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- Katalog zum Papiergeld von Sachsen auf CD-ROM
Mathias Bühn: Das Papiergeld von Sachsen 1772-1949 Spezialkatalog mit allen Varianten Komplette Ausgabe in vier Bänden Pirna 2019, komplett farbig Preis: 20,00 Euro inkl. Versand Auf 2.250 Seiten ist das bekannte sächsische Papiergeld des Kurfürstentums, des Königreichs, des Freistaates, des Deutschen Reiches, des Großdeutschen Reiches und unter alliierter Besatzung aufgeführt. Bereits 2019 erschien nach fast zwei Jahrzehnten intensiver Arbeit das vierbändige Werk des Autors zum Papiergeld von Sachsen, das wir hier im Gelschein-Blog vorgestellt haben. Der Preis für die gedruckten Bücher (320,00 Euro) ist absolut gerechtfertigt, bedenkt man den Umfang und die geringe Auflage. Er wird aber doch einige Interessenten davon abgehalten haben, sich die vier Bände zu gönnen. Nun gibt es eine praktische Alternative, was viele Sammler freuen wird. Der Autor bietet eine CD-ROM an, auf der alle vier Bände als PDF mit dazu gehörigen Menüs zu finden sind. Die Bände enthalten: Band 1: Staatspapiergeld und Notgeldscheine Adorf bis Cunewalde Band 2: Notgeldscheine Dahlen bis Kupferhammer-Grünthal Band 3: Notgeldscheine Langburkersdorf bis Oybin Band 4: Notgeldscheine Paunsdorf bis Katalogende Kenner wissen, dass die Notausgaben von Sachsen zu den umfangreichsten Sammelgebieten der deutschen Inflation überhaupt zählen. Gerade deswegen, ist die Leistung des Autors nicht hoch genug einzuschätzen. Die CD-ROM kann direkt unter E-Mail: MathiasBuehn@gmx.de bestellt werden. Hans-Ludwig Grabowski
- Deutschland: G+D erhielt IACA Excellence in Currency Award für die „Green Banknote“
München/Mexiko City, 17. Mai 2023 – Der IACA Excellence in Currency Award wird von der International Association of Currency Affairs (IACA) für das beste neue ökologische Nachhaltigkeitsprojekt im Banknotenbereich verliehen. Giesecke+Devrient (G+D) wurde nun für seine „Green Banknote“ mit diesem Preis ausgezeichnet. Die International Association of Currency Affairs (IACA) ist einer der größten Verbände in der Bargeldindustrie und verleiht Branchenpreise in verschiedenen Kategorien, darunter auch für nachhaltige Umweltprojekte. Auf der Currency Conference in Mexiko wurde G+D jetzt für seine „Green Banknote" mit dem IACA Excellence in Currency Award ausgezeichnet. Die unter Berücksichtigung von Umweltaspekten entwickelte neue Banknote wurde von G+D im Jahr 2022 vorgestellt und weltweit mit großem Beifall aufgenommen. Mehrere Länder haben in diesem Jahr bereits Aufträge für die „Green Banknote“ platziert. Die „Green Banknote“ von G+D wurde mit dem IACA Excellence in Currency Award ausgezeichnet. (Quelle: G+D) Die „Green Banknote“ vereint eine Reihe innovativer technologischer Maßnahmen, um den ökologischen Fußabdruck bei der Herstellung und Nutzung von Banknoten im Bargeldkreislauf deutlich zu verringern. So werden natürliche, zertifizierte Fasern in einem nachhaltigen Produktionsprozess verwendet. Die verwendete Bio-Baumwolle kommt ohne synthetische Düngemittel und Pestizide aus und der FSC® (FSC-C138716)-zertifizierte Zellstoff stammt ausschließlich aus nachhaltig bewirtschafteter europäischer Forstwirtschaft. Dieser Materialmix reduziert den CO2-Fußabdruck des Papierkerns der Banknote um 63 Prozent. Der Kunststoffanteil im Hybrid-Substrat der Green Banknote ist im Vergleich zu Polymer-Banknoten um 86 Prozent geringer. Die Laminierfolie wird um ein Drittel von 6 µm auf 4 µm reduziert und die Trägerfolie für Sicherheitsfäden und -folien besteht zu 70 Prozent aus recyceltem PET. Außerdem wird zum ersten Mal mineralölfreie Farbe für den Banknotendruck verwendet. Zugleich ist die „Green Banknote“ sehr langlebig. Je länger sie unbeschädigt und sauber im Umlauf bleiben, desto weniger neue Banknoten müssen nachproduziert werden. „Mit der ‚Green Banknote‘ setzen wir ein Zeichen für einen nachhaltigen und unter ökologischen Gesichtspunkten optimierten Bargeldkreislauf“, erklärt Bernd Kümmerle, Geschäftsführer der Division Banknote Solutions bei G+D Currency Technology. „Der IACA Excellence in Currency Award bestätigt unser Nachhaltigkeitsengagement und die Zukunftsorientierung unseres Angebots. Wir sehen ihn als Ansporn für die kontinuierliche Weiterentwicklung umweltfreundlicher Lösungen für den Zahlungsverkehr.“ Weitere Informationen zur „Green Banknote“ unter www.greenbanknote.gi-de.com. Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiger Konzern für Sicherheitstechnologie mit Hauptsitz in München. Als verlässlicher Partner für internationale Kunden mit höchsten Ansprüchen sichert G+D mit seinen Lösungen die essenziellen Werte dieser Welt. Dabei entwickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Technologie mit Leidenschaft und Präzision in vier Kernfeldern: Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Infrastrukturen. G+D wurde 1852 gegründet. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete das Unternehmen mit mehr als 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2,53 Milliarden Euro. G+D ist mit 103 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 33 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com Giesecke+Devrient Pressemitteilung
- Aus Papier: Guinea, Pound, Shilling, Sovereign und Penny
In Filmen oder in der Literatur aus oder über England begegnet man oft unterschiedlichen Währungsbezeichnungen: der Guinea, dem Pound (Sterling), dem Sovereign oder dem Penny. Dem deutschen Betrachter oder Leser ist nicht immer ganz klar, wie die Umrechnungen früher und heute zu bewerten sind. Guinea Im Mai 1660 erreichte König Charles II. England bei Dover; nach dem Bürgerkrieg verlieh ihm das Parlament in London die Königswürde. Drei Jahre später ließ er goldene Münzen prägen. Diese Guinea-Münzen wurden nach den goldreichen Gebieten im afrikanischen Guinea benannt; sie wrden letztmalig 1814 ausgeprägt und waren bis 1816 im Umlauf. Die vielen Kriege zwischen Frankreich und Großbritannien im 18. Jahrhundert, die hohen Zölle, See- und Wirtschaftsblockaden sowie Unruhen nach der Vereinigung des Königreichs Großbritannien mit Irland 1801 sind Gründe der wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf der Insel. Abb. 1: 1 Gold-Guinea 1663, geprägt aus 22 Karat Gold, von der African Company geliefert – 8,32 g/917er Gold – mit Münzzeichen Elefant; heutiger Wert etwa 45.000 Euro Abb. 2: Karte von Guinea aus dem Jahre 1727, Originalbezeichnung: „Negroland and Guinea with the European Settlements, Explaining what belongs to England, Holland, Denmark, etc.“ gezeichnet vom Geograph Herman Moll, gedruckt von Thomas Bowles in Cornhill Ursprünglich betrug ihr Nennwert 20 britische Schilling, also ein Pfund Sterling. Der Goldgehalt betrug etwa 8,4 g, womit sie etwas leichter war als die Vorgängermünzen Laurel und Unite. Der Umrechnungskurs zur Silbereinheit Pfund Sterling schwankte mit dem Verhältnis des Preises von Silber zu Gold. Der Wert der Guinea stieg auf bis zu 27 Schilling. Nach der großen Münzreform von 1696 wurde ihr Wert auf 21½ Schilling und schließlich 1717 auf 21 Schilling festgesetzt und ist bis heute als Rechnungseinheit in Gebrauch. Eine Guinea wurde als „1g“ oder „1gn“ oder im Plural „3gs“ oder „3gns“ geschrieben. Sie wurde in einem sog. Gentleman-Betrag als 1 Pound angesehen. Man bezahlte Händler und Handwerker in Pfund, aber die Eliten und Künstler in Guineas. Traditionell wurden bspw. Rechtsanwälte in Guineas und deren Angestellte in Pfund bezahlt. Auf Guineas lautende Geldscheine wurden ab 1790 mehr und mehr von Privatbanken ausgegeben. Interessant ist, dass neben den Wertangaben in Guineas meist auch die Gleichstellung in Pound(s) ausgewiesen wird. Abb. 3: 5 Guineas (ohne £-Angabe) der Bath City Bank vom 28. Februar 1791 Abb. 4: 1 Guinea (= £1/1) der Saddleworth Bank vom 3. Februar 1806 Abb. 5: 5 Guineas (= £5/5) der Gloucester Old Bank vom 17. September 1812 Pound Heute gilt das Pfund als älteste Währung der Welt – bis 1971: 1 £ = 20 Shillings = 240 Pence, nach der Dezimalisierung 1 £ = 100 Pence. Die Bank von England gab im März 1797 erstmals Banknoten zu 1 Pound aus. Erleichternd war die Umrechnung von Guinea in Pfund: 1/3 gn = 7 Schilling. Abb. 6: legendäre 1-Pfund-Note der Bank of England vom 2. März 1797 (Schätzwert ca. 63.000 Euro) Genau 100 Jahre zuvor kursierten sog. Running cash notes, die auf Pounds lauteten. Diese ersten und nur handschriftlich ausgestellten Kreditscheine sind auf den 18. Juni 1697 datiert. Drei Jahre nach Gründung der Bank of England durch König William III. entschied man auf der ersten Verwaltungssitzung, Papiergeld durch Hinterlegung von Münzen auszugeben. Das waren sozusagen Quittungen für Einleger, denen man eine vollständige oder teilweise Auszahlung garantierte, die ebenfalls auf Dritte übertragen werden konnte. Dieses Zahlungssystem wurde mehr und mehr beliebt und wurde für die Bank ein Geschäftserfolg und führte zur Einführung der Banknoten. Abb. 7: 25 Pounds, Running cash note der Bank of England vom 18. Juni 1697 Die werthöchsten Banknoten in Pfund sind die 100-Millionen-Noten; diese liegen jedoch in den Tresoren der Bank of England. Man nennt diese Treasury Notes auch „Titan“ – im Gegensatz zu den „Giants“, den Banknoten zu 1 Mio. Pfund. Auch 10-Mio.