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  • Dokumente der Reichsbank: Zur Ausgabe 10.000 Mark vom 19. Januar 1922

    Wir möchten Ihnen historische Dokumente der Reichsbank zur deutschen Papiergeld-Geschichte vorstellen, heute eine Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums vom 18. Mai 1922 zur Ausgabe der vereinfachten Ausführung der Reichsbanknoten zu 10.000 Mark mit Datum vom 19. Januar 1922, die dann tatsächlich im Juni 1922 in Umlauf kam. Von diesem Nominal mit gleichem Datum gibt es drei verschiedene Ausführungen: Die Reichsdrucke mit komplettem Rückseitendruck (mit Unterdruck, in Umlauf ab Mai 1922) bzw. vereinfachtem Druck der Rückseite im Format 210 x 124 mm, sowie Reichs- und Firmendrucke im kleineren Format 180 x 100 mm mit einfacher Rückseite ohne Unterdruck (in Umlauf ab März 1923). Hans-Ludwig Grabowski

  • Briefmarkengeld aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1938)

    Am 18. Juli 1936 putschte eine Gruppe konservativer, republikfeindlicher Generäle gegen die gewählte spanische Regierung. Obwohl sich die überwältigende Mehrheit der Armee und der Guardia Civil den Aufständischen anschloss, blieb der erwartete Erfolg des Staatsstreiches aus. Es folgte ein fast drei Jahre dauernder Bürgerkrieg, in dem sich die Republik verzweifelt wehrte. Mit zunehmender Dauer des Bürgerkrieges nahm der Mangel an Wechselgeld zu, da ein großer Teil der Münzen eingezogen und eingeschmolzen wurden, um den wachsenden Bedarf der Kriegsindustrie zu decken. Auf der anderen Seite hortete die Bevölkerung die Münzen, immerhin hatten sie einen bestimmten Metallwert. Zuerst verschwanden die Silbermünzen, später die Münzen aus Kupfernickel und schließlich die aus Bronze. Betriebe, Genossenschaften, Gewerkschaften, Geschäfte und sogar Privatpersonen konnten bei den täglichen Zahlungsvorgängen nur dann Wechselgeld herausgeben, wenn sie eigene Gutscheine ausstellten. Straßenbahn- und Busunternehmen, Bars und Cafés bedienten sich ebenso des Notgeldes, das grundsätzlich nur bei der ausgebenden Stelle wieder eingelöst werden konnte. So hatten die Bürger Taschen voller Geldscheine für jeden denkbaren Zahlungsanlass. Natürlich war diese Situation unhaltbar. Die zahlreichen Beschwerden der Bevölkerung veranlassten Bürgermeister und Stadträte, sich des Problems anzunehmen und kommunales Notgeld – meist mit Werten zwischen 25 Céntimos und 5 Pesetas – auszugeben. Bis Ende 1937 hatten mehr als zweitausend verschiedene Gemeinden und Organisationen fast siebentausend Scheine und etwa fünfzig Münzen ausgegeben. „Der Gesamtwert des auf diese Weise in Umlauf gebrachten Geldes betrug 22,7 Millionen Peseten.“[1] Die Notgeldausgaben höhlten das staatliche Münzmonopol und das Monopol der Banknotenausgabe der Notenbank aus. Daher ordnete Finanzminister Juan Negrín Lopez mit Dekret vom 6. Januar 1938 den Einzug des Notgeldes bis zum 28 Februar an. Gleichzeitig vergab die Regierung weitere Druck- und Prägeaufträge an die Fábrica Nacional de Moneda y Timbre. Trotzdem reichten die abgelieferten Münzen und Kleingeldscheine nicht aus, um den Bedarf zu decken. Daher autorisierte die Regierung durch Dekret vom 24. Februar 1938 die Banco de España Pappscheiben mit aufgeklebten Marken als Geldersatz auszugeben. Die runden, rotbraunen Kartons haben bei einem Gewicht von etwa 5 g einen Durchmesser von 35 mm. Der einseitige schwarze Druck zeigt in einem Kreis das spanische Wappen mit der Volkskrone, flankiert von den Säulen des Herkules mit einem Band, auf dem der Wahlspruch „PLUS ULTRA“ zu lesen ist. Gedruckt wurden sie in der Factoría D in Aspe (Provinz Alicante). Auf die freie Seite waren entsprechende „Wert“-Marken aufzukleben. Bei den Nominalen zu 5 und 25 Céntimos waren Briefmarken (sello de correos) der „republikanischen“ Post zu verwenden. Sie tragen die Aufschrift „Republica Española – Correos“. Da keine bestimmten Briefmarken vorgeschrieben waren, können dabei alle damals gültigen Marken vorkommen, sodass es eine große Zahl verschiedener Ausgaben gibt. Die Werte zu 10 und 15 Céntimos waren mit Gebührenmarken (timbre móvil) zu versehen. Sie haben die Aufschrift „Especial Movil“. Die Marken zu 10 Céntimos sind in braunem, die zu 15 Céntimos in rotem Druck ausgeführt.