banknoten aus aller Welt am ersten und mit Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart am zweiten Tag auf; wobei sich Sammler der Antike auf ein spezielles Glanzlicht freuen dürfen. Doch davon später. Hier ein Überblick. Der faszinierenden Welt der Banknoten widmet sich die Gut-Lynt 13 am ersten Auktionstag. Viele seltene Einzelnoten kommen zur Versteigerung, spannende Spezialserien – wie unter anderem »Danzig« –, zudem interessante Konvolute. Den unzweifelhaften Höhepunkt bildet jedoch eine einzigartige Sammlung von Banknoten der Bundesrepublik Deutschland ab 1948. Sie ist hoch spezialisiert und enthält eine atemberaubende Fülle an Seltenheiten in ausgezeichneten Qualitäten, äußerst seltene Musterscheine, zahlreiche Austauschnoten inklusive kompletten Bündeln sowie Druckabarten in kaum vorstellbarer Mannigfaltigkeit. Viele Seltenheiten sind mehrfach vorhanden. Ein derartig hochwertiges Objekt ist in dieser Zusammenstellung bislang wohl noch nicht im Markt angeboten worden. Australien, Testnote der Note Printing Australia, Vs. Porträt Rembrandt, Rs. Porträt Picasso, I, Taxe 200 Euro. Bahamas, 4 Shilings 1919 (1930), III-, Taxe 1.400 Euro. Hong Kong, Banking Corporation, 50 Dollars 01.10.1930, III-IV, Taxe 1.200 Euro. Danzig, 50 Pfennig bis 20 Mark 1914/1918 mit Rs. Stempel «UNGÜLTIG», I Danzig, 500 Gulden 10.02.1924, I-, Taxe 2.500 Euro. Danzig, 10 Gulden, 01.07.1930, I, Taxe 3.000 Euro. Danzig, 25 Gulden 02.01.1931, III, Taxe 2.500 Euro. Deutschland, Reichsbanknote, 100 Mark 01.05.1891, Serie C, IV, Taxe 1.000 Euro. Deutsch-Südwestafrika, 100 Mark 08.08.1914, Trockensiegel vollständig, I-, Taxe 2.000 Euro. Deutsche Länderbanknoten, Württembergische Notenbank, 50 Reichsmark 01.08.1925, Handunterschrift, nicht entwertet, IV, Taxe 1.200 Euro. Deutschland, 10, 20, 50 und 100 Deutsche Mark 1948, ORIGINALMUSTER der ABNC, I. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1948, Roter Hunderter, I, Taxe 2.500 Euro. Deutschland, 20 Deutsche Mark o. D., Liberty, I-, Taxe 800 Euro. Deutschland, 50 Deutsche Mark o. D., I, selten, Taxe 7.000 Euro. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1948, Muster, etwas stockfleckig, I-, Taxe 800 Euro. Deutschland, 500 Deutsche Mark 01.08.1991, Kontrollnummer AD0000002D4, I, Taxe 800 Euro. Deutschland, 1000 Deutsche Mark 1993, falsch eingelegter Bogen, Wasserzeichen kopfstehend und Silberfaden rechts, II-III, Taxe 1.000 Euro. Deutschland, 100 Deutsche Mark 1996, Serie ZZ – Testdruck der Firma Siemens, Rückseite kopfstehend, I-, Taxe 500 Euro. Deutschland, 100 Mark 1996, Rückseite blanko, I, Taxe 400 Euro. Deutschland, 100 Mark 1996, KN KL0000008Y4, I-, Taxe 150 Euro. Deutschland, 100 Mark 1996, . KN KL0000001, 02, 03, 04, 05, 06, 6 Scheine, I-, Taxe 1.000 Euro. Saargebiet, 100 Mark 1947, III-, Taxe 3.500 Euro. Kongo, 500 Francs o. D. Pick 2 a. PMG 67 EPQ.Taxe 1.000 Euro. Libanon, 50 Livres 1950, stark restauriert, V, Taxe 800 Euro. 301-135 Malaya, 100 Dollars 1.1.942, III-IV, Taxe 3.500 Euro. Neuseeland, 50 Pounds o. D. Pick 162b, III, Taxe 1.500 Euro. Ungarn, 100 Forint 27.02.1947, Specimen, IV, Taxe 800 Euro. Zentralafrikanische Republik, 1000 Francs o. D., Pick 2, PMG 69 EQP, Taxe 1.500 Euro. Notieren Sie sich jetzt schon die Daten: Gut-Lynt 13, Numismatische Online-Auktion Tag 1, Samstag, den 30. September: Banknoten aus aller Welt. Tag 2, Sonntag, den 1. Oktober: Münzen und Medaillen aus aller Welt von der Antike bis zur Gegenwart. Auktionsbeginn: Jeweils 10:00 Uhr (MESZ). Der Online-Katalog der Gut-Lynt 13 steht auf der Auktionsplattform zur Verfügung. Bitte vergessen Sie nicht, sich rechtzeitig zu registrieren, falls Sie zum ersten Mal mitbieten möchten. Auf Instagram »muenzen_gut_lynt« begleiten wir übrigens jede Auktion mit exklusiven Höhepunkten. Auch unsere Internetseite www.gut-lynt.de bietet Vor- und Rückschauen sowie jeweils aktuelle Informationen zu Auktionsterminen und Einlieferungsfristen. Bei Fragen rund um die Münzen Gut-Lynt Auktion 13 sind wir gerne für Sie da: Schreiben Sie einfach an info@gut-lynt.de oder rufen Sie uns an: (+49) 02156 4874819. Wir freuen uns auf Sie. Hinweis der Redaktion: Notgeld-Entwürfe In der kommenden Auktion werden übrigens auch alle Entwürfe des Karlsruher Künstlers Professor Alfred Kusche angeboten, die im Beitrag Nullen auf Papier – Besuch bei einem Notgeldkünstler hier im Geldschein-Blog vorgestellt wurden.