-Pfund-Noten wurden gedruckt. Sie sind alle gesetzliche Zahlungsmittel zwischen der Bank of England und den Banken in Schottland und Nordirland und wurden nur intern innerhalb der Banken verwendet; sie kamen nie in Umlauf. Die in Schottland und Nordirland ausgegebenen Banknoten der dortigen Geschäftsbanken (2019 waren es Banknoten im Wert von 7,6 Mrd. Pfund) müssen durch Banknoten der Bank von England zu mindestens 60 Prozent gedeckt sein – können aber jederzeit in andere Banknoten der BoE eingetauscht werden. Letztmalig wurden Schatznoten im September 2003 gedruckt. Diese Noten wurden mitunter innerhalb anderer Banken gehandelt und zirkulierten auch ohne Wissen der Bank von England. Durch ein Marshall-Plan-Darlehen der USA an Großbritannien wurden am 30. August 1948 neun 1-Mio.-Pfund-Noten zu Stützungsmaßnahmen ausgegeben und galten nur sechs Wochen zusammen mit anderen Schatznoten im Gesamtwert in Höhe von 300.000.000 Pfund. Am 6. Oktober 1948 wurden sie ungültig und wahrscheinlich vernichtet. Lediglich die Scheine mit den Seriennummern 000007 und 000008 wurden an den britischen und an den amerikanischen Finanzminister übergeben. Diese beiden befinden sich jedoch seit 1977 in Privatbesitz, wobei letztens die „Number Eight“ für 69.000 Pfund versteigert wurde. Abb. 8: 10.000.000 Pounds o. D., entwertete Schatznote; am 29. September 2014 in London für 17.000 Pfund versteigert Shilling Seit dem späten 18. Jahrhundert wird der Schilling im Volksmund auch „Bob“ genannt. Neben den häufigen 10-Schilling-Banknoten wurden 1914 auch die heute seltenen 5-Schilling-Banknoten ausgegeben. Der Wert entsprach der Crown; als Münzen wurde diese Wertstufe schon seit 1526 unter König Henry VIII. geprägt und nach den Wertverfall 1661 durch die Guineas abgelöst. Vor allem für die britischen Überseegebiete wurden auf Schilling lautende Noten in den Werten zu 1, 2½, 5 und 10 Shilling(s) gedruckt. Abb. 9: 5 Shillings o. D., britische Schatzamts-Note Sovereign Sovereigns sind erstmals von 1489 bis 1603 geprägte Goldmünzen. Als gesetzliches Zahlungsmittel wurden sie ab 1817 in der heutigen Form mit dem Abbild des heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen geprägt. Sie entsprachen einem Pound Sterling. Mit Unterbrechungen wurden ab 1957 in Großbritannien die Prägungen wieder fortgesetzt und werden als Anlagemünzen gehandelt. Papiergeld auf Sovereign lautend ist nur aus Australien bekannt. Dort wurden von T. S. Harrison Australian Note Printer Scheine zu 10 Schilling (= ½ australisches Pfund) gedruckt und erstmals am 1. Mai 1913 ausgegeben. In den Jahren nach 1900 machten dort Münzen etwa 90 Prozent im Geldumlauf aus; die 10-Schilling-Noten wurden ab 1915 mit „Half Sovereign“ überdruckt – so wollte man vermitteln, dass diese Scheine tatsächlich in Goldmünzen getauscht werden konnten. Der Passus „… Promises to pay the Bearer TEN SHILLINGS in gold coin …“ war auch schon auf den 1913er Ausgaben zu lesen, wurde aber mit dem zusätzlichen Aufdruck in Rot nochmals verdeutlicht. Abb. 10: 10 Shillings o. D. (1918) mit Überdruck HALF SOVEREIGN und den Unterschriften von John Cerutty und James R. Collins Ab 1923 erschien auf den Geldscheinen „Ten Shillings“ nicht mehr als Wertbezeichnung, sondern wurden noch bis 1933 durch „Half Sovereign“ ersetzt. Die Ausgaben ab 1934 zeigen wieder „Ten Shillings“, nicht aber das Versprechen des Auszahlens in Goldmünzen. Gleichzeitig wurde mit der Bezeichnung „Legal Tender“ die Geldscheine des Commonwealth of Australia zum gesetzlichen Zahlungsmittel. Bemerkenswert ist jedoch die Rückseite mit dem Wert in Bruchziffern, dabei steht „½“ für ein halbes Pfund. Abb. 11: Half Sovereign o. D. (1928) mit Aufdruck HALF SOVEREIGN und den Unterschriften von Ernest C. Riddle und James T. Heathershaw Penny Geldscheine auf Penny oder Pence lautend wurden in Großbritannien nie ausgegeben – wohl aber z. B. als Kantinen- und Militärgeld der britischen Rheinarmee nach 1945 (1 Penny, 3 und 6 Pence) und Vereinsgeld. Abb. 12: 1 Penny o. D. (1945–1948), Kantinengeld (= 1/6 Mark). die Briten beschlagnahmten das Hotel „Luisenhof” und benannten es zum Offizierskasino „Empire Club“ um; die Abkürzung CCG bedeutet Control Commission for Germany 1-Penny-Scheine kennt man jedoch von den Fiji-Inseln oder aus den frühen USA. Dort wurden 1-d.-Scheine wegen Kleingeldmangels in großer Menge – über eine Million Stück – gedruckt. Auch Privatausgaben zu 1 Penny sind bekannt – z. B. von der „German Reformed Church in Schohary“ von 1792. Abb. 13: 1 Penny 20. Februar 1790, sog. „Papiermünze“ (Ersatzgeld), ausgegeben von der Corporation of the City of New York Interessant sind die nicht ausgegebenen Kreditscheine der im August 1801 gegründeten irischen Callan Bank: One Shilling and One Penny. Inhaber der Bank war der in Callan ansässige Kaufmann Michael Hearn. Die Bank bestand jedoch nur bis zum Jahr 1807. Die Scheine im Wert von 13 Pence zeigen zusätzlich 1:1 (1 Schilling + 1 Penny). 13 irische Pence rechnete man damals als einen englischen Schilling. Nach der Gründung seiner Druckerei wurden von James Waterlow ab 1810 sog. Faksimile-Steindrucke hergestellt; die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Die Wertpapierdruckerei Waterlow & Sons war als Vervielfältiger für Dokumente bekannt. Abb. 14: 1 Shilling + 1 Penny 1806, nicht ausgegeben, einseitiger Druck ohne Kontrollnummer Die Callan Bank ließ auch ähnliche Scheine zu Three Shillings and Nine Pence ½ (= 45½ Pence) drucken. Die Kontrollnummer wurde wieder nicht ausgefüllt, ebenfalls die Jahreszahl „180_“. Mit der gleichen, ungewöhnlichen Wertstufe 3/9½ wurden 1804 ähnliche Kreditscheine von der Silver Bank in Malahide (14 km nördlich von Dublin) ausgegeben. 3 Shillings und 9 Pence und ein halber Penny waren ein Sechstel einer Guinea wert. Auch Scheine zu 6 Shillings mit dem Datum 14. Juni 1804 gab die Silver Bank aus. Solche Silberscheine sind auch von der O’Neill’s Bank in Waterford, Ffrench’s Bank in Tuam nahe Galway u. a. bekannt – ebenso Scheine zu 9 Shillings. Abb. 15: Three Shillings & Nine Penny ½, 14. Juni 1804, Kreditschein der Silver Bank, einseitiger Druck, einlösbar in Banknoten der Bank von Irland Silbermünzen waren um 1803 äußerst knapp; so musste die Bevölkerung diese „Silbernoten“ akzeptieren. Den Banken in Dublin war es entsprechend einem Gesetz von 1799 untersagt, Banknoten im Wert von unter 1 Guinea auszugeben – anders im restlichen Irland. Das nutzten die provinziellen privaten Geschäftsbanken. Diese „country banks“ konnten kleinwertige Scheine in Umlauf bringen. In einem späteren Gesetz von 1804 wurde die Ausgabe von Kreditscheinen unter 20 Schillinge untersagt. Von der kleinsten früheren Geldeinheit Farthing (= ¼ Penny) und dem Florin (= 2 Schilling) sind keine Papierausgaben bekannt. Michael H. Schöne Quellen https://en.wikipedia.org https://joyofmuseums.com https://museum.rba.gov.au https://oldcurrencyexchange.com https://www.bankofengland.co.uk/museum https://www.coinbooks.org/esylum https://www.ebay.com/ https://www.irishpapermoney.com https://www.numisbids.com https://www.spink.com Bowlby, Chris: „Britain’s £1m and £100m banknotes“, BBC Radio 4, 26. Januar 2013.