[2] Ein Dekret vom 22. Oktober 1938 bestimmte, dass anstelle der Gebührenmarken zu 10 Céntimos Briefmarken treten sollten, da es in der Vergangenheit häufig zu Verwechslungen mit der Marke zu 15 Céntimos gekommen war. Ausgaben nach dem Dekret vom 24. Februar 1938: Abb. 1: Cartón moneda, einheitliche Rückseite Abb. 2: Cartón moneda, 5 Céntimos mit Sello de Correos (Briefmarke) Abb. 3: Cartón moneda, 5 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 4: Cartón moneda, 10 Céntimos mit Timbre Móvil (Gebührenmarke) Abb. 5: Cartón moneda, 15 Céntimos mit Timbre Móvil Abb. 6: Cartón moneda, 25 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 7: Cartón moneda, 25 Céntimos mit Sello de Correos Ausgaben nach dem Dekret vom 22. Oktober 1938: Abb. 8: Cartón moneda, 10 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 9: Cartón moneda, 10 Céntimos mit Sello de Correos Vom Publikum beklebte Pappscheiben: Abb. 10: Cartón moneda, 15 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 11: Cartón moneda, 15 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 12: Cartón moneda, 20 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 13: Cartón moneda, 30 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 14: Cartón moneda, 30 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 15: Cartón moneda, 40 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 16: Cartón moneda, 40 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 17: Cartón moneda, 45 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 18: Cartón moneda, 45 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 19: Cartón moneda, 50 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 20: Cartón moneda, 50 Céntimos mit Sello de Correos Abb. 21: Cartón moneda, 60 Céntimos mit Sello de Correos In der Praxis sah es so aus, dass die Pappscheiben nicht nur, wie amtlich vorgeschrieben, mit den Marken zu 5, 10, 15 und 25 Céntimos beklebt wurden, sondern es wurden auch andere Werte, wie z. B. zu 20, 30, 45 Céntimos, aufgeklebt. Statt der Gebührenmarken wurden auch Briefmarken benutzt. Wie lässt sich dies erklären? Die Banco de España gab die leeren Pappschreiben an die Geschäftsbanken weiter, die sie mit den Marken beklebten und dann als Wechselgeld an das Publikum abgaben. Möglicherweise verfuhren die Banken ihrerseits ähnlich wie die Notenbank und überließen das Bekleben den Bankkunden. Nach der Einnahme Madrids durch Francos Militär am 28. März 1939 brach der Widerstand der republikanischen Truppen zusammen und wenige Tage später war das ganze Land in der Hand der Putschisten. Geldpolitisch hatte dies weitreichende Folgen. Über Nacht wurde das Geld der Republik wertlos. Dies galt auch für das Briefmarkengeld. Die Cartón-monedas sind heute keineswegs selten. Im Fachhandel und auf den spanischen Flohmärkten sind die runden mit Marken beklebten Pappscheiben je nach Erhaltung für 3 bis 6 € zu haben. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Josep M. Bricall, Die spanische Wirtschaft, in: Der Spanische Bürgerkrieg, Eine Bestandsaufnahme von Manuel Tuñón de Lara, Julio Aróstegui, Ángel Viñas, Gabriel Cardona und Josep M. Bricall, Frankfurt am Main 1987, S. 572. [2] S. Juan Bta. Miró Agulló, El Sello Moneda de la República, Monografía del Sello Moneda durante la Guerra Civil 1936-1939, Alcoy Febrero 2008.