  • MIF Paper Money Fair 23./24. September 2023 im MECC in Maastricht

    Willkommen zur Herbstbörse in Maastricht! Bereits ab 19. September 2023 ist die MIF Paper Money Fair – die weltweit größte Spezialbörse für Händler und Sammler von Papiergeld – im MECC in Maastricht für den Fachhandel und Aussteller geöffnet. Bis jetzt haben sich bereits über 200 Händler aus 64 Nationen zu der Veranstaltung angemeldet, weitere werden noch folgen. Ein Blick in den Eingangsbereich des MECC zur Frühjahrsmesse 2023. Impressionen von der Frühjahrsmesse 2023. Für Messebesucher ist am Samstag und Sonntag (23./24. September 2023) der Eintritt wieder frei. Ein besonderer Höhepunkt werden die Präsentationen der weltbekannten niederländischen Banknotendruckerei Royal Joh. Enschedé sein (1 x am Freitag und 3 x am Samstag), zu denen sich Besucher nicht nur über die Herstellung von Banknoten informieren können, sondern jeder Besucher der Präsentationen erhält auch ein besonderes Überraschungsgeschenk der Druckerei. MIF freut sich, ankündigen zu können, dass der Hauptsponsor und offizielle Auktionator Stack's Bowers Galleries im Anschluss an die MIF Paper Money Fair eine Auktion durchführen wird, deren Lose während der Messe besichtigt werden können. In seiner 90-jährigen Geschichte ist Stack's Bowers Galleries dafür bekannt, die wertvollsten Münz- und Papiergeldsammlungen zu versteigern, die jemals weltweit über den Auktionsblock gegangen sind. Am Stand von PMG auf der MIF Paper Money Fair im Frühjahr 2023. Vom 19. bis 24. September führt die Firma PMG (Paper Money Guaranty) auch wieder Vorort-Grading durch. Hierfür werden extra 25 Grading-Experten für Papiergeld aus den USA erwartet. Der Veranstalter, Dimitri Waltmans, freut sich, dass PMG, der offizielle Bewertungsservice und Co-Sponsor der Börse, der Messe damit eine weitere Dimension hinzufügt, indem umfangreiche Bewertungen vor Ort erfolgen. Für alle Aussteller gibt es auch wieder den inzwischen sehr beliebten B2B-Abend! Hans-Ludwig Grabowski

  • Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma – Aktuelle Ausstellung in Frankfurt am Main

    Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt am Main vom 3. Mai bis 10. September 2023 (Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr). „Die Mark sinkt immer weiter. Es ist unheimlich. Heute steht der Dollar über 1000 Mark! Der Schweizerfranken auf 200! Das Volk tut einem in der Seele leid. Man sieht das Elend förmlich um sich greifen […]“, schrieb die in Frankfurt lebende Schweizer Studentin Lilly Staudenmann-Stettler im August 1922. Nichtsahnend, dass Ende des Jahres 1923 ein Dollar 4,2 Billionen Mark kosten sollte. Das Krisenjahr der Hyperinflation wird nun 100 Jahre später vom Historischen Museum Frankfurt mit einer Sonderausstellung in den Blick genommen. Bereits 1914 hatte sich die Geldmenge durch die kriegsbedingte Finanzpolitik des Deutschen Reichs und der Reichsbank entscheidend vermehrt. Die Inflation wurde jedoch erst nach der Kriegsniederlage spürbar, als Anleger, Anlegerinnen und Unternehmen ihr in Kriegsanleihen angelegtes Kapital verloren. Damit ging auch der Verlust des Vertrauens in den Staat einher, was eine schwere Hypothek für die junge Weimarer Republik war. Die Belastungen der Friedensbedingungen und der Demobilmachung, sowie die Versorgung von Kriegsopfern und Hinterbliebenen verschärfte die Situation. Politische Morde und die Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen infolge nichtgeleisteter deutscher Reparationszahlungen führten schließlich zum völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Eine bewegte Zeit auch für Frankfurt, das 1919 an der Grenze zu den französisch besetzen Gebieten lag, zu denen auch Höchst, Nied und Griesheim gehörten. Die in den folgenden Jahren zunehmende Nahrungsmittel- und Wohnungsverknappung, der Schwarzhandel und die Plünderungen, Streiks und Krawalle prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis der Menschen in Frankfurt ein. Die Ausstellung rahmt das Inflationserleben um 1923 mit der Darstellung historischer Teuerungen, dem nachfolgenden Aufstieg Hitlers und einer zweiten Inflation ein, um anschließend über die Währungsreformen 1948, 1990 und 2001 in die Gegenwart zu führen: Wie sieht es heute mit der Inflation aus? Die Bundesbank ist Kooperationspartner und finanzieller Unterstützer der Ausstellung „Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma“, zusammen mit dem Bankhaus Metzler und der Frankfurter Sparkasse. Pressetext des Historischen Museums Frankfurt am Main Anmerkung der Redaktion Zur Ausstellung ist auch ein reich bebilderter Katalog erschienen, den man für 24,95 Euro direkt auf der Seite https://www.historisches-museum-frankfurt.de/de/ausstellung/inflation bestellen kann.

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