- Abchasien: Neue Gedenkbanknote zum "Sieg im Vaterländischen Krieg"
Zum 30. "Jahrestag des Sieges im Vaterländischen Krieg des Volkes von Abchasien" (1992/93) wurden ab 22. Mai 2023 gemäß Gesetz der Republik Abchasien Nr. 2012-c-IV "Über die Einführung von Gedenk- und Anlagemünzen sowie Gedenkbanknoten in den Umlauf auf dem Gebiet der Republik Abchasien" vom 21. April 2008 neue Gedenkbanknoten zu 25 Aspars der Abchasischen Bank ausgegeben. Abchasien gehört bis heute völkerrechtlich zu Georgien, von dem es sich aber in einem Krieg 1992/93 loslöste. Zusammen mit den anderen durch Russland geschaffenen Regimen Arzach, Transnistrien und Südossetionen gehört Abchasien zur Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten. Es betrachtet sich selbst als unabhängige "Republik Abchasien", die unter russischem Protektorat steht. In Abchasien selbst gilt der Russische Rubel und der Abchasische Aspar, der aber kaum genutzt wird. 1 Aspar entspricht fix 10 Rubel. Die existierenden Aspar-Münzen sind aus Silber und Gold und allein der Materialwert übersteigt den Nennwert deutlich. Über die Grenzen hinaus spielt der Aspar überhaupt keine Rolle, weil er nicht konvertierbar ist. Nach der Gedenkbanknote zum 25. Jahrestag der "Unabhängigkeit" über 500 Aspar, die im September 2018 eingeführt worden war, ist der neue 25-Aspar-Schein erst die zweite Banknote Abchasiens überhaupt. Die Auflage der bei GOZNAK in Russland hergestellten Note beträgt lediglich 15.000 Stück. Abchasien selbst hat weniger als 250.000 Einwohner. Hans-Ludwig Grabowski
- Der 20-RM-Schein 1945 der Sächsischen Staatsbank mit 6-stelliger Kontrollnummer: Neue Erkenntnisse
Vom Notgeld der Sächsischen Staatsbank 1945 sind Scheine der Serie D mit 6-strahligem Stern seit etwa 25 Jahren bekannt. Drei Exemplare sind bis heute belegt: 003825, 004500 und 006617. Wie die Ergebnisse jüngster Recherchen zeigen, sind das keine Varianten! Es handelt sich um Fehldrucke! Es war üblich, dass beim Einstellen von 6-stelligen Nummerierwerken bei den Ziffernrädern die erste, linke Null heruntergedrückt wurde, wenn eine Auflage nur im 5-stelligen Bereich gedruckt werden sollte. Alle bekannten Kontrollnummern der sächsischen Zwanziger zeigen eine 5-stellige. Wie kam es zu einer 6-stelligen Nummer? Der Grund hierfür ist ein Versehen des Druckers: Er vergaß, die erste Null des 6-stelligen Apparats herunterzudrücken. Es war also kein technisches Versagen, sondern menschliches Verschulden. Das Problem ist bei folgendem Beispiel eines Gaststätten-Gutscheins aus Ahrenshoop erkennbar: Hier wurde ebenfalls vergessen, beim mittleren Apparat die linke Null herunterzudrücken. Durch das Herabdrücken wird die Ziffer nicht mitgedruckt. Gutschein mit Fehldruck: falsch eingestelltes Nummerierwerk – in der Mitte sieht man eine 6-stellige statt der vorgesehenen 5-stelligen Kontrollnummer 20 RM 26. April 1945, 60 × 80 mm. Vs. Fehldruck mit 6-stelliger statt der vorgesehenen 5-stelligen Kontrollnummer. Rs. mit Strafsatz im Rahmen und Herstellerangabe: AKTIENGESELLSCHAFT FÜR KUNSTDRUCK NIEDERSEDLITZ BEI DRESDEN Somit handelt es sich um keine Variante und Katalogangaben sollten korrigiert werden. Standardnoten sind demnach alle mit einer 5-stelligen Kontrollnummer. Bekannt ist die 00127 als niedrigste und die 36936 als höchste KN – beide sind aus der Serie H. Das lässt den Schluss zu, dass sämtliche Scheine dieser Serie ausgegeben wurden. Die Plunger der Apparate sind folgenden Serien zuzuordnen, die in Nutzen zu 3 × 7 nummeriert wurden: Anfängliche Zuordnung der Sternzeichen zu den jeweiligen Serienbuchstaben. Aus technischen Gründen wurde später das Nummernwerk der Serie V ersetzt und durch Q ausgetauscht. Häufigkeit der verwendeten Nummerierwerke: R 2 ×, Q 5 ×, k 14 × (die Serien I, W, X und Z wurden nicht gedruckt) 20 RM 1945, Vorderseiten mit den drei unterschiedlichen Nummernwerken Die 20-RM-Banknoten der Sächsischen Staatsbank mit dem Datum 26. April 1945 wurden in Druckbogen (Hochformat mit 42 Scheinen = 6 × 7 Scheine) hergestellt, aber nur in Halbbogen nummeriert. Der Druckauftrag wurde Ende April 1945 an die Großdruckerei in Niedersedlitz vergeben und lief dort unter der Nummer 7145; er enthielt außerdem die Herstellung von 5- und 50-RM-Banknoten. Der Druck der Zwanziger erfolgte zwischen dem 29. April und 4. Mai 1945. Dazu hatte die Druckerei 36.000 Bogen Wasserzeichenpapier von der Papierfabrik Hoesch aus Königstein/Elbe erhalten. Das Wasserzeichen war identisch mit dem der Reichsbanknoten zu 20 RM 1929/vereinfachter Kriegsdruck. Ausschnitt des etwa 3 cm breiten Ornament-Wasserzeichens. Die Bogen waren 104 × 64 cm groß; am 5. Mai 1945 wurden nochmals 36.000 Bogen aus Königstein nach Niedersedlitz geliefert Am 5. Mai 1945 erfolgte die Auslieferung an die Reichsbankhauptstelle Dresden: vormittags 93.000 Banknoten, nachmittags nochmals 200.000 Stück. Im „Freiheitskampf“ vom 6. Mai informierte man die Dresdner Bevölkerung unter der Überschrift „Aus der Gauhauptstadt/Banknoten der Sächsischen Staatsbank“: Aus kriegsbedingten Gründen werden neben den bereits in Umlauf befindlichen gesetzlichen Zahlungsmitteln Banknoten der Sächsischen Staatsbank durch die Reichsbank in den Verkehr gebracht, die in voller Höhe durch gesperrtes Guthaben bei der Reichsbank gedeckt und ebenfalls gesetzliches Zahlungsmittel sind. Noch am selben Tag wurden das sog. „Mutschmann-Geld“ ausgegeben. Aufstellung der Druckerei vom 5. Juli 1945 für die Sächsische Staatsbank über den Druck der drei Wertstufen Aufgrund der Schäden in der Dresdner Innenstadt durch die Bombenangriffe vom Februar wurde ein Teil der Banknoten in die Landeshauptkasse nach dem nahen Kreischa ausgelagert. Außerdem wurden Bankrat Strauch von der Reichsbank in Chemnitz am 11. Mai 1945 weitere 462.000 Scheine für den Raum Westsachsen ausgehändigt. In der Druckerei verblieben 1000 Stück. Das waren insgesamt 756.000 Scheine, die rechnerisch den nummerierten 18.000 Bogen entsprechen (2 × 18.000 Halbbogen) und in der Aufstellung vom 5. Juli 1945 aufgelistet sind. Die Mengenangaben stimmen mit den ausgelieferten Scheinen vom 5. und 11. Mai 1945 überein. Demnach kann man die gelieferten 756.000 Banknoten durch 21 teilen (Anzahl der Nutzen auf den Halbbögen); das ergibt 36.000 und stellt die Druckmenge je Serie dar. Da aber Kontrollnummern über 36000 belegt sind (36142 U, 36936 H), muss es nach dem 5. Juli weitere Nummerierungen gegeben haben. Diese Vermutung wird durch den belegten 50-RM-Schein mit der KN C 01853 erhärtet, den es lt. Aufstellung nicht geben dürfte. Oder aber man druckte 37.000 Stück je 21 Serien und entnahm einige Scheine als Ersatz für Makulatur-Scheine. Außerdem sind von der Serie G (nicht ausgegeben) KN im 50000er Bereich nachweisbar – diese sind seit Jahrzehnten in bankfrischer Erhaltung auf dem Markt. Von der Serie E mit lichtem Stern ist die Nummer 51615 belegt. Hier handelt es sich ebenfalls um spätere Drucke nach dem Juni 1945. Es ist unklar, ob es sich hierbei um einen geplanten Nachdruck handelte. Im Mai 1945 wurde dem Dresdner Bürgermeister Dr. Meißner vom Stadtkommandanten der Roten Armee befohlen, das vorhandene Notgeld zu beschlagnahmen. Bis zur Errichtung der SMAD am 6. Juni 1945 in Ostdeutschland hatte Generalleutnant Nikita F. Lebedenko als Kommandeur des 33. Gardeschützenkorps der 5. Garde-Armee die militärische und politische Macht in Dresden inne. Das Geld war für die Versorgung der Stadt vorgesehen. Auch die Lockwitzer Druckerei Paul Welzel war von sowjetischen Soldaten besetzt, wo sich noch im August 1945 fertige ungeschnittene 2000 Halbbogen zu 5 Reichsmark befanden, von denen schon 611 nummeriert waren. Das waren 3 × 10 Scheine in 30 Serien (A … AD). In einem Brief der Druckerei vom 8. August 1945 an den Bankdirektor Christoph K. Zirkel wurde nach der Vorgehensweise mit dem vorhandenen Banknotenpapier in fertiger und unfertiger Ausführung gefragt. Gebäude der Sächsische Staatsbank am Dresdner Albertplatz, um 1930 (Bild: Bundesarchiv Nr. 183-1988-1027-504) Auf den Geldscheinen sind die Unterschriften von Bankpräsident Kurt Nebelung und Bankrat Christoph Zirkel vorhanden. Nebelung starb 1947 im sowjetischen Speziallager Nr. 2 Buchenwald. Die Sächsische Staatsbank, ab Mai 1945 am Platz der Roten Armee, bestand bis zum 14. August 1945 und wurde aufgrund des Befehls Nr. 10 der SMAD in die Sächsische Landesbank umgewandelt. Im Befehl vom 23. Juli 1945 wurde die Schließung aller Privatbanken und Versicherungen in der sowjetischen Besatzungszone angeordnet. Verordnung über die Gründung der Sächsische Landesbank am Dresdner Albertplatz 1945 Die SLB wurde im Sommer 1947 zur Sächsischen Landeskreditbank und ging mit der im selben Jahr gegründeten Emissions- und Girobank Sachsen am 1. Januar 1950 in der Deutschen Notenbank, Fil. Dresden, auf. Auch beim Geltungszeitraum für den 20-RM-Schein (DEU-260a, Grabowski, Deutsche Banknoten ab 1871) muss korrigiert werden. Die 20-RM-Banknoten galten vom 6. Mai 1945 bis nach dem 15. Februar 1946 in ganz Sachsen und wurden von der sowjetischen Militärregierung nicht eingezogen oder vernichtet. Denkbar ist, dass sie sogar bis zur 1948er Währungsreform in der Ostzone umlauffähig waren bzw. bis dahin nach und nach aus dem Umlauf genommen wurden. In der Verordnung über die Gründung der Sächsischen Landesbank und die Abwicklung der bisher bestehenden Banken und sonstigen Geldinstitute hieß es: Alle Geldzeichen, die in den Jahren 1924–1942 in Umlauf gesetzt wurden, sowie die Rentenbankscheine in Abschnitten von 5, 2 und 1 RM, die Notgeldbanknoten der Sächsischen Staatsbank vom 26. April 1945 und die Geldzeichen der Alliierten Militärbehörde bleiben in vollem Umfange umlauffähig. Und im Interview mit dem Präsidenten der Sächsischen Landesbank wird das nochmals ausdrücklich bestätigt: […] ebenso wie die Notgeldbanknoten der Sächsischen Staatsbank vom 26. April 1945 […] im vollem Umfange ihre Gültigkeit behalten. ... [1] Einer Pressenotiz von 1946 konnte man unter der Überschrift »Notgeldscheine über 20 RM bleiben Zahlungsmittel« entnehmen: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß die Notgeldscheine zu 20 RM, ausgegeben auf Grund der Verordnung des Reichsstatthalters in Sachsen, Landesregierung Sachsen, vom 26. April 1945, Sächsische Staatsbank, von Geschäftsleuten und Dienststellen als Zahlungsmittel zurückgewiesen werden. Wie das Landesnachrichtenamt auf Grund einer Rückfrage beim Ressort Finanzen und Steuern der Landesverwaltung Sachsen hierzu erfährt, sind die Notgeldscheine der Sächsischen Staatsbank durch Verordnung vom 14. August 1945 als gesetzliche Zahlungsmittel erklärt worden. Eine Annahmeverweigerung ist daher nicht zulässig.