  • Thailand: "Höllengeld" mit dem neuen König Rama X.

    Mein Sohn war in Phnom Penh und hat mir ein paar Höllengeldscheine mitgebracht, darunter einen interessanten (siehe Abbildung). Er zeigt schon den neuen Thai-König Rama X.! Der Schein erinnert stark an die neuen 100-Baht-Scheine mit dem Porträt von Rama X., die vor nicht langer Zeit ausgegeben wurden. Der Schein trägt die Thai-Buchstaben ตัวอย่าง (Muster) und die Nr. lautet 0A 0000000, das heißt, noch ehe die neuen Scheine emittiert worden waren, hat man das neue Design schon für Höllengeld verwendet. Da die thailändische Zentralbank zunächst nur die Vorderseiten der neuen Noten vorgestellt hatte, musste man sich mit der Rückseite behelfen, man nahm einfach die des alten 100-Baht-Scheins (mit Porträt von Rama IX.). Text und Abb. Erwin Beyer #Nachrichten #Höllengeld #Asien #Thailand #Baht #Beyer

  • Die Entwicklung des Finanzsystems der Provinz Jiangxi (1911–1927)

    Die Entwicklung des Finanzsystems von Jiangxi ist äußerst komplex. Nach der Xīnhài-Revolution 1911, bei der die kaiserliche Qing-Dynastie ihr Ende fand und die Republik China gegründet wurde, errichtete man sogleich eine neue Bank, die sich „THE KIANG SE BANK OF THE REPUBLIK“ (贛省民國銀行) nannte. Zunächst wurden die alten Noten der „Regierungshauptbank von Jiangxi“ mit einem Stempel der neuen Bank überdruckt. Das konnte natürlich nur eine Übergangslösung sein, und schon 1912 gab der erste (nachrevolutionäre) Gouverneur von Jiangxi, Mǎ Yùbǎo (馬毓寶), Banknoten mit seinem Porträt heraus, unter dem Porträt finden wir die Zeichen für „Gouverneur Mǎ von Jiāngxī“. Es gab 1-, 5- und 10-Yuan-Noten (Abb. 1, Cai). Auch wurden auf Kupfer bezogene Noten ausgegeben. Hauptsächlich, um Militärkosten zu decken. Sie werden deshalb als Militärgeld angesehen. Die Noten zeigen vertikales Format und es gibt verschiedene Wertstufen, von 10 Mei bis 1 Chuan (Abb. 2). Eine zeitlang wurde das Gebiet von Jiǔjiāng (九江) als eigenständiges Gebiet verwaltet, mit eigenem Gouverneur! Hier gründete man eine Bank, die sich selbst „THE KIANGSI BANK“ (贛省銀行) nannte. Diese Bank gab Noten aus, z.B. eine 100-Mei-Note, mit Ortsbezeichnung wie Jiǔjiāng oder Jí'ān (Abb. 3). Die Bank schloss 1916 ihre Pforten. (Später gab es eine Bank gleichen Namens für Gesamt-Jiāngxī). Ab 1916 versuchte man, eine neue Provinzbank zu gründen. Diese sollte „Jiāngxī-Bank“ heißen und halb staatlich, halb privat organisiert sein. Man druckte sogar schon die entsprechenden Banknoten. Aber wegen interner Machtkämpfe gelang es erst 1921 diese Bank zu eröffnen, nämlich als Liú Yìnchāng (瀏印昌) Finanzminister wurde. Sogleich gab man die schon gedruckten Noten mit Datum 1916 heraus. (Abb. 4, Cai) 1923 wurden dann zwei weitere Banken gegründet, die (zweite) Gànshěng-Bank (贛省銀行), was auch „Jiāngxī-Bank“ heißt, und die Quángàn Gōnggòng-Bank (全赣公共銀行), was „Öffentliche Bank für ganz Jiāngxī“ bedeutet. Beide Banken waren wie die obige Bank Aktiengesellschaften, teils in staatlicher, zum Teil in privater Hand. Sie erhielten ebenfalls das Recht, Banknoten auszugeben, und sie machten sogleich von diesem Recht Gebrauch. (Abb. 5, Gansheng Bank 100 Wen) und Abb. Quangan Gonggong Bank (Abb. 6, Cai) Abb.5: 10 Yuan, vertikal, Vorder- und Rückseite. 