[2] Über die sächsischen Notgeldbanknoten sind noch nicht alle Fragen beantwortet; viele werden wohl offen bleiben. So konnte der Name des Grafikers nicht ermittelt werden. Auffallend ist jedoch, dass die 20-RM-Notgeldscheine nicht nur im Format, in der Farbgebung und dem selben Wasserzeichen den entsprechenden Reichsbanknoten von 1929 (vereinfachter Kriegsdruck von 1945) sehr ähneln. Der 20-RM-Reichsbanknote ist die Gestaltung des 20-RM-Notgeldscheins nachempfunden Bis 1975 waren die beiden anderen Notgeldbanknoten zu 5 (mit KN) und 50 Reichsmark (ohne KN) unbekannt; und erst seit 1987 wissen wir vom bisher einzigen 50-RM-Schein, der eine Kontrollnummer (s. o.) zeigt. Und in den letzten Monaten kam ein Makulatur-Schein auf den Markt, der sichtlich aus einem Bogen herausgeschnitten wurde. Die Herkunft ist fraglich. In der Aufstellung vom 5. Juli 1945 werden zumindest Ausschussbogen sowie ein- und zweiseitig gedruckten, aber nicht nummerierte Bogen genannt. 20 RM 26. April 1945, Vs., Makulatur-Schein, ohne Kontrollnummer, Herausschnitt Für den gesamten Druck, einschließlich Plattenherstellung und Nummerieren, entstanden der Sächsischen Staatsbank bis zum Juli 1945 Kosten in Höhe von 5.975,00 Reichsmark. Das war ein vergleichsweise günstiger Preis: etwa 40,87 Reichsmark für je 1000 zweifarbig gedruckter Bogen – ohne Nummerierung. Rechnung vom 5. Juli 1945 mit 3 Anlagen Eine Rechnung der Königsteiner Papierfabrik für das Banknotenpapier konnte nicht gefunden werden. Über den Verbleib der unbedruckten Bogen (78.973 Bogen für die 5-RM-Scheine, 27.205 Bogen für die 20-RM-Scheine sowie 42.243 Bogen für die 50-RM-Scheine) ist nichts bekannt; die Druckerei fragte am 8. August 1945 beim Bankpräsidenten Chr. Zirkel an, was mit dem Papier passieren sollte: „[…] Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn wir recht bald von Ihnen hören würden, was mit den bei uns liegenden Banknoten und dem unbedruckten Papier geschehen soll.“ Möglicherweise wurde das Papier „zweckentfremdet“ weiterverwendet – zum Beispiel für fehlendes Verpackungsmaterial im Groß- und Einzelhandel, wie die seit langem bekannte Papiertüte aus 5-RM-Wasserzeichenpapier. 5-RM-Wasserzeichenpapier, als Papiertüte weiter verwendet Michael H. Schöne Quellen Sächsisches Staatsarchiv Dresden, Bestand 11814, Akten 194, 514 und 515 [1] „Sächsische Volkszeitung“ Nr. 20 vom 24. August 1945 [2] „Sächsische Volkszeitung“ Nr. 38 vom 15. Februar 1946
- 2023er Ausgabe des Katalogs zum Papiergeld Polens
Janusz Parchimowicz: Katalog banknotów polskich i z Polska zwiazanych 2023 323 Seiten, jeder Schein meist vorder- und rückseitig abgebildet in Farbe, Format 12 x 18,5 cm, Festeinband, 18. völlig überarbeitete und ergänzte Auflage Stettin 2023, Preis: 29,90 Euro ISBN: 978-83-87355-00-5 Bereits im April 2023 erschien die 18. Auflage des Katalogs polnischer Banknoten, der gewöhnlich nur alle zwei Jahre überarbeitet und ergänzt erscheint. Im Internetzeitalter, in dem Verleger klug über Neu- und Nachauflagen entscheiden müssen, muss eine solche Verkürzung der Ausgabe des Buches schon gute Gründe haben. Die Erklärung dafür wird man leicht finden, denn schon auf der ersten Seite mit Preisauszeichnungen (Nr.13) sind die Preise leicht, auf Seite 14 aber stark erhöht, nicht selten um 100 % und mehr. Wenn weiter die meisten Ausgaben um 10–30 % teurer sind, so hat dies natürlich auch etwas mit der Inflationsrate zu tun, die in Polen höher ist als bei uns. Freunde polnischer Banknoten wissen, dass die Scheine des 19. Jahrhunderts so selten sind, dass man hier fast nur „c.a.“, also Liebhaberpreise angeben kann, denn selbst in der üblichen Erhaltung IV oder gar V kosten sie oft ein kleines Vermögen. Das Kapitel IV. umfasst die Scheine der deutschen Besatzung des Ersten Weltkrieges. Hier gibt es höhere und niedrigere Preise als 2022, allerdings werden teilweise höhere Preise eher bei den Erhaltungen III und II, nicht bei den Spitzenerhaltungen aufgeführt. Der Grund dafür ist einfach: Das Interesse bei Papiergeld ist in Polen so stark gestiegen, dass man in Ermangelung von Angeboten guter Qualitäten kompromissbereiter sein muss, auch nur mit III bewertete Qualitäten zu erwerben, für die mehr verlangt wird. Qualität hat aber immer noch ihren Preis. Hier nur ein Beispiel bei einem nicht sehr seltenen Schein Nr. 53, 20 Mark „General…“ von 1915. Dieser wird in I nun mit 13.000 Zloty bewertet, im letzten Jahr nur mit 5000 Zloty und im 2021er Katalog mit 2500 Zloty. Bei den Banknoten der Bank Polski (Kapitel 8 B) gibt es auch einige heftige Preissprünge, aber die Bewertung wurde ausgewogen vorgenommen. Bei manchen Banknoten der „Mittelklasse“ hat sich der Markt etwas beruhigt, aber insgesamt sind kräftige Erhöhungen der Preise auch bei den Vorkriegsscheinen die Regel. Preisbewegungen nach oben gibt es auch der Volksrepublik. Das Kapitel XII. ab Seite 311 enthält Tabellen zu Banknotenserien von 1944–1965. Man findet hier mit kleinen Bildern der Scheine alle je ausgegebenen Serien in Tabellen. Dies ist zugleich eine Ergänzung zum 2022er Katalog: Dort waren ab Seite 371 in Zusammenarbeit mit dem Gabinet Numizmatyczny D. Marciniak die Serienbuchstaben der Ausgaben von 1965–1993 aufgelistet. Es gibt nicht wenige Gelscheinsammler, die versuchen, hier alles zusammenzutragen, was es gibt, auch wenn die Chance, komplett zu werden, nicht sehr groß ist. Auf dem Umschlag des neuen Buchs ist die Sammler-Banknote von 2023 mit Kopernikus abgebildet, bei der es 100.000 Exemplare gab, während man bei den 10-Zloty-Münzen maximal 10.000 Stück prägt, die meist schnell verkauft sind, auch wenn viele Münzen noch längere Zeit in der Bank angeboten werden. Dies ist ein Beweis für die Beliebtheit von Papiergeld, entsprechend beliebt ist auch das Bargeld in Polen, auch wenn man längst Kreditkarten benutzt. Das bereits 121. Werk, das im Verlag NEFRYT erschien, beinhaltet auch diesmal wieder eine kleine Überraschung. Auf Seite 280 befindet sich ein „0-Euro-Gedenkgeldschein“ auf den 10. Jahrestag der Heiligsprechung von Johannes Paul II. Das darauffolgende Kapitel X. beinhaltet diese Souvenirscheine, für die es auch schon viele Sammler gibt und bei denen auch einige schon recht viel kosten. Alles in allem kann dieses Buch Geldscheinsammlern sehr empfohlen werden. Falls es Beschaffungsprobleme im Fach- oder Buchhandel gibt, so versucht gern die Firma BMV Mehlhausen, 13125 Berlin, Florastraße 24 A zu helfen zum Preis von 29,90 € plus 4,50 € Versandspesen. Bestellungen nur schriftlich oder per E-Mail an: mehlhausen @snafu.de W. J. Mehlhausen
- Die Leipziger Messe-Schecks 1949–1951
Zur Leipziger Frühjahrmesse 1949 waren von der Deutschen Notenbank erstmals auf Valuta-Mark lautende Kupons in den Nennwerten 10, 5, 2, 1, und ½ Valuta-Mark (VM) ausgegeben worden, die ausländische Messebesucher im Umtausch gegen Devisen erwerben und mit denen sie ihre Ausgaben während des Messeaufenthaltes in Leipzig bezahlen konnten[1]. Messeamt in Leipzig, März 1950 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-05672-0031) Aus den Erfahrungen mit der Verwendung dieser Kupons zog die Deutsche Notenbank nach Beendigung der Frühjahrsmesse 1949 Rückschlüsse in Hinblick auf eine Fortführung des Systems von Verrechnungszahlungsmitteln für ausländische Messegäste, dass sich jedenfalls in den Augen von Notenbank und SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) grundsätzlich bewährt hatte. Diese Erfahrungen waren vielschichtig: Es gab Klagen, dass die Kellner in den von Intourist betriebenen Restaurants in Leipzig angesichts hoher Zechen mit der Abrechnung der niedrigen Nominale der Schecks überfordert gewesen seien. Als erschwerend für die Abrechnung wurde hervorgehoben, dass die Kupons nach Währungen getrennt der Emissions- und Girobank Leipzig zur Abrechnung vorgelegt werden mussten – dabei sei es unpraktisch gewesen, dass die Fremdwährung, in welcher der Kupon erworben wurde, auf der Rückseite des Kupons aufgestempelt gewesen sei. Die Notenbank selbst notierte Klagen von Messebesuchern, dass Scheine zu 0,10 VM gefehlt hätten und die Abgabe vornehmlich in Heften zu 100,- sparsame ausländische Messegäste finanziell überfordert hätte. Auch wurde die Ausgabe der Kupons erst unmittelbar zu Messebeginn als zu spät angesehen, da zu diesem Zeitpunkt schon viele Messegäste angereist waren und ihr Geld anderweitig (und sicher nicht selten „schwarz“) umgetauscht hatten – zukünftig sei eine Ausgabe deutlich vor dem offiziellen Messebeginn anzustreben. Schließlich hatte sich die Auflage der zur Frühjahrmesse 1949 bei der Deutschen Wertpapierdruckerei in Leipzig (DWD) bestellten Kupons im Vergleich zu den umgetauschten Beträgen als deutlich zu hoch erwiesen. Auch die Bezeichnung „Valuta-Mark“ erwies sich als politisch heikel – einerseits wegen des aufgetretenen Schwarzhandels mit den VM-Kupons, der aufzeigte, dass gegen diese Kupons Waren erhältlich waren, die es gegen DM der Deutschen Notenbank (DM-DN) nicht gab, andererseits weil durch die Schaffung einer Valuta-Mark die DM-DN in der SBZ als vermeintlich stabile Währung diskreditiert zu werden drohte [2]. Die SMAD gab daher der Deutschen Notenbank die Anregung, „aus währungspolitischen Gründen“ auf die erneute Ausgabe von Kupons in Valuta-Mark zu verzichten und stattdessen auf DM-DN lautende, spezielle Messe-Schecks auszugeben. In einer von der Deutschen Notenbank geleiteten Besprechung am 14.6.1949 in Leipzig wurde entschieden, zur Leipziger Herbstmesse 1949 erstmals auf Deutsche Mark lautende Messe-Schecks neben den von der VM bereits bekannten Stückelungen zu 10, 5, 2, 1 DM-DN sowie 0,50 Pfennig neu auch Stückelungen zu 100, 50 und 20 DM-DN auszugeben, ferner zu 0,10 DM-DN. Technisch gesehen handelte es sich um durch die Deutsche Notenbank Berlin auf die Emissions- und Girobank Sachsen, Filiale Leipzig gezogene Schecks. Scheck zu 10 Pfennig für die Leipziger Herbstmesse 1949, Vorder- und Rückseite Scheck zu 20 DM-DN für die Leipziger Herbstmesse 1949, Vorder- und Rückseite Die Abstempelung der Währung, in der die Messe-Scheck erworben worden waren, erfolgte jetzt auf der Vorderseite. Eine Währungsabstempelung der Schecks zu 0,10 DM-DN sollte nicht erfolgen, zudem wurde ein Rücktausch von Schecks dieser Wertstufe ausgeschlossen. Sie konnten damit in beschränktem Umfang auch als Wechselgeld fungieren, um auf größere Nennwerte passend herauszugeben. Um auch sparsamen Messebesuchern entgegenzukommen, wurden neben Heften mit Schecks im Wert von 100,- DM-DN[3] Hefte im Wert von 10,- DM-DN angeboten[14. Auch der Erwerb von Messe-Schecks in losen Abschnitten sollte offiziell möglich sein[5]. Zudem wurde allen Betrieben in Leipzig die Annahme von Zahlungen in ausländischer Währung ausdrücklich untersagt; für Privatpersonen galt das sowieso. Die Deutsche Notenbank bestellte am 19.7.1949 wieder bei der Deutschen Wertpapierdruckerei zur Leipzig Herbstmesse 1949 Messe-Schecks im Gesamtwert von 840.000 DM-DN. Auf die Emissions- und Girobank entfielen dabei Schecks im Wert von 500.000 DM-DN[6], auf die Garantie- und Kreditbank solche in Werte von 340.000 DM-DN[7]. Die Schecks der Emissions- und Garantiebank wiesen eine schwarze Kennnummer und davor den Buchstaben B auf, die Hefte einen weißen Umschlag; die von der Garantie- und Kreditbank emittierten Schecks hatten eine rote Kennziffer sowie davor den Buchstaben G, die Hefte einen blauen Umschlag. Vorderseite der Scheckhefte zu 10 DM-DN und 100 DM-DN, Ausgaben für die Emissions- und Girobank mit weißem und für die Garantie- und Kreditbank mit blauem Umschlag Umgetauscht in Messe-Schecks auf der Herbstmesse 1949 wurden ausländische Banknoten im Gesamtwert von 136.512,60 DM-DN; im Clearing-Verfahren[8] wurden durch die Garantie- und Kreditbank Messe-Schecks im Wert von 75.866.40 DM-DN abgegeben. Damit liefen zur Herbstmesse 1949 Messe-Schecks in Wert von rund 212.000 DM-DN um – deutlich weniger als die Menge an VM, die zur Frühjahresmesse 1949 ausgegeben worden war. 3.574,83 DM-DN in Messe-Schecks wurden wieder zurückgewechselt. Der Betrag nicht eingelöster Schecks ist nicht bekannt. Die auf den 20.8.1949 datierten Schecks blieben bis zum 20.9.1949 und damit über das Ende der Messe hinaus gültig; abgerechnet werden konnten sie bis zum 1.10.1949. Die Farbgebung der einzelnen Nominale richtete sich, anders als noch bei den VM-Kupons zur Frühjahrmesse 1949, nicht mehr nach den gleichlautenden Nominalen der umlaufenden Banknoten, weil durch die Schecks eben keine Parallelwährung zur DM-DN geschaffen werden sollte. Spitzenreiter der in bar umgewechselten Währungen war wieder der USD (12.063,40 USD), gefolgt diesmal von der Dänischen Krone (24.194,05 Dkr.) und der Tschechoslowakischen Krone (253.260 Kc.). Auch 22 Kanadische Dollar und 173 Indische Rupien fanden ihren Weg zu den Messe-Wechselstuben. Diese wechselten ferner ausländische Banknoten im Wert von 1.172,65 DM-DN direkt in Banknoten[9] und nahmen 36.887,05 DM-BdL ein[10] – noch weniger als zur Frühjahrsmesse 1949. Immerhin bot man diesmal einen Umtausch im Verhältnis 1 DM-BdL gegen 1 DM-DN an[11]. Anders als zur Frühjahrsmesse 1949 wurden den Messe-Wechselstuben keine falschen oder ungültigen Banknoten untergeschoben. Gegenüber der Frühjahrsmesse 1949 waren die Besucherzahlen der Herbstmesse 1949 leicht rückläufig[12]. Wechselkurstabelle zur Leipziger Herbstmesse 1949 Das Abrechnungssystem der Messe-Schecks war aufwändig: Diese mussten durch die HO und andere deutsche Einrichtungen bis zum 1.10.1949, nach Wertstufen und Währungen getrennt, bei der Emissions- und Girobank zur Gutschrift auf Konto eingereicht werden. Diese Gutschrift erfolgte aus dem Guthaben, das die Emissions- und Girobank von der Deutschen Notenbank durch Einreichung der umgewechselten ausländischen Banknoten bei der Deutschen Notenbank dort erhielt. Die eingelösten Messe-Schecks selbst verblieben als Kassenbelege bei der Emissions- und Girobank Leipzig. Die von Intourist vereinnahmten Messe-Schecks rechnete Intourist direkt mit der Deutschen Notenbank in Berlin ab und ließ sich dafür die nach Abrechnung umgetauschten Devisenbeträge in bar ausliefern. Die Bevölkerung konnte vereinnahmte Messe-Schecks ebenfalls bis zum 1.10.1949 an den Schaltern der Emissions- und Girobank Leipzig gegen DM-DN in bar oder zur Gutschrift auf Konto umtauschen. Das System der Messe-Schecks blieb bis zur Herbstmesse 1951 im Grundsatz unverändert. Begleitet wurde es durch umfangreiche Anweisungen der Deutschen Notenbank zunächst an die Emissions- und Girobank Leipzig, ab Herbst 1950 dann an die Filiale der Deutschen Notenbank in Leipzig, die man jeweils für die bevorstehende Messe aktualisierte. Vor jeder Messe erfolgte zudem eine genaue Unterweisung der Mitarbeitenden des Messe-Wechselstuben. Unverändert blieb zudem, dass bis zum Ende der Messe-Schecks keine Abgabe gegen DM-BdL erfolgte. Erstmals zur Frühjahrsmesse 1950 wurde der Geldumtausch ausschließlich durch die Emissions- und Girobank abgewickelt, die Garantie- und Kreditbank war nicht mehr beteiligt. Auch die Abgabe von Messe-Schecks im Clearingverfahren, die bisher der Garantie- und Kreditbank vorbehalten war, erfolgte jetzt durch die Emissions- und Girobank. Damit entfiel auch die Notwendigkeit einer besonderen Kennzeichnung der für die Garantie- und Kreditbank bestimmten Schecks. Die ausgegebenen Schecks tragen eine schwarze Kennziffer und davor eingedruckt den Buchstaben B. Zur Frühjahrsmesse 1950 wurden die Kurstabellen um Währungen aus Übersee erweitert. Das Ausgabedatum der Schecks zur Frühjahrsmesse datiert auf den 12.2.1950, ein Rücktausch nicht verbrauchter Scheine durch Messebesucher war über den Messezeitraum hinaus[13] bis 31.3.1950 möglich. Die Einlösung der Schecks hatte bis zum 5.4.1950 bei der Emissions- und Girobank zu erfolgen. Mit 3800 Messegästen aus dem Ausland war der potenzielle Erwerberkreis von Messe-Schecks gegenüber dem Vorjahr angewachsen. Zur Herbstmesse 1950 (Schecks mit Buchstaben C vor der Kennziffer) sank die von der Notenbank bestellte Auflage an Messeschecks auf nur noch 600.000 DM-DN. Für lediglich 134.000 DM-DN wurden Messe-Schecks verausgabt, davon nur noch rd. 62.000 DM-DN im Umtausch gegen Banknoten – weniger als die Hälfte als noch ein Jahr zuvor – sowie 72.000 DM-DN im Clearing-Verfahren. Die 1950 erfolgte Eingliederung der Emissions- und Girobank Sachsen in die Deutsche Notenbank spiegelt sich auf den Schecks wider, die jetzt von der Deutschen Notenbank auf ihre Filiale in Leipzig gezogen sind. Sie tragen das Ausgabedatum 15.8.1950 und blieben bis zum 20.9.1950 gültig. Spitzenreiter der umgetauschten Banknoten zur Herbstmesse 1950 waren jetzt der Österreichische Schilling (129.136,40 öS im Gegenwert von 29.843,42 DM-DN), an zweiter Stelle rangierte der Schweizer Franken (9.806,90 Fr. – 7.592,50 DM-DN), erst danach kam der US-Dollar (2.139 USD – 7.122,87 DM-DN). Die Währungen aus den sog. Volksdemokratien Osteuropas spielten im Umtausch keine große Rolle mehr – so wurden lediglich 11.675 Tschechoslowakische Kronen in Noten und weitere 750 Kc. im Clearing-Verfahren umgetauscht. Zur Frühjahrsmesse 1949 waren es noch 543.690 Kc. gewesen[14]. Die umgewechselten Beträge in DM-BdL betrugen insgesamt nur noch 10.324,50[15]. Scheck zu 10 Pfennig für die Leipziger Frühjahrsmesse 1951 Vorder- und Rückseite Ab der Frühjahrsmesse 1951 (Scheck mit Buchstabe D vor der Kennziffer) wurde auf die Ausgabe von Schecks zu 100 DM-DN verzichtet[16] sowie Aussehen und Format der Messe-Schecks verändert, um zu vermeiden, dass unberechtigt Schecks früherer Messen verwendet wurden[17]. Die Abgabe der Messe-Schecks in Heften zu 10 DM-DN und