1925 wurde das Finanzsystem der Provinz reformiert. Die Quángàn Gōnggòng-Bank verzichtete auf ihr Recht der Notenausgabe. Zugleich wurden die beiden anderen Banken zusammengelegt und traten nun unter dem neuen Namen „Lokalbank von Jiāngxī“  (江西地方銀行) auf. Man wollte eigentlich Aktien für 3.000.000 Yuan verkaufen, aber es kamen nur 810.000 Yuan zusammen, für den Rest musste man einen Kredit aufnehmen (zu 3% Zinsen pro Monat). Zur ersten Notenausgabe wurde er Titel der alten Banknoten von 1924 mit dem neuen Namen in Rot überdruckt. (Abb. 7) 1926, nicht lange, bevor die Nordarmee in Jiāngxī einfiel, ließ Oberbefehlshaber Dèng Rúzuó (鄧如琢) Banknoten über 4.800.000 Yuan drucken, und das ohne jede Deckung. Es gab drei Notenserien, sie waren mit den Zeichen 復, 興 und 隆 gekennzeichnet. Im selben Jahr eroberte die Nordarmee die ganze Provinz, ein „Finanzkomitee der Revolutionsarmee von Jiāngxī“ fror alle Konten bei der „Lokalbank von Jiāngxī“ ein und führte eine Währungsreform durch:  Silberbasierte Noten wurden zu 20%, kupferbasierte zu 50% ihres Nennwerts eingelöst und Noten mit den oben genannten Zeichen 復, 興 und 隆 verloren ihren Wert ganz. Im März 1927 wurde dann die „Lokalbank von Jiāngxī“ für bankrott erklärt, eine neue Provinzbank sollte gegründet werden. In der Zwischenzeit sollte das Problem des Kleingeldmangels dadurch gelöst werden, dass ein neu gegründetes „Büro zur Stabilisierung des Marktes in Jiāngxī“ (江西平市錢號) Kupfergeldnoten emittieren sollte. Man wollte eigentlich Noten im Wert von 500.000 Chuan ausgeben, jedoch akzeptierten viele die neuen Scheine nicht, so dass man schließlich nur Noten für 100.000 Chuan ausgab. (Abb. 8) 1927 beschloss die Provinzregierung, durch das Schatzamt spezielle Scheine auszugeben. So genannte „Schatzamt-Noten zur Konsolidierung des Finanzsystems“ (江西整理金融庫券). Insgesamt wurden Scheine im Werte von 8.000.000 Yuan ausgegeben. Die Emission war mit einer Währungsreform verbunden. Die auf Silber basierenden alten Noten wurden im Verhältnis 2:1 umgetauscht, für die kupferbasierten Scheine setzte man fest: 1 Chuan (alt) = 1 Jiao (neu). (Abb. 9) Am 1. August 1927 besetzte eine Gruppe Kommunisten die Stadt Náncháng (南昌). Der führende Kopf hinter diesem Aufstand war der Russe Besso Lominadse, der Máo Zédōng Revolutionstheorie lehrte. Nach drei Tagen mussten die Kommunisten fliehen, von 30.000 Rebellen überlebten nur 2000. Obwohl der Aufstand misslang, wird der 1. August 1927 als Gründungstag der Chinesischen Befreiungsarmee angesehen. Nur wenige Tage nach dem missglückten Aufstand wurde die „Yuminbank von Jiangsi“ (江西裕民銀行) gegründet, die sehr erfolgreich bis 1949 operierte und viele verschiedene Noten ausgab (Abb. 10). Erwin Beyer Abb. 2: Huáng Qí, Abb. 5:www.baidu.com („public domain“); Abb. 10: Erwin Beyer, alle anderen Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun.