zu 100 DM-DN sowie die Abgabe auch in einzelnen Abschnitten wurde beibehalten. Banknoten aus Albanien, Rumänien und Polen wurden im Umtausch nicht mehr akzeptiert. Ferner durften die Messe-Wechselstuben ausländische Banknoten nur noch in solchen Nominalwerten annehmen, deren Ausfuhr erlaubt war. So konnten etwa schwedische und norwegische Banknoten nur noch in Nennwerten bis 50 Kronen umgetauscht werden, weil die Ausfuhr höherer Nennwerte durch diese Länder untersagt war. Auch andere Länder wie etwa Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei hatte die Ausfuhr von Banknoten sowohl betragsmäßig als auch hinsichtlich der Nominale beschränkt. Diese Informationen wurden in den Wechselkurstabellen der Wechselstuben ergänzt. Vermutlich hatte man seitens der Notenbank Bedenken, ob und wie man illegal ausgeführte Noten höherer Wertstufen verwenden konnte. Die ausgegebenen Schecks tragen das Datum 20.2.1951; sie galten bis zum 20.3.1951. Letztmalig fand die Ausgabe von Messe-Schecks zur Herbstmesse 1951 statt. Diese Schecks (mit Buchstabe E vor der Kennziffer) tragen das Ausgabedatum 20.8.1951 und galten bis zum 20.9.1951. Warum das System darüber hinaus nicht fortgesetzt wurde, ist in den von mir gesichteten Unterlagen der Notenbank nicht dokumentiert. Mehrere Gründe können dafür ausschlaggebend gewesen sein: Die von Intourist betriebenen Restaurants, in denen mit Devisen gezahlt werden mussten, die in die Taschen von Intourist flossen, wurden Ende 1950 an die staatliche HO abgegeben. Damit entfiel die Notwendigkeit, während der Messe eingenommene Devisen getrennt abzurechnen und an Intourist abführen zu müssen. Ferner war zwischenzeitlich das System der Devisenkontrolle für ausländische Messebesucher umfassender ausgestaltet worden. Zur Einreise in die DDR zwecks Besuchs der Leipziger Messe war vor Einreise in die DDR der Erwerb eines Messeausweises notwendig[18], in den die mitgeführten ausländischen Zahlungsmittel bei Grenzübertritt eingetragen werden mussten. Beim Geldumtausch musste der Messeausweis vorgelegt werden, es erfolgte eine Abschreibung auf den eingetragenen Fremdwährungsbetrag, sodass jedenfalls eine Kontrolle der Verwendung der eingeführten Devisen möglich war. In DM-DN umgetauschte, im Messeausweis abgeschriebene Beträge waren rücktauschbar. Auch erwies sich das System der Messe-Schecks hinsichtlich der Abrechnung als sehr aufwändig. Darauf konnte – und wollte – man wohl verzichten, als alle umgetauschten Devisenbeträge nur mehr durch die Deutsche Notenbank vereinnahmt wurden und zudem sichergestellt werden konnte, dass von ausländischen Messebesuchern mitgeführte Devisen offiziell gewechselt werden mussten. Gelaufene Messe-Schecks aller Ausgaben bleiben aufgrund des dargestellten Ausgabe- und Abrechnungssystems, der verhältnismäßig geringen Beträge umlaufender Schecks sowie der Tatsache, dass die Zuteilung von Devisen für Reisen von Messebesuchern Ende der 1940er und Anfang der 1950er-Jahre auch in den Heimatländern oftmals restriktiv erfolgte, sehr selten. Am häufigsten dürften die Nominale zu 0,10 DM-DN vorkommen, da deren Auflagezahlen von allen Nominalen am höchsten war und sie zudem nicht rücktauschbar waren. Sven Gerhard Anmerkungen [1] S. dazu den Beitrag ,,Die Valuta-Mark-Kupons zur Leipziger Frühjahrsmesse 1949“. [2] Eine Entwicklung, die ab 1979 durch die Ausgabe von Forum-Schecks eintrat. [3] Diese enthielten 4 Schecks zu 10 DM-DN, 6 Schecks zu 5 DM-DN, 9 Schecks zu 2 DM-DN, 10 Schecks zu 1 DM-DN und 4 Schecks zu 0,50 DM-DN, insgesamt also 35 Schecks. [4] Diese enthielten 7 Schecks zu 1 DM-DN, 4 Schecks zu 0,50 DM-DN sowie 10 Schecks zu 0,10 DM-DN und damit insgesamt 21 Schecks. [5] Lt. Bericht der Emissions- und Girobank vom 7.10.1949 wurden Schecks zu 100-DM-DN wenig benutzt. [6] 2000 Scheckhefte zu 100 DM-DN und 3000 Hefte zu 10 DM-DN, der Rest in losen Schecks. [7] 1600 Hefte zu 100 DM-DN und 2000 Hefte zu 10 DM-DN, der Rest in losen Schecks. [8] Angeboten wurde der Erwerb von Messe-Schecks wie bei der Valuta-Mark neben dem Umtausch von Banknoten auch im sogenannten Clearingverfahren gegen Vorlage von Kreditbriefen oder Akkreditiven. Hintergrund war, dass diverse Staaten die Ausfuhr von Banknoten ihrer eigenen Landeswährung verboten oder stark beschränkt hatten. [9] Darunter 20 albanische Lek im Wert von 1,30 DM-DN. [10] Davon wurden 11.213,95 DM-Bdl wieder zurückgetauscht, es verblieben damit 25.673,10 DM-BdL. [11] Zur Frühjahresmesse 1949 waren es noch 1 DM-BdL = 0,80 DM-DN gewesen. [12] Es wurden rd. 203.000 Besucher aus der SBZ/DDR verzeichnet und erneut rd. 2300 Besucher aus dem Ausland. [13] Diese Messe dauerte vom 5. bis 12.3.1950. [14] Die Jahre 1950–53 waren sicherlich der dunkelste Zeitraum der tschechoslowakischen Diktatur unter Clement Gottwald – das Land hatte sich völlig abgeschlossen; Auslandsreisen waren nur in offiziellen Delegationen möglich und fanden praktisch nicht statt. [15] Das Missverhältnis von Besucherzahlen aus den Westzonen zu umgetauschten Beträgen DM-BdL war eklatant. In einem undatierten Bericht spricht sich die Deutsche Notenbank dafür aus, Besuchern aus den Westzonen den Umtausch eines Mindestbetrages von DM-DN 5,– pro Tag als „Zehrgeld“ zur Pflicht zu machen. [16] Die bei Huschka katalogisierten Schecks zu 100 DM-DN zur Frühjahrsmesse 1951 (MG 6.9) sowie zur Herbstmesse (MG 7.9) gibt es nicht. [17] Was bei der Herbstmesse 1950 in einem Restaurant geschah, wo für 100 DM-DN ungültige Schecks zur Frühjahrsmesse 1950 angenommen wurden. [18] Was bis 1989 der Fall war – nach Erwerb eines Messeausweises für ausländische Besuche etwa in einem DER-Reisebüro in der Bundesrepublik konnte man während der Messezeit ohne zusätzliches Visum in die DDR einreisen und erhielt bei Ankunft in einer der Meldestellen für Messegäste in Leipzig eineAufenthaltsgenehmigung beschränkt auf den Kreis Leipzig. Vom Mindestumtausch waren Messegäste nicht befreit.
- Aus privaten Sammlungen: 25 Piaster der Bank von Indochina aus dem Jahr 1949
Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Die Banque de l'Indochine war per Dekret vom 21. Januar 1875 mit dem Hauptsitz in Paris gegründet worden, um die Geldversorgung in der damaligen Kolonie Französisch-Indochina (heute Laos, Kambodscha und Vietnam) zu sichern und später den wirtschaftlichen Interessen Frankreichs in ganz Südostasien zu dienen. Sie unterhielt Filialen in Phnom Penh in Kambodscha und in Haiphong, Hanoi, Saigon und Tourane (Da Nang) in Vietnam (Piaster-Währung) sowie Pondichéry in Französisch-Indien (Rupien-Währung). Die ersten Banknoten gab sie 1875 aus. 1888 folgten dann auch Noten für Neukaledonien, 1904 für Tahiti und dann für Djibouti und die Neuen Hebriden. Sie gab aber auch Banknoten in Thailand, China und Singapur in den jeweils gültigen Landeswährungen aus. Am Ende des Zweiten Weltkriegs herrschten die Japaner über Französisch-Indochina. Die meisten Franzosen verließen 1945 bis 1946 die Kolonie. Nach dem Krieg liefen die Noten der Bank in den einzelnen Kolonien vorerst weiter um. Die vorgestellte Banknote gab es in gleicher Gestaltung, doch mit blauer statt roter Schrift und ohne den roten Grund des Banknamens auf der Vorderseite bereits ab 1937. Nach dem Krieg gab man dann die modifizierte Note zur besseren Unterscheidung von den Vorkriegsausgaben in Umlauf. Die letzten Noten der Banque de l'Indochine wurden 1954 gedruckt. Im gleichen Jahr endete der Indochinakrieg, in dessen Ergebnis die Kolonie in selbstständige Staaten zerfiel. 1953/54 waren noch Ausgaben des Institut d'Emission des Etats du Cambodge, Laos, Vietnam in Umlauf gekommen. Geldscheine der französischen Kolonien, so von Französisch-Indochina, sind bei Sammlern wegen ihrer farbenprächtigen künstlerischen Gestaltung, der ansprechenden Motive und der besonderen Geschichte sehr beliebt, wegen des typischen dünnen Papiers vieler Ausgaben aber auch selten in guter Erhaltung zu bekommen. Land/Region/Ort: Französisch-Indochina, Kolonie Emittent: Banque de l'Indochine Nominal: 25 Piastres (Piaster) Datum: ohne Datierung (1949) Vorderseite: Behelmte weibliche Allegorie mit Lorbeerkranz vor drei Bögen aus Eichenlaub. Im mittleren Bogen die griechische Göttin Athene mit Helm und Speer. Rückseite: Behelmte weibliche Allegorie mit Lorbeerkranz vor einem Tor mit einem Fries mit drei sitzenden Figuren. Links davon zwei sitzende Löwen und rechts Ruinen von Angkor Wat. Wertangabe in Chinesisch, Khmer, Lao und Vietnamesisch. Signatur: Minost / Laurent Umlauf: ab 21. März 1949 Material: Papier, weiß Wasserzeichen: Merkurkopf im Profil Druck: Druckerei der Banque de France Entwurf: Seb. Laurent Fec. (lat. Fecit=hat es gemacht) / RITA Sc. (lat. Sculpsit=hat gestochen) Format: 160 mm x 85 mm Nummerierung: Serie U.1648 / 647 Authentizität: Original Zitate: French Indochina 81a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B165a (Linzmayer: The Banknote Book: French Indochina) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Neue Varianten: April 2023, Teil 2