  • Aus privaten Sammlungen: 1 Gulden der Privilegirten oesterreichischen National-Bank von 1858

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Bereits 1705 wurde die Wiener Stadt-Banco gegründet, deren Hauptaufgabe in der Tilgung der Staatsschulden lag. Im Siebenjährigen Krieg gab 1762 die Wiener Stadt-Banco zum ersten Mal Papiergeld aus: Mit den unverzinslichen Bancozetteln sollten die enormen Kriegskosten finanziert werden. Um außerdem die Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung zu erzwingen, wurde die Begleichung der Steuerschuld zu mindestens der Hälfte in diesen Scheinen angeordnet. Als aufgrund der Koalitionskriege die Staatsausgaben ins Unermessliche stiegen, wurden die Wiener-Stadt-Bancozettel inflationär ausgegeben. Nun wurden die Auflagesummen auch nicht mehr öffentlich bekanntgegeben; es bestand außerdem ein genereller Annahmezwang der Scheine. Dieses Vorgehen blieb nicht ohne Folgen: 1811 musste die junge Erbmonarchie den Staatsbankrott erklären und die Einlösung der Bancozettel in "Wiener Währung" erfolgte nur noch zu einem Fünftel des Nominalwerts. Um eine kontrollierte staatliche Papiergeldemission zu ermöglichen, wurde 1816 die "Privilegirte oesterreichische National-Bank" gegründet, die mit dem exklusiven Notenrecht ausgestattet und von der Staatsverwaltung mehr oder minder unabhängig war. Bereits im Zuge des Kriegs gegen Preußen 1866 war jedoch die Bank gezwungen, das verankerte Prinzip der Notendeckung ab einem festgelegten Kontingent aufzugeben. Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich war eine Reorganisierung der Bank notwendig, um als Notenbank beide Reichshälften zu versorgen. So wurde nach dem Verstreichen der ersten Dekade – alle zehn Jahre waren die Reichshälften befugt, ihr Recht auf die Gründung einer eigenen Notenbank auszuüben – 1878 die Oesterreichisch-ungarische Bank ins Leben gerufen. Diese emittierte zunächst Noten in der Guldenwährung und ab 1892 in der Kronenwährung und stellt den direkten Vorläufer der heutigen Oesterreichischen Nationalbank sowie der Magyar Nemzeti Bank dar. Land/Region/Ort: Kaisertum Österreich, Wien Emittent: Privilegirte oesterreichische National-Bank Nominal: 1 Gulden Datum: 1. Januar 1858 (ausgegeben am 27. Dezember 1858) Vorderseite: Büste der Austria mit Mauerkrone auf Lorbeerkranz Rückseite: – Format: 127 mm x 74 mm Entwurf: Peter Johann Nepomuk Geiger Einzulösen bis: 31. Dezember 1872 Material: Papier Nummerierung: Vv 60 Authentizität: Original Zitate: AUT-A84 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) 140 (Richter: Papiergeld-Spezialkatalog Österreich) 91 (Kodnar/Künstner: Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 30

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 276 Pierette Lambert Geboren 1928 in Poitou, Frankreich. Studierte Bildende Kunst und Radierung in Poitiers und Paris. Schuf Entfürfe für Briefmarken, Banknoten und Münzen für Frankreich, Monaco und viele afrikanische Länder, darunter die französischen Banknoten zu 5, 50 und 200 Francs der Banque de France. Für ihre Arbeiten, die sie auch in zahlreichen Ausstellungen präsentierte, erhielt sie unter anderem den Jacques-Callot-Preis für Briefmarkendesign. 5 Euro, Vorderseite: Frauenkopf vor Anthemion; Rückseite: dorische, ionische und korinthische Säulenordnung, Akanthoswerk und EU-Landkarte. 10 Euro, Vorderseite: Männerkopf, romanische Ornamente; Rückseite: romanische Bauten, Säulen und Ornamente, EU-Landkarte. 20 Euro, Vorderseite: Männerkopf und gotische Ornamente aus Architektur und Buchmalerei; Rückseite: stilisiertes Kreuzrippengewölbe und Strebewerk, EU-Landkarte. 50 Euro, Vorderseite: Frauenkopf und Ornamente aus der Tapisserie; Rückseite: Säulen, Fenster und Ornamente im Renaissance-Stil, EU-Landkarte. 100 Euro, Vorderseite: Frauenkopf und barocke Ornamente; Rückseite: barocke Säulen und Ornamente, EU-Landkarte. 200 Euro, Vorderseite: Frauenkopf und Ornamente, inspiriert von Metallstrukturen; Rückseite: von der Schmiedekunst inspirierte Ranken- und Efeuornamente, EU-Landkarte. 500 Euro, Vorderseite: Bubenkopf, Brunnen; Rückseite: moderne urbane Architektur, EU-Landkarte. Fortsetzung folgt … Kana Totsuka Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Stachanow – der Bergmann auf dem Rubelschein von 1938

    Als Geldscheinsammler hat man zumeist ein Lieblings-Sammelgebiet, worauf man seine größte Sammelenergie verwendet. Vielleicht eine deutsche Epoche, ein abgeschlossenes Gebiet, wie die DM-Scheine der Bundesrepublik. Es können aber auch Sachgebiete sein, Tiermotive z. B., oder man sammelt Notgeldscheine, oder bestimmte Kontrollnummern. Weltweit werden Bergbaumotive auf Banknoten dargestellt, sei es die Förderung des "Schwarzen Golds", der Kohle, oder von tatsächlichem Gold. Einer der bekanntesten Rubelscheine aus frühen Sowjetzeiten ist der braune 1-Rubel-Schein mit dem Porträt von Alexei Grigorjewitsch Stachanow (1906–1977) aus dem Donbass1), erkennbar an seinem geschulterten Werkzeug: ein Presslufthammer zum Kohlebrechen2). Abb. 1: Vorderseite 1 Rubel der UdSSR von 1938, RUS-213, 125 x 60 mm. Abb. 2: Rückseite 1 Rubel der UdSSR von 1938 mit mehrsprachigem Aufdruck, da der Vielvölkerstaat Sowjetunion über mehr als ein Dutzend offizieller Sprachen verfügte. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre hatte die noch junge Sowjetunion nicht so stark treffen können, da sich diese sowieso immer noch ziemlich am Boden befand. Nach der Roten Oktoberrevolution 1917, dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Frieden von Brest-Litowsk 1918 sowie Bürgerkrieg und Kriegskommunismus bis 1921 befand sich die Industrieproduktion nur noch auf einem Drittel des russischen Vorkriegsstands, die Agrarproduktion bei der Hälfte. Die Gründung der staatlichen Planungskommission GOSPLAN führte 1927 zum ersten Fünfjahresplan. Zur Steigerung der Produktion wurde das Akkordprinzip eingeführt. Zum Vorbild eines sozialistischen Arbeiters und „Plan-Übererfüllers“ wurde der russische Bergmann Alexei Stachanow aus der Zeche Zentral Irmino im Oblast Lugansk im Donezbecken3) aufgebaut. Mithilfe präziser logistischer Vorarbeit gelang es ihm, am 31. August 1935 die bis dahin vorgeschriebene Arbeitsnorm um das Dreizehnfache zu übertreffen, indem er 102 Tonnen Kohle in einer Schicht brach4). Abb. 3: Propagandabild, Stachanow bei seiner Arbeit. Diese Planübererfüllung um 1457 % brachte ihm staatlichen Ruhm und mannigfaltige Belohnungen ein, bis hin zum Orden „Held der sozialistischen Arbeit“. Seine Arbeitskollegen hassten und verachteten diesen „Normbrecher“, da sie zu Recht davon ausgingen, nun würden auch von ihnen Leistungssteigerungen und Planübererfüllungen erwartet. Zwar wurde nach seinem Tode sogar noch eine Stadt in der Ukraine nach ihm benannt5), er selbst aber endete als Alkoholiker und hatte nach seiner Rekordleistung nie wieder einen Bergstollen zu Arbeiten betreten. Abb. 4: Ganzsache der sowjetischen Post, vorfrankierter Blankobrief mit einem farbigen Porträt Stachanows anlässlich des 50. Jahrestags der Stachanow-Bewegung 1985. Der Grafiker und Chefdesigner von Gosnak6) Iwan Iwanowitsch Dubassow (1897–1988) bekam im Jahr 1937 den Auftrag, im Rahmen des sog. Vierten Russischen Rubels (1924–1947) neue Rubelbanknoten zu entwerfen. Abb. 5: Drei-Rubel-Schein aus der Serie 1938 mit Rotarmisten, RUS-214. Abb. 6: Fünf-Rubel-Schein aus der Serie 1938 mit Piloten, RUS-215. Dubassow schuf einen Schein zu einem Rubel mit Stachanow, zu drei Rubeln mit Rotarmisten und zu fünf Rubeln mit einem Piloten. Alle wurden 1938 ausgegeben und blieben bis zur Nachkriegswährungsreform 1947 gültig7). 1948 folgte die spätere DDR, damals noch als Sowjetische Besatzungszone (SBZ), dem "Großen Bruder" Sowjetunion mit der Hennecke-Bewegung. Adolf Hennecke (1905–1975) schaffte in einer gut vorbereiteten Schicht8) am 13. Oktober 1948 im Lugau-Oelsnitzer Revier im Karl-Liebknecht-Schacht 24,4 statt der üblicherweise geforderten 6,3 m³. Als Belohnung gab es u. a. eine Flasche akzisefreien Schnaps und später einen Sitz in der Volkskammer, dazu aber auch die Wut der anderen Kumpels auf ihn. Abb. 6: Sondermarke zu 20 Pfennig der Deutschen Post der DDR 1985 zum 40. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus mit dem Porträt des Bergmanns Adolf Hennecke, Michel 2942. Abb. 7 :Jubiläumsbriefmarke UdSSR 1985, 50 Jahre Stachanow-Bewegung. Christian Merker Abb. Geldscheine: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Anmerkungen Der heute zwischen der Ukraine und Russland umkämpfte Donbass war nach dem "Brotfrieden" der Ukrainischen Volksrepublik im Februar 1918 mit den Mittelmächten Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Bulgarien und dem Osmanischen Reich zuerst Teil der Sowjetrepublik Donez-Kriwoi Rog, die bereits nach einem Monat auf Anweisung Lenins samt ihrer russischsprachigen Bevölkerung der Ukraine beitrat und Kiew anstelle Charkiw als Hauptstadt anerkannte. Nur wenige Gebiete im Ost-Donbass wechselten bis 1925 in die Russische SSR, z. B. der Industriestandort Schachty. Auch mit der Unabhängigkeit der Ukraine nach der Auflösung der UdSSR 1991 und der Einführung von Ukrainisch als Pflichtfach in den Schulen und als einziger Amtssprache verblieb der Donbass bei der Ukraine. Erst 2014, nach der Annexion der Krim durch Russland, die damit gewaltsam die Schenkung Chruschtschows aus dem Jahr 1954 – ein Jahr nach Stalins Tod – rückgängig machte, kam es im Donbass zu prorussischen separatistischen Kämpfen, die im Februar 2022 in der Anerkennung der sog. Volksrepubliken Lugansk und Donezk durch Russland mündeten. Putin schickte russische Truppen in die Ukraine, der Krieg um das Donezbecken und die territoriale Einheit der Ukraine begann. Sogenannter pneumatischer Abbruchhammer. Traditionelles Steinkohle- und Industrierevier seit dem 18. Jahrhundert. Üblicherweise wurden in einer Schicht 7 t erwartet, bei einem Spezialisten wie Stachanow 10–12 t. Stadt Kadijiwka im Oblast Luhansk, 1978–2016 unter dem Namen Stachanow geführt. Russisches Staatsunternehmen, ursprünglich zaristische Gründung, seit 1818 befasst mit der Herstellung von Papiergeld, Pässen, Briefmarken etc. Vgl. Artikel von Matthias Böhme "Eine kleine Währungsreform 1947 in der UdSSR" vom 29. Juni 2019 in Geldscheine-Online. Z. B. mussten erst einmal genug Loren herbeigeschafft werden, um die gebrochene Kohle überhaupt wegschaffen zu können, und der Abbruchhammer musste die ganze Schicht über funktionieren.