Ägypten 50 Pounds 2022 EGY-75 (Linzmayer B339b), jetzt mit neuer Unterschrift "Hassan Abdalla". Ghana 200 Cedis 2022 Wie GHA-51 (Linzmayer B161b), jetzt mit neuem Datum 04.03.2022. Iran 50.000 Rials o.D.(2021-2022) IRN-W162 (Peter Mosselberger - www.banknote.ws ), (Linzmayer B300c), aber mit neuen Unterschriften "Mohammad Reza Farzin" und "Ehsan Khandozi". 1.000.000 Rials o.D.(2020) IRN-W165 (Peter Mosselberger - www.banknote.ws ), (Linzmayer B297b), mit neuer Unterschrift "Ali Salehabadi". 1.000.000 Rials o.D.(2022) IRN-W166 (Peter Mosselberger - www.banknote.ws ), (Linzmayer B302b), aber mit neuer Unterschrift "Mohammad Reza Farzin". 2.000.000 Rials o.D.(2008) (2023 o.D.) IRN-W154C (Peter Mosselberger - www.banknote.ws), (Linzmayer B291.5a), mit neuer Unterschrift "Mahmud Bahmani". Kongo, Demokratische Republik 5.000 Francs 2022 Wie COD-102 (Linzmayer B324d), jetzt mit neuem Datum 04.01.2022 und neuer Unterschrift "Malangu Kabedi Mbuyi". Kuba 100 Pesos 2023 CUB-124 (Linzmayer B912.5as), zum einen mit neuem Datum 2023 und mit neuer Unterschrift "Joaquín Alonso Vázquez" als "PRESIDENTE DEL BANCO". 500 Pesos 2023 Wie CUB-131 (Linzmayer B917e), mit neuem Datum 2023. 1.000 Pesos 2023 CUB-132 (Linzmayer B918c), mit neuer Unterschrift "Joaquín Alonso Vázquez" als "PRESIDENTA DE BANCO" und neuem Datum 2023. Mexiko 20 Pesos 2022 MEX-W132 (Peter Mosselberger - www.banknote.ws), (Linzmayer B726g), mit neuem Datum 10. OCT.2022 und den Unterschriften "Galia Borja Gómez" als "JUNTA DE GOBIERNO" und "Alejandro Alegre Rabiela" als "CAJERO PRINCIPAL". Nicaragua 500 Cordobas 2021 NIC-217 (Linzmayer B514b), aber mit neuem Datum 24.11.2021. Philippinen 500 Piso 2017 PHL-210 (Linzmayer B1088a.1), mit Datum 2017, ohne Markierungen für Sehbehinderte, Banksiegel und Unterschriften "Rodrigo Roa Duterte" und "Nestor Aldave Espenilla Jr.". Singapur 10 Dollars SGP-48 (Linzmayer B210o), aber jetzt mit zwei leeren Quadraten auf der Rückseite unter "Sports" als Kodierung für die Ausgabe 2023. Uruguay 100 Pesos Uruguayos 2019 URY-95 (Linzmayer B554b), mit neuem Datum 2019, Serie H und neuen Unterschriften "Elizabeth Sonia Oria" als "SECRETARIO GENERAL" und "Mario Bergara" als "PRESIDENTE". Westafrikanische Staaten - Mali 2.000 Francs (20)21 Wie WAS-416D (Linzmayer B122Du), zum einen mit neuem Datum (20)21, aber auch mit neuen Unterschriften "Tiémoko Meyliet Koné" als "LE GOUVERNEUR" und "Sani Yaya" als "LE PRESIDENT DE CONSEIL DES MINISTRES". Westafrikanische Staaten - Niger 2.000 Francs (20)22 Wie WAS-616H (Linzmayer B122Hv), mit neuem Datum (20)22. 5.000 Francs (20)22 Wie WAS-617H (Linzmayer B123Hv), aber mit neuem Datum (20)22. Zentralafrikanische Staaten - Gabun 10.000 Francs 2002 Wie CAS-410A (Linzmayer B110Ad), aber mit neuen Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli" als "LE GOUVERNEUR" und "Louis Aleka-Rybert " als "LE CENSEUR". (Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com) Falk Quieß
- Buchvorstellung – „Forging Secrets“– Faces and Facts inside the Nazi Operation Bernhard Scheme
Etwas Neues ausprobieren – mit diesen Worten begrüßte Goetz-Ulf Jungmichel, Geschäftsführer der World Money Fair, am Samstag, den 5.2.2023 etwa 30 Gäste im Auditorium des Berliner Hotels Estrel zur Vorstellung des Buches „Forging Secrets“. Eingeladen hatte die Spungen Family Foundation aus Chicago, die nach eigenen Angaben die umfangreichste und größte Sammlung der Welt an philatelistischen und numismatischen Belegen zum Holocaust besitzt. Nach einer kurzen Begrüßung durch Danny Spungen und einer Einführung in das Thema durch Prof. Kevin Ostoyich von der Valparaiso University, Indiana, der sich nach eigenen Angaben seit Jahren mit der Erforschung des Holocaust beschäftigt, war als Gastrednerin Charlotte Krüger eingeladen, die vor einigen Jahren eine Biografie über ihren Vater Bernhard Krüger verfasst hat, der als SS-Sturmbannführer das "Unternehmen Bernhard" verantwortete. Entstanden ist das Bild einer ambivalenten Persönlichkeit, die einerseits entgegen der nationalsozialistischen Ideologie die mit der Fälschung beschäftigen jüdischen Häftlinge menschlich behandelte, andererseits aber in seinem Handeln keinen Zweifel an dieser Ideologie aufkommen ließ. Schon 1939 wurde in Großbritannien überlegt, Reichsbankknoten zu fälschen und über Deutschland abzuwerfen. Dieser Plan wurde verworfen, u. a. weil die Scheine in Deutschland mit der Reichsmark als reiner Binnenwährung nur schwer in den Umlauf zu bringen gewesen wären. Zudem hätten nur perfekt gemachte Fälschungen den Zweck einer Störung des Wirtschaftslebens erreicht – ein Plan, den man sich nicht zutraute oder den man nicht vertiefen wollte. Mit dem "Unternehmen Andreas" und dann dem "Unternehmen Bernhard" ging Deutschland einen anderen Weg, auch weil das Britische Pfund – anders als die Reichsmark – als Leitwährung in vielen Ländern akzeptiert war und daher die Noten zur Bezahlung von Kriegsmaterialien verwendet werden konnten. Bis zur Einstellung der Produktion Anfang 1945 sollen falsche Banknoten im Werte von 132 Mio. Pfund hergestellt worden sein. Die Papierherstellung für die Fälschungen erfolgte außerhalb des Konzentrationslagers, ebenso die Erstellung der Siebe zur Wasserzeichenherstellung sowie die Gravur der Druckplatten. Das 2022 in den USA erschiene, in englischer Sprache verfasste, sehr aufwändig gemachte und über 2 kg schwere Buch im Folioformat 30 cm x 30 cm reiht sich ein in eine lange Reihe von Publikationen zu diesem Thema, die teilweise aus Sicht überlebender Häftlinge verfasst wurden. Es sieht sich als Beitrag zur Holocaust-Forschung mit dem Ziel, den Häftlingen hinter der Herstellung der Fälschungen Namen und Gesicht zu geben. Entsprechend enthält es neben diversen Abbildungen von Banknoten auch zahlreiche Dokumente, die das Leben im Konzentrationslager Sachsenhausen veranschaulichen sollen, darunter Briefe von Häftlingen, Zeichnungen und Fotos. Für Sammler sind viele wichtige Informationen enthalten, und bekannte Experten wie Joe Boling oder Pam West haben Kapitel verfasst und Informationen zugeliefert. Neu dürften die Forschungen zum Thema der Verteilungswege der Noten sein, wobei es hierzu sicherlich noch weiteres Material gerade aus der Nachkriegszeit geben dürfte, das der Aufarbeitung und Veröffentlichung harrt. Hilfreich für Sammler sind auch die zahlreichen Abbildungen von Details der Pfundnoten zwecks Unterscheidung von Original und Fälschung, sowie die Aufstellung der bisher bekannten Werte, Daten und Kontrollnummern, von denen Fälschungen bekannt sind. Das Buch will laut Spungen Foundation den Anspruch darauf erheben, die neue Enzyklopädie zum Thema Banknotenfälschung im Rahmen des Unternehmens Bernhard zu werden. Für diesen Anspruch ist das aufwändig gemachte Buch jedenfalls recht teuer (USD 199 plus Porto, bestellbar unter https://spungenfoundation.org/operation-bernhard-book/what-is-the-book/). Auf meine Frage, wie Sammler mit Scheinen des "Unternehmen Bernhard" angesichts der Geschichte ihrer Herstellung umgehen sollten, antwortete Charlotte Krüger, dass diese Scheine als das behandelt werden sollten, was sie sind – Zeugnisse der Zeitgeschichte. Dr. Sven Gerhard
- Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 14
Anbei mal wieder eine KN 1, wobei mir bewusst ist, dass die KN's auf diesen Scheinen oftmals sehr schwach ausfallen. Außer der "1" konnte ich aber nichts von einer weiteren Ziffer entdecken. Mit besten Grüßen Th. Neldner Deutsches Reich, Preußen, Querfurt (Provinz Sachsen): 50 Pfennig der Firma Richard Jaeckel, Kunst- und Verlagsanstalt, von 1920, Vorder- und Rückseite. Anmerkung der Redaktion Die Kontrollnummer befindet sich auf der Vorderseite mittig rechts. Ich habe bei mir nachgesehen. Ich habe von diesen Scheinen Stücke mit 2-, 3- und 4-stelligen Kontrollnummern. Es scheint, als wären die Nummern nicht mit einem üblichen Nummernwerk, sondern mit einem Paginierstempel aufgebracht worden. Die Scheine der Kunst- und Verlagsanstalt von Richard Jaeckel aus Querfurt wurden und werden als private Verkehrsausgaben katalogisiert. Interessant ist die Datierung "Querfurt, am Tage des Friedensschlusses 1920". Nun ist hinlänglich bekannt, dass der Friedensschluss mit dem "Versailler Vertrag" bereits am 28. Juni 1919 erfolgt ist, weshalb es nicht wenige Notgeldscheine gibt, die das Jahr 1919 immer noch als "Kriegsjahr" benennen. Von seiner ganzen Machart, den Sprüchen, der irreführenden Datierung und nicht zuletzt der Art des Herausgebers selbst könnte man diese Scheine (es gibt Werte zu 10, 25 und 50 Pfennig) auch fast schon als private "Serienscheine" bezeichnen. Waren sie tatsächlich 1920 in Umlauf, oder wurden sie vielleicht sogar zurückdatiert? Auffällig ist außerdem, dass sie fast nur in Erhaltung I/I- vorkommen, so wie bei Serienscheinen üblich. Vielen anderen "echten" Verkehrsausgaben aus dieser Zeit sieht man hingegen die Spuren ihrer Nutzung als Zahlungsmittel im Umlauf deutlich an. Vielleicht sollte man diesen Ansatz weiter verfolgen und klären, was es mit diesen Scheinen mit der merkwürdigen Datierung wirklich auf sich hat. Anzumerken bliebe noch, dass Herr Neldner auch Scheine ohne Kontrollnummer gemeldet hat, bei denen es sich wahrscheinlich um Reststücke handelt. Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski
- Geldscheine der MWL – Geld von Sing Sing