  • Lexikon: Ehrenfeld, Dr. Adolf

    Dr. Adolf Ehrenfeld sammelte seit den 1870er Jahren Geldscheine und stellte 1888 Teile seiner Sammlung bei der Feier zum 40-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph aus. Er gehört zu den Pionieren der Notaphilie, denn Ende des 19. Jahrhunderts existierten weltweit überhaupt nur wenige Papiergeldsammlungen. Dr. Adolf Ehrenfeld (1836–1903) Was aus seiner Sammlung, die 1927 zum letzten Male genannt wurde, geworden ist, ist unbekannt. Man vermutet, dass sie 1927 durch eine Versteigerung in Wien aufgelöst wurde. Albert Pick Anmerkung der Redaktion Ehrenfeld wurde am 28. Oktober 1836 in Lèva im damaligen Ungarn (heute Levice in der Westslowakei, deutsch: Lewenz) geboren. In einem Wiener Adressverzeichnis wird er 1880 als JDr. (Dr. jur.) und fürstlich Esterhazyscher Majorats-Consulent aufgeführt. Außerdem war er Ritter des schwedischen Wasaordens. Ab 1876 war Ehrenfeld Mitglied der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft. 1897 wird er dann als Privatier bezeichnet. Albert Pick ging davon aus, dass Dr. Ehrenfeld identisch ist mit dem Inhaber der Firma Ehrenfeld u. Co., Kommissionshandlung mit Börseneffekten und Wertpapieren in Wien und bezeichnete ihn deshalb in seinem Papiergeldlexikon von 1992 auch als Bankier. Das ist jedoch nicht eindeutig geklärt. Zum 40. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef sollten 1888 auch sämtliche bis dahin in Österreich erschienenen Geldscheine ausgestellt werden. Man wandte sich an den damals bereits als Sammler bekannten Ehrenfeld, der die Gelegenheit nutzte, um zu diesem Anlass auch andere Papiergeldraritäten zu zeigen. Das positive Echo in der Presse sorgte dafür, dass offizielle Stellen auf ihn aufmerksam wurden und sogar seine Sammeltätigkeit unterstützten. Ehrenfeld sammelte nicht nur österreichische Banknoten, sondern Papiergeld aus der ganzen Welt. Er scheute keine Mühe, um seltene und interessante Stücke für seine Sammlung zu erwerben und unternahm hierfür auch weite Reisen. Viele der Scheine in seiner Sammlung, sind heute kaum mehr zu bekommen. Sammlung Ehrenfeld Land Anzahl aus den Jahren Ägypten 5 1884 China 18 1368–1880 Dänemark 66 1695–1860 Deutsche Staaten 158 1772–1884 England 104 1697–1883 Englische Kolonien 63 1812–1887 Finnland 22 1803–1874 Frankreich 304 1720–1889 Griechenland 7 1831–1855 Grönland 25 1803–1883 Haiti 35 1827–1889 Irland 27 1634–1860 Island 4 1792–1801 Italien 869 1850–1893 Japan 126 1650–1871 Kirchenstaat 51 1657–1850 Niederlande 30 1574–1889 Niederländische Kolonien 138 1795–1890 Norwegen 45 1807–1886 Österreich-Ungarn 515 1742–1879 Österreich 109 1761–1886 Polen 85 1794–1863 Russland 63 1797–1880 Santo Domingo 21 1853–1865 Sardinien 19 1786–1799 Schottland 39 1723–1887 Schweden 173 1666–1887 Schweiz 5 1880–1890 Spanische Kolonien 12 1869–1876 Südamerikanische Staaten 119 1821–1885 Türkei 187 1860–1880 Vereinigte Staaten 1.626 1775–1884 weitere Staaten 366 Gesamt: 5.436 Scheine Schon damals hatten viele Museen den Wert der Sammlung erkannt und besonders das Wiener Münzkabinett hätte diese gern erworben. Es gelang damals aber nicht, die Mittel hierfür aufzubringen. Dr. Adolf Ehrenfeld starb am 9. April 1903. Das Erbe trat Dr. Richard Ehrenfeld-Popp in Wien an, bei dem die Sammlung über 20 Jahre lag. 1926 trat der Erbe in Verhandlungen mit dem österreichischen Bundesdenkmalamt wegen der Ausfuhr einer Papiergeldsammlung. Er setzte sich deshalb auch mit dem Wiener Münzkabinett in Verbindung, dem er 108 Stück als Widmung übergab. Für den Rest der Sammlung, die damals mit nur 20.000 Schilling (12.000 Reichsmark) bewertet wurde, erhielt der Erbe eine Ausfuhrgenehmigung. Man kann davon ausgehen, dass diese Bewertung auch für damalige Verhältnisse viel zu niedrig war, was offene Fragen aufwirft. Ob die Sammlung wirklich 1927 in Wien versteigert wurde, oder ob sie schon zuvor außer Landes geschafft wurde, ist bis heute ungeklärt. Hans-Ludwig Grabowski Literatur: Albert Pick: Papiergeldlexikon, Regenstauf 1992 Walter Linke: Dr. Adolf Ehrenfeld und seine Papiergeldsammlung in "Der Geldscheinsammler", Ausgabe 6/2001, Seiten 25–27

  • „Welt im Wandel – Geld im Wandel“ – Eröffnung der neuen Ausstellung der Geldscheinsammlung

    Am 6.7.2022 wurde die neue Ausstellung „Welt im Wandel – Geld im Wandel“ der Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinsammlung in den Räumen von Giesecke+Devrient in München feierlich eröffnet. Die Ausstellung spannt einen zeitlichen Bogen vom Papiergeld des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Der thematische Fokus liegt auf einer sich permanent im Wandel begriffenen Welt, deren politische, ökonomische und gesellschaftliche Veränderungen samt den zum Teil schwerwiegenden Umbrüchen sich auch stets in den Banknoten der jeweiligen Zeit widerspiegeln: Von der Industrialisierung und der Emission privater Notenbanken, über die langsame Etablierung Zentraler Notenbanken, der Krise der Hyperinflation und der Währungsreform nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zum Euro bzw. den jüngsten Emissionen der Zentralbanken außerhalb des Euro-Raums. Im Zentrum der Betrachtung stehen zwar Deutschlands und seiner europäischen Nachbarn, miteinbezogen werden aber auch internationale Banknoten zur Veranschaulichung von globalen Entwicklungslinien. Der letzte Präsenter widmet sich dem Thema der Digitalisierung auf Banknoten mit zum Teil progressiven Designs, wie etwa jenen der neuesten Banknotenserie aus Norwegen, deren Rückseiten nur mehr verpixelte Küstenlinien zeigen. Die Ausstellung schließt mit einem Ausblick: Zwar zeichnet sich eine Dematerialisierung des Geldes in weiten Teilen bereits ab, gedruckte Banknoten als Bargeld werden jedoch auch in Zukunft nicht obsolet werden und (zum Glück) auch weiterhin einen festen Platz in unserem täglichen Zahlungsverkehr behalten. Pressemitteilung Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinsammlung www.geldscheinsammlung.de

  • Personalwechsel in der Geldscheinsammlung

    Seit dem 1. Juli 2022 liegt die wissenschaftliche, inhaltliche und konservatorische Arbeit der Geldscheinsammlung der Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinsammlung in neuen Händen: Leonard Königer, der seit 2015 bei der Staatlichen Münzsammlung München zunächst als Bearbeiter der Fundmünzen, dann als Leiter des Digitalisierungsprojektes und Leiter der Museumspädagogik beschäftigt war sowie als Lehrbeauftragter für Alte Geschichte an der Universität Augsburg fungiert, tritt damit die Nachfolge von Katharina Depner an. Nach nunmehr sieben Jahren fester Etablierung in der Welt der Münzen und Medaillen wendet er sich fortan den Banknoten, als der nicht minder spannenden ‚gedruckten Seite‘ der Numismatik zu. Im Rahmen von bavarikon, dem breit angelegten Digitalisierungsprojekt des Freistaates Bayern, setzt er die Erstellung von Digitalisaten und Metadaten via KENOM, dem Online-Portal für Numismatik fort und wird darüber hinaus verschiedene (Online-)Ausstellungen für bavarikon kuratieren. Zumindest ein Teil der Bestände der weltweit wohl größten Sammlung ihrer Art kann so weiterhin kostenfrei für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wissenschaftlich aufbereitet werden. Pressemitteilung Giesecke+Devrient Stiftung Geldscheinesammlung www.geldscheinsammlung.de

  • Neue Varianten: Juli 2022 (Teil 2)

    Aserbaidschan 5 Manat Wie Linzmayer B409a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2022. Bangladesch 20 Taka Wie BGD-55A (Linzmayer B350.5j), aber mit Jahr 2021 und Fenster-Sicherheitsfaden mit Farbverlauf von Grün zu Violett. 500 Taka Wie BGD-58 (Linzmayer B353m), aber mit Jahr 2022. Gambia 5 Dalasis Wie Linzmayer B235a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Buah Saidy/Seeku Jaabi" und Jahr 2020. Irak 20.000 Dinars Wie IRQ-103 (Linzmayer B357b), aber mit Unterschrift "Mustafa Ghaleb" und Jahr "١٤٤٢ – ٢٠٢١" (1442 – 2021). Katar 1 Riyal Wie Linzmayer B219a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Abdullah b. Saud al-Thani/ Ali b. Ahmed al-Kuwari" und Jahr 2022. 10 Riyals Wie Linzmayer B221a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Abdullah b. Saud al-Thani/ Ali b. Ahmed al-Kuwari" und Jahr 2022. 50 Riyals Wie Linzmayer B222a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Abdullah b. Saud al-Thani/ Ali b. Ahmed al-Kuwari" und Jahr 2022. Nigeria 50 Naira Wie NGA-40 (Linzmayer B236n), aber mit Jahr 2022. Sambia 50 Kwacha Wie Linzmayer B169b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2022. Westafrikanische Staaten – Togo 1000 Francs Wie WAS-815T (Linzmayer B121Tu), aber mit Jahr "(20)22 / 2003". 2000 Francs Wie WAS-816T (Linzmayer B122Tu), aber mit Jahr "(20)22 / 2003". Zentralafrikanische Staaten – Gabun 1000 Francs Wie CAS-407A (Linzmayber B107Ac), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/ Louis Aleka-Rybert" und gedruckt auf EverFit-Substrat. Zentralafrikanische Staaten – Äquatorialguinea 10.000 Francs Wie CAS-510F (B110Fc), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Louis Aleka-Rybert". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Lexikon: DuMont-Schauberg, M.

    Die Großdruckerei M. DuMont-Schauberg in Köln stellte bereits 1856 die Noten der Internationalen Bank in Luxemburg her, dann aber während des Ersten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit auch Notgeldscheine. Beispiele für Kleingeldscheine: Ahrweiler, Köln-Stadt, Köln DuMont-Schauberg (Eigenausgabe), Bonn-Kreis; Großgeld: Aachen, Bonn-Stadt und Landkreis. Die unter dem Namen Deichmann-Bons von der 2. deutschen Armee während des Ersten Weltkriegs im besetzten französischen Gebiet ausgegebenen Militärscheine sind ebenfalls von dieser Druckerei hergestellt und in der Zeit der Inflation arbeitete die Druckerei auch für die Reichsbank und stellte Reichsbanknoten (Firmenzeichen DK) her. Beispiele für Geldscheine aus der Druckerei DuMont-Schauberg: EWK-58: "Deichmann-Bon" der 2. deutschen Armee über 10 Francs von 1914/15, ausgegeben in Etreux, Vorderseite. B-074.6c: Kleingeldschein der Kreise Bonn-Stadt, Bonn-Land und Siegkreis über 50 Pfennig von 1920, Vorder- und Rückseite. DEU-105: Reichsbanknote ("Kölner Provisorium") über 1 Million Mark vom 25. Juli 1923, Druckfirma DK (Du Mont-Schauberg, Köln), Vorderseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

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