Die Adresse „Jägerstraße Nr. 354 in Ossining“ im Westchester County ist keine erstrebenswerte Wohngegend: Dort befindet sich das Hochsicherheitsgefängnis des Bundesstaates New York mit der Bezeichnung „Sing Sing Correctional Facility“. Abb. 1: Eingangstor 354 Hunter Street, Ossining, NY 10562 Vorgeschichte: Als der 27-jährige Frederick Flypsen aus dem niederländischen Bolsward in der Provinz Zuidwest-Friesland 1653 nach Flatbush in die nordamerikanische Kolonie Nieuw Nederland auswanderte, konnte er nicht ahnen, dass ein Teil seines künftigen Landbesitzes einmal ein berüchtigter Platz in den USA werden würde. Als Kaufmann (Verkäufer von Eisenwaren und Wirtshausbesitzer) und späterer Sklavenhändler kaufte er in den Jahren von 1672 bis 1686 große Teile der von Mohikanern bewohnten Gebiete. 1685 verkauften die Sint Sincks ihr Land an Frederick Philipse (vormals Flypsen), der es in seinen Landbesitz eingliederte, das als Manor of Philipsburg bekannt wurde. Dort befand sich das Indianerdorf Sing Sing, das soviel wie „Stein auf Stein“ bedeutet und auf ausgedehnte Kalksteinschichten im südlichen Teil des Dorfes hinwies. Die Briten übernahmen 1674 die niederländische Kolonie und während des Unabhängigkeitskriegs 1779 wurden die Nachfahren von Frederick Philipse als Anhänger des britischen Königshauses enteignet, sein Enkel verhaftet und sein Land vom neuen Staat New York beschlagnahmt und versteigert. Viele der Farmen wurden an die Pächter verkauft, die sie bearbeitet hatten, insbesondere diejenigen, die die amerikanische Sache unterstützt hatten. Zu dieser Zeit wurde das Gebiet als Sing Sing bekannt. Die Ansiedlung wuchs zu einem Ort mit erfolgreichem Hafen und am 2. April 1813 wurde Sing Sing als eingemeindetes Dorf im Westchester County staatlich anerkannt. Abb. 2: der Ort Sing Sing im Jahr 1884 (von Lucien R. Burleigh) Handel und Industrie blühten im gesamten 19. Jahrhundert auf. Es entstanden eine Schuhfabrik und eine Ofengießerei – man benötigte viele Arbeitskräfte. Deshalb begann man 1825 mit dem Bau eines Staats-Gefängnisses. Für den Bau wurde einheimisches Baumaterial verwendet. Ungefähr 150 Sträflinge und Wachen kamen vom Auburn Prison, bis dahin die einzige Gefängniseinrichtung im Staat New York. Sie bauten ihr eigenes Gefängnis und begannen „Sing-Sing-Marmor“ aus einem nahe gelegenen Kalksteinbruch abzubauen. Als das Gefängnis berüchtigt wurde, versuchte sich das Dorf vom harten Ruf des Gefängnisses zu distanzieren und änderte seinen Namen am 25. März 1901 in Ossining. Abb. 3: der Gefängniskomplex im Jahr 1909 (Postkarte von Valentines & Sons’ Publ. Co.) Das Staatsgefängnis (im Volksmund „up the river“) gelangte 1953 ins Licht der Weltöffentlichkeit, als man die 1950 zum Tod verurteilten Sowjetspione Ethel und Julius Rosenberg auf dem berüchtigten elektrischen Stuhl hinrichtete. Sie gehörten zu den über 640 Hingerichteten innerhalb von 75 Jahren bis 1963. 1965 wurde im Staat New York die Todesstrafe abgeschafft. Für Papiergeldsammler und geldgeschichtlich Interessierte sind aber die Geldscheine in und um Sing Sing/Ossining von weit größerem Interesse. Selten sind heute die Banknoten der Bank von Sing Sing; von der Serie zu 1, 2, 3, 10, 20, 50 und 100 Dollar sind nur die nicht ausgegeben sog. Remainder aus den 1850er Jahren und heutige Reprints bekannt. Die Bank wurde 1853 gegründet und stellte ihre Geschäftstätigkeit schon im November 1860 wieder ein. Abb. 4: 20 Dollar 18xx, Vs., einseitig bei Danforth, Perkins & Co. New York gedruckt, Porträt von Daniel Webster, 2-facher Außenminister der USA In Ossining wurden wurden die großformatigen Nationalbanknoten während der Jahre 1902 bis 1905 ausgegeben: von der 1864 gegründeten First Nationalbank of Ossining (Charter Nr. 471; Serie 1865: 1, 2, 5, 10 und 20 Dollar; 1875: 5, 10 und 20 Dollar; 1882: 5, 10 und 20 Dollar; 1902: 5, 10 und 20 Dollar) und von der 1902 eröffneten Ossining National Bank (Charter Nr. 6552; Serie 1902: 5, 10 und 20 Dollar). Von den kleinformatigen Banknoten sind Ausgaben von 1929 von der inzwischen zur First National Bank and Trust Company Ossining bekannt (alte Charter Nr. 471; Serie 1929: 5, 10 und 20 Dollar). Abb. 5: 10 Dollar 1. Februar 1903, Vs. Abb. 6: 10 Dollar 1. Dezember 1902, Vs. Abb. 7: 10 Dollar 1929, Vs. Noch interessanter ist aber das Gefängnisgeld, das in Sing Sing an Insassen ausgegeben wurde. Auf Initiative des ehemaligen Bürgermeisters Thomas Mott Osborne von Auburn (1903–1905) wurde das Projekt eines Gefängnisgelds in die Tat umgesetzt. 1913 wurde T. M. Osborne zum Vorsitzenden der „New York State Commission on Prison Reform“ ernannt. Als „Tom Brown“ ließ er sich für eine Woche anonym in das Staatsgefängnis von Auburn einliefern, um von innen etwas über die dortigen Zustände zu erfahren. Er sei entsetzt gewesen hieß es. Abb. 8: Thomas M. Osborne, amerikanischer Penologe (23.9.1859–20.10.1926), Forscher im Teilbereich der Kriminologie, in der wissenschaftlichen Beurteilung von Sanktionen und Strafen auch im Gefängniswesen; Leiter des damaligen Sing Sing State Prison Ossining von 1913 bis 1916 Aus einem 1916 veröffentlichten Bericht in einer Sammlerzeitschrift wissen wir: Er entwickelte eine Philosophie der selbstverwalteten Rehabilitation für die Insassen. Er arbeitete aggressiv für diese Ideen und entwickelte ein System der Selbstverwaltung der Gefangenen, das er Mutual Welfare League nannte. Es wurde im Dezember 1913 in Auburn eingeführt. Osborne brachte bei seinem Amtseintritt 1915 seine Philosophie mit. Die Mutual Welfare League (MWL = Liga für gegenseitige Wohlfahrt) gestattete den Insassen, eigene Interessenvertreter in das Leitungsgremium der Liga zu wählen. Die Liga durfte Unterhaltungen für sich selbst planen, einschließlich der Sportprogramme. Die Häftlinge trugen gestreifte Uniformen und bewegten sich unter strenger Aufsicht nur im Gleichschritt. Osborne ersetzte dies durch einen offeneren Bewegungsstil, der es den Insassen ermöglichte, bequemere Kleidung zu tragen. Die Gefangenen wurden zur Herstellung von Waren in privaten Fabriken sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern eingesetzt und fertigten Stiefel, Schuhe, Hüte, Bürsten, Matratzen, Teppiche, Sättel, Melassefässer für Rumhändler und Öfen Die Häftlinge erhielten bis dahin keine Bezahlung, da ihre Arbeit als Teil ihrer Bestrafung galt. Die MWL führte bald ein Lohnsystem ein und in dem eröffneten Laden konnten die Insassen eine große Auswahl an persönlichen Gegenständen kaufen. Dieses Geld kam ab 1. Oktober 1915 in Umlauf; in Papierausgaben zu 1, 5 und 10 Einheiten (= Dollar) sowie in Münzen zu 1, 5, 10, 25 und 50 Klein-Einheiten (= Cents). Abb. 9: 1 Einheit = Dollar o. D., Vs., ohne SBst. KN 3-stellig schwarz Abb. 10: 1 Einheit = Dollar o. D., Vs., Serie E, KN 4-stellig schwarz Abb. 11: 5 Einheiten = Dollar o. D., Vs., SBst. M KN 4-stellig rot Abb. 12: 5 Einheiten = Dollar o. D., Vs., Serie E, KN 4-stellig rot Abb. 13: 10 Einheiten = Dollar o. D., Vs., SBst. R KN 3-stellig schwarz Abb. 14: 10 Einheiten = Dollar o. D., Vs., SBst. R KN 4-stellig rot Die Scheine haben einen breiten farbigen Rand und die Aufschrift „Do Good / Make Good“ (= tu Gutes / mach Gutes). Mittig ist ein Kreis mit den Buchstaben MWL. Die Wörter Cents oder Dollars erscheinen weder auf den Scheinen noch auf den Münzen. Die Scheine zeigen kein Datum, Fachleute datieren sie in die 1920er–1940er Jahre; sie waren einheitlich etwa 185 × 80 mm groß und wurden einseitig, aber in verschiedenen Serien und Farben gedruckt. Eine Druckerei ist nicht bekannt – ebenfalls keine Stückzahlen. Sie kommen auch in gebrauchter Erhaltung selten vor. In der Auktion bei Stack’s & Bowers vom 8. November 2022 erlangte der Einer in Erhaltung I bei einem Schätzwert von 400 bis 600 Dollar stolze 900 Dollar. Die Zehner kommen kaum vor, eine Abbildung stammt von einer zeitgenössischen Postkarte. Dort finden sich auch die KN 1 auf dem Einer und M 1 auf dem Fünfer. Die Bezeichnung „SERIES No E“ (mit einem Punkt unter dem „o“) finden sich auf den letzten Scheinen. Abb. 15: 25 Klein-Einheiten = Cents, o. D. Einen ähnlichen Text findet man auf den Münzen. Die Einer wurden in Messing geprägt die Zehner, Fünfundzwanziger und Fünfziger waren aus Nickel. Die Fünfer gab es in unterschiedlicher Größe sowohl in Messing als auch in Nickel. Für die drei höheren Wertstufen findet man auch die Angaben Aluminium oder „white metal“. Diese Token erzielen heute je nach Erhaltung Preise von 10 bis 50 US-Dollar bei Online-Auktionen im „Sofortkauf“, wobei die 50er sehr selten am Markt auftauchen. Die Justizvollzugsanstalten mussten sich wirtschaftlich selbst versorgen und die laufenden Kosten finanziell erwirtschaften. So erhielten die Häftlinge zwar einen Dollar Lohn pro Tag für ihre Arbeit, aber sie mussten Miete und auch noch ihre Mahlzeiten bezahlen. Die Zellenmiete auf den verschiedenen Rängen hatten unterschiedliche Mietpreise zwischen 1,00 und 1,60 Dollar pro Woche; jeder Gefangene konnte eine Zelle auf der Ränge auswählen, deren Preis er zu zahlen bereit war. Allerlei Dinge aus dem MWL-Laden konnte nicht mehr mit dem regulären, gesetzlichen US-Geld kaufen, sie mussten alle Beträge, die sie auch von außerhalb erhalten durften in das Gefängnisgeld 1:1 eintauschen. Wie die abgebildeten Geldzeichen zeigen, haben sie nach ihrer Einführung bald ihren Weg außerhalb der Gefängnismauern gefunden. So wurde schon 1916 ein „Fünf-Cent“-Stück in der Spendenbox der Greensburg Presbyterian Church gefunden. Der damalige Küster Dobbs Ferry entdeckte die Münze, als er die Spenden abends zählte. Quellen „Sing Sing Prison’s Token Money“ in „The Numismatist“, Nr. 1/Januar, S.16, Federalsburg 1916. Ritchie, Kenneth W.: „Is Sing Sing a Misuse of money“ New York Times, 20. November 1977, S. 20. https://de.wikipedia.org https://postcardhistory.net/2019/06/inside-sing-sing-prison-and-the-mutual-welfare-league/ https://www.britannica.com/science/criminology/Major https://www.ohsm.org












